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Pfälzischer Kurier: Unterschied zwischen den Versionen

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'''{{PAGENAME}}''' war eine Zeitung. Sie hatte eine Beilage mit der Bezeichnung "Die Pfalz". Die volle Bezeichnung lautete: Pfälzischer Kurier: die Heimatzeitung der Vorderpfalz. Die Tageszeitung erschien in Ludwigshafen bei der Druckerei Baur.
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'''{{PAGENAME}}''' war eine Zeitung. Sie hatte eine Beilage mit der Bezeichnung "Die Pfalz". Die volle Bezeichnung lautete: Pfälzischer Kurier: die Heimatzeitung der Vorderpfalz. Die Tageszeitung erschien in Ludwigshafen bei der Druckerei Baur. Ein Wingert/Tschirner[[CiteRef::Pfälzischer Kurier/1935-Juni-15-Sa]];Kalmit, meteorologische Station[[CiteRef::Pfälzischer Kurier/1916-Oktober-04-Mi]], Flörchinger[[CiteRef::Pfälzischer Kurier/1865-12-05]](Pfälzischer Kurier/1865-12-05)
  
 
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Besuch im pflanzenklimatischen Versuchsgarten auf der Kalmit Interessante Beobachtungen Von Adolf Tschirner
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Einen Garten auf der Kalmit, in dem Blumen, Obst und Reben wachsen? Gibt es denn das? So wird wohl mancher fragen.
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Ja, es gibt auf dem höchsten Punkte der Kalmit einen Garten und auch einen Wingert. Diese Dinge sind aber nicht ihrer selbst wegen da, sondern stehen im Dienste der Wissenschaft. 1932 wurde der Garten auf der Kalmit angelegt. Man will hier, in Verbindung mit der Arbeit des Observatoriums, die Einwirkungen des Wetters und des Klimas in dieser Höhe auf die Pflanzen studieren. Es soll mit wissenschaftlicher Sicherheit und echt deutscher Gründlichkeit festgestellt werden, um wieviel später in dieser Höhe die Pflanzen grünen, blühen und gedeihen. Was man nun in den wenigen Jahren des Bestehens dieses seltsamen Gartens der Natur hier oben abgelauscht hat, gehört mit zu den interessantesten Forschungsergebnissen des Kalmitobservatoriums.
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Wir ließen uns vom Wetterwart, Assessor Burghardt, etwas über die Forschungsergebnisse erzählen. Die Beobachtungen haben ergeben, daß hier in 670 Meter Höhe der Wachstumsunterschied gegenüber den Pflanzen unten in der sonnigen Ebene sechs bis acht Wochen ausmacht. Vor etwa zwölf Tagen erschienen an den Weinstöcken auf der Kalmit schüchtern die ersten grünen Blättchen! Hier oben werden die Trauben niemals reif. Die Beeren bleiben hart und grün und erfrieren in den ersten kalten Nächten des Septembers. Selbst mit einer ganz späten Spätlese ists hier oben „Essig“! Aber diesen kleinen Wingert auf der Kalmit zu schauen, gehört mit zum Erleben dieses großen Berges.
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Im Garten selbst siehts nun freilich seltsam genug aus! Man erkennt – ohne vom Fach zu sein – sofort den wissenschaftlichen Charakter dieser kleinen Anlage. Und noch etwas hatte uns überrascht: Die vielen Vergißmeinnicht am Wegrande strahlen in einem Blau, das die bescheidene Pflanze in der Ebene nicht auszeichnet. Denn die ultraviolette Strahlung ist in dieser Höhe größer und macht die Farben der Pflanzen intensiver. Diese Strahlungswirkungen sind es, die man in diesen Garten genau untersucht. Da stehen Gladiolen vor einem schwarzen und einem weißen Halbzylinder. Die Pflanze vor dem schwarzen Hintergrund wächst langsamer als die Nachbarin vor der strahlend weißen Rückwand. Wetterharte Pflanzen, Gräser und Moose gedeihen prächtig. Im kleinen Alpinum des Gartens sind Edelweiß, Enzian und wie die würzigen Alpenblumen und Kräuter alle heißen, in dieser Höhe in ihrem Element. Dagegen siehts bei den Getreidearten traurig aus. Die anspruchsvollen Halmfrüchte des deutschen Landmannes kommen in dieser Höhe nicht recht vorwärts. Auch die Rosen, die in der Ebene in allen Farben duften und blühen, haben eben die ersten Knospen angesetzt. Das alles wird genau beobachtet und notiert, und die Ergebnisse werden dem Reichswetterdienst zugeleitet, der sie im Interesse der Landwirtschaft und der Gartenbaubetriebe verwertet.
