Die Seite für Alsterweiler von Matthias C.S. Dreyer u.a.
LA Sp U 103 Nr.589: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | |Bild= | + | |Bild=Titelseite trennung alsterweiler LA Sp U 103 Nr589.jpg |
|Ort=Alsterweiler | |Ort=Alsterweiler | ||
|Ausstellung=1831 Juni 02 | |Ausstellung=1831 Juni 02 | ||
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|Bestand=Gemeindearchiv Maikammer | |Bestand=Gemeindearchiv Maikammer | ||
|Bestandsverzeichnis=U 103 | |Bestandsverzeichnis=U 103 | ||
| − | |Titel=Spezialbetreff: Trennung des Ortstheiles Alsterweiler von der Gemeinde Maikammer | + | |Titel=Spezialbetreff: Trennung des Ortstheiles Alsterweiler von der Gemeinde Maikammer-Alsterweiler |
| − | |Inhalt=Konvolut von Briefen | + | |Inhalt=Akte, Konvolut von Briefen |
|Umfang=Mehrere Seiten | |Umfang=Mehrere Seiten | ||
|Aussteller=Bürger von Alsterweiler | |Aussteller=Bürger von Alsterweiler | ||
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|Text-Übertragung=ja (teilweise) | |Text-Übertragung=ja (teilweise) | ||
|Weitere Personen=Eingabe bitte unter P1 bis P4 | |Weitere Personen=Eingabe bitte unter P1 bis P4 | ||
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|P2= | |P2= | ||
|P3= | |P3= | ||
|P4= | |P4= | ||
|Zitat=um Alsterweiler, seines selbst unumgänglich nothwendigen Eigenthums zu berauben | |Zitat=um Alsterweiler, seines selbst unumgänglich nothwendigen Eigenthums zu berauben | ||
| − | |Schlagwort=Trennung;Alsterweiler;Maikammer;Gemeindestall;Viehhaus;Pferdestall | + | |Schlagwort=Trennung;Alsterweiler;Maikammer;Gemeindestall;Viehhaus;Pferdestall;Trennung Alsterweiler Maikammer;Jakob Franz Humm (1790);Georg Anton Platz; Johann Friedrich Eisenbiegler;Peter Heinrich Kühn; Georg Rochus Ziegler; Bernhard Denier;Friedrich Thirolf; Johannes Lorenz; Johann Michael Platz; Franz Peter Platz; Georg Frankmann;Michael Platz;Andreas Hauck (1773);Georg Sebastian Humm;Nikolaus Groß; |
| − | |Sammlung=Urkunde | + | |Sammlung=Urkunde;Akte |
| − | }}Die [[Urkunde]] (es handelt sich um ein Konvolut von Briefen) trägt den Titel: '''Trennung des Ortstheiles Alsterweiler von der Gemeinde Maikammer'''. {{PAGENAME}} enthält den Antrag der Bürger von Alsterweiler auf [[Trennung Alsterweiler Maikammer|Trennung]] von der Hauptgemeinde Maikammer. Darunter befindet sich auch die Aufforderung an die Regierung, Kammer des Innern, nach Trennung wegen der Benachteiligungen durch den Gemeinderat von Maikammer[[CiteRef::Leonhardt (1928)/Seite53/1|Leonhardt (1928)]]. | + | }}Die [[Urkunde]] (es handelt sich um eine [[Akte]], ein Konvolut von Briefen in einem Einband mit dem Titel: Akten der Gemeinde Maikammer-Alsterweiler. / Spezialbetreff:)<ref group=anm>Auf der Seite Alsterweiler wird nicht nicht streng systematisch zwischen Akten und Urkunden unterschieden. Das erleichtert die Zuordnung und Anwendung.</ref><ref>Sehen Sie zum Unterschied zwischen Akten und Urkunden, [https://www.adfontes.uzh.ch/tutorium/dokumente-finden/suche-im-archiv/archivalien-urkunden-und-akten/ abgerufen am 27.02.2026]: "Die Unterteilung des Archivgutes in Urkunden und Akten ist eine idealtypische Unterscheidung und geht zurück auf die Aktenlehre der 1950er Jahre, die der Systematik der Diplomatik verpflichtet ist. Akten werden primär als Nicht-Urkunden behandelt. Während aus dieser Sicht Urkunden einen Rechtsakt festhalten, geben Akten ihn als Handlung wieder. |
| + | Akten unterscheiden sich aber auch in zeitlicher Dimension von Urkunden: Akten werden aktualisiert, Urkunden repräsentieren einen Rechtszustand auf Dauer. Eine Zuteilung kann ausserdem nach formalen Kriterien erfolgen: Während die Gestaltung einer Urkunde für ihre Echtheit bürgt, richtet sich die Darstellung der Akten nach administrativen Prinzipien. Urkunden unterscheiden sich von Akten durch den repräsentativen Gebrauch von Schrift und graphischen Symbolen. Aus Gründen der Beschaffenheit (Pergament, Format, Siegel) werden Urkunden einzeln, Akten hingegen geheftet, gebunden oder gebündelt in Mappen oder Schachteln aufbewahrt. | ||
| + | Das Aktenwesen wird aufgrund der Kanzleireglemente, die um 1500 entstehen, zunehmend formalisiert."</ref> trägt den Titel: '''Trennung des Ortstheiles Alsterweiler von der Gemeinde Maikammer-Alsterweiler'''. {{PAGENAME}} enthält den Antrag der Bürger von [[Alsterweiler]] auf [[Trennung Alsterweiler Maikammer|Trennung]] von der Hauptgemeinde Maikammer. Darunter befindet sich auch die Aufforderung an die Regierung, Kammer des Innern, nach Trennung wegen der Benachteiligungen durch den Gemeinderat von Maikammer[[CiteRef::Leonhardt (1928)/Seite53/1|Leonhardt (1928)]]. | ||
| − | ==Urkunde== | + | ==Urkunde - Akte== |
Akten der Gemeinde | Akten der Gemeinde | ||
Maikammer=Alsterweiler | Maikammer=Alsterweiler | ||
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Indem die gehorsamst unterzeichneten | Indem die gehorsamst unterzeichneten | ||
| − | Bürger der Gemeinde Alsterweiler, | + | Bürger der Gemeinde Alsterweiler, |
| − | + | Landkommissiariats Landau, es wagen, königl. | |
Regierung ihre erhfurchtsvolle Bitte | Regierung ihre erhfurchtsvolle Bitte | ||
vorzutragen, daß ihre Gemeinde von jener | vorzutragen, daß ihre Gemeinde von jener | ||
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Verwaltung erklärt werden möge glau, | Verwaltung erklärt werden möge glau, | ||
ben sie, köngigl. Regierung, vor allem | ben sie, köngigl. Regierung, vor allem | ||
| − | die großen Nachtheile, welche für | + | die großen Nachtheile, welche für |
| − | + | Alsterweiler aus dem Verbande mit | |
| − | + | Maikammer erwachsen, aus einandersetzen | |
zu müssen, unter welchen diese Gemeinde | zu müssen, unter welchen diese Gemeinde | ||
die ihrige von jeher gehalten hat, und | die ihrige von jeher gehalten hat, und | ||
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derselben betrachten zu müssen. | derselben betrachten zu müssen. | ||
Da Alsterweiler von jeher, und seit | Da Alsterweiler von jeher, und seit | ||
| − | den ältesten Zeiten mit Maikammer | + | den ältesten Zeiten mit Maikammer |
| − | + | vereinigt war, ja sogar früher als dieses | |
existierte, und mit mit diesem immer | existierte, und mit mit diesem immer | ||
eine Gemeinde bildete, so wurden auch | eine Gemeinde bildete, so wurden auch | ||
| − | alle Erwerbungen von Eigenthum | + | alle Erwerbungen von Eigenthum |
| − | + | gemeinschaftlich gemacht, und Alsterweiler | |
hat das Recht, den verhältniß mäßigen | hat das Recht, den verhältniß mäßigen | ||
Antheil an dem Eigenthum der Gemein | Antheil an dem Eigenthum der Gemein | ||
