Ziegelhütte

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Ziegelhütte

Liegt in: Am Tälchen
Anwesen davor: Kein Gebäude.
Anwesen danach:Kein Gebäude.

Haus / hier zum Katasterplan: 1839 1821
Gebiet: Am Tälchen
Erbauung: unbekannt 16. Jahrhundert
Baustil: unbekannt
Geo: 49° 18' 28", 8° 6' 31"

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Merkmal Eintrag
Erbauer unbekannt
Besitzer Dietrich Friedrich Dincker, Adolf Adam Cörver
Anderer Name Ziegel Hütt, Ziegelhaus, Ziegelscheuer
Inschriften unbekannt
Siglen unbekannt
Bauwerksart Hütte,Scheuer
Eigentümer keine
Eigentümer (ehemalig) Hochstift Speyer
Ersterwähnung unbekannt
Erwähnungen (Datum) 1602, 1683
Erwähnungen (Belege) LA Sp D 1 Nr.71, LA Sp D 1 Nr.72, Bürgerliste zum Kirchenbuch
Geschosse 0
Höhe 0
Breite 0
Liegt in Am Tälchen
Material Backstein,Dachziegel,Holz
Dachart Ziegel
Ausrichtung unbekannt
Denkmalliste Nr. 0
Nutzungen Hof, Ziegelbrennofen, Lagerstelle
Nutzungen ehemalig
Kataster Nr. Flurstücksnummer 52XX
Kataster Nr. ehemalig
Hausnummer
Immer zweistellig eingeben/01 etc.
Fehlt
Hausnummer mit Angabe der Zeit Fehlt
Anschrift 2018 Ziegelhütte

Die Vorlage hat ausgefüllt: /2018-04-22

Ziegelhütte (auch: Ziegelscheuer) ist eine Einrichtung zum Brennen von Ziegeln (Dachziegeln), Backsteinen (Backensteinen) und Platten (Plättlein[1]). In Alsterweiler wurde auch Kalk gewonnen, der ebenso als Ware weiterverkauft wurde. Im Jahre 1602 war die Ziegelhütte mit einem Hofmann bewohnt[2].

Standort

Die Ziegelhütte befand sich am Eingang zum Tälchen (Am Tälchen). "Am Eingang des Tälchens gegen Süden stand früher eine bischöfliche Ziegelscheuer, die ein Hofmann des Bischofs verwaltete. Sie verschwand jedenfalls im Dreißigjährigen Krieg, nur der Name hat sich erhalten."[3][4] In den Urkunden und in der Literatur werden die Begriffe Ziegelscheune und Ziegelhütte zum Teil als gleichwertig angenommen. Der Standort ist umrissen durch den Flurname An der Ziegelscheuer, der ebenfalls durch Urkunden belegt ist. Für Alsterweiler gilt als Grundlage der Zuordnung Ziegelhütte/Ziegelscheuer der Bestandsbrief von 1683. Dort ist ausschließlich von der Ziegel Hütt die Rede.

Ziegelhütten und Ziegelscheuern standen meist unmittelbar beim Gewinnungsort von Lehm[beg 1], Ton[beg 2], Sanden[beg 3], Erde oder Kalk[beg 4][5]. Dies gilt auch für Alsterweiler. Wie aus der Urkunde zur Teilung des Spielfelds hervorgeht, gab es auch an dieser Stelle derartige Vorkommen[6].

Urkunden

Für die Ziegelhütte ist ein Bestandsbrief[urk 1] mit der Bezeichnung "Bestand Brief über die Zieglhüth zu Maycammer" aus dem Jahre 1683 erhalten.
Es geht darin um die Verpflichtungen von Adolf Adam Cörver[7] und Friederich Dietherich Dincker, die sich als Beständer beim Bischof bzw. seiner örtlich zuständigen Landschreiberei in Kirrweiler bewarben. Aus diesem Brief geht auch hervor, daß neben den Ziegeln (Dachziegeln) auch Backsteine (Backensteine) und Platten (Plättlein) hergestellt wurden bzw. nach Instandsetzung des Anwesens wieder hergestellt werden sollten. Die Ziegelhütte war nämlich bereits "abgegangen", vermutlich während des 30-jährigen Krieges zwischen 1618 und 1648[8]. Lediglich der Ofen stand noch, musste aber ebenfalls in Stand gesetzt werden[9]. Sicher bestanden hat die Ziegelhütte bzw. die Ziegelscheuer im Jahre 1602, als in der Bürgerliste eine Person benannt wird.

