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Oberamt Kirrweiler
Das Oberamt Kirrweiler (auch: bischöfliches Amt Kirrweiler oder einfach Amt Kirrweiler), war eine Verwaltungseinheit im Hochstift Speyer.
Das Amt Kirrweiler wurde In der Salierzeit um die Abtei St. Lambrecht[1] erweitert. Zum Oberamt zählten auch die Wolfsburg und die Burg Spangenberg. Auch das Amt Marientraut war eine zeitlang dem Oberamt Kirrweiler zugehörig. Während der Regierungszeit von Bischof Mathias Ramung (1464 bis 1478[2]) wird das Oberamt Kirrweiler als hochstiftische Verwaltungseinheit geführt[3].
Oberamt Kirrweiler: 5° 51' 50.53" S, 143° 40' 35.20" E
Alsterweiler unterstand dem Oberamt Kirrweiler. Der Oberamtmann wohnte bis 1460 auf der Kestenburg, dann nahm er seinen Sitz im Ort Kirrweiler selbst, im bischöflichen Schloß. Zum Oberamt Kirrweiler gehörten neben Alsterweiler und Maikammer mit Weinsweiler, Diedesfeld, St. Martin, Venningen, Gräfenhausen, Großfischlingen, Freimersheim, Geinsheim, Weyher, Hambach, die Rietburg, die Kestenburg und die Spangenberg. Es unterstanden ihm zudem die Ämter Edesheim, Deidesheim und Marientraut bei Hanhofen. Der Bischof von Speyer hatte über seine Untertanen die Rechte eines "Königs". Er besaß die hohe und peinliche Gerichtsbarkeit, das Recht der Steuer und das Kriegsrecht. Seine Verordnungen über Kirche und Schule galten für das ganze Hochstift Speyer.[4][lit 1] Das Oberamt Kirrweiler war für die u.g. Ort zuständig, soweit es sich um speyerische Leibeigene handelte. Gleichzeitig übte auch das kurpfälzische Gegenstück zu Kirrweiler, nämlich das Oberamt Neustadt an der Haardt Ansprüche auf die pfälzischen Leibeigenen in diesen Orten aus.
"Am 27. Januar (1798) wurden die Beamten des Oberamts Kirrweiler entlassen."[5] Ein Kantonsrichter wurde eingesetzt.
Anordnungen des Oberamts Kirrweiler
Trinken in Wirtschaften
Die oberamtliche Verordnung um das Jahr 1600 bestimmt wegen des vielen Trinkens in den Wirtschaften an, daß zu Sommerszeiten abends um 8 Uhr und zur Winterszeit um 7 Uhr geläutet werde und daß dann alle Wirtshausbesucher heimzugehen hätten. „Es soll auch kein Wirt über gemelde Zeit ihnen Wein geben. Wo aber ein Wirt solches übertritt und nach der Zeit Wein oder anderes geben wird, der soll ein Pfund Pfennig und ein jeder, so in der Zech ist, 10 Schilling Pfennig, so oft es geschieht, zu der Tätung unnachläßlich geben. Doch sollen fremde Gäste, so bei der Nachtzeit sich züchtig und gebührlich halten, hierein nit gemeint sein."[6]
Feldbebauung=
Durch oberamtlichen Befehl vom 29. Januar 1765 wurde beanstandet, daß Leute im Oberamt ihre Felder und besonders die Weinberge schlecht und nachlässig, nicht zu rechter Zeit oder gar nicht baueten. Darum sollten vertraute und verständige Männer bei den Arbeiten Aufsicht führen und Bericht erstatten. Die Lässigen sollten mit Geldstrafen beleqt werden, wovon die Aufpasser die Hälfte bekamen.[7]
Ertragssicherung
Die fürstbischöfliche Regierung suchte stets den Ertraq der Weinberge zu heben zum Vorteil der Untertanen und damit auch zum eigenen Gewinn. So wurde durch oberamtlichen Erlaß vom 6. Oktober 1768 verboten, Erbsen und Bohnen in die Wingertspfade zu setzen, weil das den Reben schade.[8]
Schießverbot
Im Jahre 1771 wurde durch eine oberamtliche Verordnung das Schießen bei Hochzeiten, Kindtaufen und an der Kirchweihe verboten[9]
Kleeanbau
Durch oberamtliche Anfrage vom 31. Juli 1784 mußte von der Gemeinde berichtet werden, ob von dem Ewigen Klee, welcher unter Korn, Spelz oder Gerste gesät, dann aber im folgenden Jahre als förmlicher Kleeacker benutzt wird, der Zehnte errichtet werde und an wen, wenn der Zehnte in Geld gegeben werde, wieviel pro Morgen bezahlt werde.[10]
Hundehaltung
