Die Seite für Alsterweiler von Matthias C.S. Dreyer u.a.
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Das Geschlecht der Dalheimer stammt aus dem Württembergischen (nicht mit den Dalberger auf der Kropsburg verwechseln!). +
Me sol, vos umbra regit. +
Eines der kostbarsten Altarbilder des Mittelalters in der Pfalz. +
Das Geschlecht der Dalheimer stammt aus dem Württembergischen (nicht mit den Dalberger auf der Kropsburg verwechseln!). +
Das Geschlecht der Dalheimer stammt aus dem Württembergischen (nicht mit den Dalberger auf der Kropsburg verwechseln!). Wahrscheinlich kam es über die Benediktinerklöster Zwiefalten, Hornbach oder Weißenburg in unsere Gegend. Besonders in Edesheim übten Angehörige dieses Geschlechts im 15. Jahrhundert verschiedene Funktionen aus. Die Dalheimischen Lehensgüter in vielen Gemeinden der Umgegend geben Zeugnis von dem Reichtum des Geschlechts vor der Reformation. In Maikammer findet sich ihr Wappen neben dem Wappen der Obersteiner sowohl an der Kredenburg, als auch am Grabmal neben der katholischen Kirche. Obersteinisches Wappen: heraldischer Löwe auf weißem Feld; Dalheimer Wappen (38). Besonders erwähnenswert ist ihre große Verehrung der heiligen Anna, vermutlich gehen die St. Anna-Wallfahrt und die St. Anna-Kapelle auf eine Stiftung dieses Geschlechts zurück. +
Zu dieser Zeit versah ein Edesheimer Bürger in Maikammer und Alsterweiler den Eichdienst. Das Gesuch enthielt die Bitte, einen Maikammerer das Eichen ausführen zu lassen, wobei die Aufsicht darüber und das Eichen der Eichgefäße weiterhin bei Edesheim bleiben sollten. In dem Schreiben heißt es, man wolle ,aufbrennen das Maß, das Gemeintmaßzeichen und die Registrierungsnummer'. Ferner bat der Dorfmeister um die Erlaubnis, ein Registrierbuch anlegen zu dürfen. +
Vorrangig hat bei uns der erste Dorfmeister das Gemeindezeichen verwendet. Ihm unterstand in der Gemeinde alles, was mit Zahlen zu tun hatte, also die Dorfrechnung, das Steuereinsammeln, das Vermessungsamt, das Eichamt usw. Soweit bekannt, zeichnete er individuell, z. B. Hans Barchen (16), (auch am Tor Marktstr. 17 aus dem Jahre 1592) oder '''Peter Hertel''' (17) (i. J. 1605). Von Hans Hertel dem Jüngeren ist aus dem Jahre 1633 unser Dorfzeichen in Verbindung mit dem Schultheißenzeichen erhalten (18) +
Vorrangig hat bei uns der erste Dorfmeister das Gemeindezeichen verwendet. Ihm unterstand in der Gemeinde alles, was mit Zahlen zu tun hatte, also die Dorfrechnung, das Steuereinsammeln, das Vermessungsamt, das Eichamt usw. Soweit bekannt, zeichnete er individuell, z. B. '''Hans Barchen''' (16), (auch am Tor Marktstr. 17 aus dem Jahre 1592) oder Peter Hertel (17) (i. J. 1605). Von Hans Hertel dem Jüngeren ist aus dem Jahre 1633 unser Dorfzeichen in Verbindung mit dem Schultheißenzeichen erhalten (18) +
Das Maikammerer Wappen ist wohl einer Gruppe zuzuordnen, die als Dekanatszeichen zu bestimmen ist und vornehmlich in der Vorderpfalz vor- kommt. In unseren alten Urkunden wird es Maßzeichen, Gemeindezeichen, meist jedoch einfach „das Zeichen" genannt. Als ,Maßzeichen' symbolisiert es sicherlich die damaligen Maße: (la) das Lot = ca. 12 cm, (lb) den Fuß = ca. 30 cm, (lc) die Elle = ca. 60 cm 2). In Maikammer wird das ,Maßzeichen' im Jahre 1603 in einem das Eichamt betreffenden Gesuch des ersten Dorfmeisters Peter Hertel erwähnt 3) +
In unserem Gebiet war, wie wir aus Verkaufs- und Tauschurkunden wissen, vor dem 15. Jahrhundert der Dekan mitsiegelberechtigt 4). Zu Beginn der Neuzeit (um 1450) wurde eine Differenzierung der Siegelung schon aus Gründen des Handels notwendig. Die Wappen — Abbilder der Siegel — sind in den einzelnen Orten und Dekanaten in der Symbolik gleich, in der Gestaltung jedoch verschieden; einige Zeichen aus unserem Dekanat: Maikammer (1), '''Roschbach (2)''', Venningen (3) +
Vom Zeichen her wäre es möglich, das Wappen von Maikammer auch so zu gestalten (10), wie es sich in der Tat zum Zeichen der Trauer, umgekehrt auf dem von der Gemeinde im Jahre 1727 errichteten Friedhofskreuz, heute auf der Totengedenkstätte, findet. Die Stellung des Lotsymbols (la) hat aber eine besondere Bedeutung: a) Daran ist zu erkennen, zu welchem Dekanat eine Gemeinde gehörte (Bildvergleich (1)—(9), und b) innerhalb unseres Dekanates (Weyher ab 1399 für ca. 300 Jahre) unterscheidet die dem Petruskreuz ähnliche Anbringung den Gemeindemandatsträger von sonstigen Amtsträgern. Deutlich zeigt dies der Vergleich verschiedener Amtsträgerzeichen: das Zeichen für unseren Gemeindewaldschützen (11), für einen Haingeraideschützen (12), für einen Amtshaagschützen (13) ) oder für einen '''Amtsschöffen''' (14) ) +
In unserem Gebiet war, wie wir aus Verkaufs- und Tauschurkunden wissen, vor dem 15. Jahrhundert der Dekan mitsiegelberechtigt 4). Zu Beginn der Neuzeit (um 1450) wurde eine Differenzierung der Siegelung schon aus Gründen des Handels notwendig. Die Wappen — Abbilder der Siegel — sind in den einzelnen Orten und Dekanaten in der Symbolik gleich, in der Gestaltung jedoch verschieden; einige Zeichen aus unserem Dekanat: Maikammer (1), Roschbach (2), '''Venningen (3)''' +
Ein Ortszeichen, das auch für das Maikammerer Wappen Beweiswert hat, sei noch angeführt: das ursprüngliche Zeichen von Burrweiler (31). Es ist aus dem Jahre 1604 in Verbindung mit dem Schultheißenzeichen erhalten. Burrweiler war gleich Maikammer durch das Patronatslehen (Pfarrgeschichte Seite 26) mit dem Kloster Heilsbruck verbunden, jedoch hatte das Kloster dort schon ab 1265 das Präsentationsrecht inne. Die Pfarrei mußte jedoch wie auch die Pfarrei Winden mit Weltpriestern besetzt werden (Braun). Im Wappenzeichen steht über dem Fuß die kurpfälzische Raute. Da Burrweiler nie kurpfälzischer Ort war, kann die Raute nur im Zusammenhang mit dem Präsentationsrecht (= Recht zur Einsetzung eines Pfarrers in die Pfarrei) gesehen werden, das sich aus der kurpfälzischen Schirmherrschaft über das Kloster Heilsbruck ableitete.
Damit ist diese Raute ein wichtiges Indiz für die Heraldik des Maikammerer Altarbildes.
Aber noch in anderer Hinsicht ist das alte Burrweilerer Wappen beachtenswert: Am Zeichen sind noch Reste von Gold und im Feld von schwarzer Farbe zu erkennen. Die Farbgebung war demnach gleich der des Maikam- merer Ortswappens. Dazu die Erklärung: Die erste Siegelform eines Pfarrortes waren der Kirchenpatron oder wie in Maikammer die Patrone. St. Kosmas und St. Damian werden heute noch im Maikammerer Pfarrsiegel ver- wendet. Bei der Vergabe der beschriebenen Wappengruppe wurden die Farben desjenigen genommen, der zur damaligen Zeit das Patronatsrecht besaß, bei Burrweiler und Maikammer also des Klosters Heilsbruck, das wiederum unter den ,Farben', d. h. der Schirmherrschaft der Kurpfalz stand. Auch bei anderen Orten kann dies beobachtet werden. So hat Kirrweiler in seinem Ortswappen die Farben der Speyerer Bischöfe Raban und Reinhard aus dem Geschlechte derer von Helmstädt: schwarz-weiß (= silber). (Da Reinhard 1455 starb, kann das Wappen nur in der schon erwähnten Zeitspanne entstanden sein.) Die dominierenden Farben der Kurpfalz waren immer schwarz-gold, die Farbe Rot war untergeordnet. Schreibt doch schon Conrad von Mure i. J. 1250: „Ecce palatini Reni forma leonis, ex auro, nigrum tarnen hinc Campum fore ponis!" (frei übersetzt: Sieh, der pfälzisch-rheinische Löwe aus Gold auf schwarzem Feld).
Das Burrweilerer Wappen wurde noch im 17. Jahrhundert in der Längsachse verdoppelt, sodaß daraus eine heraldische Lilie entstand. Die Farbgebung blau-weiß geschah wie in vielen anderen Gemeinden auf Vorschlag der königlich-bayrischen Wappenkommission i. d. J. 1830/31.
