DHM Do 79 113

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Urkunde DHM Do 79 113

Gebiet: Steinweiler
Zeitraum: 1543 April 20
Grad: Vollständig
Kategorie:

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PDF Lizenz /nicht verfügbar
Merkmal Eintrag
Nummer DHM Do 79 113
Archiv Deutsches Historisches Museum
Bestand Inventarnummer Do 79/113
Best.Verz. Internetdatenbank
Titel Bestätigung zur Erbpacht für eine Mühle in Steinweiler
Inhalt Erbpacht
Umfang 1 Seite
Aussteller Ulrich Weigel
Ausstellungsort Fehlt
Empfänger Viax von Oberstein
Datum 1543 April 20
Regest ja
Text-Original ja
Text-Übertragung ja
Weitere Personen Margarete von Dalheim · Christoffel von Dalheim · Hans von Dalheim · Katharina von Dalheim
Erwähnung in N/A
CMS 762
Zitat Erbpacht Mühle von Steinweiler
Schlagwort

Steinweiler · Mühle · Dalheim · Oberstein · Erbpacht · Archenweiler · Talheim · Weigel

Sammlung

Urkunde

Die Vorlage hat ausgefüllt: /2017-10-06

Die Urkunde trägt den Titel: Ulrich Weigel aus Winzingen erhält von Viax von Oberstein die Mühle zu Steinweiler in Erbpacht.

Übertragung

Johannes Weingart /27. Januar 2017 – Korrektur Matthias C.S. Dreyer /28. Januar 2017.