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Die neuste Errungenschaft im pflanzenklimatischen Garten ist die Taumessung. Die Tauwaage aus Roßhaaren ist ein zierliches Instrument. Mit ihr kann festgestellt werden, wie der Tau mengenmäßig fällt. Diese Beobachtung soll dem Weinbau dienen und in höheren Lagen für die Erziehungsart der Rebenstöcke ausschlaggebend sein.
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Pflanzen, Bäume und Sträucher im Dienste der Wissenschaft beherbergt der Garten auf der Kalmit. Und beim Durchschreiten dieser Anlage, beim sinnenden Verweilen vor den interessanten Pflanzen, bekamen wir unbedingte Achtung vor der Gründlichkeit deutscher Wissenschaft, deren Ergebnisse aus ständigen Beobachtungen dem Volksganzen zugute kommen!
 
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(P) Aus der Rheinpfalz, 4. Okt.
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Die Errichtung einer meteorologischen Beobachtungsstation auf der Kalmit wird nun zur Tatsache. Schon seit 12 Jahren war das Hauptvorstandsmitglied des Pfälzer Waldvereins, Herr Heinrich Kohl, bemüht, Gelehrte auf das Projekt hinzuweisen. Exzellenz Geh.=Rat v. Neumayer hat sich für diese Idee so sehr begeistert, daß er versprach, einen Seismographen zur Erdbebenbeobachtung zu stiften. Leider ist er an dem Tage, an welchem er die Kalmit zu diesem Zweck besuchen wollte, gestorben. Weiter hat Professor Rudolph von der Erdbebenzentralstation in Straßburg gelegentlich einer Besichtigung diesen Berg als für seismographische und meteorologische Beobachtungen vorzüglich geeignet befunden.
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Greifbare Gestalt hat die Sache angenommen mit dem umfangreichen Gutachten, welches kürzlich der Vertreter der meteorologischen Zentralstation in München, Herr Dr. E. Alt, über die Vorteiler einer ständigen meteorologischen Beobachtungsstation auf der Kalmit sowohl für die Wissenschaft, als auch für die Praxis, ausgearbeitet hat. Er sagt darin u.a.:
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Die Kalmit ist nicht nur die höchste Erhebung der Haardt, sondern nimmt durch den steilen Anstieg aus der Rheinebene eine für meteorologische Beobachtungen besonders günstige Lage ein. Die Kalmit verhält sich ähnlich wie die Zugspitze, die ja auch als höchste Erhebung in weiter Umgebung ziemlich unvermittelt vom Alpenvorland in die Höhe strebt und dadurch, wie nachgewiesen ist, viel mehr die meteorologischen Verhältnisse der freien Atmosphäre wiedergibt, als ein inmitten eines Gebirgslandes gelegener Gipfelpunkt. Dabei beträgt die relative Höhe des Kalmitgipfels, bezogen auf das mittlere Niveau der Rheinebene, mehr als 550 Meter Höhe, während beispielsweise die relative Höhe des als idealer Beobachtungspunkt bekannten Hohenpeißenberg gegen Weilheim nur etwa 400 Meter mißt.
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Vor allem wire es von höchstem Interesse sein, den Uebergang vom Klima der Westpfalz nach dem der fruchtbaren Rheinebene zu studieren. Das Klima der Westpfalz ist ja durch die vorherrschenden ozeanischen Westwinde bedingt, die dann dem topographischen Aufbau des Geländes folgend am Luv der Haardt emporsteigen, um schließlich in die Rheinebene herabzugelangen. Besonders die Dynamische Meteorologie wird eine Reihe höchst interessanter und sowohl für die Wetterkunde, wie für die Klimatologie hochwichtige Fragen des Pfälzer Landes beantworten können, wenn auf dem Gipfel der Kalmit systematische Beobachtungen über Windrichtung und Windstärke angestellt werden.
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Selbstverständlich sind die meteorologischen Daten des Kalmitgipfels auch für die Luftschiffahrt von hohem Interesse: insbesondere erwähne ich in dieser Hinsicht die geradezu ideale Lage der Kalmit als Gewitterbeobachtungs- und Warnungsstelle.
