Alsterweiler Hofgut (Stift St. German und Moritz Speyer)

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Alsterweiler Hofgut des Stift Sankt German und Moritz (Speyer), Hauptstraße Nr.41.
© Matthias C.S. Dreyer 2015

Das ehemalige Alsterweiler Hofgut (Stift St. German und Moritz Speyer) steht in der Hauptstraße Nr.41 in Alsterweiler. Pfälzische Stifte und Klöster verfügten in vielen Gemeinden über teils umfangreichen Besitz an Grundstücken und Gebäuden[1][2]. Dies gilt auch für Alsterweiler[3] und das St. Germanstift in Speyer. Die Erlöse aus diesen Wirtschaftsbetrieben dienten dazu, einen Teil[4] der Kosten des weltlichen und religiösen Betriebes der Klöster und Stifte zu decken.

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Alsterweiler Hofgut

Erste Beziehungen zwischen dem Stift St. German und den Gemeinden Maikammer, Alsterweiler sind bereits für das 14. Jahrhundert belegt[5]. Das Hofgut in Alsterweiler wird mit der Hausnummer 41 in der Hauptstraße angegeben[6] [7]. Dabei kann es sich nur um das Hofgut des nach 1468 errichteten bzw. verlegten Stifts St. German und Moritz handeln. Jedenfalls zeigen die Quellen[8] keinen Hinweis auf ein Gebäude in Alsterweiler vor 1468. Es werden aber etliche Abgaben (Zinsen, Renten, Gülten, Zehnte) bezeichnet, die von Alsterweiler (und anderen Orten) sowie von Maikammer abzuliefern sind. Demnach muss es zumindest einen entsprechenden Grundbesitz des Vorgängerstifts St. German extra muros gegeben haben.

Gebäude

Das Gebäude ist in seiner heutigen Form in fünf Fensterachsen gegliedert. Es erstreckt sich in der Höhe über zwei Gesschosse und "sitzt" auf einem für Alsterweiler typischen "Hochkeller".

Den unteren Teil nimmt der Gewölbekeller ein, dessen Höhe bis an einen vermutlich einmal vorhanden Torbogenscheitel reichte (vergleiche dazu Alsterweiler Hofgut (Allerheiligenstift Speyer)[9]. Der Keller hat "Fenster" (Einlässe) aus Sandstein (eines davon ist auf der Straßenseite noch zu erkennen), die verziert waren und sich mittels Schiebescheiben aufschieben ließen. Darüber ist das erste bewohnbare Geschoß aufgesetzt. Der Zugang befindet sich im Innenhof, über einen nach Westen gerichteten Treppenaufgang.

Die Ausrichtung des Gebäudes zur Hauptstraße ist traufständig mit einem zusätzlichen Giebelansatz. Es wird von einem steilen Satteldach nach oben abgeschlossen. Mit dem Bau wird der Innenhof abgeschirmt. Er ist mit Nebengebäuden umbaut. Ein kleiner Garten schließt sich an. Dieser reichte bis zum Alsterbach, dem früher Bachstaden genannten Gewässer.

Beständer, Besitzer, Eigentümer

Wie auch die anderen Hofgüter wurde das Anwesen (Haus und Grundstücke, die über die gesamte Gemarkung von Maikammer und Alsterweiler verteilt waren) von einem Beständer verwaltet. Es ist anzunehmen, daß diese Bewirtschaftungsform bis zur Auflösung des Kloster andauerte, so daß mit der Versteigerung 1803 der erste "private" Eigentümer das Anwesen übernahm.

Urkunden

Es liegen einige Urkunden oder andere Hinweise auf den Übergang von Eigentums- und Besitz- sowie Beständerverhältnissen vor. Anhand dieser Aufstellung und einigen anderen Unterlagen kann die Geschichte des Alsterweiler Hofguts des Stifts Sankt German und Moritz weitgehend nachvollzogen werden.

