Die Seite für Alsterweiler von Matthias C.S. Dreyer u.a.

Dies ist ein geprüfter Artikel.

Elfder Frihschobbe: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Alsterweiler
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Zeile 112: Zeile 112:
  
 
===Schulbau 1829===
 
===Schulbau 1829===
Nach der Episode - Peter Schmitt - trat etwas Ruhe in die Schulangelegenheiten in Alsterweiler. Gleichwohl ließen die Mucker nicht locker.  
+
Nach der Episode - Peter Schmitt - trat etwas Ruhe in die Schulangelegenheiten in Alsterweiler. Gleichwohl ließen die Mucker nicht locker. Im Jahre 1819 lagen fertige Planunterlagen und ein Kostenanschlag vor. Allerdings gab es immer wieder Einwände aus den Reihen des Gemeinderats Maikammer. Dort waren ja die Maikammerer selbst in der Überzahl. Vielleicht waren die Auseindersetzungen von 40 Jahren zuvor noch nicht ganz vergessen. Außerdem fällt in diese Zeit auch der kleine Aufstand der Mucker im Jahr 1832, als man sich von den Heckeren trennen und eine eigenständige Gemeinde bilden wollte.
  
 
Die Königliche Regierung des Rheinkreises (Speyer), Kammer des Innern genehmigte am 3. May 1828 die Errichtung eines Schulhauses in Alsterweiler und delegierte das Verfahren an das Königliche Landkommissariat Landau. Von dort erfolgte eine Abschrift an das Bürgermeisteramt Maikammer (Schreiben vom 12. May 1828 / Das K. B. Landkommissariat / An das Bürgermeisteramt Maikammer) / Das Schulhauß zu Alsterweiler betreffend). Auf dieser Grundlage konnte die Gemeinde Maikammer eine Ausschreibung veranlassen. Die Genehmigung umfasst 5 Auflagen und Bestimmungen.
 
Die Königliche Regierung des Rheinkreises (Speyer), Kammer des Innern genehmigte am 3. May 1828 die Errichtung eines Schulhauses in Alsterweiler und delegierte das Verfahren an das Königliche Landkommissariat Landau. Von dort erfolgte eine Abschrift an das Bürgermeisteramt Maikammer (Schreiben vom 12. May 1828 / Das K. B. Landkommissariat / An das Bürgermeisteramt Maikammer) / Das Schulhauß zu Alsterweiler betreffend). Auf dieser Grundlage konnte die Gemeinde Maikammer eine Ausschreibung veranlassen. Die Genehmigung umfasst 5 Auflagen und Bestimmungen.

Version vom 7. Juni 2025, 11:25 Uhr

Siehe auch: Achder Frihschobbe, Brunnenkerwe ONLINE 2021, Club Sellemols, Dridder Frihschobbe, Dritter Ortsrundgang Alsterweiler… weitere Ergebnisse

Elfder Frihschobbe (auch Elfter Frühschoppen[anm 1]) ist Teil einer Veranstaltungsreihe Frihschobbe (Brunnenkerwe) des Club Sellemols. Der Frihschobbe wird von Matthias C.S. Dreyer moderiert. Er findet jeweils am Brunnenkerwe-Sonntag, ab 11.00 Uhr im Hof der Kredenburg[1] statt.

Plakat fruehschoppen 11 2025.jpg

Markus Hener und Matthias Dreyer erzählen aus Alsterweiler. Der Elfte Frühschoppen widmet sich der Alsterweiler Schule und dem Alsterweiler Schulhaus.

Textentwurf


TEXT----

Einleitung

Die Geschichte der Alsterweiler Schule beginnt bereits vor dem Bau des Schulhauses, das im Jahre 1829 errichtet wurde. Alsterweiler strebte bereits 1751 danach, einen Schulbetrieb einzurichten, um den Kindern den langen und beschwerlichen Weg nach Maikammer zum Lindeneck zu ersparen. Im Jahre 1766 legte Peter Schmitt nach, um eine Nachtschule errichten zu dürfen.

