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Geschichte von Maikammer=Alsterweiler/Seiten

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Geschichte von Maikammer

  • Andermann, Kurt (1982).
    Titel: Das älteste Lehnbuch des Hochstifts Speyer..
    In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO), (Hg.) (Herausgeber fehlt, bitte angeben.) ohne Ortsangabe , Band: , Heft: 130, .
    Seite: 1-70
    Schlüssel: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO)/Beiträge#Andermann_(1982)
    Kein Zitat angegeben.
    Eine Übertragung fehlt.
    Anmerkung: (S.47-47),Absatz 116, Abschnitt 2, Kapitel Venyngen - K 116 Venyngen - K Johannes de Venyngen armiger tenet ab ecclesia Spirensi ratione feodi sui castrensis redditus supra bonis infrascriptis: Primo videlicet redditus 12 maldrorum siliginis de et super molendino ad Sanctum Martinum sub castro Kropsperg. Item redditus 17 unicarum h vel loco eorundem h duos porcos sibi in eodem molendino ut moris est depascendos. Item redditus 4 maldrorum siliginis super molendino Meynkemmer Kroners mule nuncupator. Item redditus unius carrate vini super beta vini in Agelesterwiilre et in Meynkemmer. Passage Alsterweiler und Maikammer: Item redditus unius carrate vini super beta vini in Agelesterwiilre et in Meynkemmer. (1343/47 bzw. 1394/96) (S.48-49),Absatz 118,Abschnitt 2,Kapitel Coquinarius - K   - - - - - Passage Weinsweiler: Item redditus 40 h in Winswilr super domo relicto quondam Wernheri notarii civitatis Spirensis. (S.49-49),Absatz 120, Abschnitt 1, Kapitel Spiserius   Item redditus 13 ß h super quibusdam certis vonis Wernheri de Venyngen in Wynswilr sitis.(120) Unter den Einträgen 118 Coquinarius - K und 120 Spiserius - K. (S.53-53),Kapitel anhang ii   her Engelhart von Wynsperg (Winsperg).
    Schlagwort: Venningen · Alsterweiler · Winsperg · Weinsweiler
    Quelle: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO)/Beiträge
    Erscheinungsjahr: 1982
    Erscheinungstag: Eine Tagesangabe (Erscheinungstag) fehlt.
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    Ein Link fehlt.
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    DOI: DOI nicht vorhanden.
    WIKI: Weinsweiler
  • Geschichte (1928) Seite 1 
  • Reimer (1874) 
  • Reimer, Heinrich (1874).
    Titel: Zur Geschichte des Bischofs Gerhart von Speier: Beilagen zum Copialbuch.
    In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO), Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein (Hg.), Karlsruhe , Band: , Heft: 26, .
    Seite: 104-136
    Schlüssel: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO)/Beiträge#Reimer_(1874b)
    Zitat: seite pp.104-107) Officium.dicti Haberstro. s_1_notes1 = {Zu dem Officio Haberstro zählt auch Alsterweiler. Bemerkenswert ist, dass der Eychelberg bei Alsterweiler als abgabepflichtige Stelle für «Census Martini» benannt wird. Es muss dort also Eigentümer gegeben haben oder gar einen Hof? (matzinger) s_2 = {(pp.106-106) Census Martini: Hambach., Eychelberg iuxta Aglasterwilr 5 unc. h., molendium in Meikeimer 10 s. h. s_2_notes1 = {Eychelberg bei Aglasterwilr. Es handelt sich um die Gewannebezeichnung «Eichelberg» - siehe dazu: http://alsterweiler.matthiasdreyer.de/index.php/Eichelberg (matzinger) Mühle bei Maikammer..
    Übertragung: Reimer (1874b)
    Anmerkung: s_1 = {(pp.104-107) Officium.dicti Haberstro. s_1_notes1 = {Zu dem Officio Haberstro zählt auch Alsterweiler. Bemerkenswert ist, dass der Eychelberg bei Alsterweiler als abgabepflichtige Stelle für «Census Martini» benannt wird. Es muss dort also Eigentümer gegeben haben oder gar einen Hof? (matzinger) s_2 = {(pp.106-106) Census Martini: Hambach., Eychelberg iuxta Aglasterwilr 5 unc. h., molendium in Meikeimer 10 s. h. s_2_notes1 = {Eychelberg bei Aglasterwilr. Es handelt sich um die Gewannebezeichnung «Eichelberg» - siehe dazu: http://alsterweiler.matthiasdreyer.de/index.php/Eichelberg (matzinger) Mühle bei Maikammer.
    Schlagwort: Aglasterwilr · Alsterweiler · Eichelberg · Eychelberg · Haberstro
    Quelle: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO)/Beiträge
    Erscheinungsjahr: 1874
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  • Weech, Friedrich von (1880).
    Titel: Pfälzische Regesten und Urkunden (Fortsetzung).
    In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO), Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein (Hg.), Karlsruhe , Band: , Heft: 32, .
    Seite: 190ff.
    Schlüssel: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO)/Beiträge#Weech_(1880)
    Zitat: 1550 Januar 5. Hans Reuß von Almsheim und Anna Neudeckerin, seine Hausfrau, verkaufen an Kurfürst Friedrich II. eine Behausung und Güter in Stadt und Gemarkung von Hilsbach um 800 Gulden. Geben uff sonntag nach dem neuen jars tag 1550. Perg. Or. Das Siegel des Hans Reuß ist abgefallen, das des Viax von Oberstein hängt an der Urkunde (471) Siegel von Viax von Oberstein soll anhängen. Urkunde, fortgesetzte Reihe: 1869 /Nr. 22 1871/ Nr. 23 1872/ Nr. 24 1874/ Nr. 26 1880/ Nr. 32.
    Übertragung: Weech (1880)
    Anmerkung: 1550 Januar 5. Hans Reuß von Almsheim und Anna Neudeckerin, seine Hausfrau, verkaufen an Kurfürst Friedrich II. eine Behausung und Güter in Stadt und Gemarkung von Hilsbach um 800 Gulden. Geben uff sonntag nach dem neuen jars tag 1550. Perg. Or. Das Siegel des Hans Reuß ist abgefallen, das des Viax von Oberstein hängt an der Urkunde (471) Siegel von Viax von Oberstein soll anhängen.
    Schlagwort: Viax von Oberstein · 1550 · Hans Reuß von Albisheim · Anna Neudeckerin · Kurfürst Friedrich II. · Hilsbach · Urkunde · Siegel
    Quelle: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO)/Beiträge
    Erscheinungsjahr: 1880
    Erscheinungstag: Eine Tagesangabe (Erscheinungstag) fehlt.
    Die Einstufung fehlt noch.
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s_3 = {(pp.7-7) Mitteilung der geschichtlichen Merkwürdigkeiten Maikammer-Alsterweilers an den geschichtlichen Verein des Rheinkreises 1831, von Pfarrer Weckesser. [Quellenangabe Nr. 65]

s_4 = {(pp.7-7) Aufzeichnung eines Alsterweiler Bürgers über die Erbauung der Kapelle zu Alsterweiler. (Erben von Michael Groß). [Quellenangabe Nr. 66]

s_5 = {(pp.9-9) Aus dem Alsterweiler Tälchen fließt das kleine Bächlein Alster mitten durch Alsterweiler, wird beim ?Schlössel» geteilt und fließt nach Osten zu, um teils in die Kanalisation aufgenommen zu werden, teils bei Kirrweiler in den Kropsbach zu fließen.

s_6 = {(pp.9-9) Maikammer-Alsterweiler ist ein Doppeldorf, dessen beide Teile räumlich getrennt waren, doch stets politisch und kirchlich zusammengehörten und seit der M i t t e des letzten Jahrhunderts zusammengebaut sind.

s_7 = {(pp.9-9) Alsterweiler zieht sich von Westen nach Osten, dem Bächlein Alster entlang und ist von zwei Hügelrücken eingeschlossen, einem nördlichen vom Wetterkreuz kommend und einem südlichen vom Breitenberg auslaufend.

s_8 = {(pp.13-13) Leichter zu erklären ist der Name Alsterweiler. Er kommt vor 1370 als Ageleisterwilre 30), 1464 als Aglasterweiler 33) 39) und 1495 als Allasterwyler. Es ist also ein Weiler (mhd. wilr ? kleines Gehöft, ahd. wilari, mlat. villäre ? Gehöft), der von dem Vogel Elster seinen Namen hat.

s_9 = {(pp.15-15) In einer Eußerthaler Urkunde von 1318 werden Reben am Schloß zu Maikam erwähnt. Quelle 45)

s_10 = {(pp.15-15) 24. Februar 1345. Vor dem bischöflichen Gericht zu Speyer vermacht der Priester Petrus von Kirwilr, Alrads sel. Sohn, dem Cisterzienserkloster Eußerthal zu einem Seelengeräte einen jährlichen Zins von 4 Pfund Heller auf Gütern zu Menkemere. an dem Flosse, an der Huben, auf der Heiden und unter der Muren. s_10_notes1 = {1. Benennung von Flurnamen in Maikammer.2. Verfügung des Offizialatsgerichts zu Speyer (siehe Auswertung der Urkunde unterhttp://literatur.matthias-dreyer.de/index.php?action=resourceView{\&}id=199{\&}access=1). (matzinger)

s_11 = {(pp.15-15) 29. März 1346. Vor dem bischöflichen Gerichte zu Speyer überläßt der Speyerer Bürger Johann von Kirwilr, genanntem Kloster zu Meinkemeren als Seelgeräte vermacht, einen anderen Zins von 3 Pfund Heller auf näherbezeichneten Gütern in den Gemarkungen von Neustadt und Meinkemeren: an dem Wasserschützen, an der Huben, an dem Flusse und an dem Grine. Unterzeichnet sind Schultheiß und Gericht von Meinkemern (Lat Qrig. Perg. mit Rest des Siegels des bischöfl. Gerichts). Quelle 37) s_11_notes1 = {Es handelt sich wahrscheinlich um dieselbe Urkunde, wie 1345. Leonhardt gibt leider keine genauen Nachweise an, so dass es unmöglich ist, die Herkunft seiner Angaben zu untersuchen. Als Beleg werden die Rheinpfälzer Urkunden erwähnt, die im bayerischen Hauptstaatsarchiv liegen. Kopien davon sind im Landesarchiv von Speyer bzw. in der Landesbibliothek einzusehen. (matzinger)

s_12 = {(pp.16-16) 6. Juni 1370. Das bischöfliche Gericht zu Speyer beurkundet, daß von dem Stellvertreter des Schultheißen Dyederich Scherer und den geschworenen Gerichtsleuten zu Meinkeimer Kathrin, die Witwe des Speyerer Bürger Burkel Hergesheimer und ihre Tochter Ennel dem Contzelin, Contz Huges, Sohn von Ageleisterwilre 2 Morgen Wingert mit Namnen ?einen morgen in der huben einsite an dem egen. Contzeln und andersite an Sygel Serich stoßet einsite uf den Weg und andersite uf Deyderich Scherers wise. Item der ander morgen lit in dem Schenderich neben dem vorgen. Contzel stoßet oben an Betschel und unden uff den mulacker in Meinkeimer markgelegen» zu ?rechten Hanterbe» gegeben haben, wozu Hennl, Kathrins Sohn von Klyngen, der genannten Ennel Hauswirt, seine Zustimmung gab. (ärg. Perg. ohne Siegel).(Urkunde)

s_13 = {(pp.17-17) Die hiesigen Bauern wollten auch nicht untätig bleiben. Obwohl sie keine Fehde oder Feindschaft mit dem Grafen Viax v. Oberstein hatten,  zerstörten sie dessen Haus, die Kredenburg, als Graf Viax abwesend, im Dienste des pfälzischen Kurfürsten stand. Am 11. Juli 1525 bekannte der Schultheiß Coßman Moßbach im Namen der Gemeinde, daß sie,in dieser uffrurigen Empörung der Bauernschaft» die Burg verwüst, zerrissen und zerbrochen» hätten und verspricht die Kosten der durch den Graf vorzunehmenden Wiederherstellung zu tragen. (Zitat nach 19) s_13_notes1 = {Dazu liegt noch keine Urkunde vor. Zitiert von Leonhardt, J. (1928) nach: Repertorium der Urkunden des Staatsarchivs Speyer von Dr. Glasschröder. Die Quellenangabe ist unklar. (matzinger)

s_14 = {(pp.18-18) Das Haus von Oskar Hafner, Alsterweiler Hauptstraße wurde 1595 erbaut. Es zeigt über dem Torbogen außer den Anfangsbuchstaben des Namens eine schwörende Hand, welche auf den Beruf eines Gerichtsschöffen hinweist.

