Die Seite für Alsterweiler von Matthias C.S. Dreyer u.a.
Glockenstein und Trullo/Auszug: Unterschied zwischen den Versionen
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|zitat=Von den zahlreichen Grenzsteinen hebt sich der heute im Ortszentrum stehende Glockenstein hervor. Er ist einer der Grenzsteine, die im Mittelalter das Gelände eingrenzten, aus dem der „Glockenzehnt" entrichtet wurde. | |zitat=Von den zahlreichen Grenzsteinen hebt sich der heute im Ortszentrum stehende Glockenstein hervor. Er ist einer der Grenzsteine, die im Mittelalter das Gelände eingrenzten, aus dem der „Glockenzehnt" entrichtet wurde. | ||
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|zitat=(Glockenstein) In Maikammer waren dies 80 Morgen Land, teils Äcker und Wiesen (in der Gewanne „in den Dieterwiesen"), zum größten Teil Weinberge (in der Gewanne „im Überfeld"). Man bezeichnete diese in Richtung Edenkoben liegenden Weinberge als „Tochtermannswingert". Früher bekamen nämlich die Söhne bei der Erbteilung die besseren und dem Ort näher liegenden Weinberge und die Töchter die weiter weg liegenden und schlechteren. | |zitat=(Glockenstein) In Maikammer waren dies 80 Morgen Land, teils Äcker und Wiesen (in der Gewanne „in den Dieterwiesen"), zum größten Teil Weinberge (in der Gewanne „im Überfeld"). Man bezeichnete diese in Richtung Edenkoben liegenden Weinberge als „Tochtermannswingert". Früher bekamen nämlich die Söhne bei der Erbteilung die besseren und dem Ort näher liegenden Weinberge und die Töchter die weiter weg liegenden und schlechteren. | ||
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Seit 1464 war der Lehrer zugleich Kirchendiener und hatte die Glocke zu bedienen. | |zitat=
Seit 1464 war der Lehrer zugleich Kirchendiener und hatte die Glocke zu bedienen. | ||
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|zitat=1542 wurde der Distrikt des Glockenzehnten erneuert. | |zitat=1542 wurde der Distrikt des Glockenzehnten erneuert. | ||
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|zitat=1744 erbrachte dieser dem Lehrer zwei Malter vier Simmern Korn, drei Fuder Wein, ein Malter Spelz und ein Malter Gerste. (Ein Malter sind zwei Zentner oder sieben Simmer.) Der Lehrer lag öfters mit der Gemeinde im Streit, weil es ihm halt immer zu wenig war. Dazu meinte das Gemeindegericht, der Lehrer könne im Jahre fünf bis sechs Fuder Wein machen. Außerdem hatte er das Recht, auf dem Friedhof das Gras um die Gräber für seine Kühe und Geißen zu holen. | |zitat=1744 erbrachte dieser dem Lehrer zwei Malter vier Simmern Korn, drei Fuder Wein, ein Malter Spelz und ein Malter Gerste. (Ein Malter sind zwei Zentner oder sieben Simmer.) Der Lehrer lag öfters mit der Gemeinde im Streit, weil es ihm halt immer zu wenig war. Dazu meinte das Gemeindegericht, der Lehrer könne im Jahre fünf bis sechs Fuder Wein machen. Außerdem hatte er das Recht, auf dem Friedhof das Gras um die Gräber für seine Kühe und Geißen zu holen. | ||
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|zitat=Als Geläut der Gemeinde wird in früherer Zeit genannt: Die Mittagsglocke; das Läuten um 4 Uhr morgens von Michaeli bis Georgi, das den Zweck hatte, die Weinfuhrleute in der Frühe zu wecken. (Hier beklagte sich die Gemeinde Maikammer 1719, dass der Lehrer nicht gleich seinen Vorgängern in dieser Zeit geläutet habe.) | |zitat=Als Geläut der Gemeinde wird in früherer Zeit genannt: Die Mittagsglocke; das Läuten um 4 Uhr morgens von Michaeli bis Georgi, das den Zweck hatte, die Weinfuhrleute in der Frühe zu wecken. (Hier beklagte sich die Gemeinde Maikammer 1719, dass der Lehrer nicht gleich seinen Vorgängern in dieser Zeit geläutet habe.) | ||
