Schloße ist ein großes Hagelkorn (Mehrzahl: Schloßen). Das Wort wird gerne auch in Kombination mit Gewitter, als Schloßengewitter oder Schloßenwetter gebraucht. Die erste Erwähnung derartiger Wetterereignisse stammt aus dem Jahre 17371.
Situation in Alsterweiler
Die Wetterereignisse sind nicht durchgängig für Alsterweiler beschrieben. Es ist aber davon ausgzugehen, daß Unwetter, das für Maikammer erwähnt wird, auch für Alsterweiler anzunehmen ist. In der Regel ziehen diese Wetterunbilden von Südwesten oder Westen heran, ziehen also über Alsterweiler hinweg, bevor sie Maikammer erreichen. Die Unwetter mit Schloßen sind in der Ortschronik dokumentiert. Nicht weniger als 16 Ereignisse sind seit dem Jahr 1737 erwähnt.
Der Rheinbayer wurde am 31. Mai 1834 herausgegeben, das Ereignis fand am 13. Mai 1834 statt. Allerdings muss da was von den Daten durcheinander gegangen sein. / Redakteur Franz Bettinger.
Schloßenwetter Sankt Martin, Alsterweiler, Diedesfeld.
Maikammer und Alsterweiler? Zweimal Schloßenwetter in einem Jahr.
Am 25. Juli 1787 war ein Schloßenwetter; die nicht großen aber dicht fallenden Schloßen machten großen Schaden. Desgleichen herrschte am 10. August nachmittags zwischen 3 und 4 Uhr ein fürchterliches Wetter, es fielen Schloßen wie Hühnereier, die die Frucht auf dem Felde ausschlugen und in den Weinbergen großen Schaden verursachten. Es gab wenig, doch ziemlich guten Wein.
Am 26. April (Osterdienstag) zwischen 11 und 12 Uhr war ein Gewitter mit Schloßen bis zur Größe von Hühnereiern. Fenster wurden eingeschlagen, Augen an den Reben und am Obst verschlagen. Das Korn litt Schaden. Die Schloßen lagen bis 29. April. Desgleichen war am 30. April ein Gewitter mit Hagel und Wasser und am 9. Juni (1859).
Im Jahre 1917 war der Winter kalt. Am 18. Mai war ein großer Hagelschlag. Eiskörner bis zu Hühnereigröße schlugen die Handlangen Triebe der Reben total ab (1917).
Am 15. gegen Abend gab es ein Gewitter mit Schloßen, die oberen Lagen von St. Martin, Alsterweiler, Diedesfeld und Hambach wurden ganz zerschlagen.(1912)
Da gab es am 10. August, mittags gegen 1/4 12 Uhr, nach großer Hitze ein furchtbares Gewitter. Hagelkörner bis zur Hähnereiergröße prasselten hernieder und schlugen alles ab, Ruten, Zweige, Blätter und Trauben. Es war ein trauriger Anblick, als man nachher die Wingert sah, die Rebstocke zerschlagen und zerrissen und die ganze reiche Ernte wertlos auf dem Boden. Alle Fenster gegen die Wetterseite waren eingeschlagen; tagelang lagen die Schloßenhaufen in den Ecken. Auch in den Gemarkungen Hambach, Diedesfeld. Kirrweiler, Rhodt und Weyher hatte der Hagel alles zerschlagen. Abends um 10 Uhr war noch einmal ein Gewitter mit großen Wassermassen. Sofort setzte eine Notstandsaktion ein. Überall wurde für die Geschädigten gesammelt. Die hiesige Gemeinde bekam eine Unterstützungssumme von 23 490 M. Der Staat bewilligte 500 000 M. als Darlehen, wovon Maikammer 115948,40 M erhielt. Die Gelder sollten nach längstens 15 Jahren mit jährlichen Abtragssummen von mindestens 20 M zurückgezahlt werden (1905).