Pfennigmeister

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Andere Funktionszeichnungen: Adjunkt, Amtmann, Aufsichtträger, Ausfaut, Beständer, Bürgermeister, Dorfmeister, Eichmeister, Eigentümer, Frühmesser… weitere Ergebnisse

Pfennigmeister (auch Reichspfennigmeiser[anm 1]) war eine Funktion beim Reichskammergericht. Der Pfennigmeister war eine Art Schatzmeister oder Zahlmeister, später auch als Kämmerer bezeichnet. Für diese Funktion waren verschiedene Ränge vorgesehen. Die Pfennigmeister waren an unterschiedlichen Institutionen beschäftigt. Die Reichspfennigmeister wurden vom Kaiser direkt ernannt[1].

Am Reichskammergericht in Speyer gab es einen speziellen Pfennigmeister (im Gegensatz zum Reichspfennigmeister), dessen Befugnisse in der Reichskammergerichtsordnung festgelegt wurden. Der Pfennigmeister zog die Gerichtsgebühren der Streitparteien ein. Zudem verwaltete er die Sustentationskasse. In diese Kasse wurden die für das Gericht erhobenen Abgaben der Streitparteien eingezahlt. Der Pfennigmeister zahlte daraus die Gehälter des Kammerrichters, der Präsidenten und Assessoren und der sonstigen Gerichtsbediensteten.