de in Anspruch zu nehmen. Es gebührt | de in Anspruch zu nehmen. Es gebührt | ||
| − | ihm daher auch der verhälntismäßige | + | ihm daher auch der verhälntismäßige |
| − | + | Antheil an den Einkünften; es kann mit Recht | |
| − | verlangen, daß ein verhälnis mäßiger | + | verlangen, daß ein verhälnis mäßiger |
| − | + | Antheil dieser Einkünfte zu seinem besten | |
verwendet werden. - Allein seit Jahren | verwendet werden. - Allein seit Jahren | ||
hat es eine solche Gunst sich nicht zu er | hat es eine solche Gunst sich nicht zu er | ||
freuen gehabt. | freuen gehabt. | ||
In welch furchtbar vernachläßigtem | In welch furchtbar vernachläßigtem | ||
| − | Zustand das Pflaster des Ortes | + | Zustand das Pflaster des Ortes Alsterweiler |
| − | + | ist, bedarf keiner weitläufigen | |
Erörterung. Der einfachste Augenschein | Erörterung. Der einfachste Augenschein | ||
sagt mehr, als Worte sagen mögen. Die | sagt mehr, als Worte sagen mögen. Die | ||
| Zeile 120: | Zeile 121: | ||
zu kaufen, kommen nicht mehr dahin, | zu kaufen, kommen nicht mehr dahin, | ||
und haben sich anderwärts hingewendet.- | und haben sich anderwärts hingewendet.- | ||
| − | Ebenso meiden alle Handelsleute, | + | Ebenso meiden alle Handelsleute, |
| − | + | welche Heu, Stroh, Kartoffeln, Kraut, | |
| − | zu verkaufen haben, diesen Ort, wegen | + | Hanf etc.(?) zu verkaufen haben, diesen Ort, wegen |
der schlechten Weege. Statt wie in an | der schlechten Weege. Statt wie in an | ||
deren gemeinden ihren Bedarf vor ihrer | deren gemeinden ihren Bedarf vor ihrer | ||
| Zeile 128: | Zeile 129: | ||
von Alsterweiler ihre Bedürfnisse auf | von Alsterweiler ihre Bedürfnisse auf | ||
auswärtigen Märkten kaufen, wobey | auswärtigen Märkten kaufen, wobey | ||
| − | sie aber den Nachtheil haben, daß | + | sie aber den Nachtheil haben, daß |
| − | + | sobald die Verkäufer hören, daß sie die | |
verkauften Waren auf Alsterweiler | verkauften Waren auf Alsterweiler | ||
fahren sollen, es entweder ganz | fahren sollen, es entweder ganz | ||
verweigern, oder sich nur dann dazu | verweigern, oder sich nur dann dazu | ||
| − | verstehen, wenn ihnen ein | + | verstehen, wenn ihnen ein mehrfaches |
| − | + | Mehrgeboth gemacht wird. | |
Nicht minder nachtehilig wirkt | Nicht minder nachtehilig wirkt | ||
| − | dieser Zustand der Straße auf den | + | dieser Zustand der Straße auf den |
| − | + | Ackerbau;- In der Erndte und im Herbste | |
können die Fuhren nur halbe Ladung | können die Fuhren nur halbe Ladung | ||
nehmen, und wenn man mit einem | nehmen, und wenn man mit einem | ||
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Seite 4<br /> | Seite 4<br /> | ||
Frucht beladen, an das Ort kommt, so | Frucht beladen, an das Ort kommt, so | ||
| − | müßen immer mehrere Männer zu | + | müßen immer mehrere Männer zu Hülfe |
| − | + | gerufen werden, um das Fuhrwerk | |
zu unterstützen, und das Umwerfen | zu unterstützen, und das Umwerfen | ||
| − | des selben zu verhüten.- Königliche | + | des selben zu verhüten.- Königliche |
| − | + | Regierung wird leicht ermeßen, welchen | |
schädlichen Einfluß dieser Zustand auf | schädlichen Einfluß dieser Zustand auf | ||
den Ackerbau und auf den Wohlstand der | den Ackerbau und auf den Wohlstand der | ||
| Zeile 156: | Zeile 157: | ||
Dieser Zustand aber, den königliche | Dieser Zustand aber, den königliche | ||
Regierung gewiß für kaum möglich | Regierung gewiß für kaum möglich | ||
| − | halten wird, ist nicht erst neu | + | halten wird, ist nicht erst neu entstanden. |
| − | + | Er dauert schon seit so langer zeit, | |
daß die Gemeinde Alsterweiler bereits | daß die Gemeinde Alsterweiler bereits | ||
| − | im Jahre 1817 deswegen bey dem | + | im Jahre 1817 deswegen bey dem |
| − | + | Bürgermeister sich zu beschweren und die | |
| − | Herstellung, oder wenigstens die | + | Herstellung, oder wenigstens die |
| − | + | Fahrbarmachung des Pfalsters zu verlangen | |
sich genöghtiget sah.- Man vertröstete | sich genöghtiget sah.- Man vertröstete | ||
sie damals bis dahin, wo der Gemeinderathe | sie damals bis dahin, wo der Gemeinderathe | ||
die Mittel dazu haben würde. Aber fünf | die Mittel dazu haben würde. Aber fünf | ||
| − | zehn Jahre sind seitdem | + | zehn Jahre sind seitdem vorübergegangen, |
| − | + | ohne daß irgend etwas für Alsterweiler | |
| − | + | gethan worden wäre. | |
Indessen hat es während der Zeit | Indessen hat es während der Zeit | ||
| − | der Gemeinderathe nicht an Mittel | + | der Gemeinderathe nicht an Mittel gefehlt |
| − | + | die seitdem für die Gemeinde Maikammer, | |
| − | + | mit einem Aufwande von vielen tausend | |
| − | + | Gulden gemacht zum Theil | |
| − | unnütze und überflüßige | + | unnütze und überflüßige Verwendungen |
| − | + | beweißen, von welchen die | |
— | — | ||
Seite 5<br /> | Seite 5<br /> | ||
| − | Unterzeichneten nur die tolle | + | Unterzeichneten nur die tolle Pflaster-Anlagen |
| − | + | in der Hafengasse dahier (gestrichen) | |
vom Jahr 1829 anführen wollen, bey | vom Jahr 1829 anführen wollen, bey | ||
welcher man den Bürgern das Wasser | welcher man den Bürgern das Wasser | ||
| Zeile 187: | Zeile 188: | ||
die Höfe auszufüllen und die Thor | die Höfe auszufüllen und die Thor | ||
bogen höher zu setzen. | bogen höher zu setzen. | ||
| − | Alsterweiler Bürger harrten | + | Alsterweiler Bürger harrten geduldig, |
| − | + | in der Hoffnung, daß man | |
zu Maikammer doch einmal an sie | zu Maikammer doch einmal an sie | ||
| − | denken, einmal ihnen Zustand | + | denken, einmal ihnen Zustand würdigen, |
| − | + | dem Gefühle von Recht und Billigkeit | |
| − | + | Raum geben werden. Eine | |
| − | traurige Erfahrung hat sie nun | + | traurige Erfahrung hat sie nun überzeugt, |
| − | + | daß dieses Hoffnung vergebens | |
| − | ist, und daß ihre Herrn von | + | ist, und daß ihre Herrn von Maikammer |
| − | + | nur ihre Interessen, welche | |
sie Interessen der Gemeinde nennen, | sie Interessen der Gemeinde nennen, | ||
berücksichtigen. | berücksichtigen. | ||
| − | Maikammer wurde in dieser | + | Maikammer wurde in dieser Zwischenzeit |
| − | + | nit ganz, einige Straßen zweimal | |
gepflastert, und in diesem Augenblicke | gepflastert, und in diesem Augenblicke | ||
noch, wird, mit dem Gelde, welches | noch, wird, mit dem Gelde, welches | ||
nach dem Büdget für die Herstellung | nach dem Büdget für die Herstellung | ||
| − | des | + | des Pflasters von Alsterweiler |
| − | angeblich bestimmt war, das | + | angeblich bestimmt war, das Pflaster |
| − | + | einer Nebenstraße mit theurem | |
| − | + | Steinen hergestellt, während | |
