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Grenzsteine (Alsterweiler-Maikammer)/Aufstellung

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Grenzsteine (Alsterweiler-Maikammer) · Grenzsteine (Alsterweiler-Maikammer)/Aufstellung

Schon kurz nach 1815 hatte die bayerische Regierung die Absicht, den Wald unter den Gemeinden der Haingeraide aufzuteilen. Stand der Wald bis dahin "allen zur Verfügung und jeder Bürger konnte jeden Waldabschnitt nutzen" (nach bestimmten Vorgaben), stießen die neuen Regelungen auf eine eher zurückhaltende Reaktion der Bevölkerung. In den Akten der Gemeinde Maikammer sind folgende Abläufe festgehalten: "

  • 16.8.1817

Speyer: Die Königlich-Bayerische Regierung des Rheinkreises (wie er damals genannt wurde), die Kammer des Innern appelliert an die Gemeinden, doch der vorgeschlagenen Teilung der Waldflächen zuzustimmen und sich über die Teilungsvorstellungen zu einigen. Man solle nicht durch Prozesse, die hohe Kosten verursachen, die Durchführung verzögern. Unterschrift: v. Stichaner.

  • 2.10.1817

Edenkobens Oberbürgermeister Arnold wirbt bei den Gemeinden der 5. Haingeraide für den Plan der Regierung, nach dem jede Gemeinde ihren Waldanteil zugemessen bekommt und somit ihre eigenen Interessen wahren kann. Auch kann dann jede Gemeinde selbst gegen den überhandnehmenden Waldfrevel vorgehen, und die Verwaltung wäre wesentlich vereinfacht.

Er bittet um Meldung innerhalb von 10 Tagen an ihn, - 1. ob eine Teilung stattfinden soll und kann, und - 2. auf welche Art am besten geteilt werden soll.

  • 20.5.1820

Landau: Die Gemeinden St. Martin, Kirrweiler und Diedesfeld haben sich vor dem Königlich-Bayerischen Landkommissariat geeinigt, daß die Gemeinde Maikammer als die meistbevölkerte ein Zwanzigstel der Fläche der 5. Haingeraide im voraus bekommt, die übrige Waldfläche in 4 gleiche Teile geteilt werden soll. Unterschrift: Maikammer: Jakob Anton Platz, Andreas Heilweck Diedesfeld: Jakob Ißler, Jakob Brechtel Kirrweiler: Joh. Hardart, Peter Zeppenlin St. Martin: Edyd Weisenburger, Andreas Platz Die Vermessung soll sofort eingeleitet werden. Im Verlaufe der Verhandlungen erhebt die Gemeinde Kirrweiler Anspruch auf das Heidelbergel und das Schraussental.

  • 2.6.1820

Eingabe der Gemeinde St. Martin wegen Streit mit Kirrweiler betr. Heidelbergel. St. Martin will dort Frucht und Kartoffeln anbauen. Kirrweiler soll aus Billigkeit einer an Ackerboden so armen Gemeinde das Heidelbergel zugestehen. Unterschrift: Bürgermeister Seeber. St. Martin: Maikammer und Diedesfeld sind mit der Teilung einig. Das königlich-bayerische Landkommissariat soll doch bitte mithelfen, daß Kirrweiler auf das Heidelbergel zugunsten von St. Martin verzichtet. Die Gemeinden Maikammer und Diedesfeld haben ihre Waldflächen schon zu Eigentum gemacht und ziehen bereits Nutzen daraus.

  • 16.6.1820

Widerspruch der Gemeinde Kirrweiler: Schon 1703 habe die Gemeinde Kirrweiler das Heidelbergel zugesprochen bekommen, und zwar amtlich, es sei also schon 117 Jahre in seinem Besitz. Das Dörnel und seine Umgebung hätten doch Ausgleich sein müssen für das Heidelbergel und das Schraussental. Unterschrift: Bürgermeister Becker.

