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Elfder Frihschobbe: Unterschied zwischen den Versionen

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===Schulstreit 1848===
 
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===1829 bis 1953 war die Schule Alsterweiler selbständig===
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Version vom 20. Mai 2025, 13:08 Uhr

Siehe auch: Achder Frihschobbe, Brunnenkerwe ONLINE 2021, Club Sellemols, Dridder Frihschobbe, Dritter Ortsrundgang Alsterweiler… weitere Ergebnisse

Elfder Frihschobbe (auch Elfter Frühschoppen[anm 1]) ist Teil einer Veranstaltungsreihe Frihschobbe (Brunnenkerwe) des Club Sellemols. Der Frihschobbe wird von Matthias C.S. Dreyer moderiert. Er findet jeweils am Brunnenkerwe-Sonntag, ab 11.00 Uhr im Hof der Kredenburg[1] statt.

Plakat fruehschoppen 11 2025.jpg

Markus Hener und Matthias Dreyer erzählen aus Alsterweiler. Der Elfte Frühschoppen widmet sich der Alsterweiler Schule und dem Alsterweiler Schulhaus.

Textentwurf


TEXT----

Einleitung

Die Geschichte der Alsterweiler Schule beginnt bereits vor dem Bau des Schulhauses, das im Jahre 1829 errichtet wurde. Ein Bewohner von Alsterweiler strebte danach, einen Schulbetrieb einzurichten, um den Kindern den langen und beschwerlichen Weg nach Maikammer zum Lindeneck zu ersparen.

Überblick

Beginnen wollen wir aber mit einem kleinen Überblick über die Schulsituation in Maikammer, bis es zu einer eigenständigen Schule in Alsterweiler kam. Wir beenden unsere Zeitreise dann im 20. Jahrhundert, just dann, als im Jahre 1991 die Schule in Alsterweiler wieder aufgeben wurde.

Erste Überlegungen einen Schulbetrieb einzurichten ist in Maikammer auf das 15. Jahrhundert zurückzuführen.

"Die Spuren einer Volksschule in Maikammer sind schon im 15. Jahrhundert bemerkbar. In einer Beschreibung des ganzen Hochstifts samt Klerus und Pfarreien vom Jahre 1464 (Bruchsal, Kopialbuch Nr. 141) wird ein Schulmeister aufgeführt." (Leonhardt, Seite 181) Bei allen anderen Volkszählungen oder Einwohnererhebungen, also 1470 / 1495 und 1530 und auch in der Bürgerliste von 1602 wird kein Lehrer erwähnt. Dabei ist zu beachten, daß der Lehrer zu diesen Zeiten auch kein "Ausbildungsberuf" wie heute war. Die pädagogischen Fähigkeiten wurden alleine durch "Weitergabe", nicht selten an den Sohn, vermittelt. Das Lehrer-Studium gab es also nicht.

Weitere Nachricht zu einem Schulhaus erhalten wir für das Jahr 1588. Ein Lehrer wird in Maikammer erwähnt (nach Leonhardt, Seite 182 - ohne Quellenangabe). Das Schulhaus stand damals am Lindeneck, wo sich auch das Rathaus befand. Die Schule war für alle Kinder in Maikammer und Alsterweiler. An einen regelmäßigen Schulbesuch war damals aber nicht zu denken.

Verständlich, daß im 30jährigen Krieg keine Schule abgehalten werden konnte. Erst im Jahre 1648 kommt dann wieder ein Lehrer vor. Auch behinderten die weiteren Kriegszeiten 1673, 1689-1700 den spärlich aufblühenden Schulbetrieb. Wie es um die Schulen stand geht aus einer Beschwerde vom 26. November 1675 hervor. Der Lehrer zeigte der fürstbischöflichen Regierung an, daß die hiesigen Einwohner ihr Kinder nicht mehr zur Schule, Christenlehre und Gottesfurcht anhielten (Quelle nach Leonhardt Nr.52).

Im Jahre 1746 wird das Schulhaus als baufällig betitelt. Aber erst im Jahre 1757[2] wurde ein neues Schulhaus in Maikammer errichtet. Es stand dann lange Zeit auf dem "Kirchhof".

In dieser Zeit erhalten wir erste Hinweise auf Aktivitäten in Alsterweiler. Alsterweiler einen Präzeptor, weil der Weg nach Maikammer zu weit und zur Regen- und Winterzeit schlecht sei und die Kinder schlechte Kleidung hätten. Der Maikammerer Pfarrer Weber war dagegen.

Erste Schule in Alsterweiler

Mit Datum vom 25. November 1766 richtete der Alsterweiler Bürger Peter Schmitt an das Generalvikariat in Speyer die Bitte, es möge erlauben, daß den Kindern von Alsterweiler einige Nachtstunden in der christlichen Lehre durch ihn gegeben werde. Als Grund gab er weiten Weg und schlechte Kleidung der Kinder an. Der damalige Pfarrer Gödecke war dagegen, weil er vermutete, daß es den Alsterweilerer Bürgern nicht um Nachtschule, sondern um eine Tagesschule zu tun sei.

