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Alsterweiler Tälchen

Aus Pfalz
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Siehe auch: Alsterweiler Tälchen, Argenbachtal, Breitenberg, Eichelberg, Erster Langenkopf, Felsenmeer, Flachkopf… weitere Ergebnisse

Alsterweiler Tälchen ist der Name für das Tal des Alsterbaches. Oberhalb des Ortsteils Alsterweiler zieht sich ein schluchtartiges Tal in Richtung Kalmit. Es wird im Süden von den Flanken des Breitenbergs und im Norden von denen des Wetterkreuz-Berges sowie der Kalmit begrenzt.

Auf dem Gebiet des Haardtrands ist das Alsterweiler Tälchen ein seltenes Naturerlebnis. Nach dem Eintritt, unweit des Alsterbrunnens, führt ein fast ebener Pfad etwa einen Kilometer durch Kastanienwald in die „Schlucht“ hinein. Im Tälchen steht das Schützenhaus von Maikammer. Der erste Sportplatz der Gemeinde wurde dort angelegt. Über einen kleinen Holzsteg wird der Alsterbach überquert. Das Tal windet sich in einem immer steiler werdenden Pfad nach oben. Intensives Grün im Frühjahr und Sommer, buntes Laub im Herbst begleiten den Weg. Das Tal wird nach oben zunehmend enger und steiler. Es endet in einem ersten Abschnitt an einer Wegekreuzung. Dort erhebt sich ein turmähnliches Gebäude, eine aus Sandsteinen errichtete Pumpstation. Sie befördert das Quellwasser des Alsterbaches.

Ein Pfad folgt nun zum Teil das Tal begleitend, zum Teil im ehemaligen Bachbett dem Grund des Alsterweiler Tälchens. Es zeigt sich eine mit Felsen eingerahmte etwa 4 bis 5 Meter hohe Schlucht. Danach weitet sich die Schlucht auf, es sind kaum noch bodennahe Pflanzen zu sehen, der Alsterbach führt hier kein Wasser mehr. Es überwiegen Sand und Fels. „Im Alsterweiler Tälchen, im Klausental und östlich von beiden ist der Boden aus angeschwemmtem Sand, dem Verwitterungsprodukt des Buntsandsteins, gebildet.“ (Leonhardt 1928, S. 104). Der Weg wird langsam flacher und am Ende des Tälchens zeigt sich die Kalmitstraße mit den Drei Brücken. Unter dem mittleren Brückenbogen hindurch führt der Weg zur Kalmit. Der Weg ist gekennzeichnet mit einem beschrifteten Stein.

Geschichte

Eine der ersten urkundlichen Erwähnungen für das Tal dürfte ein Vertrag zwischen der Gemeinde Maikammer und Alsterweiler und den damaligen Eigentümern der Kredenburg (Viax von Oberstein) gewesen sein (aus dem Jahr 1535, LA Sp D 1 Nr.63). Demnach sollte der Wasserlauf „der Spring durch das Alsterweiler Tälchen“ geregelt werden (Leonhardt 1928, S. 15). Zehn Jahre danach im Jahr 1545 folgte eine erneute Regelung zwischen den beiden Parteien (LA Sp D 1 Nr.65). Diese beiden Urkunden weisen auf die besondere Bedeutung des Baches für die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser in Alsterweiler und Maikammer hin. Im Jahre „1774 wurden im Alsterweiler Tälchen Sandsteine gebrochen zum Dombau in Speyer.“ (Leonhardt 1928, S. 32).

„Seit altersher wurden Maikammer und Alsterweiler durch laufende Brunnen, die von Brunnenkammern im Tälchen gespeist werden, mit Wasser versorgt. Die Verbindung mit dem Dorfe geschah durch hölzerne Deicheln. Solche Brunnen stehen heute noch an der Kirche, am Gemeindehaus, in der Heerstraße, an der Hintergasse, in der Hartmannstraße, an der Neugasse und am Frantzplatz. Letzterer wurde beim Bau des Anslinger'schen Hauses zurückgesetzt und bekam einen eisernen Wasserbehälter. In Alsterweiler stehen Brunnen vor dem Hause Hauptstraße 25 (Jean Ziegler), vor dem Hause Hauptstraße 59 (Fritz Damm) und neben dem Hause Hauptstraße 2 (Wwe. Frz. Rieth)“ (Leonhardt 1928 S. 203).

Auch die Kriegs- und Revolutionszeiten hinterließen Spuren im Alsterbachtal. „In Alsterweiler fiel auf einen Offizier der Verdacht demokratischer Gesinnung. Er wurde deshalb wegen einer früheren Entwendung von 11 Gulden angeklagt, verurteilt zum Tode und im Tälchen erschossen.“ (Leonhardt 1928, S. 35, mit Bezug auf das Jahr 1792).

