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Ein Beispiel für die Verbindung zwischen Beständer und Besitzer ist das [[Alsterweiler Hofgut (Allerheiligenstift Speyer)]]. Über viele Jahrhunderte hinweg war das Anwesen einschließlich der Grundstücke an Beständer vermietet. Im Falle des Beständers [[Martin Berle]] sogar gegen Zins "verkauft". Den Beständern oblag es, den Hof (das Eigentum) in ordnungsgemäßem Zustand zu halten. Dazu gehörten auch Unterhaltsarbeiten, sogar vollständige Aufbaumaßnahmen (nach Kriegsschäden), die dann vom Eigentümer vergütet wurden.<br /> | Ein Beispiel für die Verbindung zwischen Beständer und Besitzer ist das [[Alsterweiler Hofgut (Allerheiligenstift Speyer)]]. Über viele Jahrhunderte hinweg war das Anwesen einschließlich der Grundstücke an Beständer vermietet. Im Falle des Beständers [[Martin Berle]] sogar gegen Zins "verkauft". Den Beständern oblag es, den Hof (das Eigentum) in ordnungsgemäßem Zustand zu halten. Dazu gehörten auch Unterhaltsarbeiten, sogar vollständige Aufbaumaßnahmen (nach Kriegsschäden), die dann vom Eigentümer vergütet wurden.<br /> | ||
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| + | Ein weiteres Beispiel gibt die [[Öhlmühle]]. Ihr Erbbeständer im Jahre 1699 war [[Johannes Tretter]]<ref>"Am 3. Dezember 1699 wurde sie (Öhlmühle) wiederum im Namen des Fürstbischofs Joh. Hugo dem Joh. Tretter erbbestandsweise überlassen. Der Erbbeständer mußte sie selbst aufbauen und dann Dach und Fach unter halten. Die ersten 6 Jahre war er darum vom Zinse frei, dann mußte er 4 Jahre lang jährlich 4 fl., darnach jährlich 5 fl. an Martini an die Schaffnerei Kirrweiler abliefern. Joh. Tretter starb 1743 — 85 Jahre alt. Die Oelmühle war zu der Zeit die einzige in der Schaffnernerei Kirrweiler." [[Geschichte von Maikammer=Alsterweiler, Seite 112.</ref>. | ||
Das Zusammenspiel zwischen Beständer und Eigentümer führte immer wieder zu Streitigkeiten. So auch im Falle von [[Martin Berle]] und dem [[Allerheiligenstift (Speyer)]] in den Jahren um 1700. Unter anderem in der Urkunde [[LA Sp D 2 Nr.734]] belegt<ref>Berle, Martin (1707 September 01) ‹Schreiben an das Allerheiligenstift - wg. Zahlungen›, In: Landesarchiv Speyer, LA Sp D 2 (Landesarchiv Speyer), Nr. 734, Seite(n) 252 (CMS 459).</ref>. | Das Zusammenspiel zwischen Beständer und Eigentümer führte immer wieder zu Streitigkeiten. So auch im Falle von [[Martin Berle]] und dem [[Allerheiligenstift (Speyer)]] in den Jahren um 1700. Unter anderem in der Urkunde [[LA Sp D 2 Nr.734]] belegt<ref>Berle, Martin (1707 September 01) ‹Schreiben an das Allerheiligenstift - wg. Zahlungen›, In: Landesarchiv Speyer, LA Sp D 2 (Landesarchiv Speyer), Nr. 734, Seite(n) 252 (CMS 459).</ref>. | ||
Version vom 14. März 2016, 18:41 Uhr
Beständer (auch Erbbeständer) ist keine Berufsbezeichnung, sondern eine Funktion. Beständer waren Pächter oder Mieter eines Eigentums, das sie auch in Besitz (nicht Eigentum) haben konnten.
Ein Beispiel für die Verbindung zwischen Beständer und Besitzer ist das Alsterweiler Hofgut (Allerheiligenstift Speyer). Über viele Jahrhunderte hinweg war das Anwesen einschließlich der Grundstücke an Beständer vermietet. Im Falle des Beständers Martin Berle sogar gegen Zins "verkauft". Den Beständern oblag es, den Hof (das Eigentum) in ordnungsgemäßem Zustand zu halten. Dazu gehörten auch Unterhaltsarbeiten, sogar vollständige Aufbaumaßnahmen (nach Kriegsschäden), die dann vom Eigentümer vergütet wurden.
Ein weiteres Beispiel gibt die Öhlmühle. Ihr Erbbeständer im Jahre 1699 war Johannes Tretter[1].
Das Zusammenspiel zwischen Beständer und Eigentümer führte immer wieder zu Streitigkeiten. So auch im Falle von Martin Berle und dem Allerheiligenstift (Speyer) in den Jahren um 1700. Unter anderem in der Urkunde LA Sp D 2 Nr.734 belegt[2].
| Beständer | ||
|---|---|---|
| Martin Berle | Beständer | Alsterweiler Hofgut (Allerheiligenstift Speyer) |
| Adolf Adam Cörver | Beständer Keller Schaffner | Landschreibereiamt Kirrweiler Oberamt Kirrweiler Amt Madenburg |
| Dietrich Friedrich Dincker | Beständer Ausfaut Renovator Amtsverwalter Schatzungskommissar | Amt Marientraut Oberamt Kirrweiler Amt Kirrweiler |
| Johannes Tretter | Beständer Schultheiß Bürgermeister Erbbeständer | Maikammer Ölmühle |
Weitere Amtsfunktionen (nur Personen in Alsterweiler)
Weblinks
Literatur
Einzelnachweise
- ↑ "Am 3. Dezember 1699 wurde sie (Öhlmühle) wiederum im Namen des Fürstbischofs Joh. Hugo dem Joh. Tretter erbbestandsweise überlassen. Der Erbbeständer mußte sie selbst aufbauen und dann Dach und Fach unter halten. Die ersten 6 Jahre war er darum vom Zinse frei, dann mußte er 4 Jahre lang jährlich 4 fl., darnach jährlich 5 fl. an Martini an die Schaffnerei Kirrweiler abliefern. Joh. Tretter starb 1743 — 85 Jahre alt. Die Oelmühle war zu der Zeit die einzige in der Schaffnernerei Kirrweiler." [[Geschichte von Maikammer=Alsterweiler, Seite 112.
- ↑ Berle, Martin (1707 September 01) ‹Schreiben an das Allerheiligenstift - wg. Zahlungen›, In: Landesarchiv Speyer, LA Sp D 2 (Landesarchiv Speyer), Nr. 734, Seite(n) 252 (CMS 459).
Anmerkungen
Zitate
Urkunden
Begriffe
Kategorien
Beständer gehört den Kategorien an: Funktion
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Referenzierungen
- ^ Geschichte_von_Maikammer%3DAlsterweiler/Alsterweiler/101bis125#Seite_112.2F1