| − | man seit fünfzehn Jahren für | + | man seit fünfzehn Jahren für |
| − | + | Alsterweiler kein Geld zur Herstellung | |
der Hauptstraße finden kann; | der Hauptstraße finden kann; | ||
— | — | ||
Seite 6<br /> | Seite 6<br /> | ||
| − | obgleich nicht ermangelte, die | + | obgleich nicht ermangelte, die Einwohner |
| − | + | der letzern Gemeinde zu allen | |
Dienstleistungen und Beyträgen bey zu | Dienstleistungen und Beyträgen bey zu | ||
| − | ziehen, während vor 10 Jahren das | + | ziehen, während vor 10 Jahren das Gemeindehaus |
| − | + | zu Maikammer gebaut wurde, so wie als man dort die Straße | |
| − | + | pflasterte, und späther die Kommunikationsweege | |
| − | + | mit Kirrweiler und St.Martin. | |
| − | + | machte, mußte Alsterweiler alle Lieferungen | |
| − | machte, mußte Alsterweiler alle | + | an Steinen, Sand etc(?) machen |
| − | |||
und noch obendrein in mancher Weise | und noch obendrein in mancher Weise | ||
| − | drey bis 4 Tage frohnden leisten; | + | drey bis 4 Tage frohnden leisten; allein |
| − | + | man dachte nicht daran, daß auch | |
| − | Alsterweiler eines | + | Alsterweiler eines Kommunikationsweges |
| − | + | bedürfe. Die Bürger dieser | |
Gemeinde, denen das Gesez doch gleiche | Gemeinde, denen das Gesez doch gleiche | ||
Rechte mit jenen von Maikammer | Rechte mit jenen von Maikammer | ||
gewährt, sind zu Maikammer Gebote (??) | gewährt, sind zu Maikammer Gebote (??) | ||
| − | geworden. Sklaven eigensüchtiger | + | geworden. Sklaven eigensüchtiger Menschen, |
| − | + | die sich nicht entblöden, die gerechten | |
Forderungen der Alsterweiler Bürger | Forderungen der Alsterweiler Bürger | ||
| − | nicht blos mit Härte, sondern mit | + | nicht blos mit Härte, sondern mit despotischem |
| − | + | Hohn von sich zu weisen, und nun, | |
nachdem sie sich Jahre lang mit eiteln | nachdem sie sich Jahre lang mit eiteln | ||
Versprechungen hingehalten, ihnen zu | Versprechungen hingehalten, ihnen zu | ||
| Zeile 249: | Zeile 249: | ||
mehr zu ertragende Schicksal der | mehr zu ertragende Schicksal der | ||
Alsterweiler Bürger, und zugleich den | Alsterweiler Bürger, und zugleich den | ||
| − | rohen | + | rohen Despotismus der Maikammer |
Herrn anschaulich zu machen; dieser Herrn, | Herrn anschaulich zu machen; dieser Herrn, | ||
welche sich nicht damit begnügten, daß sie | welche sich nicht damit begnügten, daß sie | ||
den Ertrag aller Holzhiebe, so wie der(?) | den Ertrag aller Holzhiebe, so wie der(?) | ||
Gemeindegelder und Gefälle einzig und | Gemeindegelder und Gefälle einzig und | ||
| − | ausschließlich zum Vortheil von | + | ausschließlich zum Vortheil von Maikammer |
| − | + | zu ung (gestrichen) verwenden, sondern | |
| − | auch noch alles aufsuchten, um | + | auch noch alles aufsuchten, um Alsterweiler, |
| − | + | seines selbst unumgänglich nothwendigen | |
| − | + | Eigenthums zu berauben. | |
So besaß Alsterweiler ein Haus mit | So besaß Alsterweiler ein Haus mit | ||
Stallung, wo man, wenn Pferde in die | Stallung, wo man, wenn Pferde in die | ||
| Zeile 267: | Zeile 267: | ||
verkauften die Maikammerer Herrn vor | verkauften die Maikammerer Herrn vor | ||
einigen Monaten dieses Haus und Stall. | einigen Monaten dieses Haus und Stall. | ||
| − | An dem Weege, welcher von | + | An dem Weege, welcher von Alsterweiler |
| − | + | nach Unterhambach führt, verkauften | |
| − | + | sie, an Georg Platz von Maikammer | |
| − | + | aus der Mitte ein Stück | |
von entlichen und dreyßig Ruthen, | von entlichen und dreyßig Ruthen, | ||
wodurch nicht nur die Communication | wodurch nicht nur die Communication | ||
| − | mit Unterhambach unterbrochen | + | mit Unterhambach unterbrochen sondern |
| − | + | es auch den Gutsbesitzern in | |
Alsterweiler unmöglich gemacht ist, auf | Alsterweiler unmöglich gemacht ist, auf | ||
ihre Felder im Klausenthal anders zu | ihre Felder im Klausenthal anders zu | ||
kommen, als auf einem Fußweege | kommen, als auf einem Fußweege | ||
oder auf einem großen Umweege. | oder auf einem großen Umweege. | ||
| − | An einem anderen | + | An einem anderen Communikationsweeg |
| − | + | welcher von Alsterweiler nach | |
| − | Edenkoben zieht, verkauften sie | + | Edenkoben zieht, verkauften sie ebenfalls |
— | — | ||
Seite 8<br /> | Seite 8<br /> | ||
| − | + | an Johannes Platz, längs des | |
Weegs auf den Oberwiesen, oder an | Weegs auf den Oberwiesen, oder an | ||
den sogenannten Pfaffenweeg, ein Stück | den sogenannten Pfaffenweeg, ein Stück | ||
von etlichen und vierzig Ruthen, wodurch | von etlichen und vierzig Ruthen, wodurch | ||
der Weeg geschmälert, und für Fuhrwerke | der Weeg geschmälert, und für Fuhrwerke | ||
| − | zum Nachtheil der dort begüterten | + | zum Nachtheil der dort begüterten unbrauchbar |
| − | + | gemacht wurde. Überall sonst sucht man durch | |
| − | Überall sonst sucht man durch | + | Unterhaltung der Weege, selbst durch Anlage |
| − | |||
neuer, die Kommunikationen mit den | neuer, die Kommunikationen mit den | ||
Feldern, im Interesse des Ackerbaues | Feldern, im Interesse des Ackerbaues | ||
| − | zu | + | zu erleichtern: hier in den neuen Aldern(???), |
läßt man nicht nur die Weege verderben, | läßt man nicht nur die Weege verderben, | ||
sondern sperrt und hemmt die Verbindung | sondern sperrt und hemmt die Verbindung | ||
| Zeile 302: | Zeile 301: | ||
wahrscheinlich noch besser zum Zwecke zu | wahrscheinlich noch besser zum Zwecke zu | ||
kommen. | kommen. | ||
| − | Die Herrn von Maikammer | + | Die Herrn von Maikammer belästiget |
| − | + | durch die Beschwerden der von Alsterweiler, | |
| − | + | besonders aber des biedern | |
| − | Sebastian Straub, des einzigen | + | Sebastian Straub, des einzigen Alsterweiler |
| − | + | Bürgers im Gemeinderathe, und | |
um zu verhindern, daß diese Letzeren(?) | um zu verhindern, daß diese Letzeren(?) | ||
keine zu tiefe Blicke in die Geheimnisse | keine zu tiefe Blicke in die Geheimnisse | ||
der Maikammerer Finanz. Verwaltung | der Maikammerer Finanz. Verwaltung | ||
thun mögten, haben endlich für gut | thun mögten, haben endlich für gut | ||
| − | gefunden keinen | + | gefunden keinen Alsterweiler Einwohner |
| − | + | mehr in den Gemeinderath aufzunehmen, | |
| − | + | in der Hoffnung, so ihre Oberherrschaft | |
| − | + | über ihre Alsterweiler Unterthanen, | |
- denn nur so sind diese angesehen und | - denn nur so sind diese angesehen und | ||
behandelt - dauerhaft zu begründen, und | behandelt - dauerhaft zu begründen, und | ||
| Zeile 335: | Zeile 334: | ||
erlauben, ohne in eine weitläufige | erlauben, ohne in eine weitläufige | ||