  • 5.7.1820

St. Martin: Eingabe wegen Heidelbergel und Schraussental, welches Kirrweiler schon 18 Jahre nutzt und dort die Kastanien versteigert. Die übrigen Gemeinden, Maikammer und Diedesfeld, haben aus billiger Rücksicht darauf verzichtet, weil es auch zu weit vom Dorf abliegt. Könnte dies nicht auch Kirrweiler tun, welches ja noch weiter abliegt. St. Martin würde die Fläche mit Kartoffeln bepflanzen.

  • 21.8.1820

(Revierförster Johann Jakob Albert[1]) Albert[anm 1]: Im Morscheberg fehlen verschiedene Grenzsteine. Die Anfertigung von Grenzstäben ist dringend nötig. Ein Grenzbegang mit Edenkoben ist anzusetzen.

  • 27.8.1820

Revierförster Albert: Alsterweiler will wissen, wie es mit der Abgrenzung der Vorderberge steht, damit die Vermessung nicht aufgehalten wird. Soll umgehend geklärt werden.

  • 4.9.1820

(Revierförster) Albert: Bis 7. dieses Monats werden die Grenzsteine zwischen Edenkoben und der 5. Haingeraide gesetzt, ein Steinhauer ist mitzubringen. Auf weiten Strecken zwischen der Haingeraide und Hambach bis zur Archenbach sind keine Grenzsteine zu finden. Grenzkundige Leute sollen (eventuell mit Hambach) bestellt werden.

  • 17.9.1820

St. Martin: 300 Morgen seien zu wenig vermessen!

  • 19.2.1821

Landkommissariat Landau: Die alten Schulden der Haingeraide müssen zuerst bereinigt werden, vorher darf mit der Vermessung nicht begonnen werden. Zur Prüfung hierüber wird der Einnehmer Schmitt aus Landau bestimmt.

  • 18.3.1821

(Revierförster) Albert: Aus jeder Gemeinde wird ein Experte für die Vermessung gemeldet. Damit diese weitergehen kann, ist für nächsten Mittwoch 2 Uhr eine Besprechung der Experten festgesetzt, wobei auch die Tagesgebühren festgelegt werden. Jeder, der von dem zur Vermessung nötig gehauenen Holz wegnimmt, wird als Holzfrevler behandelt.

  • 5.6.1821

Feldmesser Schaefer: Vermessungsgebühren-Angebot 10 Kreuzer pro Morgen. Wer bezahlt?

  • 7.8.1821

Regierung Speyer: Die Vermessungsgebühren müssen festgesetzt werden. Zahlungen können vorderhand nicht geleistet werden, bis ein Resultat der Vermessung vorliegt.

  • 17.5.1822

Landkommissariat Landau: Die Vermessungsstreitigkeiten zwischen Maikammer und St. Martin auf dem Breitenberg müssen beendet werden.

  • 20.5.1822

Landau: Friedrich Eisenbiegler aus Alsterweiler wird zum Steinsetzer ernannt.

  • 27.12.1822

Landau: Ab 1.1.1823 Ende der gemeinsamen Bewirtschaftung der 5. Haingeraide, da jeder Gemeinde ihr Teil zugewiesen ist, obwohl noch keine notarielle Urkunde erstellt worden ist."[2][3].


Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

  1. Schäfer, Günter, Stöckl Martina (2015): Ortsfamilienbuch Maikammer-Alsterweiler Band 1 und Band 2: Selbstverlag (2)., Seite 73)
  2. alle Angaben nach: Leonhardt, Damm, Treptow: Chronik Maikammer-Alsterweiler. I. Teil - Geschichte von Maikammer-Alsterweiler von Johannes Leonhardt 1928 II. Teil Chronik von Maikammer-Alsterweiler ab 1928 und Chronik der Verbände und Vereine 1986: Ortsgemeinde Maikammer (Band 1 und Band 2) (1), ab Seite 394.
  3. alle Angaben nach: Leonhardt, Johannes (1928): Geschichte von Maikammer=Alsterweiler. Johannes Leonhardt: Selbstverlag (1).

Anmerkungen

  1. Königlicher Revierförster in der 5. Haingeraide - Nach Ortsfamilienbuhc Stöckl (2015), Eintrag Nummer 31.

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