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| + | "Südwestlich von Maikammer entstand ein Feld. Weil es bei einer sogenannten Römerstraße stehenden „specula" lag, also einem aus römischer Zeit erhaltenen Wartturm (steinernes Fundament und Holzoberbau), der im deutschen Mund Spiegel und später mundartlich Spiel hieß, kam es zum Namen Spielfeld. Bis 1573 können wir seinen Namen bis jetzt zurückverfolgen. Damals war er noch gemeinsamer Besitz von Maikammer und der weiteren in der Urmark<ref>Allmendsteil, das durch Auslosung verteilt wurde.</ref> erwachsenen Dorfgemeinde zu St. Martin. Spielfeld könnte sich also auf "spielende, sich tummelnde Tiere im Freien, aber auch Volksspiele und dafür geeignete Plätze beziehen".<ref>Wittmer, R. (2000) Die Flur von Maikammer-Alsterweiler: Ihre Namen und steinernen Zeugen in Geschichte und Geschichten Maikammer, Ortsgemeinde Maikammer, Seiten 34-36</ref> | ||
| + | Wahrscheinlicher ist folgende Ableitung, die ebenalls bei Wittmer erwähnt ist:<br /> | ||
| + | "Der Name geht zurück auf lat. „specular" und bedeutet Ausschau haltend, also eine Beobachtungsstelle oder Spähhügel. Hier dürfte eine Verteidigungsanlage der Römer gewesen sein.<ref>Spielfeld kommt von „Spiel" das ist Gesamtheit, einer Gesamtheit gehörig. Es waren vor 100 Jahren dort noch 5 Morgen verpachtete Gemeindefläche. (Allmende)</ref>. | ||
| + | Es wurde bis zu diesem Jahre hauptsächlich als Weideplatz für das Vieh benützt. Die Namen Viehweg, Viehtrift und Geißenweide unmittelbar dabei, deuten es an. | ||
| + | "Die Sankt Martiner hatten angefangen, die ihnen am nächsten liegende Seite als Wingert und Acker anzulegen, während die hießigen Bewohner<ref>von Maikammer</ref> den ganzen Platz seinem bisherigen Zwecke erhalten haben wollten. Es entstand deswegen ein Streit, der erst beigelegt wurde, als am 30.7.1580 das ganze Feld in der heute noch bestehenden Art und Weise geteilt wurde. Die Teilung fand auf dem Oberamte Kirrweiler statt. Der Speyrer Fürstbischof Marquard hatte dazu den Fauth von Marientraut, Jakob Hundt von Salheim, den bischöflichen Rat Dr. Johann Konrad Breuning und den Domkostus zu Speyer und Domherrn zu Worms, Christoph von Dürmstein, beide letztere als Abgeordnete des Domkapitels und den fürstbischöflichen Schaffner in Kirrweiler Philipp Dierolf abgeordnet. Im Beisein der Gemeindedeputierten wurde das Feld besichtigt und dann geteilt. Der Bischof hatte das Recht, auf dem Spielfeld Kalksteine und Ziegelerde für seine in der Nähe liegende Ziegelscheuer zu graben. Da nur der Teil, auf dem sich die Kalk- und Erdgruben befanden, an Maikammer fiel, so behielt sich der Bischof für Sankt Martin ein später zu bestimmendes Recht aus. Das Wingertsholz, das die Sankt Martiner zum Aufholzen der auf ihrem Teile neu anzulegenden Wingerten benötigten, mußte außerhalb der Geraide gemacht werden. Nur für abgegangene Balken usw. konnten sie Holz nehmen, woher sie wollten."<ref>Wittmer, R. (2000) Die Flur von Maikammer-Alsterweiler: Ihre Namen und steinernen Zeugen in Geschichte und Geschichten Maikammer, Ortsgemeinde Maikammer, Seiten 34-36</ref>. "Da das Feld zu Winters- und Ungewitterszeiten tief, naß und sumpfig wurde, sollten beide Gemeinden für ordentliche Instandsetzung der Wege auf ihren Teilen sorgen. Erst 1825 wurde der letzte Teil urbar und zu Wingerten gemacht.1 In früher Zeit stand dort ein Kastanienwald. Die Früchte dienten zur Nahrung über Winter."<ref>Wittmer, R. (2000) Die Flur von Maikammer-Alsterweiler: Ihre Namen und steinernen Zeugen in Geschichte und Geschichten Maikammer, Ortsgemeinde Maikammer, Seiten 34-36</ref> | ||
| + | In der „Menkemer ordenunge" von 1648 steht vom Spielfeld: Von altersher ist verboten, daß jemand Gemeinen Wegen und sunderlich uff dem Spielfeld Wasen soll hauen. | ||
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Version vom 21. April 2016, 14:55 Uhr
Am Spielfeld (Am Spielfeld, Schbelweld)[1]ist ein Flurname in Alsterweiler[lit 1][urk 1][web 1]. Spielfeld bezeichnet eine Gewanne, die über Jahrhunderte von den Gemeinden Maikammer und Sankt Martin gemeinsam benutzt wurde.
