Dorfordnung 1549

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Dorfordnung 1549Dorfordnung 1549/Artikel

Dorfordnung 1549 ist die erste verbindliche, schriftlich dargelegte Regelung für jeden Einwohner der Gemeinde Maikammer-Alsterweiler. Sie wurde im Jahre 1549 verfasst. Vermutlich gab es einen Vorgänger in Form eines Weistums. Darauf weist die Formulierung hin: "herbrachte und geüpte ordenunge”1.

Überlieferung

Die aktuell gültige Übertragung stammt aus dem Jahre 1985[1]. Zuvor hatte sich u.a. auch Johannes Leonhardt an der Übertragung versucht[2]. Das Heftchen befand sich im Jahre 1827 im Eigentum von Franz Friedrich Schwarzwälder. Es ist der großen Weitsicht seines Enkels Fritz Schwarzwälder zu verdanken, daß eine der ältesten schriftlichen Ordnungen für ländliche Gemeinden noch heute existiert und sich im Landesarchiv Speyer unter der Bezeichnung LA Sp U 103 Nr.36a befindet.

Inhalt in Abschnitten

Die Dorfordnung 1549 beginnt mit einer Präambel. "Nachfolgende ordenunge sind zu nutz und gut der gemein zu Meinkeimer durch schultheiß, dorffmeyster, sechser und bedleger daselbst beratschlagt und mit bewilligunge deren von der gemeinen wie nachstet zu halten und haben bewilligt und angenomen worden, auch sich demnach eyn jeder wiß für schaden zu richten, sol solchs jars der gemein als herkommen öffentlich verkunth und fürgelesen werden etc.". . Es folgen 40 Artikel, die infolgende Abschnitte einzuteilen sind:

  1. mit den Wirten und dem Weinschank, mit Maß und Gewicht (Artikel 1-9);
  2. mit den Wegen, den Wiesen und den Weiden (Artikel 10-14);
  3. mit dem Handel (Artikel 15);
  4. mit dem Zuzug von Fremden (Artikel 16-18);
  5. mit dem Weinhandel (Art. 19-21);
  6. mit den Metzgern und dem Viehhandel (Art. 22-29);
  7. mit den Müllern und Bäckern (Artikel 30-36);
  8. mit dem Weinschank (Artikel 37);
  9. mit verschiedenen Verboten (Art. 38-40).

Anschließend folgt die nicht mit Ziffern versehene Ordnung über den Dorfwidder.

Inhaltliche Aspekte

Die Dorfordnung enthält keine Bestimmungen über das Dorfgericht. Auch werden verwaltungstechnische Aufgaben, wie Steuerveranlagung und -einziehung nicht erwähnt. Es fehlt überhaupt ein dörfliches Rechnungswesen. Über die herrschaftliche Struktur, also Amt, Oberamt werden auch nicht erwähnt. Der Bischof von Speyer wird in den Artikeln 16 und 29 erwähnt. An ihn werden Strafgelder abgeführt. Benannt werden hier Funktionen: Schultheiß, Dorfmeister, Sechser, Bedleger.

Artikel der Dorfordnung

Vorspann

  •  Nachweis: Vorspann.
    Zitat: "In diesem buchlein sind des dorffs zuw Meinkeimer herbrachte und geüpte ordenunge, so man bei vermerckten peen und straffen zuw halten schuldig begriefen etc. Laus deo semper. Sub Dato 1549."
    Übertragung: Das Buch enthält die von alters hergebrachten und ausgeübten Ordnungen. So wie man sie einhalten soll bei Strafen und Bußgeld.
    Anmerkung: Vorspann zur Dorfordnung mit dem Hinweis, daß diese Ausführungen als "hergebracht und ausgeübt" ansieht. Somit galten diese wohl schon seit langer Zeit, ggf. als Weistum in mündlicher Überlieferung.
    Schlagwort: Laus deo semper · Vorspann
    LINK: Alsterweiler · Maikammer
    PDF: [Original als PDF]
    WIKI: Ordnung

Artikel I. bis IX. (1. bis 9.)

