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Wascherde

Aus Alsterweiler
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Wascherde, auch Lavaerde genannt (aus dem Lateinischen: lavare=waschen, im Arabischen: الغاسول‎) ist ein Tonmineral (meist in gemahlener Form)[web 1][1]. Wascherde wurde beim Fertigungsprozess von Tuchen genutzt. Gewonnen wurde derartiges Material in Alsterweiler, oberhalb der Mühlgass. Der Verkauf erfolgte nach Grevenhausen zur Fertigung von Tuch[2][3].

Leonhardt: DER MÜHLGASSE IN ALSTERWEILER WURDE SOGEN WASCHERDE GEGRABEN UND NACH GREVENHAUSEN ZUM WALKEN DES TUCHES VERKAUFT SEITE141 OBERHALB DER MÜHLGASSE STAND EINE HÜTTE BEI WELCHER WASCH ODER V3ALKERDE FÜR DIE TUCHWEBEREIEN IN GREVENHAUSEN GEGRABEN WURDE DIE GEMEINDERECHNUNGEN VOR DEM DREIßIGJÄHRIGEN KRIEGE WEISEN EINNAHMEN AUS DIESER ERDE NACH SEITE 106

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Hauptbestandteile der Wascherde sind Silicium und Magnesium, ferner Eisen, Calcium und Natrium. Traditionell wird Wascherde an der Luft und an der Sonne getrocknet und anschließend gemahlen. Heute ist Wascherde als Produkt der Naturkosmetik wieder geschätzt.[4]

Das Reinigungsmittel ist bereits seit dem Altertum bekannt. Zu Zeiten des Mittelalters wurde der gesamte Nahe Osten mittels Karawanen mit Lavaerde beliefert.

Chemische Zusammensetzung

  • SiO2 Siliziumdioxid: 55–61 %
  • MgO Magnesiumoxid: 21–25 %
  • Al2O3 Aluminiumoxid : 3–5 %
  • Fe2O3 Eisenoxid: 1–2 %
  • CaO Calciumoxid: 1–3 %


LAMBRECHT

Die bedeutendste Mühle in Lambrecht war die alte "Walkmühle an der Brücke" (heutige Friedrich-Ebert-Brücke). Die Einwanderung von Wallonen nach Lambrecht erreichte in den Jahren um 1567 ihren Höhepunkt Es begann die Zeit der Tuchmacherei. Als exzellente Tuchweber brachten die Wallonen das Handwerk der Tuchmacherei nach Lambrecht mit. Schon bald schlossen sich sich 32 Tuchweber zu einer Genossenschaft zusammen, was die Bedeutung dieses Handwerks in Lambrecht deutlich macht.

Ein frisch gewebtes Tuch wurde vom Webstuhl "abgebäumt". Es war noch ziemlich strack. Jeder einzelne Faden des Tuchs war zu sehen. Das Walken diente dazu ein lockeres und geschmeidiges Tuch herzustellen. Es sollte einen guten Tragekomfort aufweisen. Das "Walken" war somit ein wichtiger Arbeitsschritt in der Tuchherstellung.

Das gewebte (rohe) Tuch wurde in der Walkmühle in die "Grube eines Lochbaums" (wannenartige Aushöhlung in einem dicken Baumstamm) eingelegt. Die Aussparung war mit einer seifenartigen Flotte, mit Zusätzen wie "Wascherde" aus Alsterweiler bzw. "Walkerde" befüllt. Die Walkerde war ein feiner, mergeliger Ton mit fettaufsaugender Kraft. Zusätzlich wurde "Urin" hinzugegeben. Ein über das Mühlrad und ein sogenanntes "Vorgelege" angetriebener Wellbaum hob dann mit seinen Nasen leichte "Stößel" an und entließ diese wieder. Auf das Tuch wurde Druck und Stoß ausgeübt. Es wurde gründlich durchgeknetet.

Die Fäden gewannen an Geschmeidigkeit, spleisten an den Rändern auf und bildeten feine Härchen. Mit den Nachbarfäden und deren Härchen verfilzten sie sich. Die aggressive Flotte unterstützte diesen Prozeß. Danach wurde das Tuch gewaschen, war aber durch die Behandlung auf ein Drittel seiner ursprünglichen Größe geschrumpft.

In Lambrecht werden für das Jahr 1601 fünf Walkmühlen angeführt.

Die Arbeitsweise ähnelt einer Lohmühle. Ein mit Nasen besetzter Wellbaum wurde vom Mühlrad und einem Vorgelege (als untersetztes Getriebe) in Drehung gebracht. Die Nasen setzten sich in Griffmulden von schweren eisenbeschuhten Stampfen, hoben diese an und entließen sie dann (durch Wegdrehen der Nasen) in freien Fall. So stürzten die Stampfen mit Wucht in die Tröge und zerstampften so die darin befindliche Eichenrinde zu "Lohpulver" für die Gerbereien.

In der Walkmühle wurden kleinere und leichtere Stößel bw. Stempel eingesetzt. Sie waren weich "beschuht". Der Hub oder Fall wurde über eine schiefe Ebene gemildert. Damit konnte das "empfindliche" Tuch geschont werden. Die alte Walktechnik wurde nach dem "Frankenthaler Typ" oder nach dem "Kuseler Typ" benannt. Beide Techniken waren in der Pfalz vertreten[5].

