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Spielfeld bezeichnet | Spielfeld bezeichnet | ||
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| + | 1817 Wingert im oberen Spielfeld (Steuerkataster von Maikammer) | ||
| + | Eine Gewanne, die über Jahrhunderte von den Gemeinden Maikammer und Sankt Martin gemeinsam benutzt wurde. | ||
| + | Bereits 1359 als spilvelt erwähnt, ist es von zahlreichen Heimatforschern beschrieben. | ||
| + | Südwestlich von Maikammer entstand ein Feld. Weil es bei einer so- genannten Römerstraße stehenden „specula" lag, also einem aus römischer Zeit erhaltenen Wartturm (steinernes Fundament und Holzoberbau), der im deutschen Mund Spiegel und später mundartlich Spiel hieß, kam es zum Namen Spielfeld. Bis 1573 können wir seinen Namen bis jetzt zurückverfolgen. Damals war er noch gemeinsamer Besitz von Maikammer und der weiteren in der Urmark erwachsenen Dorfgemeinde zu St. Martin.3 Allmendsteil, das durch Auslosung verteilt wurde. | ||
| + | Das sich auf spielende, sich tummelnde Tiere im Freien, aber auch Volksspiele und dafür geeignete Plätze beziehen könnte.4 | ||
| + | Der Name geht zurück auf lat. „specular" und bedeutet Ausschau haltend, also eine Beobachtungsstelle oder Spähhügel. Hier dürfte eine Verteidigungsanlage der Römer gewesen sein.5 | ||
| + | Spielfeld kommt von „Spiel" das ist Gesamtheit, einer Gesamtheit gehörig. Es waren vor 100 Jahren dort noch 5 Morgen verpachtete Gemeindefläche. (Allmende) | ||
| + | Christmann (1958) - 2Leonhardt - 3 Christmann (1958) - 4Keinath - 5C. Ziegler | ||
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| + | Spielfeld, es war in der Regel von Hecken oder Gräben umgeben, gehörte den Gemeinden Sankt Martin und Maikammer gemeinsam. Es wurde bis zu diesem Jahre hauptsächlich als Weideplatz für das Vieh benützt. Die Namen Viehweg, Viehtrift und Geißenweide unmittelbar dabei, deuten es an. | ||
| + | Die Sankt Martiner hatten angefangen, die ihnen am nächsten liegende Seite als Wingert und Acker anzulegen, während die hießigen Bewohner den ganzen Platz seinem bisherigen Zwecke erhalten haben wollten. Es entstand deswegen ein Streit, der erst beigelegt wurde, als am 30.7.1580 das ganze Feld in der heute noch bestehenden Art und Weise geteilt wurde. Die Teilung fand auf dem Oberamte Kirrweiler statt. Der Speyrer Fürstbischof Marquard hatte dazu den Fauth von Marientraut, Jakob Hundt von Salheim, den bischöflichen Rat Dr. Johann Konrad Breuning und den Domkostus zu Speyer und Domherrn zu Worms, Christoph von Dürmstein, beide letztere als Abgeordnete des Domkapitels und den fürstbischöflichen Schaffner in Kirrweiler Philipp Dierolf abgeordnet. Im Beisein der Gemeindedeputierten wurde das Feld besichtigt und dann geteilt. Der Bischof hatte das Recht, auf dem Spielfeld Kalksteine und Ziegelerde für | ||
| + | seine in der Nähe liegende Ziegelscheuer zu graben. Da nur der Teil, auf dem sich die Kalk- und Erdgruben befanden, an Maikammer fiel, so behielt sich der Bischof für Sankt Martin ein später zu bestimmendes Recht aus. Das Wingertsholz, das die Sankt Martiner zum Aufholzen der auf ihrem Teile neu anzulegenden Wingerten benötigten, mußte außerhalb der Geraide gemacht werden. Nur für abgegangene Balken usw. konnten sie Holz nehmen, woher sie wollten. | ||
| + | Da das Feld zu Winters- und Ungewitterszeiten tief, naß und sumpfig wurde, sollten beide Gemeinden für ordentliche Instandsetzung der Wege auf ihren Teilen sorgen. | ||
| + | Erst 1825 wurde der letzte Teil urbar und zu Wingerten gemacht.1 In früher Zeit stand dort ein Kastanienwald. Die Früchte dienten zur Nahrung über Winter. | ||
| + | In der „Menkemer ordenunge" von 1648 steht vom Spielfeld: Von altersher ist verboten, daß jemand Gemeinen Wegen und sunderlich uff dem Spielfeld Wasen soll hauen.2 | ||
| + | Das Spielfeld war in den Besitzerakten der Gemeinde um 1700 als schlechte Lage bezeichnet.3 Die Bauern mußten sich bei ihrer Arbeit hier „schinden", in Anspielung auf den in der Nähe liegenden „Schindwasen". 1806 wurde im Urkataster ein Acker am Schindwasen erwähnt (LASp L56/772). Es war der Arbeitsplatz des Abdeckers. | ||