Die Ableitung des Namens wird von Wittmer wie folgt beschrieben:
"Südwestlich von Maikammer entstand ein Feld. Weil es bei einer sogenannten Römerstraße stehenden „specula" lag, also einem aus römischer Zeit erhaltenen Wartturm (steinernes Fundament und Holzoberbau), der im deutschen Mund Spiegel und später mundartlich Spiel hieß, kam es zum Namen Spielfeld. Bis 1573 können wir seinen Namen bis jetzt zurückverfolgen. Damals war er noch gemeinsamer Besitz von Maikammer und der weiteren in der Urmark[2] erwachsenen Dorfgemeinde zu St. Martin. Spielfeld könnte sich also auf "spielende, sich tummelnde Tiere im Freien, aber auch Volksspiele und dafür geeignete Plätze beziehen".[3]
Wahrscheinlicher ist folgende Ableitung, die ebenalls bei Wittmer erwähnt ist:
"Der Name geht zurück auf lat. „specular" und bedeutet Ausschau haltend, also eine Beobachtungsstelle oder Spähhügel. Hier dürfte eine Verteidigungsanlage der Römer gewesen sein.[4].
Es wurde bis zu diesem Jahre hauptsächlich als Weideplatz für das Vieh benützt. Die Namen Viehweg, Viehtrift und Geißenweide unmittelbar dabei, deuten es an.
"Die Sankt Martiner hatten angefangen, die ihnen am nächsten liegende Seite als Wingert und Acker anzulegen, während die hießigen Bewohner[5] den ganzen Platz seinem bisherigen Zwecke erhalten haben wollten. Es entstand deswegen ein Streit, der erst beigelegt wurde, als am 30.7.1580 das ganze Feld in der heute noch bestehenden Art und Weise geteilt wurde. Die Teilung fand auf dem Oberamte Kirrweiler statt. Der Speyrer Fürstbischof Marquard hatte dazu den Fauth von Marientraut, Jakob Hundt von Salheim, den bischöflichen Rat Dr. Johann Konrad Breuning und den Domkostus zu Speyer und Domherrn zu Worms, Christoph von Dürmstein, beide letztere als Abgeordnete des Domkapitels und den fürstbischöflichen Schaffner in Kirrweiler Philipp Dierolf abgeordnet. Im Beisein der Gemeindedeputierten wurde das Feld besichtigt und dann geteilt. Der Bischof hatte das Recht, auf dem Spielfeld Kalksteine und Ziegelerde für seine in der Nähe liegende Ziegelscheuer zu graben. Da nur der Teil, auf dem sich die Kalk- und Erdgruben befanden, an Maikammer fiel, so behielt sich der Bischof für Sankt Martin ein später zu bestimmendes Recht aus. Das Wingertsholz, das die Sankt Martiner zum Aufholzen der auf ihrem Teile neu anzulegenden Wingerten benötigten, mußte außerhalb der Geraide gemacht werden. Nur für abgegangene Balken usw. konnten sie Holz nehmen, woher sie wollten."[6]. "Da das Feld zu Winters- und Ungewitterszeiten tief, naß und sumpfig wurde, sollten beide Gemeinden für ordentliche Instandsetzung der Wege auf ihren Teilen sorgen. Erst 1825 wurde der letzte Teil urbar und zu Wingerten gemacht.1 In früher Zeit stand dort ein Kastanienwald. Die Früchte dienten zur Nahrung über Winter."[7]
In der „Menkemer ordenunge" von 1648 steht vom Spielfeld: Von altersher ist verboten, daß jemand Gemeinen Wegen und sunderlich uff dem Spielfeld Wasen soll hauen.