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Die Lage der Kalmit scheint mir auch besonders geeignet, aus meteorologischen Beobachtungen Schlüsse auf die typischen Eigenschaften des Klimas der Pfälzer Rheinebene, einer vorzüglichen Kulturgegenden ganz Deutschlandes, folgern zu lassen. nach dieser Richtung wird das Studium der vertikalen Temperaturverteilung zu den einzelnen Jahreszeiten zu den ersten Aufgaben der berufenen Fachkriese gehören.
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Wenn es noch gelingen sollte, im Laufe der Zeit auf etwa halber Höhe zwischen Maikammer und dem Kalmitgipfel einen Thermographen, der nur in bestimmten Zeitabschnitten zu bedienen wäre, aufzustellen, so könnte die Erforschung der vertikalen Temperaturverteilung mit einer nur sehr selten möglichen Gründlichkeit durchgeführt werden.
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Damit steht ja in engster Beziehung die Frage der Frostgefahr, die gerade für die an Hängen der Haardt in höchster Blüte stehende Weinkultur von größter Bedeutung ist. In gleichem Zusammenhang dürfen auch die auf dem Kalmitgipfel über Sonnenscheindauer, Bewölkung usw. anzustellenden Beobachtungen auf weitgehendes Interesse rechnen.
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Endlich ist noch auf die Wichtigkeit eines meteorologischen Observatoriums auf der Kalmit für die Wettervorhersage hingewiesen. Die Kalmit ist al ein nach Westen vorgeschobener Höhen-Posten zu betrachten, dessen Beobachtungen in den häufigen Fällen, in denen ein unser Wetter beeinflussendes Aktionszentrum von Westen gegen Zentraleuropa vordringt, von ausschlaggebender Bedeutung für die allgemeine, noch mehr aber für die lokale Wettervorhersage werden dürfte.
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Soweit das Gutachten einer maßgebenden Autorität. Der Pfälzerwaldverein betrachtet die Lösung dieser Aufgabe in der an wissenschaftlichen Stellen ohnedies armen Pfalz als eine nationale Tat und er setzt seinen Stolz darein, trotz der aus der Kriegszeit resultierenden finanziellen Schwierigkeiten sie gerade jetzt zu lösen. Das Projekt ist bereits so weit gediehen, daß die Station in nächster Zeit ihrer Bestimmung übergeben werden kann. Die Instrumentenhäuschen dürften bereits von München nach der Pfalz unterwegs sein.
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|anmerkung=Landesbibliothek Speyer / Z 20, eingesehen am 29. April 2025 / vollständig in CITAVI
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|zitat=Vermischte Nachrichten. Ludwigshafen, 3. December. Herr Pfarrer Hutmacher von Germersheim hat uns auf Grund des Artikels 47 des Preßgesetzes aufgefordert, folgende Berichtigung eines uns von achtbarer Seite zugekommenen Artikels bezüglich der Beerdigung des Bauschaffner Flörchinger abdrucken zu lassen. "1) Es ist unrichtig, was im Eingange Ihres Artikels angedeutet ist, daß nämlich Bezirksbauschaffner Flörchinger deshalb nicht begraben wurde, weil er seine Kinder protestantischer erziehen ließ. Denn obwohl die kath. Kirche nach ihren Grundsätzen die akatholische Kindererziehung von Seite eines Katholiken als das größte Vergehen gegen den Glauben nach dem eigenen Abfall betrachtet und unter Verhältnissen mit Verweigerung des kirchlichen Begräbnisses bestraft, so wäre diese Strafe bei Flörchinger doch nicht eingetreten, weil seine Kinder bereits erwachsen sind, und eine Aenderung nicht mehr in seiner Macht stand. Vielmehr wurde Flörchinger deshalb kirchlich nicht beerdigt, weil er seit einer langen Reihe von Jahren keine jener Pflichten erfüllte, welche ein Katholik erfüllen muß, wenn er auf die Rechte eines Katholiken Anspruch machen will. Fast nie seit langen Jahren besuchte er den gemeinsamen öffentlichen Gottesdienst, selbst nicht an den höchsten Festtagen; nie seit