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Grenzsteine (Alsterweiler-Maikammer)/Typologie: Unterschied zwischen den Versionen

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Der Stein hat am unteren Ende seinen [[Fuß]] und das [[Gesäß]]. Nach oben folgen die in der Regel vier [[Seiten]]. Der Stein endet mit dem [[Kopf]]. In ihn ist die [[Weisung]] eingelassen. Auf den Seiten sind mehrere Elemente eingemeißelt. Es handelt sich um ein [[Hoheitszeichen]], eine [[Abkürzung]] für die Gemeinde, das Jahr der Absteinung bzw. [[Setzung]] und eine laufende Nummer im [[Grenzzug]].
  
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Version vom 25. November 2022, 14:53 Uhr

Typologie

Jeder Grenzstein hat einige typische Merkmale. Sie sind in der Literatur[lit 1] systematisiert und gelten für alle Grenzsteine. Es gibt Grenzsteine, die Läufer sind und Grenzsteine, die als Haupt- oder Ecksteine bezeichnet werden. Sie zeigen einen Brechpunkt des Grenzverlaufs an, eine abknickende Weisung. Die "beteiligten" Gemeinden auf beiden Seiten des Steins werden Angrenzer genannt.

Der Stein hat am unteren Ende seinen Fuß und das Gesäß. Nach oben folgen die in der Regel vier Seiten. Der Stein endet mit dem Kopf. In ihn ist die Weisung eingelassen. Auf den Seiten sind mehrere Elemente eingemeißelt. Es handelt sich um ein Hoheitszeichen, eine Abkürzung für die Gemeinde, das Jahr der Absteinung bzw. Setzung und eine laufende Nummer im Grenzzug.

 (hier sortieren auslösen)Typus
Grenzstein 11Eckstein
Grenzstein 1010Läuferstein
Grenzstein 10 (1830)10
Grenzstein 100100Läuferstein
Grenzstein 101101Läuferstein
Grenzstein 102102Eckstein
Grenzstein 103103Eckstein
Grenzstein 104104Läuferstein
Grenzstein 105105Läuferstein
Grenzstein 106106Dreimärker
Grenzstein 107107Dreimärker
Grenzstein 108108Läuferstein
Grenzstein 109109Läuferstein
Grenzstein 1111Läuferstein
Grenzstein 110110Läuferstein
Grenzstein 111111Läuferstein
Grenzstein 112112Läuferstein
Grenzstein 113113Läuferstein
Grenzstein 114114Läuferstein
Grenzstein 115115Läuferstein
Grenzstein 116116Läuferstein
Grenzstein 117117Läuferstein
Grenzstein 118118Läuferstein
Grenzstein 119119Eckstein
Grenzstein 1212Läuferstein
Grenzstein 120120Läuferstein
Grenzstein 121121Läuferstein
Grenzstein 122122Läuferstein
Grenzstein 123123Läuferstein
Grenzstein 124124Läuferstein
Grenzstein 125125Eckstein
Grenzstein 126126Läuferstein
Grenzstein 127127Läuferstein
Grenzstein 128128Eckstein
Grenzstein 129129Läuferstein
Grenzstein 1313Läuferstein
Grenzstein 130130Läuferstein
Grenzstein 131131Läuferstein
Grenzstein 132132Läuferstein
Grenzstein 133133Läuferstein
Grenzstein 134134Dreimärker
Grenzstein 135135Läuferstein
Grenzstein 136136Läuferstein
Grenzstein 137137Läuferstein
Grenzstein 138138Läuferstein
Grenzstein 139139Läuferstein
Grenzstein 1414Eckstein
Grenzstein 140140Eckstein
Grenzstein 141141Läuferstein
Grenzstein 142142Läuferstein
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Zeugen

Unter dem Stein, im Erdboden vergraben liegen die Zeugen. Für die Grenzsteine (Alsterweiler-Maikammer)/Typologie konnten bisher keine Zeugen ausgemacht werden. Möglicherweise handelt es sich in Maikammer um "oberirdische" Zeugen, also drei Lesesteine, die den Grenzstein oberhalb des Erdbodens fixieren.

Lager

Die Aushubgrube (das Loch) für die Setzung des Steines wird Lager genannt.


Gesäß

Das Gesäß ist die in der Regel nicht sichtbare Verdickung am unteren Ende des Steines. Das Gesäß dient der Stabilisierung des Steines und zum Schutz gegen Diebstahl. Mit der Verdickung lässt sich der Stein schwer ausgraben.

Weisung

Die Weisung ist in den Kopf des Grenzsteines eingraviert. Sie zeigt den Grenzverlauf an. Dies kann eine gerade Linie oder eine "abknickende" Linie sein. Es können auch mehrere Linien sein (Dreimärker). In alten Grenzbeschreibungen sind die Winkel der Weisung mit angegeben.