Ich Urich Weigell von Wintzingen[1] beken offentlich mit diesem brieff[2] das der edell unnd ernvest Viarius vom Obersteinn mein gunstiger[3](?)[anm 1] juncker unnd mit ime Margreth geborn von Dhalheim sein elich haußfraw vor sich unnd irer Margrethten onmundige bruder kinder Hansen Otiliam unnd Catharinam mir unnd meinen erben zu einem rechten erbe inn erbbestentnus[4] weyse geleuen[5] habenn ir mule zu Steinweyler[6] gelegen inhalt eins versigelten briefs ich daruber inhabe von wortt zu wortt also laudent. Ich Viarius vom Oberstein unnd ich Margaretha geborn vonn Dhalnheim sein elich hausfraw bekennen fur uns Hansen von Dhalheim den jungen unsers schwagers unnd bruders sun unnd Christoffell von Dhalnheims hinderlassen dochter Otilia unnd Katherin auch alle unsere erbenn unnd nachkomenn das wir Vlrich Weigeln von Wintzingen unnd seinen erben unsere mule zu Steinweyler erblich verlyhen haben unnd verleyhen ime die also mit aller zu gehorung gereichtigkeit[7] unnd begrieff[8] in crafft dis brieffs das er unnd sein erben der genissenn[9] unnd brauchenn sollenn zu irer notturfft[10] unnd die mit dem lauffenden[11] geschir[12] unnd dem bachstadenn darob und darunder als weidt sich geburtt auch haus scheuwer stelle unnd anderm begriff unnd zu gehorung in guttem redlichen[13] lendtlichen[14] bawe[15] unnd besserung[16] stellenn auch also halten unnd solichs inn kheinem weg als dan verghen lassen. Er unnd seine erben sollen auch denn ihenenn so bei ime malenn werden mit malenn ein genugen[17] thun und nit mehe multers[18] dan sich geburt unnd recht ist nehmen. Sie sollenn auch eim iglichenn das sein zum bestenn malenn unnd bereitten das er des genissen moge unnd ime das nit zu schanden machenn[19] in keinen wegk. Dar zu sal Vrich oder seine erben alle gerechtigkeit der gemelten mule handthaben[20] unnd nit verghenn lassen unnd vonn solicher mule unnd bestandts wegenn uns und unsern erben eins iglichenn iars uff sanct Martins des heiligen bischoffs tag[21] acht tag vor oder nach ungeverlich zwolff malter[22] dhurres[23] korns[24] kauffmans gutt[25] Steinweyler meß[26] unnd zehenn kappen[27] geben idoch so er oder seine erbenn nit kappen hetten sollen sie iars achtzehen pfenning ie vor ein kappen geben. Darann sie kheiner ley hagell her[28] mißwachs[29] oder sunst einich anderer ungefelle[30] das man erdencken kann oder mag hindern oder irrenn[31] soll in keiner ley weyß sonder all geverde[32]. Daruber hatt er Vlrich fur sich unnd sein erben vor zwey hundert guldenn burgen ernent und gebenn. Nemlich Wolff Weygelln den alten ein muller zu Wintzingenn sein Vrichs vatter unnd Caspar Stossern den becker zu Rorbach[anm 2] die zu gegenn gewesenn unnd solichs zu gesagt habenn unnd weithers uber die burgschafft der zwey hundert guldenn versprochen wo gedachter Vlrich oder seine erben obgeschribene punctenn gar oder eins theils nit hilten und vonn unß oder unsern erbenn in eins offen wirts hauß[33] ghen Landaw[anm 3] oder anders wohe hin gemandt wurden. So sollen und wollenn sie sich dahin stellenn[34] unnd recht leistung[35] thun wie der brauch auch daraus nit komenn unß oder unsern erben sey dann zuvor ein vorenkomen benugen[36] widderfaren. Es sall auch dweill die mule etwas baufellig und ime Vlrichenn die stell in baw unnd beserung wider zu stellen angedingt[37] die obbestimpt erst gult aller erst uff Martini im iar so man zelen wurtt tausent funff hundert viertzig vier gefallen unnd gereicht werdenn. Zu dem so ist unnd soll die vilgedacht mule bievor aller beschwerde[38] frei sein. Erfunde sich aber uber kurtz oder lang beschwerung daruff die sollenn unnd wollenn wir obgenantenn verlyher oder unser erbenn gedachtem Vlrichen oder seinn erben naher[39] thun unnd ablegenn[40] nach landts gebrauch. Bei solicher bereddung unnd erbbestendtnus sein uber die vorbenante burgen gewesenn die ersamen Heinrich Frosch schulteiß zu Steinweyler unnd Eucharius der becker vonn Billickheim[41] von mir Viacrio vom Oberstein der zu erbetten und uff Vlrichs seittenn Alexander Bogner der becker zu Steinweyler unnd Hans Brust der muller zu Archenweyler[42]. Des alles zu merem urkunt unnd glauben hab ich Viarrius vom Oberstein vor mich Margaretham von Dhalheim mein liebe haußfrawe Hansenn vonn Dhalheim den jungen mein schwager unnd obgenants meins schwagers seligen Christoffell vonn Dhalheims onmundige dochter Otiliam unnd Katherinam mein angeborn[43] ingesigell ann disenn brieff gehangenn. Der geben ist freytags nach iubilate von der geburtt Christi unsers lieben hern gezalt tausent funff hundert unnd inn dem drey und viertzigstenn iar. Demnach geredde und versprich ich obgemelter Vrich Weigel vor mich unnd mein erben auch wir obgenante zwenn burgenn alles das …[anm 4] geschrieben und diser brieff ußweysenn[44] ist war steet vest unnd unverbruchlich zu haltenn sonder all geverde. Des zu warem urkunt hab ich erbettenn denn ersamenn unnd achtparn Martin vonn Heydelßheim[45] schulteißenn zu Billickheim das er sein gewonlich insigel an disenn erbbestentnus briff woll henckenn. Das ich erstgenanter Martin bekenn gebettenn also gethann unnd versigelt hann doch mir unnd mein erben onn schadenn. Datum freytags nach iubilate von der geburtt Christi unsers lieben hern gezalt tausent funff[46] zehenn hundert viertzigk unnd drey iar.[47]

Regest

Vrich Weigell[48] von Wintzingen bestätigt, daß ihm von Viacrius von Oberstein und den Angehörigen der Familie Dalheim die Mühle von Steinweiler in Erbpacht verliehen worden ist.[49] "Vlrich Weigeln von Wintzingen unnd seinen erben unsere mule zu Steinweyler erblich verlyhen haben unnd verleyhen." DHM Do 79 113 .

