Glockenzehnt

Aus Pfalz
Wechseln zu: Navigation, Suche
Andere Begriffserklärungen: Bau, Bedbuch, Bede, Bürger, Egerte, Einspänniger, Einung, Fron, Glockenzehnt, Gült, Haustypologie, Heimatschutzarchitektur, Karte, Klassizismus, Lehen, Leibeigener, Person, Pfalz, Pfründe, Schaffnerei… weitere Ergebnisse

Glockenzehnt war eine Abgabe (siehe auch: Zehnt). Der Glockenzehnt war Bestandteil des sogenannten Weinzehnten. Dieser wiederum war an die katholische Kirche (Hochstift Speyer, über eine Zeit lang aber auch an das Hochstift Worms) abzutreten. Es lag auf Weinbergen, die in Gemeindegebiet lagen, aber der Kirche gehörten bzw. zu deren Gunsten (Kapitalzinsen) belastet waren. Der Glockenzehnt war aber auch eine Leistung für den Glockendienst. Die Leistung (also das Läuten der Glocken, das Stellen der Uhr usw.) wurde in Naturalien, Erträge aus dem Glockenzehnten oder als Geldleistung entlohnt.

"In Maikammer waren dies 80 Morgen Land, teils Äcker und Wiesen (in der Gewanne „in den Dieterwiesen"), zum größten Teil Weinberge (in der Gewanne „im Überfeld"). Man bezeichnete diese in Richtung Edenkoben liegenden Weinberge als „Tochtermannswingert"." Wittmer (2002) 1. Die Angabe stammt wohl von Leonhardt[zit 1]2.

Ein Teil der Flächen lag in der Gewanne Dieterswiese, aber zum größten Teil als Weinberge im Überfeld. Diese gegen Edenkoben liegenden Weinberge wurden Tochtermannswingert genannt. Das Gelände war jeweils durch Glockensteine abgegrenzt und somit für jedermann ersichtlich.

Fundstellen zu Glockenzehnt

FundstelleHat Zitat SammlungHat AnmerkungHat UebertragungIst ZitatHat SchlagwortIst PDFIst zitiert inHat SchluesselSeite
Dieses Attribut ist ein Spezialattribut in diesem Wiki.
Nutzen für AlsterweilerAusstellung
Glockenstein und Trullo/AuszugAlsterweiler
Glockenstein
Grenzstein
1542 wurde der Distrikt des Glockenzehnten erneuert.Glockenzehnt
Distrikt
Wittmer (2000)/4121542 JL
Glockenstein und Trullo/AuszugAlsterweiler
Glockenstein
Grenzstein
Glöckner
Glockenzehnt
Die oberamtliche Verordnung um das Jahr 1600 ordnete wegen des vielen Trinkens in den Wirtschaften an, dass zu Sommerzeiten abends um 8 Uhr und zu Winterzeiten um 7 Uhr geläutet werde und dass dann alle Wirtshausbesucher heimzugehen hätten: „Es soll auch kein Wirt über gemelde Zeit ihnen Wein geben. Wo aber ein Wirt solches übertritt und nach der Zeit Wein oder anderes geben wird, der soll ein Pfund Pfennig (1,70 bis zwei Mark) und ein jeder so in der Zech ist zehn Schilling Pfennig (rund eine Mark) sooft es geschieht, zu der Tätung unnachlässlich geben." (Gemeinde-Archiv Maikammer)
Die Lehrer lehnten es mit der Zeit ab, den Glöcknerdienst zu versehen, sodass die Gemeinde Maikammer 1786 einen Mann als Glöckner einstellte, der den Glockenzehnt als Bezahlung bekam.
Wirtschaft
Wirt
Zeche
Verordnung
Glöckner
Glockenzehnt
Glockendienst
Glöcknerdienst
Wittmer (2000)/7121600
1786
Glockenstein und TrulloItaliener
Glockenzehnt
Glockenstein
Trullo
Alsterweiler
2002

