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Wetterwarte (Kalmit)
Wetterwarte (Kalmit) ist eine Beobachtungsstation auf dem Kalmitgipfel. Eine erste Einrichtung ist für das Jahr 1916 bis zum Kriegsende des II. Weltkrieges nachweisbar[zit 1].
Zu Beginn der 20er Jahres des 20. Jahrhunderts versuchte die bayerische Wetterwarte (München), den Betrieb auf der Kalmit wieder aufzunehmen. Der bayerische Landtag hatte dazu Personal- und Sachmittel bewilligt. "Der Landtag hat genehmigt, dass auf dem vom Pfälzer-Waldverein geplanten Observatorium auf der Kalmit ein wissenschaftlicher Beobachter angestellt werde. Da wir dasselbe baldmöglichst in Betrieb nehmen möchten, müssen wir sofort an die Ausbildung eines Beobachters gehen, welcher als nichtetatmäßiger Assistent der Landes-Wetterwarte geführt wird[zit 2]. Dieser Auszubildende war Leonhard Egershofer, der am 15. August 1921 in München seine Ausbildung aufnahm[anm 1].
Die Wetterwarte wurde am 23. April 1927 eingeweiht[1]. Es handelte sich um die erste nicht-militärisch genutzte Wetterbeobachtung auf der Kalmit. Sie entstand auf Initiative von Heinrich Kohl, dem langjährigen Rechner des Hauptvorstandes des Pfälzerwald-Vereins.
Entwicklung zur Wetterwarte
Schon der Kalmitturm (1868) diente der Wetterbeobachtung. Allerdings wurde der Turm lediglich zur Aufstellung der Instrumente genutzt. Die Beobachter selbst konnten im Jahre 1908 errichteten Kalmithaus (heute Ludwigshafener Hütte) unterkommen. Die offizielle Eröffnung der Wetterwarte war im Jahr 1927. Damit konnten die Meteorlogen bereits zwei Jahre später in den "komfortableren" Räumen des neuesn Kalmitturmes unterkommen. Im Kalmitturm (1929) wurden nämlich Räume für die Meteorologen eingerichtet. Zudem gab es Räumlichkeiten für die Messinstrumente.
Die Wetterwarte war dann bis 1937 durchgend mit Meteorologen besetzt. Karl Sonntag lebte mit seiner Frau auf dem Kalmitturm, vermutlich gilt das auch für seinen Nachfolger, Hans Burckhardt und seine Ehefrau, die ebenfalls Meteorologin war.
Nach 1937 wurde die Station nicht mehr für zivile Messungen genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlaubten es die Siegermächte nicht, die Kalmit wieder als Wetterwarte in Betrieb zu nehmen. Als Ersatzstandort wurde das Weinbiet bei Neustadt an der Weinstraße (554 Meter Höhe üNN) ausgebaut.
Heute wird die Wetterwarte von Christian Müller und seinem Team (https://www.klima-palatina.de) betreut.
Personen
Mit Dienst auf der Kalmit-Wetterwarte sind 3 Meteorologen als "Mieter" nachzuweisen:
Versorgung
Eine kleine interessante Geschichte dazu aus „Pfälzische Heimatpost“, einer Beilage zum „Landauer Anzeiger“ vom 14. Mai 1927: „Täglich gegen ½ 10 Uhr morgens kommt ein Junge von Maikammer, der Proviant bringt, die Schriftstücke und Zeitungen besorgt und auch die Räume zu reinigen hat.“.
Weblinks
Literatur
Einzelnachweise
- ↑ Eisfeld, Erich / Pfälzerwald-Verein Wanderbuch 1928
Anmerkungen
Zitate
- ↑ „Eine erste vorübergehende Einrichtung einer Bergstation auf dem Kalmit (Rheinpfalz) 1916 konnte über das Kriegsende hinaus nicht durchgehalten werden. Der wetterkundliche Unterricht wurde bis auf 6 bayerische Fliegerschulen erweitert.“ In: ANNALEN DER METEOROLOGIE (Neue Folge) Nr.14 100 Jahre Wetterdienst in Bayern 1878-1978, Seite 11.
- ↑ BayHSTA MK 11806 / TitelLandeswetterwarte München. Personal (Konservatoren, Kustoden, Sekretäre, Adjunkten, Assistenten usw.)SignaturBayHStA, MK 11806ErscheinungsortKultusministerium (MK)Erscheinungsjahr1905 - 1922, Seite 302 (Digitalisat), 21. Juli 1921.
Urkunden
Begriffe
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Referenzierungen
- ^ Pfälzer Zeitung#1922-07-26-Mi