Vorrangig hat bei uns der erste Dorfmeister das Gemeindezeichen verwendet. Ihm unterstand in der Gemeinde alles, was mit Zahlen zu tun hatte, also die Dorfrechnung, das Steuereinsammeln, das Vermessungsamt, das Eichamt usw. Soweit bekannt, zeichnete er individuell, z. B. Hans Barchen (16), (auch am Tor Marktstr. 17 aus dem Jahre 1592) oder Peter Hertel (17) (i. J. 1605). Von '''Hans Hertel dem Jüngeren''' ist aus dem Jahre 1633 unser Dorfzeichen in Verbindung mit dem Schultheißenzeichen erhalten (18) +
Te deum laudamus, te deum. +
Am 1. Dezember 1995 jährt sich zum 150. Mal der Weihetag der Mariä-Schmerzen-Kapelle (Alsterweiler Kapelle) in Maikammer. +
Nullum hic existat sacellum +
Nullum hic habetur sacellum +
Nullum hic exstat sacellum +
Sicher besaß Alsterweiler eine Kirche im 18. Jahrhundert als Filiale von Maikammer +
Im Jahr des Herrn 1845, am 29. Mai, unter dem Pontifikat Papst Gregors XVI., zur Zeit, da in der Rheinpfalz Ludwig I., der König von Bayern, regiert, und Doctor Nikolaus Weis den Bischofsstuhl von Speyer innehat, wurde von mir, dem unterzeichneten Johannes Nepomuk Weckesser aus Neustadt, gegegenwärtig katholischer Pfarrer in Maikammer und Alsterweiler, nach dem Ritus der heiligen Mutter Kirche der Grundstein (*) dieser Kapelle gesegnet. Sie ist erbaut auf einem Grundstück von Nikolaus Groß, Winzer in Alsterweiler, dank seiner und seiner Mitbürger Freigebigkeit, zur größeren Ehre und Verherrlichung Gottes, des Al- lerhöchsten, der Jungfrau und schmerzhaften Mutter Maria, sowie zur Erbauung und zum Nutzen der Gemeinde der Gläubigen. Dieser Feier wohnten als Zeugen mehrere bei: der hochwürdige Herr Johannes Adam Leys, Frühmesser in Maikammer; Nikolaus Groß, Sebastian Hauck, Andreas Wirth, die Hauptförderer des frommen Werkes; Franz Lederle, consiliarius provincialis (**) und Fabrikratspräsident mit den Kirchenverwaltern; Johannes Franz Kögel, Bürgermeister; Peter Pfoh und Andreas Platz, Adjunkte, mit den Gemeinderatsmitgliedern; Johannes Georg Schneider, Architekt, Antonius Schneider, Maurermeister, beide aus Edenkoben; und viele andere, die diese in den Grundstein eingefügte und mit dem Siegel der Pfarrei versehene Urkunde mit mir unterschrieben haben."
(Nach der Kopie der lateinischen Urkunde, beglaubigt von Pfr. Weckesser,im Taufbuch der Pfarrei 1830 - 1845, Seite 283. Der Text der Urkunde ist vermutlich von Pfr. Weckesser selbst verfaßt.)
(*) Der lateinische Text spricht nicht von "Grundstein" (lapis primarius oder fundamentalis), sondern von "lapis angularis" = "Eckstein", wohl in Anlehnung an 1 Petr 2,6.
(**) Welche überörtliche Ratsfunktion mit "consiliarius provincialis" = "Provinz-Ratgeber" gemeint ist, läßt sich aus dem Zusammenhang nicht erkennen. Vielleicht gehörte Franz Lederle zu dieser Zeit zum Distriktsrat des Kantons Edenkoben. +
Der erstgenannte Nikolaus Groß erklärte: Er habe, unterstützt von mehreren frommen Gebern, deren Namen verschwiegen bleiben sollen, auf ein Stückchen Feld, welches seine verstorbene Frau von ihren Eltern ererbt habe, welches frei sei von Schulden, Güten und anderen Lasten und Dienstbarkeiten, dessen Flächenraum er jedoch aber nicht mit Bestimmtheit angeben könne, eine Kapelle erbaut, und wünsche, diese Kapelle zum öffentlichen Gebrauch zu überlassen. Die beiden Geschwistrige Lorenz Groß und Kath. Barbara Groß fügten dieser Erklärung wörtlich bei: Wir verschenken den Grund und Boden, auf welchem unser Vater die Kapelle erbaut hat, nicht nur zu dem frommen Zweck, zu welchem er ihn bestimmt hat, sondern treten auch den von diesem Felde beim Kapellenbau noch erübrigten freien Raum ab, und wollen, daß dieser freie Raum auf ewige Zeiten zu der Kapelle gehören soll. +
Überlegungen zu einer Erweiterung der Kapelle +
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Festschrift zum Jubiläum mit Beiträgen von Johannes Leonhardt +
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Anastasius Spiel siegelt im Jahre 1550 eine Urkunde des Ritter Hans von Altdorf genannt von Kropsburg. +
Die Siedlung Altenkirrweiler (um bei dieser Bezeichnung zu bleiben), heute Wüstung, lag südöstlich der zu ihr gehörenden Hammelmühle. Die örtliche Lage verzeichnet eine um das Jahr 1800 verfertigte Militärkarte (Quelle Stadtarchiv Kaiserslautern, Kartensammlung (Revol. Kriege). Die Verkaufsurkunde aus dem Jahre 1602 sagt etwa folgendes: Ein freies Schlößlein und Burg, gelegen im Hochstift Speyer. Das Schlößlein nebst Burg umzog ein Wassergraben. In dieser Anlage waren Nebengebäude und die Ägidiuskapelle zu finden. Ein gewisser Bereich um Altenkirrweiler umschloß den Burgfrieden. Zur Anlage gehörten folgender Besitz: sodann die Kaplaneigüter und das Patronatsrecht zur Ägidienkaplanei (Quelle Remling, neuere Urkunden). Altenkirrweiler war ein frei adeliger Sitz und Gut, keinem Herrn mit Mittel unterworfen (Quelle LA Sp Abteilung Hochstift Speyer D 1). Es war ein Freigut. Flüchtete sich ein Missetäter, so Leib und Leben verbrochen, in den Burgfrieden, so sollte er sechs Wochen und drei Tage frei sein (Quelle LA Sp Abteilung Hochstift Speyer D 1). In Altenkirrweiler stand eine Sankt Gilgenkapelle. +
Die Burg Spangenberg - Im Jahre 1392 wird ein Gerhart von Dalheim als Schaffner zu Kirrweiler und Spangenberg genannt. 1431 vertraute Bischof Raban die Burg dem Edelknecht Eberhart von Sickingen an. Anfang des 16. Jahrhunderts ließ der Bischof im Tal einen Stutengarten anlegen. Einer der Stutenmeister war ein Eberhart von Hattstein. +
Ausfautheidirektor, Hofrat Kraus +
Einspänner (ebenso Seite 100, der Einspänner namens Johann Georg Barthel). +
A
In den 1780-er Jahren wurde die Akademie der bildenden Künste in Wien zu einer Hochburg des Klassizismus in Europa. Die weitere Entwicklung ging aber mit der europäischen nicht konform, weil sich die Formen des Barock sehr lange (...) behaupten konnten. +
mv. Hartman» Denkmal. Aus der letzten Sitzung des
Denkmalausschusses in Maikammer ist zu entnehmen, daß bis jetzt
31,400 M. durch Sammlungen aufgebracht sind. Die Frage, ob
eine Reiterstatue oder ein einfaches Standbild aus Erz in iVs-
sacher Lebensgröße errichtet werden soll, wurde der hohen Kosten
und der Raumverhältnisse wegen in letzterem Sinne entschieden.
Als Standort wurde der Marktplatz ausersehen, der mitten im
Ort liegt. Erzgießer und Bildhauer v. Miller in München soll
um Einsichtnahme des Platzes ersucht und auch mit der Ausführung des Denkmals betraut werden. +
alsterweiler. Mittwoch den 19ten künftigen Monats Oktober früh morgens um 9 Uhr werden in dem Hochfürstl. Speyerischen Ort Alsterweiler und zwar in der Behausung der von dem Hochfrüstl Speyerischen Hofrath und Dom Kapitularisten Syndikus Becker reückgelassenen Wittib Fr. Hofräthin Becker nachstehende Weine, alle von Alsterweiler eigenen Gewächs gegen baare Bezahlung freywillig versteigert:
73ger - - 3 Fuder - Ohm
75ger - - 9 Fuder - 4 Ohm
79ger - - 3 Fuder - 3 Ohm
80ger - - 6 Fuder - 9 Ohm
8 ger - - 1 Fuder - 5 Ohm
83ger - - 7 Fuder - Ohm
83er rothen - - 1 Fuder - Ohm
Die hiezu Lusttragende Belieben an vorbemeldten Tag und Stunde isch an obbesagtem Fürstl. Speyerischen Ort Alsterweiler einzufinden wo ihnen die Proben bey der Versteigerung oder auch nach Belieben einige Tage vorher an den Fässern werden abgegeben werden. +
Seltsame Vorstellungen herrschten damals noch in Deutschland über koloniale Betätigung +, Trotz aller Anstrengungen und Sorgen waren es doch schöne Tage, die man auf Expeditionen zubrachte. Nirgends in der Welt fühlte ich mich so sicher wie im Zelte im Inneren Afrikas. Fern von allem europäischen Getue war man Mensch, der freie Mensch, in weiter, freier Natur. +, Man soll nur nicht viel schreiben oder gar den Verägerten(!) spielen, sondern sich zusammensetzen, miteinander reden und das, was der andere nötig hat, verstehen wollen. +
Eisenbahnen und Postverkehr in Ostafrika und den Kolonien mit Stand von 1913.