Die Bedeutung einer Ziegelhütte, sowie des dazugehörigen Bodenschatzes, zeigt sich an folgendem Sachverhalt: "Der Bischof hatte das Recht, auf dem Spielfeld Kalksteine und Ziegelerde für seine am Eingang des Tälchens liegende Ziegelscheuer zu graben. Da nun der Teil, auf dem sich die Kalk- und Erdgruben befanden, an Maikammer fiel, so behielt sich der Bischof für St. Martin ein später zu bestimmendes Recht aus."[10]

In der Flur gab es weitere Stellen, die im Zusammenhang mit Ziegeln bzw. den Grundstoffen für die Herstellungen stehen. Dazu zählen: Im Letten,Lettengrube, Leimengrüb oder Im Erb, Im Leimen, Am Kalkofen.

Arbeitsweise

Bis in das Mittelalter hinein wurden die meisten ländlichen Bauwerke mit geformten, ungebrannten und nur lufttrockenen Lehmklötzen ausgeführt. Die Innenwände waren Fachwerk, das mit Eichen- und Buchenreisern durchflochten und mit Lehmmörtel verputzt war. Bis zum 17. Jahrhundert[11] gab es keine besonderen festgebauten Ziegelbrennöfen. Die getrockneten Lehmsteine wurden hochkant in einem Viereck aufgebaut, das je nach der benötigten Steinmenge 4-5 Meter hoch war. Die Außenseite wurde mit Lehmmörtel luftdicht bestrichen; gefeuert wurde anfangs mit Holz und später mit Kohle in besonderen Feuerangskanälen am Boden. Bei der Holzfeuerang mußte mehrere Tage lang beständig Tag und Nacht gefeuert werden. Bei der Kohlenfeuerung dagegen, wo die Gruskohlen zwischen die Steine geschüttet und ebenfalls in den Bodenkanälen angefeuert wurden, brannten die Feldöfen ohne weitere Bedienung bis zur Endhöhe durch. Dies war das sogenannte Feldbranntverfahren.[12]

Herstellung von Ziegelwaren

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Die Grundbestandteile zur Herstellung von Ziegelwaren waren Ton, Wasser und Feuer.

Bei der Arbeit mit Ton wird traditionell so vorgegangen: Vorbereitung und Mischen von Ton, Formen, Trocknen und Backen des sog. Kuchens, Transport auf Lagerflächen.

Ziegeleien legen immer den Ort der Produktion nahe zur Grube, um die Transportkosten zu senken. Das Ausgraben geschieht ausschließlich manuell. Die Arbeiter untergraben mit der Hand die Basis der Grube (oder deren Randbereich) mit Pickel und einer Art Stemmeisen. Das Bruchmaterial legen sie in einen Wagen (???), der per Hand oder von Pferden bis zur Ziegelhütte gezogen wird. Die Gruben selbst sind selten tiefer als 10 bis 12 Meter.

Der Ton wird zur Ziegelhütte transportiert, die gelbe Erde und blaue Erde-Mischung ist nass und wird in einer Mühle(???) zerkleinert, bevor sie in einem Walzwerk(???) bearbeitet wird. Das Gemisch muss dann 10 bis 15 Tage ruhen.

Die Fliesen werden dann auf Gestellen geladen, zum Ofen transportiert. Die Wärme aus dem Ofen trocknet die Fliesen. Die Trocknungszeit beträgt sieben bis acht Tage. Die Ware wird dann auf Gestelle geladen und im Ofen gestapelt. Früher wurde Holz verfeuert, später Koks(???). Nach dem Brennen wird die Ware in einem Hof gestapelt, der als Lagerraum dient. Die ersten vollständig ummauerten Öfen mussten zum Entstapeln zerstört werden.

