Die Seite für Alsterweiler von Matthias C.S. Dreyer u.a.
Elfder Frihschobbe
Elfder Frihschobbe (auch Elfter Frühschoppen[anm 1]) ist Teil einer Veranstaltungsreihe Frihschobbe (Brunnenkerwe) des Club Sellemols. Der Frihschobbe wird von Matthias C.S. Dreyer moderiert. Er findet jeweils am Brunnenkerwe-Sonntag, ab 11.00 Uhr im Hof der Kredenburg[1] statt.
Markus Hener und Matthias Dreyer erzählen aus Alsterweiler. Der Elfte Frühschoppen widmet sich der Alsterweiler Schule und dem Alsterweiler Schulhaus.
Textentwurf
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Einleitung
Die Geschichte der Alsterweiler Schule beginnt bereits vor dem Bau des Schulhauses, das im Jahre 1829 errichtet wurde. Ein Bewohner von Alsterweiler strebte danach, einen Schulbetrieb einzurichten, um den Kindern den langen und beschwerlichen Weg nach Maikammer zum Lindeneck zu ersparen.
Überblick
Beginnen wollen wir aber mit einem kleinen Überblick über die Schulsituation in Maikammer, bis es zu einer eigenständigen Schule in Alsterweiler kam. Wir beenden unsere Zeitreise dann im 20. Jahrhundert, just dann, als im Jahre 1991 die Schule in Alsterweiler wieder aufgeben wurde.
Erste Überlegungen einen Schulbetrieb einzurichten ist in Maikammer auf das 15. Jahrhundert zurückzuführen.
"Die Spuren einer Volksschule in Maikammer sind schon im 15. Jahrhundert bemerkbar. In einer Beschreibung des ganzen Hochstifts samt Klerus und Pfarreien vom Jahre 1464 (Bruchsal, Kopialbuch Nr. 141) wird ein Schulmeister aufgeführt." (Leonhardt, Seite 181) Bei allen anderen Volkszählungen oder Einwohnererhebungen, also 1470 / 1495 und 1530 und auch in der Bürgerliste von 1602 wird kein Lehrer erwähnt. Dabei ist zu beachten, daß der Lehrer zu diesen Zeiten auch kein "Ausbildungsberuf" wie heute war. Die pädagogischen Fähigkeiten wurden alleine durch "Weitergabe", nicht selten an den Sohn, vermittelt. Das Lehrer-Studium gab es also nicht.
Weitere Nachricht zu einem Schulhaus erhalten wir für das Jahr 1588. Ein Lehrer wird in Maikammer erwähnt (nach Leonhardt, Seite 182 - ohne Quellenangabe). Das Schulhaus stand damals am Lindeneck, wo sich auch das Rathaus befand. Die Schule war für alle Kinder in Maikammer und Alsterweiler. An einen regelmäßigen Schulbesuch war damals aber nicht zu denken.
Verständlich, daß im 30jährigen Krieg keine Schule abgehalten werden konnte. Erst im Jahre 1648 kommt dann wieder ein Lehrer vor. Auch behinderten die weiteren Kriegszeiten 1673, 1689-1700 den spärlich aufblühenden Schulbetrieb. Wie es um die Schulen stand geht aus einer Beschwerde vom 26. November 1675 hervor. Der Lehrer zeigte der fürstbischöflichen Regierung an, daß die hiesigen Einwohner ihr Kinder nicht mehr zur Schule, Christenlehre und Gottesfurcht anhielten (Quelle nach Leonhardt Nr.52).
Im Jahre 1746 wird das Schulhaus als baufällig betitelt. Aber erst im Jahre 1757 wurde ein neues Schulhaus in Maikammer errichtet. Es stand dann lange Zeit auf dem "Kirchhof".
In dieser Zeit erhalten wir erste Hinweise auf Aktivitäten in Alsterweiler. Alsterweiler einen Präzeptor, weil der Weg nach Maikammer zu weit und zur Regen- und Winterzeit schlecht sei und die Kinder schlechte Kleidung hätten. Der Maikammerer Pfarrer Weber war dagegen.
Erste Schule in Alsterweiler
Mit Datum vom 25. November 1766 richtete der Alsterweiler Bürger Peter Schmitt an das Generalvikariat in Speyer die Bitte, es möge erlauben, daß den Kindern von Alsterweiler einige Nachtstunden in der christlichen Lehre durch ihn gegeben werde. Als Grund gab er weiten Weg und schlechte Kleidung der Kinder an. Der damalige Pfarrer Gödecke war dagegen, weil er vermutete, daß es den Alsterweilerer Bürgern nicht um Nachtschule, sondern um eine Tagesschule zu tun sei.
Zudem würde dem Lehrer von Maikammer ein Teil des Schulgeldes entgehen. Das Generalvikariat entschied dennoch zugunsten von Peter Schmitt und Alsterweiler. Schließlich gehe das allgemeine Wohl dem privaten vor; der Pfarrer sollte fleißig nachsehen.
Da es aber in Alsterweiler kein Schulhaus gab, stellte Peter Schmitt sein eigenes Haus zur Verfügung. Dazu erbat er sich, den armen Kindern umsonst Unterricht zu erteilen; nur bat er um die hohe Gnade, von Jagd-, Wacht- und Frondiensten befreit zu werden.