Erörterung der Art einzugehen, wie | Erörterung der Art einzugehen, wie | ||
| − | bisher der Gemeindehaushalt zu | + | bisher der Gemeindehaushalt zu Maikammer |
| − | + | gefürt wurde, wie dort | |
die unnöthigsten Unternehmungen | die unnöthigsten Unternehmungen | ||
gemacht, und gutgeheisen, und der | gemacht, und gutgeheisen, und der | ||
| − | + | Vermuthung der geheimen Theilnehme | |
| − | + | kaum gegeben wurde, wünschen | |
| − | und bitten die Einwohner von | + | und bitten die Einwohner von Alsterweiler |
| − | + | um nichts, als um gänliche Trennung | |
| − | + | von Maikammer, um Trennung | |
in politischer und finanzieller Hinsicht, | in politischer und finanzieller Hinsicht, | ||
in Gemeindegut, in Wald, und Bann, | in Gemeindegut, in Wald, und Bann, | ||
| − | aber auch um Verrechnung der | + | aber auch um Verrechnung der Alsterweiler, |
| − | + | seit fünfzehn Jahren zukommenden, | |
| − | + | und außer einem kleinen Theil | |
für das Schulhaus, nicht in seinem Nützen | für das Schulhaus, nicht in seinem Nützen | ||
verwendeten Antheils der Nutzungen, | verwendeten Antheils der Nutzungen, | ||
| Zeile 360: | Zeile 359: | ||
Die Gemeinde Alsterweiler darf | Die Gemeinde Alsterweiler darf | ||
die Gewährung ihrer Selbständigkeit | die Gewährung ihrer Selbständigkeit | ||
| − | mit um so größerer Zuversicht | + | mit um so größerer Zuversicht erwarten, |
| − | + | als ihm Bevölkerung von 140 Bür- | |
| − | gern, mit fast 800 | + | gern, mit fast 800 Seelen stark genug |
| − | + | ist, um eine eigene Gemeinde zu | |
bilden, da unter den 49 Gemeinden des | bilden, da unter den 49 Gemeinden des | ||
Landkommissariats bereits 23 sind, | Landkommissariats bereits 23 sind, | ||
| − | obgleich weit schwächer in der | + | obgleich weit schwächer in der Seelenzahl |
| − | + | doch ihre eigene Verwaltung haben, | |
und als diese Selbständigkeit zur Zeit | und als diese Selbständigkeit zur Zeit | ||
| − | der französische republikanischen | + | der französische republikanischen Verfassung, |
| − | + | wo Alsterweiler seinen eigenen | |
| − | + | Munizipal-Agenten hatte, schon | |
einmal bestand, und nicht zum nachtheil | einmal bestand, und nicht zum nachtheil | ||
der Gemeinde. | der Gemeinde. | ||
| Zeile 379: | Zeile 378: | ||
nach ihrem Belieben schalten lassen, und | nach ihrem Belieben schalten lassen, und | ||
sich damit begnügen, ihre Sorgfalt auf | sich damit begnügen, ihre Sorgfalt auf | ||
| − | ihre eigene Gemeinde, und auf die | + | ihre eigene Gemeinde, und auf die Heilung |
| − | + | der Wunden zu verwenden, welche | |
ihnen die bisherige Verwaltung schlug. | ihnen die bisherige Verwaltung schlug. | ||
Sie hegen dabey die Zuversicht, daß | Sie hegen dabey die Zuversicht, daß | ||
| Zeile 386: | Zeile 385: | ||
zu verwirklichen vermögen, was man | zu verwirklichen vermögen, was man | ||
ihnen seit so langer zeit, und troz der | ihnen seit so langer zeit, und troz der | ||
| − | ungeheuren Einnahmen ihrer | + | ungeheuren Einnahmen ihrer Nutzungen |
— | — | ||
Seite 11<br /> | Seite 11<br /> | ||
| − | + | so hartnäckig verweigerte, | |
| − | und gewiß ein vollkommen | + | und gewiß ein vollkommen bewilligen |
| − | + | würde. Königliche Regierung wird nicht | |
| − | Königliche Regierung wird nicht | + | gestatten, daß dieser Sklavenzustand |
| − | gestatten, daß dieser | + | der Gemeinde Alsterweiler |
| − | + | Bürger fortdauern, Hochdieselbe(?) | |
| − | + | wird eine Gemeinde von 800 Seelen | |
| − | wird eine Gemeinde von 800 | + | berücksichtigen, welche, dank |
| − | |||
sei es den stets so gütigen und | sei es den stets so gütigen und | ||
wohlwollenden Gesinnungen der | wohlwollenden Gesinnungen der | ||
| − | Maikammerer Herren, | + | Maikammerer Herren, verhältnismäßig |
| − | + | dem Stande weit mehr Abgaben | |
| − | + | bezahlen muß als Maikammer selbst, | |
| − | + | indem die besten Güter | |
in dieser Gemeinde noch lange nicht | in dieser Gemeinde noch lange nicht | ||
| − | so hoch angelegt sind, als die | + | so hoch angelegt sind, als die Mittelklasse(?) |
| − | + | von Alsterweiler. Zu dieser | |
Hoffnung haben die gehorsamst | Hoffnung haben die gehorsamst | ||
Unterzeichneten die Ehre mit der | Unterzeichneten die Ehre mit der | ||
| Zeile 488: | Zeile 486: | ||
==Regest== | ==Regest== | ||
====Nach Johannes Leonhardt==== | ====Nach Johannes Leonhardt==== | ||
| − | "Am 2. Juni 1831 richteten Bürger von Alsterweiler an das [[Landau (Landcommissariat)|Landkommissariat Landau]] die Bitte, [[Alsterweiler]] von [[Maikammer]] zu trennen und zu einer selbständigen Gemeinde mit eigener Verwaltung zu erklären. Als Gründe führten sie an die Vernachlässigung des Ortsteils [[Alsterweiler]] in den letzten 15 Jahren und die mutwillige Verschleuderung des Gemeindeeigentums in [[Alsterweiler]] zum Nachteil der Gemeinde. Die Schrift enthält viele scharfe Ausdrücke, woraus man die tiefe Erbitterung der Alsterweilerer Bürger ersieht. Der Zufahrtsweg von [[Maikammer]] nach [[Alsterweiler]], der [[Plattenweg]], war meist in derartig schlechtem Zustand, daß Fuhrwerke bis an die Achse einbrachen, und Fuhrleute, die Flachs, Weiden, Kartoffeln u. a. von auswärts brachten, es vorzogen in [[Maikammer]] zu bleiben."<ref>[[Leonhardt (1928)]], Seite 52</ref> | + | "Am 2. Juni 1831 richteten Bürger von Alsterweiler an das [[Landau (Landcommissariat)|Landkommissariat Landau]] die Bitte, [[Alsterweiler]] von [[Maikammer]] zu trennen und zu einer selbständigen Gemeinde mit eigener Verwaltung zu erklären. Als Gründe führten sie an die Vernachlässigung des Ortsteils [[Alsterweiler]] in den letzten 15 Jahren und die mutwillige Verschleuderung des Gemeindeeigentums in [[Alsterweiler]] zum Nachteil der Gemeinde. Die Schrift enthält viele scharfe Ausdrücke, woraus man die tiefe Erbitterung der Alsterweilerer Bürger ersieht. Der Zufahrtsweg von [[Maikammer]] nach [[Alsterweiler]], der [[Plattenweg]], war meist in derartig schlechtem Zustand, daß Fuhrwerke bis an die Achse einbrachen, und Fuhrleute, die Flachs, Weiden, Kartoffeln u. a. von auswärts brachten, es vorzogen in [[Maikammer]] zu bleiben."<ref>[[Leonhardt (1928)]], Seite 52.</ref> |
====Akten der Gemeinde==== | ====Akten der Gemeinde==== | ||
Maikammer=Alsterweiler | Maikammer=Alsterweiler | ||
| − | |||
Spezialbetreff: | Spezialbetreff: | ||
Trennung des Ortstheiles Alsterweiler von der Gemeinde | Trennung des Ortstheiles Alsterweiler von der Gemeinde | ||
| Zeile 498: | Zeile 495: | ||
LA Speyer | LA Speyer | ||
U103 Nr.589 | U103 Nr.589 | ||
| − | + | [[Königliche Regierung Kammer des Innern]] | |
| − | |||
| − | Königliche Regierung | ||
