Alsterweiler Hofgut (Kloster St. Klara Speyer)

Aus Pfalz
Wechseln zu: Navigation, Suche

Alsterweiler Hofgut (Kloster St. Klara Speyer) war ein Wirtschaftshof des Klarissinnenkloster St. Klara (Speyer)[1] in Alsterweiler in der Deckelgass Nr.06-Deckelgass Nr.08. "Das Kloster Sankt Klara hatte ein Haus am Hübel Nr 54 und 1 Doppelhaus in der Deckelgasse Nr 6 und 8 und 8 Morgen Wingert Nonnenwingert noch 1798 Quelle 54" Remling (1952)

[2] [lit 1]. Das Kloster besaß ein zweites Haus "Am Hübel" (Hewel) Nr. 54[3][lit 2], heute Hauptstraße Nr.54.

- 1689 - Schwestern fliehen von Speyer nach Alsterweiler[4].


Pfälzische Stifte und Klöster verfügten in vielen Gemeinden über teils umfangreichen Besitz an Grundstücken und Gebäuden. Dies gilt auch für Alsterweiler.[5] Die Erlöse aus diesen Wirtschaftsbetrieben[6] dienten dazu, einen Teil der Kosten des weltlichen und religiösen Betriebs der Klöster und Stifte zu decken.

mehr zum Thema ⤑ Hofgut


Eigentum in Alsterweiler

Hofgut

"Als Maria Barbara Fellner zum 2. Male die Leitung des Konventes übernahm, fand sie eine Schuldenlast von 2527 Gulden vor. (...) Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage ließ die Äbtissin 1747 das ganze Kloster herrichten"[7] "In Alsterweiler wurden die Stallungen und das ganze Hofhaus instand gesetzt. Auch eine neue Kelter wurde angeschafft. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 232 Gulden 12 Batzen 2 Kreuzer. Im gleichen Jahr wurde ein neuer Setzweiher angelegt[8]. Kosten (Zimmerleute, Schlosser, Materialien): 43 Gulden."[9]

Grundbesitz

Das Kloster hatte auch Grundbesitz in Alsterweiler. Dies geht aus einer Aufstellung (Beforchung) zum Alsterweiler Hofgut (Allerheiligenstift Speyer) aus dem Jahre 1730 hervor[urk 1]. "-/1/2-/- auf den billwießen, unere(unterend): JACOB HILDENBRANDT, unters(eits): THEOBOLDT PLATZ, obere(oberend): CLOSTERFRAUEN zu ST. CLARA obers(eits): N. EIßSENBÜHLER"[10]

Der Grundbesitz war sehr umfangreich. Dies geht aus dem Vergleich des Weinertrags mit dem Ort Hambach und dem Klostergarten hervor.[11]

Arbeiten am Hofgut

"Am 11. März des kommenden Jahres (1751) brachte ein heftiger Sturmwind ein großes Stück der Mauer im Hühnerhof zum Einsturz. Die Mauer Wurde mit einem Kostenaufwand (Kalk, Fuhrlohn, Maurer) von 10 Gulden wieder aufgemauert. Ferner wurde die „Hölltür" im Garten erweitert und vergrößert. Kosten (Maurer, Schreiner, Schlosser): 3 Gulden 12 Batzen 2 Kreuzer. In Alsterweiler wurde eine neue Kelter angeschafft. Kosten (Holz, Zimmermeister, Schmied): 31 Gulden."[12]

"Die wirtschaftliche Notlage unseres Klosters wurde noch erhöht durch die schlechten Witterungsverhältnisse und zahlreiche Naturkatastrophen in den Jahren 1768—71. Nach der Chronik herrschten 1768/69 „Schauer und Mißwachs" 219 ). Seit 1767 litt der „Wein" schwer unter starkem Frost. An Fronleichnam 1769 wurde der „Wein" durch Hagelschlag fast vollständig vernichtet. Von ihrem Weingut erhielten die Nonnen noch nicht einmal 2 Ohm. In Alsterweiler konnten die Nonnen wenigstens 2 Fuder ernten. Im gleichen Jahr wurden durch einen Rheindammbruch bei Speyer das gesamte Gras, Heu und Ohmed der Klosterwiesen im Reffental und auf dem Wühl vernichtet."[13]

"1772 war seit Jahren wieder das erste normale Erntejahr 221 ). Die Nonnen konnten im Frühjahr das ganze Heu und im Spätjahr ihr gesamtes Ohmed einbringen. Auch die Weinernte war vorzüglich (seit 5—6 Jahren das erste Mal). Hambach: 41/2 Fuder Alsterweiler: 111/2 Klostergarten:4 (Summe) 20 Fuder" [14]

"Während ihrer Regierung setzte die Äbtissin Maria Elisabetha Böhm ein umfassendes Bauprogramm in die Tat um. 1777 wurde das Hofhaus in Alsterweiler mit einem Kostenaufwand von 258 Gulden instand gesetzt."[15]