Überblick

Beginnen wollen wir aber mit einem kleinen Überblick über die Schulsituation in Maikammer, bis es zu einer eigenständigen Schule in Alsterweiler kam. Wir beenden unsere Zeitreise dann im 20. Jahrhundert, just dann, als im Jahre 1991 die Schule in Alsterweiler wieder aufgegeben wurde.

Erste Überlegungen einen Schulbetrieb einzurichten, sind in Maikammer auf das 15. Jahrhundert zurückzuführen.

"Die Spuren einer Volksschule in Maikammer sind schon im 15. Jahrhundert bemerkbar. In einer Beschreibung des ganzen Hochstifts samt Klerus und Pfarreien vom Jahre 1464 (Bruchsal, Kopialbuch Nr. 141) wird ein Schulmeister aufgeführt." (Leonhardt, Seite 181) Bei allen anderen Volkszählungen oder Einwohnererhebungen, also 1470 / 1495 und 1530 und auch in der Bürgerliste von 1602 wird kein Lehrer erwähnt. Dabei ist zu beachten, daß der Lehrer zu diesen Zeiten auch kein "Ausbildungsberuf" wie heute war. Die pädagogischen Fähigkeiten wurden alleine durch "Weitergabe", nicht selten an den Sohn, vermittelt. Das Lehrer-Studium gab es also nicht.

Weitere Nachricht zu einem Schulhaus erhalten wir für das Jahr 1588. Ein Lehrer wird in Maikammer erwähnt (nach Leonhardt, Seite 182 - ohne Quellenangabe). Das Schulhaus stand damals am Lindeneck, wo sich auch das Rathaus befand. Die Schule war für alle Kinder in Maikammer und Alsterweiler. An einen regelmäßigen Schulbesuch war damals aber nicht zu denken.

Wir springen zum 30-jährigen Krieg. Verständlich, daß in den Jahren 1618 bis 1648 keine Schule abgehalten werden konnte. Erst nach dem Kriegsende, im Jahre 1648 kommt wieder ein Lehrer vor. Auch behinderten die weiteren Kriegszeiten 1673, 1688-1700 (Pfälzischer Erbfolgekrieg) den spärlich aufblühenden Schulbetrieb. Wie es um die Schulen stand geht aus einer Beschwerde vom 26. November 1675 hervor. Der Lehrer zeigte der fürstbischöflichen Regierung an, daß die hiesigen Einwohner ihr Kinder nicht mehr zur Schule, Christenlehre und Gottesfurcht anhielten (Quelle nach Leonhardt Nr.52).

Im Jahre 1746 wird das Maikammerer Schulhaus als baufällig betitelt. Aber erst im Jahre 1757[2] wurde ein neues Schulhaus in Maikammer errichtet. Es stand dann lange Zeit auf dem "Kirchhof".

In dieser Zeit erhalten wir erste Hinweise auf Aktivitäten in Alsterweiler. Alsterweiler beantragt einen Präzeptor, weil der Weg nach Maikammer zu weit und zur Regen- und Winterzeit schlecht sei und die Kinder schlechte Kleidung hätten. Der Maikammerer Pfarrer Weber war dagegen.

Etwa um diese Zeit - oder auch schon früher - erhielt durfte die Gemeinde einen Lehrer annehmen, dem Generalvikariat zu präsentieren und bestätigen zu lassen1. Dennoch war der Einfluss der katholischen Kirche auf die Lehrer und den Schulunterricht fast ungebrochen.

Erster Versuch für eine Schule in Alsterweiler vom 24. Dezember 1751

Die Gemeinde Alsterweiler(???) richtet mit Datum vom 24.Dezember 1751 eine Beschwerde an das Landkapitel Hambach, man möge in Alsterweiler einen eigenen Praeceptor einstellen. Er solle die Schuljugend unterrichten. Der zuständige Pfarrer (Wilhelm) Weber möge berichten. Unter anderem soll er mitteilen, was die Gemeinde bereit sei für einen Praeceptor jährlich zu geben.

