Johann IV. von Heideck

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Johann IV. von Heideck (auch: Heydeck)[1] (*1450 (ca.) in Burg Wellheim[2] , †28. September 1506[3][4] in Unbekannt) war Eigentümer der Kredenburg in Alsterweiler und der Madenburg bei Eschbach.[lit 1][anm 1]. Johann IV. von Heideck war der Sohn aus der Ehe von Johann III. von Heideck und der Elisabeth von Sickingen, Tochter des Heinrich von Sickingen und der Agnes Kreiß von Lindenfels[5]. Johann IV. von Heideck war in erster Ehe mit Veronika von Rosenberg[6][anm 2] verheiratet. Aus dieser Ehe ging ein Sohn, namens Konrad III. von Heideck hervor[7]. Johann IV. von Heideck war in zweiter Ehe mit Ottilia Schenkin von Limburg[8] verheiratet. Aus der Ehe gingen mehrere Kinder hervor, darunter ein Sohn, namens Georg von Heideck[9][lit 2].

Herkunft des Geschlechts

Johann IV. von Heideck gehörte zum fränkischen Adelsgeschlecht der von Heydeck.[10] Die Familie von Heideck stammte aus Franken und war mit den Sickingen und Rosenberg verschwägert. Johann IV. von Heideck hatte nach er Zerstörung des Stammsitzes in Heideck während des Markgrafenkrieges (1449-1452) seine mittelfränkische Heimat verlassen und war in die Pfalz gezogen. Er erwarb die Kredenburg und die Madenburg.[11].

Kredenburg

Im Jahr 1481 erwarb Johannes von Heideck den fleckensteinischen Anteil an der Madenburg und ergänzte diesen Teil durch den Teil der Burg, der den Sickingern gehörte. Somit wurde er eine Zeitlang alleiniger Herr auf der Madenburg. Gekauft hatte er den sickingischen Teil vom Wormser Bischof, Reinhard I. von Sickingen, der am 21. Juli 1482 verstarb. Wahrscheinlich hat Reinhard I. von Sickingen zur selben Zeit (eher wohl etwas früher) auch die Kredenburg in Alsterweiler, in deren Besitz er war, angeboten. Der als frei und eigen Gut bezeichnete Komplex stammt wohl aus dem Privatbesitz der Sickinger und gehörte nicht der Wormser Kirche. Zumindest sind dort (Bistum Worms) in den Urkunden keine Hinweise auf Alsterweiler und die Kredenburg zu finden[12]. Am 2. Januar 1492 verkaufte Johannes von Heydeck dem Hans Scheibel die Kredenburg und die dazugehörige Dieterswiese für 600 rheinische Gulden[13].

Madenburg

Die Kinder des Friedrich des Älteren von FleckensteinFriedrich der Jüngere, Anna (Ennel) und Heinrich von Fleckenstein verkauften 1481 die ihnen an Burg und Herrschaft Madenburg verbliebenen Teile für insgesamt 9.100 Goldgulden an Johannes von Heideck.[14][15]

Auch Reinhard I. von Sickingen, Bischof von Worms, verkaufte seinen Anteil für 6.300 Gulden an Johannes von Heideck[16]. Damit war Johannes von Heideck vermutlich Alleinbesitzer der Madenburg.

Spätestens 1506 bot Ottilia Schenkin von Limburg, die Witwe des Johannes von Heideck, erstmals dem Speyrer Bischof Philipp von Rosenberg[web 1] die Madenburg zum Kauf an[17]. Dieser Verkauf kam aber wohl nicht zustande. Im Jahr 1511 verkauften dann Ottilia Schenkin von Limburg, ihr Sohn Georg Schenk von Limburg und dessen unmündige Geschwister mit Zustimmung von deren Vormündern die Madenburg samt den zugehörigen Dörfern an Herzog Ulrich von Württemberg für die Summe von 15.000 Gulden[18][19].

Urkunden

Johannes von Heideck verkauft an Hans Scheibel - 02. Januar 1492.