Erkenntnisse aus dieser Urkunde

Viax von Oberstein ist verheiratet mit Margarethe von Talheim (meine eheliche hausfrawe).

Ulrich Weigel von Winzingen ist der Sohn von Wolf Weigel (Weygelln).

Wolf Weigel war der alte Müller von Winzingen (den alten ein muller zu wintzingen).

Caspar Stossern ist Bäcker in Rohrbach.

Wirtshaus (Gasthaus) in Landau in der Pfalz.

Heinrich Frosch ist Schultheiß in Steinweiler.

Eucharis ist Bäcker in Billigheim.

Alexander Bogner ist Bäcker in Steinweiler.

Hans Brust ist Müller in Archenweiler.

Martin von Heidelsheim ist Schultheiß von Billigheim.

Zu den Familienverhältnissen Dalheim/Oberstein

Margarethe von Talheim ist verheiratet mit Viax von Oberstein (meine liebe hausfrauw).

Hans von Dalheim der Jüngere[anm 5] ist ein Sohn des Schwagers von Viax von Oberstein (mein schwager sun) somit ein Neffe von Margarethe von Talheim (Hansen von Dhalheim den jungen unsers schwagers unnd bruders sun). Daraus leitet sich ab: Hans von Talheim der Ältere ist ein Bruder von Margarethe von Talheim.

Christoffel von Dalheim war ein Sohn des Schwagers von Viax von Oberstein (meins schwager seligen unmündige Tochter) und damit ein Neffe von Margarethe von Talheim.

Christoffel von Dalheim ist 1534 bereits verstorben.

Christoffel von Dalheim hatte zwei Töchter, nämlich Otilia von Dalheim und Katharina von Dalheim. ("ich Viarrius vom Oberstein vor mich Margaretham von Dhalheim mein liebe haußfrawe Hansenn vonn Dhalheim den jungen mein schwager unnd obgenants meins schwagers seligen Christoffell vonn Dhalheims")

Fraglich bleibt die Formulierung: "Margreth geborn von Dalheim sein ehelich hausfrau Margreten unmündige Bruder Kinder Hansen."

Hans von Talheim der Ältere und der Jüngere

Hans von Talheim der Ältere war wohl verstorben. Deshalb war die Aufteilung bzw. Klärung der Besitzverhältnisse erforderlich. Hans von Talheim der Ältere - nach Reichskammergerichtsprozess Nr.3039 (Seite 1906) bereits im Jahr 1542 verstorben. Hans von Talheim der Jüngere lebte zu dieser Zeit noch.


Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

  1. Winzingen (eingemeindet in Neustadt an der Weinstraße, Rheinland-Pfalz).
  2. Urkunde (Mittelhochdeutsches Handwörterbuch, Band 1, Sp. 352).
  3. wohlgesinnt, geneigt (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 4, Sp. 1278).
  4. Erbpacht (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 3, Sp. 36).
  5. verleihen (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 8, Sp. 1166).
  6. Steinweiler (Verbandsgemeinde Kandel, Landkreis Germersheim, Rheinland-Pfalz).
  7. zu gehorung und gereichtigkeit als Zubehörformel (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 4, Sp. 277).
  8. Zubehör (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 1, Sp. 1430).
  9. nutzen (Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, S. 61).
  10. Bedürfnis, Erfordernis (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 9, Sp. 1562).
  11. üblich (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 8, Sp. 766).
  12. Gerät, Werkzeug (Mittelhochdeutsches Handwörterbuch, Band 1, Sp. 903).
  13. angemessen, berechtigt (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 11, Sp. 472).
  14. im Land üblich, gebräuchlich (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 8, Sp. 498).
  15. Zustand eines Bauwerks (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 1, Sp. 1252).
  16. Instandhaltung, Erhaltung (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 2, Sp. 160).
  17. Befriedigung (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 4, Sp. 240).
  18. Mahllohn (Mittelhochdeutsches Handwörterbuch, Band 1, Sp. 2226).
  19. zu schanden machenn = etwas in einen schlechten Zustand bringen, etwas unbrauchbar machen (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 12, Sp. 201).
  20. beschützen, verteidigen (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 5, Sp. 71).
  21. 11. November.
  22. Malter; Trockenmaß für Getreide (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 7, Sp. 90).
  23. trocken (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 2, Sp. 1169).
  24. Getreide, insbesondere die Brotfrucht Roggen (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 7, Sp. 1306).
  25. kauffmans gutt = Handelsware (Mittelhochdeutsches Handwörterbuch, Band 1, Sp. 1697).
  26. Maß; eine bestimmte Quantität und Gefäß zum Messen derselben (Mittelhochdeutsches Handwörterbuch, Band 1, Sp. 2064).
  27. Kapaun; verschnittener Hahn (Deutsches Wörterbuch, Band 11, Sp. 186).
  28. hagell und her = echte Not (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 5, Sp. 511).
  29. Minderwuchs bei Feldfrüchten, Mißernte (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 9, Sp. 685).
  30. Unfall, Unglück (Mittelhochdeutsches Handwörterbuch, Band 2, Sp. 1948).
  31. etwas hindern, hemmen (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 6, Sp. 319).
  32. sonder all geverde = ehrlich, aufrichtig, ohne Machenschaften; vielfach formelhaft zur Bekräftigung bei Bestätigungen, Übergaben u. ä. (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 3, Sp. 1388 f.).
  33. Gasthaus, insbesondere um Einlager zu leisten (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 5, Sp. 736).
  34. an eine Stelle begeben (Mittelhochdeutsches Handwörterbuch, Band 2, Sp. 1171).
  35. Einlager (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 8, Sp. 1199). Einlager bedeutet die Verpflichtung, an einem vereinbarten Ort Quartier zu nehmen, bis eine Schuld bezahlt ist (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 2, Sp. 1413).
  36. Genügen, Befriedigung (Mittelhochdeutsches Handwörterbuch, Band 1, Sp. 182).
  37. in Anspruch nehmen (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 1, Sp. 611).
  38. Belastung, Zins (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 2, Sp. 125).
  39. billiger (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 9, Sp. 1335).
  40. ersetzen, bezahlen, vergüten (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 1, Sp. 157).
  41. Billgheim (Ortsteil von Billigheim-Ingenheim, Verbandsgemeinde Landau-Land, Landkreis Südliche Weinstraße, Rheinland-Pfalz).
  42. Archenweiler (Wüstung, heute Archenweyer-Mühle, Verbandsgemeinde Kandel, Landkreis Germersheim, Rheinland-Pfalz).
  43. angestammt (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 1, Sp. 635).
  44. feststellen, bestimmen (Deutsches Rechtswörterbuch, Band 1, Sp. 1136).
  45. Heidelsheim (Ortsteil von Bruchsal, Landkreis Karlsruhe, Baden-Württemberg).
  46. Durch die Faltung der Urkunde ist die letzte Zeile nur teilweise lesbar. Der Text ist von nach bis funff aus der Formulierung sechs Zeilen darüber erfolgten Datierung erschlossen.
  47. 20. April 1543.
  48. Deutsches Historisches Museum (DHM) löst Urich als Ulrich auf.
  49. nach DHM Objekt Nr. Do 79/113 unter .dhm.de/datenbank/dhm.php?seite=5&fld_0=NN000679 /abgerufen am 11. Januar 2017.

Anmerkungen

  1. Übertragung an dieser Stelle nicht ganz sicher.
  2. Rohrbach, Verbandsgemeinde Herxheim, Landkreis Südliche Weinstraße, Rheinland-Pfalz).
  3. Landau in der Pfalz
  4. nicht lesbar
  5. Der junge: In Abgrenzung zu Hans von Dalheim (der alte), seinem Vater dem Bruder von Margarethe von Talheim und von Christoffel von Dalheim

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