TestReferenzierung

Aus Pfalz
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Französische Zeit (Alsterweiler)

TestReferenzierung beschreibt den Zeitraum von 1797/8 bis 1815/1816. Für diese Zeit galten in Alsterweiler die französische Verwaltung sowie die Gesetze des Code Civil. Die TestReferenzierung ist eher eine populäre, denn eine wissenschaftlich korrekte Bezeichnung. Innerhalb dieser Zeit gab es sehr viele Umbrüche, aber keine dauerhaft und umfassend wirkende Verwaltungs- und Rechtskonsitution. Es hätte viele Jahre benötigt bis die französische Verwaltung und Gerichtsbarkeit, der französische Kalender oder die französische Bezahlung verfestigt hätten werden können. Zunächst war es eher eine Machtdemonstration der neuen Herrscher. Und letztlich ist das Französische nie in Fleisch und Blut der nunmehr freien Bürger übergangen. Viel zu schnell kam die neue bayerische Ordnung und setzte wiederum andere Maßstäbe. Unterschwellig blieb aber der französische Geist, die Zeit der Befreiung, das Rechtsverständnis des Code Civil, in Alsterweiler und der Pfalz verankert.

Über den Zeitraum sind bisher weder für Maikammer noch für Alsterweiler grundlegende, an Urkunden orientierte Aufarbeitungen vorgenommen worden. Schlaglichtartig zeigt die Chronik von Maikammer-Alsterweiler einige Ereignisse auf. Sie erfasst jedoch den umfassenden Eingriff in das dörfliche Leben nicht. Auch die Jubiläumsschrift aus dem Jahre 2014 greift nur auf diese marginalen Anmerkungen zurück.

Historischer Hintergrund

Am 17. Oktober 1797 wurde der Friede zu Campo Formio geschlossen. Darin fand sich die geheime Bestimmung, das linke Rheinufer an Frankreich fallen zu lassen. "Es herrschte allgemein große Freude über den Frieden, eine Änderung der Verhältnisse war aber nicht zu merken."1.

Es traten die sogenannten Klubisten auf. Sie traten für Vereinigung der Pfalz mit Frankreich ein. In Alsterweiler ergab man sich eher stillschweigend in sein Schicksal. Am 4. November 1797 wurde der Generalkommissär für die Länder zwischen Rhein, Maas und Mosel ernannt. Die bisherigen deutschen Ämter wurden durch französische ersetzt. Die französische Gesetze wurden in den neuen Provinzen veröffentlicht. Damit waren die Rechte und Vorrechte des Adels und der Geistlichkeit beendet. Die Lehens- und Grundherrenschaft galt nicht mehr, der Gemeinsmann wurde Bürger im französischen Verständnis.

"Am 5. Dezember 1797 wurde der ganze Ort auf Befehl des Kapitäns Close nach Emigranten durchsucht, aber ohne Erfolg." (Leonhardt 1928), S. 40)

Zeitraum 1796—1816. Mit Beginn des Jahres 1798 war die administrative und rechtliche Neuordnung erstellt. Der Bischof von Speyer (sowie sein Hochstift) war beendet, Alsterweiler und Maikammer gehörten dem französischen Departement Mont Tonnere an. Darin lag das Arrondissement Spire, Kantonsort blieb vorläufig Kirrweiler. Später wurde es Edenkoben.

Am 20. Januar 1798 wurde die Verwaltung der Gemeinde den Bürgern Jakob Denier, Lambert Thormann, Jakob Frantz und Friedrich Frankmann übertragen.

Die Bürgermeister, welche die Gemeinderechnung führten, blieben bis zum Jahre 1804.

Am 23. Januar wurden die Beamten des Oberamts Kirrweiler entlassen. "Ein gewisser Nimis (abgefallener Kapuziner, der als Notar in Haßloch starb) wurde französischer Kantonsrichter" (Leonhardt (19289, S. 40).

Nach der weiteren Regelung der Gemeindeverwaltung wurde (in Maikammer Friedrich Schwarzwälder Agent und Emanuel Heilweck Adjunkt) in Alsterweiler Peter Adam Koch Agent und Johann Friedrich Eisenbiegler Adjunkt.

Jetzt kam gleich eine Reihe von Befehlen vom Kantonsrichter. Versammlungen durften bis auf weiteres nicht mehr gehalten werden. Jeder Einwohner sollte für seine Kinder und sein Gesinde verantwortlich sein, den Vorgesetzten und Gesetzen bei Vermeidung der strengsten Strafe zu gehorchen.

Wegen Räubereien sollten Nachtpatrouillen durch das Dorf gehen. Fortdauernd wurde nach Personen gesucht, die durch ihre seitherige Stellung und durch ihr Verhalten das Mißfallen der neuen Regierung erregt hatten.

Laut Befehl vom 28. Februar 1798 mußten alle Personen die dreifarbige Kokarde, wie sie die französischen Soldaten trugen, bei Vermeidung einer Strafe von 8 Tagen Gefängnis tragen. Wer sie einem Bürger ab- reißen oder sie entehren sollte, würde vor den peinlichen Gerichtshof gestellt und nach der Schärfe des Gerichts gerichtet. Am 19. Juli 1798 wurde an Stelle des christlichen Kalenders der republikanische gesetzt. Schon am 31. März 1798 wurde zum erstenmal hier und Umgebung die Dekade als neuer Ruhetag bei Musik und Trommelschlag gefeiert. Die Feste des Herrn und der Heiligen wurden abgesetzt bis auf Weihnachten, Christi Himmelfahrt, Maria Himmelfahrt und Allerheiligen.