| − | Kammer des Innern | ||
| − | ==== | + | ==Zusammenstellung der Unterzeichner== |
| + | ===Seite 11=== | ||
Alsterweiler den 2ten Juni 1831. | Alsterweiler den 2ten Juni 1831. | ||
[[Georg Anton Platz|G.A. Platz]]; [[Johann Friedrich Eisenbiegler|F. Eisenbiegler]]; | [[Georg Anton Platz|G.A. Platz]]; [[Johann Friedrich Eisenbiegler|F. Eisenbiegler]]; | ||
| − | [[Peter Heinrich Kühn|Peter Kühn]]; [[Rochus Ziegler]]; [[Bernhard Denier]] | + | [[Peter Heinrich Kühn|Peter Kühn]]; [[Georg Rochus Ziegler|Rochus Ziegler]]; [[Bernhard Denier]] |
| − | [[Friedrich Thirolf]]; [[Johannes Lorenz]]; [[Johann Michael Platz|J.M. Platz]]; [[Franz Platz]]; [[Georg Frankmann]]; [[Michel Platz]]; [[Andreas Hauck|A. Hauck]] | + | [[Friedrich Thirolf]]; [[Johannes Lorenz]]; [[Johann Michael Platz|J.M. Platz]]; [[Franz Peter Platz|Franz Platz]]; [[Georg Frankmann]]<ref>Zwar war Georg Frankmann zu dieser Zeit erst 15 Jahre alt, aber ein anderer Georg Fankrmann findet sich in der fraglichen Zeit nicht</ref>; [[Michael Platz|Michel Platz]]<ref group=anm>Angenommen wird hier das 7. Kind des oben Unterzeichnenden Johann Michael Platz. Eine andere Person kommt zeitlich nicht in Frage</ref>; [[Andreas Hauck (1773)|A. Hauck]]; |
| − | [[Georg Humm]]; [[Nikolaus Groß]] | + | [[Georg Sebastian Humm|Georg Humm]]; [[Nikolaus Groß]]; |
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| − | [[Sebastian Hauck|Sb. Hauck]] | + | [[Sebastian Hauck|Sb. Hauck]]; |
| − | [[Georg Rochus Kauzmann]] | + | [[Georg Rochus Kautzmann|Georg Rochus Kauzmann]]; |
| − | G.F. Straub | + | [[Georg Straub (1791)|G.F. Straub]]<ref>Wurde standesamtlich Georg Franz Straub genannt, aber im OFB (2015) nur als Georg eingetragen.</ref>; |
| − | [[Joseph Volkert]] | + | [[Joseph Volkert]]; |
| − | [[Franz Humm]] | + | [[Franz Xaver Humm|Franz Humm]]; |
| − | [[Martin Platz]] | + | [[Martin Platz]]; |
| − | [[Daniel Peter]] | + | [[Daniel Peter]]; |
| − | [[ | + | [[Hermann Damm]]; |
| − | [[Joseph Mühlheiser]] | + | [[Joseph Mühlhäuser|Joseph Mühlheiser]]; |
| − | P.A. Frankmann | + | [[Peter Adam Frankmann (1782)|P.A. Frankmann]]; |
| − | [[Emanuel Ziegler]] | + | [[Emanuel Ziegler (junior)]]; |
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| − | + | [[Joseph Damm|J. Damm]]; [[Georg Konrad Thirolf|G.K. Thirolf]]; | |
| − | J. Damm; G.K. Thirolf; | + | [[Philipp Jakob Schädler|Philipp Schädler]]; [[Georg Danner]]; |
| − | [[Philipp Schädler]] | + | [[Johann Philipp Jakob Pfoh|Philipp Pfoh]]; [[Nikolaus Peter|N. Peter]]; |
| − | [[Philipp Pfoh]]; N. Peter; | + | [[E. Volkert]]/ UNKLAR???; |
| − | E. Volkert | + | [[Georg Anslinger]]/ UNKLAR???; |
| − | [[Georg Anslinger]] | + | [[Gabriel Buchenberger|Gab. Buchenberger]]; |
| − | [[Gabriel Buchenberger|Gab. Buchenberger]] | + | [[Georg Anton Frankmann|G.A. Frankmann]]; |
| − | G.A. Frankmann | + | [[Michael Hauck (1799)|M. Hauck]]. |
| − | M. Hauck. | + | [[Plazidus Christoph Philipp Schwarzwälder|Plazidus Schwarzweller]]; |
| − | [[Plazidus Schwarzweller]] | + | [[Peter Müller]]; [[Johannes Humm|Johann Humm]]; |
| − | [[Peter Müller]]; [[Johann Humm]] | + | [[Johann Wilhelm Fallenstein|Wilhelm Fallenstein]]; |
| − | [[Wilhelm Fallenstein]] | + | [[Theobald Schlosser|Theobald Schloßer]]; [[Johannes Platz|J. Platz]]<ref>Ein anderer Johannes Platz passt hier nicht</ref>; |
| − | [[Theobald Schloßer]]; J. Platz | + | [[Friedrich Dengler (1787)|Friedrich Dengler]]; [[Jakob Friedrich Schlosser|Jacob Schloßer]]; |
| − | [[Friedrich Dengler (1787)|Friedrich Dengler]]; [[Jacob Schloßer]] | + | [[Gabriel Blumenstiel]]; |
| − | [[Gabriel Blumenstiel]] | + | [[Johannes Stockmayer|Joh. Stockmeyer]]; [[Johann Georg Baumann|Georg Baumann]]. |
| − | Joh. Stockmeyer | + | [[Nikolaus Humm]]; [[Johann Adam Eisenbiegler|Adam Eisenbiegler d.j.]]; |
| − | [[Nikolaus Humm]] | + | [[Martin Eichhorn]]; [[David Schädler|David Schedler]]; |
| − | [[Martin Eichhorn]]; [[David Schedler]] | + | [[Georg Franz Müller]]; |
| − | [[Georg Franz Müller]] | + | [[Jakob Franz Humm (1790)|Jacob Franz Humm]]; [[Johann Peter Straub|Peter Straub]]; |
| − | [[Jacob Franz Humm]]; [[Peter Straub]] | + | [[Peter Adam Koch]]; [[Franz Karl Rech|Karl Rech]]; |
| − | [[Peter Adam Koch]] | + | [[Johann Heinrich Hormuth|Heinrich Hormuth]]; [[Georg Wilhelm]]; |
| − | [[Heinrich Hormuth]]; [[Georg Wilhelm]] | + | [[Konrad Schwaab]]; [[Lorenz Groß]]; |
| − | [[Konrad Schwaab]]; [[Lorenz Groß]] | + | [[Joh. Philipp Eisele]]; |
| − | Joh. Philipp Eisele | + | [[Michael Schädler]]; |
| − | [[Michael Schädler]] | ||
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| − | Valtin Rehm | + | [[Valtin Rehm]]; [[Wendel Schmitt]]; |
| − | Nikolaus Straub | + | [[Nikolaus Straub]]; [[Friedrich Müller]]; |
| − | Sebastian Humm | + | [[Sebastian Humm]]; [[Martin Dengler]]; |
Christian Wingerter. Nik. Hertel. | Christian Wingerter. Nik. Hertel. | ||
J. Kühn; Sebastian Blumenstiel. | J. Kühn; Sebastian Blumenstiel. | ||
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Breiling; Nikolaus Reinhard | Breiling; Nikolaus Reinhard | ||
Joseph Hummel. | Joseph Hummel. | ||
| + | |||
| + | Zu den Namen ist anzumerken, daß einige Zuordnungen zu den Personen des Ortsfamilienbuchs nicht eindeutig sind. Bei Namensgleichheit oder abweichenden Vornamen wurde wie folgt verfahren: 1. Lebensalter - ab 20 Jahren 2. Sterbedatum nicht vor 1832 3. Wohnort - Alsterweiler 4. Eigentum/Haus in Alsterweiler. | ||
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Aktuelle Version vom 5. März 2026, 16:54 Uhr
Gebiet: Alsterweiler
Zeitraum: 1831 Juni 02
Grad: Grad ungeprüft
Kategorie:
Die Vorlage hat ausgefüllt: /2026-03-05
Die Urkunde (es handelt sich um eine Akte, ein Konvolut von Briefen in einem Einband mit dem Titel: Akten der Gemeinde Maikammer-Alsterweiler. / Spezialbetreff:)[anm 1][1] trägt den Titel: Trennung des Ortstheiles Alsterweiler von der Gemeinde Maikammer-Alsterweiler. LA Sp U 103 Nr.589 enthält den Antrag der Bürger von Alsterweiler auf Trennung von der Hauptgemeinde Maikammer. Darunter befindet sich auch die Aufforderung an die Regierung, Kammer des Innern, nach Trennung wegen der Benachteiligungen durch den Gemeinderat von Maikammer1Leonhardt (1928).
Urkunde - Akte
Akten der Gemeinde Maikammer=Alsterweiler
Spezialbetreff: Trennung des Ortsteiles Alsterweiler von der Gemeinde Maikammer Alsterweiler LA Speyer U103 Nr. 589
—
Seite 1
Königliche Regierung
Kammer des Innern
Gehorsamste Bitte der unterzeichneten Bürger der Gemeinde Alsterweiler, Landkommissiariats Landau um Trennung ihrer Gemeinde und jener von Maikammer und Bewilligung einer getrennten Verwaltung.