Pfarrer Wilhelm Weber als zuständiger Pfarrer (Parochus, auch Parochus loci) antwortet am 21. Janaur 1752 an das Vicariat des Landkapitels mit dem Betreff: Die Haltung der Nacht- und Tagschule allda betreffend.

"die Gemeind Alsterweiler wegen der Schuhljugend sich zu beschwehren veranlaßet worden, dem selben wird also das Originale communiciret, umb hierüber sein Guthachten pflichtmäßig zu erstatten und allenfalls so gleich mit zu berichten, was diese Gemeind einem Praeceptori jährlich zu geben gemeinet, sey." Weber kommt ziemlich schnell zum Schluß, "berichte gehorsambst, daß denen Alsterweylern zum besten ihrer schuhlbahren Jugend zur...Lehr ihrer Kindter garwohl ein eigener Praeceptor zu gönnen wäre", schränkt aber ein, wenn nicht "stärkere Hinternüße contra sich findeten. Dazu zählt u.a. die Frage nach dem Schulgeld. So seien etwa 50 Kinder schulbar, aber "danach von mehreren das Schulgeld sehr hart zu fordern seyn wird". Zweitens dürfte sich nachteilig auswirken, daß - keine Schulstube vorhanden sei und deshalb die Schulkinder "bald in dieses bald in ein anderes Hauß in dem Orth herumb lauffen." Zum Dritten würde die Schule zu Maikammer stark darunter leiden, "dann wan der Schuhlmeister ein oder das andere Kinder nach Schuhlarth bestraffen solte, wie das geschehn muß, so würden die blinden Eltern entweder auß närricher Affenlieb oder aus Boßheit wider den Schulmeister die Kindter auß dieser Schuhl" - also der von Maikammer - nach Alsterweiler schicken.

Ein äußerst bemerkenswertes Argument!!

Und zum Vierten seien die angeführten Beschwernisse so alt wie Alsterweiler selbst. Denn dem Vernehmen nach gab es dort noch nie einen Praeceptor. Und fünftens "seynd die Alsterweyler Kinder nit so zarth erzogen, daß ihnen die Kält so leicht schaden möge, da ich ja in diesem Jahr die kleinen Buben, mit bloßen Füßen trotz den anderen auf dem Eyß herumb lauffen gesehen.

Er kommt zum Schluss: "Es rühret der Alsterweyler Beschwehrnuß mehr her von einer Caprice, daß derselbe auf wahre Nothwendigkeit gegründet ist."

Wie die Pfarrer immer wieder als Opportunisten glänzen. So auch in diesem Falle: Wilhelm Weber möchte es dem Vikariat "überlaßen... ob denen Alsterweylern dermahligen eigenmächtig auch wider willen angenommenen Praeceptor noch länger zu belaßen, oder aber zu verweyßen, die Kinder aber nacher Maycammer in die Schuhl sollen angehalten werden. Der dann in trefflister Submission erharre eines hochwürdigsten Vicariat Maycammer... unthänigster gehorsambster Di[ener] Weber p. l. (parochus loci???) parochus.

Peter Schmitt

Mit Datum vom 25. November 1766 richtete der Alsterweiler Bürger Peter Schmitt an das Generalvikariat in Speyer die Bitte, es möge erlauben, daß den Kindern von Alsterweiler einige Nachtstunden in der christlichen Lehre durch ihn gegeben werde. Als Grund gab er weiten Weg und schlechte Kleidung der Kinder an. Der damalige Pfarrer Gödecke war dagegen, weil er vermutete, daß es den Alsterweilerer Bürgern nicht um Nachtschule, sondern um eine Tagesschule zu tun sei.

Zudem würde dem Lehrer von Maikammer ein Teil des Schulgeldes entgehen. Das Generalvikariat entschied dennoch zugunsten von Peter Schmitt und Alsterweiler. Schließlich gehe das allgemeine Wohl dem privaten vor; der Pfarrer sollte fleißig nachsehen.

Da es aber in Alsterweiler kein Schulhaus gab, stellte Peter Schmitt sein eigenes Haus zur Verfügung. Dazu erbat er sich, den armen Kindern umsonst Unterricht zu erteilen; nur bat er um die hohe Gnade, von Jagd-, Wacht- und Frondiensten befreit zu werden.

