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Ortsname (Alsterweiler)

Aus Alsterweiler
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Elster (pica pica)[1]

Der Ortsname (Siedlungsname) Alsterweiler ist auf die frühere Bezeichnung für eine Elster zurückzuführen.

Ableitung

Dolch/Greule[2] schreiben zum Namen Alsterweiler: "GW: -weiler#. BW: ahd. agalstra, mhd. agelster swf. "Elster" (Es bedeuten GW Grundwort, BW Beiwort, ahd althochdeutsch, mdh mittelhochdeutsch, swf südwestfränkisch.). [web 1][3] "Einschränkend gibt Ernst Christmann zu bedenken [4]: "Zwar heißt die Elster [web 2] heute in der Pfalz Atzel (DWA IV, 1955,13); der SN beweist jedoch, daß ahd. agalastra zumindest in der südlichen Vorderpfalz vorkam (vgl. Aglasterhausen b.Neckargemünd, 1237 (Or.) Ageleisternhusen, ZGO A.F.5, 1854, 435). BW könnte auch ein Personenbeiname *Agelester sein."

Weiter führt Ernst Christmann aus[5]: "Die Belege von 1250 zeigen "volksetymologische" Beeinflussung durch ahd. (gi)agaleizen "sich (eifrig) bemühen"; der starke Genitiv in Ageleisterswilre wird als Angleichung an den geläufigen Weilernamentypus (vgl. Albersweiler) zu verstehen sein."

Dass der Namen nicht vom Alsterbach abzuleiten ist, wie Ziegler-Schwaab[6] vermutet, scheint jedoch klar zu sein. Dazu argumentiert Ernst Christmann[7] unter Bezug auf Heeger (dort, 38)[8]: [Der] "durch Alsterweiler fließende Bach im 19.Jh. [hieß] Alster, doch dürfte es sich hierbei um eine Rückbildung aus dem Siedlungsnamen handeln."

Leohnhardt (1928) schreibt in der Ortschronik zum Namen: „Er kommt vor 1370 als Ageleisterwilre , 1464 als Aglasterweiler und 1495 als Allasterwyler." Weingart (2008) führt in seinem Gültbuch des Landkapitels Weyher den Namen wie folgt auf: Alsterweyler (im Jahr 1424).[9] Weitere Fundstellen belegen die Namen Agelasterwilre, Agelsterwilre, Aglasterwilre und Alesterwilre.[10] und Alszterweyler[11].

Völlig außerhalb dieser Deutungen liegt der Hinweis von Ziegler auf den Namen Altweiher.[12]

Bedeutung

Es ist also ein Weiler[web 3] ([ˈvaɪlɐ]), (mittelhochdeutsch wiler=kleines Gehöft, althochdeutsch wilari, mittellateinisch villare=Gehöft), der von dem Vogel Elster seinen Namen hat.“[13] Dieser Ableitung "Alster" von "Elster"[14] wird auch an anderen Stellen zugestimmt, wie dem Alsterbach in Wien in Österreich[15] oder dem Wappen der Gemeinde Aglasterhausen [16].

Eine ausführliche Erläuterung zur Veränderung von vilare hin zu -weiler findet sich bei Doll[17]. Demnach wird das vil(l)are zunächst verändert zu -wilre auch zu -willer. In der Südpfalz wurde das wir(e) kontrahiert und zu -weier diphtongiert. So entstanden Ortsnamen wie Weyher, Kapsweyer. Im Hochallemanischen wird villa zu “-wil“ wie bei der Gemeinde Görwihl, im Niederalemannischen zu “-weier“ wie bei der Gemeinde Appenweier.

Die überwiegende Zahl der Siedlungsnamen auf ...-weiler ist aus Personennamen zusammengesetzt, wie Weinsweiler, Weiler des Wino. Es finden sich aber auch Pflanzen, Menschengruppen, Bodenbeschaffenheit (Steinweiler), Rechtsinstitutionen (Waldgrehweiler), Adjektive (Mittweiler) und eben Tiernamen, wie die Elster bei Alsterweiler.

Schreibweisen

"In der Pfalz sind für die Zeit 8. bis 10. Jahrhundert nur acht Namen mit *avilare als Grundwort belegt."[18] Es handelt sich um Boßweiler[19][20], Duttweiler[21], Ernstweiler[22][23], Leinsweiler[24], Nentersweiler[25][26], Steinweiler[27], Weinsweiler[28], Winnweiler[29][30].

Auf einer Internetseite der Gemeinde Duttweiler[31] findet sich folgende Sortierung der Namensentwicklung -weiler nach Jahrhunderten[32]:

  • 9./10. Jhd. -wilare
  • ab 11 .Jhd. (erstmals 1007) -wilere
  • ab M. 12. Jhd. (erstmals 1140) -wilre, wofür im 14.Jhd. nicht selten < wijlre > geschrieben wird
  • ab Ende des 13. Jhd. -willer
  • in der 2. Hälfte des 14.Jhd. vilt, später vereinzelt auch -villr,
  • Mitte 15. Jhd. -wiler
  • mit Diphthongierung erstmals 1489 -weyler [33]

In der folgenden Tabelle sind die Schreibweisen und die Nachweise zusammengestellt[34]. Bei Recherchen stellte sich heraus, dass etliche Literaturangaben offensichtlich auf den falschen Ort bezogen sind. Solche Schreibweisen sind mit Alsterweiler kenntlich gemacht.


Referenzierungen

  1. ^ Reimer (1874)