Die Seite für Alsterweiler von Matthias C.S. Dreyer u.a.
Landrecht Kurpfalz
Das Landrecht der Kurpfalz (mit vollem Titel: Churfürstlicher Pfaltz bey Rhein etc. Ernewert und Verbessertes Land-Recht) erschien erstmals im Jahre 1582. Bis zum Ende der Kurpfalz im Jahre 1803 hatte das Buch großen Einfluß auf das Leben der Bürger. Das Landrecht war auch denen bekannt, die mit dem Gesetz in Berührung kamen. Das Buch lag in den jeweiligen Amtsstuben und wurde jährlich vorgelesen. Das geschah meistens in der Kirche des jeweiligen Ortes.
Nicht nur in der Kurpfalz, auch in anderen deutschen Territorien entstanden gegen Ende des 16. Jahrhunderts umfassende Gesetzesbücher. Man darf wohl davon ausgehen, daß sowohl eine einheitliche Rechtssystematik, eine Kontrollfunktion der Landesherren und der Versuch, noch mehr Einfluß auf das Leben der Untertanen zu nehmen, die wesentlichen Triebfedern für die Erstellung der Gesetzbücher waren.[1]
Das Landrecht des 16. Jahrhunderts ging beinahe unverändert bis in die Epoche der Aufklärung hinein. Manche seiner Bestimmungen, wurden nicht mehr befolgt, obwohl sie förmlich nicht aufgehoben waren. Dazu zählen z.B. die Maßgaben für die Strafen.[lit 1]
Das Landrecht in Alsterweiler
Der Orstteil Alsterweiler hatte kein eigenständiges Gericht. Die Gerichtsaufgaben wurden zentral von Maikammer wahrgenommen. Im Jahre XXX wurde auf dem Speicher des Alsterweiler Hofgut (Allerheiligenstift Speyer) ein Exemplar des Landrechts (1700) gefunden. Dies erhärtet die Aussage in der Geschichte von Maikammer=Alsterweiler, wonach Leonhardt vermutete, daß es sich bei dem Gebäude Hauptstraße Nr.25 um das Wohnhaus eines Gerichtsschöffen handele[2]. Womöglich war es sogar der Schultheiß selbst, der das Buch hinterließ. Eine Anwendung des Rechts erfolgt bis zur französischen Revolution. Insofern kann der Zeitraum von 1700 (Erscheinen dieser Fassung) bis 1803 (Umsetzung der französischen Verwaltung) in Betracht gezogen werden. In dieser Zeit waren folgende Herren Schultheiß[3]:
- 1720 ist Hans Schwindell Schultheiß. Auf ihn folgt
- Kosmas Moßbach (Cosman Muspach) 1525—1547, er wird in einer Urkunde erwähnt, in welcher er die Zerstörung der Kredenburg durch die hiesigen Bauern zugibt und für die Kosten der Wiederherstellung aufzukommen verspricht;
- 1560 kommt Hans Jungk vor;
- 1582 Matthäus Schwenk;
- 1588 starb Schultheiß Burkhard Arnold;
- 1596 Peter Poß;
- 1600 Hans Rößer, der Erbauer des Hauses Marktstraße 5;
- 1603—1610 erscheint Hans Obendruf. der Erbauer des Rassiga'schen Hauses, Marktstraße 4;
- 1613—1623 ist Ullrich Preuß Schultheiß; 1619 sind neben ihm Gerichtsschöffen Peter Henninger, Hans Sterr, Hans Preuß, Jörg Stachel, Anstett Schwartz und Jakob Hertel; Dorfmeister waren Hans Barchen und Nikolaus Burken.
- 1623 Hans Preuß Schultheißenamt;
- 1629 folgte Jakob Wingerter, seine Frau lebte noch 1655 und wurde noch Schultheißin genannt.
- 1627 sind Gg. Stagel, Jakob Herdt, Moritz Keßler, Hans Hertel, Andreas Anstett und Georg Ginter Gerichtsschöffen.
- 1641 wird Hartmann Wührt als Schultheiß erwähnt,
- 1648 erscheint Mathis Stachel,
- 1650 Hans Seb. Kautzmann. Unter diesen waren Christoph Keller, Hans Platz, Paul Hertel, Jakob Haaßmann, Hans Jakob Vetter und Hans Stachel Gerichtsschöffen.
- 1668—1664 ist Hans Georg Schmitt Schultheiß, ihm folgte
- 1685—1705 Christian Niether.
- 1705 an war Johannes Tretter; er hatte Christian Hiether als Anwalt und Joh. Gg. Breinling, Joh. Platz, Hans G. Stachel, Hans Mich. Stoiber und Georg Christian Rößler als Gerichtsschöffen.
- 1725 und 1730 erscheint Hans Jakob Stachel. 1725 waren Schöffen Hans Gg. Breinling, Hans Mich. Stober, Hans Kaspar Will, Joh. Nik. Müller und Friedrich Ullrich, 1730 Kasp. Will und 1738, dann Joh. Kaub, J. Konr. Ferner, Hans Gg. Vetter, Joh. Nik. Müller, Friedrich Ullrich und Heinrich Hildenbrand.
- 1734—1754 war Christoph Schilling Schultheiß, zum Gemeindegericht gehörten Jak. Jung, Emanuel Koch, Heinrich Hildenbrand, Matth. Hertel, Joh. Nik. Müller und Friedr. Ullrich.
- 1757 war Johannes Schöffer Schultheiß. Das Gemeindegericht setzte sich zusammen aus Peter Wingerter, Matth. Herdel, Jak. Rösler, Wendel Rieth, Johann Hildenbrand und Johann Wirth.
- 1775 war Johannes Schöffer noch Schultheiß. Gerichtsverwandte waren Friedr. Frankmann, Franz Peter Ullrich und Jak. Schwarzwälder.
- Der letzte Schultheiß war Johann Nieth. 1794 waren Gerichtsverwandte Friedrich Frankmann, Jak. Frantz, Theodor Reinig, Gemeinde- deputierte waren Johann Platz, Lorenz Wirth und Emanuel Heilweck.
Weblinks
Literatur
- ↑ vgl. dazu: www.uni-mannheim.de/mateo/desbillons/land.html
Einzelnachweise
- ↑ vlg. dazu: www.uni-mannheim.de/mateo/desbillons/land.html
- ↑ , Seite
- ↑ alle aus Geschichte von Maikammer=Alsterweiler
Anmerkungen
Zitate
Urkunden
Begriffe
Kategorien
Landrecht Kurpfalz gehört den Kategorien an:
Matzinger sagt: "letzte Überarbeitung der Seite 14.12.2015". Alle Rechte der Seite bei ©Matthias C.S. Dreyer. Der Name dieser Seite lautet: Landrecht Kurpfalz. Nutzen Sie zur Zitierung für Ihr Werk folgende vollständige Angabe: https://www.alsterweiler.net/wiki/Landrecht Kurpfalz ©Matthias C.S. Dreyer /abgerufen am 20.04.2026 ↑... Seitenanfang