Nach einiger Zeit bat nun Peter Schmitt, auch Tagschule halten zu dürfen. Dekan Johann Baptist Fischer aus Hambach (Alsterweiler und Maikammer gehörten zum Landdekanat Weyer sowie zum Landdekanat Hambach. Die Landdekanate nannten sich nach dem Wohnort/Sitz des jeweiligen Vorsitzenden.). Fischer hatte sich gutachterlich zu äußern. "Das Gutachten fiel schlimm aus. So wurde unter anderem festgestellt, daß Schmitt selbst sehr schlecht schreibe und darum die Schreibvorlagen von Kindern aus Maikammer entlehnte. Zumindest der Vorwurf des "schlechten Schreibens" kann kaum nachvollzogen werden. Allein der Schriftverkehr von Peter Schmitt ist in einer sauberen Kanzlei-Handschrift verfasst. Die Texte sind deutlich besser zu lesen, als die der beiden Pfarrer Wilhelm Weber (17519 Johann Philipp Gödecke. Es ist kaum zu übersehen, daß es um die Wahrung persönlicher Interessen ging und keineswegs das Wohl der Kinder im Vordergrund stand. Dazu einige Kostproben aus der gutachterlichen Stellungnahme:

XXXXXXXXXX XXXXXXX

Jedenfalls musste die Nachtschule des Peter Schmitt schließen, die Tagschule wurde nie eröffnet, und die Kinder von Alsterweiler" (Leonhardt, Seite 182), etwa 82 an der Zahl, hatten wieder die Schule zu Maikammer zu besuchen.

Exkurs: Befreiung von Diensten

Was hat es mit der Freistellung von Jagd-, Wacht- und Frondiensten auf sich? Peter Schmitt wollte ja von diesen befreit werden, als Gegenleistung für die Errichtung der Schule. Zu dieser Frage gibt es einen interessanten Fall, der in einer Urkunde (LA Sp U 103 Nr.5) geschildert ist. Hans Georg Thirolf und seine Ehefrau[3] Maria Magdalena Klein werden für 12 Jahre von den Frondiensten befreit und zwar ab dem 25. April 1735. Sie hatten ein Findelkind aufgenommen, "dieses arme Kind auff undt ahn zu nehmen, undt ein Werk der Barmhertzigkeit, ahn dem selben zu erzeigen". Der Befreiung bedurfte es eines Vertrags. Er wurde zwischen den Antragstellern und dem Schultheiß sowie dem Rat geschlossen. Darin heißt es u.a.: "daß Kind fehig währe zur Schuhl, daß selbige lernen zu lassen, in Christlichen Tugenden unterweyßen, fleißig in die Kirch gehe laßen in Mess Bredig undt Christlichen Lehren ahn zu hörn, diese Kind halten als wenn es ihr Eygenes kind währe, - alles auff ihr Eigene Kosten zu thun" (alle Angaben in LA Sp U 103 Nr.5). Und jetzt kommt der entscheidende Satz: "Die Spessial freyheit, daß ist frohn und wacht in herrschaftl. und Gemeinen Fröhnen, sie mögen nahmen haben wie sie wollen, so solle derselbe in dessen keines wegs, belästigt werden". Es handelt sich also um eine spezielle Freistellung für besondere Dienste am Gemeinwohl.

Übertragung LA Sp U 103 Nr.5 / Findelkind Maria Susanna, Eltern durch Aufnahme: Hans Georg Thirolf und seine Ehefrau Maria Magdalena – Fronbefreiung für 12 Jahre.

Nun war "unser" Peter Schmitt eben der Meinung, die Einrichtung einer Privatschule diene auch dem Gemeinnutz und er könne von der Frohn befreit werden.