Titel: Das Verkehrswesen in den deutschen Kolonien
Person: Allmaras, Franz
Verlag, Herausgeber: Süddeutsche Monatshefte
Ort: Leipzig [u.a.]
Jahr: 1915
In: Die deutschen Kolonien Bd. 12, H. 8 (Jg. 1915) S. 746-751
Art der Ressource: Artikel
Besitznachweis:
Besitznachweis: DE-547 [UFB Erfurt/Gotha]
Verfasserangabe: von Franz Allmaras
Bemerkung: Sprache: Deutsch
DigiBib-Datenbank: GBV
Das Verkehrswesen in den deutschen Kolonien
Von Regierungs- und Baurat Franz Allmaras.
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Unsere Schutzgebiete in Afrika und in der Südsee waren zur zeit der Erwerbung wenig erforschte, fast unbekannte Gebiete. Handel und Verkehr nach Außen wie im Innern fehlten nahezu vollständig. Nur der Sklavenhandel blühte an vielen Küstenplätzen und verödete große Länderstriche Mittelafrikas.
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Die erworbenen Gebiete mußten durch Schaffung regelmäßiger Schiffsverbindungen dem Weltverkehr geöffnet werden. Um dies bei dem anfänlich geringen Verkehrs zu erreichen, gewährte das Reich den Schifffarthslinien, die den Verker nach der Südsee, nach Ostafrika und Süwestafrika vermittelten, jährliche Subventionen, wodurch es sich den im Interesse des Handels und Verkehrs wertvollen Einfluß auf die Festlegung der Fahrpläne und Höhe der Tarife, sowie auf die Beförderung der post sicherte. Es ist ein Zeichen der günstigen Entwicklung dieser Schiffahrtslinien, daß sie in den letzten Jahren ernstlich mit dem Gedanken umgingen, auf Staastsbeihilfen zu verzichten.
Im Westen Afrikas verkehrt die Woermannlinie in Verbindung mit der Hamburg=Amerika=Linie und der Hamburg=Bremer Afrika=Linie. Sie erhalten keine Unterstützung des Reiches.
Sämtliche Dampferlinien laufen icht nur die deutschen Plätze, sondern auch eine Reihe von Handelsplätzen fremder Kolonien, sowie die für diese unentbehrlichen, außerdeutschen Hafenplätze Europas an.
Die der deutschen Ostafrika=Linie gehörige Bombaylinie war die erste Schiffahrtsgesellschaft, die den Personentransport und Warenaustausch zwischen der Ostküste Afrikas und Ostindien vermittelte. Sie hat sich bis zum Ausbruch des Krieges trotz scharfer Konkurrenz fremder Unternehmungen den Hauptanteil am Verkehr erhalten.
Die Schiffahrtsgesellschaften haben in den ersten Jahrzehnten schwer kämpfen müssen, um durchzukommen. Mit der steigenden Entwicklung und Hebung des Wirtschaftslebens der erschlossenen Gebiete haben auch sie an Mitteln und Einfluß gewonnen. So fing z.B. die Woermann=Linie im Jahre 1885 mit einem Betriebspark von 5 Dampfern mit 12745 Tonnen Gesamtbruttoraumgehalt an, bei Ausbruch des gegenwärtigen Krieges verfügte sie über 29 Hauptdampfer mit einem Bruttogehalt von 145 000 Tonnen, ferner über 10 Küstendampfer, 9 Schlepper, 8 Barkassen, 152 leichter und kleine Fahrzeuge. Die Deutsche Ostafrika=Linie hatte zur Zeit ihrer Gründung im Jahre 1900: 7 Seedampfer mit 13 600 Tonnen Bruttogehalt; zu Anfang des Jahres 1914 dagegen 23 Seedampfer mit rund 110 000 Tonnen Bruttogehalt.
Der Aufschwung dieser Schiffahrtslinien ist das Spiegelbild das sich entfaltenden Wirtschaftslebens in Mittel= und Südafrika. Und deutsche Reeder sind es, deren Tatkraft und Unternehmergeist diese Fortschritte in erste Linie zu danken sind.
Der Anlage von Verkehrswegen im Innern, als notwendigem Korrelat der Verkerhsverbindungen mit der Außenwelt, mußte die Erforschung der Gebiete und damit Hand in Hand die Feststellung der vorhandenen Wirtschaftswerke vorausgehen. Mit Recht bezeichnete der frühere Gouverneur Graf v. Götzen die ersten zwei Jahrzehnte unserer Verkehrspolitik im Innern Afrikas als die Zeit des Prüfens und Experimentierens. Nur in Südwestafrika sind schon in dieser Zeit Bahnen von größerere Länge gebaut worden. Diese Bahnen und die in den tropischen Kolonien
erbauten Stichbahnen zeigten, daß und wie man afrikanische Bahnen bauen muß.
Nach Abschluß der Vorarbeiten begann im Jahre 1908 der Ausbau der großen Verkehrsstraßen auch in den tropischen Schutzgebieten. Der
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allgemeine Plan ist der, daß sich an die Hauptverkehrsadern der erstklassig ausgebauten Eisenbahnen als Zubringer Binnensee- und Flußschiffahrtswege, sowie Feldbahnen und Straßen für Kraftwagenverkehr oder Fuhrwerke anschließen sollen. Bei der Aufstellung der Verkehrspläne wird darauf Bedacht genommen, daß die wirtschaftlichen Gesichtspunkte mit der allgemeinen politischen Entwicklung der Schutzgebeite und ihrer Finanzmöglichkeit in Einklang sind. Da bei den Verkehrsanlagen in den Neuländern der Kolonien die allgemeinen Kulturzwecke überwiegen, werden sie füglich als Aufgaben des Staates angesehen.
Während die gesamten Schienenwege der Kolonien am Ende des Jahres 1906 1 350 Kilometer Länge hatten, erreichten sie bis Ende 1913 4 179 Kilometer. nach Fertigstellung der zur Zeit im Bau befindlichen bzw. genehmigten Strecken wird das afrikanische Eisenbahnnetz 5 313 Kilometer Hauptbahen und 178,7 Kilometer Nebenbahnen umfassen.
Über die Entwicklung der Bahnen in den deutsch-afrikanischen Schutzgebieten gibt die auf S. 743 stehende Tabelle ein übersichtliches Bild.
Von den aus der ersten Periode stammenden Privatbahnen sind 881 Kilometer verstaatlicht oder doch durch Ankauf der Anteilscheine der Gesellschaften dem Einfluß des Staates unterworfen worden. ZurZeit bedifnet sich neben kleineren Bahnen lediglich die 160 Kilometer lange Kamerun=Nordbahn im Privatbesitz; sie genießt aber das orrecht der staatlichen Zinsesgarantie für 2/3 des Kapitals.
Die Bahnen sind gut ausgebaut und mit einem leistungsfähigen Betriebsmittelpark ausgestattet; trotzdem sind die Bauosten verhältnismäßig niedrig, erheblich niedriger als die fremden Tropenbahnen, z.B. der Ugangdabahn und der Bahn am unteren Kongo. Rund 432 Millionen Mark sind für Bahnen bisher ausgegeben bzw. genehmigt. Die kilometrischen Baukosten betragen ungefähr 81 000 Mk.
Der Ausdehnung des Verkehrs und der Fertigstellung des inneren Verkerhsnetzes entsprechend sind die Seehafenplätze ausgebaut oder im Ausbau begriffen.
An die Eisenbahnen schließen sich die Zubringerwege an, auf den Binnenseen und den schiffbaren Flüssen der regelmläßige Schiffs= und Bootsverkehr, sonst Feldbahnen, Stkraßen und Fußgängerwege.
Für die Gebiete der Südsee waren bisher Erschließungswege und Pflanzungsbahnen ausreichend.
Das Baukapital der Verkehrsanlagen wird durch eine gemeinschaftliche Anleihe der Schutzgebiete aufgebracht. Die Zinsen und Tilgungsbeträge werden aus den ordenltichen Einnahmen der Schutzgebiete gedeckt. Das Reich haftet für die Schuldenlast der Schutzgebiete, für Verzingsung und geseztliche Tilgung.
Die Bauten werden von weißen Ingenieuren geleitet. Als Arbeiter kommen durchgängig nur die im freien Wettbewerb und nach den Bestimmungen der für die einzelnen Schutzgebiete erlassenen Arbeiterverordnungen angweworbenen Eingeborenen in Frage. Frondienste und Zwangsarbeiten der Eingeborenen zu diesen öffentlichen Arbeiten gibt es nicht.
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Tabelle mit der Überschrift:
Das Verkehrswesen in den deutschen Kolonien.
Den Post= und Telegraphendienst hat die Reichspostverwaltung eingerichtet und ausgebaut. Anfang 1913 bestanden bereits 187 Postanstalten und 2027 Fernsprechstellen. Für den Depeschen= und Fernsprechverkehr standen rund 14 600 Kilometer Leitungen zur Verfügung. Da die Postverwaltung in den Schutzgebieten die Förderung des Wirtschafts-
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lebens als ihre vornehmste Aufgabe betrachtet und sich weniger von dem Streben, hohe Einnahmen zu erzielen, leiten läßt, so erfordert der Postbetrieb zur Zeit noch beträchtliche Zuschüsse des Reiches.
Die Bewirtschaftung der Verkehrsanlagen erfolgt nach den vorher öffentlich bekannt gegebenen und für jedermann gültigen Tarifen. Bevorzugungen oder Ausnahmesätze für einzelen Gesellschaften oder Personen gibt es nicht.