Fundstellen zu Pfennigmeister

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Concepte der Reichskammergerichtsordnung : auf Befehl der jüngsten Visitation entworfen/Seite 793Funktion
Pfennigmeister
Reichspfennigmeister
Bayerische Staatsbibliothek Digital
Alsterweiler
Bestellung von Gisbert de Maere zum Reichspfennigmeister durch seine Kaiserliche Majestät im Jahre 1663. Zuvor war Gisbert de Maere war er als Adjunkt nach dem Ableben des Reichspfennigsmeister bestellt worden (1659-1663). Im Jahre 1673 wurde er abgelöst von Franz Ludiwg Huben von Gülcheg.Der ehemalige Assessor von Sontborn hat nach dem Absterben des Pfennigmeister Krebsen im Jahre 1732 einen vollständigen Auszug aus den Protokollen von 1656 bis 1670 und 1671 bis ins Jahr 1688 gefertit. Es geht dabei vor allem um das Pfennigmeisterei-Amt. Die Aufstellung wurde in das Protokoll des Jahres 1732 eingefügt. Es enthält viele merkwürdige Nachrichten, darunter auch die Bestallung von Gisbert de Maere.Von d. Pfennigmeister u. seinem Amt (Seite 793) ...gang der ältern Protocollorum Plenis bis zum Jahre 1656. ermanglen die weitere Nachrichten älterer Zeiten, hingegen von dieser Zeit an hat der ehmalige tapfere Herr Assessor von Sontborn als Deputatus ad Cassam nach des Pfenningmeisters Krebsen 1732. erfolgtem Absterben einen vollständigen Auszug aus denen beeden vorhandenen ältern Protocollis Pleni von 1656. bis 1670. und von 1671. bis 1688. das Pfenningmeistersey-Amt betreffend, verfasset, welcher dem Protocollo Pleni 1732. einverleibet ist, und viele merkwürdige Nachrichten enthaltet: Ich bemerke daraus nur kürzlich folgendes: Im Jahr 1659 hat Gisbert de Maere ein so wohl von kaiersl. Majestät als auch von Chur=Maynz als Reichs Erz=Canzlern ertheiltes Expectanz-Decret bey damahligem grosen Alter des geweßten Pfenningmeisters Lindenmajers dem Collegio Camerali übergeben, das Collgeium faßt hierauf den Schluß, den Adjuctum Gisbert de Maere zur Verwaltung bis auf ferner der Ständen Verordnung zu zulassen. Nach Absterben des Lindenmajers erfolgte die förmliche Präsentation desselben von kaiserl. Majestät alleinig. Nun wurde er zwar testante Protocollo pleni 1663. als würklicher Pfenningmeister aufgenommen. Seine Verwaltung aber hat kein gutes Ende genommen, s.(siehe) v.(von) Ludolf Hist. Sust. Cameral. et Acta Deputat. 1672. An dessen Stelle ernannten und präsentierten Kaiserl. Majestät 1673. D. Franz Ludwig Huben von Gülcheg. Bey dessen Annahm mußte selbiger nebst generaler Verpfändung seines Vermögens, annoch gleich seiner Vorfahren eine special=Caution durch Bürgschaft von 10 000. fl. prästiren.Gisbert de Maere
Pfennigmeister
Reichspfennigmeister
http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10561325-0Concepte (1795)/Seite79379351659
Historia Sustentationis Judicii Supremi Camerae Imperialis/Seite 349Funktion
Pfennigmeister
Reichspfennigmeister
HAAB Weimar und der ULB Sachsen-Anhalt
Alsterweiler
Behandlung von Unregelmäßigkeiten bei der Amtsausführung als Reichspfennigmeister durch Gisbert de Maere, festgestellt am 11. April 1672.Num. 34 (Seite 349). Die Commissions-Verordnung vom 11. April 1672. Demnach die Kayserl. zu Abhör der Pfennigmeisterey=Rechnungen anhero verordnete subdelegirte Commissarii ihr obehabte Commmission nunmehr sofern zum Ende gebracht, daß des jetzigen Pfennig-Meister, Gisberts de Maere, Rechnungen von 1660. bis 1671. beedes inclusive ordentlich durchgangen, Einnahm und Außgab gegen einander berechnet, und ein gewisser Receß gezogen worden, daneben nach sorgfältiger Uberlegung aller bißhero vorkommenen Acten, Rechnungen, Urkundten, Beylagen und mündliche glaubhafften Bericht so viel befunden, daß alle bißherige Unordnung und Radix omnis mali dahero entstanden, daß, weilen (1.) die bey dem Pfennig=Meister=Amt so heilsamlich abgefasste Ordnung, Reichs- und Visitations=Abschied, Memorialien, Instructiones und Decreta merentheils ausser Acht kommen, hingegen dem gemeinen Wesen höchstschädliche Mißbräuche und Fehler eingeschlichen, dahero (2.) die wohlbedächtlich verordnete Gegenschreibery unterblieben, (3.) die Unterhaltungs=Gelder von des Heil. Reichs Ständen nicht jedesmals in die darzu verordnete Leg=Städt, oder nacher Speyer bezahlet, sondern durch der Kauffleuth Assignation verwechselt, folgendes (4.) in die gehörige Truhen nicht geleget, vielmehr aber in des Pfennig-Meisters freyer Disposition zu Hauß behalten, und dieses alles wegen so viele Jahr hero unterbliebener extraordinari Camerae Visitation nicht verbessert worden, dadurch dann dem Reich und Kayserl. Cammer-Gericht allerhand Unheil und Schaden zugewachsen: (Es folgt der Vorschlag zur Vermeidung dieser Mißstände ein neues Dekret zu erlassen.)Gisbert de Maere
Pfennigmeister
Reichspfennigmeister
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:3:1-263370Historia (1721)/Seite349349ff.51672



Reichspfennigmeister

  • Matthias Huber / 1551 bis 1584
  • Lindenmeier
  • Gisbert de Maere / 1659 (vorläufige Bestallung) 1663 (endgültige Ernennung) bis 1672
  • Franz Ludwig Huben von Gülcheg / 1673 bis 1678
  • Philipp Jacob Krebs / 1678 bis 1732

(Assessor von Sonborn) / 1732

  • Itel von Schorlemer / 1733 bis
  • Schelver / 1747 bis (ernormen Recess verursacht, der von seinen Anverwandten getilt wurde) (bis hierher mussten zum Amtsantritt 10 000 Gulden Kaution gestellt werden).
  • Heinrich von Haan / 1748 (die Kaution wird auf 30 000 Gulden erhöht)[anm 2].