"Mit Maria Antonia Klotz übernahm 1791 die letzte Äbtissin die Leitung des Klosters St. Klara in Altspeyer. Ihre Hauptsorge galt vor allem dem weiteren Ausbau der Klosterwirtschaft. 1791 erhielt das Hofhaus in Alsterweiler eine neue Kelter 240 ). Die alte Kelter wurde dem Hofmann Kögel für 30 Gulden verkauft."[16][17]

"Über die letzten Lieferungen des Temporalbestandsgutes in Berghausen konnten die Nonnen 1798 keine Angaben machen. Die Wingert zu Hambach wurden 1794/95 von den Kommissären versteigert. Das gleiche gilt von Alsterweiler."[18]

"Am Dreikönigstag des Jahres 1546 wurde das Kloster von einer „schrecklichen" Feuersbrunst heimgesucht. Das Ausmaß der Zerstörungen war beträchtlich. Noch im gleichen Jahr leitete die Äbtissin Apollonia Fröhlich die Wiederaufbauarbeiten ein. Am 29. Juni 1547 46 ) richtete die genannte Äbtissin eine Bittschrift an den damaligen Bischof von Speyer, Philipp von Flersheim, der Bischof möge doch dem Kloster bei Udenheim Zollfreiheit für das Bauholz 47 ), das Meister Valtin von Gernsbach den Rhein herabtransportiere, gewähren. Die „Supplikation", die im Original erhalten ist, trägt einen Bewilligungsvermerk vom 29. Juni. Der Bischof hatte also noch am gleichen Tage der Bitte der Nonnen willfahren. Bei der Anlage des neuen Salbuches 1547 wurden u. a. auch Unterlagen der Schaffnereien Lambsheim und Deidesheim 48 ) verwendet. Damit besitzen wir die ersten urkundlichen Belege für Klosterbesitzungen in den beiden genannten Orten. Da es sich um Schaffnereien handelte, müssen wir annehmen, daß die genannten Güter einen entsprechenden Umfang hatten. Die Schaffnerei Deidesheim umfaßte sicherlich die Besitzungen des Klosters im „Gebirge" (Alsterweiler, Hambach, Diedesfeld, Maikammer), die allerdings erst später im einzelnen urkundlich belegt sind."[19]

Arbeiter und Beständer am Hofgut

1791 wirkte am Hofgut ein Hofmann namens Kögel.[20][21]

Peter Müller 1663 (gesch.) "Arbeitete für das Kloster St. Klara in Speyer"[22][anm 1].

Hans Nickel Bitzenberger wird als Sohn des Hofmanns des St. Clara-Klosers in Speyer benannt. Sein Vater war vermutlich Ludwig Bitzenberger[23][zit 1]

Weblinks

Literatur

  1. Der umfängliche Beitrag ist als Mainzer phil. Diss. „Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte des Clarissenklosters ad Sanctam Claram in der Speyerer Vorstadt Alt-Speyer(1952) erschienen und behandelt die allg. Wirtschaftsgeschichte des Klosters. Vgl. auch Rudolf Schreiber, Der Franziskanerinnen-Konvent v. St. Klara in Alt-Speyer, 1600—1800, Arch. Mrh. Kirchengesch. 4, 1954.) Stadtarchiv Speyer, Fase. 348, S. 56—63.
  2. Remling, Abteien und Klöster (wie unter 1.1) II S. 240-272.

Moraw, Klöster und Stifte (wie unter 1.1) S. 30 Nr. 146f. 

Steiner, Helmut: Speyer, vormals Oggersheim. Klarissen, in: Gatz (wie unter 4.1) 5 S. 5-47.

Schreiber, Rudolf: Der Franziskanerinnenkonvent von St. Klara in Altspeyer 1600-1800, in: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 4 (1952) S. 185-203.

Steiner, Helmut: Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte des Clarissenkloster ad sanctam Claram in der Speyerer Vorstadt Alt-Speyer. Diss. phil. mschr. Heidelberg 1952.

Ders.: Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte des Klosters St. Klara in Speyer am Rhein, in: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 8 (1956) S. 133-180.