Wohl mit Recht wurde im Anfangsstadium unserer Bahnbetriebe von den Interessente über zu hohe Tarife geklagt. Es fehlten auch hierin zum Teil die nötigen Erfahrungen. Vielfach ist man auch dem Beispiele der fremden, unter gleichen klimatischen Verhältnissen betriebenen Bahnen gefolgt, die mit wenigen ausnahmen nur mit hohen Tarifen arbeiten. Auch war die Kolonialverwaltung bis vor wenigen Jahren gezwungen, hohe Tarife zu erheben, das sie auf Genehmigung neuer Bahnen nur rechnen konnte, wenn die bestehenden den Nachweis befriedigender Einnahmen brachten. Sie konnte diese Augenblickserfolge nur durch hohe Tarifsätze erreichen. Zeit und Erfahrung, sowie die forgeschrittene kolonialpolitische Erkenntnis haben auch hier allmählich die richtigen Wege gezeigt. So fand der Staatssekretär des Reichs=Kolonialamts allgemeine Zustimmung, als er sich im Jarhe 1913 in einer öffentlichen Ansprache über die Richtlinien für die Tarifgestaltung der Verkehrsanlagen in den Kolonien, wie folgt äußerte:
«Eine gute Rente ist etwas sehr Schönes, und doch ist sie kein Maßstab dafür, ob die Bahn ihren Zweck erfüllt. Dafür ist die Größe des Verkehrs maßgebend. Der Verkehr ist er zuverlässigste Gradmesser für die Entwicklung des Wirtschaftslebens. Lebhafter Verkehr bedeutet blühende Wirtschaft, und der Wirtschaft zu dienen, ist die Aufgabe der Bahn. Was an unmittelbarer Rente eingebüßt wird, wird reichlich gewonnen an der zunehmenden Entwicklung der Gesamtwirschaft. Erst wenn die Bahnen in die Verkerhsreife kommen, sollen und müssen sie sich selbst tragen, müssen sie Zinsalst, Amortisation und Betrieb decken. Danach haben wir die Tarife zu stellen. Wir müssen sie zuschneiden nicht für den Betriebsetat der Gegenwart, sondern für den der Zukunft.»
So ist bei der Bestimmung der Tarife der letzten Jahre vor allem darauf Rücksicht genommen, den Hauptwirtschaftswert der Tropenkolonien, nämlich die Arbeitskraft der Eingeborenen zu deren eigenem Vorteil, sowie im Interesse der Entwicklung der SChutzgebiete vorteilhaft zu verwerten und zu fördern. Den Eingeborenen wird jede mögliche Erleichterung geboten, um die Erzeugnisse ihres Eigenbaues auf den Markt zu bringen, oder um selbst auf den Pantagen und auf den Farmen Arbeit zu nehmen. Niedrige Personentarife für Eingeborene, Ausnahmetarife für Arbeiterbeförderungen, Stafeltarife ür den Vieh= und Güterverkehr, sowie Höchstsätze als Ausnahmetarife für alle Landesprodukte sollen dazu betiragen, das Wirtschaftsleben der Eingeborenen zu heben, sowie Farmbetrieb, Plantagen= und Eingeborenenkulturen zu fördern.
Von den gleichen Gedanken läßt sich die Postverwaltung bei der Bemessung der Gebühren für die Beförderung von Briefen, Paketen und Depeschen, sowie für Ferngespräche leiten. so hält sie z.B. trotz der
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hohen Selbstkosten an dem 10.Pf.=Beförderungssatz für Briefe im Inlande und im Verkehr von und nach dem Mutterlande fest.
Ein blick auf die Verkehrskarten der Schutzgebiete zeigt, daß sämtliche Verkerhsanlagen der firedlichen Erschlileßung des Landes dienen sollen. Woe die Verkerhseinrichtungen die Interessen der benachbarten fremdländischen Kolonien berühren, ist beabsichtigt, im friedlichen Wettbewerb mit den Nachbarn zu arbeiten. So wurde, um nur einige Beispiele zu nennen, bisher der Vekrerh auf dem Viktoriasee und nach seinen hochgentwickelten Uferländern neidlos den Engländern überlassen, weil sie als erste id enötigen Verkerhsanlagen geschaffen und zur Zufriedenheit der Interessesnten betrieben haben. Dagegen erreichte die deutsche Bahn zuerst den Tanganjikasee; deshalb wurde auch der Verkerh auf dem See von deutscher Seite erstrebt.
Über die Ziele und Erfolge er deutschen Verkehrspolitik in den Kolonien kann zur Zeit, wo alles noch im Werden begriffen ist, ein abschließendes Urteil nicht abgegeben werden. Immerhin ist es sinteressant, zu hören, wie sich ein Ausländer, der Belgier U. J. Wauthers, über das bisher Erreichte ausspricht: In seinem Artikel «L’Allemagne, l›Angleterre et la Belgique au Tanganjika» der von ihm herausgegebenen Zeitschrift «Le Mouvement géographique» Nr. 27 vom Jahrgang 1913 vergleicht er die Bemühgungen der drei genannten Staaten, die zentralafrikanischen Gebiete am Tanganjikasee durch Eisenbahnen zu erschließen und beurteilt zum Schlusse Deutschlands Erfolg mit folgenden Worten: «Voilà les résultats magnifique auxquels aboutit une politique de chemin de fer bien comprise: la science du pays, la rapidité aportée dans les décisions et dans les réalistations, la haute compréhension de l›interêt national, sainement envisagé.»
Titel: Der Tropenpflanzer: Zeitschr. für tropische Landwirtschaft; Organ d. Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees / Beihefte
Körperschaft: Deutsche Kolonialgesellschaft / Kolonial-Wirtschaftliches Komitee
Verlag, Herausgeber: Mittler [in Komm.]
Ort: Berlin
Jahr: 1900
Art der Ressource: Buch
Besitznachweis: 12 [München] 1912 QK-Imagenr.: 49929007
Besitznachweis: 19 [München] 1900-1914. 28.1931,1
Besitznachweis: 210 [München] 2.1901,2-5; 3.1902,1-4; 4.1903,1,3-5; 5.1904 - 19.1919,3
Besitznachweis: 29 [Erlangen] 1. 1900 - 21. 1921,1
Besitznachweis: 355 [Regensburg] 10. 1909
Besitznachweis: 37 [Augsburg] 1.1900 - 25.1928
Besitznachweis: 91 [München] 12.1911-15.1915. 18.1918-24.1927
Bemerkung: 1.1900 - 28.1931; damit Ersch. eingest.
Bemerkung: Sachl. Bennung 1.1900 - 25.1928: Wissenschaftliche und praktische Abhandlungen über tropische Landwirtschaft
Bemerkung: BV022653412 Einzelne H. zugl. Bd. von: Deutsch-koloniale Baumwoll-Unternehmungen
Bemerkung: BV013633606 Einzelne H. zugl. Bd. von: Deutsche Kolonialgesellschaft / Baumwollbau-Kommission: Verhandlungen der Baumwollbau-Kommission des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees, wirtschaftlicher Ausschuß der Deutschen Kolonialgesellschaft
DigiBib-Datenbank: BVB
In: Der Tropenpflanzer (1927) Band 30-31, Seite 262
Mussolini und Italiens Kolonialpolitik.
Von Geh. Baurat Franz Allmaras
Seite 163
Die am 4. Jahrestag des Marsches auf Rom von %Mussolini verkündete Botschaft über die Leistungen des Fascismus für die Zeit seiner Herrschaft gibt uns vor allem ein Bild von dem großen Wirtschaftsprogramm Mussolini, das man kurz zusammenfassend das Programm der Tat und Arbeit bezeichnen kann. Schaffung und Hebung der produktiven Arbeit für alle Schichten der Bevölkerung, Zusammenfassung aller produktiven Kräfte des Volkes für die produktive Arbeit und Aufbringung der der Wirtschaft nötigen Rohstoffe innerhalb der italienischen Grenzen, das sind die Ziele.
Er fördert Banken und Industrien; aber im Gegensatz zu fast allen anderen Nationen sieht er in der Industriealisierung des Landes nicht das Allheilmittel für die Beheung der Arbeitsnot. Voran stellt er die Kolonisation und den Ausbau des heimischen Bodens sowie die Ansiedlung und kolonialwirtschaftliche Betätigung innerhalb der weiteren italienischen Grenzen.
«Da dieAuswanderungsländer, die nach hergebrachter Sitte die italienischen Auswanderer aufnahmen, heute gesperrt sind, hat das fascistische Regime» so lautet die Botschaft, «einen Ausschuß eingesetzt, der das problem der Ansiedlung innerhalb der italienischen Grenzen studiert, und hat damit die Arbeit in den Kolonien gesteigert.» Das Problem der Ansiedlung ist aber, sokann man dem anfügen, das Bevölkerungsproblem, das bei den Staaten mit Überbevölkerung, wie Italien, das brennendste ist, und das als Weltproblem gelöst werden muß, wenn weitere Kriege verhindert werden sollen.
