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In Maikammer wurde im Jahr 1576 ein neues Eichhaus gebaut. Der Steinmetz erhielt dafür eine Entlohnung von 10 Gulden, fünf Schilling und zwei Pfennigen. Dafür musste er allerdings noch einige Platten um den Brunnenstein legen. Insofern kann man davon ausgehen, daß Eichhaus und Brunnen eine Einheit bildeten. Die Steinmetzen haben zudem 8 Schilling erhalten für Verpflegung. Der Schreiner erhielt 3 Schilling für die Tür am Eichhäusel, es gab also eine Zugangstür. Um das Eichhaus funktionfähig zu machen, wurde in Hambach - dort musste man das offizielle Eichmaß besorgen - ein Ohm geeicht. Das heißt, das Maß, ein Ohm wurde amtlich festgestellt, um es entsprechend in Maikammer einsetzen zu dürfen. Zudem ließ man ein Viertel Maß und einen Trichter eichen. Die waren für das Befüllen z.B. von Fäßern nötig. Auf der Seite 16 wird zudem eine Messing-Röhre für den Trichter erwähnt. Wo die Eichung stattfand, muss offen bleiben. | In Maikammer wurde im Jahr 1576 ein neues Eichhaus gebaut. Der Steinmetz erhielt dafür eine Entlohnung von 10 Gulden, fünf Schilling und zwei Pfennigen. Dafür musste er allerdings noch einige Platten um den Brunnenstein legen. Insofern kann man davon ausgehen, daß Eichhaus und Brunnen eine Einheit bildeten. Die Steinmetzen haben zudem 8 Schilling erhalten für Verpflegung. Der Schreiner erhielt 3 Schilling für die Tür am Eichhäusel, es gab also eine Zugangstür. Um das Eichhaus funktionfähig zu machen, wurde in Hambach - dort musste man das offizielle Eichmaß besorgen - ein Ohm geeicht. Das heißt, das Maß, ein Ohm wurde amtlich festgestellt, um es entsprechend in Maikammer einsetzen zu dürfen. Zudem ließ man ein Viertel Maß und einen Trichter eichen. Die waren für das Befüllen z.B. von Fäßern nötig. Auf der Seite 16 wird zudem eine Messing-Röhre für den Trichter erwähnt. Wo die Eichung stattfand, muss offen bleiben. | ||
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Der Brunnen vor dem Hause Hauptstraße 25 war Eichbrunnen, solange zwei Eichmeister hier waren<ref>Leonhardt</ref><ref group=zit>Leonhardt (1928), Seite 203: "Der Brunnen am Gemeindehaus war Eichbrunnen, bis in die letzte Zeit. Im Jahre 1821 wurde der Wasserbehälter am Eichbrunnen in Maikammer erneuert; der alte stammte aus dem Jahre 1567. Als man im Februar 1925 bei der Kanalisation der Heerstraße den Brunnen kleiner machte, fand man im Boden eine große Steinplatte, deren Gewicht auf 300 Zentner geschätzt wurde."</ref><ref group=anm>Möglicherweise hat Leonhardt hier einen Zahlendreher in seinem Werk, statt 1567 - 1576. Zumindest stammte die Dorfmeisterrechnung aus diesem Jahr. Denkbar ist natürlich auch, daß der Brunnen selbst bereits 1567 errichtet worden war und lediglich das Eichhäusel 10 Jahre später.</ref>. | Der Brunnen vor dem Hause Hauptstraße 25 war Eichbrunnen, solange zwei Eichmeister hier waren<ref>Leonhardt</ref><ref group=zit>Leonhardt (1928), Seite 203: "Der Brunnen am Gemeindehaus war Eichbrunnen, bis in die letzte Zeit. Im Jahre 1821 wurde der Wasserbehälter am Eichbrunnen in Maikammer erneuert; der alte stammte aus dem Jahre 1567. Als man im Februar 1925 bei der Kanalisation der Heerstraße den Brunnen kleiner machte, fand man im Boden eine große Steinplatte, deren Gewicht auf 300 Zentner geschätzt wurde."</ref><ref group=anm>Möglicherweise hat Leonhardt hier einen Zahlendreher in seinem Werk, statt 1567 - 1576. Zumindest stammte die Dorfmeisterrechnung aus diesem Jahr. Denkbar ist natürlich auch, daß der Brunnen selbst bereits 1567 errichtet worden war und lediglich das Eichhäusel 10 Jahre später.</ref>. | ||
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Version vom 27. Oktober 2024, 12:27 Uhr
Eichbrunnen war eine Einrichtung zum Eichen des "Geschirrs", aller Meßgegenstände.
