Wittum

Aus Pfalz
Wechseln zu: Navigation, Suche
Andere Begriffserklärungen: Allmende, Alsterweiler/Veröffentlichungen, Bau, Bedbuch, Bede, Bürger, Daub, Egerte, Einspänniger, Einung, Fron, Glockenzehnt, Gült, Haustypologie, Heimatschutzarchitektur, Klassizismus, Lehen, Leibeigener, Person, Pfalz… weitere Ergebnisse

Wittum (auch Wittumb, (fälschlich auch Widdum[1])) ist ein Rechtsbegriff. Wittum war ursprünglich der vom Bräutigam an den Vormund der Braut zu zahlende Kaufpreis. Damit erhielt der Bräutigam die vormundschaftliche Gewalt über die Braut.

Später wird Wittum als eine Zuwendung des Mannes an die Frau zu deren Versorgung im Witwenstande (Doarium, Dotalicium, Vidualicium, Leibgedinge) verstanden[2]. Es konnte in lebenslänglichem Nießbrauch an Grundstücken bestehen oder auch die zum standesgemäßen Unterhalt der Witwe eines Adligen zu gewährende Leistung benennen.

Wittum wird in Urkunden zu Alsterweiler[3] verwendet:

Fundstellen zu Wittum

Die Anzahl der Einträge in der folgenden Tabelle beträgt: 1

 SammlungAnmerkungÜbertragungZitatSchlagwortPDFZitiertSchlüsselSeiteDieses Attribut ist ein Spezialattribut in diesem Wiki.Nutzen für AlsterweilerDatum
StA Wt R-US 1530 Januar 13Wittum von NiederhochstadtNiederhochstadt
Oberstein
Löwenstein
Scharfeneck
Talheim
Wittum
13 Januar 1530 JL
WeistumLehen
Zins
Vasall
Wittum
Weistum
Rentenlehen
Zinsrentenlehen
Sigfried von Oberstein
Lehnsherr
@26

Lehen Lehensbrief: „Der Lehensbrief ist eine vom Landesherrn für den Vasallen nach der Belehnung ausgestellte Urkunde.“ Darin sind der Lehnsempfänger genannt, die Lehen bezeichnet und die Pflichten des Vasallen. Ggf. werden auch besondere Vereinbarungen getroffen. Lehensrevers: „Der Lehensrevers (…) ist eine vom Lehnsmann für den Lehnsherrn ausgestellte Urkunde.“ Der Vasall bestätigt darin den Erhalt des Lehens und verspricht, die Lehnspflichten zu erfüllen. @27 Formen der Überlieferung Originale. Es handelt sich dabei um die Originalurkunden (siehe dazu XXX) @28 Amtsbücher. Abschriften in Kopialbüchern. Registern (siehe dazu Kopialbuch XXX und Register XXX) @30 Abschriften und Register „werden nach dem Ein- oder Auslaufprinzip geordnet.“ Sie enthalten „in bunter Folge durchweg sachlich uneinheitliche Schrifstücke“, darunter auch Lehnsurkunden. @31 Lehnsbücher. Lehnsbücher enthalten Auflistungen der Lehen nach dem Muster „N.N. hat empfangen zu lehen“. Das erste Lehnbuch der Pfalzgrafen (Ruprecht III.) entstand 1401. @50 „Das Lehnsrecht gab dem Vasallen die Möglichkeit, die Lehnsbindung einseitig aufzulösen, indem dieser dem Lehnsherrn die Mannschaft aufsagte.“ @51 Das Aufsagen bezog sich auf das persönliche Lehnsband zwischen Lehnsherrn und Vasall. „…erst als Folge (zog es) die Rückgabe des Lehens nach sich.“ Dieses Recht des Aufsagens wurde vom Lehnsherrn gerne eingeschränkt, durch das sog. Aufsageverbot. Nur so konnten sich Lehnsherren dagegen versichern, daß Vasallen, die mehreren Herrn dienten, auch „bei der Stange blieben“. @56 Begann das Lehenswesen mit der Vergabe von Land so trat später „sehr häufig Geld zur Gewinnung eines Vasallen“ hinzu. So entstanden auch Rentenlehen, nämlich „die Vergabe einer bestimmten jährlich zu zahlenden Summe oder seltener einer Naturalienrente, die auf lehnsherrliche Einkunfstquellen verwiesen wurden.“ (z.B. Lehnsherr gibt Geld an einen Vasallen für den Schutz einer Burg. Dafür erhält er Getreide aus einer Einnahme, die dem Lehnsherr z.B. aus einer abgabepflichtigen Gemeinde zusteht???). @104 Verkauf und Schenkung „…Verfügungen der Mannen über ihre Lehen, die die Substanz des Gutes berührten, (bedurften) einer ausdrücklichen Zustimmung des Lehnsherrn.“ Dies galt insbesondere bei: Verschenkung, Verkauf, Belastungen und Wittumungen. In der Regel geschah dies durch „Eigengut im Wert des verkauften Lehens (das) als Ersatz aufgetragen (wurde)“ oder „der Käufer wurde mit dem Kaufobjekt belehnt“. @105-106 Verpfändungen Der Lehnsvorbehalt des Lehnsherrn blieb vollauf bestehen. @107 Der Leibrentenvertrag war eine lebenslängliche Rente in Form eier einmaligen Geldleistung, ggf. auch in Naturalien. @107 Truchseß des Pfalzgrafen Ruprecht I. war Johann von Scharfeneck (1361). @108 „Der Rentenkauf unterscheidet sich von dem Leibrentenvertrag dadurch, daß keine lebenslängliche Rente vereinbart wurde, sondern eine unbefristete „ewige gult“.“ Zudem gab es noch den Ewigzins. Es fand eine Lehensumwandlung statt, „da der für die gepachteten Güter gezahlte Zins fortan als Lehen galt.“ @108 Wittumsbelegung Das Wittum dient, wie die Morgengabe, der Versorgung der Ehefrau nach dem Tod ihres Mannes. Es sind keine Schenkungen, da das Wittum in der Regel nach dem Tod der Ehefrau an die eigentlichen Erben zurückfiel. Eine Zustimmung zum Wittum musste vom Lehnsherrn erteilt werden. @109 Bei Wiederverheirtung der Witwe musste das Wittum zurückgegeben werden. Diemar Kreiss von Lindenfels und Ehefrau Elsbeth Elsbeth in zweiter Ehe mit Bligger (XI.) Landschad von Steinach @126 „an unserm gerichte zu cube“ = Kaub @163 Sigfried von Oberstein (1423) „Die Herrengewalt berührte aufs tiefste das Verhältnis der beiden Lehnspartner und erstreckte sich bis in die „private“ Sphäre des Vasallen. So mußte beispielsweise 1423 Sigfried von Oberstein dem Pfalzgrafen Ludwig als seinem Lehnsherrn versprechen, daß er nur noch um einen geringen Einsatz mit den Würfeln spielen werden, und gestand für den Fall der Nichteinhaltung seines Versprechens den Heimfall seiner beiden Burglehen zu Alzey an den Pfalzgrafen zu.“ (StA Darmstadt A 13, Nr.536 vom 09.06.1423) @212

