Hofgut

Aus Pfalz
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Hofgut[beg 1], ist die historische Bezeichnung für ein Anwesen (Gebäude und Grundstücke), das mit grundherrlichen Abgaben und Diensten belastet ist.[beg 2]

Hofgüter in Alsterweiler:
Alsterweiler Hofgut (Allerheiligenstift Speyer), Alsterweiler Hofgut (Kloster St. Klara Speyer), Alsterweiler Hofgut (Stift St. German und Moritz Speyer), Hauptstraße Nr.25, Hauptstraße Nr.41

Systematik:

Hofgüter in Alsterweiler

Die pfälzischen Klöster[lit 1] bedienten sich zur Einnahme von Naturalien (Waren), aber auch von Geld, dem Ertrag aus dem Eigentum oder Besitz in nahe gelegenen Ortschaften.[beg 3] Ebenso ist anzunehmen, daß auch das Hochstift Speyer[anm 1] selbst derartige Anwesen in Alsterweiler oder Maikammer unterhielt. Und auch für adelige Familien ist belegt, daß derartige Höfe betrieben worden sind[1][2][3].

Das Hofgut wurde in der Regel von einem per Vertrag bestellten Hofmann, Beständer oder Verwalter bewirtschaftet. In Alsterweiler hatten mehrere Klöster Hofgüter und Grundbesitz. Dazu zählen, mit Angabe der jeweiligen Zugehörigkeit:

Ähnliche Hofgüter gab es auch in Maikammer:

Leonhardt geht von weiteren Hofgütern aus, die bisher noch nicht belegt werden konnten[6]:

Urban Ziegler verweist auf das:

Urban Ziegler spricht von dem „Salz-, Herings- und Eieramt“ dessen Steuereinnahmen für das Siechenhaus im Kloster Heilsbruck bestimmt waren, dieses Handelsgewerbe durfte nur am Erbpfad Eingang von der St. Martinerstr. ausgeübt werden (Älteste Urkunde dazu aus dem Jahr 1443 im Archiv Luzern Schweiz, Gatterer Apparat).

Abschließend sei noch auf den Weinsperhof und die Ziegelscheuer verwiesen, die ebenfalls als Hofgut (Dalbergsches Hofgut bzw. Bischöfliche Scheuer) erwähnt werden:

Weblinks

Literatur

  1. Institut, für pfälzische Geschichte und Volkskunde (ed.) (2014), Pfälzisches Klosterlexikon: Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden Band 1-4, (1 edn., Beiträge zur pfälzischen Geschichte, (26); Neustadt an der Weinstraße: Nino Druck GmbH) (CMS 440).

Einzelnachweise

  1. Matzinger: Siehe dazu: Der Lehenshof der Familie von Heideck, der über viele Jahrhunderte für Erträge sorgte. In: Deeg, Dietrich (1968), ’Die Herrschaft der Herren von Heideck. Eine Studie zu hochadliger Famlien- und Besitzgeschichte’, Neustadt an der Aisch (Gesellschaft für Familienforschung in Franken, Kommissionsverlag Degener und Co., Neustadt an der Aisch, Band/Ausgabe: Band 18) 269 Seiten. (CMS 719), Seite 197ff.
  2. Matzinger: So hatten auch die Sickinger ein Hofgut in der Gemeinde Friesenheim. Siehe dazu: Ruf, Peter (1995), ’Geschichte von Friesenheim Band 1: Ein pfälzisches Dorf von der ersten Besiedlung bis zum Ende des 17. Jahrhunderts’, Ludwigshafen am Rhein (Herausgeber: Förderverein Museum Friesenheim Hg., LLUX, Ludwigshafen am Rhein, Band/Ausgabe:) Seiten. (CMS 119), Seite 166
  3. siehe dazu auch mit gleichem Hinweis auf Wirtschaftshöfe: Bruckert, Harald (2016) ‹Rat und Bürgerschaft in der freien Reichsstadt Landau während des pfälzischen Bauernkrieges 1525› In: Pfälzer Heimat. Historischer Verein der Pfalz (Hg.), Band/Ausgabe: 67, Seite(n): 57, Historischer Verein der Pfalz, Speyer, (CMS 728).
  4. Matzinger nach: LA Sp X 55 Nr.1022 fol.849: Erstens 16 Unzen und 1/2 Heller in Menkemere von 1 1/2 Morgen Wiesen als Hauptgut und als Unterpfand einen Weinberg mit dem dabeiliegenden Hof (una vinea et curia adiacente), den [Emricho] besitzt.
  5. Bei Leonhardt (1928), Seite 169:"5314 Pfarrer Hugo, der auf Befehl des Fürstbischofs Emich von Leiningen um Ostern 1314 überfallen und auf das Schloß Kestenburg geschleppt und erst nach Exkommunikation des Bischofs freigegeben wurde."
  6. Geschichte von Maikammer=Alsterweiler, Seite 110
  7. Anmerkung Matzinger: Dies könnte sich aus den alten Ansprüchen des Klosters Eußerthal ableiten, die in einer Urkunde aus dem frühen 14. Jahrhundert erwähnt werden. siehe dazu: https://alsterweiler.matthiasdreyer.de/wiki/Weinsweiler#Testament_Hartmann_Brunward_1379_mit_G%C3%BCtern_an_Kloster_Eu%C3%9Ferthal_und_Kloster_Heilsbruck. Es handelt sich um eine Testamentsverschreibung, die als Ursprung für den Besitz angesehen werden könnte.
  8. Dies könnte sich aus dem Patronatsrecht über die Kirche St. Cosmas und Damian ableiten, das bis zur Übernahme durch die Kurpfalz bestand. Es ist sehr wahrscheinlich, daß damit auch Grundstücke und Hofbesitz in Maikammer und Alsterweiler verbunden waren.
  9. Anmerkung Matzinger: Es könnte auch aus dem unter Eußerthal genannten Testament stammen. Hartmann Brunward hatte nämlich für beide Klöster Eigentum vermacht. Siehe dazu: Schmidt Franz (unveröffentlicht) Kloster Heilsbruck (1489), Heylspruck Schaffney Zinsbuch de Anno 1489 (Heilsbruck). Kloster Heilsbruck. Bestand: 35b; Nr(n): 100(plus)folianten, (CMS 373), Seite 9, Jahr 1379 /LA Sp F 7 Nr.808
  10. Anmerkung Matzinger: Es ist sehr wahrscheinlich, daß die jeweiligen Bischöfe von Speyer auch Grund- und Hofbesitz in Maikammer und Alsterweiler hatten. Dies kann Besitz des Hochstifts oder Privatbesitz der jeweiligen Bischöfe gewesen sein.
  11. Leonhardt (1928), Seite 162
  12. Geschichte von Maikammer=Alsterweiler, Seite 106