Nach einiger Zeit bat nun Peter Schmitt, auch Tagschule halten zu dürfen. Dekan Johann Baptist Fischer aus Hambach (Alsterweiler und Maikammer gehörten zum Landdekanat Weyer sowie zum Landdekanat Hambach. Die Landdekanate nannten sich nach dem Wohnort/Sitz des jeweiligen Vorsitzenden.). Fischer hatte sich gutachterlich zu äußern. "Das Gutachten fiel schlimm aus. So wurde unter anderem festgestellt, daß Schmitt selbst sehr schlecht schreibe und darum die Schreibvorlagen von Kindern aus Maikammer entlehnte. Seine Nachtschule ging daher ein, und die Kinder von Alsterweiler" (Leonhardt, Seite 182), etwa 82 an der Zahl, hatten wieder die Schule zu Maikammer zu besuchen.
Exkurs: Befreiung von Diensten
Was hat es mit der Freistellung von Jagd-, Wacht- und Frondiensten auf sich? Peter Schmitt wollte ja von diesen befreit werden, als Gegenleistung für die Errichtung der Schule. Zu dieser Frage gibt es einen interessanten Fall, der in einer Urkunde (LA Sp U 103 Nr.5) geschildert ist. Hans Georg Thirolf und seine Ehefrau (in erster Ehe) Maria Magalena Klein[2] werden für 12 Jahre von den Frondiensten befreit und zwar ab dem 25. April 1735. Sie hatten ein Findelkind aufgenommen, "dieses arme Kind auff undt ahn zu nehmen, undt ein Werk der Barmhertzigkeit, ahn dem selben zu erzeigen". Der Befreiung bedurfte es eines Vertrags. Er wurde zwischen den Antragstellern und dem Schultheiß sowie dem Rat geschlossen. Darin heißt es u.a.: "daß Kind fehig währe zur Schuhl, daß selbige lernen zu lassen, in Christlichen Tugenden unterweyßen, fleißig in die Kirch gehe laßen in Mess Bredig undt Christlichen Lehren ahn zu hörn, diese Kind halten als wenn es ihr Eygenes kind währe, - alles auff ihr Eigene Kosten zu thun" (alle Angaben in LA Sp U 103 Nr.5). Und jetzt kommt der entscheidende Satz: "Die Spessial freyheit, daß ist frohn und wacht in herrschaftl. und Gemeinen Fröhnen, sie mögen nahmen haben wie sie wollen, so solle derselbe in dessen keines wegs, belästigt werden". Es handelt sich also um eine spezielle Freistellung für besondere Dienste am Gemeinwohl.
Das Kind wurde des Morgens um 4 Uhr vor dem Anwesen Travella in Windeln gewickelt gefunden. Dem Mädchen wurde der Namen Maria Susanna (get. 13.01.1734) gegeben.
Übertragung LA Sp U 103 Nr.5 / Findelkind Maria Susanna, Eltern durch Aufnahme: Hans Georg Thirolf und seine Ehefrau Maria Magdalena – Fronbefreiung für 12 Jahre.
Schulbau 1829
H3 10772
aus OFB
Es liegt auf der Hand, daß nicht alle Schmitts in Maikammer und Alsterweiler direkt miteinander verwandt sind. Dazu kommt der Familiennamen zu häufig vor. SCHMITT Schon 1588 ließen Jakob Schmitt, Lambert Schmitt und Peter Schmitt je ein Kind taufen. 1654 erfolgte die Bürgeraufnahme eines Johannes Schmitt, 1668 die Aufnahme von Jörg Schmitt dem Jungen Heinrich Schmitt heiratete 1702 als junger Mann, von ihm sind Nachfahren im 19. Jh. nachgewiesen. Evtl. war er der Sohn des vor 1707 verstorbenen älteren Heinrich Schmitt. Anfang des 19. Jh. Der Maurer Joseph Schmitt aus dem Allgäu heiratete 1722 nach Maikammer. Auch von ihm gibt es Nachfahren bis ihn zurückführen.. 1726 ließ sich Bernhard Schmitt aus Deidesheim als Bürger aufnehmen, noch im 20. Jh. lässt sich eine Familie auf Im 19. Jh. zogen diverse Schmitt aus anderen Orten, z.B aus Freinsheim und Mußbach zu.
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Weblinks
Literatur
Einzelnachweise
Anmerkungen
- ↑ Die Zählung ist in der offiziellen Ankündigung etwas durcheinander geraten. Der siebte Frühschoppen war Bestandteil der Brunnenkerwe ONLINE 2021. Somit folgte 2022 der 8., der 9. im Jahr 2023 und der 10. Frühschoppen im Jahr 2024 und 11. Frühschoppen im Jahr 2025.
Zitate
Urkunden
Begriffe
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Referenzierungen
- ^ Titel: Geschichte von Maikammer=Alsterweiler.
Schlüssel: Geschichte von Maikammer=Alsterweiler/Alsterweiler/181bis203#Seite_182/4
Seite: Seite_182/4
Zitat: In dieser und in der folgenden Zeit, wohl auch schon früher hatte die Gemeinde das Recht, einen Schulmeister anzunehmen und dem Generalvikariat für die Approbation und Konfirmation zu präsentieren.
Übertragung: Eine Übertragung fehlt.
Es gibt keine Anmerkung.
Es gibt keine Notes.
Schlagwort: Alsterweiler · Alsterweiler Schulhaus · Generalvikariat · Approbation · Konfirmation
Quelle:
Vorkommnis: Ein Datum für das Vorkommnis fehlt.
Vorkommnistag: Eine Tagesangabe (Vorkommnistag) fehlt.
Stufe: 6
Sammlung: Alsterweiler · Alsterweiler Schule · Schule · Schulbetrieb
LINK: Alsterweiler
Eine urn fehlt.
Eine PDF-Angabe fehlt.
WIKI: Elfder Frihschobbe