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

  1. Leonhardt spricht von Johanni Enthauptung

Anmerkungen

  1. Alle Angaben nach Leonhardt (1928)

Zitate

  1. Von "80 Morgen Wingert, die besonders bezeichnet waren, wurde von altersher der sog. Glockenzehnt für den Glöckner zu Maikammer entrichtet. Auf Johanni Enthauptung 1542 wurde der Distrikt des Glocken- und Mesnerzehnten erneuert.(Quelle 17)", Seite 134
  2. 1: "Der Lehrer lag öfters mit der Gemeinde im Streit, weil es ihm halt immer zu wenig war. Dazu meinte das Gemeindegericht, der Lehrer könne im Jahre fünf bis sechs Fuder Wein machen. Außerdem habe er das Recht, auf dem Friedhof das Gras um die Gräber für seine Kühe und Geißen zu holen.|Der Lehrer lag öfters mit der Gemeinde im Streit, weil es ihm halt immer zu wenig war. Dazu meinte das Gemeindegericht, der Lehrer könne im Jahre fünf bis sechs Fuder Wein machen. Außerdem habe er das Recht, auf dem Friedhof das Gras um die Gräber für seine Kühe und Geißen zu holen."1|
    Der für das Attribut „Ist zitiert in“ des Datentyps Seite angegebene Wert „1|“ enthält ungültige Zeichen oder ist unvollständig. Er kann deshalb während einer Abfrage oder bei einer Annotation unerwartete Ergebnisse verursachen.
    [[Special:Ask/-5B-5BIst-20zitiert-20in::CiteRef::Wittmer-20(2002)-5D-5D/-3FIst-20zitiert-20in/mainlabel=/offset=0/format=table/searchlabel=-5B-5BCiteRef::Wittmer-20(2002)-5D-5D|1]]
    Der Teil „]]“ der Abfrage konnte nicht interpretiert werden. Die Ergebnisse entsprechen möglicherweise nicht den Erwartungen.

Urkunden

Begriffe

  1. nach 1

Kategorien

Glockenzehnt gehört den Kategorien an: Begriff, Zehnt

Matzinger sagt: Letzte Überarbeitung der Seite 13.01.2019. Alle Rechte der Seite bei ©Matthias C.S. Dreyer. Der Name dieser Seite lautet: Glockenzehnt. Nutzen Sie zur Zitierung für ihr Werk folgende vollständige Angabe: http://www.alsterweiler.net/wiki/Glockenzehnt ©Matthias C.S. Dreyer /abgerufen am 18.03.2019 ↑...Seitenanfang