Klaus von Schmidtburg
Lehen
Zins
Vasall
Wittum
Weistum
Rentenlehen
Zinsrentenlehen
Sigfried von Oberstein
Lehnsherr
Spieß (1978)2891978


 SchlagwortAusstellerEmpfänger
StA Wt R-US 1530 Januar 13Niederhochstadt
Oberstein
Löwenstein
Scharfeneck
Talheim
Wittum
Margarethe von Talheim

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

  1. Meyers Großes Konversationslexikon Bd. 6, Sp. 704 bis 706, abgerufen über woerterbuchnetz.de /abgerufen 03. Juli 2017
  2. Meyers Großes Konversationslexikon Bd. 6, Sp. 704 bis 706, abgerufen über woerterbuchnetz.de /abgerufen 03. Juli 2017
  3. Pfälzisches Wörterbuch schreibt dazu (Bd. 6, Sp. 1421 bis 1422) abgerufen über woerterbuchnetz.de /abgerufen 3. Juli 2017: Wittum: 1. 'Vorbehaltgut (Ländereien) nach der Erbteilung', Widdem (widəm) [lothr. SWPf], Wirrem (wirəm) [ Ort in der Karte anzeigen IB-Rubh], Willem (wiləm) [ Ort in der Karte anzeigen IB-Bliesmg/Bolch]. — 2. 'Pfarrgut, Kirchengut', Widdum [Hussong Kirkel 131], ältere Mda.: Wirr'm [Hussong Kirkel 131]; Zs.: PfWB Pfarr-, PfWB Kirchenwittum. a. 1465: oben an der Pastorey wiedem [SpeyHochst. B. 56 (LA-Roschb)]. a. 1493: Neubeforchung und Undergang aller Güter des Widdumbs der Pastorien [Glasschröder 179 (LU-Mundh)]. — 3. FlN, mda. im Willem a. 1297: bi der wideme [Lam 1 49v]. a. 1447: Item 2 firtel geforch oben den wideme [Kurpf. 819 (LU-Ruchh)]. a. 1519: 1½ morgen off Setzling geforch dem withum [Kurpf. 884 (RO-Duchr/O'hs)]. a. 1563: zuschen Bentzen Peters verlaßener witfrau vnd vf dem widumb [Lgb. Dirmstein]. — Mhd. wideme, widem, widen m. f. 'Brautgabe, Dotierung einer Kirche, eines Klosters bes. mit Grundstücken' (Lexer III 821/22); zu mhd. widemen 'stiften, zueignen, ausstatten, dotieren' (Lexer III 822; Kluge-Seebold23 889, 895). — RhWB Rhein. IX 494 Widum; ElsWB Els. II 793 Widem.

Anmerkungen

Zitate

Urkunden

Begriffe

Kategorien

Wittum gehört den Kategorien an: Begriff

Matzinger sagt: Letzte Überarbeitung der Seite 13.12.2019. Alle Rechte der Seite bei ©Matthias Clemens Sigmund Dreyer. Der Name dieser Seite lautet: Wittum. Nutzen Sie zur Zitierung für ihr Werk folgende vollständige Angabe: http://www.alsterweiler.net/wiki/Wittum ©Matthias C.S. Dreyer /abgerufen am 13.08.2020 ↑...Seitenanfang