Zudem würde dem Lehrer von Maikammer ein Teil des Schulgeldes entgehen. Das Generalvikariat entschied dennoch zugunsten von Peter Schmitt und Alsterweiler. Schließlich gehe das allgemeine Wohl dem privaten vor; der Pfarrer sollte fleißig nachsehen.

Da es aber in Alsterweiler kein Schulhaus gab, stellte Peter Schmitt sein eigenes Haus zur Verfügung. Dazu erbat er sich, den armen Kindern umsonst Unterricht zu erteilen; nur bat er um die hohe Gnade, von Jagd-, Wacht- und Frondiensten befreit zu werden.

Nach einiger Zeit bat nun Peter Schmitt, auch Tagschule halten zu dürfen. Dekan Johann Baptist Fischer aus Hambach (Alsterweiler und Maikammer gehörten zum Landdekanat Weyer sowie zum Landdekanat Hambach. Die Landdekanate nannten sich nach dem Wohnort/Sitz des jeweiligen Vorsitzenden.). Fischer hatte sich gutachterlich zu äußern. "Das Gutachten fiel schlimm aus. So wurde unter anderem festgestellt, daß Schmitt selbst sehr schlecht schreibe und darum die Schreibvorlagen von Kindern aus Maikammer entlehnte. Seine Nachtschule ging daher ein, und die Kinder von Alsterweiler" (Leonhardt, Seite 182), etwa 82 an der Zahl, hatten wieder die Schule zu Maikammer zu besuchen.

Exkurs: Befreiung von Diensten

Was hat es mit der Freistellung von Jagd-, Wacht- und Frondiensten auf sich? Peter Schmitt wollte ja von diesen befreit werden, als Gegenleistung für die Errichtung der Schule. Zu dieser Frage gibt es einen interessanten Fall, der in einer Urkunde (LA Sp U 103 Nr.5) geschildert ist. Hans Georg Thirolf und seine Ehefrau[3] Maria Magdalena Klein werden für 12 Jahre von den Frondiensten befreit und zwar ab dem 25. April 1735. Sie hatten ein Findelkind aufgenommen, "dieses arme Kind auff undt ahn zu nehmen, undt ein Werk der Barmhertzigkeit, ahn dem selben zu erzeigen". Der Befreiung bedurfte es eines Vertrags. Er wurde zwischen den Antragstellern und dem Schultheiß sowie dem Rat geschlossen. Darin heißt es u.a.: "daß Kind fehig währe zur Schuhl, daß selbige lernen zu lassen, in Christlichen Tugenden unterweyßen, fleißig in die Kirch gehe laßen in Mess Bredig undt Christlichen Lehren ahn zu hörn, diese Kind halten als wenn es ihr Eygenes kind währe, - alles auff ihr Eigene Kosten zu thun" (alle Angaben in LA Sp U 103 Nr.5). Und jetzt kommt der entscheidende Satz: "Die Spessial freyheit, daß ist frohn und wacht in herrschaftl. und Gemeinen Fröhnen, sie mögen nahmen haben wie sie wollen, so solle derselbe in dessen keines wegs, belästigt werden". Es handelt sich also um eine spezielle Freistellung für besondere Dienste am Gemeinwohl.

Übertragung LA Sp U 103 Nr.5 / Findelkind Maria Susanna, Eltern durch Aufnahme: Hans Georg Thirolf und seine Ehefrau Maria Magdalena – Fronbefreiung für 12 Jahre.

Nun war "unser" Peter Schmitt eben der Meinung, die Einrichtung einer Privatschule diene auch dem Gemeinnutz und er könne von der Frohn befreit werden.

Exkurs: Peter Schmitt

Wer aber war unser Peter Schmitt? Geboren wurde er am 23. Februar 1743 in Alsterweiler, entweder in der Hauptstraße Nr.39 oder in der Turmstraße (also Deckelgass) 13. Dieses Anwesen in der Turmstraße geht anteilig an die Söhne, also auch an Peter Schmitt. Wenn man davon ausgeht, daß das Anwesen in der Familie vererbt wurde, dürfte Peter Schmitt in der Deckelgass geboren worden sein. Sein Vater, Caspar Schmitt war eine zeitlang Bürgermeister (1747<ref>Ortsfamilienbuch (2021), Eintrag <5629>) von Maikammer. Diese Familie Schmitt kam um 1700 von Kirrweiler nach Alsterweiler. Peter Schmitt soll 1763 die Musik am Hof Bruchsal gelernt haben (sehen Sie dazu die Ausfauteiakte Nr.99).