Referenzierungen

  1. ^  Wittmer, Richard// (2002), ´Glockenstein und Trullo, Maikammerer steinerne Raritäten´. In: Heimat-Jahrbuch Landkreis Südliche Weinstraße,Kein Schlüssel angegeben.Band 24 Heft ( ),Seiten: 105-106. Kein Eintrag
    Link zum Werk: Glockenstein und Trullo
    Abstrakt: Beschreibung des Glockenzehnts und der Glockensteine, des Trullis.
    Notes: Glockenstein und Trullo, Maikammerer steinerne Raritäten - Reich gesegnet ist Maikammer mit steinernen Zeugen. Allein 15 Steinkreuze, 20 Bildstöcke und 3 Weinberghäuschen stehen in der Gemarkung und im Wohngebiet. Von den zahlreichen Grenzsteinen hebt sich der heute im Ortszentrum stehende Glockenstein hervor. Er ist einer der Grenzsteine, die im Mittelalter das Gelände eingrenzten, aus dem der „Glockenzehnt» entrichtet wurde. In Maikammer waren dies 80 Morgen Land, teils Äcker und Wiesen (in der Gewanne „in den Dieterwiesen»), zum größten Teil Weinberge (in der Gewanne „im Überfeld»). Man bezeichnete diese in Richtung Edenkoben liegenden Weinberge als „Tochtermannswingert». Früher bekamen nämlich die Söhne bei der Erbteilung die besseren und dem Ort näher liegenden Weinberge und die Töchter die weiter weg liegenden und schlechteren. 
Seit 1464 war der Lehrer zugleich Kirchendiener und hatte die Glocke zu bedienen. Als Entlohnung erhielt er dafür den „Glockenzehnt». 1542 wurde der Distrikt des Glockenzehnten erneuert. 1744 erbrachte dieser dem Lehrer zwei Malter vier Simmern Korn, drei Fuder Wein, ein Malter Spelz und ein Malter Gerste. (Ein Malter sind zwei Zentner oder sieben Simmer.) Der Lehrer lag öfters mit der Gemeinde im Streit, weil es ihm halt immer zu wenig war. Dazu meinte das Gemeindegericht, der Lehrer könne im Jahre fünf bis sechs Fuder Wein machen. Außerdem hatte er das Recht, auf dem Friedhof das Gras um die Gräber für seine Kühe und Geißen zu holen. Als Geläut der Gemeinde wird in früherer Zeit genannt: Die Mittagsglocke; das Läuten um 4 Uhr morgens von Michaeli bis Georgi, das den Zweck hatte, die Weinfuhrleute in der Frühe zu wecken. (Hier beklagte sich die Gemeinde Maikammer 1719, dass der Lehrer nicht gleich seinen Vorgängern in dieser Zeit geläutet habe.) Die oberamtliche Verordnung um das Jahr 1600 ordnete wegen des vielen Trinkens in den Wirtschaften an, dass zu Sommerzeiten abends um 8 Uhr und zu Winterzeiten um 7 Uhr geläutet werde und dass dann alle Wirtshausbesucher heimzugehen hätten: „Es soll auch kein Wirt über gemeide Zeit ihnen Wein geben. Wo aber ein Wirt solches übertritt und nach der Zeit Wein oder anderes geben wird, der soll ein Pfund Pfennig (1,70 bis zwei Mark) und ein jeder so in der Zech ist zehn Schilling Pfennig (rund eine Mark) sooft es geschieht, zu der Tätung unnachlässlich geben.» (Gemeinde-Ar- chiv Maikammer) Die Lehrer lehnten es mit der Zeit ab, den Glöcknerdienst zu versehen, sodass die Gemeinde Maikammer 1786 einen Mann als Glöckner einstellte, der den Glockenzehnt als Bezahlung bekam. Eine weitere Rarität im südpfälzischen Raum ist das Weinberghäuschen in der Gewanne „im Böbig». Hier steht ein typischer „Trullo». Ein einräumiger, steinerner Rundbau mit rundförmigem Kraggewölbe und einem Rundknauf an der Spitze. An diesem Kragkuppelbau ist ein Zinnenkranz eingearbeitet. Diese steinerne Bekrönung ist der „Zippus». Wahrscheinlich hat sein damaliger Besitzer, der königlich-bayerische Amtsrichter Carl 
Schott, der in Frankenthal tätig war, die im nahen Rheinhessen von italienischen Wanderarbei
tern dort erbauten „Trullis» gese
hen und in seinem Weinberg „im Böbig» ein solches errichten lassen. Der rheinhessische Weinberghäuschenexperte Dr. Wolfgang Bickel hat den „Trullo» vermessen und festgestellt, dass alle Maße bereits im metrischen System sind. So datierte er die Bauzeit auf das ausgehende 18. Jahrhundert. Es war die Zeit, in der Steinmetze aus der Lombardei, in den rheinhessischen Steinbrüchen von Flonheim arbeiteten und die „Trullis» nach ihren heimatlichen Mustern bauten. Diese Bauten findet man auch in Apulien und in der Provence. Sie sind verwandt mit den „Nuraghen», kegelförmigen Steinbauten in Sardinien aus der späteren Steinzeit und waren Zufluchtsorte in Kriegszeiten, sowie mit den „Bories» in der Provence. Bei uns dienten sie als Schutzbauten vor Sonne und Regen bei der Arbeitspause. Sie wurden besonders in ansteigendem Gelände erstellt, um einen weiten Rundblick zu haben, wobei die Weinbergschützen sich ihrer gerne im Herbst bedienten.
    Schlagwort: Alsterweiler · Böbig · Bories · Dieterwiesen · Glockendienst · Glockenstein · Glockenzehnt · Glöckner · Grenzstein · Nuraghen · Maikammer · Tochtermannswingert · Trullo · Überfeld · Zippus
    PDF: [Original als PDF]
    WIKI: Glockenstein.
  2. ^  Titel: Geschichte von Maikammer=Alsterweiler.
    Schlüssel: Leonhardt (1928)/Seite134
    Seite: Seite 134.
    Zitat: Von 80 Morgen Wingert, die besonders bezeichnet waren, wurde von altersher der sog. Glockenzehnt für den Glöckner zu Maikammer entrichtet. Auf Johanni Enthauptung 1542 wurde der Distrikt des Glocken- und Mesnerzehnten erneuert. (quelle 17).
    Eine Übertragung fehlt.
    Anmerkung: Glockenzehnt im Jahr 1542
    Schlagwort: Alsterweiler · Glockenzehnt · 1542
    Quelle: Geschichte von Maikammer=Alsterweiler/Seiten
    Es fehlt eine Angabe zum Datum.
    Die Einstufung fehlt noch.
    Sammlung: Die Zuordnung zu einer Sammlung fehlt.
    LINK: Glockenzehnt
    Eine PDF-Angabe fehlt.
    WIKI: Glockenzehnt
  3. ^ Leonhardt (1928)/Seite134/1 
  4. ^  Titel: Geschichte von Maikammer=Alsterweiler.
    Schlüssel: Leonhardt (1928)/Seite135
    Seite: Seite 135.
    Zitat: Der Glockenzehnt ergab 1748 7 Viertel Wein. Das Gemeindegericht meinte, der Lehrer könne als Glöckner in guten Jahren 5—6 Fuder Wein machen. Der Lehrer bestritt dies. Er hatte in den 7 Jahren seines Hierseins nie 5 oder 6 Fuder Wein als Zehnt bekommen. (quelle 10).
    Eine Übertragung fehlt.
    Anmerkung: Glockenzehnt im Jahr 1748
    Schlagwort: Alsterweiler · Glockenzehnt · 1748 · Viertel · Gemeindegericht · Glöckner · Lehrer
    Quelle: Geschichte von Maikammer=Alsterweiler/Seiten
    Es fehlt eine Angabe zum Datum.
    Die Einstufung fehlt noch.
    Sammlung: Die Zuordnung zu einer Sammlung fehlt.
    LINK: Glockenzehnt
    Eine PDF-Angabe fehlt.
    WIKI: Glockenzehnt