s_15 = {(pp.18-18) Maikammer und Alsterweiler hatte um 1600 fast die gleichen Straßen wie heute, nur wird die Deckelgasse nicht erwähnt, die Hintergasse hieß Obergasse, die Spreiselgasse Hubengasse.

s_16 = {(pp.18-18) 1619 waren in Maikammer 163 und in Alsterweiler 87 Häuser. Sie waren nicht numeriert und wurden nach der Lage zu den Nachbarn bezeichnet. s_16_notes1 = {Aus der Anzahl der Häuser lässt sich in etwa auch die Einwohnerzahl ablesen. (matzinger)

s_17 = {(pp.18-18) Das Haus von Adam Wilhelm, Deckelgasse 9/11, durch seinen Turm auffallend, wurde 1591 erbaut.

s_18 = {(pp.26-26) Da ein Mädchen von hier namens Apollonia Anstand als Laienschwester im Kloster der Franziskanerinnen in Speyer war, flohen die Schwestern dieses Klosters 1689 nach Alsterweiler, wo sie ein Haus besaßen. 54)

s_19 = {(pp.29-29) Die bischöflichen Gemeinden sollen zirka 9000 Gulden Kosten gehabt haben: die Gemeinden Hambach, Diedesfeld, Maikammer-Alsterweiler und St. Martin zusammen 5 109 Gulden 56)

s_20 = {(pp.29-29) 17Z4 wurde das Pflaster zu Alsterweiler gemacht, es kostete 90 Gulden, der Plattenweg 70 Gulden. Die Gemeinde zahlte ihre Schuld an die Kirche zurück.

s_21 = {(pp.32-32) 1774 wurden im Alsterweiler Tälchen Sandsteine gebrochen zum Dombau in Speyer. Es gab nicht sehr viel aber guten Wein.

s_22 = {(pp.34-34) Am 5. September nachts 1/2 1 Uhr fiel ein Wolkenbruch. Das Wasser riß den oberen Brunnenstock zu Alsterweiler ab und verursachte auch sonst großen Schaden (1792)

s_23 = {(pp.35-35) In Alsterweiler fiel auf einen Offizier der Verdacht demokratischer Gesinnung. Er wurde deshalb wegen einer früheren Entwendung von 11 Gulden angeklagt, verurteilt zum Tode und im Tälchen erschossen. 55)

s_24 = {(pp.35-35) Am 29. November verlangte der prov. Kommissär in Speyer alle Zehnten und Gülten des Domkapitels und der anderen hiesigen Stifter. Diese waren aus Vorsicht in Geld umgewandelt worden, welches gegen Quittung in Speyer abgeliefert worden war. Nur die Weine der Klosterfrauen von St. Klara aus ihrem Besitz in Alsterweiler waren nach Speyer gefahren worden. (1792)

s_25 = {(pp.37-37) Am 30. März nahm Kommissar Wambsgans mit 6 Mann 50 Kühe aus den Stallungen in Maikammer, am 2. April 80 Kühe aus den Stallungen von Alsterweiler. Wut und Verzweiflung erfaßte die Bewohner. Man verrammelte die Tore, bewarf die Eindringlinge mit Holzscheiten und widerstand mit Gewalt, aber alles half nichts. Nur wer rechtzeitig in den Hinterwald gefahren und sich dort einige Tage aufgehalten hatte, rettete seine Kuh. (1793).

s_26 = {(pp.39-39) Am 11. Dezember wurde Alsterweiler noch einmal geplündert. Truppen des deutschen Korps Benjowsky waren am 9. Dezember aus Edenkoben zurückgedrängt worden und mußten am 10. Dezember bis hierher zurückweichen. Mit einigen Freischützen brachen die Soldaten zu S t. M a r t i n und Alsterweiler in die Keller ein, schleppten Schweine und Kühe fort und erpreßten von den Einwohnern Geld unter Androhung des Todes. Hier wurde Schultheiß Rieth überfallen und mißhandelt. (1793).

s_27 = {(pp.39-39) Am 11. Dezember wurde Alsterweiler noch einmal geplündert. Truppen des deutschen Korps Benjowsky waren am 9. Dezember aus Edenkoben zurückgedrängt worden und mußten am 10. Dezember bis hierher zurückweichen. Mit einigen Freischützen brachen die Soldaten zu St. Martin und Alsterweiler in die Keller ein, schleppten Schweine und Kühe fort und erpreßten von den Einwohnern Geld unter Androhung des Todes. Hier wurde Schultheiß Rieth überfallen und mißhandelt. (1795).

s_27_notes1 = {Wurde bereits bei Heinrich Koch (1781) eingefügt. In diesem Jahr starb der Vater, namens Bernhardt Koch. (matzinger)

s_28 = {(pp.40-40) Nach der weiteren Regelung der Gemeindeverwaltung wurde in Maikammer Friedrich Schwarzwälder Agent und Emanuel Heilweck Adjunkt, in Alsterweiler Peter Adam Koch Agent und Friedrich Eisenbiegler Adjunkt.

s_29 = {(pp.41-41) In diesem Jahre der Vereinigung der Pfalz mit Frankreich wurden in vielen Orten wieder Freiheitsbäume gesetzt, so auch in Alsterweiler, das durch die neue Verwaltung mehr Selbständigkeit erhalten hatte. (1798) (das Jahr 6 nach französicher Rechnung 22. September 1797 bis 22. September 1798) s_30 = {(pp.43-43) Durch Gesetz vom 25. November 1802 wurde der Verkauf aller Nationalgüter angeordnet. In Mainz begann die Versteigerung aller früheren herrschaftlichen Güter. Die Credenburg (Kredenburg) zu Alsterweiler kam in den Besitz der Gebrüder Lederle in Hambach, 60 Morgen äcker und 24 Morgen der Dieterwiese gingen in Privatbesitz über. Das sogenannte Nonnenhaus kaufte Franz Peter Schwarzwälder in Alsterweiler samt dem dazu gehörigen Gut um 465 Frs., zahlbar in 3 Terminen.

s_31 = {(pp.43-43) Durch Gesetz vom 25. November 1802 wurde der Verkauf aller Nationalgüter angeordnet. In Mainz begann die Versteigerung aller früheren herrschaftlichen Güter. Die Credenburg (Kredenburg) zu Alsterweiler kam in den Besitz der Gebrüder Lederle in Hambach, 60 Morgen äcker und 24 Morgen der Dieterwiese gingen in Privatbesitz über. Das sogenannte Nonnenhaus kaufte Franz Peter Schwarzwälder in Alsterweiler samt dem dazu gehörigen Gut um 465 Frs., zahlbar in 3 Terminen.

s_32 = {(pp.49-49) Der Wein (8 Morgen gaben 2 Fuder) war so sauer, daß ihn kein Wirt kaufen wollte. Er kostete 100?130 Gulden. Jetzt kam der 15er (1815) Wein in den Preis. Friedrich Eisenbiegler in Alsterweiler verkaufte 1 Fuder zu 415 Gulden und 1 Kronentaler. (1816)

s_33 = {(pp.51-51) In diesem Jahre wurden zum erstenmal Leichenträger angestellt, 5 für Maikammer und 5 für Alsterweiler. Die Gemeinde kaufte 5 schwarze Mäntel und Hüte. Die Trägergebühr betrug 20 Kreuzer. Am 15. Mai wurden die bisher üblichen Leichenschmause verboten. (1824)

s_34 = {(pp.52-52) Am 2. Juni 1831 richteten Bürger von Alsterweiler an das Landkommissariat Landau die Bitte, Alsterweiler von Maikammer zu trennen und zu einer selbständigen Gemeinde mit eigener Verwaltung zu erklären. Als Gründe führten sie an die Vernachlässigung des Ortsteils Alsterweiler in den letzten 15 Jahren und die mutwillige Verschleuderung des Gemeindeeigentums in Alsterweiler zum Nachteil der Gemeinde. Die Schrift enthält viele scharfe Ausdrücke, woraus man die tiefe Erbitterung der Alsterweilerer Bürger ersieht. Der Zufahrtsweg von Maikammer nach Alsterweiler, der Plattenweg, war meist in derartig schlechtem Zustand, daß Fuhrwerke bis an die Achse einbrachen, und Fuhrleute, die Flachs, Weiden, Kartoffeln u. a. von auswärts brachten, es vorzogen in Maikammer zu bleiben.

s_35 = {(pp.52-52) 1826 war ein Betrag für Pflaster durch Alsterweiler im Gemeinde-Voranschlag eingesetzt, 1828 sollte eine Strecke gemacht werden, aber erst 1832 und 1833 wurde es ausgeführt. Es kostete 1873 fl. 34 Kr.

s_36 = {(pp.53-53) 1840 gab es in Maikammer 301, in Alsterweiler 104 Häuser.

s_37 = {(pp.53-53) Am 28. August 1842 wurde wieder im Gemeinderat über die Trennung des Ortsteiles Alsterweiler von Maikammer verhandelt. 5 Gemeinderäte waren ganz dafür, Gg. Frz. Straub wollte nur Trennung der Gemeindekasse. Andr. Platz war dafür, wenn die Straße nach Edenkoben nicht gerade, sondern in der Richtung des alten Weges gebaut wurde und das Pflaster der Deckelgasse gemacht werde. Die übrigen 16 Gemeinderäte von Maikammer waren gegen eine Trennung.