… weitere Ergebnisse

Läuferstein

Läufersteine (Zweimärker) kennzeichnen den Grenzverlauf zwischen zwei Gemarkungen (Gemeindegrenzen), sozusagen der normale Grenzstein. Zwei Gemarkungen (Gemeindegrenzen) laufen in Kerbrichtung aufeinander. Oben auf dem Grenzstein verläuft eine Markierung, die den genaueren Grenzverlauf (Weisung) bezeichnet. Dies ist im Falle des Zweimärkers eine einfache Linie. Grenzsteine gelten generell als Baudenkmäler im Sinne des Denkmalschutzgesetzes.

Eckstein

Ecksteine (Zweimärker) kennzeichnen den Grenzverlauf zwischen zwei Gemarkungen (Gemeindegrenzen), sozusagen der normale Grenzstein, aber mit einem Knick/einer Ecke im Grenzverlauf. Oben auf dem Grenzstein verläuft eine Markierung, die den genaueren Grenzverlauf (Weisung) bezeichnet. Dies ist im Falle des Zweimärkers eine einfache Linie, die eine Ecke, einen Knick aufweist. Grenzsteine gelten generell als Baudenkmäler im Sinne des Denkmalschutzgesetzes.

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Dreimärker

Am Standort von Dreimärkern (Dreymärker) stoßen drei Gemarkungen (Gemeindegrenzen) aneinander. Oben auf dem Grenzstein verläuft eine Markierung, die den genaueren Grenzverlauf (Weisung) bezeichnet. Dies ist im Falle des Zweimärkers eine einfache Linie, im Falle des Dreimärkers eine gekreuzte Linie. Grenzsteine gelten generell als Baudenkmäler im Sinne des Denkmalschutzgesetzes.

… weitere Ergebnisse

Material

Die Grenzsteine der "Serie 1822" sind ausschließlich aus Sandstein. Der Sandstein weist unterschiedliche Härtegrade auf. Zudem wurden einige Steine nach dem Jahr 1822 erneuert (mit härterem Stein). Das gilt für folgende Steine:

Form und Farbe

Es gibt unterschiedliche Formen. Der "Standardstein" ist rechteckig und hat eine gewölbte Oberfläche (Decke). Davon abweichend gibt es Steine, die eine Spitze aufweisen (Zeltdach), andere sind oben völlig flach. Am Fuß des Steins, meist im Erdboben versenkt ist eine Art "Wulst" ausgebildet, das Gesäß. Das verleiht dem Stein mehr Standsicherheit. Bei manchen Steinen ragt das Gesäß aus der Erdoberfläche. Grenzsteine können auch Felsplatten sein. Sie sind fest im Boden verankert und massiv, so daß sie nicht so leicht bewegt werden können.

Standardstein

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Felsplatte:

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Zeltdach (Kopf):

Flacher Kopf:

Segmentbogen (Kopf)


Die Farbe richtet sich nach dem gewählten Sandsteintypus. Es gibt hellrote, dunkelrote Steine. Sämtliche Inschriften sind gemeißelt. Es gibt keine Farbaufträge.

Steinmaße (Höhe, Breite, Tiefe)

Die Steine können in ihrer Höhe nur nach "oberhalb" der Erdoberfläche gemessen werden. Das ist insoweit "unbefriedigend", weil diese Messweise sehr stark vom Geländeverlauf abhängt. Die Steine sind bei dieser Messweise zwischen 40 und 120 Zentimetern hoch. Die Breite der Steine bewegt sich zwischen 30 und 40 Zentimerten, ebenso die Tiefe. Der Grenzstein Nr. 60 ist umgestürzt. Die Länge ließ sich so gut ermitteln. Sie beträgt 125 Zentimeter. Diese Größe dürfte eine Art Standardgröße für die Steine sein.

Beschriftung

Alle Steine sind (waren) beschriftet. Der "Standardstein" zeigt mehrere Merkmale.

Schriftspiegel

Zum einen eine "Kartusche", die als Schriftspiegel dient. Darin befinden sich in der Regel MK als Zeichen für Maikammer, die Jahreszahl 1822 und das Wappen, auch "Gemerk" genannt. Jeder Stein hat eine Nummer. Die Nummer ist in wenigen Fällen in der Kartusche untergebracht, in der Regel ober- oder unterhalb derselben. Die meisten Steine sind "ordentlich" beschriftet, manche sehr unbeholfen. Die Schreibgestaltung der Zahlen weicht sehr stark voneinander ab.

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Es gibt auch Steine ohne Schriftspiegel. Sie zeigen nur das Siegel, die Jahreszahl und eine Nummer. Die Steine sind schlicht gehalten.