ungefähr 25 Jahren empfing er die hl. Sacramente und schloß sich so selbst von der Gemeinschaft der kathol. Kirche aus. Auch in den letzten Tagen seines Lebens zeigte er kein Verlangen nach Versöhnung mit der Kirche und gab kein Zeichen von Reue und verfiel so dem Kirchengesetze: A loco sacro (sepulturae) excludatur is, de quo publice constat, malitiose omnississe communionem paschalem et decessisse sine signo contritionis, d.h. kurz gefaßt: Das Recht auf kirchliches Begräbnis verliet, wer die österliche Communion verschuldeter Weise unterlassen hat und ohne Zeichen von Reue gestorben ist. 2) Es ist unrichtig, daß ich der Familie die Beerdigung unbedingt zugesagt und die Beerdigungszeit auf den 13. November Nachmittags 3 Uhr festgesetzt habe; im Gegenteil brachte mir die Leichenfrau Sonntags den 12. November unmittelbar vor dem Vormittagsgottesdienste die Todesanzeige mit der Bemerkung, daß die Beerdigung am 13. Novbr. Nachmittags 3 Uhr und der Trauergottesdienst Tags darauf stattfinden solle. Ich hatte gegen diese Zeitbestimmung nichts einzuwenden und bemerkte einfach, den Todtenschein bei Seite legend: "Es ist mir recht". Weiter nicht ein Wort. Wenn nun Ihr Correspondent daraus eine positive Zusage des kirchlichen Begräbnisses folgern will, so habe ich nichts dagegen. Nach meiner Absicht wollte ich eine solche positive Zusage nicht geben und konnte sie nicht geben, weil jeder Pfarrer, mag er auch die Gesezt noch so gut kennen, in einem solchen Falle verpflichtet ist, von der bischöflichen Stelle den Bescheid zu erholen. Ich wollte aber auch von der Möglichkeit der Verweigerung des kirchlichen Begräbnisses damals nichts erwähnen, weil ich für den Fall einer für Flörchinger günstigen Entscheidung der Familien jeden unnöthigen Schmerz zu ersparen gesonnen war. 3) Kann also auch davon keine Rede sein, als ob ich der Familie die Verweigerung des kirchlichen Begräbnisses in der Absicht so spät mitgetheilt hätte, um überhaupt ein ehrliches Begräbnis zu verhindern, wie sich der Correspondent ausdrückt. Hätte ich diese Absicht gehabt, so hätte ich wohl das Gegentheil von dem thun müssen, was ich gethan habe. Ich hätte das Läuten untersagen und die Nachricht von der Nichtbeerdigung so früh als möglich verbreiten müssen. So aber ist wohl nicht Ein Mensch abgeschreckt worden, Flörchinger die letzte Ehre zu erweisen. Im Uebrigen war der Sachverhalt folgender: Flörchinger starb Samstag Nachmittags 4 Uhr. Sonntag Vormittags vor dem Hauptgottesdienst, also 18 Stunden nach dem Tode, brachte mir die Leichenfrau die Todesanzeige. So blieb mir zur Besorgung der Angelegenheit noch Sonntag Nachmittag und Montag Morgen. Sonntag Nachmittag nach Speyer zu fahren, war mir unmöglich, da ich unwohl war; der Telegraph ist bei der für die bischöfliche Behörde zur Entscheidung nothwendigen Exposition nicht geeignet; einer Mittelsperson wollte ich mich aus demselben Grund nicht bedienen und durch ein Schreiben wäre keine Zeit gewonnen worden. ich reiste deshalb Montag Vormittags nach Speyer und sandte den Bescheid, sobald ich ihn erhielt, per Telegraph hierher ab."
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Aktuelle Version vom 23. Januar 2026, 15:27 Uhr

Pfälzischer Kurier war eine Zeitung. Sie hatte eine Beilage mit der Bezeichnung "Die Pfalz". Die volle Bezeichnung lautete: Pfälzischer Kurier: die Heimatzeitung der Vorderpfalz. Die Tageszeitung erschien in Ludwigshafen bei der Druckerei Baur. Ein Wingert/Tschirner1;Kalmit, meteorologische Station2, Flörchinger3(Pfälzischer Kurier/1865-12-05)

Referenzierungen

  •  Tschirner, Adolf. (1935), Titel: Ein Wingert auf 670 m Höhe.
    In: Pfälzischer Kurier / Die Pfalz, (Hg.) (Herausgeber fehlt, bitte angeben.) ,
    Seite: Seite_1935-Juni-15-Sa
    Schlüssel: Pfälzischer Kurier#1935-Juni-15-Sa
    Kein Zitat angegeben.
