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Französische Zeit (Alsterweiler): Unterschied zwischen den Versionen

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'''{{PAGENAME}}''' beschreibt den Zeitraum von 1796/7 bis 1815/1816. Für diese Zeit galten in [[Alsterweiler]] die französische Verwaltung sowie die Gesetze des Code Civil.
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'''{{PAGENAME}}''' beschreibt den Zeitraum von 1796/7 bis 1815/1816. Für diese Zeit galten in [[Alsterweiler]] die französische Verwaltung sowie die Gesetze des Code Civil. Die {{PAGENAME}} ist eher eine populäre Bezeichnung. Innerhalb dieser Zeit gabe es sehr viele Umbrüche, aber keine durchgehende fest gefügte Verwaltungs- und Rechtskonsitution. Es benötigte viele Jahre bis die französische Verwaltung und Gerichtsbarkeit, der französische Kalender oder die französische Bezahlung verfestigt werden konnten. Letztlich sind sie nie in Fleisch und Blut der nunmehr freien Bürger übergangen. Viel zu schnell kam die neue bayerische Ordnung und setzte wiederum andere Maßstäbe. Unterschwellig blieb aber der französische Geist, die Zeit der Befreiung, in Alsterweiler und der Pfalz verankert.
  
 
Am 17. Oktober 1797 wurde der Friede zu Campo Formio geschlossen. Darin fand sich die geheime Bestimmung, das linke Rheinufer an Frankreich fallen zu lassen. "Es herrschte allgemein große Freude über den Frieden, eine Änderung der Verhältnisse war aber nicht zu merken."(Leonhardt (1928), S. 40)  
 
Am 17. Oktober 1797 wurde der Friede zu Campo Formio geschlossen. Darin fand sich die geheime Bestimmung, das linke Rheinufer an Frankreich fallen zu lassen. "Es herrschte allgemein große Freude über den Frieden, eine Änderung der Verhältnisse war aber nicht zu merken."(Leonhardt (1928), S. 40)  

Version vom 20. Dezember 2020, 14:35 Uhr

Französische Zeit (Alsterweiler) beschreibt den Zeitraum von 1796/7 bis 1815/1816. Für diese Zeit galten in Alsterweiler die französische Verwaltung sowie die Gesetze des Code Civil. Die Französische Zeit (Alsterweiler) ist eher eine populäre Bezeichnung. Innerhalb dieser Zeit gabe es sehr viele Umbrüche, aber keine durchgehende fest gefügte Verwaltungs- und Rechtskonsitution. Es benötigte viele Jahre bis die französische Verwaltung und Gerichtsbarkeit, der französische Kalender oder die französische Bezahlung verfestigt werden konnten. Letztlich sind sie nie in Fleisch und Blut der nunmehr freien Bürger übergangen. Viel zu schnell kam die neue bayerische Ordnung und setzte wiederum andere Maßstäbe. Unterschwellig blieb aber der französische Geist, die Zeit der Befreiung, in Alsterweiler und der Pfalz verankert.

Am 17. Oktober 1797 wurde der Friede zu Campo Formio geschlossen. Darin fand sich die geheime Bestimmung, das linke Rheinufer an Frankreich fallen zu lassen. "Es herrschte allgemein große Freude über den Frieden, eine Änderung der Verhältnisse war aber nicht zu merken."(Leonhardt (1928), S. 40)

Es traten die sogenannten Klubisten auf. Sie traten für Vereinigung der Pfalz mit Frankreich ein. In Alsterweiler ergab man sich eher stillschweigend in sein Schicksal. Am 4. November 1797 wurde der Generalkommissär für die Länder zwischen Rhein, Maas und Mosel ernannt. Die bisherigen deutschen Ämter wurden durch französische ersetzt. Die französische Gesetze wurden in den neuen Provinzen veröffentlicht. Damit waren die Rechte und Vorrechte des Adels und der Geistlichkeit beendet. Die Lehens- und Grundherrenschaft galt nicht mehr, der Gemeinsmann wurde Bürger im französischen Verständnis.