Italiens Kolonialbesitz umfaßt Tripolis mit Cyrenaika in Nordafrika, sowie Erythräa und Somaliland in Ostafrika mit insgesamt rd. 2 Millionen qkm Fläche und rd. 1,6 Millionen Einwohner. Nur Tripois und Cyrenaika haben eine nennenswerte europäsiche Bevölkerung von rd. 30 000 Einwohner. Die italienischen Kolonien weisen nicht die großen Bevölkerungszahlen der tropischen Negerländer auf; es sind mehr Gebiete, die für Siedlung und Viehzucht geeignet sind, und das gibt ihnen für das übervölkerte Italien besonderden Wert. Sicherlich gibt es bessere Gebiete in Afrika, als es die italienischen Beseitzungen sind, sie beiten aber doch gute Handels- und Besiedlungsmöglichkeiten und stehen mit ihen natürlichen Wirtschaftswerten nicht unter dem Durchschnitt sonstiger afrikanischer Länder. Es würde im Rahmen dieser Ausführungen zu weit führen, auf die wirtschaftlichen Einzelheiten einzugehen. Ich will hier nur auf die neuerdings von der Bergbaukommission festgestellten großen abbaufähigen Phosphatlager in Tripolitanien und auf deren Wert für die italienische Landwirtschaft verweisen.
Wenn sich trotzdem die Wirtschaft in den italienischen Kolonien nicht so entwickelt hat, wie man es erwarten sollte, so waren neben dem mangelnden Verständnis der früheren italienischen Regierungen für koloniale Wirtschaft vor allem politishe Hemmungen die Ursache. So hat die Besetzung von Erythräa 1889 zum Kriege mit Kaiser Menelik von Abessinien und zur Niederlage bei Adua geführt, und das hatte wiederum zur Folge, daß Italiens Kolonialtätigkeit gelähmt und darüber hinaus auch seine aktive Politik vom afrikanischen Kontinent mit verstärkter Kraft nach der Adria gegen Öserreich und zum Balkan gelenkt worden ist. Andererseits ist die Rivalität mit Frankreich und England um den Besitz, oder wie sich die Diplomaten offiziell ausdrücken, in der Abgrenzugn ihrer wirtschaftlichen Betätigungsfelder in den abessinischen Ländern, hauptsächlich schuld, daß alle diese Gebiete wirtschaftlich stagnieren. Auch um den Besitz von Tripolitanien und der Cyrenaika mußte Italien 1911 den langwierigen und unpopulären Krieg führen. Die Durchführung der Besetzung ist dort schwierig und wechselvoll gewesen.
Unter diesen Verhältnissen ist es nicht zu verwundern, daß der Gesamthandel der italienischen Kolonien im Jahre 1922 nru rd. 186 Mill. Lire Einfuhr und 56 Mill. Lire Ausfuhr begragen hat.
Es ist das großoe Verdienst Mussolinis, daß er die natürlichen Werte der Kolonien erkannt und das italienische Volk auf den gorßen Wirtschaftswert der Kolonien für die Gesamtwirtschaft Italiens verwiesen hat. Er bereist selbst die Kolonien und sucht so seine Landsleute für die koloniale Siedlung zu gewinnen. Vieles ist auf politischem Wege ereicht worden, um eine kolonialwirschaftliche Betätigung überhaupt zu ermöglichen. Umfangreich sind die Arbeiten, die insbesondere auf dem Gebiete des Verkehrs in Angriff genommen werden. So werden im Somaliland, wo vorher die italienische Herrschaft sich nicht weit über den Hauptort Mogadischu hinaus erstreckthat, und wegen der kriegerischen Haltung der Eingeborenen selbst eine Befeueuern gder Küste nicht möglich gewesen ist, die Sultane unterworfen. Auf diplomatischem Wege wird das Jalugebiet mit dem einzigen brauchbaren Hafen der dortigen Küstenstrecke gewonnen. Damit sind erst für dieses land die orbedingungen einer kolonialwirtschaftlichen Betätgiung geschaffen worden. Im vorigen Jahre kam mit England eine Einigung wegen der wirtschaftlichen Betätigung in Abessinien zustande und damit wäre auch der Weg für die Transversalbahn von Massaua über Asmara nach der Jalumündung frei geworden, wenn nicht Frankreich und Abessinien sich dem entgegengestellt hätten. Mit Ägypten ist ein Freundschafstsvertrag abgeschlossen, der vor allem die Ostgrenzen der Cyrenaika festlegt und damit auchdie friedliche Besetzung der Oase Dscharabut ermöglicht. Die Häfen in Tripolis, Bengasi und Massaua werden ausgebaut, sowie eine Reihe sonstsiger Verkerhsanlagen errichtet. Kommissionen für Untersuchungen und Forschungen auf dem landwirtschaftlichen und bergbaulichen Gebiet werden entsendet.
Was bis heute schon in der kurzen Zeit getan und erreicht ist, ist sbemerkenswert. Arbeiten auf kolonisatorsichem Gebeite erfordern aber, das wird so oft übersehen, Nervenkraft, viel Arbeit und viel Geduld und großen Kapitalaufwand, vor allem sind es solche auf lange Sicht; ihre Erfolge lassen sich in voollem Umfange erst nach Jahren übersehen, wie auch Mussolini bei anderer Gelegenheit mit Recht eine Zeitspanne von 10 Jahren dafür fordert.
Es ist die Tragik fast aller übervölkerten Nationen, daß ihnen bei der jüngsten Verteilung der Welt nicht entsprechend große Gebiete zur Unterbringung ihrer überschüssigen Bevölkerung zugefallen sind. Um so mehr ist es ein Hohn auf alles, was Menschenrechte heißt, daß England und Frankreich, die zwei Natioen mit dem größten Machtberich, der sich mit Ausschluß der Mandatsgebiete auf 49,1 Millionen qkm Fläche = 33% der gesamten Landoberfläche der Erde erstreckt, dem übervölkerten Deutschland durch den Raub seiner Kolonien jede freie überseeische Betätigung unmöglich machen, sowie dem übervölkerten Italien in seinen Bestrebungen, sich kolonialwirtschaftlich zu betätigen und auszudehnen, immer weider entgegen arbeiten.
Die Bevölkerungsdichte von Italien steht der Deutschlands nahe. Sie beträgt in Deutschland 127 Köpfe auf eine qkm, in Italien 124, in der Provinz Neapel sogar 1646. Die Auswandererländer, in denen früher die überschüssige Bevölkerung Italiens dauernd oder vorübergehend unterkommen konnte, sind heute ganz oder teilweise gesperrt. Ob die in Frankreich zurzeit noch beschäftigten Italiener, deren Zahl eine Million sein soll, dauernd dort tätig sein können, ist zweifelhaft. Und so darf es nicht verwundern, daß Mussolini für die wachsende Bevölkerung über die jetzigen italienischen Grenzen hinaus weitere Gebiete zu gewinnen sucht.
Der zurzeit sichabspielende Kampf um die Vormachtstellung in Albanien entspringt mehr imperalistischen, als kolonisatorischen Gründen. Die sogenannten Friedensverträge nach dem Großen Kriege haben, wi fast alle anderen strittigen Welstfragen, acuh die Adria-Frage nicht gelöst. Daß Mussolinis Pläne auf die Besetzung von Teilen der asiatischen Türkei hinauslaufen, wie man schon hören konnte, sit nicht warhscheinlich. es würde die Kriegsführung über See gegen eine starke Landmacht bedeuten, und eine starke Belstungsprobe für Italien und vor allem für den Fascismus bedeuten. Im ürgien zeigt das Beispiel Griechenland und ach der italienische
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Feldzug um Tripolitanien im Jahre 1911 die Schwierigkeiten und das Risiko eines solchen Unternehmens.
Vor allem sind Tanger und Tunesion die Ziele der italienischen Kolonial-Politik. Mit Tanger werden mehr politische als wirtschaftliche Zwecke verfolgt. Im Geschäftsleben wäre Tanger eine Aktiengesellschaft, von deren Aktien Mussolini ein möglichst großes Paket sich verschaffen will, das ihn berechtigt, in den Generalversammlungen mitzusprechen, das er aber auch ganz oder zum Teil für bessere Geschäfte veräußern kann.
Tunesien dagegen gilt den Italienern als der Brückenkopf nach Afrika. Dazu komt, daß von den im Jahre 1921 gezählten 156 100 Europäern des Landes 54 500 Franzosenund 84 800 Iatliener, sowie 13 500 Malteser mit italienischer Abstammung sind. Als am 12. Mai 1881 Tunesiendurch Vertrag mit dem Bey unter französische Schutzherrschaft gestellt wurde, - Tunifizierung nennt man seitdem allglemein diese Art der Besitzergreifung - bäumte sich ganz Italien dagegen auf. Daß gegenüber Sicilien Frankreichs Kriegshafen Nordafrikas, Biserta, liegt, ist für Italien ebenso bitter, wie die nahe genllische Seefestung Malta. Die politische lage wurde besonders scharf, als Im Jahre 1921 die französische Regierung für Tunesien ein GEsetz herausgab, demzufolge alle in Tunis wohnenden Europäer zu Franzosen erklärt werden sollten. Nur auf den Protest der italienischen Regierung ist für italienische Staatsangehörige das Gesetz vorläufig außer Kraft gesetzt.
Tunesien ist verhältnismäßig klein, einschließlich der Südprovinz hat es 167 400 qkm Fläche und 2 095 000 Einwohner. Aber es ist ein emporblühendes Land. Neben Getreide, Früchten, Wein, datteln ist vor allem die Ausfuhr an Korkeiche und Phosphaten bedeutend. Daß Frankreich ohne Waffengewalt Tunesien mit seinem wichtigen Kriegshafen Biserta abtreten könnte, ist nicht anzunehemn. Ebenso ist Italiens Streben nach dem Besitz dieses Landes zu verstehen. Der durch den Fascismus gesteigerte nationale Aufschwung des italienischen Volkres kann die politische Lage wegen Tunis jederzeit verschärfen. Durch Kompensation, wie z.B. durch Austausch oder Überlassung anderer Gebiete wird es kaum möglich sein, Italiens Aspirationen auf Tunis dauernd zu beseitigen. So ist in jüngster zeit in der Öffentlichkeit der Plan erörter worden, daß Frankreich Italien durch Abtretung des Mandats auf Syrien entschädigen sollte. In beiden Ländern verhielt man sich ablehnend. Nur in Tunesien selbst müßte müste der Ausgleich, der den Interessen beider Nationen Rechnung trägt und dauernd beide befriedigen soll, gesucht werden. Ein Weg wäre, daß Tunesien ähnlich wie Ägypten eine wirkliche und unabhängige Selbstverwaltung bekäme, mit einer Gesetzgebung, die den dort wohnenden und zuwandernden Europäern gleiche Rechte und Pflichten sichert.
