Die Seite für Alsterweiler von Matthias C.S. Dreyer u.a.
Alsterweiler Hofgut (Kloster St. Klara Speyer)
Das Alsterweiler Die Verwendung von „ist genutzt (eh.)“ als Attributkette ist während des Hinzufügens von Annotationen nicht möglich. des Klarissinnenklosters St. Klara (Speyer) lag in Alsterweiler in der Deckelgass Nr.XXX.
Eigentum in Alsterweiler
Das Kloster hatte auch Grundbesitz in Alsterweiler. Dies geht aus einer Aufstellung (Beforchung) zum Alsterweiler Hofgut (Allerheiligenstift Speyer) aus dem Jahre 1730 hervor. "-/1/2-/- auf den billwießen, unere(unterend): JACOB HILDENBRANDT, unters(eits): THEOBOLDT PLATZ, obere(oberend): CLOSTERFRAUEN zu ST. CLARA obers(eits): N. EIßSENBÜHLER"[2]
Arbeiten am Hofgut
"Als Maria Barbara Fellner (1749?) zum 2. Male die Leitung des Konventes übernahm, fand sie eine Schuldenlast von 2527 Gulden vor. Die Nonnen kamen in schwere Bedrängnis, als das Domkapitel 1746 sein Darlehen kündigte 171 ). Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als das Geld, das sie für die Rückzahlung benötigten, zu leihen. Trotz der angespannten wirtschaft¬ lichen Lage ließ die Äbtissin 1747 das ganze Kloster herrichten 172 ). Kosten: Kalk, Maurer, Zimmerleute, Materialien, Schlosser 147 Gulden 4 Batzen 3 Kreuzer. Sogar in Alsterweiler wurden die Stallungen und das ganze Hofhaus instand gesetzt. Auch eine neue Kelter wurde angeschafft. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 232 Gulden 12 Batzen 2 Kreuzer. Im gleichen Jahr wurde ein neuer Setzweiher angelegt. Kosten (Zimmerleute, Schlosser, Materialien): 43 Gulden."[3]
"Am 11. März des kommenden Jahres (1751) brachte ein heftiger Sturmwind ein großes Stück der Mauer im Hühnerhof zum Einsturz. Die Mauer Wurde mit einem Kostenaufwand (Kalk, Fuhrlohn, Maurer) von 10 Gulden wieder aufgemauert. Ferner wurde die „Hölltür" im Garten erweitert und vergrößert. Kosten (Maurer, Schreiner, Schlosser): 3 Gulden 12 Batzen 2 Kreuzer. In Alsterweiler wurde eine neue Kelter angeschafft. Kosten (Holz, Zimmermeister, Schmied): 31 Gulden."[4]
"Die wirtschaftliche Notlage unseres Klosters wurde noch erhöht durch die schlechten Witterungsverhältnisse und zahlreiche Naturkatastrophen in den Jahren 1768—71. Nach der Chronik herrschten 1768/69 „Schauer und Mißwachs" 219 ). Seit 1767 litt der „Wein" schwer unter starkem Frost. An Fronleichnam 1769 wurde der „Wein" durch Hagelschlag fast vollständig vernichtet. Von ihrem Weingut erhielten die Nonnen noch nicht einmal 2 Ohm. In Alsterweiler konnten die Nonnen wenigstens 2 Fuder ernten. Im gleichen Jahr wurden durch einen Rheindammbruch bei Speyer das gesamte Gras, Heu und Ohmed der Klosterwiesen im Reffental und auf dem Wühl vernichtet."[5]
"1772 war seit Jahren wieder das erste normale Erntejahr 221 ). Die Nonnen konnten im Frühjahr das ganze Heu und im Spätjahr ihr gesamtes Ohmed einbringen. Auch die Weinernte war vorzüglich (seit 5—6 Jahren das erste Mal). Hambach: 41/2 Fuder Alsterweiler: 111/2 Klostergarten:4 (Summe) 20 Fuder" [6]
"Während ihrer Regierung setzte die Äbtissin Maria Elisabetha Böhm ein umfassendes Bauprogramm in die Tat um. 1777 wurde das Hofhaus in Alsterweiler mit einem Kostenaufwand von 258 Gulden instand gesetzt."[7]
"Mit Maria Antonia Klotz übernahm 1791 die letzte Äbtissin die Leitung des Klosters St. Klara in Altspeyer. Ihre Hauptsorge galt vor allem dem weiteren Ausbau der Klosterwirtschaft. 1791 erhielt das Hofhaus in Alsterweiler eine neue Kelter 240 ). Die alte Kelter wurde dem Hofmann Kögel für 30 Gulden verkauft."[8]
"Über die letzten Lieferungen des Temporalbestandsgutes in Berghausen konnten die Nonnen 1798 keine Angaben machen. Die Wingert zu Hambach wurden 1794/95 von den Kommissären versteigert. Das gleiche gilt von Alsterweiler."[9]
