Kästenburg

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Kästenburg[1][2] (auch Kestenburg[3], Maxburg, Hambacher Schloß, Keschdeburch) ist eine Burg[4].

Kästenburg (Maxburg) auf einer Ansichtskarte, Blick aus Richtung Norden. © Matthias C.S. Dreyer

In der ersten Hälfte des elften Jahrhunderts wurde die Kästenburg errichtet (es gab wohl eine Vorgängerburg). Der Speyerer Bischof Johann I. von Kraichgau überschrieb die Kästenburg zwischen 1090 und 1104 aus Eigengut an das Hochstift Speyer[5].

Die Kästenburg wurde eine wichtige Verwaltungsstelle des Hochstifts Speyer (Amt Kästenburg)[6]. Lehensnehmer, Burgmannen sicherten das Anwesen[7]. Die Verpflichtung von Burgmannen (in der Regel Adelige oder Ritter) band einflußreiche Familien an das Hochstift. Unter ihnen finden sich angesehene Personen wie etwa Herren von Neipperg, von Liechtenstein, Grafen von Veldenz und Herzöge von Pfalz-Zweibrücken[8].

Im Jahre 1314 soll der Pfarrer aus Maikammer Hugo auf der Kästenburg inhaftiert worden sein[9]. Ein ähnlicher Vorfall wird im Jahr 1315 für Pleban Konrad aus Winden angenommen[anm 1].

Zwischen der Mitte des 13. und dem Ende des 14. Jahrhundert sind Baumaßnahmen und Aufenthalte der Bischöfe auf dem Amtssitz belegt[10]. Ein bischöfliches Urkundenarchiv wird angelegt[11]. In der Burgkapelle wird Nikolaus von Wiesbaden zum Bischof von Speyer gewählt (12. Juli 1388)[12]. Alle diese Ereignisse gelten als Belege für die Blütezeit der Burg. In diese Zeit fällt auch das Lehen für Gerhard von Neipperg und seine Vergütung aus Erträgen in Maikammer, aus der Obermühle.

Burgen auf Alsterweiler: Burg Schönecken, Burg Wildenstein, Kredenburg, Kropsburg, Kästenburg, Madenburg

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Das zugehörige Attribut lautet: Burg.

Systematik:

Urkundenarchiv

Wohl Ende des 13. Jahrhunderts als die Bischöfe Speyer verlassen mussten, blieb das Hochstift speyer ohne feste Residenz. So blieb wohl die Kästenburg bis ins 15. Jahrhundert der einzige sichere Ort, an dem die Speyrer Bischöfe ihr Archiv verwahren konnten[13].

Erst im frühen 15. Jahrhundert entwickelte sich wiede ein fester Sitz, im nahen, rechts des Rheins gelegenen Udenheim (heute Philippsburg). Dennoch verblieb das Urkundenarchiv noch lange auf der Bergfestung am Rand des Haardtgebirges[14].

Um die Wende zum 16. Jahrhundert hatte sich in Udenheim wiederum - und wohl auch in den anderen Amtsorten - ein beträchtlicher Bestand an Archivgut angesammelt. Dennoch bestand das Kästenburger Archiv weiterhin fort.

"1546, im Schmalkaldischen Krieg, ließ Bischof Philipp von Flersheim die Registraturen aus Udenheim und Kislau auf die seit 1516 speyrische Madenburg südlich von Landau in der Pfalz flüchten, in ein eigens zu diesem Zweck geschaffenes Gewölbe." Andermann (2005) [15]

Es ist indes anzunehmen[16], dass im späten 16. oder frühen 17. Jahrhundert die Kestenburger und Madenburger Depots aufgelöst und ihre Bestände nach Udenheim (Philippsburg) zusammengeführt wurden[17].

Maxburg

Es gibt zahlreiche Beziehungen zwischen der Kästenburg, deren Burgmannen und Alsterweiler (sowie Maikammer und Altenkirrweiler). Insofern ist es sinnvoll, das gesamte (gemeinfreie) Werk von Franz Xaver Remling nach diesen Beziehungen zu durchforsten.

Remling gliedert das Werk in Paragrahen/Abschnitte.