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| + | Leonhardt - "Leonhardt - " LASp F2/223 | ||
| + | Hier an der Gemarkungsgrenze wurden die Tierkadaver verscharrt. Es war der St. Martiner „Kuhfriedhof. Wegen des Verwesungsgestanks wurden die toten Tieren so weit wie möglich vom Dorfe weg eingegraben. Bis 1817 war der Schinder hier tätig. | ||
| + | Sein Beruf galt als anrüchig. | ||
| + | Redich unn Rib Miller unn Dieb Schäfer unn Schinner Sinn G'schwisterkinner | ||
| + | spottete der Volksmund. | ||
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| − | |3|| | + | |3||Spielfeld|| spielfeldt||1669|||Wittmer, R. (2000) Die Flur von Maikammer-Alsterweiler: Ihre Namen und steinernen Zeugen in Geschichte und Geschichten Maikammer, Ortsgemeinde Maikammer, Seiten 70-73|[[LA Sp F 2 Nr.221]]||...|| |
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Version vom 21. April 2016, 14:46 Uhr
Am Spielfeld (Am Spielfeld, Schbelweld)[1]ist ein Flurname in Alsterweiler[lit 1][urk 1][web 1]. Spielfeld bezeichnet
1817 Wingert im oberen Spielfeld (Steuerkataster von Maikammer)
Eine Gewanne, die über Jahrhunderte von den Gemeinden Maikammer und Sankt Martin gemeinsam benutzt wurde.
Bereits 1359 als spilvelt erwähnt, ist es von zahlreichen Heimatforschern beschrieben.
Südwestlich von Maikammer entstand ein Feld. Weil es bei einer so- genannten Römerstraße stehenden „specula" lag, also einem aus römischer Zeit erhaltenen Wartturm (steinernes Fundament und Holzoberbau), der im deutschen Mund Spiegel und später mundartlich Spiel hieß, kam es zum Namen Spielfeld. Bis 1573 können wir seinen Namen bis jetzt zurückverfolgen. Damals war er noch gemeinsamer Besitz von Maikammer und der weiteren in der Urmark erwachsenen Dorfgemeinde zu St. Martin.3 Allmendsteil, das durch Auslosung verteilt wurde.
Das sich auf spielende, sich tummelnde Tiere im Freien, aber auch Volksspiele und dafür geeignete Plätze beziehen könnte.4
Der Name geht zurück auf lat. „specular" und bedeutet Ausschau haltend, also eine Beobachtungsstelle oder Spähhügel. Hier dürfte eine Verteidigungsanlage der Römer gewesen sein.5
Spielfeld kommt von „Spiel" das ist Gesamtheit, einer Gesamtheit gehörig. Es waren vor 100 Jahren dort noch 5 Morgen verpachtete Gemeindefläche. (Allmende)
Christmann (1958) - 2Leonhardt - 3 Christmann (1958) - 4Keinath - 5C. Ziegler
Spielfeld, es war in der Regel von Hecken oder Gräben umgeben, gehörte den Gemeinden Sankt Martin und Maikammer gemeinsam. Es wurde bis zu diesem Jahre hauptsächlich als Weideplatz für das Vieh benützt. Die Namen Viehweg, Viehtrift und Geißenweide unmittelbar dabei, deuten es an.
Die Sankt Martiner hatten angefangen, die ihnen am nächsten liegende Seite als Wingert und Acker anzulegen, während die hießigen Bewohner den ganzen Platz seinem bisherigen Zwecke erhalten haben wollten. Es entstand deswegen ein Streit, der erst beigelegt wurde, als am 30.7.1580 das ganze Feld in der heute noch bestehenden Art und Weise geteilt wurde. Die Teilung fand auf dem Oberamte Kirrweiler statt. Der Speyrer Fürstbischof Marquard hatte dazu den Fauth von Marientraut, Jakob Hundt von Salheim, den bischöflichen Rat Dr. Johann Konrad Breuning und den Domkostus zu Speyer und Domherrn zu Worms, Christoph von Dürmstein, beide letztere als Abgeordnete des Domkapitels und den fürstbischöflichen Schaffner in Kirrweiler Philipp Dierolf abgeordnet. Im Beisein der Gemeindedeputierten wurde das Feld besichtigt und dann geteilt. Der Bischof hatte das Recht, auf dem Spielfeld Kalksteine und Ziegelerde für
seine in der Nähe liegende Ziegelscheuer zu graben. Da nur der Teil, auf dem sich die Kalk- und Erdgruben befanden, an Maikammer fiel, so behielt sich der Bischof für Sankt Martin ein später zu bestimmendes Recht aus. Das Wingertsholz, das die Sankt Martiner zum Aufholzen der auf ihrem Teile neu anzulegenden Wingerten benötigten, mußte außerhalb der Geraide gemacht werden. Nur für abgegangene Balken usw. konnten sie Holz nehmen, woher sie wollten.
