Die Seite für Alsterweiler von Matthias C.S. Dreyer u.a.
Ortslage (Alsterweiler)
Die Auswertung der topographischen Karte L 6714 (Neustadt an der Weinstraße, 1: 50 000) verdeutlicht die Merkmale der geographischen Lage von Alsterweiler: Die Zone stärkster Besiedelung zieht sich im Rheingraben zwischen dem Rand de(s)r Haardt und der nordsüdlichen Eisenbahnlinie hin. Die dortigen Ortschaften betreiben vor allem einen intensiven Weinanbau. Siedlungen finden sich vor allem an den Talausgängen (...). Dorfnamen (enden) auf '-weiler' und offenbaren so ihre 'Orientierung an eine Straße'. [1] Als Beispiel dafür wird Alsterweiler genannt. [2]
Gemarkung
Nach Angaben des Statistischen Landesamtes von Rheinland-Pfalz [3] umfasst die Gebietsfläche von Maikammer 13,68 Quadratkilometer (Stand 31.12.2007). Heute wohnen in Maikammer 4081 Personen (31. Dezember 2007). Eine separate Erhebung für den Ortsteil Alsterweiler gibt es nicht. Die Gemeinde Maikammer hatte bis ins 19. Jahrhundert einen weiteren Ortsteil mit Namen Weinsweiler (Weinsweiler Hof) am Weinsperg, südlich der heutigen Ortslage gelegen.
Von besonderem Interesse ist die Abgrenzung der Ortslage bzw. der Gemarkung Alsterweiler [4].
Willibald Alexis - Rheinbaiern (1833)
Alexis (sein eigentlicher Name lautet Georg Wilhelm Heinrich Häring) schreibt in seinem Werk aus dem Jahre 1833 zum Wesen der Pfälzer: "...Tag um Tag Musik schallt - Kirchweihe und Kirmes überall..." und weiter "...und nur den Überfluß (vom Wein) geben sie (gemeint sind die Pfälzer) ab, so daß wir (in diesem Falle die Norddeutschen) kosten können." [5] [6]
Michael Frey - Versuch einer geogr.-hist.-statist. Beschreibung des könig.-bayer. Rheinkreises (1836/1837)
Karl Geib - Reise=Handbuch (1841)
Im Reise=Handbuch befindet sich die Beschreibung von Alsterweiler bei der Wegbeschreibung durch den Kanton Edenkoben. "Weiter längs den Höhen geht der Weg nach dem Dorfe Osterweiler (Alsterweiler)[7], das mit dem östlich liegenden Maikam oder Maikammer eine Gemeinde von 2040 Einwohnern bildet." [8]
"Auf den nach der Ebene schauenden Hügeln von Alsterweiler [...] wird reichlicher und guter Wein gebaut. Die Arten dieses Gewächses [...] sind besonders stark in der Quantität, lieblich, aber leicht [...]. Beide Orte [Alsterweiler und Maikammer] waren ehemals bischöflich Speierisch. [...] Der berühmte Orden der Tempelherren hatte hier Besitzungen, wovon noch einige Gebäude übrig sind, und die Kirche enthält bemerkenswerthe Gemälde aus altdeutscher Zeit. Ein bei Maikammer hin nach der Ebene fließender Waldbach treibt in diesem Banne drei Mühlen. "[9]
Remling - Die Maxburg (1844)
Franz Xaver Remling lässt in "Die Maxburg" den Blick vom Hambacher Schloss nach Süden schweifen und führt über Alsterweiler aus: "Rechts zieht das mit Maikammer eine Gemeinde bildende Alsterweiler hinan gegen das rings mit Reben umpflanzte Gebirge, auf dessen erstem Vorhügel das frommbesuchte Wetterkreuz [10] von Maikammer, wie einen Hügel näher, das von Diedesfeld, verkündend Gottes Liebe und Gnade, weit in die Ebene hinableuchtet." [11]
August Becker - Die Pfalz und die Pfälzer (1858)
Im Kapitel Umgegend von Edenkoben schreibt August Becker:
"Von dem hübschen und lieblich gelegenen Diedesfeld führt ein schöner Weg durch die großen Rebenfelder südlich nach dem nahen Maikammer, das mit dem nebenbei in den Weinbergen liegenden Alsterweiler eine Gemeinde von 2600 Einwohnern bildet [...] [12] Auf einen Kunstschatz in der Kirche des Ortes müssen wir umsomehr aufmerksam machen als dieses so oft verheerte Land dergleichen nur äußerst selten aufzuweisen hat." [13] [14].
