Miklós Ybl

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Miklós Ybl (*06. April 1814 Székesfehérvár, †22. Januar 1891 Budapest) war neben Frigyes Feszi der bedeutendste ungarische Architekt des romantischen Historismus (später ein Meister des Neorenaissance). Ybl war Sohn einer deutsch-ungarischen Kaufmannsfamilie.

Werdegang

Nach Beendigung seiner Studien am Polytechnikum in Wien (1815 gegründet als Ingenieurschule, heute Universität) versuchte er bei der Landesbaudirektion in Buda (Ofen) eine Anstellung zu finden. Das gelang nicht und so arbeitete er ab 1832 als Lehrling, als Geselle und schließlich (bis 1836) als Zeichner bei Mihaly Pollack, einem der größten ungarischen Architekten des Klassizismus. Im Anschluss daran, in den Jahren 1836-1840, verbrachte er vier Jahre im Dienste des Wiener Architekten Heinrich Koch (1781). 1840-1841 lebte er in München und reiste drei Monate durch Italien. Im August 1841 bewarb er sich um das Pester Meisterrecht. 1843 wurde er zur Anfertigung einer Meisterarbeit aufgefordert, deren Ausführung er jedoch, offenbar wegen seiner Privatpraxis, vor sich herschob. Das 1862 in Kraft getretene, liberale Gewerbegesetz ermöglichte eine Entbindung von der Meisterprüfung, falls "höhere Kenntnisse" entweder durch die Akademie, durch das Polytechnikum oder durch längere Praxis hohen Niveaus nachzuweisen waren. Ybls Gesuch wurde entsprochen, er bekam das Baumeisterrecht im Jahre 1863. Zu Anfang seiner selbständigen Berufslaufbahn arbeitete er mit Agoston Pollack, Sohn von Mihaly Pollack, zusammen.

Werk

Ab 1843 war er bei Graf György Karolyi beschäftigt. 1845 finden wir ihn im Dienste des Grafen Istvan Karolyi, der ihm Anfang 1846 eine dreieinhalbmonatige Studienreise nach Italien ermöglichte. Der Architekt wurde von Auftraggebern jedes Standes und Ranges gerne beschäftigt. Ybl hatte sehr gute Verbindungen zur Aristokratie. Er gestaltete Schlösser, Paläste, Kirchen, Kapellen, Krypten, Wirtschaftsgebäude und Reitschulen. Nach einiger Zeit genügte allein Ybls landweites Ansehen, um mit den schönsten und größten Aufgaben betraut zu werden. In den ersten zwei Jahrzehnten seiner Berufstaufbahn arbeitete er im Sinne und in den Formen des romantischen Historismus - soweit die Auftraggeber nicht etwas anderes von ihm verlangten.

Zu Beginn seines Schaffens zeigte Micklos Ybl Einflüsse des Spätklassizismus - meistens aber doch schon mit der Romantik vermischt. Dem Klassizismus am nächsten stehend war der 1847 mit Agoston Pollack gemeinsam entworfene Umbau und die Erweiterung des Batthyany-Schlosses in Ikervar. Stärker der Romantik verbunden war dagegen der Umbau des Karolyi-Schlosses in Fot (1845-1849). Dort hatte er auch die Wirtschaftsgebäude, darunter ein villenartiges, bereits völlig romantisches Haus und mehrere im Park zu erbauende Pavillons entworfen.[1] Mit dem Einstieg bei der angesehenen Familie Károlyi gelang es Micklos Ybl den Kollegen Heinrich Koch (1781) aus seiner langjährigen Architektentätigkeit für diese Familie zu verdrängen.[2]


Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

  1. Miklos Ybl [PU:Budapest: Historisches Museum,] Erste Auflage, ISBN 9630415534
  2. CMS 411

Anmerkungen

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