Buchstaben

Grenzsteine sind in vielen Gemeinden mit den Anfangsbuchstaben gekennzeichnet[1]. Dies ist für Grenzsteine (Alsterweiler-Maikammer)/Typologie nicht der Fall. Es handelt sich vielmehr um kennzeichnende, unverwechselbare Buchstaben: MK für MaiKammer, DF für Diedesfeld und SM für Sankt Martin.

Siegel (Wappen)

Jeder Grenzstein weist ein Wappen, ein Siegel auf. Diese Zeichen werden auch Gemerke genannt.

Zahlen
Jahreszahl

Die überwiegende Anzahl der Grenzsteine zeigen den Eintrag der Jahreszahl 1822. Die Zahl verweist auf den Teilungsakt der Haingeraide und die damit verbundene Vermessung bzw. Aussteinung des Waldgebietes. Es handelt sich also nicht um eine Gesamtvermessung der Gemarkung, sondern nur des Waldanteils der Gemeinde Maikammer mit Alsterweiler. Allerdings erfolgte wohl zeitlich etwas versetzt auch die erste katastermäßige Aufnahme der Ortslage (Katasterplan 1821).

Numerierung

Neben der Jahreszahl 1822 besitzt/besaß jeder Stein eine Nummer in fortlaufender Zählung. Beginnend mit 1 endet die Nummerierung bei 220[anm 1]. Manche Steine weisen zusätzliche Zahlen auf, die entweder von einer anderen Zählung oder einer anderen Vermessung stammen. Diese Zählung ist heute nicht mehr nachvollziehbar, hat jedenfalls nichts mit dem Teilungsakt zu tun. Möglicherweise sind es alte Haingeraidesteine.

Die Zahlen sind in der Regel auf der Vorderseite und Hinterseite des Steines, der jeweiligen Grenze zugewandt, eingetragen. Abweichend davon gibt es einige Steine, die eine fortlaufende Nummer auf den Seiten tragen.

Die Zahlen sind in ihrer Ausbildung sehr unterschiedlich. Von einfach bis aufwändig, akurat platziert bis eher "schlampig" gemeißelt findet sich eine große Vielfalt. Die Ziffer 1 wird in der Regel als "ǀ" geschrieben, die fünf mit stark nach rechts oben geneigtem oberen Querstrich. Der Neun fehlt meist die untere Schleife, sie endet also spitz zum Fuß hin. Die Sieben wird mit oder ohne Querstrich, z.T. auch geschwungen geschrieben.

Ganzzahlen:

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Daneben gibt es auch "1/2 Numerierungen", 1/2, wie bei 54 1/2 auf Diedesfelder Seite unterhalb des Totenkopfs.
Teilzahlen:


Schreibweise

Es gibt Grenzsteine, die "verschrieben" sind. Daneben finden sich Steine, die besonders aufwendig gemeißelt sind (Verzierungen).

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Alter der Grenzsteine

Es ist davon auszugehen, daß die Steine in den Jahren 1820/21/22 hergestellt worden sind. Die Steine der Nummern (1) 3 bis 4 (5) haben eine "Zweitverwertung" erfahren. Es kann davon ausgegangen werden, daß diese Steine wesentlich älter sind. Dies trifft auch auf den Grenzstein 1771 zu. Er kann als "Muster" dieser Zweitverwendung betrachtet werden. Der älteste bekannt Stein ist der Grenzstein für das Hattsteinische Gut aus dem Jahr 1580 (drei Steine sind bekannt). Die Steine aus der "vorbayerischen" Zeit gehen auf andere Grenzeinteilungen zurück.

Besonderheiten

  • NEBENSEITE - Die Nummern des Steines stehen nicht auf den Ansichtseiten (Vorder- und Rückseite) des üblichen Schriftspiegels, sondern auf den "Nebenseiten" des Steins.
  • ZWISCHENSTEINE - Die Grenzsteine werden mit ganzen Zahlen numeriert. Es gibt aber auch Steine, die eine Bruchzahl aufweisen, z.b. 1/2.

Weblinks

Literatur

  1. Alwart, Karl L. (1980): Grenzsteine erzäühlen aus der Geschichte der Südpfalz. 2. Aufl. Pirmasens: Selbstverlag.
    Wild, Rudolf (2004): Mit offenen Augen. Kleindenkmale an der Südlichen Weinstraße. Landau i. d. Pf.: Verlag für Burgenkunde und Pfalzforschung, Rolf Übel, Landau.

Einzelnachweise

  1. Wild, Rudolf (2004): Mit offenen Augen. Kleindenkmale an der Südlichen Weinstraße. Landau i. d. Pf.: Verlag für Burgenkunde und Pfalzforschung, Rolf Übel, Landau.

Anmerkungen

  1. Die Zählung wurde zwischen Nummer 220 und 1 bis zur Nummer 240 fortgeführt, wird aber hier nicht näher betrachtet

Zitate

Urkunden

Begriffe

Kategorien

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