Fakten zu „Glockenzehnt
Hat SchlagwortGlockenzehnt +
Ist ZitatDer Lehrer lag öfters mit der Gemeinde im
Der Lehrer lag öfters mit der Gemeinde im Streit, weil es ihm halt immer zu wenig war. Dazu meinte das Gemeindegericht, der Lehrer könne im Jahre fünf bis sechs Fuder Wein machen. Außerdem habe er das Recht, auf dem Friedhof das Gras um die Gräber für seine Kühe und Geißen zu holen.|
räber für seine Kühe und Geißen zu holen.| + und In Maikammer waren dies 80 Morgen Land, teils Äcker und Wiesen (in der Gewanne „in den Dieterwiesen"), zum größten Teil Weinberge (in der Gewanne „im Überfeld"). Man bezeichnete diese in Richtung Edenkoben liegenden Weinberge als „Tochtermannswingert". +
Ist zitiert inWittmer (2002) +
Referenzierung
„Referenzierung (Citation reference)“ ist ein Spezialattribut das Referenzierungen speichert. Es wird von der Erweiterung Semantic Cite bereitgestellt.
Wittmer (2002) +, Leonhardt (1928)/Seite134 +, Leonhardt (1928)/Seite134/1 + und Leonhardt (1928)/Seite135 +