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"Zahlungspflicht von 20 fl. jährlicher Gülte. Der Vater des Beklagten [[Heinrich von Sickingen]], und dessen Mutter [[Agnes von Lindenfels|Agnes]], geb. Kreiss von [[Lindenfels]] (Kraysin), erhalten von klagendem Vater [[Wilhhelm von Wittstadt]] 400 fl. und verpflichten sich zu dieser Gülte. Beklagter ([[Martin von Sickingen]]) beruft sich auf das Zinsverbot ("gult von geluhem gelt zu nehmen ist ein offenbarlicher wocher, den nyemant zu gebennn schuldig ist, des zeich ich mich ufff die recht"). Zudem ist ein Teil der Zinspflicht übergegangen auf [[Johannes von Heideck]] gemäß einer vom Deutschmeister [[Jost von Venningen]] und [[Ulrich von Rosenberg]] ausgestellten Urkunde und anderen Belegen, die im Vorakt ("in den mentzischen gerichts handel") inseriert sind"<ref>Speyer, Landesarchiv (2009) ‹Inventar der pfälzischen Reichskammergerichtsakten› In: Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz. Jost (bearbeitet von Martin Armgart und Raimund J. Weber) Hausmann (Hg.), Band/Ausgabe: 111, 1 bis 5, Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz (Jost Hausmann), Koblenz, (CMS 544), Seite 1463</ref>. | "Zahlungspflicht von 20 fl. jährlicher Gülte. Der Vater des Beklagten [[Heinrich von Sickingen]], und dessen Mutter [[Agnes von Lindenfels|Agnes]], geb. Kreiss von [[Lindenfels]] (Kraysin), erhalten von klagendem Vater [[Wilhhelm von Wittstadt]] 400 fl. und verpflichten sich zu dieser Gülte. Beklagter ([[Martin von Sickingen]]) beruft sich auf das Zinsverbot ("gult von geluhem gelt zu nehmen ist ein offenbarlicher wocher, den nyemant zu gebennn schuldig ist, des zeich ich mich ufff die recht"). Zudem ist ein Teil der Zinspflicht übergegangen auf [[Johannes von Heideck]] gemäß einer vom Deutschmeister [[Jost von Venningen]] und [[Ulrich von Rosenberg]] ausgestellten Urkunde und anderen Belegen, die im Vorakt ("in den mentzischen gerichts handel") inseriert sind"<ref>Speyer, Landesarchiv (2009) ‹Inventar der pfälzischen Reichskammergerichtsakten› In: Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz. Jost (bearbeitet von Martin Armgart und Raimund J. Weber) Hausmann (Hg.), Band/Ausgabe: 111, 1 bis 5, Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz (Jost Hausmann), Koblenz, (CMS 544), Seite 1463</ref>. | ||
Version vom 8. September 2016, 14:27 Uhr
Johannes von Heideck (auch: Heydeck)[1] (*1450 (ca.) in Burg Wellheim[2] , †1506 (vor)[3] in Unbekannt) war Eigentümer der Kredenburg in Alsterweiler und der Madenburg bei Eschbach.[lit 1][anm 1]. Johannes von Heideck war mit Ottilia Schenkin von Limburg verheiratet. Aus der Ehe gingen mehrere Kinder hervor, darunter ein Sohn, namens Georg von Heideck[4].
Herkunft des Geschlechts
Johannes von Heideck gehörte zum fränkischen Adelsgeschlecht der von Heydeck.[5] Die Familie von Heideck stammte aus Franken und war mit den Sickingen und Rosenberg verschwägert. Johannes von Heideck hatte nach er Zerstörung des Stammsitzes in Heideck während des Markgrafenkrieges (1449-1452) seine mittelfränkische Heimat verlassen und war in die Pfalz gezogen. Er erwarb die Kredenburg und die Madenburg.
Kredenburg
Im Jahr 1481 erwarb Johannes von Heideck den fleckensteinischen Anteil an der Madenburg und ergänzte diesen Teil durch den Teil der Burg, der den Sickingern gehörte. Somit wurde er eine Zeitlang alleiniger Herr auf der Madenburg. Gekauft hatte er den sickingischen Teil vom Wormser Bischof, Reinhard von Sickingen, der am 21. Juli 1482 verstarb. Wahrscheinlich hat Reinhard von Sickingen zur selben Zeit (eher wohl etwas früher) auch die Kredenburg in Alsterweiler, in deren Besitz er war, angeboten. Der als frei und eigen Gut bezeichnete Komplex stammt wohl aus dem Privatbesitz der Sickinger und gehörte nicht der Wormser Kirche. Zumindest sind dort in den Urkunden keine Hinweise auf Alsterweiler und die Kredenburg zu finden[6]. Am 2. Januar 1492 verkaufte Johannes von Heydeck dem Hans Scheibel die Kredenburg und die dazugehörige Dieterswiese für 600 rheinische Gulden[7].
Madenburg
Die Kinder des Friedrich des Älteren von Fleckenstein‚ Friedrich der Jüngere, Anna (Ennel) und Heinrich von Fleckenstein verkauften 1481 die ihnen an Burg und Herrschaft Madenburg verbliebenen Teile für insgesamt 9.100 Goldgulden an Johannes von Heideck.