    Übertragung: Ein Wingert in 670 m Höhe Besuch im pflanzenklimatischen Versuchsgarten auf der Kalmit Interessante Beobachtungen Von Adolf Tschirner Einen Garten auf der Kalmit, in dem Blumen, Obst und Reben wachsen? Gibt es denn das? So wird wohl mancher fragen. Ja, es gibt auf dem höchsten Punkte der Kalmit einen Garten und auch einen Wingert. Diese Dinge sind aber nicht ihrer selbst wegen da, sondern stehen im Dienste der Wissenschaft. 1932 wurde der Garten auf der Kalmit angelegt. Man will hier, in Verbindung mit der Arbeit des Observatoriums, die Einwirkungen des Wetters und des Klimas in dieser Höhe auf die Pflanzen studieren. Es soll mit wissenschaftlicher Sicherheit und echt deutscher Gründlichkeit festgestellt werden, um wieviel später in dieser Höhe die Pflanzen grünen, blühen und gedeihen. Was man nun in den wenigen Jahren des Bestehens dieses seltsamen Gartens der Natur hier oben abgelauscht hat, gehört mit zu den interessantesten Forschungsergebnissen des Kalmitobservatoriums. Wir ließen uns vom Wetterwart, Assessor Burghardt, etwas über die Forschungsergebnisse erzählen. Die Beobachtungen haben ergeben, daß hier in 670 Meter Höhe der Wachstumsunterschied gegenüber den Pflanzen unten in der sonnigen Ebene sechs bis acht Wochen ausmacht. Vor etwa zwölf Tagen erschienen an den Weinstöcken auf der Kalmit schüchtern die ersten grünen Blättchen! Hier oben werden die Trauben niemals reif. Die Beeren bleiben hart und grün und erfrieren in den ersten kalten Nächten des Septembers. Selbst mit einer ganz späten Spätlese ists hier oben „Essig“! Aber diesen kleinen Wingert auf der Kalmit zu schauen, gehört mit zum Erleben dieses großen Berges. Im Garten selbst siehts nun freilich seltsam genug aus! Man erkennt – ohne vom Fach zu sein – sofort den wissenschaftlichen Charakter dieser kleinen Anlage. Und noch etwas hatte uns überrascht: Die vielen Vergißmeinnicht am Wegrande strahlen in einem Blau, das die bescheidene Pflanze in der Ebene nicht auszeichnet. Denn die ultraviolette Strahlung ist in dieser Höhe größer und macht die Farben der Pflanzen intensiver. Diese Strahlungswirkungen sind es, die man in diesen Garten genau untersucht. Da stehen Gladiolen vor einem schwarzen und einem weißen Halbzylinder. Die Pflanze vor dem schwarzen Hintergrund wächst langsamer als die Nachbarin vor der strahlend weißen Rückwand. Wetterharte Pflanzen, Gräser und Moose gedeihen prächtig. Im kleinen Alpinum des Gartens sind Edelweiß, Enzian und wie die würzigen Alpenblumen und Kräuter alle heißen, in dieser Höhe in ihrem Element. Dagegen siehts bei den Getreidearten traurig aus. Die anspruchsvollen Halmfrüchte des deutschen Landmannes kommen in dieser Höhe nicht recht vorwärts. Auch die Rosen, die in der Ebene in allen Farben duften und blühen, haben eben die ersten Knospen angesetzt. Das alles wird genau beobachtet und notiert, und die Ergebnisse werden dem Reichswetterdienst zugeleitet, der sie im Interesse der Landwirtschaft und der Gartenbaubetriebe verwertet. Die neuste Errungenschaft im pflanzenklimatischen Garten ist die Taumessung. Die Tauwaage aus Roßhaaren ist ein zierliches Instrument. Mit ihr kann festgestellt werden, wie der Tau mengenmäßig fällt. Diese Beobachtung soll dem Weinbau dienen und in höheren Lagen für die Erziehungsart der Rebenstöcke ausschlaggebend sein. Pflanzen, Bäume und Sträucher im Dienste der Wissenschaft beherbergt der Garten auf der Kalmit. Und beim Durchschreiten dieser Anlage, beim sinnenden Verweilen vor den interessanten Pflanzen, bekamen wir unbedingte Achtung vor der Gründlichkeit deutscher Wissenschaft, deren Ergebnisse aus ständigen Beobachtungen dem Volksganzen zugute kommen!