Besitztums- und Eigentumsverhältnisse
Gebiet: Alsterweiler
Zeitraum: Jahre 1307 bis 2018-05-22
Grad: unvollständig

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

  1. Beispielhaft in der Gemeinde Böhl. Siehe dazu: www.hpmv.de/index.php/ortsgeschichte/ortsgeschichte-boehl/33-hafner-gut, das sog. Hafnergut.
  2. Auch in der Gemeinde Alsheim (heute Ortsteil von Rödersheim-Gronau) befand sich ein Klosterhof. Siehe dazu: Kohl, Thomas (2009), ‹Die Gültverschreibungen des Klosters St. Maria Magdalena Speyer›, (Hg. Stiftung, zur Förderung der pfälzischen Geschichtsforschung, (Reihe B Abhandlungen zur Geschichte der Pfalz, Band 11;) 274 Seiten. (CMS), Seite 215.
  3. siehe dazu: u.a. Stift St. Clara. Andere Stifte und Klöster mit Besitz in Maikammer und Alsterweiler unter: {Debus 1984} sowie Vorlage:Rödel 2009. Zum Stift St. German siehe Vorlage:Jung, 2002,, Seite 180 zum sog. Fensterstreit mit dem Mainzer Hofgerichtsrat Johann Theodor von Linden.
  4. siehe dazu: Steiner, Helmut (ohne Jahr), ‹Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte des Klosters St. Klara in Speyer am Rhein›, Band Seite(n) 133-180.(CMS 577).
  5. Weiter unten im Text folgen die genauen Angaben dazu.
  6. OFB, Anlage Hausbilder, Seite XXX
  7. Martina Stöckl schreibt am 21. Januar 2016 (Email): Somit bleibt für das Germanstift nur die Nr. 41 übrig. Das deckt sich mit den Angaben im Grundkataster: Denn es war Kat. Nr. 5556 (Hauptstr. Nr. 41), die 1803 als Nationalgut (sprich, ehemaliges Kirchengut) an Anton Fuchs, Notar in Edenkoben ging, und 1810 vom Notar in Edenkoben an Peter Nikolaus Platz. Die Nr. 43 ist übrigens das einzige Haus in der Hauptstraße, das auf beiden Seiten ein Gässel hat. Dies wird bei den Besitzern im 17. Jh. auch so erwähnt: Bei Frobenius von Lüss und bei Veit Straub hieß es noch, "zwischen den Brunnengässle" bzw. "oberseits und unterseits Bachgässel". Ab dem 18. Jh. wird dagegen das Gässel unterseits nicht mehr explizit erwähnt, nur noch das Gässel oberseits, unterseits wird gleich der Nachbar genannt (vielleicht weil das Gässel unterseits schmäler und weniger wichtig ist?). Bei Veit Straub steht zur Nr. 43 außerdem der Vermerk, "hiebevor 2 Häuser gewesen". Der heutige Besitzer sagte mir, dass einmal (wohl im 19./20. Jh.) drei Parteien im Haus wohnten, die dritte im Verbindungsstück überm Tor (wohl der jüngste Teil). Diese Verhältnisse (2-3 Parteien für die Nr. 43) könnten theoretisch zum Germanstift und Nachbar von Linden passen. Aber von der Hausgeschichte passt es nicht, da ist das Germanstift-Haus als Nr. 41 identifiziert!
  8. Illes
  9. Die beiden Sandsteinsäulen, die die Einfahrt markieren stammen wohl eher aus der Zeit des 19. Jahrhunderts.
  10. ⭐ Quelle unvollständig ⭐
  11. Issle, Hermann (1974), ‹Das Stift St. German vor Speyer›, (Hg. Reichert, Franz Rudolph, (Gesellschaft für Mittelrheinische Kirchengeschichte, 20; Mainz: Selbstverlag der Gesellschaft für Mittelrheinischen Kirchengeschichte) 295 Seiten (CMS 675).
  12. Issle, Hermann (1974), ‹Das Stift St. German vor Speyer›, (Hg. Reichert, Franz Rudolph, (Gesellschaft für Mittelrheinische Kirchengeschichte, 20; Mainz: Selbstverlag der Gesellschaft für Mittelrheinischen Kirchengeschichte) 295 Seiten, (CMS 675), (Seite 236)

Anmerkungen

Zitate

Urkunden

Begriffe

Kategorien

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