s_38 = {(pp.53-54) 1. weil zwei getrennte Haushaltungen kostspieliger zu führen wären als eine einzelne, 2. weil die Wasserleitung doch gemeinsam bleiben müsse und durch Alsterweiler geleitet werde; Reibereien und Prozesse würden entstehen, 3. weil die Trennung sehr bedeutende Kosten verursachen würde, 4. weil sich in zehn Jahren die beiden Dörfer durch Neubauten doch berühren würden und eine Wiedervereinigung notwendig machte.

s_39 = {(pp.54-54) In einer weiteren Sitzung am 3. Februar 1843 stellte Michael Eisenbiegler den Antrag, in Alsterweiler eine Abstimmung durch einen Regierungsbeamten vornehmen zu lassen. Es blieb aber bei dem vorigen Beschluß.

s_40 = {(pp.54-54) Am 20. März 1843 richteten mehrere Bürger von Alsterweiler ein Gesuch um Trennung von Maikammer an die Regierung der Pfalz. Die Mehrheit war aber gegen eine Trennung. In einer Kommissionssitzung der Höchstbesteuerten der ganzen Gemeinde am 13. August 1843 sprach man sich auch dagegen aus. Der neugewählte Gemeinderat verhandelte noch einmal am 28. August 1843 darüber, 20 Gemeinderäte, darunter 4 von Alsterweiler waren gegen eine Trennung nur Lorenz Groß und Pet. Ad. Frankmann beharrten auf ihrem seitherigen Standpunkt. So war diese Angelegenheit endgültig erledigt.

s_41 = {(pp.56-56) Das Königslied ?Domine salvum fac regem» durfte nach dem Hochamte nicht mehr gesungen werden. (1848)

s_42 = {(pp.56-56) Am 19. Mai zog der ?Oberst» Blenker von Worms mit 4000 Mann die mit alten Waffen, Sensen und Mistgabeln ausgerüstet waren, nachts von Neustadt nach Landau, um diese Festung zu nehmen. Der Angriff endete aber kläglich. Die rechtsmäßigen Beamten der Regierung und der Landkommissariate (Bezirksämter) flohen zum Teil, doch alle wurden abgesetzt und durch Anhänger der Freiheitsbewegung ersetzt. Für Landau wurde Literat Schneider von Edenkoben Zivilkommissär. Gemeinde- und Staatsbeamte, die ihr Amt erhalten wollten, mußten den Eid auf die Reichsverfassung schwören. Der provisorischen Regierung mußten sie erklären: ?Ich verpflichte mich den Anordnungen der provisorischen Regierung Folge zu leisten!» Auf Pfingsten (27. und 28. Nlai) hausten die Freischaren hier und Umgebung. Sie waren geführt von dem fahnenflüchtigen Leutnant Joh. Ernst Willich von der Insel Rügen. Er nahm am Pfingstmontage im Pfarrhause Quartier und zwang Pfarrer Weckesser den Eid auf die Verfassung zu schwören. Er ließ sich einige Tage aufwarten und von Fräulein Weckesser die Kleider flicken. In seiner Begleitung war viel Gesindel, besonders von Edenkoben, das sich hier einquartierte. Das Königslied ?Domine salvum fac regem» durfte nach dem Hochamte nicht mehr gesungen werden. Lehrer Müller von Alsterweiler wettete am Pfingstmontag beim Frühschoppen in der ?Krone», daß er nach dem Amte das Königslied singen werde, auch wenn die Freischaren es hören würden. Er sang es, wurde aber am nächsten Tage von Willich verhaftet und nach Kaiserslautern abgeführt. Als Pfarrer Weckesser im Pfarrhause belästigt wurde und er gar vom Altar weggeholt werden sollte, eilten die Bauern von Alsterweiler mit Sensen und Dreschflegeln zu Hilfe. Damals soll der Spruch entstanden sein: ?Weg do newe, weg do newe, for unsern Parre lossen mer unser Lewe. s_42_notes1 = {Im Grunde handelt es sich um zwei Anekdoten. 1. Das Singen des «Domine salvum fac regem» durch Lehrer Müller2. Die Verteidigung von Pfarrer Weckesser mit dem Spruch «Weg do newe». (matzinger)

s_43 = {(pp.57-57) Lehrer M ü l l e r von Alsterweiler wettete am Pfingstmontag beim Frühschoppen in der ?Krone», daß er nach dem Amte das Königslied singen werde, auch wenn die Freischaren es hören würden. Er sang es, wurde aber am nächsten Tage von Willich (Leutnant Johann Ernst Willich von Rügen) verhaftet und nach Kaiserslautern abgeführt. (1848)

s_44 = {(pp.57-57) Als Pfarrer Weckesser im Pfarrhause belästigt wurde und er gar vom Altar weggeholt werden sollte, eilten die Bauern von Alsterweiler mit Sensen und Dreschflegeln zu Hilfe. Damals soll der Spruch entstanden sein: ?Weg do newe, weg do newe, for unsern Parre lossen mer unser Lewe.» (1848)

s_45 = {(pp.57-57) So erhielt am 7. Juni der Löwenwirt Michael Hauck in Alsterweiler vom Rentamt Edenkoben, wo derselbe Rentbeamte weiter wirkte, die Mahnung, binnen 3 Tagen beim Rentamt Edenkoben 200 f l. als Zwangsanlehen zu zahlen. Hauck wollte nicht. Am 13. Juni kam eine 2. Mahnung mit Androhung der Verhaftung. Am 14. Juni zahlte er 100 fl. auf Abschlag. Weil er nicht ganz zahlte, wurde er gefangen nach Kaiserslautern abgeführt. (1848)

s_46 = {(pp.58-58) Karl Theodor Rieth in Alsterweiler verkaufte sein Haus mit 2 Gärten um 4000, fl. und ging nach Amerika. (1850)

s_47 = {(pp.58-58) Vom Jahre 1851 an wurde die Stelle des Eichers alljährlich besetzt, einer für Maikammer und einer für Alsterweiler.

s_48 = {(pp.59-59) Am 22. Juli besuchte König Ludwig I. von der Villa aus die Alsterweiler Kapelle. (1854)

s_49 = {(pp.59-59) Der Weinverkauf ging im Herbste sehr schlecht. Most kostete die Hotte Traminer 71/2 fl. Das Fuder Wein kostete 190 fl. Im Dezember gab es einige Verkäufe zu 230 f l., 1855 kostete er in Maikammer 125, in Alsterweiler 130 f l. (1854)

s_50 = {(pp.59-59) Im September war es kalt, daß der Tabak erfror. (1854)

s_51 = {(pp.60-60) Vor dem Herbst kostete 55er Wein 190?200 fl., 53er 121?135 fl. Weil die Wingert immer wenig trugen, wurde 1856 viel Tabak gepflanzt.

s_52 = {(pp.60-60) Der Handel mit Tabak, für den sich die Weinbauern interessierten, ging gut. Es wurden 1856 in der Pfalz für 2 Millionen fl. Tabak verkauft.

s_53 = {(pp.61-61) M ü l l e r schreibt: ?In allen Gesichtern ist Zufriedenheit zu erblicken.» ?Soviel Geld ist noch nie nach Alsterweiler für Wein gekommen wie dieses Jahr, ein glückliches Jahr.» (1857)

s_54 = {(pp.61-61) Das Jahr 1857 war für Maikammer und Alsterweiler ein sonderbares Jahr. Im Juni wollte man verhungern und schenkte wegen Futtermangels das Vieh halb weg; im Herbst gab es noch genug Rüben und Kraut. Im November und Dezember war es noch warm. Der Wein kostete im November 140?14Z fl., im Dezember 150?160 fl.

s_55 = {(pp.61-61) Man pflanzte auch in diesem Jahr in allen Rebstücken und Wingertsäckern statt Kraut und Rüben Tabak. (St. Martin hatte 60 Morgen Tabak angebaut.) (1857)

s_56 = {(pp.62-62) Am 5. Oktober begann der Herbst; am 4. durfte das Faule geholt werden. In Alsterweiler gab es einen halben Herbst, in Maikammer etwas weniger. Der Most wog 75?90 Grad. Es gab einen vorzüglichen Wein. Portugieser kostete 6?8 fl., Traminer 6 fl. 12 Kr. die Hott. Der Weinverkauf ging schlecht. Im Dezember wurde in Alsterweiler ziemlich verkauft zu 125?130 fl.

s_57 = {(pp.63-63) Am 22. Oktober begann die Weinlese. Franken gab es viel, Gutedel und Traminer wenig. Der Ertrag war in Maikammer besser als in Alsterweiler. (1860)

s_58 = {(pp.63-63) Am 10. Oktober begann die Weinlese. Es gab sehr wenig, aber vorzüglichen Wein; in Alsterweiler etwas mehr als in Maikammer. (1861)

s_59 = {(pp.64-64) In Alsterweiler hatte man den Schoppen zu 6 Kr. über die Straße verkauft. (1862)

s_60 = {(pp.65-65) Am 8. August war Speyerer Kavallerie auf den Dieterwiesen. (1865)

s_61 = {(pp.67-67) Bis November war in Alsterweiler der meiste Wein verkauft. (1868)

s_62 = {(pp.68-68) Am 1. August kam eine Abteilung preußischer Kavallerie. Am 2. August lagerten auf den Dieterwiesen 158 Mastochsen, welche 67 Mann der bayerischen Feldverpflegungsabteilung Nr. 3 und 32 Mann der Metzgereiverwaltung den Truppen nachtrieben. (1870)

s_63 = {(pp.69-69) Von November 1870 bis Januar 1871 starben viele jungen Männer, in der Deckelgasse allein 5 Männer und eine Frau. Die Blattern, die schon an vielen Orten gehaust hatten, kamen auch hierher.

s_64 = {(pp.70-70) Die Bürger, denen durch Lagerung der Ochsen auf der Dieterwiese und durch Aufstellen der Kanonen auf den Bachwiesen Schaden am Gras entstanden war, forderten zusammen 165 f l. Entschädigung. Am 28. März kam noch einmal preußische Einquartierung. (1871)

s_65 = {(pp.81-81) Wein wurde in Alsterweiler viel zu 260 und 265 f l. verkauft.(1873) Im Januar 1874 kostete er 205 fl.

s_66 = {(pp.81-81) Im März und April war es kalt. Im März kostete der Wein 165 fl. Es gab kein Futter. Gerste, Klee und Tabakpflanzen erfroren.(1875)

s_67 = {(pp.83-83) Am 22. März erwarb die Gemeinde von Eva Marg. Straub eine Wiese auf den Dieterwiesen für 1800 M für Anlegung der Schloßstraße. (1884)

s_68 = {(pp.84-84) In Alsterweiler konnte gut verkauft werden, in Maikammer weniger gut.(1886)

s_69 = {(pp.87-87) Der Sommer war trocken. Am 22. September gab es noch ein Gewitter mit Schloßen, die südlich von Maikammer und Alsterweiler schadeten. (1893)

s_70 = {(pp.88-88) Am 1.Oktober war Weinlese. In Alsterweiler gab es sehr viel Wein, in Maikammer weniger. Der Most wog 50?65 Grad. Der Wein war gering. Portugiesermost kostete 5. M, Franken 6,50?7 M, Weißwein 180 bis 200 M. Der Mostverkauf war in Alsterweiler lebhaft, in Maikammer weniger.(1896)

s_71 = {(pp.91-91) In den unteren Lagen gab es viel Spring- und Heuwurm, in Alsterweiler wenig. (1902)

s_72 = {(pp.91-91) In den unteren Lagen gab es viel Spring- und Heuwurm, in Alsterweiler wenig. (1902) s_72_notes1 = {In der Chronik von Leonhardt wird der Heuwurm insgesamt an 10 Stellen erwähnt. Ebenso häufig der Sauerwurm. Der Springwurm findet dagegen dagegen nur an einer einzigen Stelle Erwähnung. (matzinger)

s_73 = {(pp.92-92) Der Sauerwurm fraß noch, was der Heuwurm übriggelassen hatte.