In der Gemeinde ging es nun, nachdem nicht mehr viel zu holen war, ruhig seinen Gang weiter. Nach einem oberamtlichen Befehl vom 26. Juli 1797 durften nur Metzger und Müller und der Viehhirte Hunde halten und diese mußten angebunden bleiben. Alle anderen Hunde mußten abgeschafft werden, weil sie krankes Fleisch von in der Kriegszeit verscharrten Menschen- und Tierleichen aus der Erde gruben, in die Häuser schleppten und Viehkrankheiten verursachten.[11]
Orte im Amt Kirrweiler
Orte und ihre Zugehörigkeit[12] (vollständig)
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Bedienstete im Oberamt Kirrweiler
Bedienstete[14]
Gebiet: Fürstbistum Speyer
Zeitraum: Jahre 1600 bis 1789
Grad: unvollständig
Bedienstete im Oberamt Kirrweiler
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Und hier diejenigen, die bereits auf der Seite Alsterweiler belegt sind:
| Hat Arbeitsort | Ist erwähnt | Ist erwähnt in | Hat die Funktion | |
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| Adolf Adam Cörver | Landschreibereiamt Kirrweiler Oberamt Kirrweiler Amt Madenburg | 1683 | LA Sp D 1 Nr.72 Stuck (1988) | Beständer Keller Schaffner |
| Dietrich Friedrich Dincker | Amt Marientraut Oberamt Kirrweiler Amt Kirrweiler | 1683 1687 1717 1734 | LA Sp D 2 Nr.192neu LA Sp D 1 Nr.72 LA Sp E6 Nr.20 LA Sp E6 Nr.22 | Beständer Ausfaut Renovator Amtsverwalter Schatzungskommissar |
| Anastasius Spiel | Oberamt Kirrweiler | LA Sp F 2 Nr.51 | Schaffner |
Weblinks
Literatur
- ↑ Leonhardt, Johannes (1928), ‹Geschichte von Maikammer=Alsterweiler›, (1 Hg., 1; Maikammer:) 216 Seiten (CMS 125).
Einzelnachweise
- ↑ Schaab, Meinrad (1963), ‹Territoriale Entwicklung der Hochstifte Speyer und Worms Pfalzatlas (Band I bis IV und zwei Kartenbände)› In: Alter, Willi (Hg.), 2 (Band Pfalzatlas), Speyer. Pfälzische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften), Seite(n): 760-780) (CMS 305).
- ↑ siehe dazu: saarland-biografien.de/Rammung-Matthias-von
- ↑ siehe dazu: Dreyer, Matthias C.S. und Johannes Weingart (2015) ‹Einwohner von Maikammer und Alsterweiler im Liber secretorum des Bischofs Matthias Ramung von 1469/70› In: Pfälzische Familien- und Wappenkunde. Pfälzisch-rheinische Familienkunde e.V. Hgg.), (Band Band XVIII, Heft 5), Seite(n): 238-242 (CMS 637).
- ↑ Leonhardt, Johannes (1928), ‹Geschichte von Maikammer=Alsterweiler›, (1 Hg., 1; Maikammer:) 216 Seiten. (CMS 125), Seite 14ff.
- ↑ Leonhardt, Johannes (1928), ‹Geschichte von Maikammer=Alsterweiler›, (1 Hg., 1; Maikammer:) 216 Seiten (CMS 125), Seite 40.
- ↑ Leonhardt (1928), ‹Geschichte von Maikammer=Alsterweiler›, (1 Hg., 1; Maikammer:) 216 Seiten (CMS 125)., Seite 167
- ↑ Leonhardt (1928), Seite 136
- ↑ Leonhardt (1928), Seite 136
- ↑ Leonhardt (1928), Seite 32
- ↑ Leonhardt (1928), Seite 136
- ↑ Leonhardt (1928), Seite 39
- ↑ Anmerkung Matzinger: Die Orte sind verlinkt (blau) bzw. rot, wenn noch keine Seite angelegt ist.
- ↑ Entspricht der Numerierung im Pfalzatlas sowohl was den Text betrifft: Schaab, Meinrad (1963), ‹Territoriale Entwicklung der Hochstifte Speyer und Worms Pfalzatlas (Band I bis IV und zwei Kartenbände)› In: Alter, Willi (Hg.), 2 (Band Pfalzatlas), Speyer. Pfälzische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften), Seite(n): 760-780) (CMS 305) als auch die Karten. Siehe dazu: Schaab, Meinrad (1963), ‹Territoriale Entwicklung der Hochstifte Speyer und Worms Pfalzatlas (Band I bis IV und zwei Kartenbände)› In: Alter, Willi (Hg.), 2 (Band Pfalzatlas), Speyer. Pfälzische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften), Seite(n): 760-780) (CMS 305).
- ↑ Anmerkung Matzinger: Die Personen sind verlinkt (blau) bzw. rot, wenn noch keine Seite angelegt ist.
Anmerkungen
Zitate
Urkunden
Begriffe
Kategorien
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Referenzierungen
- ^ Geschichte von Maikammer=Alsterweiler/Seiten#Seite_167/2