Grenzstein

Aus Pfalz
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Grenzstein[1] ist ein Kulturlandschaftselement, das eine Trennlinie nach politischen oder administrativen Gesichtspunkten (Zoll, Gemeinde, Gemarkung, Flur, Forstbezirk, u.a.m.) markiert (Grenzen). Mehrere Grenzsteine bilden eine Territorialgrenze (Linie, Gemeindegrenze), die Unterschiede in Eigentum, Sprache, Mundart oder Tradition kennzeichnen kann. Grenzsteine sind mit einem besonderen hoheitlichen Schutz versehen. Dies galt bereits zur Zeit der Dorfordnung von Maikammer aus dem Jahr 15491[zit 1]. Demnach durfte niemand über einem gesetzten Stein graben.

Bereits zur französischen Zeit wurde eine Forstadministration eingesetzt. Spürbare Auswirkungen hatte die staatliche Organisation des Waldbetriebes aber erst beim Übergang von Alsterweiler zum Königreich Bayern (1816). Die Gemarkung wurde Zug um Zug vermessen.

Im Jahre 1822 wurden, über die gesamte Gemarkung verteilt, systematisch Grenzsteine gesetzt. Sie folgten dem Verlauf der Haingeraidegrenzen (äußerer Verlauf). Die Haingeraide selbst wurde aufgelöst. Der Beschluss zur Grenzteilung geht auf den gemeindlichen Antrag vom 16. Mai 18202 zurück. Es folgte die "innergebietliche" Teilung unter den ehemaligen Haingeraidegenossen. Die Eintragung am Kanzelfelsen folgte im Jahre 1823 (wohl nach Vollzug).

Die Grenz- und Logsteine konnten dann erst einige Zeit später gesetzt werden. Die Lage dieser Steine ist aus der Katasterkarte zur Aufteilung der Haingeraide aus dem Jahr 1823 zu erkennen. Die Anlage eines ersten Katasterplanes für die Ortslage dauerte sogar noch einige Jahr länger (1839). Zwar gibt es eine erste Siedlungsdarstellung aus dem Jahre 1821, die aber noch nicht so detailliert ausgebildet war.

Systematik:

Auf dieser Seite werden auch Glockensteine als Grenzsteine eingeordnet.

Fundstellen zu Grenzstein

Die Anzahl der Einträge in der folgenden Tabelle beträgt: 7

 Sammlung_1Sammlung_2AnmerkungZitiertÜbertragungZitatSchlagwortSeiteDieses Attribut ist ein Spezialattribut in diesem Wiki.Nutzen für AlsterweilerJahrDatum
Chronik Maikammer-Alsterweiler/SeitenGrenzstein
Alsterweiler
Die Gemarkung von Maikammer-Alsterweiler umfaßt mit der Dorffläche 605,67 Hektar, davon sind 521 Hektar Wingert, Äcker und Wiesen. Die letzte allgemeine Vermessung geschah im Jahre 1822, weshalb auch die Grenzsteine neben dem Zeichen des früheren Gerichtssiegels und den Buchstaben MK die Jahreszahl 1822 tragen. Es ergaben sich 7110 Parzellen. 1880 gab es rund 8000 Plannummern. (Leonhardt, Damm, Treptow, S. 133) werden.Grenzstein
Vermessung
Gerichtssiegel
Alsterweiler
MK
Seite 133/16
Chronik Maikammer-Alsterweiler/SeitenGrenzstein
Alsterweiler
Gemeinsame Pfade, Grenzsteine u.a. sollten auch gemeinsam unterhalten werden; (Leonhardt, Damm, Treptow, S. 155)

werden.
21.8.1820 Albert: Im Morscheberg fehlen verschiedene Grenzsteine. Die Anfertigung von Grenzstäben ist dringend nötig. Ein Grenzbegang mit Edenkoben ist anzusetzen. (Leonhardt, Damm, Treptow, S. 396)