s_74 = {(pp.93-93) Der Winter1908/09 war wieder gelind. Geringe Kälte wechselte mit Tauwetter. Im Februar wehte ein schneidiger Nordwind, der die Held und den Stotz austrocknete.

s_75 = {(pp.94-94) Am 15. gegen Abend gab es ein Gewitter mit Schloßen, die oberen Lagen von St. Martin, Alsterweiler, Diedesfeld und Hambach wurden ganz zerschlagen.(1912)

s_76 = {(pp.94-94) Am 23. September zwischen Rot- und Weißherbst wurde die Alsterweilerer Winzergenossenschaft gegründet. Sie kelterte zuerst bei ihrem Mitgliede Michael Christmann, kaufte dann im Frühjahr 1912 das Haus in der Mühlgasse von Mathäus Schlosser und richtete Keller und Kelterhaus im Herbste 1912 ein. s_76_notes1 = {Mühlgasse (Mühlstraße, Alsterweilerer Mühlweg) siehe: Mühlstraße im Alsterweiler wiki (matzinger)

s_77 = {(pp.103-103) Die Gemarkung von Maikammer-Alsterweiler umfaßt mit der Dorffläche 605,67 Hektar, davon sind 521 Hektar Wingert, äcker und Wiesen. Die letzte allgemeine Vermessung geschah im Jahre 1822, weshalb auch die Grenzsteine neben dem Zeichen des früheren Gerichtssiegels und den Buchstaben MK die Jahreszahl 1822 tragen. Es ergaben sich 7110 Parzellen.

s_78 = {(pp.104-104) Im Alsterweiler Tälchen, im Klausental und östlich von beiden ist der Boden aus angeschwemmtem Sand, dem Verwitterungsprodukt des Buntsandsteins, gebildet. Das übrige Hügelland hat im Westen als Hauptbestandteil Kalk mit angeschwemmtem Sand, im Osten Lehm mit Sand.

s_79 = {(pp.104-104) Die obersten Schichten des Buntsandsteins begleitet Muschelkalk, der sich am Rande des Gebirges als Streifen hinzieht durch das Spielfeld, die Held, den Stotz, das Poppel und den Kalkofen.

s_80 = {(pp.105-105) 1857 pflanzten viele Leute in seitherigen Repsstücken und Wingertsäckern statt Kraut und Rüben Tabak, was sich damals gut rentierte. Quelle: 74 = Georg Adam Müller, Lehrer)

s_81 = {(pp.105-105) Von Landau bis Maikammer war stets der von den Römern stammende Kammertbau üblich. Es wurden die hochgezogenen Rebstöcke nicht bloß der Länge des Wingerts nach zu Spalieren verbunden, sondern je zwei Spalierreihen nochmals durch quergelegte Latten zu einem 3?4 Fuß hohen Laubgang. Das Wingertsholz lieferte vor 1800 die Haingeraide. Die Rebenzeilen wurden von altersher 3 Schuh vom Scheidstein des Nachbarn oder 6 Fuß von der Nachbarzeile entfernt gesetzt.

s_82 = {(pp.106-106) Im Klausental stand im 16. Jahrhundert eine Kapelle mit Klause. Sie wurde von einem Waldbruder bedient. Zu ihr gehörten Acker, Wiesen und Wald, Wein- und Geldzinsen. Von dem alljährlich dort stattfindenden Klausenfeste gingen die Teilnehmer nach Alsterweiler und aßen und tranken. Daraus soll die Kirchweih entstanden sein. Im Jahre 1573 vertauschte der edle Stephan zum Jungen und seine Hausfrau Ursula v. Dalheim die Klause nebst Kirche und allem Zubehör, die sie von ihrem Vater ererbt hatte, an seinen Schwager Moriz von Morschheim. 53)

s_83 = {(pp.106-106) Oberhalb der Mu?hlgasse stand eine Hu?tte, bei welcher Wasch- oder Walkerde fu?r die Tuchwebereien in Grevenhausen gegraben wurde. Die Gemeinderechnungen vor dem Dreißigja?hrigen Kriege weisen Einnahmen aus dieser Erde nach.

s_84 = {(pp.107-107) Im Jahre 1714 wurde der sog. Kurbrunnen bei Edenkoben entdeckt. Das Grundstück gehörte dem Grafen v. Dalberg und lag im hiesigen Bann. Im August 1714 wollte der Dalbergische Kellerverwalter von Essingen mit Hand- und Fuhrfrönern und Handwerkern die Quelle fassen lassen, wurde aber von dem Kirrweiler Ausfauth daran verhindert. Die beiderseitig aufgestellten Wachen mißhandelten sich gegenseitig. So entstand um diese damals als wertvoll angesehene, jetzt unbedeutende, wertlose Quelle ein Streit, der 40 Jahre dauerte.

s_85 = {(pp.107-107) d) Die Flurnamen. Unsere Gemarkung ist in etwa 70 Gewannen oder Fluren eingeteilt, deren Namen aus der ältesten Zeit der fränkischen Besiedelung stammen. Einige Namen verschwanden im Laufe der Zeit, andere bildeten sich neu. So kommt 1370 oberhalb des Mühlackers der ?Schenderich» vor. Um 1600 werden die Gewanne ?Feulnig» und ?Steingebiß» erwähnt, die heute in keinem Plan mehr stehen. Die meisten Gewannen gegen Edenkoben, wie Stößen, Lochhohl, Mai, Pfeifer und beim Dorf der Schnetz kommen um 1600 noch nicht vor. Bei vielen änderte sich die Schreibweise, so daß ihre Bedeutung nicht mehr klar ist. aa) Nach der Bodengewann werden benannt: der Letten, der Lehmen oder Leimen, die Lehmengrube, welche man früher als solche benutzte, als man noch Gebäude mit Holzfachwerk aufführte; Steingebiß, ist steiniger Boden; biß = boß = Steinbruch; Hartwiesen, 1875 zum erstenmal gerodet, = dürre, trockene steinige Wiese. Lohwiesen, loh = Wasser-Sumpf, also sumpfige Wiese; loh = auch dichtes Gebüsch von Erlen, Birken, Haseln auf wässerigem, moorigem Grunde; Bösgewann früher Ackerfeld = schlecht unterhaltene Gewanne, oder war schwer zu bearbeiten nach der ersten Urbarmachung. bb) Nach der Bodenform: Berg oder Eichelberg = Abhang des Wetterkreuzberges, Stotz = steiler Abfall eines Hügels; Held = Halde = Abhang mhd helde = Abhang; Grund = feuchte Senke; Hohl = ausgehöhlter Weg, alte Hohl = jetzt ausgefüllt, im Loch und Lochhohl = Vertiefung; Vogelsang, sang von senken, Senkung des Bodens, wo sich gern Vögel aufhielten; Schild nach der Schildform; cc) nach der Lage: am Kreuz, beim Dorfkreuz an der Diedesfelder Straße; am Hitschbach; am Mühlbach; Mühlacker; am Neustadter Weg; am Pfaffenweg, Weg, den ein Kloster (Heilsbruck) herstellen und benützen ließ; hinter der Herberge, die sich früher (1619) auf der Westseite der Heerstraße befand; am Petersbrunnen, im Frühjahr fließt dort ein Wässerlein heraus; am Sparbenbrunnen, Brunnen am Sparbenbaum; überfeld, oberes Feld, von Maikammer aus über dem Bach gelegen; Böbig, von mhd bobe, bobene = oberhalb, liegt oberhalb des Baches; Bornsel von Born, Quell, Brunn. dd) Nach der Bepflanzung: Kirschengarten; Linsenfeld; Mandelacker; Spreiselgasse, Weg durch die Spreiselwiesen, früher Spreunzelwiesen genannt, von mhd. sprenzen = buntschmücken, also die buntfarbige, blumige Wiese; Zeile, von mhd zil = Busch, daneben Buschweg; Eulbusch, Büsche, in denen sich Eulen aufhielten: Hahnen = Hag, Hagen, Hain; Hahngipfel = Wald am Gipfel des Wetterkreuzberges, jetzt Wingert. ee) Nach der früheren Benützung: Schleife = Schleifweg für Holz; Holzweg, Weg zur Holzabfuhr; Kalkofen; Lehmengrube; Immengarten, worin Bienenstöcke aufgestellt waren; Geißweide, erinnert an arme Zeiten, wo viele Geißen gehalten wurden; Viehtrieb, Weg zum Weideplatz des Viehes auf dem Spielfeld; Sau, Weideplatz der Schweine oder von mhd. suhe = Graben; Wolfsloch an der Gemarkungsgrenze, Loch zum Fangen von Wölfen; Geraidestuhl; Ahlberg siehe Ziffer cc. Spielfeld von Spiel = Gesamtheit, einer Gesamtheit gehörig; Schießmauer, bei Schützenfesten in Gebrauch, ff) Nach früheren Gebäuden: in der Klause; Ziegelscheuer = Ziegelhütte; Poppel von kleine Puppe, vielleicht Bildstock mit dem Jesuskind; Heilgenberg mit Feldkapelle gegen St. Martin, vielleicht stand dort ein Heiligenbild, Bildstock; Waschhütte. gg) Nach der Größe: Hub, mhd. huobe = Stück Land von bestimmtem Maße, das vom Landesherrn im Erblehen vergeben war. hh) Nach den früheren Besitzern: Ferber; Dürkheimer; Dieterwiesen, früher Dieterswiese benannt; Pfeifer; Mai; Weinsper, früher Weinsweiler nach dem Personennahmen Win oder Wein. ii) Nach alten Rechten: Mundrecht, von munt = Hand, Schutz; Land, das einen besonderen Schutz genießt; Fronwingert = Herrenwingert, in Fron zu bearbeiten; Erb = Erbe. Einige Namen sind nicht zu erklären, so Eizum, das 1619 Eutzum geschrieben wurde Die Aussprache Eiz’m könnte Eizheim vermuten lassen, eine Siedlung an der Stelle ist aber nicht denkbar; ein Herr dachte bei der 1. Silbe an die Abstammung von aha, das Wasser, und an zuppen, das durchsickern bedeutet; es wäre also eine Gewann, die tiefe Lagen mit Frühjahrsquellen hat. Costre, früher Coster, könnte mit Küster zusammenhängen, dann wäre es Kirchengut gewesen; Schnetz = Waldschneise, mundartlich Schnääz; die Gewann liegt unterhalb des Dorfes, wo seit urdenklichen Zeiten kein Wald mehr war, der Name kommt zudem erst in der letzten Zeit vor. s_85_notes1 = {Siehe dazu auch Buch zu den Flurnamen von Richard Wittmer. (matzinger)

s_86 = {(pp.107-107) Stotz = steiler Abhang eines Hügels;


s_87 = {(pp.109-109) Dieterwiesen, früher Dieterswiese benannt;

s_88 = {(pp.109-109) 1492 kostete die 28 Morgen große Dieterwiese samt dem Burgstadel 600 rhein. fl.

