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Schaffnerei Kirrweiler: Unterschied zwischen den Versionen

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'''{{PAGENAME}}''' war ein Amt mit vielfältigen Aufgaben<ref>Seit dem 14. Jahrhundert besaß das Amt Kirrweiler einen Schaffner. Sein Tätigkeitsbereich umfasste (allerdings wechselnd, je nach Zugehörigkeit der Orte zum Hochstift Speyer) Berghausen bei Römerberg, Diedesfeld, Dudenhofen, Edenkoben, Geinsheim, Großfischlingen, Hambach, Hanhofen, Harthausen bei Dudenhofen, Heiligenstein bei Römerberg, die Kestenburg, Kirrweiler, Maikammer-Alsterweiler, Marientraut, Schifferstadt, Spangenberg nahe Lambrecht, St. Lambrecht, St. Martin, Venningen, Walsheim und Weyher. Zu den Aufgaben des Schaffners und mithin der Schaffnerei gehörte es, Steuern und Güter, wie Frucht oder Wein aus den Ortschaften einzuziehen. Auch die Aufsicht über die Bauhöfe und Güter (Äcker, Wiesen, Wingerte, Hofraiden, Schäfereien, Fischgewässer, Jagdreviere, Wälder und Felder) oblag ihm (siehe Ziegelscheuer), die Pflege von Wegen und Gräben sowie die Verantwortung für die Baulichkeiten am Kirrweiler Schloss.
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Dem Schaffner kümmerte sich um den Viehbestand und das Schlosspersonal. Ihm unterstanden zudem Bäcker, Küfer, Pförtner, Wächter, Turmknecht, Hausknecht, Schweinehirte, Feuerknecht sowie eine Köchin und eine Viehmagd. Schließlich kontrollierte er das zu Kauf und Verkauf nötige, geeichte Geschirr und die Maße. Der Schaffner war auch als Markmann und als hohe Gerichtsinstanz tätig.</ref> unter anderem auch der Vermögens- und Eigentumsverwaltung des "Amtsbezirks" des [[Oberamt Kirrweiler|Oberamts Kirrweiler]].
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"Am 3. Dezember 1699 wurde sie (Öhlmühle) wiederum im Namen des Fürstbischofs Joh. Hugo[5] dem Johannes Tretter erbbestandsweise überlassen. Der Erbbeständer mußte sie selbst aufbauen und dann Dach und Fach unterhalten. Die ersten 6 Jahre war er darum vom Zinse frei, dann mußte er 4 Jahre lang jährlich 4 fl.[6], darnach jährlich 5 fl. an Martini an die Schaffnerei Kirrweiler abliefern. Johann Tretter starb 1743 — 85 Jahre alt. Die Oelmühle war zu der Zeit die einzige in der Schaffnerei Kirrweiler."<ref>[[Wittmer]], Seite 88</ref>
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Aktuelle Version vom 16. März 2026, 17:52 Uhr

Schaffnerei Kirrweiler war ein Amt mit vielfältigen Aufgaben[1] unter anderem auch der Vermögens- und Eigentumsverwaltung des "Amtsbezirks" des Oberamts Kirrweiler.

"Am 3. Dezember 1699 wurde sie (Öhlmühle) wiederum im Namen des Fürstbischofs Joh. Hugo[5] dem Johannes Tretter erbbestandsweise überlassen. Der Erbbeständer mußte sie selbst aufbauen und dann Dach und Fach unterhalten. Die ersten 6 Jahre war er darum vom Zinse frei, dann mußte er 4 Jahre lang jährlich 4 fl.[6], darnach jährlich 5 fl. an Martini an die Schaffnerei Kirrweiler abliefern. Johann Tretter starb 1743 — 85 Jahre alt. Die Oelmühle war zu der Zeit die einzige in der Schaffnerei Kirrweiler."[2]