HEUTE

Die seifige Tonerde (gesprochen: Ghassoul) wird bereits seit dem Mittelalter von nordafrikanischen Bevölkerungsgruppen und in Teilen des Nahen Ostens genutzt. Wascherde wird heute aus Lagerstätten im mittleren Atlas gewonnen, im Moulouya-Tal, etwa 200 km von der marokkanischen Stadt Fès entfernt. Der Ghassoul wir heute mit Orangenblütenwasser, Rosenwasser, ätherischen Ölen oder Heilpflanzen gemischt und dadurch verfeinert. Er findet Anwendung in türkischen Bädern und beim Hamam.

GEOLGOIE

Walkerden (auch Fullererde) ist weitaus bekannteren Bentonit ähnlich. Walkerde wurde in früheren Zeiten zum Entfetten von Häuten und Bleichen von Textilien benutzt. Walkerden werden heute beim Entfärben von Pflanzen- und Mineralölen eingesetzt. Sie dienen auch als Füll- und Absorptionsmittel sowie als Trägersubstanzen für Insektizide, z.B. DDT. In Deutschland befinden sich größere Vorkommen in Sachsen, im Westerwald und in Geisenheim.

Weblinks

  1. siehe dazu: [.woerterbuchnetz.de/DWB?lemma=wascherde Wörterbuchnetz]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Anmerkung Matzinger: Lavaerde hat nichts mit der Lava aus Vulkanen zu tun, sondern leitet sich von dem lateinischen Begriff lavare (waschen) ab. Die arabische Bezeichnung lautet "ghassoul" und hat dieselbe deutsche Bedeutung.
  2. "Hinter der Mühlgasse in Alsterweiler wurde sogen. Wascherde gegraben und nach Grevenhausen zum Walken des Tuches verkauft." Leonhardt, Johannes (Hrsg.), (1928) Geschichte von Maikammer=Alsterweiler. Maikammer, Selbstverlag, Seite 141
  3. "Oberhalb der Mühlgasse stand eine Hütte, bei welcher Wasch- oder Walkerde für die Tuchwebereien in Grevenhausen gegraben wurde. Die Gemeinderechnungen vor dem Dreißigjährigen Kriege weisen Einnahmen aus dieser Erde nach." Leonhardt, Johannes (Hrsg.), (1928) Geschichte von Maikammer=Alsterweiler. Maikammer, Selbstverlag, Seite 106.
  4. Dieses Mineral kommt ausschließlich im marokkanischen Atlasgebirge vor und wird dort seit Jahrhunderten abgebaut, und noch in der Gegenwart wird ein bestimmtes Areal des Abbaugebietes von der marokkanischen Königsfamilie für den Eigenbedarf beansprucht. Seit dem 8. Jahrhundert wird Lavaerde im Atlasgebirge abgebaut.
  5. Alle Angaben: http://geraldlehmann-lindenbergpfalz.de/muehlen.html

Anmerkungen

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Referenzierungen

  1. ^  Titel: Geschichte von Maikammer=Alsterweiler.
    Schlüssel: Geschichte von Maikammer=Alsterweiler/Alsterweiler/101bis125#Seite_106/2
    Seite: Seite_106/2
    Zitat: Oberhalb der Mühlgasse stand eine Hütte, bei welcher Wasch- oder Walkerde für die Tuchwebereien in Grevenhausen gegraben wurde. Die Gemeinderechnungen vor dem Dreißigjährigen Kriege weisen Einnahmen aus dieser Erde nach.
    Übertragung: Eine Übertragung fehlt.
    Es gibt keine Anmerkung.
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    Schlagwort: Alsterweiler · Mühlgasse · Walkerde · Wascherde · Tuchweber · Grevenhausen · Gemeinderechnung · Einnahme
    Quelle:
    Vorkommnis: Ein Datum für das Vorkommnis fehlt.
    Vorkommnistag: Eine Tagesangabe (Vorkommnistag) fehlt.
    Stufe: 6
    Sammlung: Alsterweiler · Mühlgasse · Einnahme
    LINK: Wascherde
    Eine urn fehlt.
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    WIKI: Wascherde
  2. ^  Titel: Geschichte von Maikammer=Alsterweiler.
    Schlüssel: Geschichte von Maikammer=Alsterweiler/Alsterweiler/126bis150#Seite_141/1
    Seite: Seite_141/1
    Zitat: Hinter der Mühlgasse in Alsterweiler wurde sogen. Wascherde gegraben und nach Grevenhausen zum Walken des Tuches verkauft.
    Übertragung: Eine Übertragung fehlt.
    Anmerkung: Die Angabe ist ohne Quelle, wohl aus einer Gemeinderrechnung.
    Es gibt keine Notes.
    Schlagwort: Alsterweiler · Wascherde · Grevenhausen · Mühlgasse · Mühlstraße
    Quelle:
    Vorkommnis: Ein Datum für das Vorkommnis fehlt.
    Vorkommnistag: Eine Tagesangabe (Vorkommnistag) fehlt.
    Stufe: 6
    Sammlung: Alsterweiler · Wascherde · Mühlgasse · Mühlstraße
    LINK: Alsterweiler
    Eine urn fehlt.
    Eine PDF-Angabe fehlt.
    WIKI: Alsterweiler · Mühlstraße