s_89 = {(pp.109-109) Costre, früher Coster, könnte mit Küster zusammenhängen, dann wäre es Kirchengut gewesen;

s_90 = {(pp.110-110) 1830 - 1/2 Morgen Wiese auf den Dieterwiesen 50 fl.

s_91 = {(pp.110-110) 1836 - 1 Viertel Morgen Wiese auf den Dieterwiesen 210 fl.

s_92 = {(pp.110-110) 1830 / 1/2 Viertel Wiese am Stotz 25 fl.1831 / 1/2 Viertel Wiese im Stotz 30 fl.

s_93 = {(pp.110-111) In der hießigen Gemarkung hatten früher immer Bischof, Domkapitel, Hofräte, Klo?ster u. a. Gu?ter, die gewo?hnlich verpachtet waren. Das Kloster S t. Magdalena (Reuerinnen) hatte ein Haus in der Niedergajse (schon 1619) bis zur franzo?sischen Revolution. Das Kloster St. Klara (Franziskanerinnen) hatte ein Haus am Hu?bel (Nr. 54) und 1 Doppelhaus in der Deckelgasse (Nr. 6 und 8) und 8 Morgen Wingert (Nonnenwingert (noch 1798)°›). Es bestand ferner hiera) ein bischo?fliches Weingartgut; am 1. Februar 1580 verkaufte Bischof M a r q u a r d von Speyer an seinen Hintersassen Christoph Groß z u M a i k a m m e r des H o c h s t i f t s  B e h a u s u n g und Hofraide, welche zum genannten Gute geho?rte, fu?r 400 f l. «), °›). b) ein Eußerthaler Propstei-Erbbestands-Weingut»); es wurde im Jahre 1580 an Thomas Boscher gegen 4 Ohm scho?nen W e i n im Erbbestand verliehen. 1759 weigerten sich die Erbbesta?nder weiter Erbgu?lt zu entrichten, es sollten wegen schlechten Ertrages 2 Ohm eingezogen werden; es wurden aber bei der Renovation 1759 die 4 Ohm belassen. c) ein Erbbestand vom Kloster Heilsbru?ck, den 1343 Hennel Engelmann in Maikammer innehatte. d) Allerheiligen und St. Germans=Stiftsgu?ter; 1759 war ein Streit zwischen der Gemeinde und dem Allerheiligenstift wegen Zahlung der Bede von diesen Gu?tern. 1762 wurde dem Bu?rger Mathis Reinig 1 Morgen Dekanalwingert in der Eulbuschgasse fu?r 5 fl. ja?hrlichen Zins auf lebens=la?nglich u?berlassen. ^) Die Mandeln davon waren abzuliefern^). e) Am 22. November 1660 verlieh Bischof Lothar Friedrich dem Matthias Burich sein Haus und seine Gu?ter ^).

s_94 = {(pp.111-111) Die Mühle im Klausental wurde von dem Wasser des kleinen Hitschbaches getrieben. Jedenfalls war dort ein Staubecken und ein oberschlächtiges Mühlrad. über ihre langsame Tätigkeit erzählt man sich hier: Einmal schüttete der Müller am Morgen auf und ging über Land. Spät am Abend kehrte er zurück. Als er beim Nachtessen saß, ertönte plötzlich die Glocke der leergelaufenen Mühle. Darüber wurde er unwillig, weil die Mühle schon ?so rasch» leergelaufen war und ihn beim Essen störte.

{(pp.111-111) Die M ü h l e wurde im Jahre 1621 von den Mansfeldschen Truppen „ganz und gar verderbt und abgebrochen» und nicht mehr aufgebaut. ‹^)

s_95 = {(pp.111-111) b) ein Eußerthaler Propstei-Erbbestands-Weingut Quelle 7); es wurde im Jahre 1580 an Thomas Boscher gegen 4 Ohm schönen Wein im Erbbestand verliehen. 1759 weigerten sich die Erbbeständer weiter Erbgült zu entrichten, es sollten wegen schlechten Ertrages 2 Ohm eingezogen werden; es wurden aber bei der Renovation 1759 die 4 Ohm belassen.

s_96 = {(pp.111-111) Das Kloster St. Klara (Franziskanerinnen) hatte ein Haus am Hübel (Nr. 54) und 1 Doppelhaus in der Deckelgasse (Nr. 6 und 8) und 8 Morgen Wingert (Nonnenwingert (noch 1798) Quelle 54 / Remling Abteine und Klöster).

s_97 = {(pp.120-120) Von München kam ein Geometer mit Frau und 14jährigem Meßgehilfen nach Maikammer und nahm bei dem damaligen Gemeindeschreiber Hauck Wohnung. Dessen Sohn half auch beim Messen mit. Dieser erzählt von diesen Waldgängen in der Palatina. So fanden sie im Walde viele «balkenlange und pickelshelmsdicke» Schlangen. Einmal fanden sie bei der Kropsburg einen Storch, den eine Schlange umwickelt hatte. Sie befreiten den Storch. Der Geometer war ein eigentümlicher Mann, den die Leute Waldmesser nannten. Wenn sie ihm begegneten, grüßten sie ihn immer: ?Guten T ag, Herr Waldmesser!» Darüber ärgerte er sich und erwiderte: ? Ich bin kein Waldmesser nicht: ich bin Geom’ter!» Die damals nicht feinen Leute, die auch infolge des Krieges und der Nachkriegszeit roher geworden waren, trieben ihren Spott mit ihm und riefen ihm, wo sie ihn von weitem sahen ?Land-mes-ser» nach. Einmal ging er auch von der Vermessung durch Alsterweiler nach Hause; im Walde hatte er sich einen dicken Stock zum Benutzen beim Gehen abgeschnitten. Als er an die Deckelgasse kam, standen einige böse Buben dort und belästigten ihn durch Zurufen. Dabei schlug er dem Frechsten seinen Stock über. Die Folge war, daß man ihm Steine nachwarf und ihn bis zu seiner Wohnung verfolgte. Als auch noch nachts Steine in die Wohnung fuhren mit den Zurufen: ?Wir schneiden ihm den Hals ab! Wo ist der Waldmesser, er muß sterben; der will kein Waldmesser sein!», brach er nachts noch auf und verließ das ungastliche Maikammer. Ein Knecht des Bürgermeisters Reinig brachte ihn mit der Chaise fort.(1816) s_97_notes1 = {Geschichte über den Geometer. (matzinger)

s_98 = {(pp.120-121) Vom Jahre 1816 an stellte der bayerische Staat die Forstleute an, und nun begann eine Streiterei mit diesen Beamten, die bis mm heutigen Tage dauert. Der erste Forstmann hieß Albert, er kam von Forst nach Maikammer. Seine Arbeit war eine sehr schwierige. Der ruinierte V3ald bedürfte der Schonung und Pflege. Albert ließ im vorderen W a l d die ungleich großen Bäume, die noch vorhanden waren, entfernen, den Boden mit dem Pickel bearbeiten und Forlensamen säen, der aber zunächst nicht aufging, weil er in der Dürre verbrannt war. Durch die verständigen Bemühungen des Försters war bald eine Kuppe herangewachsen, die gutes Futter gab. Namentlich wuchsen darin Schmelen, die, weil vom Vieh gern gefressen, trotz Verbotes gerne gegrast wurden. Allein dic Leute kehrten sich nicht an das Verbot und holten immer Futter. Der Förster war erst nachsichtig und langmütig. Da aber seine Nachgiebig keit dem W a l d e zum Schaden gereichte, so mußte er strenger einschreiten und machte Protokolle wegen Waldfrevels.Nun ging das Schelten an. Da er einen Knebelbart trug, nannten sie ihn ?Gäsebart». Nun schallte es den Berg hinauf und herab, das Tälchen hinein und heraus, wie früher ?Landmesser» jetzt ?Gä?se?ba?rt». Aber der Förster behielt seinen Gleichmut. Als er einen der Alsterweiler Buben mit einem Kreuzer belohnte, weil er am lautesten ?Gäsebart» schreien konnte, taten’s die anderen nicht mehr, weil sie nichts bekommen hatten, und das ?Gäsebart»-Geschrei nahm ab. (Palatina Jahrgang 1889 S. 403 f.) s_98_notes1 = {Anekdote über den Gänsebart. (matzinger)

s_99 = {(pp.124-124) Maikammer und Alsterweiler haben, wie alle Dörfer der Vorderpfalz, keine Bewohner, die seit Urzeiten hier sitzen, den gleichen Hof wie ihre Stammvater bewohnen und die gleiche Scholle bebauen.

s_100 = {(pp.124-124) Eine ganze Reihe von katholischen Priestern, Lehrern, Professoren, ärzten nud anderen wissenschaftlichen Berufen brachten Maikammer und Alsterweiler im 19. Jahrhundert und jetzt noch hervor.

s_101 = {(pp.124-124) Die Bewohner von Alsterweiler sind infolge ihrer Abgelegenheit von Landstraße, Bahn, Post, Kirche und früher auch Schule, besonders aber durch die oft stiefmütterliche Behandlung durch die Muttergemeinde Maikammer etwas anders geartet wie in Maikammer.

s_102 = {(pp.125-125) Es änderte sich in Alsterweiler wenig an Straßen, Hausern und Bewohnern

s_103 = {(pp.125-125) Dazu ist man mißtrauisch und war zeitweise erbittert auf die Bewohner von Maikammer, die Alsterweiler nicht geben konnten und auch wollten, was diese brauchten, Zufahrtswege und Pflaster, Gemeindegebäude, Schule und Selbstverwaltung.

s_104 = {(pp.125-125) Die erste bekannteste Zahl der Einwohner ist vom Jahre 1530. Damals wohnten in Maikammer 674, in Alsterweiler 451 Seelen, zusammen 1125.

s_105 = {(pp.125-125) 1602 waren in Maikammer 149 und in Alsterweiler 74 Familien.

s_106 = {(pp.125-125) 1619 waren in Maikammer 160 Häuser, in Alsterweiler 90.

s_107 = {(pp.125-125) 1825, 2218 Einwohner, 1509 in Maikammer, 709 in Alsterweiler. 1830 2349 Einwohner, 1664 in Maikammer. 685 in Alsterweiler.

s_108 = {(pp.126-126) 1850 2626 Einwohner, 724 in Alsterweiler. 1864 2358 Einwohner, 1790 in Maikammer, 568 in Alsterweiler.