Exkurs: Peter Schmitt

Wer aber war unser Peter Schmitt? Geboren wurde er am 23. Februar 1743 in Alsterweiler, entweder in der Hauptstraße Nr.39 oder in der Turmstraße (also Deckelgass) 13. Dieses Anwesen in der Turmstraße geht anteilig an die Söhne, also auch an Peter Schmitt. Wenn man davon ausgeht, daß das Anwesen in der Familie vererbt wurde, dürfte Peter Schmitt in der Deckelgass geboren worden sein. Sein Vater, Caspar Schmitt war eine zeitlang Bürgermeister (1747<ref>Ortsfamilienbuch (2021), Eintrag <5629>) von Maikammer. Diese Familie Schmitt kam um 1700 von Kirrweiler nach Alsterweiler. Peter Schmitt soll 1763 die Musik am Hof Bruchsal gelernt haben (sehen Sie dazu die Ausfauteiakte Nr.99). Er selbst nannte sich in in einem Schreiben "Assessor" und "Secretarius".

Peter Schmitt t 02.04.1783 rk Alst., war acht Tage vorher zur Beichte gegangen, um vollen Ablass zu gewinnen., Lernte um 1763 die Musik am Bruchsaler Hof (Q: AA 91)


Zurück zur Geschichte der Schule. Das Gesuch von Peter Schmitt war also letztendlich gescheitert. Die Alsterweilerer Kinder mussten wieder in die Schule Maikammer. Und dies war unabhängig vom langen Weg kein Schaden. Denn die Gemeinde Maikammer hatte just im Jahre 1753 ein völlig neues Schulhaus errichtet. Das alte am Lindeneck war baufällig geworden. So erfahren wir aus einer Aufstellung der gemeindeeigenen Güter und Immobilien für das Jahr

"Für neu erbautes einstöckig steinernes Schulhaus mit einem gewölbten Keller, wovon sich die Gemeind den Dritten Theyl zum genuß vorbehalten, das übrige hat Schuhlmeister zu Benutzung, sambt Hof und Stallung, obers(seite): die Hafengaß, unterseith: Henrich Sahl, obere(nd): Adam Bitzenberger und Niclas Ahnstats, untere(nd):der gemein Lindenplatz. Not(a): von diesem Schulhaus mus die Gemeinde Jährlich der Pfarrey Meycammer Zwey Simmern Korn zu Zins entrichten."

Neben den 82 Kindern aus Alsterweiler nahmen 182 Kinder aus Maikammer am Schulunterricht teil. So berichtete jedenfalls der Lehrer Johann Adam Beschel. Beschel hatte auch den Glöcknerdienst zu verrichten. In der Regel wohnte der Lehrer im Schulhaus, so auch Beschel.

Exkurs:Immobilien in Alsterweiler 1753 - Ein Stall

In der erwähnten Aufstellung über Immobilien wird an fünf Stellen auch Alsterweiler erwähnt. Es handelt sich um einen Stall, zwei Weeden, die Leimengrube und die Allmende im Alsterweiler Tälchen. Hier wird nur auf den Stall in Alsterweiler eingegangen. Dazu heißt es auf folio 4: "Ein gemeiner Stalle zu Alsterweyler Mitten in dem Dorf gelegen, oberseith Car[s]par Schmitt, unterseith Thomas Groß, obere(nd) gemelte Thomas Gros und Caspar Schmitt, untere(nd): Die gemeine Gaß. Not(andum): dieser Stall wird jährlich zur Benutzung versteigert, wovon Bürgermeister den Zins in Rechnung zu bringen." Der erwähnte Caspar Schmitt war der Vater unseres oben erwähnten Peter Schmitt. Das Anwesen Hauptstraße Nr.35 war in seinem Eigentum. Der Stall müsste sich also dort in der Nähe befunden haben.

Exkurs Beschel

Johann Adam Beschel (auch: Beschell1)[zit 1] (*23. Februar 1693 Hardheim, †26. Januar 1769 Maikammer-Alsterweiler) war Bürger in Maikammer-Alsterweiler. Er war Lehrer im Jahre 1752 bis ins Jahr 1769. Johann Adam Beschel war verheiratet mit Maria Elisabeth Madler. Aus der Ehe gingen 5 Mädchen hervor. Als Lehrer musste er auch den Glockendienst (Glöckner) verrichten. Bevor Johann Adam Beschel nach Maikammer-Alsterweiler kam wird er als Glöckner der Allerheiligen- und Dreifaltigkeitskirche in Speyer erwähnt.

