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Hartmannstraße Nr.61: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 8. Februar 2018, 14:08 Uhr

Hartmannstraße Nr.61
Liegt in: Hartmannstraße

Anwesen davor: In der freien Landschaft.
Anwesen danach: In der freien Landschaft.
Haus / hier zum Katasterplan: 1839 1821
Gebiet: Hochstift Speyer, Kurpfalz, Bayern, Pfalz
Erbauung: 1829
Baustil: Klassizismus
Geo: 49° 18' 29.74" N, 8° 7' 23.52" E


4 Bildeindrücke Hartmannstraße Nr.61

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Merkmal Eintrag
Erbauer Johann Friedrich Eisenbiegler
Besitzer
Anderer Name Katholischer Bahnhof
Inschriften
Sigle Fehlt
Bauwerksart Winzerhof mit Haupthaus und Nebengebäuden
Eigentümer
Eigentümer (ehemalig) Eisenbiegler
Ersterwähnung 1796
Erwähnungen (Datum)
Erwähnungen (Belege)
Geschosse 2
Höhe
Breite
Liegt in Hartmannstraße
Material Sandstein
Dachart Walmdach
Ausrichtung
Denkmalliste Nr.
Denkmalliste (Zusatz) Nr.
Nutzungen Wohnhaus
Nutzungen ehemalig
Kataster Nr.
Kataster Nr. ehemalig
Hausnummer Immer zweistellig eingeben/01 etc. - NUR NR Fehlt
Zu Dorf Nummer mit Angabe der Zeit Immer mehrstellig eingeben/001 etc.- HIER RUE GRANDE Fehlt
Hausnummer mit Angabe der Zeit Immer zweistellig eingeben/01 etc. - JAHRESZAHL IN KLAMMER Fehlt
Anschrift 2018 Hartmannstraße Nr.61
Die Vorlage hat ausgefüllt: Matthias C.S. Dreyer / 2018-02-08


Hartmannstraße Nr.61 ist ein Winzeranwesen, das heute als Wohnhaus genutzt wird[1].

Das Gelände war wohl vor der Erbauung des Anwesens im Jahr 1796 ein leeres Grundstück. Bereits im Bedbuch III (1669 bis ca. 1700) gab es da wahrscheinlich einen Hausplatz, der Frau Dattin gehört hat, der an die Mühlgass grenzte. Frau Dattin taucht auch noch mit anderem Grundbesitz auf (in Kirrweiler/Pfalz als Patin). Sie muß sehr begütert gewesen sein, wohl eine der wenigen Frauen, die schon damals umfangreichen Grundbesitz hatten. Auch später - anlässlich der Versteigerung des Anwesens - wird die Lage noch mit an der Mühlgasse beschrieben, zusätzlich mit der Angabe "unten im Dorf".

Auf dem Grundstück östlich davon, also unterhalb hatte der Pfennigmeister des kaiserlichen Kammergerichts, Gisbert de Maere, ein Haus und einen Hof in der Nähe der Weed (1659 wurde es als Sicherheit mit anderem Besitz bei seiner Amtsantretung verpfändet). Es könnte sich dabei um Hartmannstraße Nr.59 handeln, vielleicht sogar das heute noch stehende Haus. Dieses hat ein Walmdach und besaß ursprünglich Fenstergewänder, ist also zumindest älter, als der heutige Anschein vermuten lässt. Noch 1839 gab es unterhalb der Hartmannstraße Nr.59 noch keinerlei Bebauung.[2]

Entstehungszeit des Anwesens

Im Jahre 1796 ein Haus zu bauen, also kurz nach der französischen Revolution, war sehr mutig[3][4].

Es darf davon ausgegangen werden, daß sich Johann Friedrich Eisenbiegler mit den Franzosen arrangiert hatte. Schließlich war er im Jahre 1798 Adjunkt und später auch Weinsticher. Insofern besaß er eine politisch nicht ganz unbedeutende Position im "neuen" System.

