Die Seite für Alsterweiler von Matthias C.S. Dreyer u.a.

Karl Johann Kossuth: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Alsterweiler
Zur Navigation springen Zur Suche springen
KKeine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 101: Zeile 101:


==Forschungsfragen==
==Forschungsfragen==
* Der genaue Anlass des Streiks, der im Sommer 1887 zur Verhaftung Kossuths führte, ist bislang nicht identifiziert.
<small>* Der genaue Anlass des Streiks, der im Sommer 1887 zur Verhaftung Kossuths führte, ist bislang nicht identifiziert.
* Die Identität von Catharina Elisabeth Link (Ehefrau des Zwillingssohns Johann Baptist Kossuth) sowie von Johann Baptist Görgen (Patenvertreter) konnte bisher nicht geklärt werden.
* Die Identität von Catharina Elisabeth Link (Ehefrau des Zwillingssohns Johann Baptist Kossuth) sowie von Johann Baptist Görgen (Patenvertreter) konnte bisher nicht geklärt werden.
* Warum die Familie Fraulautern als Zielort der Übersiedlung 1888–1891 wählte, bleibt unbelegt (mögliche Erklärungen: handwerkliche Nähe von Email- und Porzellanmalerei, sozialdemokratische Netzwerke).
* Warum die Familie Fraulautern als Zielort der Übersiedlung 1888–1891 wählte, bleibt unbelegt (mögliche Erklärungen: handwerkliche Nähe von Email- und Porzellanmalerei, sozialdemokratische Netzwerke).</small>


[[Kategorie:Person (Alsterweiler)]]{{Nachweise}}
[[Kategorie:Person (Alsterweiler)]]{{Nachweise}}

Version vom 8. September 2026, 11:29 Uhr

Karl Johann Kossuth (* 25.12.1860, getauft 26.12.1860 in Dallwitz (heute Dalovice, Tschechien) Nummer 35 (Hausnummer), t 15.03.1944 in Maikammer[1][web 1]) war Porzellanmaler[anm 1][beg 1][zit 1].

Er war der uneheliche Sohn der Magdalena Koschut aus Dallwitz. Sie war die Tochter von Jakob Koschut[anm 2], Tagelöhner in Dallwitz und der Anna Margaretha Amstädter aus Frauenreuth[2]. Beim Familiennamen der Mutter ist mit einem "*" ergänzt (und im freien Feld für den "fehlenden" Vater eingetragen): "Laut Erlaß der k.k. Statthalterei Prag vom 30. Juni 1906 Z:87565# hat die k.k. Statthalterei in Brünn mit Erlaß vom 4. April 1906 Z: 17698 dem Täufling die erbetene Änderung seines bisherigen Familiennamens in "KOSSUTH" bewilligt. / Pfarramt Dallwitz 19/7 1906 Schüninger Pfr.". Der zweite Einschub, gekennzeichnet mit "#" lautet: "und Erlaß des h. r. Consistoriums Prag 18. Juli 1906 N 9217." Als Pate ist ein Johann Koschut eingetragen, der von Beruf Porzellandreher ("Porzellaindreher")[web 2] in Dallwitz war[anm 3][3][anm 4].

Leben

Karl Johann Kossuth heiratete am 11. August 1885 Anna Magdalena Gläser in Lichtenstadt (heute Hroznětín in Tschechien). Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor.

Nachkommen

1. Anna Katharina
2. Johann Baptist
3. Gertrud
4. Rudolf Wenzel

Kossuth wohnte nach seinem Ausscheiden aus der Firma Emaillier- und Stanzwerke Maikammer in der Hartmannstraße Nr.52 (externer link zu KuLaDig).

Zu den Schreibweisen Kossuth / Koschut

Der Uronkel von Karl Johann Kossuth soll der berühmte ungarische Nationalheld Ludwig Kossuth gewesen sein[zit 2].

Hierzu bestehen allerdings erhebliche Zweifel beim Autor dieser Seite. Sprachlich gehen „Koschut" und „Kossuth" zwar beide auf das slawische Wort *košut*/*košút* („Ziegenbock", auch „hornlos") zurück; auch die Familie des ungarischen Nationalhelden Lajos (Ludwig) Kossuth trug ursprünglich die slowakische Form Košút.

Es handelt sich beim Nachnamen um eine gemeinsame Wortherkunft, nicht aber um einen Beleg für eine gemeinsame Familienlinie – der Name war in Böhmen, Mähren, der Slowakei, Kroatien und Slowenien unabhängig voneinander weit verbreitet.

Genealogische Verbindungen zwischen Böhmen und dem ungarisch-slowakischen Sprachraum waren historisch selten, da Sprachbarriere, große Entfernung und die überwiegend innerhalb der Pfarrei geschlossenen Ehen der ländlichen Bevölkerung dem entgegenstanden. Solche Verbindungen kamen eher im Adel, beim Militär oder unter Verwaltungsbeamten vor. Für eine Tagelöhnerfamilie aus Westböhmen wäre eine Verbindung zur Familie Kossuth demografisch daher sehr ungewöhnlich[anm 5].

Interessanterweise wird Karl Kossuth bereits in Altrohlau (Sehen Sie dazu in der Wochenzeitung Gleichheit der Ausgaben von 1887/88) als Kossuth nicht Koschut so geschrieben, so wie er seinen Nachnamen geändert haben möchte. Jedenfalls erfolgte die offizielle Namensänderung erst mit Eintrag vom Jahre 1906. Somit war Karl Johann Kossuth bereits 46 Jahre alt. Zwischenzeitlich hatte er mit seiner Familie längst Dallwitz verlassen. Seine erste Tochter Anna Katharina Kossuth wird 1887 in Altrohlau Nr.154 (Hausadresse) (heute Stará Role in Tschechien) geboren. Gemäß dem Originaltaufeintrag war das Geburtsdatum der 27. August, die Taufe folgte am 30. August[4]. Hier wird der Vater, Karl Johann Koschut (die Änderung des Names folgte ja erst im Jahre 1906) bereits als Porzellanmaler in Altrohlau bezeichnet[web 3]. Die zweite Tochter, Gertrud wird als Zwilling mit Johann Baptist Kossuth 1891 in Fraulautern (heute Saarland) zur Welt gebracht. Sein zweiter Sohn, Rudolf Wenzel, kam 1893 in Maikammer zur Welt und fiel im Jahre 1914 im ersten Weltkrieg in Oostaverne in Belgien[5]. In Maikammer wird bei den Standesamtsunterlagen der Zwilling nicht erwähnt, obwohl dieser eine Heirat mit Catharina Elisabeth Link eingegangen ist[anm 6][anm 7]. Interessanterweise ist beim Geburtseintrag des Zwillings Johann Baptist Kossuth ein Pate eingetragen. Es handelt sich um Johann Müller, möglicherweise aus der Familie seiner Großmutter Katharina Müller aus Lichtenstadt. Vertreten wird Johann Müller durch einen Johann Baptist Görgen, der wohl Vornamensgeber ist. Der Familienname Görgen war in Fraulautern sehr verbreitet. Leider findet sich auch Johann Baptist Görgen nicht in den Listen.