s_109 = {(pp.126-126) Das ?Verzeichnis aller jetzigen und nachkünftig Gemeindsmanner, Weibern, Wittiben und Kindern samt ihrem Religionsbekenntnisse zu Maycammer und Alsterweiler. Angefangen 1602» enthalt folgende Namen: Anstett Albert, Anshelm (in Alsterweiler), Herger, Bender. Bormann (2), Burk, Busch, Degen, Deusch, Doster, Eich, ‹Ehrhardt, Espach. Erbhel, Engelhard, Ewald, Fischer, Funk (in Alsterweiler), Geßner, Günther (2), Groß, Hang (2), Heinfelder (2), Hermann, Hertel (3), Hauser, Heinig, Hoßmann, Henig, Herold, Hettersheimer, Hartmann, Haffner, Hertzel (in Alsterweiler), Pfarr, Platz, Poß, Preßler, Röder (in Alsterweiler), Hoffmann (in Alsterweiler), Jörg (in Alsterweiler), Jung (2), Jakob, Kegel, Kaufmann (in Alsterweiler), Kelblin (in Alsterweiler), Kemmerer, Korb, Kotzenmach, Kreuthaver, Koch, Krug (in AIsterweiler). Kugel (in Alsterweiler), Ladenburg, Laux, Lohr, Mathis, Metzger, Meyer, Müller (3 in Alsterweiler), Nebling, Nieb, Neumeyer, Nachbaum (1 in Maikammer, 1 in Alsterweiler), Notgeber, Obendruf (2), Papst, Paul, Pfaff (in Alsterweiler), Pfarr, Platz, Poß, Preßler, Röder (in Alsterweiler), Flößer, Rudolf (in Alsterweiler), Schaub, Scherer, Schneider, Schmidt, Schupfer (in Alsterweiler), Schroh, Schwab (in Alsterweiler). Schwartz (11), Seiler (in Alsterweiler), Schultes (in Alsterweiler), Spiel, Stachel (in Alsterweiler), Stalmann, Stumpf, Sturm (2), Teutsch (in Alsterweiler), Vogel, Vogt, Wagner, Wahl, Weber, Weigel, Wettersbach, Wilhel, Wingerter (2 in Alsterweiler), Weiß (in Alsterweiler), Wirth (in Alsterweiler), Woll, Wotz, Ziegler (3), Zimmermann und Zöllner. Kurz vor dem 30jährigen Krieg kommen dazu die Namen Frantz, Frankmann, Kautzmann und Klein.

s_110 = {(pp.128-128) Hauptberuf der Bewohner von Maikammer und Alsterweiler war alles, was mit dem Weinbau zusammenhing, Winzer, Winzertagner, Weinsticher, Weinläder (Weinlader) und Küfer.

s_111 = {(pp.133-133) Leibeigene gab es besonders vor dem 30jährigen Kriege. 1530 waren in Maikammer unter 674 Bewohnern 168 Leibeigene, davon 65 Männer und 80 Frauen der Speyerer Herrschaft, 14 Männer und 5 Frauen der Kurpfalz und 4 Männer einer fremden Herrschaft untertan. In Alsterweiler waren unter 451 Bewohnern 110 Leibeigene, davon 43 Männer und 48 Frauen dem Hochstift Speyer 11 Männer und 7 Frauen der Kurpfalz und 1 Mann einer fremden Herrschaft untertan. 54) Die meisten Leibeigenen flohen im 30jährigen Kriege und kamen nach dem Friedensschluß nicht mehr zurück.

s_112 = {(pp.139-139) Die Strafen waren zumeist Geldstrafen von einigen Gulden. Einsperren in die Beßenkammer oder körperliche Züchtigung mit dem Ochsenziemer (Farrenschwanz). So wurde am 2. Oktober 1782 Joh. Rittler von Alsterweiler mit ?25 wohl angemessenen Ochsenzaunstreichen» bestraft, weil er des Nachts Trauben gestohlen hatte. s_112_notes1 = {Leonhardt gibt als Quelle das Gemeindearchiv von Maikammer an. (matzinger)

s_113 = {(pp.140-140) So gab es für die Kirche einen Kirchenjuraten (jurat, lat. = Geschworener, daher kommt das hier noch gebräuchliche ?Kirchengrare» für Kirchendiener), einen Kirchenrüger (Fluchrüger), einen Skapulierpfleger und einen Kinderlehrzähler, für die Schule einen Schulaufseher, für die Metzger einen Fleischrüger und einen Fleischschätzer, für die Bäcker einen Brotwieger, für den Weinverkauf Weinsticher, Weinstiegler und Weinläder; s_113_notes1 = {Alte Berufe. (matzinger)

s_114 = {(pp.141-141) Hinter der Mühlgasse in Alsterweiler wurde sogen. Wascherde gegraben und nach Grevenhausen zum Walken des Tuches verkauft.

s_115 = {(pp.141-142) In den früheren Zeiten bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts bestand in allen weinbautreibenden Gemeinden der Pfalz das Institut des Weinstichs, worunter man das Amt der Weinsticher und Weinläder, der Vorgänger unserer heutigen Eichmeister, Kommissionäre und zum Teil auch der Küfer, verstand. Diese Einrichtung hatte den Zweck, Sicherheit und Beförderung bei Kauf und Verkauf des Weines zu handhaben. Der Weinsticher mußte über sämtliche im Orte feilgebotene Weine und deren Preise ein Verzeichnis führen, er mußte den Kauflustigen hiervon Kenntnis geben und sie in die Keller der Verkäufer begleiten. Er mußte in jeder Beziehung den Vermittler zwischen Käufer und Verkäufer beim Verkauf und Abfüllen des Weines machen und deren gegenseitiges Interesse wahren. Er mußte bei Verkäufen den Geldbetrag berechnen, wenn der Wein nicht gleich gefüllt wurde, den Preis und das sog. Draufgeld notieren und das Faß unter Siegel legen. Der Weinsticher war auch zugleich Eichmeister. Er hatte als solcher alle ungeeichten Fässer zu eichen und Inhalt und Eichzeichen auf dem Faßboden anzubringen. Er mußte aber auch untersuchen, ob die Zeichen der Fässer der Käufer richtig waren. Durch tägliche übung war er imstande, die verschiedenartigen Eichzeichen zu kennen und auch zu erkennen, ob das Faß auch den Inhalt hatte, den die Eichzeichen angaben. Beim geringsten Zweifel mußte er die Fässer nacheichen. Das Amt des Weinstichers bekamen nur Männer, die allgemein als redlich, unparteiisch und völlig tadellos in der Gemeinde bekannt waren. Sie wurden vereidigt und für alle Handlungen verantwortlich gemacht. Das geringste Dienstvergehen zog ihre Entlassung nach sich. s_115_notes1 = {Weinläder / Weinlader (matzinger)

s_116 = {(pp.142-142) Bis 1826 wurde das Geschäft des Weinstichers und der Weinläder jährlich verpachtet. Letztere zahlten 75 fl. Pacht. Vom Jahre 1827 an wurden die 2 Adjunkten (Joh. Ernst und Sebastian Hauck) Weinsticher. Ihre Gehilfen und die Läder bestimmte der Gemeinderat. Am 22. Dezember 1838 fand noch einmal eine Regelung statt. Es wurden für Maikammer und Alsterweiler je 2 Weinsticher, die von nun an dem Gemeinderat angehören sollten, gewählt. Jedes Jahr schied einer aus. Durch das Los kam ein neuer dazu. Ein Weinhändler konnte kein Weinsticher werden. Der Käufer hatte von 1 Fuder Wein 1 Gulden 30 Kr. zu zahlen. Davon erhielt der Weinsticher 5 Kreuzer Stichgeld, 15 Kreuzer Eichgeld, der Läder bezog 15 Kreuzer, der Rest von 55 Kreuzern floß in die Gemeindekasse. Kaufte ein hiesiger Weinhändler hier Wein, der auch hier blieb, so erhielt der Läder 40 Kreuzer Trägerlohn, wovon 8 Kreuzer in die Gemeindekasse flössen.

s_117 = {(pp.143-143) Schon vorher und natürlich jetzt noch mehr übernahmen sog. Weinmakler die Vermittelung des Weingeschäftes. Als sog. Trinkgeld wurde 1/2 bis 2 Kronentaler (d. i. 2 Gulden 42 Kreuzer) je nach der Menge gezahlt. 1851 wurde die Stelle des Eichers alljährlich besetzt, einer für Maikammer und einer für Alsterweiler, zwei Drittel der Gebühren fielen dem Eichmeister, ein Drittel der Gemeinde zu.

s_118 = {(pp.143-143) Als Gemeindegebäude waren zu unterhalten das Gemeindehaus und Schulhaus am Lindeneck, das Hirtenhaus an der Niedergasse mit 3 Fasseln, die Gemeindeherberge an der Heergasse, das Armenhaus beim Kirchhof und ein Haus mit Wachtstube in Alsterweiler.

s_119 = {(pp.145-146) 19. Alle Jahr soll man ein neuen Weinsticher ziehen. Und so die Schwobe oder andere Fuhrleut kommen in das Dorf und begehrten Wein zu kaufen, so soll man sie zum Weinsticher weisen; wann aber der Weinsticher im Dorf oder Gemark nit wär, soll man sie zu dem Dorfmeister weisen, damit die Fuhrleut nit gehindert werden. Und so ein Fuhrmann Wein kauft, soll derselbig Käufer 4 Pfennig und der Verkäufer 2 Pfennig von einem Fuder Wein zu geben schuldig sein. 20. Wann ein Gemeinsmann wollt Kaufleut umführen Wein zu versuchen ohn Befehl (Auftrag) des Schultheißen oder der Dorfmeister derselbig soll der Gmeind für ein Taler verfallen sein. 21. So ein Weinsticher oder Gemeinsmann Fuhrleut außer Dorf führen tät, derselbig übertreter soll der Gemeind 1 Pfund Pfennig verfallen sein. (aus Dorfordnung 1648-1656)

s_120 = {(pp.147-147) 1366 und 1370 ist Dietrich Scherer stellvertretender Schultheiß. (Alsterweiler?)(Eigentümer der Dietrichswiese?) s_120_notes1 = {War Dietrich Scherer Schultheiß von Alsterweiler?War die Dietrichswiese sein Eigentum? (matzinger)

s_121 = {(pp.149-149) Nach den nun geltenden Bestimmungen erhielten Gemeinden unter 1500 Seelen einen Munizipalagenten und einen Adjunkten. Hier wurden Friedrich Schwarzwälder Agent und Emanuel Heilweck Adjunkt, in Alsterweiler Peter Ad. Koch Agent und Friedrich Eisenbiegler Adjunkt.

s_122 = {(pp.149-149) Dies war die einzige Zeit, in der Alsterweiler eine eigene Verwaltung besaß. Sie dauerte aber nicht lange, noch im gleichen Jahre wurde Jakob Denier Maire der ganzen Gemeinde. (1798)

s_123 = {(pp.149-149) Vom Jahre 1821?1832 war Daniel Reinig Bürgermeister, Joh. Ernst 1. Adjunkt, Sebastian Hauck Adjunkt in Alsterweiler.