Nachweise Spielfeld[8] (unvollständig)
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Weblinks
- ↑ XXX
Literatur
- ↑ Leonhardt, J. (Ed.), (1928) Geschichte von Maikammer=Alsterweiler Maikammer, Selbstverlag, Seite 107ff
Einzelnachweise
- ↑ Wittmer, R. (2000) Die Flur von Maikammer-Alsterweiler: Ihre Namen und steinernen Zeugen in Geschichte und Geschichten Maikammer, Ortsgemeinde Maikammer, Seiten 34-36
- ↑ Allmendsteil, das durch Auslosung verteilt wurde.
- ↑ Wittmer, R. (2000) Die Flur von Maikammer-Alsterweiler: Ihre Namen und steinernen Zeugen in Geschichte und Geschichten Maikammer, Ortsgemeinde Maikammer, Seiten 34-36
- ↑ Spielfeld kommt von „Spiel" das ist Gesamtheit, einer Gesamtheit gehörig. Es waren vor 100 Jahren dort noch 5 Morgen verpachtete Gemeindefläche. (Allmende)
- ↑ von Maikammer
- ↑ Wittmer, R. (2000) Die Flur von Maikammer-Alsterweiler: Ihre Namen und steinernen Zeugen in Geschichte und Geschichten Maikammer, Ortsgemeinde Maikammer, Seiten 34-36
- ↑ Wittmer, R. (2000) Die Flur von Maikammer-Alsterweiler: Ihre Namen und steinernen Zeugen in Geschichte und Geschichten Maikammer, Ortsgemeinde Maikammer, Seiten 34-36
- ↑ Anmerkung Matzinger: Auf dem Spielfeld als Flurname.
Anmerkungen
Zitate
Urkunden
- ↑ XXX
Begriffe
Kategorien
Spielfeld gehört den Kategorien an: Flurnamen (Alsterweiler), Artikel mit Karte
Matzinger sagt: "letzte Überarbeitung der Seite 21.04.2016". Alle Rechte der Seite bei ©Matthias C.S. Dreyer. Der Name dieser Seite lautet: Spielfeld. Nutzen Sie zur Zitierung für Ihr Werk folgende vollständige Angabe: https://www.alsterweiler.net/wiki/Spielfeld ©Matthias C.S. Dreyer /abgerufen am 19.04.2026 ↑... Seitenanfang
Referenzierungen
- ^ Titel: Pfälzisches Wörterbuch - Eintrag Spielfeld.
Seite: Eintrag_Spielfeld
Schlüssel: Pfälzisches Wörterbuch/(woerterbuchnetz.de)#Eintrag_Spielfeld
Zitat: Spiel-feld n.: 1. 'Fläche, auf der ein Spiel stattfindet', neu, Spielfeld [Kaislt]. — 2. FlN, amtl. Spielfeld [NW-Hamb LA-Maik Mart Zink FlN 22], mda. Spelwel [LA-Maik]. a. 1314: vffe dem spilvelde [Lam 1 71v (GH-Hagb)]; a. 1333: am(m)e spilvelde [Lam 1 74r].
Übertragung: Spielfeld
Anmerkung: Das Spielfeld als Bezeichnung eines Flurnamens nach Zink (Flurnamen) in Maikammer, eigentlich Alsterweiler.
Schlagwort: Spielfeld · Flurname
Quelle: Pfälzisches Wörterbuch/(woerterbuchnetz.de)
Einrichtungsdatum: Ein Einrichtungsdatum fehlt.
Letzter Abruf: 2023-1-3
Stufe: 6
Sammlung: Alsterweiler · Gemarkung · Spielfeld · Flurname
LINK: Spielfeld
Eine PDF-Angabe fehlt.
WIKI: Spielfeld - ^ Bloch, Eduard (1887 Oktober 01).
Titel: Über März- und Maifeld, sowie die Ortsnamen Maikammer und Diedesfeld..
In: Pfälzisches Museum - Monatszeitschrift für heimatliche Litteratur und Kunst, Geschichte und Volkskunde, Historischer Verein der Pfalz (Hg.), Speyer , Band: , Heft: 2. Band, .
Seite: Seite_75
Schlüssel: Pfälzisches Museum/Beiträge#Seite_75
Kein Zitat angegeben.
Eine Übertragung fehlt.
Anmerkung: Seiten 75 und 76.
Schlagwort: Spielfeld · Maifeld · Maikammer
Quelle: Pfälzisches Museum/Beiträge
Erscheinungsjahr: 1887 Oktober 01
Erscheinungstag: 1. Oktober
Stufe: 6
Sammlung: Spielfeld
LINK: [[1]]
Eine PDF-Angabe fehlt.
DOI: DOI nicht vorhanden.
WIKI: Flurnamen (Alsterweiler)