Palais Kinksy (Prag)

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Das Palais Kinksy (Prag), das Sommerpalais des Fürsten Rudolph Kinsky, steht in Prag-Smichov. Es wurde geplant von Heinrich Koch (1781).

→ Andere Werke von Heinrich Koch: Palais Clam-Gallas (Wien), Palais Kárloyi (Budapest), Schloss Károlyi (Fehérvárcsurgó)

Entstehung

Nach den Plänen von Heinrich Koch (1781) entstanden für Fürst Rudolf Kinsky in den Jahren 1827-31 die Villa am Laurenzerberg in Prag-Smichov. Sein Bruder Fürst Josef Kinsky baute etwa zur gleichen Zeit das Neues Schloss (Kostelec nad Orlicí), das ebenfalls nach den Plänen von Heinrich Koch (1781) in den Jahren 1829-35 errichtet werden sollte. Zur Prager Villa gehört ein ausgedehnter Park (Kinsky-Garten, Garten am Laurenzerberg).

In den 1890er Jahren verkaufte die Familie Kinsky einen Teil des Gartens an das benachbarte St. Gabriel-Kloster[1][2] und das Institut für Taube und Stumme. Im Jahre 1901 erwarb die Stadt Prag das Gelände. Die Familie Kinsky übernahm die Innenausstattung.

Baustil

Portikus des Hauptfront mit einem Dreieck Frontspiz auf ionischen Säulen montiert. Im Inneren ragt eine eine Säulenhalle mit einem Baum auf. Auf der Treppe standen Statuen von Psyche (Bildhauer: Canova ) und Vlasta (Bildhauer: Max Emanuel ) . Den Park durchziehen nach einzigartiger Technik Wasserleitungen und Gräben für Teiche und Wasserfälle - mehrere Tunnel , um Wasser in die Villa entweder in die Küche , Bad und Waschküche oder in den Stall und für den Park und den Gemüsegarten zu bringen sowie zum Gartenhaus, dem ehemaligen Kutschenhaus (genannt Švýcárna) , dem Haus für die Mitarbeiter , dem Gartenpavillon (später ein Restaurant) und den Gewächshäusern. Zu dieser Zeit soll der Park öffentlich gewesen sein.

Pläne

Die Pläne für das Palais liegen zur Zeit nicht vor.

In den jahren 1836-40 errichetete er die Kinskysche Gruftkapelle in Budenec, sein Umbauprojekt für das dortige Schlofl wurde indes nicht verwirklicht. Dafl Koch auch für die Wiener Besitzungen tätig war, belegt zunächst ein SChreiben an den Fürsten Rudolf von 1832, aus dem jdoch nicht eindeutig hervorgeht, welche Baumaflnahmen am Palais konkret angesprochen sind.(Seite 164)(Verweis auf quelele 24: KAW, Karton 30, b/58 (3.9.1832) - Für Ferenz Graf Gyulai, der im Palais auf der Freyung und im benachbarten Kinskyschen Haus bis 1831 eine Wohnung hatte, ordinierte Koch einen Türdurchbruch druch die Feuermauer: KAW, Graf Gyulai an Fürst Rudolf Kinsky (24.11.1829). Zwei Interieurdarstellungen von Salon und Schlafzimmer der Familie Gyulai in Wien aus diesen Jahren dürften sich demnach auf das Kinskysche Nebenhaus beziehen (Fürst Schwarzenberg, Schlfl Orlik, Tschechische Republik) - Vgle. Kat. Privaträume, 1997, Kat.-Nr.9.16 und 9.17 mit Abb.)

Lage

Die Holečkova Straße endet auf dem Platz Náměstí Kinských. Dort befindet sich der Eingang zum Smíchovteil des Laurenzerbergs - der sogenannte Kinsky-Garten. In der Vergangenheit stand hier ein Weinberg und das Gebäude des Klosters Plasy. Nach den hussitischen Stürmen wurde es ein verfallener Ort mit der Bezeichnug: Vrabcovna (Spatzengrube?) Schließlich wurde das Gelände erneut als Weinberg und Gemüsegarten genutzt. Im Jahre 1798 kaufte die Witwe Gräfin Růžena Kinsky das Land. Ihr Sohn Fürst Rudolf Kinsky ließ in den Jahren 1827 bis 1831 einen englischen Park errichten. Das Konzept dazu stammte von František Hönel Garten Laurenzerberg Kinsky (Prag). Im unteren Teil des Parks ließ Rudolph Kinsky eine klassizistische Villa (Sommerhaus) nach einem Projekt von Heinrich Koch errichten, Koch plante auch das Bauernhaus im unteren Teil des Gartens.


Heutige Nutzung

Am 15. Mai 1903 wurde ein Museum feierlich eröffnet, dessen Grundlage kostbare Beispiele der Volkskultur aus allen Teilen der Tschechischen Republik waren. Das Ethnographischen Museums musste im Jahr 1986 geschlossen werden , weil Wasser aus dem Petřín Hang sickerte und in den Sommerpalast eindrang. Die Exponate wurden in Verwahrstellen versetzt und das Gebäude wurde für eine lange Zeit aufgegeben. Am 25. März 1999 beschloss die Stadt Prag den Sommerpalast als Nationalmuseum in Prag einzugliedern und damit den Weg für Comeback des Ethnographischen Museums zu öffnen. Während 2002-2003 wurde das Gebäude aufwändig renoviert, finanziert durch das Ministerium für Kultur der Tschechischen Republik. Das neue Konzept der Ausstellungen wurde Musaion genannt , abgeleitet vom griechischen Museion, dem Tempel der Musen. Das Ethnographische Museum, mit einer Sammlung von 200 000 Exponaten wurde am 29. September 2005 eröffnet.


Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

  1. St. Gabriel wurde 1889 in Prag-Smichov als erstes Frauenkloster der Beuroner Benediktinerkongregation gegründet und 1891 zur Abtei erhoben. 1896 wurde St. Gabriel mit der Gründung der Benediktinerinnenabtei St. Hildegard in Eibingen am Rhein beauftragt, die 1904 mit dem Einzug der ersten Schwestern aus St. Gabriel vollendet war. Die politische Entwicklung nach dem 1. Weltkrieg ließ es geraten erscheinen, mit dem damals über 100 Ordensfrauen zählenden Konvent die Tschechoslowakei zu verlassen und in die Burg Bertholdstein in der Steiermark überzusiedeln (1919). siehe dazu: Orden-Online: () www.orden-online.de/wissen/s/st-gabriel-benediktinerinnen/
  2. Die Kirche St. Gabriel im Prager Stadtteil Smíchov unterscheidet sich fast von allen anderen Sakralbauten in der tschechischen Hauptstadt. Sie hat weder romanische noch gotische Fundamente wie viele der Prager Kirchen und wurde auch nicht im Barockstil gestaltet. St. Gabriel ist vielmehr eines der wichtigsten Werke der so genannten „Beuroner Kunstschule“. Dieser Stil, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Kloster Beuron bei Sigmaringen entstanden ist, hat sich dank der Benediktinermönche auch an der Moldau etabliert. Mehr über St. Gabriel erfahren Sie im folgenden Gespräch mit der Vorsitzenden des Prager Fördervereins für Beuroner Kunst, Monica Šebová. siehe dazu: () www.radio.cz/de/rubrik/spazier/juwel-der-beuroner-kunst-kloster-st-gabriel

Anmerkungen

Zitate

Urkunden

Begriffe

Kategorien

Palais Kinksy (Prag) gehört den Kategorien an: Werkverzeichnis Heinrich Koch, Bauten Kinsky

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