Tätigkeit

Es ist davon auszugehen, daß Karl Johann Kossuth die oben genannten Stationen, also Altrohlau[zit 3], Fraulautern[6] und Maikammer (Emaillier- und Stanzwerke Gebrüder Ullrich) aufgrund seines beruflichen Hintergrundes wählte. Es darf auch angenommen werden, daß aufgrund seines Engagements in der Arbeiterbewegung immer wieder Probleme auftauchten oder gar zu seiner Entlassung führten.

In allen Orten entwickelten sich im Laufe des 19. Jahrhunderts namhafte Porzellanfabriken oder ähnlich gelagerte Werkstätten, wie z.B. Emaillier- und Stanzwerke oder Blechfabriken. Belege dazu stehen aber noch aus und bleiben weiteren Recherchen vorbehalten.

Für Dallwitz kommt als möglicher Arbeitgeber die dortige Porzellanfabrik in Betracht, die ab 1891 von Ludwig Pröscholdt (gemeinsam mit den Teilhabern Rudolf Gottl und Donath Zebisch) geführt wurde[neu-4]; ein Beleg für ein tatsächliches Beschäftigungsverhältnis Kossuths dort steht jedoch aus.

Für Fraulautern verzeichnet eine Aufstellung der dortigen Industriebetriebe (Stand 1900) mehrere Emaillierwerke, darunter Fontaine Theobald & Co. (gegründet 1890), Hanus Zech & Co. (1895) sowie vormals Welsch & Quirin (1892), außerdem die Steingutfabrik J. Rupp (1878)[neu-5]. Da Emailmalerei der Porzellanmalerei verwandt ist und die Gründung von Fontaine Theobald & Co. zeitlich mit der Ankunft der Familie Kossuth um 1890/91 zusammenfällt, liegt dieser Betrieb als möglicher Arbeitgeber nahe – ein namentlicher Beleg fehlt allerdings.

Allerdings dürften für mögliche Arbeitsstätten in Fraulautern keine weitergehenden Erkenntnisse zu erwarten sein[anm 8].

Sein Aufenthalt in Altrohlau - wo er heiratete - ist durch zahlreiche Werbeanzeige in der Zeitung Gleichheit für die Jahre 1887/1888 belegt1

Auszug aus der Zeitung "Gleichheit" vom 14. Januar 1888. copyright [[3]]

.

Altrohlau war in dieser Zeit vor allem ein Porzellan-Standort, kein Email-Standort, daher auch die Bezeichnung als Porzellanmaler. Dazu zählten:

  • Die Porzellanfabrik Nowotný, seit 1884 unter Moritz Zdekauer (Bankhaus aus Prag), die spätere „MZ"-Fabrik
  • Die Porzellanfabrik „Victoria", gegründet 1883, für preisgünstiges Porzellan

Beide Betriebe waren zu dieser Zeit die dominierenden Arbeitgeber am Ort; Altrohlau war "westböhmischer Industriemittelpunkt" für Porzellan mit Betrieben von teils über 1.000 Arbeitern. Aber auch für Tätigkeit von Karl Johann Kossuth in einer der genannten Fabriken steht ein Nachweis aus.

Arbeiterbewegung

Karl Johann Kossuth war Mitbegründer der Arbeiterbewegung in Altrohlau (Böhmen) und Umgebung. Schließlich führte diese Tätigkeit zur Inhaftierung und zur Entlassung aus der Fabrik in Altrohlau. Danach war ihm und einigen seiner Genossen der Zugang zu den Arbeitsstätten im gesamten Gebiet um Karlsbad verschlossen. Er versuchte sich mit eigenen Arbeiten über die Runden zu schlagen. Dazu sind einige Anzeigen in der Gleichheit veröffentlicht.

Gründung des Porzellanmaler-Fachvereins (1886)

Bereits am 6. Juni 1886 berief Kossuth in Alt-Rohlau eine Versammlung von Porzellanmalern aus Aich, Chodau, Dallwitz, Elbogen, Tischau, Gießhübl und weiteren Orten ein und leitete sie; dabei wurde die Gründung eines Porzellanmaler-Fachvereins beschlossen. Dies geht aus einer im Verlag der Zeitung „Gleichheit" gedruckten Reichsratsrede des Abgeordneten Dr. Ferdinand Kronawetter vom 24. Mai 1888 hervor, die Kossuth namentlich nennt[neu-6].

Vollversammlung in Altrohlau am 27. März 1887

Am 27. März 1887 eröffnete Kossuth als Einberufer um 14:15 Uhr eine Volksversammlung in Altrohlau und wurde bei der Wahl des Bureaus einstimmig zum ersten Vorsitzenden gewählt (zweiter Vorsitzender: Genosse O. Bielguth; Schriftführer: Jakob und Seidel). Referent Dr. Klutschak aus Karlsbad sprach zu einem Gesetzentwurf über Arbeiterkammern sowie zu Gewerbe-Schiedsgerichten; zu Ersterem wurde eine Resolution mit mehreren Forderungen beschlossen (u.a. allgemeines gleiches direktes Wahlrecht, Herabsetzung des aktiven Wahlalters auf 20 Jahre, entlohnte Kammertätigkeit). Zum dritten Programmpunkt, dem allgemeinen Stimmrecht, referierte Genosse Adolf Heimann; auch hierzu erging eine Resolution, die an den Reichsratsabgeordneten Kronawetter übersandt werden sollte. Kossuth schloss die Versammlung mit dem Wunsch nach einer baldigen zweiten Zusammenkunft[neu-7].