    Es gibt keine Anmerkung.
    Schlagwort: 1916 · Eugen Alt · Kalmit · Meteorologie · Neumayer · Observatorium · Wetterbeobachtung · Wetterwarte · Gutachten
    Quelle: Pfälzischer Kurier
    Erscheinungsjahr: 1935
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    Ein Link fehlt.
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  •  N.N. (Redaktion). (1916), Titel: Die Kalmit als meteorologische Beobachtungsstation. Aus der Rheinpfalz..
    In: Pfälzischer Kurier / Die Pfalz, (Hg.) (Herausgeber fehlt, bitte angeben.) ,
    Seite: Seite_1916-Oktober-04-Mi
    Schlüssel: Pfälzischer Kurier#1916-Oktober-04-Mi
    Kein Zitat angegeben.
    Übertragung: Die Kalmit als meteorologische Beobachtungsstation. (P) Aus der Rheinpfalz, 4. Okt. Die Errichtung einer meteorologischen Beobachtungsstation auf der Kalmit wird nun zur Tatsache. Schon seit 12 Jahren war das Hauptvorstandsmitglied des Pfälzer Waldvereins, Herr Heinrich Kohl, bemüht, Gelehrte auf das Projekt hinzuweisen. Exzellenz Geh.=Rat v. Neumayer hat sich für diese Idee so sehr begeistert, daß er versprach, einen Seismographen zur Erdbebenbeobachtung zu stiften. Leider ist er an dem Tage, an welchem er die Kalmit zu diesem Zweck besuchen wollte, gestorben. Weiter hat Professor Rudolph von der Erdbebenzentralstation in Straßburg gelegentlich einer Besichtigung diesen Berg als für seismographische und meteorologische Beobachtungen vorzüglich geeignet befunden. Greifbare Gestalt hat die Sache angenommen mit dem umfangreichen Gutachten, welches kürzlich der Vertreter der meteorologischen Zentralstation in München, Herr Dr. E. Alt, über die Vorteiler einer ständigen meteorologischen Beobachtungsstation auf der Kalmit sowohl für die Wissenschaft, als auch für die Praxis, ausgearbeitet hat. Er sagt darin u.a.: Die Kalmit ist nicht nur die höchste Erhebung der Haardt, sondern nimmt durch den steilen Anstieg aus der Rheinebene eine für meteorologische Beobachtungen besonders günstige Lage ein. Die Kalmit verhält sich ähnlich wie die Zugspitze, die ja auch als höchste Erhebung in weiter Umgebung ziemlich unvermittelt vom Alpenvorland in die Höhe strebt und dadurch, wie nachgewiesen ist, viel mehr die meteorologischen Verhältnisse der freien Atmosphäre wiedergibt, als ein inmitten eines Gebirgslandes gelegener Gipfelpunkt. Dabei beträgt die relative Höhe des Kalmitgipfels, bezogen auf das mittlere Niveau der Rheinebene, mehr als 550 Meter Höhe, während beispielsweise die relative Höhe des als idealer Beobachtungspunkt bekannten Hohenpeißenberg gegen Weilheim nur etwa 400 Meter mißt. Vor allem wire es von höchstem Interesse sein, den Uebergang vom Klima der Westpfalz nach dem der fruchtbaren Rheinebene zu studieren. Das Klima der Westpfalz ist ja durch die vorherrschenden ozeanischen Westwinde bedingt, die dann dem topographischen Aufbau des Geländes folgend am Luv der Haardt emporsteigen, um schließlich in die Rheinebene herabzugelangen. Besonders die Dynamische Meteorologie wird eine Reihe höchst interessanter und sowohl für die Wetterkunde, wie für die Klimatologie hochwichtige Fragen des Pfälzer Landes beantworten können, wenn auf dem Gipfel der Kalmit systematische Beobachtungen über Windrichtung und Windstärke angestellt werden. Selbstverständlich sind die meteorologischen Daten des Kalmitgipfels auch für die Luftschiffahrt von hohem Interesse: insbesondere erwähne ich in dieser Hinsicht die geradezu ideale Lage der Kalmit als Gewitterbeobachtungs- und Warnungsstelle. Die Lage der Kalmit scheint mir auch besonders geeignet, aus meteorologischen Beobachtungen Schlüsse auf die typischen Eigenschaften des Klimas der Pfälzer Rheinebene, einer