Johann Adam Beschel hatte ein glückliches Händchen bei der Heirat seiner Töchter. Interessant ist insbesondere Franziska Beschel, die den hochfürstlich würzburgischen Landgerichtsconsulenten (Berater, Anwalt) Friedrich Sachs heiratete. Aus dieser Ehe ging wiederum eine Tochter hervor, namens Barbara Sachs (1765–1818), die 1785 Johann Andreas Gärtner (der Jüngere) heiratete. Aus dieser Ehe ging Sohn Friedrich Gärtner (*10. Dezember 1791) hervor, einer der bedeutendsten Architekten des deutschen Klassizismus. Er war also der Urenkel unseres Lehrers von Maikammer.

Eine Tochter, nämlich Elisabeth Beschel heiratete den Bürgermeister und Winzer Caspar Schmitt (dessen zweite Ehe). Sie war damit die Schwiegermutter unseres Peter Schmitt, der mit der Nachtschule.

Erwähnenswert ist der weitere Lebensweg der Tochter Franziska, dem jüngsten Mädchen. Sie heiratete Konrad Starck, einen sehr bekannten Kapellmeister am Hof des Kurfürsten in Trier[web 1][web 2].

aus OFB

Es liegt auf der Hand, daß nicht alle Schmitts in Maikammer und Alsterweiler direkt miteinander verwandt sind. Dazu kommt der Familiennamen zu häufig vor. SCHMITT Schon 1588 ließen Jakob Schmitt, Lambert Schmitt und Peter Schmitt je ein Kind taufen. 1654 erfolgte die Bürgeraufnahme eines Johannes Schmitt, 1668 die Aufnahme von Jörg Schmitt dem Jungen Heinrich Schmitt heiratete 1702 als junger Mann, von ihm sind Nachfahren im 19. Jh. nachgewiesen. Evtl. war er der Sohn des vor 1707 verstorbenen älteren Heinrich Schmitt. Anfang des 19. Jh. Der Maurer Joseph Schmitt aus dem Allgäu heiratete 1722 nach Maikammer. Auch von ihm gibt es Nachfahren bis ihn zurückführen.. 1726 ließ sich Bernhard Schmitt aus Deidesheim als Bürger aufnehmen, noch im 20. Jh. lässt sich eine Familie auf Im 19. Jh. zogen diverse Schmitt aus anderen Orten, z.B aus Freinsheim und Mußbach zu.

Schulbau 1829

Nach der Episode - Peter Schmitt - trat etwas Ruhe in die Schulangelegenheiten in Alsterweiler. Gleichwohl ließen die Mucker nicht locker. Im Jahre 1819 lagen fertige Planunterlagen und ein Kostenanschlag vor. Allerdings gab es immer wieder Einwände aus den Reihen des Gemeinderats Maikammer. Dort waren ja die Maikammerer selbst in der Überzahl. Vielleicht waren die Auseindersetzungen von 40 Jahren zuvor noch nicht ganz vergessen. Außerdem fällt in diese Zeit auch der kleine Aufstand der Mucker im Jahr 1832, als man sich von den Heckeren trennen und eine eigenständige Gemeinde bilden wollte.

Die Königliche Regierung des Rheinkreises (Speyer), Kammer des Innern genehmigte am 3. May 1828 die Errichtung eines Schulhauses in Alsterweiler und delegierte das Verfahren an das Königliche Landkommissariat Landau. Von dort erfolgte eine Abschrift an das Bürgermeisteramt Maikammer (Schreiben vom 12. May 1828 / Das K. B. Landkommissariat / An das Bürgermeisteramt Maikammer) / Das Schulhauß zu Alsterweiler betreffend). Auf dieser Grundlage konnte die Gemeinde Maikammer eine Ausschreibung veranlassen. Die Genehmigung umfasst 5 Auflagen und Bestimmungen.