Gerichtsverfahren und Verhaftung (1887)

Im Sommer 1887 stand Kossuth zusammen mit Genossen wegen der Zugehörigkeit zu einem als illegal eingestuften Verein vor Gericht (Verhandlung vom 6. August 1887); die Betroffenen fanden danach keine Beschäftigung mehr im Karlsbader Rayon[neu-8]. Im Zusammenhang mit einem – bislang nicht identifizierten – Streik wurde Kossuth zusammen mit den Arbeitern Heimann und dem Glasmaler Jo[h]ne verhaftet und nach dreimonatiger Untersuchungshaft in Elbogen (Loket) am 11. November 1887 entlassen[neu-9]. Am Tag darauf bedankte sich Kossuth in der „Gleichheit" für die Unterstützung seiner Familie während der Haft und versprach, weiter „für die heiligen Interessen der Arbeiterklasse zu wirken"[neu-10]. Auch seine Ehefrau Anna Kossuth veröffentlichte am 12. November 1887 eine Dankesanzeige für eine anlässlich einer Vereinsversammlung in Neudek gesammelte Spende von 2 fl. 61 kr., die sie über einen Herrn Robert Männl (auch: Männel) in Altrohlau erhalten hatte[neu-11].

Nebenerwerb und Haupterwerb

Kossuth bot in dieser Zeit als zusätzliche Einnahmequelle Pfeifenköpfe und Vorstecknadeln mit dem „Arbeiterwappen" (zwei verschlungene Hände mit Hammer) sowie Porträts von Marx, Lassalle, Liebknecht und Bebel an, auch mit Vereinswappen und Monogrammen; mehrere entsprechende Anzeigen erschienen in der „Gleichheit" zwischen 1887 und 1888[neu-12].

Er bietet Pfeifenköpfe mit dem Arbeiterwappen (zwei verschlungene Hände mit Hammer) an. Es handelte sich dabei um eine Symbolik der österreichischen Arbeiterbewegung. Die Hände, denen oft der Hammer als Zeichen für die handwerkliche und industrielle Arbeit hinzugefügt wurde, stehen für Solidarität und Brüderlichkeit und wurden seit der Renaissance als Symbol der Einigkeit verwendet. Sie sind bereits seit dem 18. Jahrhundert auch ein beliebtes Emblem der Freimaurerlogen („Brüder reicht die Hand zum Bunde“)[web 4]

Wegzug aus Böhmen (Sommer 1888)

Am 7. Juli 1888 veröffentlichte Anna Kossuth in der „Gleichheit" eine Zahlungsaufforderung an Genossen, die ihr noch Beträge für gelieferte Waren schuldeten, „da ich durch die Abreise meines Mannes in einer sehr prekären Lage mich befinde"[neu-13]; eine nahezu wortgleiche Anzeige erschien am 4. August 1888 erneut. Karl Kossuth war demnach bereits im Sommer 1888 abgereist, während seine Frau zunächst mit der erstgeborenen Tochter in Altrohlau zurückblieb, bevor sie ihm im Zeitraum 1888–1891 nach Fraulautern folgte.

Schließlich musste Karl Johann Kossuth Böhmen verlassen und "floh" nach Fraulautern im heutigen Saarland. Seine Ehefrau Anna Kossuth blieb noch einige Zeit in Altrohlau (gemeinsam mit der Erstgeborenen Anna Katharina Kossuth) und folgte ihm dann schließlich im Zeitraum 1888-1891 nach Fraulautern.

Selbst bezeichnete sich Karl Johann Kossuth in diesen Anzeigen als Maler.

Alsterweiler und Maikammer

Pfälzerwald-Verein

Karl Johann Kossuth war viele Jahre Beisitzer und 1. Vorsitzender des Pfälzerwald-Vereins Ortsgruppe Maikammer-Alsterweiler.

Gewerbeverein

Er war zudem Mitbegründer des Gewerbevereins Maikammer und dort ebenfalls Beisitzer und 2. Vorsitzender[7].

"25 Jahre, ein Vierteljahrhundert, welch langer Zeitenraum und wie schnell verflossen. - - Wie viele Arbeiten und Mühen mußten jene Männer mit Herrn Kossuth an der Spitze im Sommer 1903 aufwenden, um das Großteil der Handwerker und Gewerbetreibenden von maikammer=Alsterweiler von der Notwendigkeit eines engeren Zusammenschlusses zu überzeugen. Wie groß war aber ihre Freude, als nach einem aufklärenden Vortrage des Herrn Malermeisters Karl Kossutz am 29. August 1903 im Salle zum "Bayer. Jäger" sofort 24 anwesende Handwerker als Mitlgieder dem neugegründeten Verein beitraten. Bis zum Beginn des Herstes zählte der Verein bereits über 50 Mitglieder...Karl Kossuth als Beisitzer bei der ersten Wahl...

Daß der eigentliche Vater des Vereins, Herr Malermeister Kossuth für seinen Unterricht im Freihandzeichnen den Verein in dieser Beziehung ebenfalls äußerst schonend behandelte, ist dem Eingeweihten seolbstverständlich."2.

Ehrungen

Anlässlich der 50. Wiederkehr der Hochzeit (1935) stiftete der Pfälzerwald-Verein eine Bank und richtete einen Platz ein. Die Bezeichnung lautete "Karl Kossuth Ruhe".

Forschungsfragen

* Der genaue Anlass des Streiks, der im Sommer 1887 zur Verhaftung Kossuths führte, ist bislang nicht identifiziert.

  • Die Identität von Catharina Elisabeth Link (Ehefrau des Zwillingssohns Johann Baptist Kossuth) sowie von Johann Baptist Görgen (Patenvertreter) konnte bisher nicht geklärt werden.
  • Warum die Familie Fraulautern als Zielort der Übersiedlung 1888–1891 wählte, bleibt unbelegt (mögliche Erklärungen: handwerkliche Nähe von Email- und Porzellanmalerei, sozialdemokratische Netzwerke).