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|zitat=Die oberamtliche Verordnung um das Jahr 1600 ordnete wegen des vielen Trinkens in den Wirtschaften an, dass zu Sommerzeiten abends um 8 Uhr und zu Winterzeiten um 7 Uhr geläutet werde und dass dann alle Wirtshausbesucher heimzugehen hätten: „Es soll auch kein Wirt über gemelde Zeit ihnen Wein geben. Wo aber ein Wirt solches übertritt und nach der Zeit Wein oder anderes geben wird, der soll ein Pfund Pfennig (1,70 bis zwei Mark) und ein jeder so in der Zech ist zehn Schilling Pfennig (rund eine Mark) sooft es geschieht, zu der Tätung unnachlässlich geben." (Gemeinde-Archiv Maikammer) | |zitat=Die oberamtliche Verordnung um das Jahr 1600 ordnete wegen des vielen Trinkens in den Wirtschaften an, dass zu Sommerzeiten abends um 8 Uhr und zu Winterzeiten um 7 Uhr geläutet werde und dass dann alle Wirtshausbesucher heimzugehen hätten: „Es soll auch kein Wirt über gemelde Zeit ihnen Wein geben. Wo aber ein Wirt solches übertritt und nach der Zeit Wein oder anderes geben wird, der soll ein Pfund Pfennig (1,70 bis zwei Mark) und ein jeder so in der Zech ist zehn Schilling Pfennig (rund eine Mark) sooft es geschieht, zu der Tätung unnachlässlich geben." (Gemeinde-Archiv Maikammer) | ||
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|zitat=Die Lehrer lehnten es mit der Zeit ab, den Glöcknerdienst zu versehen, sodass die Gemeinde Maikammer 1786 einen Mann als Glöckner einstellte, der den Glockenzehnt als Bezahlung bekam. | |zitat=Die Lehrer lehnten es mit der Zeit ab, den Glöcknerdienst zu versehen, sodass die Gemeinde Maikammer 1786 einen Mann als Glöckner einstellte, der den Glockenzehnt als Bezahlung bekam. | ||
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| − | |schluessel= | + | |schluessel=Nummer_8 |
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|zitat=Eine weitere Rarität im südpfälzischen Raum ist das Weinberghäuschen in der Gewanne „im Böbig". Hier steht ein typi- scher „Trullo". Ein einräumiger, steinerner Rundbau mit rundförmigem Kraggewölbe und einem | |zitat=Eine weitere Rarität im südpfälzischen Raum ist das Weinberghäuschen in der Gewanne „im Böbig". Hier steht ein typi- scher „Trullo". Ein einräumiger, steinerner Rundbau mit rundförmigem Kraggewölbe und einem | ||
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| − | |schluessel= | + | |schluessel=Nummer_9 |
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|zitat=Der rheinhessische Weinberghäuschenexperte Dr. Wolfgang Bickel hat den „Trullo" vermessen und festgestellt, dass alle Maße bereits im metrischen System sind. So datierte er die Bauzeit auf das ausgehende 18. Jahrhundert. Es war die Zeit, in der Steinmetze aus der Lombardei, in den rheinhessischen Steinbrüchen von Flonheim arbeiteten und die „Trullis" nach ihren heimatlichen Mustern bauten. Diese Bauten findet man auch in Apulien und in der Provence. Sie sind verwandt mit den „Nuraghen", kegelförmigen Steinbauten in Sardinien aus der späteren Steinzeit und waren Zufluchtsorte in Kriegszeiten, sowie mit den „Bories" in der Provence. | |zitat=Der rheinhessische Weinberghäuschenexperte Dr. Wolfgang Bickel hat den „Trullo" vermessen und festgestellt, dass alle Maße bereits im metrischen System sind. So datierte er die Bauzeit auf das ausgehende 18. Jahrhundert. Es war die Zeit, in der Steinmetze aus der Lombardei, in den rheinhessischen Steinbrüchen von Flonheim arbeiteten und die „Trullis" nach ihren heimatlichen Mustern bauten. Diese Bauten findet man auch in Apulien und in der Provence. Sie sind verwandt mit den „Nuraghen", kegelförmigen Steinbauten in Sardinien aus der späteren Steinzeit und waren Zufluchtsorte in Kriegszeiten, sowie mit den „Bories" in der Provence. | ||
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| − | |schluessel= | + | |schluessel=Nummer_10 |
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|zitat=Es soll auch kein Wirt über gemelde Zeit ihnen Wein geben. Wo aber ein Wirt solches übertritt und nach der Zeit Wein oder anderes geben wird, der soll ein Pfund Pfennig (1,70 bis zwei Mark) und ein jeder so in der Zech ist zehn Schilling Pfennig (rund eine Mark) sooft es geschieht, zu der Tätung unnachlässlich geben. | |zitat=Es soll auch kein Wirt über gemelde Zeit ihnen Wein geben. Wo aber ein Wirt solches übertritt und nach der Zeit Wein oder anderes geben wird, der soll ein Pfund Pfennig (1,70 bis zwei Mark) und ein jeder so in der Zech ist zehn Schilling Pfennig (rund eine Mark) sooft es geschieht, zu der Tätung unnachlässlich geben. | ||
Version vom 19. April 2019, 12:16 Uhr
Alle Auszüge aus Glockenstein und Trullo
- Wittmer (2000)/1
- Wittmer (2000)/2
- Wittmer (2000)/3
- Wittmer (2000)/4
- Wittmer (2000)/5
- Wittmer (2000)/6
- Wittmer (2000)/7
- Wittmer (2000)/8
- Wittmer (2000)/9
- Wittmer (2000)/10