Die Seite für Alsterweiler von Matthias C.S. Dreyer u.a.
Attribut:Ist Zitat
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1348 großes Erdbeben, grausame Pest, der „schwarze Tod" genannt, herrschte 2 Jahre, sodaß ein Viertel der Menschen sterben mußten. +
1602 sind auf den 1. Mai durch den Frost die Reben erfroren. Am 21. September war nachts ein Erdbeben, daß die Hühner von den Balken geflogen sind und an manchen Orten die Glocken von selbst geläutet haben. Auch am 17. Oktober morgens zwischen 4 und 5 Uhr war ein Erdbeben. +
Maikammer und '''Alsterweiler''' hatte um 1600 fast die gleichen Straßen wie heute, nur wird die Deckelgasse nichr erwähnt, die Hintergasse hieß Obergasse, die Spreiselgasse Hubengasse. +
Als Lehrer an der unteren Schule zu '''Alsterweiler''' sammelte ich vom Jahre 1905 alles, was in Büchern, Schriften und Hausbüchern zu finden war, um Stoff für den geschichtlichen Teil der Heimatkunde zu erhalten. +
Leichter zu erklären ist der Name '''Alsterweiler'''. Er kommt vor 1370 als Ageleisterwilre, 1464 als Aglasterweiler und 1495 als Allasterwyler. Es ist also ein Weiler (mhd. wilr — kleines Gehöft, ahd. wilari, mlat. villäre — Gehöft), der von dem Vogel Elster seinen Namen hat. +
Maikammer-'''Alsterweiler''' ist ein Doppeldorf, dessen beide Teile räumlich getrennt waren, doch stets politisch und kirchlich zusammengehörten und seit der Mitte des letzten Jahrhunderts zusammengebaut sind. +
'''Alsterweiler''' zieht sich von Westen nach Osten, dem Bächlein Alster entlang und ist von zwei Hügelrücken eingeschlossen, einem nördlichen vom Wetterkreuz kommend und einem südlichen vom Breitenberg auslaufend. +
1619 waren in Maikammer 163 und in '''Alsterweiler''' 87 Häuser. Sie waren nicht numeriert und wurden nach der Lage zu den Nachbarn bezeichnet. +
In einer Eußerthaler Urkunde von 1318 werden Reben am Schloß zu Maikam erwähnt. +
…ten durch Alsterweiler, wird beim „Schlössel" geteilt und fließt nach Os… +
Im ''Alsterweiler Tälchen'', im Klausental und östlich von beiden ist der Boden aus angeschwemmtem Sand, dem Verwitterungsprodukt des Buntsandsteins, gebildet. Das übrige Hügelland hat im Westen als Hauptbestandteil Kalk mit angeschwemmtem Sand, im Osten Lehm mit Sand. +
Von München kam ein Geometer mit Frau und 14jährigem Meßgehilfen nach Maikammer und nahm bei dem damaligen Gemeindeschreiber Hauck Wohnung. Dessen Sohn half auch beim Messen mit. Dieser erzählt von diesen Waldgängen in der Palatina. So fanden sie im Walde viele "balkenlange und pickelshelmsdicke" Schlangen. Einmal fanden sie bei der Kropsburg einen Storch, den eine Schlange umwickelt hatte. Sie befreiten den Storch. Der Geometer war ein eigentümlicher Mann, den die Leute Waldmesser nannten. Wenn sie ihm begegneten, grüßten sie ihn immer: „Guten Tag, Herr Waldmesser!" Darüber ärgerte er sich und erwiderte: „Ich bin kein Waldmesser nicht: ich bin Geom'ter!" Die damals nicht feinen Leute, die auch infolge des Krieges und der Nachkriegszeit roher geworden waren, trieben ihren Spott mit ihm und riefen ihm, wo sie ihn von weitem sahen „Land-mes-ser" nach. Einmal ging er auch von der Vermessung durch '''Alsterweiler''' nach Hause; im Walde hatte er sich einen dicken Stock zum Benutzen beim Gehen abgeschnitten. Als er an die '''Deckelgasse''' kam, standen einige böse Buben dort und belästigten ihn durch Zurufen. Dabei schlug er dem Frechsten seinen Stock über. Die Folge war, daß man ihm Steine nachwarf und ihn bis zu seiner Wohnung verfolgte. Als auch noch nachts Steine in die Wohnung fuhren mit den Zurufen: „Wir schneiden ihm den Hals ab! Wo ist der Waldmesser, er muß sterben; der will kein Waldmesser sein!", brach er nachts noch auf und verließ das ungastliche Maikammer. Ein Knecht des Bürgermeisters Reinig brachte ihn mit der Chaise fort.(1816) +