Es ist nicht klar, wann der Eichbrunnen entstanden ist. Die ersten Nachweise für Eichbrunnen in Maikammer stammen aus dem Jahre 1576. In der damaligen Dorfmeisterrechnung heißt es:
- fol. 10r - "Außgab geltt uff das euchhauß gangen. X fl V ß II d dem steinmetzen von dem euchheussel zu machen und etliche platten umb den grossen bronstein zu legen geben. VIII ß haben die steinmetzen verzerth als sie gedachtes euchheüssel gemacht. III ß dem schreiner von der dürn am euchheüssel zu machen geben. I fl II ß V d von gemelter dührn am euchheüssel zu beschlagen geben. I fl ist uffgangen, als man die ohm zu Haumbach euchen lassen. VI ß umb ein fyrtel und ein drechter geben zu der euchen. Summa uff das eüchhauß gangen. — XIII fl — VII ß I d."
- fol. 14r - "II ß VIII d von zweyen drechter zu bünden geben zu der euchen. IIII fl IX ß IX d am creutzmitwoch der gemein zu steur geben in die irtten vermög altes herkomens. II fl XIIII ß II d ist zu Haumbach uffgangen, als man zwo ohm daselbst euchen lassen. VI ß umb ein new glockhensail geben. II fl IIII d ist uffgangen durch das gericht , als man mit denen von Sanct Martin der hardt halben gehandeltt . I ß III d dem schreiner von einer stangen zu d[er] [u]hr zu machen geben. Latus. IX fl — XVI ß — VIII d."
- fol. 16v - "II ß VIII d umb ein messen rörn in den drechter zu der eüchen."
Daraus lässt sich schließen:
In Maikammer wurde im Jahr 1576 ein neues Eichhaus gebaut. Der Steinmetz erhielt dafür eine Entlohnung von 10 Gulden, fünf Schilling und zwei Pfennigen. Dafür musste er allerdings noch einige Platten um den Brunnenstein legen. Insofern kann man davon ausgehen, daß Eichhaus und Brunnen eine Einheit bildeten. Die Steinmetzen haben zudem 8 Schilling erhalten für Verpflegung. Der Schreiner erhielt 3 Schilling für die Tür am Eichhäusel, es gab also eine Zugangstür. Um das Eichhaus funktionfähig zu machen, wurde in Hambach - dort musste man das offizielle Eichmaß besorgen - ein Ohm geeicht. Das heißt, das Maß, ein Ohm wurde amtlich festgestellt, um es entsprechend in Maikammer einsetzen zu dürfen. Zudem ließ man ein Viertel Maß und einen Trichter eichen. Die waren für das Befüllen z.B. von Fäßern nötig. Auf der Seite 16 wird zudem eine Messing-Röhre für den Trichter erwähnt. Wo die Eichung stattfand, muss offen bleiben.
Eichbrunnen (Alsterweiler)
Der Brunnen vor dem Hause Hauptstraße 25 war Eichbrunnen, solange zwei Eichmeister hier waren[1][zit 1][anm 1].
Weblinks
Literatur
Einzelnachweise
- ↑ Leonhardt
Anmerkungen
- ↑ Möglicherweise hat Leonhardt hier einen Zahlendreher in seinem Werk, statt 1567 - 1576. Zumindest stammte die Dorfmeisterrechnung aus diesem Jahr. Denkbar ist natürlich auch, daß der Brunnen selbst bereits 1567 errichtet worden war und lediglich das Eichhäusel 10 Jahre später.
Zitate
- ↑ Leonhardt (1928), Seite 203: "Der Brunnen am Gemeindehaus war Eichbrunnen, bis in die letzte Zeit. Im Jahre 1821 wurde der Wasserbehälter am Eichbrunnen in Maikammer erneuert; der alte stammte aus dem Jahre 1567. Als man im Februar 1925 bei der Kanalisation der Heerstraße den Brunnen kleiner machte, fand man im Boden eine große Steinplatte, deren Gewicht auf 300 Zentner geschätzt wurde."
Urkunden
Begriffe
Kategorien
Eichbrunnen gehört den Kategorien an: Brunnen
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