Nicht weniger stark sind Italiens Interessen am Roten meer und an der Somaliküste. Es hätte dort im Zusammenhang mit den rückliegenden abessinischen Ländern ein großes koloniales Wirt
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schaftgebiet und ein weites und erfolgversprechendes Feld der Tätigkeit, wenn es ihm gelänge, freie Hand zu bekommen, d.h., wenn die alten Rivalen England dund Frankreich sich dazu entschließen könnten, in den langen Küstengebieten von Massaua bis zur Jalumündung und in dessen Hinterland abessinien sich zu desinteressieren. Die volle Souveränität Abessiniens ist allerdings heute eine Tatsache. Macht Italien sie zur Voraussetzung seiner Politik so ebnet es sich dei Wege, um mit diesem auf handelspolitischem und wirtschaftlichem Gebiet in ein gutes Einvernehmen zu kommen, die politischen Grenzen festzulegen, die nötigen Handelsverträge abzuschließen, sowie die Konzessionen für Verkerhsanlagen und Verkerhswege zu vereinbaren. Auch die Interessen Englands an den Westgrenzen von bessinien müßten gewahrt bleiben, es hat dort im Stromgebiet des Tanasees und des blauen Nils und seiner nebenflüsse die Interessen der unterhalb anliegenden sudanesischen und ägyptischen Bevölkerung auf wasserwirtschaftlichem Gebiete zu wahren. Auf dem übrigen großen Ländergebiet von Massaua bis Kismayu könnten Frankreich und vor allem England das übervölkerte Italien sich kolonialwirtschaftlich betätigen lassen, ohne daß sie selbst damit wirtschaftlich und auch politisch viel opfern. Mit zeitweiligen Abmachungen, Desinteressementserklärungen wäre es nicht geschehen. Solche sind schon dieer Länder wegen seit 1884 viele getroffen vowrden, ohne daß sie reale Bedeutung bekommen haben. Italien müßte auch über die Gebiete verfügen können; sein Gebiet müßte im Süden bessere Grenzen bekomme, und die Grenzen der englicschen und französsichen Enklave im Somalilande müßten fallen.
Was das englische Somaliland mit Berbera und Zeila anbelangt, so ist es ein für England geringwertiger Besitz; regiert wird das Land von Aden aus. Nach dem englischen Jahrbuch von 1926 ist es nur besetzt worden, damit es nicht mehr in den Barbarismus zurückfällt.
Wenn weiterhin in jüngster zeit in der Presse von einer Abtretung des kenyagebietes von England an Italien die Rede ist, so kann es sich meines Erachtens nur um Gebiete, die nördlich einer Grenzlinie liegen, die sich ungefhr vom englisch-italiensichen Grenzpunkt am Ocean über den Nordabhang des Kenya-Massivs zum Rudolfsee erstreckt. England hat übrigens im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts diese Gebiete wegen der durh die kriegerische Bevölkerung hervorgerufenen Schwierigkeiten räumen lassen und könnte sich also ohne wesentliche Beeinträchtigung seiner Interessen abtreten; währen dItalien durch deren Inbesitznahme außerordentlich gewinnen würde; es bekäme vor allem die Möglichkeit der freien Machtentfaltung den Somalistämmen gegenüber, könnte somit Frieden und Ordnung und damit die Voraussetzung für die wirtschaftliche Betätigung schaffen.
das französische Somaliland hat nur 22 000 qkm Fläche mit 64 800 Einwohnern, darunter 340 Europäer. Der gute Hafen Djibuti, als Ausgangspunt der Bahn nach Addis-Adeba, der Hauptstradt Abessiniens, gibt dem schutzgebiet seine Bedeutung. Die Eisenbahn
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liegt mit 90 km Länge auf französischem Gebiete, 780 km liegen auf abessinischem Boden. Daß dieser Hafen ohne großes Hinterland marinetechnisch und militärisch große Bedeutung hat, wird vielfach bezweifelt. Tatsächlich ist er als solcher auch nicht ausgebaut. Auch die Wirtschaftslage des Schutzgebietes ist nicht sehr glänzend, wie aus seinen Handelszahlen, sowie aus denen von Abessinien zu ersehen ist. Soll Italien auch hier freie Entfaltung zugestanden werden, so wird es sich vornehmlich darum handeln, wieweit ihm ein Einfluß auf die Bahn zugestanden wird, sei es, daß ihm der Hafenplatz Djibuti mit der französischen Bahnstrecke abgetreten wird, und die französsischen Anteile an der abessinischen Strecke verkauft werden, sei es, daß ihm nur ein entsprechender finanzeller und wirtschaftlicher Einfluß auf die abessinische Bahnstrecke mit dem Rechte, von ihr aus Zweigbahenen, z.B. gemäß dem alten englischen Plane nach Zeila oder auch nach Massaua und zur Jalumündung zu bauen, eingeräumt wird.
An England und Frankreich liegt es also, daß Italiens Kolonialbesitz ein wertvolles Wirtschaftsgebiet und ein entsprechndes Betätigungsfeld für seine überschüssige Bevölkerung werden kann. Die Leiter dieser Staatten müssen sich darüber klar sein, daß aufstrebende auf irher Scholle beengte Nationen, wie Deutschland und Italien, immer nach freier Betätigung in Übersee drängen werden. Noch heute ist es möglich, auf friedlichem Wege den übervölkerten Staaten Europas in Afrika - und nur da - eine entsprechende freie kolonisatorische Tätigkeit zu gewährleisten, und deren starke innere Kräfte für die wirtschaftliche Erschließung Afrikas bereitzustellen. England und Frankreich können so auf irhe für sie tragbare Weise viel zur Lösung des europäischen Bevölkerungsproblems und damit zur Befriedigung der Welt beitragen.
S.56 „Am 1. September 1952 ernannte der Gemeinderat von Maikammer Herrn Franz Allmaras in Anbetracht seiner Verdienste zum Ehrenbürger. Dazu heißt es in der Begründung: «Vollkommen ehrenamtlich und nur von der Liebe zu seiner Heimat beseelt, hat Geheimrat Allmaras für diese Höhenstraße die planerischen Unterlagen erarbeitet, den Straßenbau geleitetet und mit seinen reichen Erfahrungen und Kenntnissen sich in unserer Gemeinde ein sichtbares bleibendes Denkmal gesetzt, zum Wohl und Ansehen der Gemeinde.“ +
S.14
6, August 187 5 in Speyer 17. Januar 1953 in Maikammer.
Nach dem Besuch des Humanistischen Gymnasiums In Landau studierte Franz Almaras an der Technischen Hochschule in München, schloß 1900 dort als Diplom-Ingenieur ab und war dann als Regierungsbaumeister bei der Eisenbahnsektion Miltenberg und beim Straßen- und Flußbauamt in Traunstein tatig. 1905 wurde er ins das Reichskolonialamt berufen. Franz Aimaras wurde von Kaiser Wilhelm II. zum Geheimen Baurat ernannt. 1906 machte er sich auf den Weg nach Ostafrika. Hier hatte er die Stelle eines Verkehrsreferenten beim Gouvernement inne und war Reichskommissar für die Eisenbahnen und Neubauten von Straßen und Hafenanlagen.“
Kommentar
Franz Allmaras wird als bedeutender Sohn von Alsterweiler geführt. (matzinger)
(S.413)
“Johannes Leonhardt* 2. April 1878 in Maxdorf+ 21. März 1935 in Maikammer
Die Gemeinde Maikammer benannte ihre Schule nach dem Lehrer und Heimatforscher Johannes Leonhardt. Er war über 30 Jahre Lehrer und Schulleiter und schied am 30. November 1933 aus dem Dienst. 1928 brachte Leonhardt die Ortsgeschichte Maikammers im Selbstverlag heraus. Theordor Zink (s.d.) bewertet diese «Geschichte von Maikammer-Alsterweiler» als «stattliche Ortsgeschichte», ansprechend und volkstümlich. Sie ist in er «Ortschronik Maikammer-Alsterweiler», die 1986 von der Ortsgemeinde herausgegeben wurde, als Verfasser Johannes Damm (s.d.) und Hans Treptow hat, als erster Teil enthalten. Johannes Leonhardt spielte über viele Jahre in der katholischen Kirche St. Kosmas und Damian die Orgel und dirigierte den Cäcilienverein. 1911 gründete der die Winzergenossenschaft Alsterweiler und war Rechner bei der Winzergenossenschaft Maikammer.“
Kommentar
Johannes Leonhardt war Lehrer in Alsterweiler und Verfasser der «Geschichte von Maikammer=Alsterweiler». (matzinger) +, uebertragung +
Es handelt sich um ein Briefkonvolut von 11 Seiten aus einem Schriftverkehr mit seinem Vorgesetzten in Afrika, Heinrich von Schnee +
Lebenslauf Franz Allmaras und Ernennung zum Ehrenbürger von Maikammer.