"Am Dreikönigstag des Jahres 1546 wurde das Kloster von einer „schrecklichen" Feuersbrunst heimgesucht. Das Ausmaß der Zerstörungen war beträchtlich. Noch im gleichen Jahr leitete die Äbtissin Apollonia Fröhlich die Wiederaufbauarbeiten ein. Am 29. Juni 1547 46 ) richtete die genannte Äbtissin eine Bittschrift an den damaligen Bischof von Speyer, Philipp von Flersheim, der Bischof möge doch dem Kloster bei Udenheim Zollfreiheit für das Bauholz 47 ), das Meister Valtin von Gernsbach den Rhein herabtransportiere, gewähren. Die „Supplikation", die im Original erhalten ist, trägt einen Bewilligungsvermerk vom 29. Juni. Der Bischof hatte also noch am gleichen Tage der Bitte der Nonnen willfahren. Bei der Anlage des neuen Salbuches 1547 wurden u. a. auch Unterlagen der Schaffnereien Lambsheim und Deidesheim 48 ) verwendet. Damit besitzen wir die ersten urkundlichen Belege für Klosterbesitzungen in den beiden genannten Orten. Da es sich um Schaffnereien handelte, müssen wir annehmen, daß die genannten Güter einen entsprechenden Umfang hatten. Die Schaffnerei Deidesheim umfaßte sicherlich die Besitzungen des Klosters im „Gebirge" (Alsterweiler, Hambach, Diedesfeld, Maikammer), die allerdings erst später im einzelnen urkundlich belegt sind."[10]
Weblinks
Literatur
- ↑ "Vorliegende Arbeit ist ein Teildruck der Mainzer phil. Diss. „Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte des Clarissenklosters ad Sanctam Claram in der Speyerer Vorstadt Alt-Speyer(1952) und behandelt die allg. Wirtschaftsgeschichte des Klosters. Die Anregung zu dieser Arbeit gab der verstorbene Staatsarchivdirektor Prof. Dr. Rudolf Schreiber Speyer, der auf die dringend notwendige monographische Bearbeitung der Speyerer Stifte und Klöster hinwies. Die letzte Darstellung der Klostergeschichte von St. Klara durch Fr. X. Remling (1836) läßt den wirtschaftsgeschichtlichen Aspekt außer Acht und steht auf einer dünneren Quellenbasis. Das heute bekannte, weit ausgedehntere Quellenmaterial und eine verhältnismäßig lückenlose Quellenüberlieferung rechtfertigen eine Neubearbeitung. Vgl. auch Rudolf Schreiber, Der Franziskanerinnen-Konvent v. St. Klara in Alt-Speyer, 1600—1800, Arch. Mrh. Kirchengesch. 4, 1954. An ungedruckten Quellen wurden benützt: die Bestände der Staatsarchive in München und Speyer, des Stadtarchivs Speyer und der Gemeindearchive Bohl (Stadtarchiv Speyer), Maudach (Stadtarchiv Ludwigshafen) und Lambsheim (am Ort). In diesen Gemeinden lagen die Hauptbesitzungen des Klosters. Die wichtigsten Daten der Klostergeschichte sind: 1299 Aufenthalt in Oggersheim. 1299 Übersiedlung nach Speyer. 1310 Kauf des Bauplatzes. 1434 Aufnahme in das Bürgerrecht der freien Reichsstadt Speyer. 1525 Erneuerung der Bürgerrechtsverleihung. 1546 Brand des Klosters. 1580 Unterstellung des Convents unter die bischöfliche Jurisdiktion. 1632 Verwüstung des Klosters durch die Schweden. 1689 Brand von Speyer. 1'92 Einmarsch der Revolutionstruppen. 1798 Versteigerung des Klosters und seiner Besitzungen. ]) Stadtarchiv Speyer, Fase. 348, S. 56—63."
Einzelnachweise
- ↑ Seite 133
- ↑ N.N. (1730) ‹Beforchung des Alsterweilerh Guths, dem löblichen Stift zu allerheiligen in Speyer zu gehörig - Alsterweiler Guth - Grundstücksverzeichnis›, In: Landesarchiv Speyer, Bestand D 2 (Landesarchiv Speyer), Nr. 734, Seite(n) 216 und 217 (CMS 454).
- ↑ Seite 162
- ↑ Seite 163
- ↑ Seite 170
- ↑ Seite 170
- ↑ Seite 171
- ↑ Seite 174
- ↑ Seite 180
- ↑ Seite 141
Anmerkungen
Zitate
Urkunden
Begriffe
Kategorien
Alsterweiler Hofgut (Kloster St. Klara Speyer) gehört den Kategorien an: Wirtschaftshof
Matzinger sagt: "letzte Überarbeitung der Seite 18.11.2015". Alle Rechte der Seite bei ©Matthias C.S. Dreyer. Der Name dieser Seite lautet: Alsterweiler Hofgut (Kloster St. Klara Speyer). Nutzen Sie zur Zitierung für Ihr Werk folgende vollständige Angabe: https://www.alsterweiler.net/wiki/Alsterweiler Hofgut (Kloster St. Klara Speyer) ©Matthias C.S. Dreyer /abgerufen am 21.04.2026 ↑... Seitenanfang