Anmerkungen

  1. Matzinger: Entweder der Bischof selbst oder Mitglieder des Domstifts.
  2. Es handelt sich wohl um Lothar Friedrich von Metternich-Burscheid. Er war im Zeitraum 1652 bis 1675 Bischof von Speyer.
  3. Matthias C.S. Dreyer: Es handelt sich um eine materiell auswirkende Vergünstigung für eine Leistung, hier mit einem geistlichen Amt - dem Dienst des Frühmessers - verbundene Vermögensmasse, siehe dazu auch: Pfründe.
  4. Leonhardt (1928) verweist auf LA Sp Hochstift Speyer Nr.411.

Zitate

  1. Geschichte von Maikammer=Alsterweiler, Seite 106: "1539 war Weinsweiler ein Hof, der zur v. Dalberg'schen Kropsburg als Lehen gehörte. Er bestand aus Haus, Hof, Garten und 11 Morgen Weinbergen, Äckern und Wiesen. In diesem Jahre gestattete Bischof Philipp II. seinem Vetter Wolf v. Dalberg, den Hof auf Erbpacht zu verleihen."
  2. Liber secretorum Matthiae, folio 265 r Kyrwiler Inname (7. Eintrag) Item I gulden vor I malter saltz von der volmarn hoff zu meynkemern #Übertragung Matthias C.S. Dreyer /Korrektur Johannes Weingart/23. November 2016

Urkunden

  1. Landesarchiv Speyer LA Sp F 7 Nr.808

Begriffe

  1. "Hofgut, dem Hofrecht (I) unterliegendes Gut a allgemein b im engeren Sinn, im Unterschied zu Hufengut 2 allgemein für ein vom Grundherrn verliehenes Bauerngut 3 Fürstengut II abgesondertes Hofgut außerhalb eines Dorfs (II) gelegener Hof (II 2 oder II 4 a) III Getreide bestimmer Menge vom Wirtschaftshof und von gewissen Bevorzugten, das wöchentlich in der Fronmühle gemahlen wird," zitiert nach Deutsches Rechtswörterbuch (DRW), Spalte 1235-1236/ abgerufen aus woertbuchnetz.de /18. April 2016
  2. Im Gegensatz dazu: das Freigut (frei von Abgaben und Diensten) oder der Gutshof, der sich im Eigenbesitz einer adeligen Familie befand.
  3. Diese Praxis war auch bei Landesherren, Gemeinden usw. verbreitet. Siehe dazu: Gült, Fron, Zehnt.
  4. Matthias C.S. Dreyer: Wohl vom Französischen "amasser", was so viel wie "horten", "anhäufen", "hamstern" bedeutet. In diesem Sinne sollten wohl die Gelder für die Ableistung des Beneficiums angesammelt werden.

Kategorien

Hofgut gehört den Kategorien an: Wirtschaftshof

Matzinger sagt: Letzte Überarbeitung der Seite 03.07.2017. Alle Rechte der Seite bei ©Matthias C.S. Dreyer. Der Name dieser Seite lautet: Hofgut. Nutzen Sie zur Zitierung für ihr Werk folgende vollständige Angabe: http://www.alsterweiler.net/wiki/Hofgut ©Matthias C.S. Dreyer /abgerufen am 25.09.2017 ↑...Seitenanfang