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

  1. DRW - Deutsches Rechtswörterbuch, 1791 Malblank,Kanzleiverf. I 251 "am kammergericht ernennt er [kaiser] den kammerrichter, zwei präsidenten, einen assessor und den pfennigmeister"

Anmerkungen

  1. Diese Bezeichnung galt für die direkt durch den Kaiser ernannten Pfennigmeister
  2. Alle Angaben aus 1Concepte 1795

Zitate

Urkunden

Begriffe

Kategorien

Pfennigmeister gehört den Kategorien an: Person nach Tätigkeit, Funktion

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Referenzierungen

  1. ^  Titel: Concepte der Reichskammergerichtsordnung auf Befehl der jüngsten Visitation (Dritter Teil) - Über den Prozeß, Selchow, Johann Heinrich Christian von, Verlagsort: Göttingen, Erscheinungsjahr: (1782) Verlag: Vandenhoeck Signatur: J.publ.g. 754-1.
    Schlüssel: Concepte (1795)/Seite793
    Seite: 793.
    Zitat: Von d. Pfennigmeister u. seinem Amt (Seite 793) ...gang der ältern Protocollorum Plenis bis zum Jahre 1656. ermanglen die weitere Nachrichten älterer Zeiten, hingegen von dieser Zeit an hat der ehmalige tapfere Herr Assessor von Sontborn als Deputatus ad Cassam nach des Pfenningmeisters Krebsen 1732. erfolgtem Absterben einen vollständigen Auszug aus denen beeden vorhandenen ältern Protocollis Pleni von 1656. bis 1670. und von 1671. bis 1688. das Pfenningmeistersey-Amt betreffend, verfasset, welcher dem Protocollo Pleni 1732. einverleibet ist, und viele merkwürdige Nachrichten enthaltet: Ich bemerke daraus nur kürzlich folgendes: Im Jahr 1659 hat Gisbert de Maere ein so wohl von kaiersl. Majestät als auch von Chur=Maynz als Reichs Erz=Canzlern ertheiltes Expectanz-Decret bey damahligem grosen Alter des geweßten Pfenningmeisters Lindenmajers dem Collegio Camerali übergeben, das Collgeium faßt hierauf den Schluß, den Adjuctum Gisbert de Maere zur Verwaltung bis auf ferner der Ständen Verordnung zu zulassen. Nach Absterben des Lindenmajers erfolgte die förmliche Präsentation desselben von kaiserl. Majestät alleinig. Nun wurde er zwar testante Protocollo pleni 1663. als würklicher Pfenningmeister aufgenommen. Seine Verwaltung aber hat kein gutes Ende genommen, s.(siehe) v.(von) Ludolf Hist. Sust. Cameral. et Acta Deputat. 1672. An dessen Stelle ernannten und präsentierten Kaiserl. Majestät 1673. D. Franz Ludwig Huben von Gülcheg. Bey dessen Annahm mußte selbiger nebst generaler Verpfändung seines Vermögens, annoch gleich seiner Vorfahren eine special=Caution durch Bürgschaft von 10 000. fl. prästiren..
    Übertragung: Der ehemalige Assessor von Sontborn hat nach dem Absterben des Pfennigmeister Krebsen im Jahre 1732 einen vollständigen Auszug aus den Protokollen von 1656 bis 1670 und 1671 bis ins Jahr 1688 gefertit. Es geht dabei vor allem um das Pfennigmeisterei-Amt. Die Aufstellung wurde in das Protokoll des Jahres 1732 eingefügt. Es enthält viele merkwürdige Nachrichten, darunter auch die Bestallung von Gisbert de Maere.
    Anmerkung: Bestellung von Gisbert de Maere zum Reichspfennigmeister durch seine Kaiserliche Majestät im Jahre 1663. Zuvor war Gisbert de Maere war er als Adjunkt nach dem Ableben des Reichspfennigsmeister bestellt worden (1659-1663). Im Jahre 1673 wurde er abgelöst von Franz Ludiwg Huben von Gülcheg.
    Schlagwort: Gisbert de Maere · Pfennigmeister · Reichspfennigmeister
    Quelle: Concepte der Reichskammergerichtsordnung : auf Befehl der jüngsten Visitation entworfen/Seite 793
    Datum: 1659
    Stufe: 5
    Sammlung: Bayerische Staatsbibliothek Digital · Alsterweiler · Reichspfennigmeister · Pfennigmeister · Funktion
    LINK: Gisbert de Maere
    PDF: http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10561325-0
    WIKI: Pfennigmeister

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