Gruftkirche der Fürsten von Dietrichstein zu Nikolsburg

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Gruftkirche der Fürsten von Dietrichstein in Mikulov. Der östliche Teil wurde vom Architekten Heinrich Koch geplant und gebaut.
© Matthias C.S. Dreyer 2014.
Gruftkurche der Fürsten von Dietrichstein in Mikulov. Die Fassade stammt im Entwurf nicht von Heinrich Koch. Die barocke Fassade wurde lediglich in einigen Teilen von ihm überarbeitet. Koch hat die dahinter liegende klassizistische Kirche entworfen und gebaut.
© Matthias C.S. Dreyer 2014.

Die Gruftkirche der Fürsten von Dietrichstein zu Nikolsburg (heute Mikulov (Tschechische Republik) wurde nach Plänen von Heinrich Koch (1781) umgebaut[web 1].

Gruftkirche der Fürsten von Dietrichstein zu Nikolsburg: 48° 48' 24", 16° 38' 22"
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Entstehung

Die Annakirche selbst hat eine längere architektonische Vorgeschichte. Beim Stadtbrand von 1784 in Nikolsburg wurde auch die im Umbau befindliche Annakirche zerstört. Zunächst drohte nach dem Stadtbrand der Verkauf der baulichen Reste. Die Sicherungsarbeiten begannen erst unter Franz Joseph von Dietrichstein im Jahre 1837. Deshalb konnte lediglich noch die Frontseite gerettet werden. Daran schloss sich die Planung durch Heinrich Koch an. Er errichtete hinter der barocken Fassade eine eigenständige klassizistische Kirche.

Baustil

Heinrich Koch (1781) baute die Kirche in den Jahren 1845-56 im spätklassizistischen Stil um. Im wesentlichen handelt es sich allerdings hinter der Fassade um einen Neubau Kochs. Insofern entstand eine einzigartige Kombination, die ihresgleichen sucht. Die barocke Fassade, ein Werk von Fischer von Erlach, verdeckt den klassizistischen Bau dahinter. Über das Eingangsportal gelangt man in den Innenhof. Von dort kann die neue Kirche betreten werden.

Pläne

Koch ließ die ursprüngliche Grabkapelle an der Südseite entfernen und schüttete die ehemalige Krypta zu. Den Chor ließ er durch eine Mauer abschließen. Sie enthält die Jahreszahl 1846. Aus dem ehemaligen Hauptschiff entstand so ein Hof. Durch das Vermauern der Arkadengänge wurde Platz für die Aufstellung von Sakrophagen der Familienmitglieder geschaffen (Verstorbene von 1617-1852). Die neue Kapelle erhielt einen Altar, über dem ein Kruzifix (Franz Bauer) hängt. Von der Decke hängt ein Messinglüster holländischen Stils aus dem Jahre 1854.

Auch die prunkvolle, aber beschädigte Fassade wurde umgestaltet (nicht wie verschiedentlich festgestellt von Heinrich Koch neu erbaut). Die barocken Turmkuppeln wurden durch gemauerte Aufsätze ersetzt. Die Balustrade zwischen den Türmen mit einer Christusfigur und zwei Engeln besetzt.

Heutige Nutzung

Die Kirche ist auch heute noch die Grablege der Fürsten von Dietrichstein. Der gesamte Komplex ist öffentlich zugänglich. Es wird eine Führung angeboten.