werden.
Grenzstein
Pfad
Vermessung
Alsterweiler
Morscheberg
Grenzstab
Grenzbegang
Seite 155/16
Chronik Maikammer-Alsterweiler/SeitenGrenzstein
Alsterweiler
4.9.1820 Albert: Bis 7. dieses Monats werden die Grenzsteine zwischen Edenkoben und der 5. Haingeraide gesetzt, ein Steinhauer ist mitzubringen. Auf weiten Strecken zwischen der Haingeraide und Hambach bis zur Archenbach sind keine Grenzsteine zu finden. Grenzkundige Leute sollen (eventuell mit Hambach) bestellt werden. (Leonhardt, Damm, Treptow, S. 396).Grenzstein
Haingeraide
Edenkoben
Steinhauer
Vermessung
Alsterweiler
Revierförster Albert
Archenbach
Argenbach
Seite 396/26
Chronik Maikammer-Alsterweiler/SeitenGrenzstein
Alsterweiler
Im Jahre 1822 wurden die Log- oder Grenzsteine gesetzt. (Leonhardt, Damm, Treptow, S. 154) werden.Grenzstein
Vermessung
Alsterweiler
1822
Logstein
Seite 154/16
Dorfordnung 1549/ArtikelWeistum
Dorfordnung
Maikammer
Alsterweiler
Bestimmungen zur Gemarkung.Item von alter her ist verbotten, das neyemand in gemeinen wegen und soenderlich auff dem uberfelt was soll hawen; deßgleiche sol man die rech nit außroden und insetzen bey pene 1 lb heller. Dann wa ein wege nott wurd sein in der marck zu machen, wuort die gemein selber tuon wie von alter her, und sol daruober eyn jglicher gemeinsman sampt den verordenten schutzen bey seinem eyd den ubertretter anpringen und ruogen. Deßgleichen sol niemand greben machen uber die gesatzten stein, auch bey der eynungen eyn pfundt heller.Grenzstein
Stein
Schütz
Einung
Überfeld
Gemeinsmann
Gemeiner Weg
Mark
Gesetzter Stein
Artikel 1021549 JL
Geschichte von Maikammer=Alsterweiler/Alsterweiler/101bis125Grenzstein
Spielfeld
Hattstein
Alsterweiler
Teilung des SpielfeldsNur das Spielfeld gehörte bis zum Jahre 1580 den Dörfern Maikammer und St. Martin gemeinsam. Es wurde bis zu diesem Jahre hauptsächlich als Weideplatz benutzt, woran die Namen Viehweg, Viehtrieb und Geißweide noch erinnern. Vielleicht fanden dort auch Feste statt, worauf der Teil „An der Schießmauer" hinweist. Die St. Martiner hatten angefangen, die ihnen am nächsten liegende Seite als Wingert und Äcker anzulegen, während die hiesigen Bewohner den ganzen Platz seinem bisherigen Zwecke erhalten haben wollten. Es entstand deswegen ein Streit, der erst beigelegt wurde, als am 3o. Juli 1580 das ganze Feld in der heute noch bestehenden Art und Neise geteilt wurde. Die Teilung fand auf dem Oberamt Kirrweiler statt. Der Speyerer Fürstbischof Marquard hatte dazu den Fauth von Marientraut, Jakob Hundt v. Salheim, den bischöflichen Rat Dr. Johann Konrad Breuning und den Domkostus zu Speyer und Domherrn zu Worms Christoph Nagel v. Dürmstein, beide letztere als Abgeordnete des Domkapitels, und den fürstbischöflichen Schaffner in Kirrweiler Philipp Dierolf abgeordnet. Im Beisein der Gemeindedeputierten wurde das Feld besichtigt und dann geteilt.Oberamt Kirrweiler
Grenzstein
Spielfeld
Hattstein
Marquard
Viehtrieb
Viehweg
Geißweide
An der Schießmauer
Jakob Hundt von Saulheim
Alsterweiler
Seite 103/261580 JL
Geschichte von Maikammer=Alsterweiler/Alsterweiler/101bis125Grenzstein
Gemarkung
Vermessung
Gerichtssiegel
Parzelle
Alsterweiler
Die Gemarkung von Maikammer-Alsterweiler umfaßt mit der Dorffläche 605,67 Hektar, davon sind 521 Hektar Wingert, Äcker und Wiesen. Die letzte allgemeine Vermessung geschah im Jahre 1822, weshalb auch die Grenzsteine neben dem Zeichen des früheren Gerichtssiegels und den Buchstaben MK die Jahreszahl 1822 tragen. Es ergaben sich 7110 Parzellen.Grenzstein
Gemarkung
Vermessung
Gerichtssiegel
Parzelle
Alsterweiler
MK
Seite 103/161822


Bilder

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Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

  1. Systematische Anmerkung Matthias Clemens Sigmund Dreyer: Der Grenzstein ist Teil der Grundfunktion 3. Herrschaft und Repräsentation / des Komplexes 3.4. Grenzen / des Ensembles 3.4.2. Territorialgrenzen / 3.4.2.2.)