Nur das Spielfeld gehörte bis zum Jahre 1580 den Dörfern Maikammer und St. Martin gemeinsam. Es wurde bis zu diesem Jahre hauptsächlich als Weideplatz benutzt, woran die Namen Viehweg, Viehtrieb und Geißweide noch erinnern. Vielleicht fanden dort auch Feste statt, worauf der Teil „An der Schießmauer" hinweist. Die St. Martiner hatten angefangen, die ihnen am nächsten liegende Seite als Wingert und Äcker anzulegen, während die hiesigen Bewohner den ganzen Platz seinem bisherigen Zwecke erhalten haben wollten. Es entstand deswegen ein Streit, der erst beigelegt wurde, als am 3o. Juli 1580 das ganze Feld in der heute noch bestehenden Art und Weise geteilt wurde. Die Teilung fand auf dem Oberamt Kirrweiler statt. Der Speyerer Fürstbischof Marquard hatte dazu den Fauth von Marientraut, Jakob Hundt v. Salheim, den bischöflichen Rat Dr. Johann Konrad Breuning und den Domkostus zu Speyer und Domherrn zu Worms Christoph Nagel v. Dürmstein, beide letztere als Abgeordnete des Domkapitels, und den fürstbischöflichen Schaffner in Kirrweiler Philipp Dierolf abgeordnet. Im Beisein der Gemeindedeputierten wurde das Feld besichtigt und dann geteilt. +
1619 waren in Maikammer 160 Häuser, in '''Alsterweiler''' 90. +
Im Klausental stand im 16. Jahrhundert eine Kapelle mit Klause. Sie wurde von einem Waldbruder bedient. Zu ihr gehörten Acker, Wiesen und Wald, Wein- und Geldzinsen. Von dem alljährlich dort stattfindenden Klausenfeste gingen die Teilnehmer nach '''Alsterweiler''' und aßen und tranken. Daraus soll die '''Kirchweih''' entstanden sein. Im Jahre 1573 vertauschte der edle Stephan zum Jungen und seine Hausfrau Ursula v. Dalheim die Klause nebst Kirche und allem Zubehör, die sie von ihrem Vater ererbt hatte, an seinen Schwager Moriz von Morschheim. +
Der Bischof hatte das Recht, auf dem Spielfeld Kalksteine und Ziegelerde für seine am Eingang des Tälchens liegende Ziegelscheuer zu graben. Da nun der Teil, auf dem sich die Kalk- und Erdgruben befanden, an Maikammer fiel, so behielt sich der Bischof für St. Martin ein später zu bestimmendes Recht aus. Das Wingertsholz, das die St. Martiner zum Aufholzen der auf ihrem Teile neu
anzulegenden Wingerten benötigten, mußte außerhalb der Geraide gemacht werden. Nur für abgegangene Balken usw. konnten sie Holz hernehmen, woher sie wollten. +
Es änderte sich in '''Alsterweiler''' wenig an Straßen, Hausern und Bewohnern. Es zogen nur wenige zu. Man blieb also auch konservativ und hielt am alten fest. +
1825, 2218 Einwohner, 1509 in Maikammer, 709 in '''Alsterweiler'''. +
Die Gemarkung von Maikammer-'''Alsterweiler''' umfaßt mit der Dorffläche 605,67 Hektar, davon sind 521 Hektar Wingert, Äcker und Wiesen. Die letzte allgemeine Vermessung geschah im Jahre 1822, weshalb auch die '''Grenzsteine''' neben dem Zeichen des früheren Gerichtssiegels und den Buchstaben MK die Jahreszahl 1822 tragen. Es ergaben sich 7110 Parzellen. +
1602 waren in Maikammer 149 und in '''Alsterweiler''' 74 Familien. +