Die Gemeinde Maikammer hatte im Einvernehmen mit der Forstbehörde am 16.10.1865 eine eigene Streuordnung erlassen. Dies war nötig, um die Entnahme von Streumaterial, wie kleine Äste, Tannenzapfen usw. zu reglementieren und damit Schaden vom Wald abzuwenden. Die Regelung sah vor: …“Für Schubkärchler war es verboten, das Alsterweiler Tälchen zu passieren.“

Im Jahre 1935 beschloss der Pfälzerwald-Verein eine Ruhebank im Alsterweiler Tälchen zu Ehren Karl Kossuths (ehemaliger Vorsitzender des Pfälzerwald-Vereins Maikammer) mit der Aufschrift: „Karl Kossuth Ruhe“ aufzustellen. Im Jahre 1975 (25.02.) beschloss die Gemeinde zur Nutzung des Alsterweiler Tälchens für den Fremdenverkehr einen kleinen Weiher anzulegen (alle Angaben Ortschronik Maikammer-Alsterweiler).

Pumpstation

Am 9. September 1925 stellte der Pfälzerwald-Verein Ludwigshafen den Antrag, die Kalmitquelle im westlichen Teil des Alsterweiler Tälchens für die Wasserversorgung der Kalmit erschließen zu dürfen. Dies sollte verbunden werden mit dem Bau einer Pumpstation und der Stromzuführung. Am 30. April 1926 erfolgte die Genehmigung durch den Gemeinderat mit der Auflage, daß das Wasser bezahlt werden müsse. Am 10. September 1926 wurde mit dem Bau begonnen. 1961 wurde die Leitung an verschiedenen Stellen undicht und mußte repariert werden. 1972 musste die Wasserleitung auf ihrer gesamten Strecke erneuert werden (alle Angaben Maikammer-Alsterweiler).

Gründung eines Fonds zwecks Errichtung eines Kalmit-Schutz-Hauses und Herstellung eines Weges durch das Alsterweiler Tälchen. Auf Beschluß des Hauptvereins erhielt der Verein 50,— Mark für den Weg durchs Alsterweiler Tälchen.

Sportplatz

Die Fußballspiele fanden im Alsterweiler Tälchen auf dem damaligen Festplatz statt. Mit Genehmigung der Gemeinde Maikammer (Am 5. August 1923 wurde dem Antrag des Fußball-Club Maikammer (FCM) 1920 stattgegeben) begannen 1924 die Vereinsmitglieder im Alsterweiler Tälchen mit umfangreichen Erdarbeiten für den Bau eines Sportplatzes. Dies geschah ausschließlich in der Freizeit und bei Karbidbeleuchtung in den Abendstunden. Im Namen des Notstandsprogrammes (in erster Linie sollten Erwerbslose Arbeit finden) übernahm die Gemeinde die Fertigstellung, so daß schon 1925 der Platz bespielbar war.

Schützenhaus

Die Gemeinde Maikammer überlies dem Verein im Alsterweiler Tälchen das notwendige Gelände zum Bau eines Schützenhauses. Im März 1963 konnte mit dem Bau eines Schützenhauses begonnen werden.

Die rund 80 Mitglieder des drei Jahre jungen Schützenvereins haben ein Schützenhaus von 18 mal 8 m Umfang erbaut. Das Schützenhaus umfaßt neben Toilettenanlagen, einer kleinen Küche und einem 45 bis 48 qm großen Gastraum zwölf Stände für Luft- gewehr und Luftpistole (10 m Länge), drei Stände für Gebrauchspistole (85 in) und zwölf Stände für Kleinkalibergewehr (50 m). (mit freundlichen Hinweisen von Armin Kiefer, Sankt Martin und Club Sellemols (Historienfreunde Maikammer-Alsterweiler) 2020)

Dokumente

DokumentHat Zitat SammlungHat SchlagwortAusstellungVorkommnis
Geschichte von Maikammer=Alsterweiler/Alsterweiler/101bis125Klausental
Kalk
Alsterweiler Tälchen
Buntsandstein
Hügelland
Lehm
Sand
Alsterweiler
Klausental
Kalk
Alsterweiler Tälchen
Buntsandstein
Hügelland
Lehm
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Alsterweiler
Geschichte von Maikammer=Alsterweiler/Alsterweiler/151bis180Spring
Wasserlauf
Alsterweiler Tälchen
Viax von Oberstein
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Wasserlauf
Alsterweiler Tälchen
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1535 JL
Geschichte von Maikammer=Alsterweiler/Alsterweiler/151bis180Dieterswiese
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Geschichte von Maikammer=Alsterweiler/Alsterweiler/181bis203Brunnen
Alsterweiler Tälchen
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Brunnenkammer
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Franz Rieth Witwe
Wasserbehälter
Deichel
Brunnen
Alsterweiler Tälchen
Dorf
Alsterweiler
Brunnenkammer
Deicheln
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Geschichte von Maikammer=Alsterweiler/Alsterweiler/26bis50Alsterweiler Tälchen
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Offizier
September 1792
Geschichte von Maikammer=Alsterweiler/Alsterweiler/26bis50Alsterweiler Tälchen
Alsterweiler
Sandstein
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Alsterweiler Tälchen
Dombau
17741774
Ortschronik Maikammer Alsterweiler/Alsterweiler/501-776Alsterweiler Tal
Alsterweiler Tälchen
Alsterweiler
Schützenverein
Alsterweiler Tälchen
Alsterweiler
Schützenverein
1961


Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

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