Weblinks

  1. Vollständige Angaben aus dem Geburts- und Taufregister hier: Sedlec 059, Místo: Dalovice (Dallwitz, Dalvice, Telwicz) Laufzeit: 1852-1872*.
  2. Dazu sehen Sie bitte diese Seite: Porzellanfabrik.
  3. Originalgeburtseintrag im katholischen Kirchenbuch von Altrohlau / bzw. Sedlec: hier.
  4. Demokratiezentrum Wien unter [1] nach: Seiter, Josef, Visuelle Symbole und Embleme der österreichischen Sozialdemokratie (Dokumentation 2/1991 des Vereins für Geschichte der Arbeiterbewegung), Wien 1991; Peter Diem, Die Symbole Österreichs, Wien 1995.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Alle Angaben: Schäfer/Stöckl (2015). Ortsfamilienbuch Maikammer-Alsterweiler, Seite 458.
  2. Anna Margaretha Amstädter war in Klinghart (heute Krizovatka) geboren.
  3. Antwort aus Prag / Nationalarchivs vom 21. Juli 2026 / RefNr. NA-3857-2/02-2026 Sehr geehrter Herr Dreyer, auf Ihre Anfrage hin haben wir einen Blick auf die Unterlagen der Statthalterei für das Königreich Böhmen geworfen und das Dokument vom 30. Juni 1906 mit der Bezugsnummer Z: 87565 geworfen. Leider wurde das Dokument zerstört in der Zeit als das Dokumentenbüro noch Teil der Einrichtung war und bevor die Unterlagen in die staatlichen Archive übermittelt werden konnten. Auf Ihre Anfrage senden wir Kopien der Archivdokumente aus den Beständen: Archiv prazského arcibiskupstvi / Archbishopric Archives (APA III), des Nationalarchivs, Bestandsakten von 1906, N:9217, box 808. Bitte beachten sie, daß die Kopien nur für Ihre privaten Studien benutzbar sind. Sollten Sie diese für andere Zwecke benötigen, z.B. Veröffentlichungen oder Ausstellungen, wäre es notwendig eine Erlaubnis beim Erzbischof von Prag einzuholen. Bezüglich des Dokuments der Statthalterei Brünn vom 4. April 1906 mit dem Aktenzeichen Z: 17698, wenden Sie sich bitte an Moravian Land Archive in Brno.
  4. Die Daten weichen also vom Ortsfamilienbuch bzw. dem Standesamt Maikammer ab.
  5. alle Angaben Schäfer, Günter, Stöckl Martina (2015): Ortsfamilienbuch Maikammer-Alsterweiler, Seite 458 unter Eintrag 3307.
  6. 1843 wurde eine Blechfabrik in der Nähe des alten Klosters gegründet, genannt Eisenwerk Fraulautern. Diese Fabrik produziert noch heute unter dem Namen Nedschroef. Sehen Sie dazu: [2].
  7. Pfälzerwald-Verein: Beisitzer in den Jahren 1912, 1913, 1921, 1923; 1. Vorsitzender 1924, 1925, 1926, 1927, 1929 / Gewerbeverein Maikammer: Beisitzer 1903, 2. Vorsitzender 1918, 1922. Alle Angaben, Ortschronik Maikammer-Alsterweiler.

Anmerkungen

  1. Der Geburtseintrag findet sich im Geburtsbuch der Pfarrei Zettlitz (Sedlec) für Dallwitz, Jahrgang 1852–1872, Sedlec 059, Fol. 70, Eintrag Nr. 25–26 (online einsehbar über Porta fontium, portafontium.eu)[neu-1]. Das Geburtsdatum lässt sich aus dem Eintrag nicht mit letzter Sicherheit auf den 25. oder 26. Dezember 1860 festlegen.
  2. Der als Pate genannte Johann Koschut, Porzellandreher aus Dallwitz war möglicherweise ihr Bruder, also ein Onkel von Karl Johann Kossuth.
  3. Die Urkunden aus dem Nationalarchiv in Prag liegen vor. Sie liegen dort unter der Archivnummer: NAD110_APA_III_1906_karton808_fj9217_1 bis _3. Damit sind die o.g. Angaben an den Originalurkunden bestätigt. Im Wortlaut heißt es zur kirchlichen Ermächtigung, erteilt vom Erzbischof in Prag: "k.k. Statthalterei bewilligt eine Korrektur des Geburtsaktes des Karl Joh. Koschut in der Matrik in Zettlitz und des Trauungsaktes desselben in Lichtenstadt (in "Kossuth") N.87565". Gleichzeitig ergehen Weisungen an die Pfarrämter in Zettlitz und Lichtenstadt, die Taufmatrik und im zweiten Falle die Trauungsmatrik anzupassen.
  4. Das Nationalarchiv Prag teilte auf Anfrage am 21. Juli 2026 mit (Ref. NA-3857-2/02-2026), dass der ursprüngliche Erlass der k.k. Statthalterei Prag vom 30. Juni 1906 (Z:87565) im Bestand nicht mehr erhalten ist. Als Ersatzüberlieferung verweist das Archiv auf den Bestand des Erzbischöflichen Konsistoriums Prag (APA III), Bestandsakten 1906, N:9217, Karton 808.
  5. Sehen Sie dazu: Quellennachweise aus anerkannten etymologischen Fachwörterbüchern abseits von Wikipedia-Plattformen: 1. Nachweis für das Slowakische (historischer Ursprung der Familie) Für die direkte Bedeutung des Wortes košút (Ziegenbock) oder košúty (Ort/Region) in der Sprache von Kossuths Vorfahren. Quelle: Ľubor Králik (2015). Stručný etymologický slovník slovenčiny (Kurzes etymologisches Wörterbuch des Slowakischen).Herausgeber: VEDA, Vydavateľstvo Slovenskej akadémie vied (Verlag der Slowakischen Akademie der Wissenschaften), Bratislava.Inhalt: Dokumentiert den slawischen Ursprung des Wortes im heutigen slowakischen Sprachgebiet und führt es auf historische Tier- und Leitbegriffe zurück. 2. Nachweis für das Altkirchenslawische / Urslawische (Die morphologische Wurzel „hornlos“). Die linguistische Zerlegung (Präfix ko- + Stamm *šutъ) basiert auf der vergleichenden slawischen Sprachwissenschaft. Quelle: Franz Miklosich (1886). Etymologisches Wörterbuch der slavischen Sprachen. Herausgeber: Wilhelm Braumüller, Wien.Eintrag zu *šutъ / košutъ: Miklosich schlüsselt hier systematisch die Verbindung von šutъ (hornlos) zu den Tiernamen auf, die im West- und Südslawischen als košuta (Hirschkuh/Ziege) auftauchen. 3. Nachweis für das Westslawische (Tschechisch & Polnisch) sofern auch die geografische Verschiebung der Bedeutung im westslawischen Raum verfolgt werden soll. Quelle: Václav Machek (1968). Etymologický slovník jazyka českého (Etymologisches Wörterbuch der tschechischen Sprache). Herausgeber: Academia, Prag. Eintrag: košuta (Hirschkuh) / košut (Ziegenbock). Machek erklärt hier detailliert die Entstehung des Tiernamens aus der indogermanischen und urslawischen Wurzel für verstümmelte bzw. hornlose Tiere. Quelle: Aleksander Brückner (1927). Słownik etymologiczny języka polskiego (Etymologisches Wörterbuch der polnischen Sprache). Eintrag: koszuta. Weist das Wort als Erbwort für das weibliche Rotwild (Hirschkuh) aus und verknüpft es mit den tschechischen und südslawischen Parallelformen.
  6. Alle Angaben nach: Klauck, Hans Peter (1996): Die Einwohner von Fraulautern vor 1897 (2 Bände). Saarlouis: Vereinigung für Heimatkunde im Landkreis Saarlouis, 482 Seiten, Angaben zu Kossuth unter: 1427, Seite 464.
  7. Leider ist diese Catharina Elisabeth Link nicht im OFB Fraulautern verzeichnet.
  8. Auf Nachfrage beim Verein für Geschichte und Heimatkunde Saarlouis-Fraulautern e.V. ergab sich folgende Einschätzung: "ln Fraulautern gab es damals mehrere Emaillierwerke. Ohne weitere Angaben ist es nicht möglich, Herrn Kossuth einem dieser Werke zuzuordnen.[...] Fraulautern wurde durch die Kampfhandlungen von Dezember 1944 zu 90% ozerstört. Mit der Zerstörung der Häuser und Firmengebäude wurden auch die Archive der Firmen vernichtet." / Brief vom 3.8.26 des Ersten Vorsitzenden Guido Fontaine an Matthias C.S. Dreyer vom Club Sellemols (Historienfreunde Maikammer-Alsterweiler) e.V.