Fundstellen zu Schaffnerei Kirrweiler

Die Anzahl der Einträge in der folgenden Tabelle beträgt: 2

 Sammlung_1Sammlung_2AnmerkungZitiertÜbertragungZitatSchlagwortSeiteDieses Attribut ist ein Spezialattribut in diesem Wiki.Nutzen für AlsterweilerJahrAusstellungDatum„Datum <span style="font-size:small;">(Date)</span>“ ist ein Datentyp für Datumswerte. Er wird Attributen mit Hilfe eines von Semantic MediaWiki bereitgestellten, softwareseitig fest definierten Attributs (Spezialattribut), zugeordnet.
Die Flur von Maikammer-Alsterweiler/FlurnamenFlurnamen (Alsterweiler)
Flurname
Alsterweiler
Sparbenbrunnen
Frankenmühle
Anschlußgewanne nach Nordosten ist die Gewanne: bei der Frankenmühle am Sparbenbrunnen (mdal. bei de Franggemihl am Schbarwebrunne)

Die Lage ist: westlich die Gewanne auf der Oberwiese östlich die Gewanne am Sparbenbrunnen südlich die Gewanne im Böbig nördlich die Gewanne im Lausböhl

1824 Acker Bei der Frank=Mühl am Sparbenbrunnen (LASp L56/772)(Anmerkung: Sehen Sie LA Sp L 56 Nr.772). Der Name weist sicherlich auf eine frühe fränkische Besiedlung hin. Er kann aber auch aus dem mhd. franc frei stammen. Eine Mühle auf ehemaligem Gemeindeland (Almende)1. Danach war diese im Besitz des Bischofs von Speyer. Diese Ölmühle, auch obere Ölmühle genannt, war 1688 Johann Tretter in sicherem Bestand überlassen worden. Durch den Krieg 1689 - 1700 wurde sie ruiniert und geriet in Abgang. Am 3. Dezember 1699 wurde sie wiederum im Namen des Fürstbischofs Joh. Hugo dem Joh. Tretter erbstandsweise überlassen. Der Erbständer mußte sie selbst aufbauen und dann Dach und Fach erhalten. Die ersten 6 Jahre war er darum vom Zinse frei, dann mußte er 4 Jahre lang jährlich 4 fl., darnach jährlich 5 fl. an Martini an die Schaffnerei Kirrweiler abliefern. Die Ölmühle war zu dieser Zeit die einzige in der Schaffnerei Kirrweiler.(2) Aus Raps, Mohn und Nüssen wurde Öl geschlagen.(3) Am 9. März 1745 bat Joh. Tretter, der Sohn des Vorigen, um die Erlaubnis unter das gleiche Dach seiner Ölmühle einen Mahlgang und Schälgang zu machen, damit er nicht müßig sitze, wenn die Ölmühle stille stehe. Er wolle 6 Malter Kom für das Jahr geben. Trotzdem das Oberamt sein Gesuch befürwortete, wurde es am 19. Juni 1745 abgelehnt, weil von Sankt Martin bis Kirrweiler 7 Mahlmühlen an dem kleinen Bächlein waren. Am 18. Juni 1745 wiederholte er sein Gesuch und bot 8 Malter Korn als Wasserzins an. Er wollte Frondefreiheit für das Pferd, das er zum Wegfahren des Mehles brauchte. Er wurde wieder abgewiesen. Unterm 24. Mai 1755 wollte Tretter eine Hirsen- und Gerstenroll, worauf auch Hafer und Gries gemahlen werden konnten, anbringen und 5 fl. bezahlen. Das Oberamt unterstützte das Gesuch. Am 9. Juni wurde es genehmigt, doch sollte Tretter 15 fl. p. Jahr zahlen. Tretter ging darauf ein. Vom Januar 1758 an mußte er 10 Reichstaler und 4 Malter als Wasserzins geben, solange die Mühle nicht durch ein Unglück völlig zu Grunde gehen würde. Die Mühle rentierte sich aber nicht auf die Dauer. Um das Jahr 1840 gehörte die Mühle dem Bäcker und Müller Christian Platz, von dem sie an seinen Sohn Georg Christian Platz überging. 1850 hatte die Mühle die Hausnummer 233. Seit 1900 steht sie still(1) und wird heute als Mehrfamilienhaus benützt. 1944 stürzte nach Luftkämpfen ein Jagdflieger der deutschen Luftwaffe vom Typ Me (Messerschmitt) 109 in das Mühlengebäude und löste einen Brand aus. Das Haus wurde daraufhin abgerissen und als Wohngebäude wieder errichtet.
Oberamt Kirrweiler
Schaffnerei Kirrweiler
Ölmühle
Mühle
Johann Tretter
Alsterweiler
Sparbenbrunnen
Frankenmühle
Hirstenroll
Gerstenroll
Georg Christian Platz
Christian Platz
Hausnummer 230
Messerschmitt
Messerschmitt Me 109
FrankenmühleSparbenbrunnen Seite 886
Gesamtverzeichnis der Siegel im Gatterer-ApparatKloster Heilsbruck
Schaffnerei Kirrweiler
Alsterweiler
2013
Maikammerer Bürgermeister Rechnung (1739-1740)/Folio23Dincker
Einspänniger
Einspänninger
Alsterweiler
vollständigfol. 23