Indem die gehorsamst unterzeichneten Bürger der Gemeinde Alsterweiler, Landkommissiariats Landau, es wagen, königl. Regierung ihre erhfurchtsvolle Bitte vorzutragen, daß ihre Gemeinde von jener von Maikammer mit welcher solche bis- her vereinigt war, getrennt, und als eine selbständige Gemeinde mit eigner Verwaltung erklärt werden möge glau, ben sie, köngigl. Regierung, vor allem die großen Nachtheile, welche für Alsterweiler aus dem Verbande mit Maikammer erwachsen, aus einandersetzen zu müssen, unter welchen diese Gemeinde die ihrige von jeher gehalten hat, und noch immer hält, damit hohe Kreisstelle die Ueberzeugung erhalte, wie schlechter- dings unleidlich die Fortdauer die ses Zustandes für Alsterweilers Be- wohner, wie schmerzlich es ihnen seyn müßte, sich gleichsam als von der Gnade jener abhängig, als Leibeigene
—
Seite 2
derselben betrachten zu müssen.
Da Alsterweiler von jeher, und seit
den ältesten Zeiten mit Maikammer
vereinigt war, ja sogar früher als dieses
existierte, und mit mit diesem immer
eine Gemeinde bildete, so wurden auch
alle Erwerbungen von Eigenthum
gemeinschaftlich gemacht, und Alsterweiler
hat das Recht, den verhältniß mäßigen
Antheil an dem Eigenthum der Gemein
de in Anspruch zu nehmen. Es gebührt
ihm daher auch der verhälntismäßige
Antheil an den Einkünften; es kann mit Recht
verlangen, daß ein verhälnis mäßiger
Antheil dieser Einkünfte zu seinem besten
verwendet werden. - Allein seit Jahren
hat es eine solche Gunst sich nicht zu er
freuen gehabt.
In welch furchtbar vernachläßigtem
Zustand das Pflaster des Ortes Alsterweiler
ist, bedarf keiner weitläufigen
Erörterung. Der einfachste Augenschein
sagt mehr, als Worte sagen mögen. Die
folgen dieses vernachläßigten Zustandes
des Pflasters, und der nach Alsterweiler
führenden Weege, denn auch diese sind in
dem erbärmlichsten Zustande, daß der Ab-
satz der Produkte nicht blos erschwert,
sondern, fast gänzlich verhindert wird.
Noch dieses Frühjahr lieferte hievon
ein auffallendes Beyspiel. Der Wagen
—
Seite 3
des Holzhändlers Huber von Hochspeyer,
welcher mit Stiefelholz beladen durch
das Dorf fuhr versank unten in dem
Orte, daß er abgeladen, und mit Mühe
heraus gehoben werden mußte. - die
Würtemberger Fuhrleute, mit ihren
schweren Wagen, welche sonst nach
Alsterweiler kamen um dort Wein
zu kaufen, kommen nicht mehr dahin,
und haben sich anderwärts hingewendet.-
Ebenso meiden alle Handelsleute,
welche Heu, Stroh, Kartoffeln, Kraut,
Hanf etc.(?) zu verkaufen haben, diesen Ort, wegen
der schlechten Weege. Statt wie in an
deren gemeinden ihren Bedarf vor ihrer
Thüre zu kaufen, müßen die Bürger
von Alsterweiler ihre Bedürfnisse auf
auswärtigen Märkten kaufen, wobey
sie aber den Nachtheil haben, daß
sobald die Verkäufer hören, daß sie die
verkauften Waren auf Alsterweiler
fahren sollen, es entweder ganz
verweigern, oder sich nur dann dazu
verstehen, wenn ihnen ein mehrfaches
Mehrgeboth gemacht wird.
Nicht minder nachtehilig wirkt
dieser Zustand der Straße auf den
Ackerbau;- In der Erndte und im Herbste
können die Fuhren nur halbe Ladung
nehmen, und wenn man mit einem
Wagen oder Karren mit Heu oder
—
Seite 4
Frucht beladen, an das Ort kommt, so
müßen immer mehrere Männer zu Hülfe
gerufen werden, um das Fuhrwerk
zu unterstützen, und das Umwerfen
des selben zu verhüten.- Königliche
Regierung wird leicht ermeßen, welchen
schädlichen Einfluß dieser Zustand auf
den Ackerbau und auf den Wohlstand der
Bewohner Alsterweilers haben müße.
Dieser Zustand aber, den königliche
Regierung gewiß für kaum möglich
halten wird, ist nicht erst neu entstanden.
Er dauert schon seit so langer zeit,
daß die Gemeinde Alsterweiler bereits
im Jahre 1817 deswegen bey dem
Bürgermeister sich zu beschweren und die
Herstellung, oder wenigstens die
Fahrbarmachung des Pfalsters zu verlangen
sich genöghtiget sah.- Man vertröstete
sie damals bis dahin, wo der Gemeinderathe
die Mittel dazu haben würde. Aber fünf
zehn Jahre sind seitdem vorübergegangen,
ohne daß irgend etwas für Alsterweiler
gethan worden wäre.
Indessen hat es während der Zeit
der Gemeinderathe nicht an Mittel gefehlt
die seitdem für die Gemeinde Maikammer,
mit einem Aufwande von vielen tausend
Gulden gemacht zum Theil
unnütze und überflüßige Verwendungen
beweißen, von welchen die
—
Seite 5
Unterzeichneten nur die tolle Pflaster-Anlagen
in der Hafengasse dahier (gestrichen)
vom Jahr 1829 anführen wollen, bey
welcher man den Bürgern das Wasser
in die Keller und Höfe leitete, und
auf ihre desfalls erhobene Beschwerde
gezwungen waren, mit neuen Kosten,
die Höfe auszufüllen und die Thor
bogen höher zu setzen.
Alsterweiler Bürger harrten geduldig,
in der Hoffnung, daß man
zu Maikammer doch einmal an sie
denken, einmal ihnen Zustand würdigen,
dem Gefühle von Recht und Billigkeit
Raum geben werden. Eine
traurige Erfahrung hat sie nun überzeugt,
daß dieses Hoffnung vergebens
ist, und daß ihre Herrn von Maikammer
nur ihre Interessen, welche
sie Interessen der Gemeinde nennen,
berücksichtigen.
Maikammer wurde in dieser Zwischenzeit
nit ganz, einige Straßen zweimal
gepflastert, und in diesem Augenblicke
noch, wird, mit dem Gelde, welches
nach dem Büdget für die Herstellung
des Pflasters von Alsterweiler
angeblich bestimmt war, das Pflaster
einer Nebenstraße mit theurem
Steinen hergestellt, während
man seit fünfzehn Jahren für
Alsterweiler kein Geld zur Herstellung
der Hauptstraße finden kann;
—
Seite 6
obgleich nicht ermangelte, die Einwohner
der letzern Gemeinde zu allen
Dienstleistungen und Beyträgen bey zu
ziehen, während vor 10 Jahren das Gemeindehaus
zu Maikammer gebaut wurde, so wie als man dort die Straße
pflasterte, und späther die Kommunikationsweege
mit Kirrweiler und St.Martin.
machte, mußte Alsterweiler alle Lieferungen
an Steinen, Sand etc(?) machen
und noch obendrein in mancher Weise
drey bis 4 Tage frohnden leisten; allein
man dachte nicht daran, daß auch
Alsterweiler eines Kommunikationsweges
bedürfe. Die Bürger dieser
Gemeinde, denen das Gesez doch gleiche
Rechte mit jenen von Maikammer
gewährt, sind zu Maikammer Gebote (??)
geworden. Sklaven eigensüchtiger Menschen,
die sich nicht entblöden, die gerechten
Forderungen der Alsterweiler Bürger
nicht blos mit Härte, sondern mit despotischem
Hohn von sich zu weisen, und nun,
nachdem sie sich Jahre lang mit eiteln
Versprechungen hingehalten, ihnen zu
antworten sich erlauben: „Der Frison“
- ein Barbier in Maikammer - solle
ihnen sein Pflaster schmieren.“
Diese Antwort reicht hin, und königl.