Kläger Bernold von Wittstatt, Dekan des Stiftes St. Cyriakus zu Neuhausen bei Worms gegen Martin von Sickingen von Herboltzheim. "Zahlungspflicht von 20 fl. jährlicher Gülte. Der Vater des Beklagten Heinrich von Sickingen, und dessen Mutter Agnes, geb. Kreiss von Lindenfels (Kraysin), erhalten von klagendem Vater Wilhhelm von Wittstadt 400 fl. und verpflichten sich zu dieser Gülte. Beklagter (Martin von Sickingen) beruft sich auf das Zinsverbot ("gult von geluhem gelt zu nehmen ist ein offenbarlicher wocher, den nyemant zu gebennn schuldig ist, des zeich ich mich ufff die recht"). Zudem ist ein Teil der Zinspflicht übergegangen auf Johannes von Heideck gemäß einer vom Deutschmeister Jost von Venningen und Ulrich von Rosenberg ausgestellten Urkunde und anderen Belegen, die im Vorakt ("in den mentzischen gerichts handel") inseriert sind"[20].

  • Protokolle Speyerer Domkapitel 1, Nr. 2284, S.221

Nach dem Tod von Johannes von Heideck will seine Witwe Ottilia Schenkin von Limburg die Madenburg an den Speyrer Bischof verkaufen.

Weblinks

  1. siehe dazu: Ammerich, Hans, "Philipp von Rosenberg" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 385 f. [Onlinefassung]; URL: deutsche-biographie.de/gnd119809060.html#ndbcontent /abgerufen am 08. September 2016

Literatur

  1. Eine Abhandlung zu der Familie Heideck unter heimatverein-altenstadt.de/heidecker.htm#_ftn3 /abgerufen am 07. September 2016
  2. Deeg, Dietrich (1968), ’Die Herrschaft der Herren von Heideck. Eine Studie zu hochadliger Famlien- und Besitzgeschichte’, Neustadt an der Aisch (Gesellschaft für Familienforschung in Franken, Kommissionsverlag Degener und Co., Neustadt an der Aisch, Band/Ausgabe: Band 18) 269 Seiten. (CMS 719).