Zitate

  1. Das "Dalovice Porzellan / Johann Wenzel Ferdinand, der Ritter von Schönau, Besitzer des Weinguts Dalovice, begann 1804 mit der Herstellung von Steinprodukten. Da sie erfolgreich waren... gründete er im folgenden Jahr 1805 eine Steinfabrik. Um 1830 begann die Porzellanproduktion zu expandieren. Ludwig Pröschold, der die Fabrik 1891 kaufte, war eine wichtige Persönlichkeit, die zur Entwicklung der Porzellanproduktion in Dalovice beitrug. Unter seiner Führung begann man, Porzellanwaren in großen Mengen in eine Reihe europäischer und außereuropäischer Länder zu exportieren." Zitiert nach: Internetseite des Ortes Dalovice, abgerufen 13.07.2026.
  2. "Als Designer der Dekors wirkte der ungarische Kunstmaler Karl Kossuth, ein Neffe des ungarischen Nationalhelden und Revolutionsführers Lajos Kossuth. Er kam nach Maikammer und ist geblieben. Entwarf hier auch das Dekor für die Krönungsbecher des letzten Zaren...", Judith Ziegler-Schwaab (2015): Maikammer und seine große Söhne. In: Ortsfamilienbuch Anhang 5, Seite 52.
  3. "1810 von Benedikt Haßlacher (Besitzer der Porzellanfabrik in Dallwitz / Dalovice) gegründete Steingutmanufaktur in Altrohlau bei Karlsbad - 1824 Erwerb der Fabrik durch den Prager Geschäftsmann Augustin Nowotný - ab 1836 Umstellung auf Porzellanproduktion weiterer Ausbau durch Emanuel Nowotný (1870 800 Angestellte) - 1884 Versteigerung der f[F]abrik und Erwerb durch das Bankhaus von Moritz Zdekauer aus Prag - 1909 Übernahme durch C. M. Hutschenreuter unter Beibehaltung des Warenzeichens „MZ“ Oktober verstaatlicht und - 1958 in den Staatsbetrieb Karlovarský porcelán (Karlsbader Porzellan) eingegliedert - 1992 privatisiert: Starorolský porcelán Moritz Zdekauer, a. s. (nach: http://cestovani.kr-karlovarsky.cz/de/pronavstevniky/Zajimavosti/Krajemporcelanu/Seiten/PorcelankaveStareRoli.aspx; 28.03.2017), abgerufen auf:Museum digital: https://nat.museum-digital.de/people/30078.

Urkunden

Begriffe

  1. Zum Berufsbild und der Ausbildung von Kossuth, ob nun Emailmaler und Porzellanmaler, bedarf es weitergehender Recherchen. Bisher ist die Ausbildung von Kossuth nicht recherchiert. Jedenfalls stammt er aus einer Region, die zahlreiche Steingut- und Porzellanmaler ausbildete und beschäftigte. Im Jahre 1887 wird er in Altrohlau jedenfalls als Porzellanmaler bezeichnet.

Kategorien

Karl Johann Kossuth gehört den Kategorien an: Person (Alsterweiler)

Matzinger sagt: "letzte Überarbeitung der Seite 08.09.2026". Alle Rechte der Seite bei ©Matthias C.S. Dreyer. Der Name dieser Seite lautet: Karl Johann Kossuth. Nutzen Sie zur Zitierung für Ihr Werk folgende vollständige Angabe: https://www.alsterweiler.net/wiki/Karl Johann Kossuth ©Matthias C.S. Dreyer /abgerufen am 21.09.2026 ↑... Seitenanfang



Funktion


 FunktionFunktion ZusatzHat die Funktion Eigentümer im ZeitraumHat die Funktion Eigentümer im JahrHat die Funktion Eigentümer im Jahr sagt die QuelleHat die Funktion Eigentümer Beginn der ÜbernahmeHat die Funktion Eigentümer Beginn der Übernahme sagt die QuelleHat die Funktion Eigentümer Ende der ÜbernahmeHat die Funktion Eigentümer Ende der Übernahme sagt die QuelleEigentum HausEigentum Grundstück