Eine sogenannte Minderversteigerung wurde veranlasst, heute würden wir Ausschreibung sagen. Diese Versteigerung wurde im XXX öffentlich bekannt gemacht und vollzogen. Der Steigerungspreis belief sich auf XXX. Grundlage für die Ausschreibung war der Plan des Bezirks-Bau-Conducteurs, so etwas wie ein Baudezernent, von Landau. Dieser Plan wiederum steht in Verbindung mit der äußerst detaillierten Aufstellung eines Kostenanschlags. Beide wurden vom damals zuständigen Bearbeiter Marggraff erstellt und der Gemeinde vorgelegt.

Direkt nach der Ausschreibung und der Vergabe begannen die Bauarbeiten am Schulhaus. Bereits am 1. November 1829 konnte die Schule eingeweiht werden.

Schulstreit 1848

1829 bis 1953 war die Schule Alsterweiler selbständig

1972 an VG übertragen Endgültig geschlossen 1991 1997/98 Renovierung und Umwidmung in Wohnungen und Jugendraum und Bürgertreff Architekt Dieter Weißbrod



ENDE---

✓ = Elfder Frihschobbe wurde am Sat, 18 Apr 2026 14:46:18 +0000 in dieser Version die Liste der Beiträge Geprüft_1 aufgenommen.

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

  1. Andere Feste in der Pfalz mit ähnlichem Namen: Kinnelsbrunnefeschd (Gommersheim)
  2. Leonhardt Seite... / allerdings geht aus der "Beschreibung aller der Gemeinde Maikammer gehördenden Güter" von 1756 hervor, daß bereits ein neues Schulhaus bestehe.
  3. Aus erster Ehe. In zweiter Ehe war er verheiratet mit Maria Salome Frankmann. Vergleichen Sie dazu: Ortsfamilienbuch (2015), Eintrag <6419>.

Anmerkungen

  1. Die Zählung ist in der offiziellen Ankündigung etwas durcheinander geraten. Der siebte Frühschoppen war Bestandteil der Brunnenkerwe ONLINE 2021. Somit folgte 2022 der 8., der 9. im Jahr 2023 und der 10. Frühschoppen im Jahr 2024 und 11. Frühschoppen im Jahr 2025.

Zitate

Urkunden

Begriffe

Kategorien

Elfder Frihschobbe gehört den Kategorien an: Club Sellemols, Veranstaltung, Alsterweiler, Geprüft 1

Matzinger sagt: "letzte Überarbeitung der Seite 07.06.2025". Alle Rechte der Seite bei ©Matthias C.S. Dreyer. Der Name dieser Seite lautet: Elfder Frihschobbe. Nutzen Sie zur Zitierung für Ihr Werk folgende vollständige Angabe: https://www.alsterweiler.net/wiki/Elfder Frihschobbe ©Matthias C.S. Dreyer /abgerufen am 18.04.2026 ↑... Seitenanfang



Referenzierungen

  1. ^  Titel: Geschichte von Maikammer=Alsterweiler.
    Schlüssel: Geschichte von Maikammer=Alsterweiler/Alsterweiler/181bis203#Seite_182/4
    Seite: Seite_182/4
    Zitat: In dieser und in der folgenden Zeit, wohl auch schon früher hatte die Gemeinde das Recht, einen Schulmeister anzunehmen und dem Generalvikariat für die Approbation und Konfirmation zu präsentieren.
    Übertragung: Eine Übertragung fehlt.
    Es gibt keine Anmerkung.
    Es gibt keine Notes.
    Schlagwort: Alsterweiler · Alsterweiler Schulhaus · Generalvikariat · Approbation · Konfirmation
    Quelle:
    Vorkommnis: Ein Datum für das Vorkommnis fehlt.
    Vorkommnistag: Eine Tagesangabe (Vorkommnistag) fehlt.
    Stufe: 6
    Sammlung: Alsterweiler · Alsterweiler Schule · Schule · Schulbetrieb
    LINK: Alsterweiler
    Eine urn fehlt.
    Eine PDF-Angabe fehlt.
    WIKI: Elfder Frihschobbe