s_124 = {(pp.149-149) Von 1833?1835 war Franz Lederle Bürgermeister, Joh. Ernst 1. Adjunkt, Mich. Hauck Adjunkt in Alsterweiler

s_125 = {(pp.151-151) Seither war der 2. Adjunkt stets von Alsterweiler, jetzt erhielt es, weil räumlich von Maikammer getrennt, nach § 73 der Gemeindeordnung einen Polizeiadjunkten. Die Wahl war am 14. Dezember 1869. Sebastian Frantz blieb Bürgermeister, Lorenz Platz Adjunkt, Peter Adam Koch wurde Polizeiadjunkt;

s_126 = {(pp.151-151) Im Jahre 1874 war am 10. November die Wahl für die neue Periode 1875?1880. Als Polizeiadjunkt für Alsterweiler wurde Georg Schlosser gewählt.

s_127 = {(pp.151-152) Die Gemeinderatswahl am 3. Dezember 1884 war für die Wähler Alsterweilers verhängnisvoll. Sie brachten ihre eigens aufgestellten Kandidaten nur zu Ersatzmännern. Sebastian Frantz blieb Bürgermeister, Seb. Bachtler Adjunkt; Nikolaus Reif, Karl Reinig, Andreas Heilweck, Friedrich Schwarzwälder (trat gleich zurück), Karl Lederle und Christian Rech wurden wiedergewählt. Peter Schmitt, Balthasar Gerlach, Otto Ziegler, Peter Breiling, Franz Ziegler, Franz Ullrich, Karl Platz I., Adam Ullrich und Rochus Gerlach (+ 1888) wurden neu gewählt. Von Alsterweiler wurden dazu genommen, nachdem zwei Gemeinderäte zurückgetreten waren, Seb. Christmann als Polizeiadjunkt und Andreas Platz, denen 1888 noch Jak. Garth folgte.

s_128 = {(pp.156-156) 1535 schließt er einen Vertrag mit den Gemeinden Alsterweiler und Maikammer wegen des Wasserlaufs von der Spring durch das Alsterweiler Tälchen. 15) (gemeint ist Viax von Oberstein)

s_129 = {(pp.156-156) 1545 schloß Viax von Oberstein einen Vertrag mit den Gemeinden Alsterweiler und Nlaikammer weqen Teilung des Wassers aus dem Alsterweiler Tälchen durch seine Wiese, die Dieterswiese genannt. (Heute noch vorhanden) 15)

s_130 = {(pp.156-156) Im Bauernkrieg 1525 zerstören ihm (Anm.: Viax von Oberstein) die Bauern von Maikammer die Burg (Anm.: Kredenburg), während er in kurpfälzischen Diensten steht, müssen aber die Kosten der Wiederherrichtung tragen. (Quelle 19) s_130_notes1 = {Gleicher Bezug zur Quelle wie auf Seite 17. (matzinger)

s_131 = {(pp.156-156) Am 17. November 1528 kaufte er (Viax von Oberstein) von Heinrich Holzapfel von Herxheim dessen äcker in der Gemeinde Kirrweiler und 2 Morgen Wiesen m der Gemeinde Maikammer um 120 f l. (Quelle Nr.19, Glasschröder, Regesten zu den Urkunden im Staatsarchiv Speyer.)

s_132 = {(pp.157-157) Ihr Sohn Hans Friedrich (Vater: Viax von Oberstein) war vermählt mit Margarete von Frankenstein. Ihre Tochter Katharina heiratete den Grafen Franz von Schmittburg. Hans Friedrich war 1566 Gerichtsherr von Steinbach und Ausmärker zu Rodenbach. s_132_notes1 = {Franz von Schmittburg. (matzinger)

s_133 = {(pp.157-158) Mit ihm (Andreas von Oberstein) starb die Kredenburger Linie aus. Die Lehen fielen an die Guntheimer Linie zurück, die Allodien (das freie Gut) aber erbte die Schwester des Erblasser, Elisabeth (von Oberstein), und als diese gestorben war, ihre Mutter, Margarete von Frankenstein. Diese beschenkte 1607 Friedrich von Flörsheim mit Sippersfeld und überließ vor 1610 ihre Gerechtsame zu Börrstadt, d.h. die Herrschaft da, ihrem Neffen Hans Philipp von Schmittburg. (Dieser scheint der Sohn der Katharina von Oberstein zu sein, welche einen Grafen von Schmittburq zum Gemahl hatte.) Er war vermählt mit Anna Maria von der Leyhen. Sie bewohnen 1610 die Kredenburg. Sie veräußern 1610 ihre Gülte, Obrigkeit und Gerechtsame zu Börrstadt an den Grafen von Falkenstein. Hans Philipp starb am 2. Juni 1611 zu Alsterweiler. s_133_notes1 = {Elisabeth von Oberstein, Margarete von Frankenstein, Hans Philipp von Schmittburg (matzinger)

s_134 = {(pp.158-158) Hans Philipp starb am 2. Juni 1611 zu Alsterweiler. (Hans Philipp von Schmittburg / Sohn der Katharina von Oberstein, die mit einem Grafen von Schmittburg vermählt war)

s_135 = {(pp.158-158) So war nach dem Aussterben der Obersteiner die Kredenburg durch Erbschaft an die Grafen von Schmittburg gekommen. 1611 war Hans Philipp (von Schmittburg) gestorben, 1621 folgte ihm seine Frau Anna Maria v. d. Leyhen. 1631 ist Juliane v. Schmittburg Besitzerin der Kredenburg. Damian v. Effern (Sohn des Adrian v. Effern und einer Gräfin v. Schmittburg) steht 1631 im Erbschaftsstreit mit Juliane. Er erlangt von den Exekutoren (einem v. Oberstein und einem v. Heppenheim zu Saal) das Testament heraus. Am 19. November 1631 ernennt Kaiser Ferdinand II Philipp Christoph Erzbischof von Trier und Fürstbischof von Speyer zum kaiserlichen Kommissar in diesem Streit. s_136 = {(pp.159-159) 24 Morgen der Dieterwiese wurden 1768 in 5 Teilen zu 291 fl. auf 12 Jahre verpachtet, 1780 zu 403 fl. s_137 = {(pp.162-162) Als sich zu Anfang des 19. Jahrhunderts die Einwohnerzahl sehr vermehrte (1801: 1524, 1814: 1780, 1820: 2180, 1827: 2379) mußte der Pfarrer an den Sonntagen zwei hl. NIessen lesen oder einen fremden Geist- lichen zur Abhaltung der Fru?hmesse bestellen.  Im Jahr 1781 Einwohner: 1476. s_137_notes1 = {Möglicher Grund für Auswanderungen, z.B. von Heinrich Koch, der 1781 geboren worden war. Wie sollten die vielen Kinder ernährt werden? (matzinger)

s_138 = {(pp.165-166) Ein zweites Gotteshaus besitzt unsere Gemeinde in der Kapelle zu Alsterweiler. Da die Bewohner von Alsterweiler von ihren Mitbürgern zu Maikammr nicht immer wohlwollend behandelt wurden, waren die Verbindungswege zwischen beiden Ortsteilen meist in schlechtem Zustand und darum der Schul- und Kirchenweg unangenehm. Man war aber in Alsterweiler immer frommgläubig und hielt streng am Althergebrachten. Darum war es schon lange ihr Streben, eine Schule und ein Gotteshaus zu bekommen. 1829 wurde die Schule eingerichtet. 1844 reifte der Plan zum Kapellenbau. Nikolaus Groß und seine Kinder Lorenz und Katharina Barbara stellten Grund und Boden zur Verfügung, die ledigen Jungfrauen Anna Maria Platz und Eva Margareta Hauck gaben die ersten namhaften Beträge. Zwei Sammlungen brachten zusammen 2123 fl. 49 Kreuzer. Der erwähnte Nikolaus Groß, der als der eigentliche Bauherr genannt werden kann, teilte seinen Plan Pfarrer Weckefser mit und ließ dann die Kapelle durch Maurermeister Joh. Georg Schneider von Edenkoben aufbauen. Am 2. Mai 1845 wurde begonnen, am 25. Juli war die Maurerarbeit fertig. Da Groß keine Genehmigung zum Bauen eingeholt hatte, erschien am 29. August ein Herr von Speyer und nahm verschiedene Messungen vor, machte aber keine Beanstandungen.

s_139 = {(pp.172-172) Der Großteil der Katholiken von Maikammer und Alsterweiler hat sich immer glaubenstreu und -freudig erwiesen.

s_140 = {(pp.173-173) Im Bauernkrieg (1525) revoltierten die Bauern von Maikammer gegen den Grafen von Oberstein auf der Kredenburg in Alsterweiler, wie es in der Urkunde heißt, ?ohne Fehde und Feindschaft» und nur die Zugehörigkeit zum bischöflichen Hochstift war schuld daran, daß nicht alle Bauern mit Sack und Pack zur lutherischen Neuerung übergingen.

s_141 = {(pp.173-173) Da Pfarrer Herres in der Folge Altkatholiken das katholische Begräbnis und ihren Kindern die Taufe verweigerte, wurde er heftig angegriffen. Was Herres nicht tun wollte, besorgte der abgefallene Priester Peter Kühn, der von Alsterweiler stammte und in dieser Zeit eine traurige Rolle spielte. (Kühn war bis 1882 altkatholischer Seelsorger zu Landau (wohl Landau in der Pfalz), studierte dann zu Straßburg und München Geschichte und Philologie, wurde 1888 geistesgestört und starb am 21. Juli 1892 in der Anstalt zu Klingenmünster, nachdem er kurz vor seinem Tode in lichten Augenblicken dem Hausgeistlichen erklärte, daß er alles bereue, und die Lossprechung empfangen hatte.)

s_142 = {(pp.175-175) Die Kirchweihe zu Alsterweiler wird von altersher am Sonntag nach dem Weißen Sonntag (Misericordia) gefeiert. Sie verdankt ihre Entstehung dem sog. Klausenfeste im Klausental.

s_143 = {(pp.176-176) Geistliche aus der Gemeinde Maikammer-Alsterweiler.

s_144 = {(pp.177-177) 1772 stiftete die Registratorswitwe Vitterine von Mannheim, die in Alsterweiler Haus, Hof und Güter hatte, 50 Gulden für eine ewige Ampel, welche Samstag morgens beim Betglockläuten angezündet und abends beim Betglockläuten ausgelöscht werden sollte. Quelle 10)

s_145 = {(pp.181-181) Vom Jahre 1588 an läßt sich dann ein Lehrer nachweisen, der sämtliche schulpflichtigen Kinder der Orte Maikammer und Alsterweiler zu unterrichten hatte. Das Schulhaus befand sich am Lindenplatz beim Gemeindehaus.

s_146 = {(pp.182-182) Jetzt wollte Alsterweiler einen Präzeptor, weil der Weg nach Maikammer zu weit und zur Regen- und Winterszeit schlecht sei und die Kinder schlechte Kleider hätten. Pfarrer Weber war dagegen.