Regierung das traurige, länger nicht
—
Seite 7
mehr zu ertragende Schicksal der
Alsterweiler Bürger, und zugleich den
rohen Despotismus der Maikammer
Herrn anschaulich zu machen; dieser Herrn,
welche sich nicht damit begnügten, daß sie
den Ertrag aller Holzhiebe, so wie der(?)
Gemeindegelder und Gefälle einzig und
ausschließlich zum Vortheil von Maikammer
zu ung (gestrichen) verwenden, sondern
auch noch alles aufsuchten, um Alsterweiler,
seines selbst unumgänglich nothwendigen
Eigenthums zu berauben.
So besaß Alsterweiler ein Haus mit
Stallung, wo man, wenn Pferde in die
Gemeinde kamen, solche unterstellen
konnte. Bey dem Mangel an Stallungen,
war dieses Haus nothwendig, besonders
für fremde Weinfuhren. Demungeachtet
verkauften die Maikammerer Herrn vor
einigen Monaten dieses Haus und Stall.
An dem Weege, welcher von Alsterweiler
nach Unterhambach führt, verkauften
sie, an Georg Platz von Maikammer
aus der Mitte ein Stück
von entlichen und dreyßig Ruthen,
wodurch nicht nur die Communication
mit Unterhambach unterbrochen sondern
es auch den Gutsbesitzern in
Alsterweiler unmöglich gemacht ist, auf
ihre Felder im Klausenthal anders zu
kommen, als auf einem Fußweege
oder auf einem großen Umweege.
An einem anderen Communikationsweeg
welcher von Alsterweiler nach
Edenkoben zieht, verkauften sie ebenfalls
—
Seite 8
an Johannes Platz, längs des
Weegs auf den Oberwiesen, oder an
den sogenannten Pfaffenweeg, ein Stück
von etlichen und vierzig Ruthen, wodurch
der Weeg geschmälert, und für Fuhrwerke
zum Nachtheil der dort begüterten unbrauchbar
gemacht wurde. Überall sonst sucht man durch
Unterhaltung der Weege, selbst durch Anlage
neuer, die Kommunikationen mit den
Feldern, im Interesse des Ackerbaues
zu erleichtern: hier in den neuen Aldern(???),
läßt man nicht nur die Weege verderben,
sondern sperrt und hemmt die Verbindung
mit den Feldern, und glaubt dadurch
wahrscheinlich noch besser zum Zwecke zu
kommen.
Die Herrn von Maikammer belästiget
durch die Beschwerden der von Alsterweiler,
besonders aber des biedern
Sebastian Straub, des einzigen Alsterweiler
Bürgers im Gemeinderathe, und
um zu verhindern, daß diese Letzeren(?)
keine zu tiefe Blicke in die Geheimnisse
der Maikammerer Finanz. Verwaltung
thun mögten, haben endlich für gut
gefunden keinen Alsterweiler Einwohner
mehr in den Gemeinderath aufzunehmen,
in der Hoffnung, so ihre Oberherrschaft
über ihre Alsterweiler Unterthanen,
- denn nur so sind diese angesehen und
behandelt - dauerhaft zu begründen, und
diese im[n] unauflösliche Ketten zu schmieden.
—
Seite 9
Indessen Vertrauen die gehorsamst
Unterzeichneten auf die Gerechtigkeit
königlicher Regierung, welche nicht zugeben
wird, daß hier, in einem Winkel des
Rheinkreises, sich der Despotismus einer
Gemeinde gegen die anderen festsetze.
Sie hoffen, daß ihre Klage gehör, ihre
Beschwerde Abhülfe, und ihre Bitte
Gewährung finden werde.
Weit entfernt aus Rachsucht sich,
selbst da wo sie gegründet seid(?), doch
XXX XXX Denzuniationen zu
erlauben, ohne in eine weitläufige
Erörterung der Art einzugehen, wie
bisher der Gemeindehaushalt zu Maikammer
gefürt wurde, wie dort
die unnöthigsten Unternehmungen
gemacht, und gutgeheisen, und der
Vermuthung der geheimen Theilnehme
kaum gegeben wurde, wünschen
und bitten die Einwohner von Alsterweiler
um nichts, als um gänliche Trennung
von Maikammer, um Trennung
in politischer und finanzieller Hinsicht,
in Gemeindegut, in Wald, und Bann,
aber auch um Verrechnung der Alsterweiler,
seit fünfzehn Jahren zukommenden,
und außer einem kleinen Theil
für das Schulhaus, nicht in seinem Nützen
verwendeten Antheils der Nutzungen,
so wie endlich um Restitution der
muthwillig, widerrechtlich, und zum
Nachtheil der Gemeinde verschleuderten
—
Seite 10
Eigenthums.
Die Gemeinde Alsterweiler darf
die Gewährung ihrer Selbständigkeit
mit um so größerer Zuversicht erwarten,
als ihm Bevölkerung von 140 Bür-
gern, mit fast 800 Seelen stark genug
ist, um eine eigene Gemeinde zu
bilden, da unter den 49 Gemeinden des
Landkommissariats bereits 23 sind,
obgleich weit schwächer in der Seelenzahl
doch ihre eigene Verwaltung haben,
und als diese Selbständigkeit zur Zeit
der französische republikanischen Verfassung,
wo Alsterweiler seinen eigenen
Munizipal-Agenten hatte, schon
einmal bestand, und nicht zum nachtheil
der Gemeinde.
Zufrieden mit dieser Trennung,
werden die Bürger von Alsterweiler
gerne die Herrn von Maikammer
nach ihrem Belieben schalten lassen, und
sich damit begnügen, ihre Sorgfalt auf
ihre eigene Gemeinde, und auf die Heilung
der Wunden zu verwenden, welche
ihnen die bisherige Verwaltung schlug.
Sie hegen dabey die Zuversicht, daß
sie in drey bis vier Jahren alles das
zu verwirklichen vermögen, was man
ihnen seit so langer zeit, und troz der
ungeheuren Einnahmen ihrer Nutzungen
—
Seite 11
so hartnäckig verweigerte,
und gewiß ein vollkommen bewilligen
würde. Königliche Regierung wird nicht
gestatten, daß dieser Sklavenzustand
der Gemeinde Alsterweiler
Bürger fortdauern, Hochdieselbe(?)
wird eine Gemeinde von 800 Seelen
berücksichtigen, welche, dank
sei es den stets so gütigen und
wohlwollenden Gesinnungen der
Maikammerer Herren, verhältnismäßig
dem Stande weit mehr Abgaben
bezahlen muß als Maikammer selbst,
indem die besten Güter
in dieser Gemeinde noch lange nicht
so hoch angelegt sind, als die Mittelklasse(?)
von Alsterweiler. Zu dieser
Hoffnung haben die gehorsamst
Unterzeichneten die Ehre mit der
tiefen Verehrung zu seyn.
Königliche Regierung
unterthänigste
Sb. Hauck;
[Spalte links]
Alsterweiler den 2ten Juni 1831.
G.A. Platz, F. Eisenbiegler.
Peter Kühn, Rochus Ziegler, Bernhard Diener(?).
Friedrich Thirolf; Johannes Lorenz.
J.M. Platz; Franz Platz, Georg
Frankmann; Michel Platz, A. Hauck
Georg Humm; Nikolaus Groß
[Spalte rechts]
Georg Rochus Kanzmann
G.F. Straub.
Joseph Volkert
Franz Humm
Martin Platz
Daniel Peter
Herrmann Damm
Joseph Mühlheiser
P.A. Frankmann
Emanuel Ziegler
—
Seite 12
[Spalte links]
J. Damm; G.K. Thirolf;
Philipp Schädler, Georg Danner;
Philipp Pfoh; N. Peter;
E. Volkert
Georg Anslinger
Gab. Buchenberger
G.A. Frankmann
M. Hauck.
Pluzidus Schwarzweller
Peter Müller; Johann Humm
Wilhelm Fallenstein.
Theobald Schloßer; J. Platz.
Friedrich Dengler; Jacob Schloßer.
Gabriel Blumenstiel.
Joh. Stockmeyer. Georg Baumann.
Nikolaus Humm. Adam Eisenbiegler d.j.
Martin Eichhorn; David Schedler.
Georg Franz Müller.
Jacob Franz Humm; Peter Straub
Peter Adem Koch. Karl Bech(?)
Heinrich Hormuth; Georg Wilhelm
Konrad Schwaab; Lorenz Groß
Joh. Philipp Eiseln
Michael Schädler.