  • Dorfordnung (1549)/ArtikeI1 
  •  Nachweis: Artikel II.
    Zitat: "Item wa einer ein reyfe under dem jare abwerfen tett, derselbig soll die obgemelt eynunge unnachleßlich verfallen sein und sol dem nach in eim jare kein reyf ußstecken, bei auch I lb d zur eynunge."
    Übertragung: Wer einen Reif unter dem Jahr abwirft (wer also seinen Weinschank etc. - Artikel 1 - während des Jahres beendet) der soll die o.g. Strafe zahlen und soll demnach in einem Jahr keinen Reif ausstecken dürfen, bei einer Strafe von 1 lb d.
    Keine Anmerkung
    Schlagwort: Reyfe · Eynung · Fassreif
    LINK: Maikammer
    PDF: [Original als PDF]
    WIKI: Eynung · Fassreif · Reyfe
  •  Nachweis: Artikel III.
    Zitat: "Item es soll kein wurt wein ausserm dorf kaufen, es were dann ganz keyn wein im dorf zu verkaufen, bey straffe 1 lb d."
    Übertragung fehlt
    Anmerkung: Wirte sollen ihren Wein im Dorf kaufen, es sei denn, es gäbe keinen Wein im Dorf.
    Schlagwort: Wirt · Wein
    LINK: Wirt
    PDF: [Original als PDF]
    WIKI: Wirt
  • Dorfordnung (1549)/ArtikeI4 
  • Dorfordnung (1549)/ArtikeI5 
  • Dorfordnung (1549)/ArtikeI6 
  • Dorfordnung (1549)/ArtikeI7 
  • Dorfordnung (1549)/ArtikeI8 
  • Dorfordnung (1549)/ArtikeI9 


Artikel X. bis XVI. (10. bis 14)

  • Dorfordnung (1549)/ArtikeI11 
  •  Nachweis: Artikel XII.
    Zitat: "Item welicher wisen uff die gemeine wege stossen hatt und zu wessern begert, derselbig soll wessern, doch der gemein on schaden: Und wa von alter her brücken uber die gemein wege geen, soll man dieselbigen uffrichten bey pene 1 lb heller. Solicher punct der wesserunge halb sol allein den inheimischen und nit den frembden erlaupt sein."
    Übertragung: Dessen Wiese an einen öffentlichen Weg stößt und diese zu bewässern begehrt, soll der Gemeinde durch das Wässern keinen Schaden zufügen. Gehen Brücken über einen öffentlichen Weg, sollen diese instandgehalten werden, bei einer Strafe von 1 lb Heller. Die Wässerung soll nur den Einheimischen und nicht den Fremden erlaubt sein.
    Keine Anmerkung
    Schlagwort: Wiese · Gemeiner Weg · Brücke · Wässerung · Einheimische · Fremde
    LINK: Wiese
    PDF: [Original als PDF]
    WIKI: Gemeiner Weg · Wiese · Brücke · Wässerung · Einheimische · Fremde
  •  Nachweis: Artikel XIII.
    Zitat: "Item wa einer ein pferdt bei nacht in die weidt tut und im felt oder wissen unangebunden funden wurt, derslebigk soll eyn pfund, heller unnachleßlich verbrochen haben."
    Übertragung: .
    Keine Anmerkung
    Schlagwort: Pferd · Weide
    LINK: Wiese
    PDF: [Original als PDF]
    WIKI: Pferd · Weide
  • Dorfordnung (1549)/ArtikeI14 


Artikel XV. (15)

  • Dorfordnung (1549)/ArtikeI15; 


Artikel XVI. bis XVIII. (16-18)

  • Dorfordnung (1549)/ArtikeI16 
  • Dorfordnung (1549)/ArtikeI17 
  • Dorfordnung (1549)/ArtikeI18 


Artikel XIX. bis XXI. (19-21)

  • Dorfordnung (1549)/ArtikeI19 
  • Dorfordnung (1549)/ArtikeI20 
  • Dorfordnung (1549)/ArtikeI21 


Übertragung der Urkunde

© Doll (1985) ‹Die Maikammerer Dorfordnung von 1549› In: Mitteilungen des historischen Vereins der Pfalz. (Hg.), Band/Ausgabe: 83, Seite(n): 5-361, (CMS 280).

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Dorfordnung von Maikammer von 1549

Diese Dorfordnung war auch für Alsterweiler gültig, obgleich dies nicht explizit erwähnt ist. Erkennbar ist diese aber u.a. daran, daß bei den Schöffen, dem Sechser, auch Alsterweiler Bürger bestellt waren.

  1. Anton Doll (1985): ‹Die Maikammerer Dorfordnung von 1549› In: Mitteilungen des historischen Vereins der Pfalz. (Hg.), Band/Ausgabe: 83, Seite(n): 5-361, (CMS 280).
  2. siehe dazu:XXX<