Fundstellen zu Karl Johann Kossuth

Die Anzahl der Einträge in der folgenden Tabelle beträgt: 4

 Sammlung_1Sammlung_2AnmerkungZitatSchlagwortFundstelleSeiteDieses Attribut ist ein Spezialattribut in diesem Wiki.Nutzen für AlsterweilerJahrTagDatumVorkommen
GleichheitKarl Johann Kossuth
Pfeifenkopf
Maler
Es handelt sich vermutlich um Karl Johann Kossuth. Damit wäre der Aufenthalt für 1888 in Altrohlau belegt. Er bezeichnet sich selbst als Maler und verkauft gemäß Anzeige Pfeifenköpfe. Achtung das Digitalisat hat auf der rechten Seite die Titelseite der Gleichheit vom 21. Januar, aber der Beitrag auf rechten Seite gehört noch zur vorherigen Ausgabe vom 14. Jänner 1888Karl Kossuth
Karl Johann Kossuth
Altrohlau
Karlsbad
Böhmen
Pfeifenkopf
Arbeiterwappen
Gleichheit#Seite 14-Januar-1888Seite 14-Januar-18886188814. Januar
GleichheitKarl Johann Kossuth
Maler
Arbeiterbewegung
Karl Kossuth
Karl Johann Kossuth
Altrohlau
Karlsbad
Böhmen
Arbeiterbewegung
Gleichheit#Seite 6-August-1887Seite 6-August-1887618876. August
GleichheitKarl Johann Kossuth
Maler
Es handelt sich vermutlich um Karl Johann Kossuth. Damit wäre der Aufenthalt für 1888 in Altrohlau belegt. Er bezeichnet sich selbst als Maler und verkauft gemäß Anzeige Pfeifenköpfe. Achtung das Digitalisat hat auf der rechten Seite die Titelseite der Gleichheit vom 21. Januar, aber der Beitrag auf rechten Seite gehört noch zur vorherigen Ausgabe vom 14. Jänner 1888„Gleichheit: „ (Ausgabe 9. April 1887, Seite 10)

[Agricola.] Altrohlau. Das Jahr 1887 scheint den Beweis erbringen zu wollen, daß die Arbeiterbewegung, die schon einmal in Österreich so schöne Früchte getragen hat, abermals in Fluß gerathen ist. Der Indifferentismus, dieser Todfeind jeden Fortschritts, scheint allmählich einer frischen, fröhlichen Hoffnungsfreudigkeit Platz machen zu wollen. Auch die für 27. März l. [laufenden] J. [Jahres][27. März 1887] nach Altrohlau einberufene Volksversammlung erbrachte diesen Beweis, indem trotz des schlechten Wetters und der bodenlosen Wege, sich gegen fünfhundert Personen nicht nur aus Altrohlau, sondern aus der ganzen Umgebung eingefunden hatten, um als pflichtbewusste Arbeiter ihr Für und Wider zu dem Gesetzentwurf über die Arbeiterkammern abzugeben. 15 Minuten nach 02:00 Uhr eröffnete der Einberufer, Genosse Karl Kossuth, die Versammlung mit einer kurzen Begrüßungsrede, in welcher er seiner Freude über das zahlreiche Erscheinen Ausdruck verlieh und die Versammlung ersuchte, sachlich objektiv, unbeirrt um alles Nebensächliche, ihre Meinung abzugeben. Es wurde nun zur Wahl eines Bureaus geschritten. Und zwar wurden gewählt einstimmig: Genosse Karl Kossuth als erster Vorsitzender, Genosse O. Bielguth, als zweiter, Genosse Jakob, als erster Jakob und Seidel als zweiter Schriftführer. Nun erteilte der Vorsitzende dem Referenten Dr. Klutschak das Wort. In eingehender und treffender Weise unterzug der Redner den Gesetzentwurf über Arbeiterkammern einer scharfen, wohlbegründeten Kritik, indem er bewies, dass derselbe, vom unparteiischen Standpunkte aus betrachtet, nichts Besseres ist als ein Lockapparat, um die Arbeiter damit ins liberale Lager hinüberzuziehen. Der Redner wies nach, daß die Arbeiter bereits vor 14 Jahren einen ähnlichen Gesetzentwurf eingebracht hatten, der aber damals ganz einfach von der liberalen Majorität des Reichsraths achtlos auf die Seite geworfen, und jetzt, freilich in vielfach verböserter Ausgabe, Ihnen als das Linsengericht gereicht wird, mit dem man hofft, sie um das Recht der Erstgeburt zu betrügen. Er wies nach, daß die Kammern, wenn sie so durchgeführt würden, wie sie im Entwurfe angedeutet sind, nur Scheininstitute bilden werden, deren einziger Zweck darin bestünde, Paradeproletarier in den Reichsrath zu entsenden. Das Gesetz entspricht in keiner Weise den Wünschen der Arbeiter. Fehlt doch die Grundbedingung hiezu, die durch keine Ausnahmsgesetze abgeschwächte freie Meinungsäußerung garantirte, ein von der polizeilichen Vormundschaft befreites Vereins- und. Versammlungsrecht. Auf die einzelnen Paragraphe[n] des Gesetzentwurfes übergehend, unterwarf er den