Anmerkungen

Zitate

  1. Doll, Anton (1985): Die Maikammerer Dorfordnung von 1549. In: Historischer Verein der Pfalz,, Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz., Speyer: Verlag des historischen Vereins der Pfalz e.V., 273, Seite 278 Nr. X ...niemand greben mach uber die gesatzten stein....

Urkunden

Begriffe

Kategorien

Grenzstein gehört den Kategorien an: Kulturlandschaftselement

Matthias Clemens Sigmund Dreyer sagt: Letzte Überarbeitung der Seite 12.01.2022. Alle Rechte der Seite bei ©Matthias Clemens Sigmund Dreyer. Der Name dieser Seite lautet: Grenzstein. Nutzen Sie zur Zitierung für ihr Werk folgende vollständige Angabe: http://www.alsterweiler.net/wiki/Grenzstein ©Matthias C.S. Dreyer /abgerufen am 7.07.2022 ↑...Seitenanfang

Referenzierungen

  1. ^  Titel: Dorfordnung 1549.
    schluessel: Dorfordnung 1549/Artikel#Artikel_10
    Seite: Artikel_10
    Zitat: Item von alter her ist verbotten, das neyemand in gemeinen wegen und soenderlich auff dem uberfelt was soll hawen; deßgleiche sol man die rech nit außroden und insetzen bey pene 1 lb heller. Dann wa ein wege nott wurd sein in der marck zu machen, wuort die gemein selber tuon wie von alter her, und sol daruober eyn jglicher gemeinsman sampt den verordenten schutzen bey seinem eyd den ubertretter anpringen und ruogen. Deßgleichen sol niemand greben machen uber die gesatzten stein, auch bey der eynungen eyn pfundt heller.
    Übertragung: Es ist seit jeher verboten, daß jemand auf öffentlichen Wegen, insbesondere aber auf dem Überfeld etwas anbauen sollte. Ebensowenig sollte man den Rech ausroden oder einsetzen bei einer Strafe von 1 lb Heller. Wenn es aber erforderlich wäre, einen Weg in der Gemarkung anzulegen, würde es die Gemeinde, wie schon jeher, selbst tun. Jeder Gemeinsmann und die vereidigten Schützen sollte bei seinem Eid die Übertretenden anzeigen und rügen. Ebensowenig soll jemand Gräben machen über gesetzte Steine, ebenfalls bei einer Strafe von einem Pfundt Heller.
    Anmerkung: Bestimmungen zur Gemarkung.
    Es gibt keine Notes.
    Schlagwort: Gemeiner Weg · Überfeld · Mark · Gemeinsmann · Schütz · Stein · Gesetzter Stein · Grenzstein · Einung
    Quelle:
    Vorkommnis: Ein Datum für das Vorkommnis fehlt.
    Stufe: 2
    Sammlung: Dorfordnung · Weistum · Maikammer · Alsterweiler
    LINK: Gemeinsmann
    PDF: https://alsterweiler.matthiasdreyer.de/w/images/5/50/Dorfordnung_maikammer_1549_Doll_.pdf
    WIKI: Gemeiner Weg · Überfeld · Mark · Gemeinsmann · Schütz · Stein · Gesetzter Stein
  2. ^  Titel: Geschichte von Maikammer=Alsterweiler.
    schluessel: Geschichte von Maikammer=Alsterweiler/Alsterweiler/101bis125#Seite_121/2
    Seite: Seite_121/2
    Zitat: Am 16. Mai 1820 stellten die 4 Bürgermeister mit Bevollmächtigten vor dem Landkommissariate Landau den Antrag auf Teilung. Zugleich gaben sie an, daß von dem ganzen Teile die Gemeinde Maikammer wegen ihrer stärkeren Bevölkerung ein Zwanzigstel voraus erhalten und der Rest zu 4 gleichen Teilen geteilt werden solle.
    Eine Übertragung fehlt.
    Es gibt keine Anmerkung.
    Es gibt keine Notes.
    Schlagwort: Alsterweiler · Haingeraide · Teilung
    Quelle:
    Vorkommnis: Ein Datum für das Vorkommnis fehlt.
    Stufe: 6
    Sammlung: Alsterweiler · Haingeraide
    LINK: Alsterweiler
    Eine PDF-Angabe fehlt.
    WIKI: Alsterweiler