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

  1. Ich habe mich für die Schreibweise des Burgenlexikons entschieden, die ich auch als am "dichtesten" am pfälzischen Dialekt ansehe. Siehe dazu: Keddigkeit, Jürgen und Ulrich Burkhart, Übel (2005), ‹Pfälzisches Burgenlexikon›, (Beiträge zur pfälzischen Geschichte, Band 12.3 Hg., I-IV; Kaiserslautern: Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde) Seiten. (CMS 85). Keddigkeit2005a, Seite 83ff
  2. Anmerkung Matzinger: Ableitung von Kastanienberg, so wird der Hügel bezeichnet, der mit Eßkastanien bestanden ist. Ebenso Kastanienberg in Alsterweiler, den die Schwestern von St. Klara ausreißen mussten und durch Weinberge zu ersezten hatten. Siehe dazu:Alsterweiler Hofgut (Kloster St. Klara Speyer)
  3. Remling, Maxburg
  4. Keddigkeit, Jürgen und Ulrich Burkhart, Übel (2005), ‹Pfälzisches Burgenlexikon›, (Beiträge zur pfälzischen Geschichte, Band 12.3 Hg., I-IV; Kaiserslautern: Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde) Seiten. (CMS 85). Keddigkeit2005a, Seite 83 bis 100.
  5. Keddigkeit, Jürgen und Ulrich Burkhart, Übel (2005), ‹Pfälzisches Burgenlexikon›, (Beiträge zur pfälzischen Geschichte, Band 12.3 Hg., I-IV; Kaiserslautern: Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde) Seiten. (CMS 85). Keddigkeit2005a, Seite 84
  6. ⭐ Quelle unvollständig ⭐ Remling, Maxburg???
  7. ⭐ Quelle unvollständig ⭐ XXX Remling
  8. siehe dazu: http://www.demokratiegeschichte.eu/index.php?id=19
  9. Leonhardt (1928), Seite 169 - 1314 Pfarrer Hugo, der auf Befehl des Fürstbischofs Emich von Leiningen um Ostern 1314 überfallen und auf das Schloß Kestenburg geschleppt und erst nach Exkommunikation des Bischofs freigegeben wurde. (Quelle Nr.51 / Remling, Maxburg)
  10. Remling??? ⭐ Quelle unvollständig ⭐
  11. XX
  12. ⭐ Quelle unvollständig ⭐ XXX
  13. Andermann
  14. Andermann, Kurt verweist diesbezüglich auf: Einem unter Bischof Matthias Ramung angelegten Inventar zufolge war seine Ordnung im späteren 15. Jahrhundert noch dieselbe wie zwei Generationen davor. Zusätzlich erfährt man nun, dass die Laden, in denen die Urkunden lagen, im Altar der Burgkapelle verwahrt waren, und die Schlüssel zum Altar lagen in einer beschlagenen Truhe im Gewölbe des Kanzleiturms zu Udenheim. Inzwischen bestanden aber auch schon kleinere Registraturen oder Teilarchive an den bischöflichen Amtleu- tesitzen zu Bruchsal, Kislau und Lauterburg, jedoch waren die dort liegen- den Dokumente ausschließlich von lokaler Bedeutung.
  15. Andermann, Kurt (2005) ‹Kestenburg - Speyer - Bruchsal: Zur Geschichte der Archive von Hochstift und Domstift Speyer› In: Werkhefte der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg. (Hg.), (Band Serie A, 20), Seite(n): 45-57 (CMS 528). http://www.rlb.de/cgi-bin/wwwalleg/gooi.pl?s1=107t060489
  16. Andermann
  17. Andermann, Kurt (2005) ‹Kestenburg - Speyer - Bruchsal: Zur Geschichte der Archive von Hochstift und Domstift Speyer› In: Werkhefte der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg. (Hg.), (Band Serie A, 20), Seite(n): 45-57 (CMS 528). http://www.rlb.de/cgi-bin/wwwalleg/gooi.pl?s1=107t060489

Anmerkungen

  1. Das erste Ereignis mit Maikammer wird im Burgenlexikon nicht erwähnt, das zweite mit Pleban Konrad angezweifelt. Siehe dazu: Keddigkeit, Jürgen und Ulrich Burkhart, Übel (2005), ‹Pfälzisches Burgenlexikon›, (Beiträge zur pfälzischen Geschichte, Band 12.3 Hg., I-IV; Kaiserslautern: Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde) Seiten. (CMS 85). Keddigkeit2005a, Seite 85 unten

Zitate

Urkunden

Begriffe

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Kästenburg gehört den Kategorien an: Burg

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Fakten zu „Kästenburg
Art:BauwerkBurg +
Ist Zitat1546, im Schmalkaldischen Krieg, ließ Bischof Philipp von Flersheim die Registraturen aus Udenheim und Kislau auf die seit 1516 speyrische Madenburg südlich von Landau in der Pfalz flüchten, in ein eigens zu diesem Zweck geschaffenes Gewölbe. +
Ist erwähnt1314 JL + und 1397 JL +
Ist erwähnt inLeonhardt (1928), Seite 167 +
Ist zitiert inAndermann (2005) +
Liegt inHambach +
Quelle unvollständigKästenburg +