vorzüglichen Kulturgegenden ganz Deutschlandes, folgern zu lassen. nach dieser Richtung wird das Studium der vertikalen Temperaturverteilung zu den einzelnen Jahreszeiten zu den ersten Aufgaben der berufenen Fachkriese gehören. Wenn es noch gelingen sollte, im Laufe der Zeit auf etwa halber Höhe zwischen Maikammer und dem Kalmitgipfel einen Thermographen, der nur in bestimmten Zeitabschnitten zu bedienen wäre, aufzustellen, so könnte die Erforschung der vertikalen Temperaturverteilung mit einer nur sehr selten möglichen Gründlichkeit durchgeführt werden. Damit steht ja in engster Beziehung die Frage der Frostgefahr, die gerade für die an Hängen der Haardt in höchster Blüte stehende Weinkultur von größter Bedeutung ist. In gleichem Zusammenhang dürfen auch die auf dem Kalmitgipfel über Sonnenscheindauer, Bewölkung usw. anzustellenden Beobachtungen auf weitgehendes Interesse rechnen. Endlich ist noch auf die Wichtigkeit eines meteorologischen Observatoriums auf der Kalmit für die Wettervorhersage hingewiesen. Die Kalmit ist al ein nach Westen vorgeschobener Höhen-Posten zu betrachten, dessen Beobachtungen in den häufigen Fällen, in denen ein unser Wetter beeinflussendes Aktionszentrum von Westen gegen Zentraleuropa vordringt, von ausschlaggebender Bedeutung für die allgemeine, noch mehr aber für die lokale Wettervorhersage werden dürfte. Soweit das Gutachten einer maßgebenden Autorität. Der Pfälzerwaldverein betrachtet die Lösung dieser Aufgabe in der an wissenschaftlichen Stellen ohnedies armen Pfalz als eine nationale Tat und er setzt seinen Stolz darein, trotz der aus der Kriegszeit resultierenden finanziellen Schwierigkeiten sie gerade jetzt zu lösen. Das Projekt ist bereits so weit gediehen, daß die Station in nächster Zeit ihrer Bestimmung übergeben werden kann. Die Instrumentenhäuschen dürften bereits von München nach der Pfalz unterwegs sein.
    Anmerkung: Landesbibliothek Speyer / Z 20, eingesehen am 29. April 2025 / vollständig in CITAVI
    Schlagwort: Alsterweiler · Kalmit · Pflanzgarten · Wingert · Weinberg · Observatorium
    Quelle: Pfälzischer Kurier
    Erscheinungsjahr: 1916
    Erscheinungstag: 4. Oktober
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    Sammlung: Kalmit
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    WIKI: Kalmit
  •  N.N. (Redaktion). (1865), Titel: Vermischte Nachrichten..
    In: Pfälzischer Kurier / Die Pfalz, (Hg.) (Herausgeber fehlt, bitte angeben.) Ludwigshafen,
    Seite: Seite_1865-12-05
    Schlüssel: Pfälzischer Kurier#1865-12-05
    Zitat: Vermischte Nachrichten. Ludwigshafen, 3. December. Herr Pfarrer Hutmacher von Germersheim hat uns auf Grund des Artikels 47 des Preßgesetzes aufgefordert, folgende Berichtigung eines uns von achtbarer Seite zugekommenen Artikels bezüglich der Beerdigung des Bauschaffner Flörchinger abdrucken zu lassen. "1) Es ist unrichtig, was im Eingange Ihres Artikels angedeutet ist, daß nämlich Bezirksbauschaffner Flörchinger deshalb nicht begraben wurde, weil er seine Kinder protestantischer erziehen ließ. Denn obwohl die kath. Kirche nach ihren Grundsätzen die akatholische Kindererziehung von Seite eines Katholiken als das größte Vergehen gegen den Glauben nach dem eigenen Abfall betrachtet und unter Verhältnissen mit Verweigerung des kirchlichen Begräbnisses bestraft, so wäre diese Strafe bei Flörchinger doch nicht eingetreten, weil seine Kinder bereits erwachsen sind, und eine Aenderung nicht mehr in seiner Macht stand. Vielmehr wurde Flörchinger deshalb kirchlich nicht beerdigt, weil er seit einer langen Reihe von Jahren keine jener Pflichten erfüllte, welche ein Katholik erfüllen muß, wenn