Titel: Geheimrat Franz Allmaras Ehrenbürger von Maikammer: der Dank der Heimat an den Erbauer der Kalmitstraße
Jahr: 1952
In: Rheinpfalz, Neustadt. - 8 (1952), Nr. 253 v. 30.10.
Art der Ressource: Artikel
Besitznachweis: Pfälzische Landesbibliothek Speyer: Vergleiche Bibliotheks-Katalog
Schlagwort(e): _sn574040_Straßenbau; _o33703052_Maikammer / Verbandsgemeinde Edenkoben / Landkreis Südliche Weinstraße - Google:Karten; _00Sn93s1513a_Allmaras, Franz / _4006804n3_Biographie; _00Sn06s1776990a_Kalmitstraße / Maikammer;
DigiBib-Datenbank: RPB +
Titel: Personalstand / Technische Hochschule München
Körperschaft: Technische Hochschule München
Ort: München
Jahr: WS 1877/78(1877) - WS 1934/35(1935)
Art der Ressource: Buch
Besitznachweis:
Besitznachweis: DE-1+1A [SBB-PK Berlin] Standort: 2, Signatur: Oo 2084/83
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Besitznachweis: DE-38 [USB Köln] Signatur: XA1219
Besitznachweis: DE-27 [THULB Jena] Standort: Mag, Signatur: 8 Hist.lit.V,58/13
Besitznachweis: DE-7 [SUB+Uni Göttingen] Standort: HG-FB, Signatur: 8 HLP I, 5165; Signatur: 8 HLP I, 5165
Besitznachweis: DE-21 [UB Tübingen] Signatur: Ah IV 33
Besitznachweis: DE-25 [UB Freiburg] Signatur: VS 57,a
Besitznachweis: DE-29 [UB Erlangen] Standort: H00, Signatur: H00/PV.MÜNCHEN.TH
Besitznachweis: DE-14 [SLUB Dresden] Signatur: Hist.acad.1177.f
Besitznachweis: DE-355 [UB Regensburg] Standort: 00, Signatur: 00/AL 37601
Besitznachweis: DE-101 [DNB] Standort: 101a, Signatur: ZB 35466
Besitznachweis: DE-15 [UB Leipzig] Standort: HB, Signatur: Hist.Bav.823-s; Standort: HB, Signatur: Hist.Bav.459(K)
Besitznachweis: DE-20 [UB Würzburg] Standort: 880, Signatur: 880/DA 39509 P467
Besitznachweis: DE-91 [TUB München] Signatur: 0001/J 57(13c; Standort: 0001, Signatur: 0001/ZA 2063; Standort: 0025, Signatur: 0025/ZA 2063; Standort: 1006, Signatur: 1006/21741
Bemerkung: Vorg. Königlich Bayerische Polytechnische Schule <München>: Personalstand der Königlich-Bayerischen Polytechnischen Schule zu München (ZDB-ID: 3070621)
Bemerkung: Forts. Technische Hochschule <München>: Personal- und Vorlesungsverzeichnis (ZDB-ID: 8684121)
Bemerkung: Sprache: Deutsch
Bemerkung: DDC-Sachgruppe: 370
Bemerkung: Titelvariante: Verzeichnis der Studierenden, Zuhörer und Gasthörer
Bemerkung: Titelvariante: Personalstand der Königlich Bayerischen Technischen Hochschule
Bemerkung: Titelvariante: Personalstand der Königlich-Bayerischen Technischen Hochschule zu München
Bemerkung: Nebent.: Verzeichnis der Studierenden, Zuhörer und Gasthörer
Bemerkung: Hauptsacht. WS 1877/78 - SS 1913: Personalstand der Königlich Bayerischen Technischen Hochschule. - Hauptsacht. teils: Personalstand der Königlich-Bayerischen Technischen Hochschule zu München
Bemerkung: Urh. bis SH 1918: Königlich Bayerische Technische Hochschule
DigiBib-Datenbank: GBV
Dies war die einzige Zeit, in der Alsterweiler eine eigene Verwaltung besaß...in Alsterweiler Peter Adam Koch Agent und Friedrich Eisenbiegler Adjunkt. +, Alsterweiler zieht sich von Westen nach Osten, dem Bächlein Alster entlang und ist von zwei Hügelrücken eingeschlossen, einem nördlichen vom Wetterkreuz kommend und einem südlichen vom Breitenberg auslaufend. +, Ein Blick haftet am Klausental, weiter schauen wir hinab zur Ebene, goldenes Abendsonnenlicht liegt über dem Land und umspielt die letzten Häuser von Alsterweiler. Vom Turm läutet es zum Abendgebet, hinter die Berge gleitet das Licht, heimkehrt der Winzer vom Arbeitsfeld, was auch uns zum Aufbruch mahnt. So scheiden wir von einem Weindorf von großer Vergangenheit, das einer fortschreitenden gedeihlichen Zukunft entgegensteht. +
Das Kloster Sankt Klara hatte ein Haus am Hübel Nr 54 und 1 Doppelhaus in der Deckelgasse Nr 6 und 8 und 8 Morgen Wingert Nonnenwingert noch 1798 Quelle 54 +
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Alsterweiler, katholische Kirche
Historische Substanz: Gehäuse.
1981 erwarb die Gemeinde für die Kapelle das Gehäuse der 1844 von Johann Eichenauer aus Speyer erbauten Orgel der katholischen Kirche Berghausen, entworfen von Bauschaffner Foltz aus Speyer.
Orgelbau Späth aus Ennetach-Mengen bauten in das Gehäuse eine neue Orgel mit mechanischen Schleifladen ein. Die Orgelweihe fand am 26.7.1981 statt. Das Gehäuse ist die einzige aus Eichenauers Werkstatt erhaltene Arbeit, die ursprünglich das 1740 für die Prot. Kirche von Lambsheim erbaute barocke Orgelwerk in Berghausen aufnahm. 1878/79 erstelle dann Gustav Schlimbach in diesem Gehäuse eine neue mechanische Kegelladenorgel, die 1929/30 von Franz Kämmerer aus Speyer erweitert und umgebaut wurde. In die drei Mittelfelder des Untergehäuses ist nun der Windfang der Kirche eingebaut.
Disposition 1981
Manual C-g'''
Praestant 8'
Holzgedackt 8'
Oktave 4'
Sesquialter 2f.
VA Terz 1 3/5'D
Sifflöte 2'
Mixtur 3f. 1 1/3'
Pedal C-f'
Subbaß 16'
Pedalkopopel +
Seine Majestät der König haben folgende Kantonal=Eintheilung des Rheinkreises zu genehmigen geruht:
XII. Kanton Edenkoben.
1. Altdorf. 2. Böbingen. 3. Böchingen. 4. Burweiler. 5. Diedesfeld. 6. Edenkoben. 7. Edesheim. 8. Flemlingen. 9. Freimersheim. 10. Gleisweilcr. 11. Gommersheim. 12. Groß-Fischlingen. 13. Hainfeld, 14. Kirrweiler. 15. Klein-Fischlingcn. 16. Knöringen. 17. Maikammer und '''Alsterweiler'''. 18. Rhodt. 19. Roßbach. 20. St. Martin. 21. Venningen. 22. Weyher. +
pr. den 14. Dezember 1818.
Maykammer und Alsterweiler. (Versteigerung des Weinstichamts und Nachtwachöls.) Den 30sten Dezember d.J., des Nachmittags um 2 Uhr, wird zu Maykammer auf dem Gemeindehause das Weinstichamt an den Meist= und die Lieferung des Nachtwachöls für Maykammer und '''Alsterweiler''' an den Wenigstbiethenden auf ein Jahr versteigert.
Maykammer, den 12ten Dezember 1818.
Das Bürgermeisteramt.
