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Ofenstein

Aus Alsterweiler
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Ofenstein ist der raumseitige Auflagestein eines Ofenkastens, also eine Art Untersatz. Ofensteine waren im 18. Jahrhundert weit verbreitet. Die Öfen (Holz- oder Kohleöfen) waren in der Regel aus Gusseisen. Die Steine sind meist dekorativ gearbeitet. Ofensteine zeigen zusätzlich zur Verzierung die Initialen des Eigentümers sowie eine Jahreszahl. Beide Eintragungen sind über den Stein verteilt, also z.B. in der Schreibweise 17 // 45 oder XX // YY.

Ofenstein an Hauptstraße Nr.26 als Spolie an der Hauswand verbaut.

Gusseiserne Kastenöfen benötigten als Unterlage auf dem Fußboden eine steinerne Platte. Schließlich waren die Fußböden aus Holz, so daß die Brandgefahr vermindert werden konnte. Aus den einfachen Füßen der Kastenöfen entwickelten sich mit der Zeit die Ofensteine. Sie waren in der Regel aus heimischem Material, in Alsterweiler aus Sandstein gefertigt. Von dem schmäleren Sockel steigt nach oben ein verjüngendes Mittelteil auf und läuft in Voluten aus. Ofensteine waren überwiegend bei "bessergestellten Familien" verbreitet, die sich einen gusseisernen Kastenofen überhaupt leisten konnten.

Die Ofensteine wurden verziert und oftmals auch bemalt. Die Verzierungen reichen von einfachen Datierungen und Handwerkerzeichen über allegorische Motive, Blumen- und Laubornamente, Zeichen von Berufsständen.

Nach der Blüte der Ofensteine im 18. Jahrhundert ebbte die Verwendung ab. Es kamen Kohleöfen und kleine Standöfen auf. Die gusseisernen Kastenöfen verschwanden und mit ihnen die Ofensteine. Manche der verzierten Steine haben sich vermauert in der Fassade von Gebäuden erhalten. In vielen Fällen unterliegen sie dem Denkmalschutz.

Ofenstein Alsterweiler

Auf den Ofenstein an der Fassade des Anwesens Hauptstraße Nr.26 treffen alle oben erwähnten Merkmale zu. Der Stein sitzt auf einer Konsole, verjüngt sich nach oben, ist reich mit Voluten und einem Berufszeichen verziert und bunt bemalt. Zudem zeigt er die Initialen ISAS (Joseph Saum und Anna Maria Koch), die in einem Herz eingesetzt sind, und die Jahreszahl 1774[anm 1][anm 2]. Er ist damit in der Blütezeit der Ofensteine entstanden.

Der Stein zeigt nicht die typischen Küferwerkzeuge, sondern eine Weinrebe mit zwei rotgefaßten Traubenrispen und grünen Blättern. Sie sind mit Ranken (Seile) an zwei außen liegenden, volutenartigen Verzierungen befestigt. In der Mitte liegt ein Korb, gefüllt mit Eiern oder Brötchen.

Der Stein ist möglicherweise dem Haus Hauptstraße Nr.26, in dessen Fassade er als Spolie verbaut ist, zuzuordnen.

Fundstellen zu Ofenstein

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Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

Anmerkungen

  1. Die Jahreszahl ist nur teilweise lesbar. Sie wurde als 1774 interpretiert. Sehen Sie dazu: Nachqualifizierung.
  2. Die Auslegung auf das Jahr 1754 (was auch möglich ist) würde mehr Sinn ergeben. Denn in diesem Jahr heirateten Joseph Saum und Anna Maria Koch

Zitate

Urkunden

Begriffe

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