er auf die Rechte eines Katholiken Anspruch machen will. Fast nie seit langen Jahren besuchte er den gemeinsamen öffentlichen Gottesdienst, selbst nicht an den höchsten Festtagen; nie seit ungefähr 25 Jahren empfing er die hl. Sacramente und schloß sich so selbst von der Gemeinschaft der kathol. Kirche aus. Auch in den letzten Tagen seines Lebens zeigte er kein Verlangen nach Versöhnung mit der Kirche und gab kein Zeichen von Reue und verfiel so dem Kirchengesetze: A loco sacro (sepulturae) excludatur is, de quo publice constat, malitiose omnississe communionem paschalem et decessisse sine signo contritionis, d.h. kurz gefaßt: Das Recht auf kirchliches Begräbnis verliet, wer die österliche Communion verschuldeter Weise unterlassen hat und ohne Zeichen von Reue gestorben ist. 2) Es ist unrichtig, daß ich der Familie die Beerdigung unbedingt zugesagt und die Beerdigungszeit auf den 13. November Nachmittags 3 Uhr festgesetzt habe; im Gegenteil brachte mir die Leichenfrau Sonntags den 12. November unmittelbar vor dem Vormittagsgottesdienste die Todesanzeige mit der Bemerkung, daß die Beerdigung am 13. Novbr. Nachmittags 3 Uhr und der Trauergottesdienst Tags darauf stattfinden solle. Ich hatte gegen diese Zeitbestimmung nichts einzuwenden und bemerkte einfach, den Todtenschein bei Seite legend: "Es ist mir recht". Weiter nicht ein Wort. Wenn nun Ihr Correspondent daraus eine positive Zusage des kirchlichen Begräbnisses folgern will, so habe ich nichts dagegen. Nach meiner Absicht wollte ich eine solche positive Zusage nicht geben und konnte sie nicht geben, weil jeder Pfarrer, mag er auch die Gesezt noch so gut kennen, in einem solchen Falle verpflichtet ist, von der bischöflichen Stelle den Bescheid zu erholen. Ich wollte aber auch von der Möglichkeit der Verweigerung des kirchlichen Begräbnisses damals nichts erwähnen, weil ich für den Fall einer für Flörchinger günstigen Entscheidung der Familien jeden unnöthigen Schmerz zu ersparen gesonnen war. 3) Kann also auch davon keine Rede sein, als ob ich der Familie die Verweigerung des kirchlichen Begräbnisses in der Absicht so spät mitgetheilt hätte, um überhaupt ein ehrliches Begräbnis zu verhindern, wie sich der Correspondent ausdrückt. Hätte ich diese Absicht gehabt, so hätte ich wohl das Gegentheil von dem thun müssen, was ich gethan habe. Ich hätte das Läuten untersagen und die Nachricht von der Nichtbeerdigung so früh als möglich verbreiten müssen. So aber ist wohl nicht Ein Mensch abgeschreckt worden, Flörchinger die letzte Ehre zu erweisen. Im Uebrigen war der Sachverhalt folgender: Flörchinger starb Samstag Nachmittags 4 Uhr. Sonntag Vormittags vor dem Hauptgottesdienst, also 18 Stunden nach dem Tode, brachte mir die Leichenfrau die Todesanzeige. So blieb mir zur Besorgung der Angelegenheit noch Sonntag Nachmittag und Montag Morgen. Sonntag Nachmittag nach Speyer zu fahren, war mir unmöglich, da ich unwohl war; der Telegraph ist bei der für die bischöfliche Behörde zur Entscheidung nothwendigen Exposition nicht geeignet; einer Mittelsperson wollte ich mich aus demselben Grund nicht bedienen und durch ein Schreiben wäre keine Zeit gewonnen worden. ich reiste deshalb Montag Vormittags nach Speyer und sandte den Bescheid, sobald ich ihn erhielt, per Telegraph hierher ab.".
    Eine Übertragung fehlt.
    Es gibt keine Anmerkung.
    Schlagwort: Johann Flörchinger · Bezirksbauschaffner · Begräbnis · Germersheim
    Quelle: Pfälzischer Kurier
    Erscheinungsjahr: 1865
    Erscheinungstag: 5. Dezember
    Stufe: 3
    Sammlung: Alsterweiler Schulhaus
    LINK: [[1]]
    Eine urn fehlt.
    PDF: [Original als PDF]
    WIKI: Johann Flörchinger