Einzelnachweise

  1. siehe dazu: de.wikipedia.org/wiki/Heydeck /abgerufen am 07. September 2016
  2. Es handelt sich um die Stammburg des Geschlechts, die im markgraflichen Krieg zerstört wurde. Burg Wellheim: 48° 49′ 14,5″ N, 11° 4′ 48,8″ O
  3. Deeg, Dietrich (1968), ’Die Herrschaft der Herren von Heideck. Eine Studie zu hochadliger Famlien- und Besitzgeschichte’, Neustadt an der Aisch (Gesellschaft für Familienforschung in Franken, Kommissionsverlag Degener und Co., Neustadt an der Aisch, Band/Ausgabe: Band 18) 269 Seiten. (CMS 719), Seite 238
  4. Im Jahre 1506 versucht die Witwe von Johann IV. von Heideck die Madenburg zu verkaufen. Siehe dazu: Pfälzisches Burgenlexikon (2005), Seite 500 unter Verweis auf: Protokolle Speyerer Domkapitel 1, Nr. 2284, S.221
  5. Deeg, Dietrich (1968), ’Die Herrschaft der Herren von Heideck. Eine Studie zu hochadliger Famlien- und Besitzgeschichte’, Neustadt an der Aisch (Gesellschaft für Familienforschung in Franken, Kommissionsverlag Degener und Co., Neustadt an der Aisch, Band/Ausgabe: Band 18) 269 Seiten. (CMS 719), Seite 238
  6. Deeg, Dietrich (1968), Seite 238: Vater:Konrad von Rosenberg Mutter:Margarethe von Schwarzenberg
  7. Deeg, Dietrich (1968), ’Die Herrschaft der Herren von Heideck. Eine Studie zu hochadliger Famlien- und Besitzgeschichte’, Neustadt an der Aisch (Gesellschaft für Familienforschung in Franken, Kommissionsverlag Degener und Co., Neustadt an der Aisch, Band/Ausgabe: Band 18) 269 Seiten. (CMS 719), Seite 238
  8. Deeg, Dietrich (1968), Seite 238: Vater: Albrecht III. Schenken von Limburg, Mutter: Elisabeth Gräfin von Öttingen
  9. Andere Kinder waren 1506 noch "unmündig". Siehe dazu: Johannes von Heideck#Kredenburg
  10. siehe dazu unter wikipedia.de Burg Wellheim und Heideck (Adelsgeschlecht).
  11. Deeg weist auf die schwierigen finanziellen Verhältnisse der Heideck hin, die sich im Spannungsfeld der Machtansprüche des Markgrafen, der Stadt Nürnberg und Bayern-Landshut befand: Deeg, Dietrich (1968), ’Die Herrschaft der Herren von Heideck. Eine Studie zu hochadliger Famlien- und Besitzgeschichte’, Neustadt an der Aisch (Gesellschaft für Familienforschung in Franken, Kommissionsverlag Degener und Co., Neustadt an der Aisch, Band/Ausgabe: Band 18) 269 Seiten. (CMS 719), Seite 53ff.
  12. Pfälzisches Burgenlexikon (2005), Seite 224
  13. siehe dazu: LA Sp D 1 Nr.916
  14. Deeg, Dietrich (1968), ’Die Herrschaft der Herren von Heideck. Eine Studie zu hochadliger Famlien- und Besitzgeschichte’, Neustadt an der Aisch (Gesellschaft für Familienforschung in Franken, Kommissionsverlag Degener und Co., Neustadt an der Aisch, Band/Ausgabe: Band 18) 269 Seiten. (CMS 719), Seite 43: "Johann (IV.): „Aus den Händen der Familie Fleckenstein konnte er 1481 (Quelle: 120/ZGO, NF 32 (1917) m 55f., Regest Nr. 645 (=Frh. von Gayling’sches Archiv, Bestand im Stadtarchiv Freiburg/Breisgau) die stattliche Herrschaft Madenburg erwerben, deren Besitz über die Reichsstadt Landau (Pfalz) hinausreichte."
  15. Leonhardt (1928), Seite 134: "Der Weinzehnt gehörte also zunächst dem Bischof und seiner Domkirche. Ein Teil wurde Zugehör zur Madenburg. 1361 verpfändeten die Grafen Friedrich sen. und jun. Gebrüder von Leiningen ihren Zehntanteil dem Bistum Speyer mit der Bedingung, daß den Burgmännern 6 Fuder Wein abgegeben werden mußten. (Die Madenburg selbst wurde an die Kämmerer von Worms und Landschaden verpfändet.) 1411 kamen die Grafen von Fleckenstein in den Besitz der Madenburg und damit auch des Zehntanteils. 1468 und 1469 verkauften Friedrich von Fleckenstein, seine Ehefrau Katharina, ihre Kinder Friedrich, Margarete und Einel zusammen 9 Fuder Wein von ihrem Zehntanteil an das Speyerer Domkapitel um 9 fl. jährliche Gült. Die Nachfolger der Fleckensteiner auf der Madenburg, Herr zu Heideck, und seine Frau Ottilie geb. Schenk zu Limburg verkauften 1492 ihren Zehntanteil zu Maikammer für 9000 rheinische Gulden an das Domstift Speyer."
  16. Pfälzisches Burgenlexikon (2005), Seite 500 unter Bezug auf: Hefele 1916/17, 1917,Nr.645, S. m44f.
  17. Pfälzisches Burgenlexikon (2005) unter Verweis auf die Protokolle des Speyerer Domkapitels 1, Nr. 2284, S.221
  18. Pfälzisches Burgenlexikon (2005) unter Verweis auf (vgl.) Schöpflin 1751/61, Bd.2, 1761, §305, S. 174
  19. Keddigkeit, Jürgen und Ulrich Burkhart, Übel (2005), ’Pfälzisches Burgenlexikon’, Kaiserslautern (Beiträge zur pfälzischen Geschichte, Band 12.3 Hg., Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern, Band/Ausgabe: I-IV) Seiten. (CMS 85), Seite 500
  20. Speyer, Landesarchiv (2009) ‹Inventar der pfälzischen Reichskammergerichtsakten› In: Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz. Jost (bearbeitet von Martin Armgart und Raimund J. Weber) Hausmann (Hg.), Band/Ausgabe: 111, 1 bis 5, Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz (Jost Hausmann), Koblenz, (CMS 544), Seite 1463

Anmerkungen

  1. Matzinger: Ausführliche Beschreibung im Pfälzisches Burgenlexikon (2005) unter den Burgen Kredenburg und Madenburg
  2. Die Ritterfamilie Rosenberg war über viele Jahre (1439 bis 1585) in Essingen begütert. Siehe dazu: Schweikart, Wilfried (2006), ’Essingen - Jahresringe eines Dorfes’, Essingen (Schrift und Druck Hammer GmbH, Essingen, Band/Ausgabe:) Seiten. (CMS 89), Seite 109 ff.

Zitate

Urkunden

Begriffe

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Johann IV. von Heideck gehört den Kategorien an: Person (Alsterweiler)

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