Schlußstein

Der Erbauer des Hauses Friedrich Eisenbiegler war von Beruf Bäcker. Er wird im Jahre 1806 als Gastwirt, 1809 als Schankwirt[5] genannt. Insofern dürfte es sich bei seiner mehrfach erwähnten Wirtschaft wohl um dieses Anwesen, Hartmannstraße Nr.61, gehandelt haben. Jedenfalls ist das Anwesen geräumig genug, dass es Zimmer zum Übernachten gehabt haben könnte.

Auf dem Schlußstein sind eine Brezel, zwei Blumen (stilisierte Ähren?) und eine Raute angebracht. Darunter steht das Erbauungsdatum des Anwesen 1796. Zudem finden sich die Initialen von Johann Friedrich Eisenbiegler und seiner Ehefrau Anna Maria Eisenbieglerin[anm 1] (geb. Schwarzwälder).

  • F EB = Friedrich EisenBiegler
  • AM EBN = Anna Maria EisenBieglerin
  • 1796

Beiderseits des Schlußsteins ist der Torbogen in zwei Segmenten jeweils mit einer stilisierten Blumenkomposition verziert. An einem langen Stengel sind unterschiedliche Blumen angebracht. Es handelt sich um Abbildungen einer Sonnenblume, einer Glockenblume und weiterer Blumen (Aster?, Sternmiere?). Der Stengel ist mit 12 Blättern auf der linken Seite und mit 13 Blättern auf der rechten bestückt. Welche Bedeutung der Raute zukommt, muss zur Zeit offen bleiben.

Versteigerungsvermerk aus dem Jahr 1840

Versteigerungen von Anwesen in Alsterweiler fanden in der Regel in der Gaststätte "Blume" statt. Auch in diesem Fall wurde die Versteigerung durch den Notaire aus Edenkoben durchgeführt.

"Ein solid in Stein erbautes zweistöckiges Wohnhaus, sammt Hof, Scheuer, Stallungen, Kelterhaus mit Kelter, zwei gewölbten Kellern, in welchem 60 bis 70 Stück Wein gelagert werden können, Kartoffelkeller, Waschhaus, Holzremise, Weingarten hinter dem Hause, Pflanzgarten dem Hause gegenüber gelegen, sammt sonstigen Dependenzien, an der Mühlgasse unten im Dorfe Alsterweiler...In obbeschriebener Behausung, welche durch ihre zweckmäßige Einrichtung sich zum Betriebe der Oeconomie, des Weinhandels, und durch ihre Lage in einer der schönsten Gegenden der Pfalz, welche die Ausicht in die weite schöne Umgegend bis jenseits des Rheins darbietet, sich auch als Landhaus für Städter eignet, lagern dermalen noch die den genannten Minderjährigen angehörigen Fässer, Herbstbütten und Züber, welche einige Wochen später versteigert werden. Steigerungsliebhaber, welche dieses schöne Besitzthum einzusehen wünschen, belieben sich deshalb am obgenannten Beivormund, Herrn Schwarzwälder zu Alsterweiler, zu wenden. Edenkoben, den 16. Apil 1840 Rößler, Notaire."1[6].

Eigentümer

Als Eigentümer sind nachgewiesen: Eisenbiegler

Bauwerk
Dieses Bauwerk liegt in Hartmannstraße und ist ein Haus.
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Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