Auf Kreuzerhöhung am 14. September 1798 wurden alle Kreuze, auch das auf dem Kirchhof umgerissen, das Muttergottesbild über dem Portal der Kirche wurde mit Brettern zugemacht. Am Sonntag blieben alle Behörden in Tätigkeit und jede Arbeit konnte vorgenommen werden. Man tat es aber nur wenig, sondern ging zur Kirche, die Kinder aber mußten in die Schule. Weil so die französischen Beamten die Gefühle des eroberten Volkes wenig schonten, waren die meisten Bewohner nicht republikanisch gesinnt. Die seitherigen Münzen, Taler, Gulden, Batzen, Kreuzer wurden mit Francs und Centimes vertauscht, was den Leuten, besonders den Frauen nicht zusagte. (alle Angaben Leonhardt (1928), S. 40ff.)

Daten

1793. Am 14. März kommt eine Kommission in Begleitung von 400 Reitem und Fußvolk nach Maikammer und lässt die Einwohner auf dem Marktplatz versammeln. Am ­Eichbrunnen wird ein Freiheitsbaum mit einer Jakobinermütze aufgestellt. Die Maikammerer weigern sich aber, einen Eid zu schwören. Als das Gerücht aufkommet, kaiserliche Truppen seien im Anmarsch,ziehen sich die Franzosen in die Festung Landau zurück. 1794: Kommissär Lenoir plündert am 17. Februar mit 12 Mann die Kirche; die Kreuze werden zerschlagen. Aus den Ställen in Mailummer werden 50, aus jenen in Alsterweiler 80 Kühe mitgenommen. 1795: Alsterweiler wird noch einmal durch deut­sche Truppen geplündert (11.12.). Jakob Hartmann (1795-1873) wird am 4. Februar in Maikammer geboren. 1797: Am 5. Dezember wird der gesamte Ort auf Befehl des Capitaines Close nach Emigranten durchsucht, aber ohne Erfolg. 1798: Seit dem 20. Januar gehört Maikammer jetzt zum Departement Donnersberg, Arrondissement Speyer. Die Verwaltung der Gemeinde wird den Bürgern Jakob Denier, Lambert Flormann, Jakob Frantz und Friedrich Frankmann übertragen.

In Alsterweiler, das durch die neue Verwaltung mehr Selbständigkeit erhalten hatte, wird ein Freiheitsbaum aufgestellt.

Laut Befehl vom 28. Februar müssen alle Personen die dreifarbige Kokarde tragen.

Am 19. Juli wird an die Stelle des christlichen Kalenders der republikanische gesetzt.

Ein Teil der christlichen Feste wird abgesetzt. An Kreuzerhöhung (14. September) werden alle Kreuze, auch das auf dem Kirchhof, umgerissen, das Muttergottesbild über dem Portal der Kirche mit Brettern verhängt.

1800: Jakob Denier wird Maikammers erster Maire; 1801 folgte ihm Jean Müller nach (bis 1813).

1801: Maikammer hat 1524 Einwohner.

1802: Die Kredenburg, die mittlerweile National­gut geworden ist, kommt in den Besitz der Gebrüder Lederle aus Hambach. Auch 60 Morgen Acker und 24 Morgen der Dieterwiese gehen in Privatbesitz über.

1806: Es gibt 315 Viehbesitzer mit 477 Kühen und 20 Rindern.

1807: In Maikammer feiert man den Geburtstag Napoleons und den Frieden von Tilsit (9. Juli 1807) auf dem Marktplatz.

1808: Franz Peter Schwarzwälder ersteigert die Kredenburg für 10.300 FF. Im weiteren Verlauf des Jahrhunderts wechselt die Burg mehrfach den Besitzer.

1811: Maikammers Winzer blicken auf das beste Weinjahr des Jahrhunderts.

1814: Im Mai und Juni werden viele Soldaten in Maikammer einquartiert; erst 1821 kann die Gemeinde die dabei entstandenen Schulden tilgen.


Französische Revolution und Napoleon Für die meisten Maikammerer bedeutete das Ausgreifen der Französischen Revolution auf das Gebiet des Hochstifts Speyer einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit. Wie die Stimmung unter der Bevölkerung war, kann heute jedoch kaum objektiv nachvollzogen werden. Zu tendenziös sind die Augenzeugenberichte von damals. Sicher scheint nur, dass beileibe nicht alle Bewoh­ner auf Seiten der Revolutionäre standen. Als eine Folge der Französischen Revolution wurde das linke Rheinufer 1798 Frankreich angeschlossen. Für die Maikammerer war damit die jahrhunderte alte Zeit der Kleinstaaterei mit all ihren negativen Begleiterscheinun­gen für die Wirtschaft vorbei. Im Departement Mont Tonnere (Donnersberg) gehörte die Gemeinde nun einem großen modernen Staat ohen Wirtschaftsschranken an. Allerdings mussten ihre Bewohner einen teuren Preis dafür zahlen. So mancherteuren Preis dafür zahlen. So mancher Maikammerer wurde zu den Fahnen gerufen und verlor im Heer Napoleons sein Leben.

(Alle Angaben 1264-2014 Maikammer, Ein Spaziergang durch den Ort und seine Geschichte, Seiten 38-39)

Referenzierungen

  1. ^  Hener, Markus (1994), ´Die Kredenburg im Wandel der Jahrhunderte´. Selbstverlag (Hg.), Maikammer
    Kein Schlüssel angegeben.
    Stufe fehlt.
    Zusammenfassung: Eine Zusammenfassung liegt nicht vor.
    Link zum Werk: Das Werk ist nicht eingestellt.
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    Schlagwort: Kredenburg;Oberstein;Viax von Oberstein