Verschönerungsverein

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Verschönerungsverein war eine institutionelle Bezeichnung für eine Bewegung im Zuge der Heimatbewegung des 19. Jahrhunderts. Die zahlreichen Verschönerungsvereine in den pfälzischen Kleinstädten und Dörfern lassen sich in gewissem Sinne als Vorläufer des Pfälzerwald-Vereins verstehen.

Die Verschönerungsvereine kümmerten sich um die Restauerierung von Ruinen, sie markierten Wege, erstellten Karten1Seite 79ff.. Die Anzahl der Verschönerungsvereine in der Pfalz wird für den Zeitraum 1872 bis 1900 auf 52 Stück geschätzt1Seite 80. Auch in Maikammer-Alsterweiler wurde ein Verschönerungsverein gegründet.

Im Jahre 1891 "versuchten die Verschönerungsvereine eine gemeinsame Zielsetzung zu formulieren."1Seite 80 Es entstanden die "Landstuhler Thesen", die "Verkörperung eines neuen touristischen Konzeptes"1Seite 80. Die Verschönerung der Natur fand sich auch in der Errichtung von touristischen Zielen, wie die Planung und der Bau des Moltke- und des Bismarkturms auf dem Donnersberg wieder. Ein Meilenstein bei diesen Bemühungen war sicherlich die Gründung der Zeitschrift "Der Pfälzerwald" im Jahre 1900[zit 1]. Die Zeitschrift wurde in Zusammenarbeit mit dem Zweibrücker Zeitungsverleger Eugen Croissant gegründet. Es war eine Wochenbeilage in den Sommermonaten zu den lokalen Tageszeitungen.

Die Harmonisierungs- und Bündelungsbemühungen unter Christian Mehlis und August Croissant scheiterten. Die Verschönerungsvereine versanken "ab 1900...in der Bedeutungslosigkeit"1Seite 82. Dieser Niedergang und der Anstieg der Bevölkerung in den Industriestädten verlagerte die Schwerpunkte des heimatkundlichen Interesses. Im November 1902 verkündete eine Gruppe von Eisenbahnbediensteten, Apothekern, Bankangestellten und Beamten die Gründung eines Klubs für Wandern und Geselligkeit. Am 27. November fand die Gründungsveranstaltung statt. Der Pfälzerwald-Verein war gegründet und vereinigte auf einen Schlag (einen Monat später) so viele Mitglieder wie alle vorherigen Verschönerungsvereine zusammen (300 Mitglieder)1Seite 82.

Entstehung

Der Pfälzische Verschönerungsverein wurde am 26. Juli 1874 in Kaiserslautern als "Dachverband" gegründet. Bis dahin gab es lediglich einige kleinere Verschönerungsvereine auf lokaler Ebene, die jedoch nur in ihrer näheren Umgebung wirkten.

„Zweck des Vereins ist die Zugänglichmachung und Verschönerung pfälzischer Höhen und Burgen und anderer durch Aussicht, geschichtliche Erinnerungen oder in sonstiger Weise bemerkenswerther Punkte." Der Verein beginnt seine Tätigkeit mit dem Donnersberg und der Weqelnburq“. Der Gründung des Vereins ging der Versuch voraus, den bereits im Jahre 1873 in Dürkheim gegründeten Drachenfels-Club zum Zentralverein zu machen. Der Verein wurde am 18. November 1934 aufgelöst. Zur Zeit seiner Gründung hielt sich der Verschönerungsverein für „eine Naturnotwendigkeit“.

Maßgeblich daran beteiligt war der damals in der Pfalz beim Bau der Alsenz- und Donnersbergbahn tätige „für Natur, Kunst und Geschichte warm fühlende“ Bahningenieur August Freiherr Schilling von Cannstatt.

Unter dem Vorsitz von Baron Carl von Gienanth in Hochstein bildete sich im Casino in Kaiserslautern ein provisorisches Komitee, das Einzeichnungslisten an einflußreiche Persönlichkeiten in pfälzischen Städten und Gemeinden versandte. Die Bemühungen waren erfolgreich: nach einem Jahr hatte der Verein bereits 342 Mitglieder und konnte sich seiner ersten Aufgabe, der Ersschließung und Verschönerung des Donnersbergs widmen[1].


Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

  1. alle Angaben: Jöckle, Clemens; Schindlmayr, Eva: Der Moltkebogen am Donnersberg. 1. Die Geschichte des Denkmals 2. Ein "Regenbogen" als nationale Pathosformel? - Zur Ikonographie des Moltkebogens am Donnersberg. In: Pfälzische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (Hg.): Pfälzer Heimat Bd. 2. Speyer: Eigenverlag, S. 156–167.

Anmerkungen

Zitate

  1. "Die als „Wochenzeitschrift für Touristen-, Radfahrer- und Fremdenverkehr in der Pfalz und Umgebung“ als „Organ des pfälzischen Verschönerungsvereins, des Gräfensteiner und Zweibrücker Verschönerungsvereins, sowie vieler Lokalvereine“ seit 1900 bestehende Zeitschrift „Der Pfälzerwald“ wird Organ des Pfälzerwald-Vereins." (15. März 1903) siehe dazu: https://www.pwv.de/index.php/ueber-uns/histrorie

Urkunden

Begriffe

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Referenzierungen

  1. a b c d e f  |  Titel: Zwischen Heimat und Nation: Die pfälzische Identität im 19. und 20. Jahrhundert.
    schluessel: Applegate (2007)
    Die Zuordnung zu einer Seite fehlt.
    Zitat: Heimat und Pfalz.
    Eine Übertragung fehlt.
    Anmerkung: @(S.289) Trotz aller historischen Unbilden ist Heimat für das deutsche Gemeinschaftsverständnis von essentieller Bedeutung. Der Begriff.verfügt über mehr Legitimität und Suggestivkraft als etwa Vaterland oder sogar Nation.
    Es gibt keine Notes.
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    Vorkommnis: Ein Datum für das Vorkommnis fehlt.
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    Sammlung: Pfalz
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