[Spalte rechts]
Valtin Rehm. Wendel Schmitt.
Nikolaus Straub. Friedrich Müller.
Sebastian Humm. Martin Dengler.
Christian Wingerter. Nik. Hertel.
J. Kühn; Sebastian Blumenstiel.
Georg Wilhelm; G.A. Platz
Nikolaus Dehm für meine Mutter
Joseph Damm. Joh. Anton Frankmann.
Peter Müller; Nikolaus Müller.
Johannes Schwaab. Johannes Lorenz.
N. Schneider. Hermann Wilhelm.
P.N. Platz. Franz Peter Müller.
Georg Hildenbrand. Heinrich XXX
Georg Anton XXX; Jacob Schedler.
Mathes Wingerter; Johann Alois
Breiling; Nikolaus XXX
Joseph Hummel.
—— ÜBERTRAGUNG ENDE
Regest
Nach Johannes Leonhardt
"Am 2. Juni 1831 richteten Bürger von Alsterweiler an das Landkommissariat Landau die Bitte, Alsterweiler von Maikammer zu trennen und zu einer selbständigen Gemeinde mit eigener Verwaltung zu erklären. Als Gründe führten sie an die Vernachlässigung des Ortsteils Alsterweiler in den letzten 15 Jahren und die mutwillige Verschleuderung des Gemeindeeigentums in Alsterweiler zum Nachteil der Gemeinde. Die Schrift enthält viele scharfe Ausdrücke, woraus man die tiefe Erbitterung der Alsterweilerer Bürger ersieht. Der Zufahrtsweg von Maikammer nach Alsterweiler, der Plattenweg, war meist in derartig schlechtem Zustand, daß Fuhrwerke bis an die Achse einbrachen, und Fuhrleute, die Flachs, Weiden, Kartoffeln u. a. von auswärts brachten, es vorzogen in Maikammer zu bleiben."[2]
Akten der Gemeinde
Maikammer=Alsterweiler Spezialbetreff: Trennung des Ortstheiles Alsterweiler von der Gemeinde Maikammer Alsterweiler LA Speyer U103 Nr.589 Königliche Regierung Kammer des Innern
Zusammenstellung der Unterzeichner
Seite 11
Alsterweiler den 2ten Juni 1831.
G.A. Platz; F. Eisenbiegler; Peter Kühn; Rochus Ziegler; Bernhard Denier Friedrich Thirolf; Johannes Lorenz; J.M. Platz; Franz Platz; Georg Frankmann[3]; Michel Platz[anm 2]; A. Hauck; Georg Humm; Nikolaus Groß;
Spalte rechts
Sb. Hauck; Georg Rochus Kauzmann; G.F. Straub[4]; Joseph Volkert; Franz Humm; Martin Platz; Daniel Peter; Hermann Damm; Joseph Mühlheiser; P.A. Frankmann; Emanuel Ziegler (junior);
Seite 12
Spalte links
J. Damm; G.K. Thirolf; Philipp Schädler; Georg Danner; Philipp Pfoh; N. Peter; E. Volkert/ UNKLAR???; Georg Anslinger/ UNKLAR???; Gab. Buchenberger; G.A. Frankmann; M. Hauck. Plazidus Schwarzweller; Peter Müller; Johann Humm; Wilhelm Fallenstein; Theobald Schloßer; J. Platz[5]; Friedrich Dengler; Jacob Schloßer; Gabriel Blumenstiel; Joh. Stockmeyer; Georg Baumann. Nikolaus Humm; Adam Eisenbiegler d.j.; Martin Eichhorn; David Schedler; Georg Franz Müller; Jacob Franz Humm; Peter Straub; Peter Adam Koch; Karl Rech; Heinrich Hormuth; Georg Wilhelm; Konrad Schwaab; Lorenz Groß; Joh. Philipp Eisele; Michael Schädler;
Spalte rechts
Valtin Rehm; Wendel Schmitt; Nikolaus Straub; Friedrich Müller; Sebastian Humm; Martin Dengler; Christian Wingerter. Nik. Hertel. J. Kühn; Sebastian Blumenstiel. Georg Wilhelm; G.A. Platz Nikolaus Dehm für meine Mutter Joseph Damm. Joh. Anton Frankmann. Peter Müller; Nikolaus Müller. Johannes Schwaab. Johannes Lorenz. N. Schneider. Hermann Wilhelm. P.N. Platz. Franz Peter Müller. Georg Hildenbrand. Heinrich Wack Georg Anton Reif; Jacob Schedler. Mathes Wingerter; Johann Alois Breiling; Nikolaus Reinhard Joseph Hummel.
Zu den Namen ist anzumerken, daß einige Zuordnungen zu den Personen des Ortsfamilienbuchs nicht eindeutig sind. Bei Namensgleichheit oder abweichenden Vornamen wurde wie folgt verfahren: 1. Lebensalter - ab 20 Jahren 2. Sterbedatum nicht vor 1832 3. Wohnort - Alsterweiler 4. Eigentum/Haus in Alsterweiler.
Weblinks
Literatur
Einzelnachweise
- ↑ Sehen Sie zum Unterschied zwischen Akten und Urkunden, abgerufen am 27.02.2026: "Die Unterteilung des Archivgutes in Urkunden und Akten ist eine idealtypische Unterscheidung und geht zurück auf die Aktenlehre der 1950er Jahre, die der Systematik der Diplomatik verpflichtet ist. Akten werden primär als Nicht-Urkunden behandelt. Während aus dieser Sicht Urkunden einen Rechtsakt festhalten, geben Akten ihn als Handlung wieder. Akten unterscheiden sich aber auch in zeitlicher Dimension von Urkunden: Akten werden aktualisiert, Urkunden repräsentieren einen Rechtszustand auf Dauer. Eine Zuteilung kann ausserdem nach formalen Kriterien erfolgen: Während die Gestaltung einer Urkunde für ihre Echtheit bürgt, richtet sich die Darstellung der Akten nach administrativen Prinzipien. Urkunden unterscheiden sich von Akten durch den repräsentativen Gebrauch von Schrift und graphischen Symbolen. Aus Gründen der Beschaffenheit (Pergament, Format, Siegel) werden Urkunden einzeln, Akten hingegen geheftet, gebunden oder gebündelt in Mappen oder Schachteln aufbewahrt. Das Aktenwesen wird aufgrund der Kanzleireglemente, die um 1500 entstehen, zunehmend formalisiert."
- ↑ Leonhardt (1928), Seite 52.
- ↑ Zwar war Georg Frankmann zu dieser Zeit erst 15 Jahre alt, aber ein anderer Georg Fankrmann findet sich in der fraglichen Zeit nicht
- ↑ Wurde standesamtlich Georg Franz Straub genannt, aber im OFB (2015) nur als Georg eingetragen.
- ↑ Ein anderer Johannes Platz passt hier nicht
Anmerkungen
Zitate
Urkunden
Begriffe
Kategorien
LA Sp U 103 Nr.589 gehört den Kategorien an: Urkunde
Matzinger sagt: "letzte Überarbeitung der Seite 05.03.2026". Alle Rechte der Seite bei ©Matthias C.S. Dreyer. Der Name dieser Seite lautet: LA Sp U 103 Nr.589. Nutzen Sie zur Zitierung für Ihr Werk folgende vollständige Angabe: https://www.alsterweiler.net/wiki/LA Sp U 103 Nr.589 ©Matthias C.S. Dreyer /abgerufen am 18.04.2026 ↑... Seitenanfang
Referenzierungen
- ^ | Titel: Geschichte von Maikammer=Alsterweiler.
Schlüssel: Geschichte von Maikammer=Alsterweiler/Alsterweiler/51bis75#Seite_53/1
Seite: Seite_53/1
Zitat: 1840 gab es in Maikammer 301, in Alsterweiler 104 Häuser.
Übertragung: Eine Übertragung fehlt.
Es gibt keine Anmerkung.
Es gibt keine Notes.
Schlagwort: Haus · Alsterweiler · Häuser
Quelle:
Vorkommnis: Ein Datum für das Vorkommnis fehlt.
Vorkommnistag: Eine Tagesangabe (Vorkommnistag) fehlt.
Stufe: 6
Sammlung: Alsterweiler · Haus · Trennung Alsterweiler Maikammer
LINK: Alsterweiler
Eine urn fehlt.
Eine PDF-Angabe fehlt.
WIKI: Alsterweiler