Johannes Leonhardt - Die Geschichte von Maikammer=Alsterweiler (1928)
"Alsterweiler zieht sich von Westen nach Osten, dem Bächlein Alster entlang und ist von zwei Hügelrücken eingeschlossen, einem nördlichen vom Wetterkreuz kommend und einem südlichen vom Breitenberg auslaufend.", so beschreibt der Alsterweilerer Bürger und Lehrer Johannes Leonhardt die Lage seines Heimatortes im Jahre 1928.[15]
Heinrich Maria Sauer - Ein Gang nach dem Winzerdorf Alsterweiler (1939)
"Mit der elektrischen Oberlandbahn fahren wir mitten ins Herz des uralten Winzerdorfs Maikammer-Alsterweiler. Unser Gang gilt dem oberhalb Maikammer liegenden Weindorfe Alsterweiler." [16] "Wir biegen von der Hartmannstraße in die nördliche Schlageter=Straße ein und erreichen nach einer Weile zu Alsterweiler das sogenannte "Schlössel". Der neuere zweistöckige Wohnbau ruht auf dem alten Keller der ehemaligen Kredenburg." [17]
"Eine nette Dorfpartie bildet zu Alsterweiler das Schulhaus, erbaut 1829, und das katholische Kirchlein. Schräg über befand sich früher ein Bäckerhaus, wie die Jahreszahl 1756 mit Bäckerbrezel zeigt. Im Vorgarten finden wir einen alten Bittstein mit einem Heiligenbild auf Blech gemalt. Der Stein trägt die Zahl 1718, die Buschstaben C. T. und A.B.T., darunter ist ein Hackbeil ausgehauen; also eine Stiftung eines Metzgers." [18]
Literatur
- Leonhardt, Johannes (1928): Geschichte von Maikammer-Alsterweiler. Chronik von Maikammer-Alsterweiler ab 1928 und Chronik der Verbände und Vereine 1986. Unter Mitarbeit von Damm, Johannes und Treptow, Hans. Maikammer.
- Sauer, Heinrich, Maria: "Ein Gang nach dem Winzerdorf Alsterweiler", in: Saarpfalz, 1939/1. Januar, Nr. 1, S. 251f
- Wittmer, Richard: Die Flur von Maikammer-Alsterweiler: ihre Namen und steinernen Zeugen in Geschichte und Geschichten, Maikammer, Herausg. Ortsgemeinde Maikammer, 2000, 208 S. : Ill. + 1 Kt.-Beil. [Signatur PLB Speyer, 17.2974]
- Wittmer, Richard: Glockenstein und Trullo, Maikammerer steinerne Raritäten, In: Südliche Weinstraße: Heimat-Jahrbuch. – 24 (2002), S. 105-106, 2002, [Signatur PLB Speyer: Per. 9476/24.2002;Per. 15754/24.2002]
- Wittmer, Richard: Maikammer: Ein Dorf wird schöner In: Südliche Weinstraße: Heimat-Jahrbuch. - 19 (1997), S. 106-108, 1997, [Signatur PLB Speyer, Per. 9476/19.1997]
Weblinks
Literatur
Einzelnachweise
- ↑ Mannes, Stefan R.: Neustadt, Hausarbeit, 1993, 8 Seiten.
- ↑ Mannes, Stefan R.: Neustadt, Hausarbeit, 1993, 8 Seiten.
- ↑ Statistisches Landesamt vom 15. Juli 2008 siehe dazu: http://www.infothek.statistik.rlp.de/lis/MeineRegion/index.asp
- ↑ Anmerkung Matzinger: Endet Alsterweiler an der Weiherstraße, gehören Teile der Weiherstraße noch dazu, wo verläuft die Grenze im Bereich der Friedhofstraße? u.a.m.
- ↑ Rödel, Hans: "Willibald Alexis: Rheinbaiern (1833)", In: Carl Heupel (Hg.), Die Pfalz auf der Suche nach sich selbst, Landau in der Pfalz: Literarischer Verein der Pfalz. 1983, S. 33
- ↑ Häring schrieb unter anderem: "Ruhe ist die erste Bürgerpflicht".
- ↑ Wieso Karl Geib diesen Namen angibt, ist mir unklar (Schreibfehler?), es kann sich nur um Alsterweiler handeln
- ↑ Geib, Karl: Reise=Handbuch, Zweibrücken 1841.
- ↑ Geib, Karl: Reise=Handbuch, Zweibrücken 1841, Seite 55
- ↑ Anmerkung Matzinger: es handelt sich wohl um das Kreuz an der Schutzkapelle.
- ↑ Remling, Franz Xaver (1884): Die Maxburg bei Hambach.Mannheim: Schwan- und Götzsche Hofbuchhaltung, Seite 7.
- ↑ Text weiter wie unter Maikammer
- ↑ Becker, August: Die Pfalz und die Pfälzer, Leipzig 1858 (Verlag J.J. Weber), (ND Verlag E. Lincks-Crusius, Kaiserlautern, 1961).
- ↑ August Becker verweist auf den Alsterweilerer Altar.
- ↑ Johannes Leonhardt (1928) Die Geschichte von Maikammer=Alsterweiler, Selbstverlag.
- ↑ Sauer, Heinrich, Maria: "Ein Gang nach dem Winzerdorf Alsterweiler", in: Saarpfalz, 1939/1. Januar, Nr. 1, S. 251
- ↑ Sauer, Heinrich, Maria: "Ein Gang nach dem Winzerdorf Alsterweiler", in: Saarpfalz, 1939/1. Januar, Nr. 1, S. 251
- ↑ Sauer, Heinrich, Maria: "Ein Gang nach dem Winzerdorf Alsterweiler", in: Saarpfalz, 1939/1. Januar, Nr. 1, S. 251
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