  1. Quelle: Intelligenzblatt der Pfalz, Seite 387 und 388 Versteierung im Wirtshaus zur Blume, Alsterweiler. http://bavarikon.de/object/BSB-MDZ-00000BSB10346396 Königlich bayerisches Amts- und Intelligenzblatt für die Pfalz Regierungsbezirk Pfalz: Königlich bayerisches Amts- und Intelligenzblatt für die Pfalz Speyer 1838: unbekannt. Speyer 1838 Bayerische Staatsbibliothek CC0 CC BY-NC-SA 4.0
  2. Martina Stöckl schreibt zu den Grundstücksverhältnissen: "Ganz schlüssig sind die Angaben aber nicht, da zwischen Dattin und de Maere noch "Georg Zerren und Jacob Scheurichs Erben" Besitz hatten. Das könnte evtl. auch nur ein Wingert gewesen sein. Im Bedbuch gab es für Jacob Scheurich nur Wingertbesitz. Oder vielleicht hatten Zerr/Scheurig die Hartmannstraße Nr.59, und de Maere ein Haus, heute die Hartmannstraße Nr.57. Letzteres wurde zerstört und zumindest bis 1839 nicht wieder aufgebaut.
  3. "Die Franzosen, die sich nun als sichere Herren fühlten, schafften bei uns ab, wie sie es bei Beginn der Revolution in Frankreich gemacht hatten. Die Kirche war schon ausgeraubt, nun wurde der feierliche Gottesdienst verboten, Prozessionen durften keine gehalten werden. Die Toten wurden still begraben. Das waren für die Katholiken betrübte Zeiten."(Leonhardt Seite 39).
  4. * Seite 7: …and (1791—1796). ") Michael und Georg Hauck lvon 1810 an). ") Mi…
    • Seite 39: …Das Jahr 1796 wurde weiter unangenehm. Die Franzosen, die sich…
    • Seite 40: …rfolg. b) 1796—1816. M^it Beginn des Jahres 1798 war die Neuordn…
    • Seite 46: …Bruchsal, 1796 wurde berichtet, daß 7 Burschen zum Il^ilitär tau…
    • Seite 48: …. Oktober 1796 zum Hauptmann. 1797 kämpfte er unter Napoleons Ob…
    • Seite 119: …. J u l i 1796 ( 1 . Thermidor 4) wurden die Waldungen unter die…
    .
  5. Schäfer/Stöckl (2015), Seite 227, <1326>
  6. Königlich bayerisches Amts- und Intelligenzblatt für die Pfalz 1838 1

Anmerkungen

  1. Es war zu dieser Zeit üblich, den angenommenen Namen Ehefrauen mit dem Zusatz -in zu versehen

Zitate

Urkunden

Begriffe

Kategorien

Hartmannstraße Nr.61 gehört den Kategorien an: Häuserbuch (Alsterweiler), Wohnhaus

Matzinger sagt: "letzte Überarbeitung der Seite 08.02.2018". Alle Rechte der Seite bei ©Matthias C.S. Dreyer. Der Name dieser Seite lautet: Hartmannstraße Nr.61. Nutzen Sie zur Zitierung für Ihr Werk folgende vollständige Angabe: https://www.alsterweiler.net/wiki/Hartmannstraße Nr.61 ©Matthias C.S. Dreyer /abgerufen am 22.04.2026 ↑... Seitenanfang


Referenzierungen

  1. ^  Bayerische Regierung. (1840-04-23), Titel: Notariatssachen.
    In: Königlich Bayerisches Amts- und Intelligenzblatt für die Pfalz - Regierungsbezirk Pfalz: Königlich bayerisches Amts- und Intelligenzblatt für die Pfalz Speyer 1838: unbekannt, (Hg.) (Herausgeber fehlt, bitte angeben.) , Band No. 49 vom 23. April 1840, Heft (No. 49),
    Seite: Seite387
    Schlüssel: Königlich Bayerisches Amts- und Intelligenzblatt für die Pfalz#Seite387
    Zitat: Versteigerungsankündigung für das Anwesen Hartmannstraße Nr.61.
    Eine Übertragung fehlt.
    Anmerkung: Alsterweiler...Eisenbiegler Seite 387 und 388
    Schlagwort: Versteigerung · Unten im Dorf · Hartmannstraße Nr.61
    Quelle: Königlich Bayerisches Amts- und Intelligenzblatt für die Pfalz
    Erscheinungsjahr: 1840-04-23
    Erscheinungstag: 23. April
    Die Einstufung fehlt noch.
    Sammlung: Amtsblatt
    LINK: Hartmannstraße Nr.61
    Permanentlink:urn: [[1]].
    PDF: [Original als PDF]
    WIKI: Johann Friedrich Eisenbiegler