s_147 = {(pp.182-182) Unterm 25. November 1766 richtete der Alsterweiler Bürger Peter Schmitt an das Generalvikariat die Bitte, es möge erlauben, daß den Kindern von Alsterweiler einige Nachtstunden in der christlichen Lehre durch ihn gegeben werde. Als Grund gab er weiten Weg und schlechte Kleidung der Kinder an. Pfarrer Gödecke war dagegen, weil er vermutete, daß es den Alsterweilerer Bürgern nicht um Nachtschule, sonden um eigene Tagesschule zu tun sei. Dem Lehrer von Maikammer wäre auch ein Teil des Schulgeldes entgangen. Das Generalvikariat entschied zugunsten des Schmitt, da das allgemeine Wohl dem privaten vorgehe; der Pfarrer sollte fleißig nachsehen.

s_148 = {(pp.182-182) Da kein Schulhaus zu Alsterweiler war, stellte Schmitt sein eigenes Haus zur Verfügung. Dazu erbat er sich, den armen Kindern umsonst Unterricht zu erteilen; nur bat er um die hohe Gnade, von Jagd-, Wacht- und Frondiensten befreit zu werden. Nach einiger Zeit bat nun Schmitt, auch Tagschule halten zu dürfen. Dekan Johann Bapt. Fischer aus Hambach hatte sich darüber gutachtlich zu äußern. Das Gutachten fiel schlimm aus. So wurde unter anderem festgestellt, daß Schmitt selbst sehr schlecht schreibe und darum die Schreib- verlagen von Kindern aus Maikammer entlehnte. Seine Nachtschule ging daher ein, und die Kinder von Alsterweiler, etwa 82, hatten wieder die Schule zu Maikammer zu besuchen.

s_149 = {(pp.183-183) Nun sollte auch der Wunsch der Bürger von Alsterweiler erfüllt werden. Zuerst war das Schlößchen als Schulhaus in Aussicht genommen, dann aber beschloß man zu bauen, kam aber erst 1829 dazu. Baumeister war die Firma Waldschmitt und Hornbach von Venningen. Das Haus kostete 3988 fl., die Nebengebäude 450 fl.

s_150 = {(pp.183-183) Trotz der Abtrennung von Alsterweiler war die Schülerzahl in Maikammer noch so groß, daß das Landkommissariat Landau 1830 die Gemeinde mehrfach aufforderte, wieder einen Gehilfen anzustellen.

s_151 = {(pp.184-184) In Alsterweiler waren immer viele Schüler, daß lange Abteilungsunterricht abgehalten werden mußte. Endlich am 1. November 1883 wurde eine zweite Stelle errichtet und mit einem Schulverweser besetzt. Man hatte sich lange, aber vergeblich für eine Schwester

s_152 = {(pp.186-186) Als zweiter Gehilfe wurde 1822 Jakob Hildenbrand angestellt, dem im Frühjahr 1824 Georg Adam Müller,geb.1803 zu Alsterweiler, folgte. Nach seiner Versetzung an die neue Stelle zu Alsterweiler folgten ihm als Gehilfen in Maikammer Joh. Adam Borell von Hainfeld von Herbst 1830 bis Herbst 1832. Joh. Adam Schlegel von Edesheim von Herbst 1832 bis Herbst 1834.

s_152_1={(pp.188-188) Da errichteten die Katholiken am 1. November 1848 eine Privat schule und holten dazu den geprüften Seminaristen Heinrich Werner von Ruppertsberg. Er erhielt 71 Schüler aus Zieglers Schule, 35 blieben bei Ziegler. Die Katholiken hatten einen Schulsaal verlangt, der vorhanden war und den auch die Mehrheit des Gemeinderats zugestand; da sich aber die Schüler schon jetzt „Heckerer» und „ Mucker « schalten, so waren Reibereien zwischen den Schülern zu befürchten, und die Privatschule kam in den Schwanensaal, bis am 14. Januar 1849 der leerstehende Sall bezogwen werden durfte.

s_153 = {(pp.190-190) Am 1. Juni 1866 wurde Lehrer Müller in Alsterweiler pensioniert. Er bezog am 27. Oktober 1868 sein Haus zu Maikammer, später zog er nach Ludwigshafen a. Rh., wo er im Alter von 87 Jahren starb.

s_154 = {(pp.191-191) Am 1. Mai 1919 übernahm Lehrer Leonhardt, der am 21. April aus dem Felde zurückgekehrt war, die obere Schule zu Alsterweiler.

s_155 = {(pp.192-192) Vom 1. Oktober 1920 bis 31. Dezember 1920 führte Schulamtsbewerber Arthur Rutz von Hermersberg, Seminaraustritt 1920, die obere Schule zu Alsterweiler, dann übernahm sie Lehrer Peter Bayer von St. Martin, seither Lehrer in Wiesbach.

s_156 = {(pp.192-192) Im Januar 1923 wurden auf Grund der Bestimmungen des Gesetzes über Schulpflege, Schulleitung und Schulaufsicht an den Volksschulen vom 1. August 1922 Oberlehrer Maginot zum Schulleiter in Maikammer und Hauptlehrer Distler zum Schulleiter in Alsterweiler ernannt.

s_157 = {(pp.193-193) Müller erhielt 1829 200 fl. und freie Wohnung, die zu 25 fl. veranschlagt war; 1832 erhielt er 3oo fl. mit dem Vorbehalt 1. so fleißig wie seither weiter zu arbeiten, 2. sich nie von Alsterweiler fortzumelden und 3. nie einen Gehilfen zu verlangen.

s_158 = {(pp.193-193) Als im Jahre 1830 wieder ein Gehilfe angestellt werden mußte, wollte die Gemeinde dessen Gehalt von dem der Lehrer abziehen, weil Maikammer für sich allein nur 1664 Einwohner zählte und Alsterweiler jetzt eine eigene Schule hatte.

s_159 = {(pp.193-193) Von 1790 ab wurden 16 Klafter Holz geliefert. Im 1. Quartal 1790 war die Zahl der Schüler 190. Es mußten über 100 fl. aus dem Kreuzergeld zugewiesen werden.(1790) s_159_notes1 = {Offensichtlich gab es bereits einen richtigen Schulbetrieb. (matzinger)

s_160 = {(pp.194-194) Da das Landkommissariat mit diesem Standpunkt nicht zufrieden war, erneuerte der Gemeinderat am 19. Februar 184Z seinen früheren Beschluß. Als Gründe führte er an: Da die Lehrer seither zusammen 990 fl. bezogen, und jetzt 1350 (+ 200) fl. beziehen sollen, so wären, da in Alsterweiler die Anstellung eines Gehilfen sehr nötig war, 560 fl. mehr aufzubringen.

s_161 = {(pp.194-194) Müller erhielt 330, fl. und Wohnung im Schulhause zu Alsterweiler.

s_162 = {(pp.195-195) Der Verweser in Alsterweiler bezog 428.60 M Grundgehalt, 98.40 M Teuerungszulage und 43 M für Wohnung, zusammen 570 M.

s_163 = {(pp.203-203) Seit altersher wurden Maikammer und Alsterweiler durch laufende Brunnen, die von Brunnenkammern im Tälchen gespeist werden, mit Wasser versorgt. Die Verbindung mit dem Dorfe geschah durch hölzerne Deicheln. Solche Brunnen stehen heute noch an der Kirche, am Gemeindehaus, in der Heerstraße, an der Hintergasse, in der Hartmannstraße, an der Neugasse und am Frantzplatz. Letzterer wurde beim Bau des Ans linger’schen Hauses zurückgesetzt und bekam einen eisernen Wasserbehälter. In Alsterweiler stehen Brunnen vor dem Hause Hauptstraße 25 (Jean Ziegler), vor dem Hause Hauptstraße 59 (Fritz Damm) und neben dem Hause Hauptstraße 2 (Wwe. Frz. Rieth).

s_164 = {(pp.203-203) Der Brunnen vor dem Hause Hauptstraße 25 war Eichbrunnen, solange zwei Eichmeister hier waren. s_164_notes1 = {Es geht nicht klar aus dem Text hervor, dass es sich um den Brunnen, Hauptstraße 25 in Alsterweiler handelt. (matzinger)

s_202 = Vorlage:Pp.202-202 c) Die Post. In früheren Jahrhunderten gingen nach den Städten Neustadt, Speyer und Landau ständige Boten, die dorthin und in den dazwischen liegenden Dörfern alles besorgen konnten und Waren und anderes hierher brachten. Die Thurn und Taxis’sche Post, die über Speyer ging, brachte oder nahm die seltenen Briefe mit. Als Ende des 18. Jahrhunderts immer mehr Städte von den Postlinien berührt wurden, erhielten wir unsere Post von Neustadt an der Haardt; als 1816 Landau Bezirkshauptort geworden war, von dort. Seit 5. Februar 1833 wurden die Postsachen für den Kanton Edenkoben dort gesammelt und von 2 Postboten in die 21 Ortschaften tagtäglich hinausgetragen, so daß ein Bote einmal 10 und das nächstemal 11 Orte zu besuchen hatte, wenn dort überhaupt was abzugeben war. Trotzdem 1855 Maikammer-Kirrweiler Bahnstation geworden war, dachte man doch nicht an die Errichtung einer Poststation dortselbst oder hier im Dorfe. Endlich am 1. Juni 1870 wurde hier eine Postexpedition errichtet und dem Militäranwärter Philipp Jordan übertragen. Als Postgebäude diente zuerst das Haus Heerstraße 48 (Gabriel Ferara). Ein Postbote (der erste hieß Gleich von Edenkoben) trug die Postsachen aus und versorgte auch Diedesfeld und Kirrweiler. Am 1. März 1872 kam die Post in das Haus St. Martiner Straße (Jakob Damm). Am 1. Oktober 1874 wurde eine Telegraphenstation eingerichtet. 1882 wurde ein zweiter Postbote angestellt. 1886 fielen Diedesfeld und Kirrweiler weg. Die Arbeit hatte sich aber so gehäuft, daß der Expeditor einen Gehilfen bekam. Am 1. Januar 1887 wurde am Bahnhof eine Postexpedition für Kirrweiler errichtet. Seit 1. März 1887 wurde die Post mittels Handwagen von der Bahnstation abgeholt. 1889 wurde ein dritter Postbote, 1890 ein zweiter Gehilfe eingestellt. V o m 1. September 1890 bis 1. J u l i 1912 fuhr ein großer Postwagen. Herr C. A. Wolf, Wirt „Zum Adler» und Weinhändler, hatte den Poststall. Am 1. Oktober 1895 kam die Post in das Haus Hartmannstraße (Wwe. Heinrich Schwaab). 1896 kam noch ein dritter Gehilfe. Am 1. November 1898 wurde die seitherige Postexpedition zum Postamt I I I erhoben. 1906 wurde wegen Rückgang des Verkehrs an Stelle des großen ein kleiner Postwagen eingeführt, der am 1. Juli 1912 auch einging. 1909 ging Herr Jordan in Pension. An seine Stelle trat Erpedltor Weindel, seither in Rheingönheim. Am 1. Juli 1920 bezog die Post das Haus Heerstraße (Heinrich Schenk). Am 1. April 1924 ging Postmeister Weindel in Pension. Auf ihn folgte Herr Postmeister Schlindwein.

@Seite (108) hinter der Herberge, die sich früher (1619) auf der Westseite der Heerstraße befand;

@Seite (108) am Pfaffenweg, Weg, den ein Kloster (Heilsbruck) herstellen und benutzen ließ; }}