Da das Feld zu Winters- und Ungewitterszeiten tief, naß und sumpfig wurde, sollten beide Gemeinden für ordentliche Instandsetzung der Wege auf ihren Teilen sorgen.
Erst 1825 wurde der letzte Teil urbar und zu Wingerten gemacht.1 In früher Zeit stand dort ein Kastanienwald. Die Früchte dienten zur Nahrung über Winter.
In der „Menkemer ordenunge" von 1648 steht vom Spielfeld: Von altersher ist verboten, daß jemand Gemeinen Wegen und sunderlich uff dem Spielfeld Wasen soll hauen.2
Das Spielfeld war in den Besitzerakten der Gemeinde um 1700 als schlechte Lage bezeichnet.3 Die Bauern mußten sich bei ihrer Arbeit hier „schinden", in Anspielung auf den in der Nähe liegenden „Schindwasen". 1806 wurde im Urkataster ein Acker am Schindwasen erwähnt (LASp L56/772). Es war der Arbeitsplatz des Abdeckers.
123
Leonhardt - "Leonhardt - " LASp F2/223
Hier an der Gemarkungsgrenze wurden die Tierkadaver verscharrt. Es war der St. Martiner „Kuhfriedhof. Wegen des Verwesungsgestanks wurden die toten Tieren so weit wie möglich vom Dorfe weg eingegraben. Bis 1817 war der Schinder hier tätig.
Sein Beruf galt als anrüchig.
Redich unn Rib Miller unn Dieb Schäfer unn Schinner Sinn G'schwisterkinner
spottete der Volksmund.
Nachweise Spielfeld[2] (unvollständig)
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Weblinks
- ↑ XXX
Literatur
- ↑ Leonhardt, J. (Ed.), (1928) Geschichte von Maikammer=Alsterweiler Maikammer, Selbstverlag, Seite 107ff
Einzelnachweise
Anmerkungen
Zitate
Urkunden
- ↑ XXX
Begriffe
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Referenzierungen
- ^ Titel: Pfälzisches Wörterbuch - Eintrag Spielfeld.
Seite: Eintrag_Spielfeld
Schlüssel: Pfälzisches Wörterbuch/(woerterbuchnetz.de)#Eintrag_Spielfeld
Zitat: Spiel-feld n.: 1. 'Fläche, auf der ein Spiel stattfindet', neu, Spielfeld [Kaislt]. — 2. FlN, amtl. Spielfeld [NW-Hamb LA-Maik Mart Zink FlN 22], mda. Spelwel [LA-Maik]. a. 1314: vffe dem spilvelde [Lam 1 71v (GH-Hagb)]; a. 1333: am(m)e spilvelde [Lam 1 74r].
Übertragung: Spielfeld
Anmerkung: Das Spielfeld als Bezeichnung eines Flurnamens nach Zink (Flurnamen) in Maikammer, eigentlich Alsterweiler.
Schlagwort: Spielfeld · Flurname
Quelle: Pfälzisches Wörterbuch/(woerterbuchnetz.de)
Einrichtungsdatum: Ein Einrichtungsdatum fehlt.
Letzter Abruf: 2023-1-3
Stufe: 6
Sammlung: Alsterweiler · Gemarkung · Spielfeld · Flurname
LINK: Spielfeld
Eine PDF-Angabe fehlt.
WIKI: Spielfeld - ^ Bloch, Eduard (1887 Oktober 01).
Titel: Über März- und Maifeld, sowie die Ortsnamen Maikammer und Diedesfeld..
In: Pfälzisches Museum - Monatszeitschrift für heimatliche Litteratur und Kunst, Geschichte und Volkskunde, Historischer Verein der Pfalz (Hg.), Speyer , Band: , Heft: 2. Band, .
Seite: Seite_75
Schlüssel: Pfälzisches Museum/Beiträge#Seite_75
Kein Zitat angegeben.
Eine Übertragung fehlt.
Anmerkung: Seiten 75 und 76.
Schlagwort: Spielfeld · Maifeld · Maikammer
Quelle: Pfälzisches Museum/Beiträge
Erscheinungsjahr: 1887 Oktober 01
Erscheinungstag: 1. Oktober
Stufe: 6
Sammlung: Spielfeld
LINK: [[1]]
Eine PDF-Angabe fehlt.
DOI: DOI nicht vorhanden.
WIKI: Flurnamen (Alsterweiler)