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

  1. Es handelt sich dabei vermutlich um Fliesen
  2. Bürgerliste zum Kirchenbuch
  3. Geschichte von Maikammer=Alsterweiler, Seite 106
  4. Anmerkung Matzinger: Leider gibt Leonhardt keine Quelle für diese Aussage an.
  5. Frank, Guy (2002) ‹Une tuilerie à Wintzenheim (Haut-Rhin) - première partie› Web: (Hg.), (Band 1), Seite(n): 1 Zugriff: PDF Datumsstand der Seite: fortlaufender Text einer Internetseite auf französisch, (CMS 699).
  6. Siehe dazu: LA Sp U 103 Nr.1
  7. Der Name ist umstritten. Wittmer, Richard (Wittmer, Richard (2000), ‹Die Flur von Maikammer-Alsterweiler: Ihre Namen und steinernen Zeugen in Geschichte und Geschichten›, (Maikammer: Ortsgemeinde Maikammer) Seiten 31f. (CMS 4)), Seite 31 und 32 nimmt Rudolf an, zudem ist in der Urkunde später noch von Cörner die Rede.
  8. Dazu schreibt Martina Stöckl (Email vom 26. Mai 2016) "Im ab 1619 geführten BEDBUCH gibt es folgende Erwähnungen: "ein halb Morgen Wies bei der Ziegelgrub 1-1". (Diese Abschrift stammt noch von Max Lothar Schmitt). "Wiesen ein V (Viertel) bei dem Ziegelhaus neben Hans Stalpen 0-7"."
  9. siehe dazu: LA Sp D 1 Nr.72
  10. Geschichte von Maikammer=Alsteweiler, Seite 103
  11. Anmerkung Matzinger: Vermutlich in Alsterweiler bereits im frühen 17. Jahrhundert. Denn im Brief von 1683 ist von einem Wiederaufbau des Ofens bzw. seiner Reparatur die Rede.
  12. Alle Aussagen nach: Wittmer, Richard (2000), ‹Die Flur von Maikammer-Alsterweiler: Ihre Namen und steinernen Zeugen in Geschichte und Geschichten›, (Maikammer: Ortsgemeinde Maikammer) Seiten. (CMS 4), Seite 31ff. Nach: Acker, W.: Die Entwicklung der Edenkobener Ziegel- und Bauindustrie. In: Heimat-Blätter für Edenkoben und Umgebung. 1933 Nr. 7/8.

Anmerkungen

Zitate

Urkunden

  1. LA Sp D 1 Nr.72

Begriffe

  1. Lehm ist eine Mischung aus Sand , Schluff und Ton. Er entsteht entweder durch Verwitterung aus Fest- oder Lockergesteinen oder durch Ablagerung der genannten Bestandteile.
  2. Ton ist ein natürlich vorkommendes Material (Bodenart), das aus feinkörnigen Mineralen besteht. Ton ist bei ausreichendem Wassergehalten plastisch formbar. Wenn er getrocknet oder gebrannt wird, kann er spröde werden. Ton kann Materialien enthalten, die ihm Plastizität verleihen und aushärten, wenn sie getrocknet oder gebrannt werden.
  3. Sand ist ein natürlich vorkommendes, unverfestigtes Sediment. Sand ist also gröber als Schluff, aber feiner als Kies. Der überwiegende Teil aller Sande besteht mehrheitlich aus Quarzkörnern.
  4. Kalk ist ein Bindemittel, das beim Bauen als Baustoff verwendet wird. Kalk dient der Herstellung von Kalkmörtel. Dieser wird als Mauer- und Putzmörtel eingesetzt. Kalk kann auch zur Bodenverfestigung verwendet werden. Kalk wirkt stark alkalisch, kann zu Verätzungen der Haut führen, aber auch zur Desinfektion eingesetzt werden. Besonders heftig reagieren Branntkalk bzw. ungelöschtem Kalk, da diese bei der Zugabe von Wasser, dem sog. "Löschen", eine besonders hohe Hitze freisetzt.

Kategorien

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Matzinger sagt: Letzte Überarbeitung der Seite 22.04.2018. Alle Rechte der Seite bei ©Matthias C.S. Dreyer. Der Name dieser Seite lautet: Ziegelhütte. Nutzen Sie zur Zitierung für ihr Werk folgende vollständige Angabe: http://www.alsterweiler.net/wiki/Ziegelhütte ©Matthias C.S. Dreyer /abgerufen am 22.05.2018 ↑...Seitenanfang