Einzelnachweise

  1. Der Orden der Klarissen (Zweiter Orden des hl. Franziskus, lateinisch: Ordo Sanctae Clarae), wurde vom heiligen Franziskus und der heiligen Klara von Assisi gegründet. Das Ordenskürzel lautet: OSC
  2. siehe dazu: Remling, 1952: Abteien und Klöster, IN: Geschichte von Maikammer=Alsterweiler, Seite 111
  3. Geschichte von Maikammer=Alsterweiler, Seite 110.
  4. "Da ein Mädchen von hier namens Apollonia Anstand als Laienschwester im Kloster der Franziskanerinnen in Speyer war, flohen die Schwestern dieses Klosters 1689 nach Alsterweiler, wo sie ein Haus besaßen." - Es könnte sich um Klara Apollonia (Vater Johann Balthasar Anstatt<<123>> geb. 1677).Schäfer/Stöckl (2015)
  5. siehe dazu: Andere Stifte und Klöster mit Besitz in Maikammer und Alsterweiler unter: Debus, Karl Heinz (1984), ‹Studien zur Personalstruktur des Stiftes St. Guido in Speyer›, (Hg. Kirchengeschichte, Gesellschaft für mittelrheinische, (Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte, 51;) 197 Seiten (CMS 516); Rödel, Volker (1988), ‹Palatia Sacra. Teil 1 Bistum Speyer›, (Band 4 Landdekanat Weyher, Teil 1, Band 4; Mainz: Gesellschaft für Mittelrheinische Kirchengeschichte) Seiten. (CMS 96). . Zum Stift St. German siehe Jung, Norbert (2002), ‹Der Speyerer Weihbischof Andreas Seelmann (1732-1789)›, (Hg. Kirchengeschichte, Gesellschaft für mittelrheinische, (Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte, 103;) 1037 Seiten. (CMS 519) Seite 180 zum sog. Fensterstreit mit dem Mainzer Hofgerichtsrat Johann Theodor von Linden und das Allerheiligenstift in Speyer.
  6. siehe dazu: Steiner, Helmut (ohne Jahr), ‹Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte des Klosters St. Klara in Speyer am Rhein›, Band Seite(n) 133-180.(CMS 577)
  7. Steiner, Helmut (ohne Jahr), ‹Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte des Klosters St. Klara in Speyer am Rhein›, Band Seite(n) 133-180. (CMS 577), Seite 162
  8. Ob sich diese Aussage auf Alsterweiler bezieht, bleibt unklar.
  9. Steiner, Helmut (ohne Jahr), ‹Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte des Klosters St. Klara in Speyer am Rhein›, Band Seite(n) 133-180. (CMS 577), Seite 162
  10. N.N. (1730) ‹Beforchung des Alsterweilerh Guths, dem löblichen Stift zu allerheiligen in Speyer zu gehörig - Alsterweiler Guth - Grundstücksverzeichnis›, In: Landesarchiv Speyer, Bestand D 2 (Landesarchiv Speyer), Nr. 734, Seite(n) 216 und 217 (CMS 454).
  11. "1772 war seit Jahren wieder das erste normale Erntejahr 221 ). Die Nonnen konnten im Frühjahr das ganze Heu und im Spätjahr ihr gesamtes Ohmed einbringen. Auch die Weinernte war vorzüglich (seit 5—6 Jahren das erste Mal). Hambach: 41/2 Fuder Alsterweiler: 111/2 Klostergarten:4 (Summe) 20 Fuder", Seite 170
  12. Seite 163
  13. Seite 170
  14. Seite 170
  15. Seite 171
  16. Seite 174
  17. Hofmann Kögel
  18. Seite 180
  19. Seite 141
  20. Seite 174
  21. Es handelt sich dabei mit ziemlicher Sicherheit um Jakob Kögel. Seine Tochter Maria Johanna Katharina war Dienerin im Kloster St. Clara in Speyer. siehe dazu: Schäfer, Günter, Stöckl Martina (2015), ‹Ortsfamilienbuch Maikammer-Alsterweiler Band 1 und Band 2›, (2; Selbstverlag) 1086 Seiten. (CMS 647), Seite 453 <3263>.
  22. Schäfer/Stöckl (2015), Seite 546 Nr. 4092.
  23. Anmerkung Matzinger: Ob es sich um das Hofgut handelt ist zweifelhaft, vielleicht war er Hofmann am Kloster selbst in Speyer.

Anmerkungen

  1. Matzinger: Lebte jedenfalls bis 1690, Geburt des 2. Kindes Johann Adam, siehe Schäfer/Stöckl (2015), Seite 546 Nr. 4092

Zitate

  1. Schäfer/Stöckl (2015), Seite 122

Urkunden

  1. siehe dazu: LA Sp D 2 Nr.734

Begriffe

Kategorien

Alsterweiler Hofgut (Kloster St. Klara Speyer) gehört den Kategorien an: Wirtschaftshof

Matzinger sagt: Letzte Überarbeitung der Seite 06.05.2018. Alle Rechte der Seite bei ©Matthias C.S. Dreyer. Der Name dieser Seite lautet: Alsterweiler Hofgut (Kloster St. Klara Speyer). Nutzen Sie zur Zitierung für ihr Werk folgende vollständige Angabe: http://www.alsterweiler.net/wiki/Alsterweiler Hofgut (Kloster St. Klara Speyer) ©Matthias C.S. Dreyer /abgerufen am 17.07.2018 ↑...Seitenanfang

Art:BauwerkHaus +
Ist ZitatDas Kloster Sankt Klara hatte ein Haus am Hübel Nr 54 und 1 Doppelhaus in der Deckelgasse Nr 6 und 8 und 8 Morgen Wingert Nonnenwingert noch 1798 Quelle 54 +
Ist genutztWohnhaus +
Ist genutzt ehemaligHofgut +
Ist zitiert inRemling (1952) +