"Am 5. Dezember 1797 wurde der ganze Ort auf Befehl des Kapitäns Close nach Emigranten durchsucht, aber ohne Erfolg." (Leonhardt 1928), S. 40)

Zeitraum 1796—1816. Mit Beginn des Jahres 1798 war die administrative und rechtliche Neuordnung erstellt. Der Bischof von Speyer (sowie sein Hochstift) war beendet, Alsterweiler und Maikammer gehörten dem französischen Departement Mont Tonnere an. Darin lag das Arrondissement Spire, Kantonsort blieb vorläufig Kirrweiler. Später wurde es Edenkoben.

Am 20. Januar 1798 wurde die Verwaltung der Gemeinde den Bürgern Jakob Denier, Lambert Thormann, Jakob Frantz und Friedrich Frankmann übertragen.

Die Bürgermeister, welche die Gemeinderechnung führten, blieben bis zum Jahre 1804.

Am 23. Januar wurden die Beamten des Oberamts Kirrweiler entlassen. "Ein gewisser Nimis (abgefallener Kapuziner, der als Notar in Haßloch starb) wurde französischer Kantonsrichter" (Leonhardt (19289, S. 40).

Nach der weiteren Regelung der Gemeindeverwaltung wurde (in Maikammer Friedrich Schwarzwälder Agent und Emanuel Heilweck Adjunkt) in Alsterweiler Peter Adam Koch Agent und Friedrich Eisenbiegler Adjunkt.

Jetzt kam gleich eine Reihe von Befehlen vom Kantonsrichter. Versammlungen durften bis auf weiteres nicht mehr gehalten werden. Jeder Einwohner sollte für seine Kinder und sein Gesinde verantwortlich sein, den Vorgesetzten und Gesetzen bei Vermeidung der strengsten Strafe zu gehorchen.

Wegen Räubereien sollten Nachtpatrouillen durch das Dorf gehen. Fortdauernd wurde nach Personen gesucht, die durch ihre seitherige Stellung und durch ihr Verhalten das Mißfallen der neuen Regierung erregt hatten.

Laut Befehl vom 28. Februar 1798 mußten alle Personen die dreifarbige Kokarde, wie sie die französischen Soldaten trugen, bei Vermeidung einer Strafe von 8 Tagen Gefängnis tragen. Wer sie einem Bürger ab- reißen oder sie entehren sollte, würde vor den peinlichen Gerichtshof gestellt und nach der Schärfe des Gerichts gerichtet. Am 19. Juli 1798 wurde an Stelle des christlichen Kalenders der republikanische gesetzt. Schon am 31. März 1798 wurde zum erstenmal hier und Umgebung die Dekade als neuer Ruhetag bei Musik und Trommelschlag gefeiert. Die Feste des Herrn und der Heiligen wurden abgesetzt bis auf Weihnachten, Christi Himmelfahrt, Maria Himmelfahrt und Allerheiligen.

Auf Kreuzerhöhung am 14. September 1798 wurden alle Kreuze, auch das auf dem Kirchhof umgerissen, das Muttergottesbild über dem Portal der Kirche wurde mit Brettern zugemacht. Am Sonntag blieben alle Behörden in Tätigkeit und jede Arbeit konnte vorgenommen werden. Man tat es aber nur wenig, sondern ging zur Kirche, die Kinder aber mußten in die Schule. Weil so die französischen Beamten die Gefühle des eroberten Volkes wenig schonten, waren die meisten Bewohner nicht republikanisch gesinnt. Die seitherigen Münzen, Taler, Gulden, Batzen, Krenzer wurden mit Francs und Centimes vertauscht, was den Leuten, besonders den Frauen nicht zusagte. (alle Angaben Leonhardt (1928), S. 40ff.)

Referenzierungen

  1. a b Geschichte von Maikammer=Alsterweiler/Alsterweiler/26bis50#Seite_40/1