außgab geldt
zu beeth und güldten
der schaffnerey Kirrweyhler zu mayhen beeth
geliefferet l: q: N: 24 ˶60˶ ˶-˶ ˶-˶
dahien zur herbst beeth ˶76˶ ˶-˶ ˶-˶
zur schatzungs güldten dahien ˶120˶ ˶10˶ ˶3 1/2˶
ahn reducirten gülden [˶-˶ ˶3]9˶ ˶3˶
zu rindt fleisch geldt alles lauth q: N: 25 ˶7˶ ˶-˶ ˶-˶
ferners zur schaffnerey gelieffert atz geldt ˶1˶ ˶30˶ ˶-˶
schenckh geldt ˶3˶ ˶-˶ ˶-˶
einspänninger geldt alles l: q: N: 26 ˶8˶ ˶30˶ ˶-˶
ahn reducirten gülden [˶-˶ ˶3]9˶ ˶3˶
zu rindt fleisch geldt alles lauth q: N: 25 ˶7˶ ˶-˶ ˶-˶

der jungfer Dinkherin von 200 fl capital zu zinnß l: q: N: 27 ˶10˶ ˶-˶ ˶-˶
Schaffnerei Kirrweiler
Rindfleischgeld
Atzgeld
Schenkgeld
Gült
Dincker
Einspänniger
Einspänninger
Maibede
Herbstbede
Alsterweiler
Schankgeld
1551739

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

  1. Seit dem 14. Jahrhundert besaß das Amt Kirrweiler einen Schaffner. Sein Tätigkeitsbereich umfasste (allerdings wechselnd, je nach Zugehörigkeit der Orte zum Hochstift Speyer) Berghausen bei Römerberg, Diedesfeld, Dudenhofen, Edenkoben, Geinsheim, Großfischlingen, Hambach, Hanhofen, Harthausen bei Dudenhofen, Heiligenstein bei Römerberg, die Kestenburg, Kirrweiler, Maikammer-Alsterweiler, Marientraut, Schifferstadt, Spangenberg nahe Lambrecht, St. Lambrecht, St. Martin, Venningen, Walsheim und Weyher. Zu den Aufgaben des Schaffners und mithin der Schaffnerei gehörte es, Steuern und Güter, wie Frucht oder Wein aus den Ortschaften einzuziehen. Auch die Aufsicht über die Bauhöfe und Güter (Äcker, Wiesen, Wingerte, Hofraiden, Schäfereien, Fischgewässer, Jagdreviere, Wälder und Felder) oblag ihm (siehe Ziegelscheuer), die Pflege von Wegen und Gräben sowie die Verantwortung für die Baulichkeiten am Kirrweiler Schloss. Dem Schaffner kümmerte sich um den Viehbestand und das Schlosspersonal. Ihm unterstanden zudem Bäcker, Küfer, Pförtner, Wächter, Turmknecht, Hausknecht, Schweinehirte, Feuerknecht sowie eine Köchin und eine Viehmagd. Schließlich kontrollierte er das zu Kauf und Verkauf nötige, geeichte Geschirr und die Maße. Der Schaffner war auch als Markmann und als hohe Gerichtsinstanz tätig.
  2. Wittmer, Seite 88

Anmerkungen

Zitate

Urkunden

Begriffe

Kategorien

Schaffnerei Kirrweiler gehört den Kategorien an: Oberamt Kirrweiler

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