Peter Schmitt t 02.04.1783 rk Alst., war acht Tage vorher zur Beichte gegangen, um vollen Ablass zu gewinnen., Lernte um 1763 die Musik am Bruchsaler Hof (Q: AA 91)


Zurück zur Geschichte der Schule. Das Gesuch von Peter Schmitt war also letztendlich gescheitert. Die Alsterweilerer Kinder mussten wieder in die Schule Maikammer. Und dies war unabhängig vom langen Weg kein Schaden. Denn die Gemeinde Maikammer hatte just im Jahre 1753 ein völlig neues Schulhaus errichtet. Das alte XXX

1753 Für neu erbautes einstöckig steinernes Schulhaus mit einem gewölbten Keller, wovon sich die Gemeind den Dritten Theyl zum genuß vorbehalten, das übrige hat Schuhlmeister zu Benutzung, sambt Hof und Stallung, obers: die Hafengaß , unterseith: Henrich Sahl , obere: Adam Bitzen= berger , und Niclas Ahnstats , untere: der gemein Lindenplatz . Not(a): von diesem Schulhaus mus die Gemeinde Jährlich der Pfarrey Meycammer Zwey Simmern Korn zu Zins entrichten.

Schulbau 1829

H3 10772

aus OFB

Es liegt auf der Hand, daß nicht alle Schmitts in Maikammer und Alsterweiler direkt miteinander verwandt sind. Dazu kommt der Familiennamen zu häufig vor. SCHMITT Schon 1588 ließen Jakob Schmitt, Lambert Schmitt und Peter Schmitt je ein Kind taufen. 1654 erfolgte die Bürgeraufnahme eines Johannes Schmitt, 1668 die Aufnahme von Jörg Schmitt dem Jungen Heinrich Schmitt heiratete 1702 als junger Mann, von ihm sind Nachfahren im 19. Jh. nachgewiesen. Evtl. war er der Sohn des vor 1707 verstorbenen älteren Heinrich Schmitt. Anfang des 19. Jh. Der Maurer Joseph Schmitt aus dem Allgäu heiratete 1722 nach Maikammer. Auch von ihm gibt es Nachfahren bis ihn zurückführen.. 1726 ließ sich Bernhard Schmitt aus Deidesheim als Bürger aufnehmen, noch im 20. Jh. lässt sich eine Familie auf Im 19. Jh. zogen diverse Schmitt aus anderen Orten, z.B aus Freinsheim und Mußbach zu.

Schulstreit 1848

1829 bis 1953 war die Schule Alsterweiler selbständig

1972 an VG übertragen Endgültig geschlossen 1991 1997/98 Renovierung und Umwidmung in Wohnungen und Jugendraum und Bürgertreff Architekt Dieter Weißbrod



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✓ = Elfder Frihschobbe wurde am Sat, 18 Apr 2026 22:50:18 +0000 in dieser Version die Liste der Beiträge Geprüft_1 aufgenommen.

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

  1. Andere Feste in der Pfalz mit ähnlichem Namen: Kinnelsbrunnefeschd (Gommersheim)
  2. Leonhardt Seite... / allerdings geht aus der "Beschreibung aller der Gemeinde Maikammer gehördenden Güter" von 1756 hervor, daß bereits ein neues Schulhaus bestehe.
  3. Aus erster Ehe. In zweiter Ehe war er verheiratet mit Maria Salome Frankmann. Vergleichen Sie dazu: Ortsfamilienbuch (2015), Eintrag <6419>.

Anmerkungen

  1. Die Zählung ist in der offiziellen Ankündigung etwas durcheinander geraten. Der siebte Frühschoppen war Bestandteil der Brunnenkerwe ONLINE 2021. Somit folgte 2022 der 8., der 9. im Jahr 2023 und der 10. Frühschoppen im Jahr 2024 und 11. Frühschoppen im Jahr 2025.

Zitate

Urkunden

Begriffe

Kategorien

Elfder Frihschobbe gehört den Kategorien an: Club Sellemols, Veranstaltung, Alsterweiler, Geprüft 1

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Referenzierungen

  1. ^  Titel: Geschichte von Maikammer=Alsterweiler.
    Schlüssel: Geschichte von Maikammer=Alsterweiler/Alsterweiler/181bis203#Seite_182/4
    Seite: Seite_182/4
    Zitat: In dieser und in der folgenden Zeit, wohl auch schon früher hatte die Gemeinde das Recht, einen Schulmeister anzunehmen und dem Generalvikariat für die Approbation und Konfirmation zu präsentieren.
    Übertragung: Eine Übertragung fehlt.
    Es gibt keine Anmerkung.
    Es gibt keine Notes.
    Schlagwort: Alsterweiler · Alsterweiler Schulhaus · Generalvikariat · Approbation · Konfirmation
    Quelle:
    Vorkommnis: Ein Datum für das Vorkommnis fehlt.
    Vorkommnistag: Eine Tagesangabe (Vorkommnistag) fehlt.
    Stufe: 6
    Sammlung: Alsterweiler · Alsterweiler Schule · Schule · Schulbetrieb
    LINK: Alsterweiler
    Eine urn fehlt.
    Eine PDF-Angabe fehlt.
    WIKI: Elfder Frihschobbe