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Französische Zeit (Alsterweiler)
Französische Zeit (Alsterweiler) beschreibt den Zeitraum von 1797/8 bis 1815/1816. Für diese Zeit galten in Alsterweiler die französische Verwaltung sowie die Gesetze des Code Civil. Die Französische Zeit (Alsterweiler) ist eher eine populäre, denn eine wissenschaftlich korrekte Bezeichnung. Innerhalb dieser Zeit gabe es sehr viele Umbrüche, aber keine durchgehende umfassend wirkende Verwaltungs- und Rechtskonsitution. Es benötigte viele Jahre bis die französische Verwaltung und Gerichtsbarkeit, der französische Kalender oder die französische Bezahlung verfestigt werden hätten können. Zunächst war es eher eine Machtdemonstration der neuen Herrscher. Und letztlich ist das Französische nie in Fleisch und Blut der nunmehr freien Bürger übergangen. Viel zu schnell kam die neue bayerische Ordnung und setzte wiederum andere Maßstäbe. Unterschwellig blieb aber der französische Geist, die Zeit der Befreiung, das Rechtsverständnis des Code Civil, in Alsterweiler und der Pfalz verankert.
Historischer Hintergrund
Am 17. Oktober 1797 wurde der Friede zu Campo Formio geschlossen. Darin fand sich die geheime Bestimmung, das linke Rheinufer an Frankreich fallen zu lassen. "Es herrschte allgemein große Freude über den Frieden, eine Änderung der Verhältnisse war aber nicht zu merken."(Leonhardt (1928), S. 40)
Es traten die sogenannten Klubisten auf. Sie traten für Vereinigung der Pfalz mit Frankreich ein. In Alsterweiler ergab man sich eher stillschweigend in sein Schicksal. Am 4. November 1797 wurde der Generalkommissär für die Länder zwischen Rhein, Maas und Mosel ernannt. Die bisherigen deutschen Ämter wurden durch französische ersetzt. Die französische Gesetze wurden in den neuen Provinzen veröffentlicht. Damit waren die Rechte und Vorrechte des Adels und der Geistlichkeit beendet. Die Lehens- und Grundherrenschaft galt nicht mehr, der Gemeinsmann wurde Bürger im französischen Verständnis.
"Am 5. Dezember 1797 wurde der ganze Ort auf Befehl des Kapitäns Close nach Emigranten durchsucht, aber ohne Erfolg." (Leonhardt 1928), S. 40)
Zeitraum 1796—1816. Mit Beginn des Jahres 1798 war die administrative und rechtliche Neuordnung erstellt. Der Bischof von Speyer (sowie sein Hochstift) war beendet, Alsterweiler und Maikammer gehörten dem französischen Departement Mont Tonnere an. Darin lag das Arrondissement Spire, Kantonsort blieb vorläufig Kirrweiler. Später wurde es Edenkoben.
Am 20. Januar 1798 wurde die Verwaltung der Gemeinde den Bürgern Jakob Denier, Lambert Thormann, Jakob Frantz und Friedrich Frankmann übertragen.
Die Bürgermeister, welche die Gemeinderechnung führten, blieben bis zum Jahre 1804.
Am 23. Januar wurden die Beamten des Oberamts Kirrweiler entlassen. "Ein gewisser Nimis (abgefallener Kapuziner, der als Notar in Haßloch starb) wurde französischer Kantonsrichter" (Leonhardt (19289, S. 40).
Nach der weiteren Regelung der Gemeindeverwaltung wurde (in Maikammer Friedrich Schwarzwälder Agent und Emanuel Heilweck Adjunkt) in Alsterweiler Peter Adam Koch Agent und Friedrich Eisenbiegler Adjunkt.
Jetzt kam gleich eine Reihe von Befehlen vom Kantonsrichter. Versammlungen durften bis auf weiteres nicht mehr gehalten werden. Jeder Einwohner sollte für seine Kinder und sein Gesinde verantwortlich sein, den Vorgesetzten und Gesetzen bei Vermeidung der strengsten Strafe zu gehorchen.
Wegen Räubereien sollten Nachtpatrouillen durch das Dorf gehen. Fortdauernd wurde nach Personen gesucht, die durch ihre seitherige Stellung und durch ihr Verhalten das Mißfallen der neuen Regierung erregt hatten.
Laut Befehl vom 28. Februar 1798 mußten alle Personen die dreifarbige Kokarde, wie sie die französischen Soldaten trugen, bei Vermeidung einer Strafe von 8 Tagen Gefängnis tragen. Wer sie einem Bürger ab- reißen oder sie entehren sollte, würde vor den peinlichen Gerichtshof gestellt und nach der Schärfe des Gerichts gerichtet. Am 19. Juli 1798 wurde an Stelle des christlichen Kalenders der republikanische gesetzt. Schon am 31. März 1798 wurde zum erstenmal hier und Umgebung die Dekade als neuer Ruhetag bei Musik und Trommelschlag gefeiert. Die Feste des Herrn und der Heiligen wurden abgesetzt bis auf Weihnachten, Christi Himmelfahrt, Maria Himmelfahrt und Allerheiligen.