Auch Reinhard von Sickingen, Bischof von Worms, verkaufte seinen Anteil für 6.300 Gulden an Johannes von Heideck[8]. Damit war Johannes von Heideck vermutlich Alleinbesitzer der Madenburg.
Spätestens 1506 bot Ottilia Schenkin von Limburg, die Witwe des Johannes von Heideck, erstmals dem Speyrer Bischof Philipp von Rosenberg[web 1] die Madenburg zum Kauf an[9]. Dieser Verkauf kam aber wohl nicht zustande. Im Jahr 1511 verkauften dann Ottilia Schenkin von Limburg, ihr Sohn Georg Schenk von Limburg und dessen unmündige Geschwister mit Zustimmung von deren Vormündern die Madenburg samt den zugehörigen Dörfern an Herzog Ulrich von Württemberg für die Summe von 15.000 Gulden[10][11].
Urkunden
- Verkauf der Kredenburg LA Sp D 1 Nr.916
Johannes von Heideck verkauft an Hans Scheibel - 02. Januar 1492.
- Reichskammergerichtsprozess Nr. 217 HStA M 2927 WGR N 983 - RKG 1495-1497 (-1498)
Kläger Bernold von Wittstatt, Dekan des Stiftes St. Cyriakus zu Neuhausen bei Worms gegen Martin von Sickingen von Herboltzheim. "Zahlungspflicht von 20 fl. jährlicher Gülte. Der Vater des Beklagten Heinrich von Sickingen, und dessen Mutter Agnes, geb. Kreiss von Lindenfels (Kraysin), erhalten von klagendem Vater Wilhhelm von Wittstadt 400 fl. und verpflichten sich zu dieser Gülte. Beklagter (Martin von Sickingen) beruft sich auf das Zinsverbot ("gult von geluhem gelt zu nehmen ist ein offenbarlicher wocher, den nyemant zu gebennn schuldig ist, des zeich ich mich ufff die recht"). Zudem ist ein Teil der Zinspflicht übergegangen auf Johannes von Heideck gemäß einer vom Deutschmeister Jost von Venningen und Ulrich von Rosenberg ausgestellten Urkunde und anderen Belegen, die im Vorakt ("in den mentzischen gerichts handel") inseriert sind"[12].
- Protokolle Speyerer Domkapitel 1, Nr. 2284, S.221
Nach dem Tod von Johannes von Heideck will seine Witwe Ottilia Schenkin von Limburg die Madenburg an den Speyrer Bischof verkaufen.
Weblinks
- ↑ siehe dazu: Ammerich, Hans, "Philipp von Rosenberg" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 385 f. [Onlinefassung]; URL: deutsche-biographie.de/gnd119809060.html#ndbcontent /abgerufen am 08. September 2016
Literatur
- ↑ Eine Abhandlung zu der Familie Heideck unter heimatverein-altenstadt.de/heidecker.htm#_ftn3 /abgerufen am 07. September 2016
Einzelnachweise
- ↑ siehe dazu: de.wikipedia.org/wiki/Heydeck /abgerufen am 07. September 2016
- ↑ Es handelt sich um die Stammburg des Geschlechts, die im markgraflichen Krieg zerstört wurde. Burg Wellheim: 48° 49′ 14,5″ N, 11° 4′ 48,8″ O
- ↑ Im Jahre 1506 versucht die Witwe von Johannes von Heideck die Madenburg zu verkaufen. Siehe dazu: Pfälzisches Burgenlexikon (2005), Seite 500 unter Verweis auf: Protokolle Speyerer Domkapitel 1, Nr. 2284, S.221
- ↑ Andere Kinder waren 1506 noch "unmündig". Siehe dazu: Johannes von Heideck#Kredenburg
- ↑ siehe dazu unter wikipedia.de Burg Wellheim und Heideck (Adelsgeschlecht).
- ↑ Pfälzisches Burgenlexikon (2005), Seite 224
- ↑ siehe dazu: LA Sp D 1 Nr.916
- ↑ Pfälzisches Burgenlexikon (2005), Seite 500 unter Bezug auf: Hefele 1916/17, 1917,Nr.645, S. m44f.
- ↑ Pfälzisches Burgenlexikon (2005) unter Verweis auf die Protokolle des Speyerer Domkapitels 1, Nr. 2284, S.221
- ↑ Pfälzisches Burgenlexikon (2005) unter Verweis auf (vgl.) Schöpflin 1751/61, Bd.2, 1761, §305, S. 174
- ↑ Keddigkeit, Jürgen und Ulrich Burkhart, Übel (2005), ’Pfälzisches Burgenlexikon’, Kaiserslautern (Beiträge zur pfälzischen Geschichte, Band 12.3 Hg., Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern, Band/Ausgabe: I-IV) Seiten. (CMS 85), Seite 500
- ↑ Speyer, Landesarchiv (2009) ‹Inventar der pfälzischen Reichskammergerichtsakten› In: Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz. Jost (bearbeitet von Martin Armgart und Raimund J. Weber) Hausmann (Hg.), Band/Ausgabe: 111, 1 bis 5, Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz (Jost Hausmann), Koblenz, (CMS 544), Seite 1463
Anmerkungen
- ↑ Matzinger: Ausführliche Beschreibung im Pfälzisches Burgenlexikon (2005) unter den Burgen Kredenburg und Madenburg
Zitate
Urkunden
Begriffe
Kategorien
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