Die Kirche St. Anna mit der Nachbildung der Casa Santa im italienischen Loreto entstand in den Jahren 1623-1656 im unteren Teil des Stadtplatzes. An der Südwestseite der Kirche wurde die Grabkapelle der Dietrichsteiner errichtet, Anfang des 18. Jahrhunderts erhielt sie eine zweitürmige Fassade nach einem Entwurf von J. B. Fischer von Erlach. beschädigt und danach erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts zur Familiengruft der Dietrichsteiner umgestaltet. Von ihrem provisorischen Aufbewahrungsort unter der Kirche St. Wenzel wurden die sterblichen Überreste von Familienmitgliedern aus den Jahren 1617 bis 1852 hierher verbracht. Im unteren Teil des Stadtplatzes befand sich seit 1612 ein Kapuzinerkloster, neben welchem Franz von Dietrichstein im Jahre 1623 (der Grundstein wurde zwei Jahre später geweiht) mit dem Bau einer Nachbildung der Casa Santa aus dem italienischen Loreto begann. Der Bau der Kirche nach einem Projekt von Giovanni Teacalla wurde vor 1638 bereits unter dem neuen Kardinal Maximilian von Dietrichstein aufgenommen. Die neue Kirche wurde 1656 der heiligen Anna geweiht, die Casa Santa hatte ihren Platz in der Mitte des Hauptschiffes. Gleichzeitig mit der Kirche entstand an ihrer Nordwand auch die Grabkapelle der Adelsfamilie Bfeznicky z Nächoda sowie auf der gegenüberliegenden Seite die Sakristei mit der Schatzkammer im Obergeschoß. Dieser Bau wurde in den Jahren 1678-1682 umgestaltet und erhielt vor allem 1679-1680 eine neue, künstlerisch aufwendigere Stuckverzierung von Giovanni Castelli (heute Ausstellungsraum im Haus Nr. 6). An der Südwestseite der Kirche St. Anna wurde die Grabkapelle der Dietrichsteiner angebaut, die heutige Sakristei. In den Jahren 1701-1706 erhielt die Kirche eine ganz neue, monumentale Fassade mit zwei Türmen, die möglicherweise nach einem Entwurf von Johann Bernhard Fischer von Erlach entstand, auch wenn sein ursprüngliches Projekt nicht realisiert wurde. Fast die ganze Kirche, damals durch eine urbanistisch sehr viel passendere figurengeschmückte Treppe vom Niveau des umgebenden Platzes abgehoben, fiel dem verheerenden Stadtbrand vom 14. September 1784 zum Opfer. Unbeschädigt blieben nur der Chor der Kirche mit der sog. Nächod-Kapelle, die Außenwand der Kirche mit den Seitenkapellen und der gemauerte Teil der Nordwestfassade. Kurz nach dem Brand drohte sogar ei#Verkauf der Überreste der Annakirche als Baumaterial. Hierzu kam es dann zwar doch nicht, &M erste Schritte zur Sicherung der einsturzgefährdeten Gemäuer wurden erst 1837 unter Franz Joseph von Dietrichstein unternommen. Dieser ließ schließlich in den Jahren 1845-1852 auf der Grundlage eines Projekts von Hemricl*l^!i das ganze Gebäude zur Grabkirche der Dietrichsteiner umbauen. Der Architekt beseitigte die ursprüngliche Grabkapelle an der Südseite und ließ die alte Krypta zuschütten. Den einstigen Chor schloß er durch eine klassizistische Mauer mit der Jahreszahl 1846 ab, womit aus dem früheren Hauptschiff ein ottener Hof wurde. Die Arkaden der Seitenkapellen wurden zugemauert, und die so entstandenen ^ange dienten fortan als Aufbewahrungsort für die Sarkophage der in den Jahren 1617-1852 verstorbenen Familienmitglieder, welche nach dem Brand provisorisch unter der Kirche St. Wenzel verwahrt worden waren. Die neu entstandene Kapelle erhielt einen neuen Altar, über dem sich ein monumentales Kruzifix von Franz Bauer erhebt, während von der Decke ein Messinglüster W en J?ps aus d e m Jahr 1854 hängt- Umgestaltet wurde auch die beschädigte Fassade, ^iSfe rfA U uS a !fe e r s e t z t e n d i e ursprünglichen barocken TurmkuppeM, und auf der Balustrade la dieser c t 11 JÜrmQn fanden eine Christusfigur und zwei Engel ihren Platz. Stadt sich zu ein"6 fb diC Gmft bi§ Anfang der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts, als die Wurden die steineme^Fn d i §e n Renovierung des schadhaften Bauwerks entschloß. Restauriert u*id der Hörbereich^"r ^ 6 d e S B&US U n d d e r Figurenschmuck ebenso wie sämtliche Innenräume e m Denkmal Franz Joseph von Dietrichsteins. Dieses Werk von Emanuel

Weblinks

  1. Werkverzeichnis Heinrich Koch

Literatur

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Koordinaten48° 48' 24", 16° 38' 22"Breitengrad: 48.806561111111
Längengrad: 16.639488888889
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