Auf Kreuzerhöhung am 14. September 1798 wurden alle Kreuze, auch das auf dem Kirchhof umgerissen, das Muttergottesbild über dem Portal der Kirche wurde mit Brettern zugemacht. Am Sonntag blieben alle Behörden in Tätigkeit und jede Arbeit konnte vorgenommen werden. Man tat es aber nur wenig, sondern ging zur Kirche, die Kinder aber mußten in die Schule. Weil so die französischen Beamten die Gefühle des eroberten Volkes wenig schonten, waren die meisten Bewohner nicht republikanisch gesinnt. Die seitherigen Münzen, Taler, Gulden, Batzen, Kreuzer wurden mit Francs und Centimes vertauscht, was den Leuten, besonders den Frauen nicht zusagte. (alle Angaben Leonhardt (1928), S. 40ff.)
Daten
1793. Am 14. März kommt eine Kommission inBegleitung von 400 Reitem und FußvolkBegleitung von 400 Reitern und Fußvollenach Maikammer und lässt die EinwohEichbrunnen wird ein Freiheitsbaummit einer Jakobinermütze aufgestellt. DjieMaikammerer weigern sich aber, einen Eid-Maikammerer weigern sich aber, einen Eizu schwören. Als das Gerücht aufkomme:t,kaiserliche Truppen seien im Anmarsch,ziehen sich diein die Festungziehen 1794: Kommissär Lenoir plündert am 17. Februarmit 12 Mann die Kirche; die Kreuze werinnzerschlagen. Aus den Ställen in Mailummerzerschlagen. Aus den Ställen in80 Kühe mitgenomm. 1795: Alsterweiler wird noch einmal durch «deutsche Truppen geplündert (11.12.). Jakob Hartmann (1795-1873) wird amJakob Hartmann (1795-1873) wird4. Februar in 1797: Am 5. Dezember wird der gesamte Ort aufAm 5. Dezember wird der gesamte Okt lfBefehl des Capitaines Close nachEmi gr nten durchsucht, aber ohne Erfolg. 1798: Seit dem 20. Januar gehört Maikammerjetzt zum Departement Donnersberg,Arrondissement Speyer. Die Verwaltung4 a. a i lder Gemeinde wird den Bürgern JakobDenier, Lambert Flormann, Jakob Frantzund Friedrich Frankmann übertragen. In Alsterweiler, das durch die neue VerwalIn Alsterweiler, das durch die neue Verwaltung mehr Selbständigkeit erhalten hatte -, wird ein Freiheitsbaum aufgestellt. Laut Befehl vom 28. Februar müssen allePersonen die dreifarbige Kokarde tragen. Am 19. Juli wird an die Stelle des christliAm 19. Juli wird an die Stelle des christli eben Kalenders der republikanische gesetzt. Ein Teil der christlichen Feste wird abgesetzt. An Kreuzerhöhung (14. September)werden alle Kreuze, auch das auf demKirchhof, umgerissen, das Muttergottesbildüber dem Portal der Kirche mit Bretternverhängt.
1800:
Jakob Denier wird Maikammers ersterMaireH; 180 I folgte ihm Jean Müller nach., ,„a e a • aa a(bis 1813).
1801: Maikammer hat 1524 Einwohner.
1802: Die Kredenburg, die mittlerweile Nationalgut geworden ist, kommt in den Besitz derGebrüder Lederle aus Harnbach. Auch60 Morgen Acker und 24 Morgen der Dieterwiese gehen in Privatbesitz über.
1806: Es gibt 315 Viehbesitzer mit 4 77 Kühen und, . .20 Rindern.
1807: In Maikammer feiert man den GeburtstagNapoleons und den Frieden von Tilsit(9. Juli 1807) auf dem Marktplatz.
1808: Franz Peter Schwarzwälder ersteigert dieKredenburg tlir I 0.300 FF. Im weiterenVerlauf des Jahrhunderts wechselt die Burgmehrfach den Besitzer.
1811: Maikammers Winzer blicken auf das besteWeinjahr des Jahrhunderts
1814: Im Mai und Juni werden viele Soldaten inMaikammer einquartiert; erst 1821 kann dieGemeinde die dabei entstandenen Schuldentilgen.
FranzösischeRevolution undNapoleon
Für die meisten Maikammerer bedeutete dasAusgreifen der Französischen Revolutionauf das Gebiet des Hochstifts Speyer einenradikalen Bruch mit der Vergangenheit. Wiedie Stimmung unter der Bevölkerung war,kann heute jedoch kaum objektiv nachvollzogen werden. Zu tendenziös sind dieAugenzeugenberichte von damals. Sicherscheint nur, dass beileibe nicht alle Bewohner auf Seiten der Revolutionäre standen.
Als eine Folge der Französischen RevoluAls eine Folge der Französischen Revolulinke Rheinufer 1798 Frankreich angeschlossen. pür die Maikammerer war damitjahrhundertealte Zeit der Kleinstaatereimit all ihren negativen Begleiterscheinungen für die Wirtschaft vorbei. Im Departefür die Wirtschaft vorbei. Im Departeehrte die Gemeinde nun einem großengehörte die Gemeinde nun einem großenmiAllerdings mussten ihre Bewohner einenteuren Preis dafür zahlen. So mancherteuren Preis dafür zahlen. So mancheraikammerer wurde zu den Fahnen gerfer
Referenzierungen
- ^ Leonhardt (1928)/Seite40/1;