Paragraph, das aktive passive Wahlrecht betreffend, einer ebenso sachlichen als inhaltsschweren Kritik, indem er betonte, daß der Arbeiter viel eher selbständig denken und handeln lernt, als so ein verwöhntes, Bourgeois=Söhnchen, das selbst in älteren Jahren noch ein Anrecht auf das Portemonnaie seines Papas zu haben glaubt, während der Arbeiter durch die Macht der Verhältnisse gezwungen ist, all seine Verstandeskräfte anzuspannen, um im Kampf ums Dasein nicht untergehen zu müssen. Redner folgert aus diesen Thatsachen, daß der Arbeiter, dem übrigens eine viel kürzere Lebensdauer zur Verfügung steht als den besitzenden Klassen, viel eher als diese zur Ausübung des Wahlrechtes herangezogen werden sollte. (Beifall.) Die Unentgeltlichkeit bei Ausübung der Funktionen der ausgewählten Kammer-Mitglieder sei ebenfalls ein schwer in die Wagschale fallendes Hindernis, das ganz und gar geeignet erscheint, das ganze Gesetz illusorisch zu machen. Punkt. Man kann doch von dem Arbeiter nicht verlangen, daß er auf eigene Kosten nach Eger fährt, um den Kammersitzungen beizuwohnen. Die Herren Plenter und Konsorten müssen sich seltsamen Illusionen über die Lohnverhältnisse der Proletarier hingeben, denn sonst würde denselben, denen es doch nie eingefallen ist, auf ihre Diäten im Reichsrathe Verzicht zu leisten, nie und nimmer einfallen, an arme, auf ihrer Hände Arbeit angewiesene Männer solche Zumutungen zu richten. Ja, wer leistet außerdem noch die Garantie, daß man das gewählte Kammermitglied, wenn es von Eger zurückkommt und dort etwas warm für seine Kollegen eingetreten ist, nicht sofort entlassen wird, da um einen Grund zur Entlassung zu finden, die Herren sehr selten verlegen sind. (stürmischer Beifall.) Ebenso ungerecht ist der Passus, worin es heißt, daß Diejenigen nur wahlberechtigt sind, welche mindestens 2 Jahre im Kammerbezirk in Arbeit stehen, da es sich auf solche Weise Vielen, vielleicht gerade den Befähigtesten unter den Arbeitern, unmöglich gemacht wird, jeweils im Leben das Wahlrecht auszuüben. (Beifall.) So werden Entwürfe zu Gesetzen eingebracht, die nie und nimmer den Arbeiter befriedigen, weil sie ihm viel zu wenig bieten. Die österreichische Arbeiterschaft, soweit sie geistig emanzipiert ist, steht solchen. Parlamentarischen Reformern, welcher Fraktion sie immer angehören mögen, „kühl bis ans Herz hinauf gegenüber“. Sie nehmen dieselben hin wie ein Geschenk, das zu nichts verpflichtet. Sie wissen, daß man mit solchen Palliativmitteln (anders kann man den Gesetzentwurf über Arbeiterkammern nicht bezeichnen) wohl einzelne Uebelstände abschaffen, aber nie und nimmer jene Veränderungen in den wirtschaftlichen Zuständen herbeiführen kann, die der Arbeiterstand erhofft. Mit solchen Gesetzen werden nie und nimmer Zustände aus der Welt geschafft, die immer mehr und mehr auf eine Lösung hindrängen. Aber interessant ist es und bleibt es doch immer zu sehen, mit welchen Finessen, die im Absterben begriffene Manchesterpartei die Arbeiter in ihr Lager zu locken, sucht. Die Arbeiter werden die Gesetze, die zum Wohle des Arbeiters geschaffen werden, annehmen und so viel als möglich zu ihrem Vortheil ausnutzen, doch dürfen die Herren Plener und Konsorten, die so lange die berechtigten Wünsche der Arbeiter unbeachtet gelassen, nie und nimmer glauben, daß die Arbeiter auf solche Leimruthen hüpfen werden. Die Herren Einbringer des Gesetzentwurfes mögen im Gegentheil die Versicherung entgegennehmen, daß der neumodische Sport des politischen Gimpelfanges bei der Arbeiterklasse am wenigsten Anklang finden dürfte. (Stürmischer, langanhaltender Beifall.) Nach eingeleiteter Diskussion, bei welcher sich alle zum Wort Meldenden für die gewünschten Änderungen aussprachen, wurde folgende Resolution einstimmig angenommen. „Nachdem von Seite des deutschösterreichischen Klubs im Reichsrathe im Herbst verflossenen Jahres der Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Einführung von Arbeiterkammern, eingebracht wurde, erklärt die heute 27.März 1887 in Altrohlau tagende allgemeine Versammlung nach eingehender Besprechung des Entwurfes Nachstehendes:

1. An der bereits von vielen Volksversammlungen erhobenen Forderung des allgemeinen gleichen und direkten Wahlrechts wird unbedingt festgehalten, da nur durch Gewährung des allgemeinen Stimmrechts den Grundsätzen der Gerechtigkeit entsprochen werden kann.

2. Die Absicht, in unserem Staate Arbeiterkammern einzuführen, belegt die Versammlung grundsätzlich, weil dadurch bei den jetzigen Verhältnissen, die dem Arbeiter die Vertretung seiner Interessen in Wort und Schrift beinahe unmöglich machen, wenigstens eine Stelle gesichert erscheint, von welcher aus das freie Wort für die Sache des Volkes erhoben und insbesondere für die endliche Erkämpfung des allgemeinen Stimmrechts, wie dasselbe bereits in Deutschland, Frankreich und Italien besteht, gewirkt werden kann.

3. Der Gesetzentwurf in seiner ursprünglichen Fassung erscheint jedoch gänzlich ungeeignet. Eine entsprechende und lebensfähige Interessenvertretung zu gewähren und wäre derselbe zum Mindesten in nahestehender Richtung abzuändern: a) Die Aufgaben der Arbeiterkammern sind derart zu erweitern, daß sie im Stande sind, eine entscheidende Einflußnahme auf die Arbeiterschutzgesetzgebung und ihre Durchführung auszuüben. b) Das aktive Wahlrecht, welches im Entwurf mit 24 Jahren bestimmt ist, wäre auf das 20. festzustellen. Komma, weil mit diesem Alter, abgesehen von der Militärpflicht, auch in den meisten Fällen die wirtschaftliche Selbständigkeit des Arbeiters eingetreten ist. Die passive Wahlfähigkeit soll mit der physischen Großjährigkeit zusammenfallen. c) Die Forderung, daß der Wahlberechtigte 2 Jahre im Kammerbezirk in Arbeit stehen und einer Krankenkasse angehören muss, wäre zu beseitigen, da im anderen Falle ein Arbeiter, welcher durch das Vertrauen seiner Kollegen in die Kammer berufen würde, durch eine Verabredung der Arbeitgeber um sein Wahlrecht verkürzt werden kann. d) Der Grundsatz, daß die Mitglieder der Kammer ihrer Funktionen unentgeltlich nachzukommen haben, erscheint als eine Ironie auf die materiellen Verhältnisse der Arbeiter. Da es allgemein bekannt ist, daß die Lebensverhältnisse es dem Arbeiter unmöglich machen, auch nur die kürzeste Zeit sich der Erwerbung seiner Notdurft zu entziehen. e) Die Zahl der in den Reichsrath zu wählenden Mitglieder ist mit neun für ganz Österreich lächerlich gering bemessen und wäre auf jene Zahl, nämlich 30, zu erhöhen, welche die Handels- und Gewerbekammern in den Reichsrath entsenden. f) Die die passive Wahlfähigkeit für den Reichsrath wäre nicht auf die Mitglieder der Arbeiterkammern zu beschränken, da der Arbeiterschaft es ausschließlich nur darum zu thun sein kann, die Männer ihres Vertrauens, welchen die genaue Kenntnis der Arbeiterinteressen, sowie die für das Parlament notwendigen Eigenschaften zu Gebote stehen, als Abgeordnete zu wählen. g) Bezüglich der Ernennung der Kammerbeamten soll die Kammer möglichst frei von jeder Einschränkung sein und im Falle der Nichtbestätigung eines erwählten Beamten die Regierung verpflichtet sein, die Gründe hierfür anzugeben. Nun wurde zum zweiten Programmpunkte Gewerbe=Schiedsgerichte geschritten, Referent Dr. Klutschak aus Karlsbad. Derselbe beleuchtete die gewerblichen Schiedsgerichte eingehend und machte auf die Vorteile solcher Institutionen aufmerksam und richtete schließlich einen Appell an die Versammelten, für Karlsbad und Umgebung ein solches Schiedsgericht versuchsweise ins Leben zu rufen. (Beifall) Nach einer Pause von 10 Minuten wird zur Erledigung des dritten Programmpunktes“das allgemeine Stimmrecht“ geschritten, Berichterstatter Genosse Adolf Heimann als Referent. Redner betrachtet das Buhlen um die Volksgunst als ein für die gegenwärtigen österreichischen Verhältnisse bemerkenswertes Symptom. Die Herren der verschiedensten Fraktionen und Parteischattierungen scheinen sich plötzlich besonnen zu haben, daß sie nicht bloß das Partei=Interesse, sondern auch das Volks=Interesse zu vertreten haben. Doch sind solche Momente sehr selten. Dieselben Herren, die heute in Arbeiterfreundlichkeit machen, bewilligen morgen ein Vagabunden= oder, wenn auch mit „blutendem Herzen“, ein Ausnahmsgesetz Hält man doch den Arbeiter, der doch in jeder Beziehung wirtschaftlich selbständig ist, zur Ausübung des Wahlrechts nicht befähigt. Und doch kann nur durch Herstellung dieser allgemeinen Forderung der herrschenden politischen Stagnation ein Einhalt gethan werden. Wohl erwartet der Redner nach den Erfahrungen, die man in anderen Ländern mit dem direkten Wahlrecht gemacht hat, keine - Endgiltige Lösung der wichtigsten, der sozialen Frage, aber er verlangt dasselbe als ein verbrieftes Recht des schon lange nicht mehr minorennen Volkes. Redner polemisiert noch gegen den unfruchtbaren Sprachenstreit, wie er heute in Österreich gezüchtet wird; er betont, dass die Magenfrage viel wichtiger ist als der Streit um das Idiom, das man spricht. Nachdem Redner noch für die Arbeiterblätter Propaganda gemacht hat, empfiehlt er die Annahme folgender Resolution. In Erwägung dessen, daß in den Staatsgrundgesetzen wohl von der Gleichberechtigung aller Staatsbürger gesprochen, in Wirklichkeit aber den unteren Volksklassen alle Rechte, die den Bürgern eines konstitutionellen Staates zukommen, auf alle mögliche Weise vorenthalten werden, erklärt die heutige Volksversammlung zu Altrohlau das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht als eine gerechte, immer wiederkehrende Forderung des arbeitenden Volkes. (Beifall.)

Diese Resolution wird einstimmig mit dem Bedeuten angenommen, selbe an den Reichstags=Abgeordneten Kronawetter zu übersenden. Der Vorsitzende, Genosse Kossuth, schließt hierauf die Versammlung mit dem Wunsch, es möge uns bald möglich gemacht sein eine zweite Versammlung zu veranstalten.

Im Laufe der Versammlung war ein Telegramm vom politischen Verein Wahrheit in Wien eingelaufen, welches beim Verlesen mit frenetischem Beifall begrüßt wurde.
Karl Kossuth
Karl Johann Kossuth
Altrohlau
Karlsbad
Böhmen
Gleichheit#Seite 9-April-1887Seite 9-April-1887618879. April
GleichheitKarl Johann Kossuth
Maler
Arbeiterbewegung
Karl Johann Kossuth
Kossuth
Untersuchungshaft
Gleichheit#Seite 19-November-1887Seite 19-November-18876188719. November



Die Gesamtzahl der Personen, die mit Alsterweiler zu tun haben, beträgt 289 Personen. Die Gesamtzahl der Personen auf Alsterweiler beträgt: 347 Personen.
Personen mit dem gleichen Nachnamen: Kossuth

Alphabetische Liste aller Personen in Alsterweiler

Alle Personen
bis 14. Jahrhundert
14. Jahrhundert
15. Jahrhundert
16. Jahrhundert
17. Jahrhundert
18. Jahrhundert
19. Jahrhundert
20. Jahrhundert
21. Jahrhundert


Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

Anmerkungen

Zitate

Urkunden

Begriffe

Kategorien

Karl Johann Kossuth gehört den Kategorien an: Person (Alsterweiler)

Matzinger sagt: "letzte Überarbeitung der Seite 08.09.2026". Alle Rechte der Seite bei ©Matthias C.S. Dreyer. Der Name dieser Seite lautet: Karl Johann Kossuth. Nutzen Sie zur Zitierung für Ihr Werk folgende vollständige Angabe: https://www.alsterweiler.net/wiki/Karl Johann Kossuth ©Matthias C.S. Dreyer /abgerufen am 21.09.2026 ↑... Seitenanfang




Referenzierungen

  1. ^ Gleichheit (1888)/21-Januar-1888 
  2. ^  Gewerbeverein Maikammer-Alsterweiler (1928), 25-jähriges Stiftungsfest Jubiläums-Ausstellung. In: Kein Sammelwerk.
    Ort: Kein Ort angegeben.
    Band: Band oder Heftnummer fehlen.
    Seite: 48.
    Schlüssel: Gewerbeverein (1928).
    Zitat: Festschrift zum Jubiläum mit Beiträgen von Johannes Leonhardt.
    Keine Übertragung vorhanden.
    Anmerkung: Johannes Leonhardt zur Geschichte von Maikammer-Alsterweiler, erschienen im Juli 1928..
    Schlagwort: Gewerbeverein · Maikammer · Alsterweiler · Johannes Leonhardt · Karl Kossuth
    Keine Quelle vorhanden.
    Erscheinungsjahr: 1928
    Keine Stufe angegeben.
    Sammlung: Gewerbeverein · Maikammer · Alsterweiler · Johannes Leonhardt · Karl Johann Kossuth
    Link: Kein Link
    PDF: [Original als PDF]
    WIKI: Es besteht noch keine Wikiseite.