Jacob Denier. +
Im Namen Seiner Majestät des Königs. Bekanntmachung, die Territorial Eintheilung der Kreisdirektionen Landau und Frankenthal betreffend: Um eine dem Bedürfniß der Verwaltung entsprechendere Territorial-Eintheilung der beiden Kreisdirektionen von iandau und Frankenthal zu bewirken hat man beschlossen, die bisher zu dem Kreise Speier gehörigen beiden Cantone Germersheim und Edenkoben dem Kreise Landau einzuverleiben. Diesem zufolge stehen die genannten beiden Cantone vom ersten künftigen Monats Juli anfangend, unter den Kreisbehörden von Landau, insbesondere unter dem Kreisgerichte, der Kreisdirektion, und Kreiskasse dortselbst. Welches hiermit zur allgemeinen Kenntniß und Darnachachtung öffentlich bekannt gemacht wird. Speier, den 15ten Juni 1816. Die k. baierische Landes-Administration am linken Rheinufer. v. Zwack h. V0lK. Sekretär. +
2) Die Kreisdirektion von Landau, die Cantone: Germersheim '''Edenkoben''' Annweiler, Bergzabern, Kandel, Landau, +
Straßen= und Wasserbaubeamte / Inspections-Bezirk Speyer / Bau-Conducteure - Joseph Marggraff in Landau +
Inspections-Bezirk Speyer / Bau-Conducteur I. Klasse zu Neustadt, Joseph Marggraff +
Aus der Vorderpfalz. Der Aussichtsthurm auf dem hohen Kalmit, aus freiwilligen Beiträgen hergestellt und oben einen von der Landesvermessung herrührenden Signalstein tragend, ist baufällig. Wenn nicht baldigst nachgeholfen wird, so stürzt die Nordseite mit der Thür zusammen. Die Männer, welche seinerzeit das zum Bau nöthige Geld zusammengeschlossen, haben keine Mittel mehr und der Besorger des Ganzen ist mit einem ansehnlichen Beitrage - wie man sagt, hängen geblieben. Möge doch der, dem es heute zukommt, die nöthige Hilfe angedeihen lassen, aber bald! (Pf.K.) +
Schwefelblasebalg +
Auswanderungen aus dem früheren Hochstift Speyer nach Südosteuropa und Übersee im XVIII. Jahrhundert/Eintrag +
Stahl Andreas, Alsterweiler, mit Frau u. 6 Kindern, 15 fl 45 x (1 fl 433/4 x). - 61/12308:258 / U/ 2.6.1779. +
B
kham zu gerichtes weiß Lang Contz von Alsterweyler und Grethe +
Hanß Fronhoffer, Hanß Pfortzhoffer, Jeckel Hug, Siegel Auwein, Heil Egelman, Bet Scheintz, Heinrich Dietzman. +
im gericht erschienen die bescheyden Hans Stilffantt und Margrede +
Niclausen Philips, Jost Borman, Hans Weber, Daniel Funckt, Simon von Laumersheim, Hans Becker und Hans Sterr, alle geschworn scheffen des gerichts +
Eytzman +
Beiträge zum Bienwald und zur Auswanderung. Darin auch Übertragung des Textes der Ordnung aus dem Original von Matthias Ramung „Liber secretorum“ (1466). +, Seite 61 - 1563 befreite Bischof Marquard von Hattstein seinen „Waldfaut zu Rheinzabern“, den „Engelwirt“ Georg Schwein, von der Bede und anderen „bürgerlichen Beschwerden.“ +
Der 2m hohe Bildstock ist aus einem Stück angefertigt und aus gelbem Buntsandstein. Die Spitze ziert das IHS in einem gehauenen Kreuze In der tabernakelförmigen Nische ist eine symbolisierte Krone im Bezug auf das glorreiche Rosenkranzgeheimnis 'Jesus der dich o Jungfrau in den Himmel aufgenommen hat'.Bei einer Bestandsaufnahme 1974 war in der Nische eine Metallplatte mit Marienbild. +, Im Sockel ist das Zunftzeichen des Eichmeisters eingehauen. +
XXXIX. Item so eyn gemeinßman oder wer daß were, die brunendröcke oder stein on bescheid bey tagk oder nacht ab oder außlaufen lassen wurd, der oder dieselbigen sollen der gmein, so oft und dick daß geschicht, für 1 lb d zu straff und eynunge verfallen sein. +
Als wissenschaftliche Sonderaufgabe werden durch das Observatorium phänologische Beobachtungen durchgeführt, zu denen sich ja insofern genügend Gelegenheit bietet, als die Kalmit im Gegensatz zur Zugspitze noch innerhalb der Zone pflanzlichen und tierischen Lebens liegt Um nicht nur auf die vorhandenen Pilanzen angewiesen zu sein und auch selbständige Experimente durchführen zu können, wurde von dem mehrjährigen Beobachter Dr. K. Sonntag ein pflanzenklimatisches Versuchsfeld angelegt. Es werden hier Wachstumsversuche gemacht, die Einwirkung der meteorologischen Elemente auf das Wachstum studiert und schließlich auch Zooklimatologie getrieben. Um auch Vergleichsmöglichkeiten mit den Verhältnissen der Rheinebene, Deutschlands dieses phänologisch am meisten begünstigten Landstriches findet eine Zusammenarbeit mit den verschiedenen Rebveredlungsanstalten, der Weinbauschule in Neustadt und dem Versuchsfeld der I. G. Farbenindustrie auf dem Limburgerhof statt. Zum speziellen Studium des Weinbergklimas war es durch Unterstützung verschiedener Kreise möglich, in der Gemarkung von Diedesfeld vier verschiedene meteorologische Stationen einzurichten. Wegen ihrer Wichtigkeit für das Pflanzenwachstum ist nun eine genauere Untersuchung der Tauspendung geplant. (Über nähere Einzelheiten der bisher erlangten Ergebnisse vergleiche man den schon zitierten Bericht von K. Sonntag über die Arbeiten des Kalmit-Observatoriums im Deutschen Meteorologischen Jahrbuch für Bayern 1933.) So bietet sich dem Beschauer das Betätigungsteld des Kalmit-Observatoriums als ein buntes und vielgestaltiges Bild dar, dessen Einzelteile aber doch alle dem einen beherrschenden Gedanken untergeordnet sind: Dienst an der Allgemeinheit und Dienst an unserer Wissenschaft. Dem Pfälzerwald-Verein aber, der aus idealer Einstellung heraus dieses einzigartige Observatorium in schwerer Zeit geschaffen hat und es nun auch weiter unterhält gebührt bewundernde Anerkennung und höchster Dank! +
Aus diesen Werten ergeben sich bei einem Luftdruck von 703 mm für die Beobachtungswiese eine relative Feuchtigkeit von 7 % und ein Dampfdruck von 0.3 mm, für die Turmplattform jedoch 0,7 % und 0.03 mm! Ein derart niedriger Betrag der Luftfeuchtigkeit dürfte bisher wohl selten gemessen worden sein. +
Seit seinem Bestehen bemühte sich der Landeswetterdienst Rheinland-Pfalz, die von der Besatzung beschlagnahmte Kalmit freigeben zu lassen, um dort wieder eine Bergwetterwarte einzurichten. Die Kalmit war nicht nur im Denken der Pfälzer als Sitz der „pfälzischen Wettermacher"“ verwurzelt, sie hatte auch als internationale Meldestelle Bedeutung für den Flugwetterdienst erlangt und war durch eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten ihrer früheren Meteorologen (Sonntag 5,6,7,8,9, Burckhardt 10, 11, 12, Flohn 13) in der Fachwelt bekanntgeworden. Leider blieben die Bemühungen um eine Freigabe der Kalmit trotz Einschaltung des Französischen Wetterdienstes erfolglos. Es musste daher die günstige Gelegenheit benutzt werden, die sich beim Bau eines Senders des Südwestfunks auf dem Weinbiet anbot. Einen Teil der beim Ausbau des Weinbiettumes entstehenden Räume übernahm der Wetterdienst und verlegte am 1.4.52 die ursprünglich für die Kalınit vorgesehene Wetterwarte Kaiserslautern auf das Weinbiet.
Bei der Einweihumg der Bergwetterwarte WeinbieL aın 18.10.52, zu der die führenden Meteorologen aus der Bundesrepublik gekommen waren, hielt A. Cappel seinen Festvortrag über den Beitrag der Pfalz und der Pfälzer zur deutschen Meteorologie.
Mit dem Gesetz über den Deutschen Wetterdienst vom 11.11.52 hörte der bisherige Landeswetterdienst Rheinland-Pfalz zu bestehen auf und wurde Teil des neuen Deutschen Wetterdienstes. Die für das Land Rheinland-Pfalz zuständige Mittelbehörde blieb das Wetteramt Neustadt/Weinstr. unter der Leitung von Regierungurat Dr. Th. Meissner.
Daneben besteht im pfälzischen Raum „Wetterposten Weinbiet". Als dritte Dienststelle wurde mit Wirkung vom 1.4.54 die „Agrarmeteorologische Versuchs- und Beratungsstelle Neustadt/Weinstr." geschaffen, die die Betreuung der Landwirtschaft, vor allem des Weinbaues, in der Pfalz und in Rheinhessen übernahm. Wenn auch durch die, vom Bundesminister für Verkehr am 9. 10. 57 erlassene „Verwaltungsordnung für den Deutschen Wetterdienst das Wetteramt für Rheinland-Pfalz seinen Sitz künftig in Trier haben wird, so ist doch das Belassen einer verstärkten Wetterwarte mit Agrarmeteorologischer Beratungsstelle in Neustadt, dafür gesorgt, daß die Belange der pfälzischen Wirtschaft und Landwirtschaft gewahrt bleiben. Der Erwerb eines eigenen Haus in Neustadt (Villenstr. 15) macht es dem Wetterdienst sogar möglich, in Neustadt die Wetterdienstschule neueinzurichten, an der der Nachwuchs für das ganze Bundesgebiet seine Ausbildung erfahren wird.
Bei der Auswahl des Meßortes wurde besondere Rücksicht darauf genommen, daß Rauch und Kamingase keine Fälschung des Ergebnisses bewirken konnten. Aus diesem Grunde wurden die meisten Messungen im phänologischen Beobachtungsfeld des Observatoriums durchgeführt, das 200 m nordwestlich vom Turm und Hüttenwirtschaft entfernt liegt und in der Mehrzahl der Fälle wegen der vorherrschenden westlichen Luftströmungen unbeeinflußt bleibt. Die dort vorhandene Blockhütte bot gegen Witterungsunbilden einigen Schutz und für das Instrument eine zweckmäßige Aufstellung. Nur bei östlicher Luftzufuhr konnten dort keine Messungen ausgeführt werden: in diesen Fällen verblieb das Instrument zur Zählung im Arbeitstraum, während die Luftproben auf der Luvseite einer geeigneten Turmplattform, vereinzelt auch vom freien Platze vor dem Turm entnommen wurden. +
Ist allen ??? +
C
Von d. Pfennigmeister u. seinem Amt (Seite 793)
...gang der ältern Protocollorum Plenis bis zum Jahre 1656. ermanglen die weitere Nachrichten älterer Zeiten, hingegen von dieser Zeit an hat der ehmalige tapfere Herr Assessor von Sontborn als Deputatus ad Cassam nach des Pfenningmeisters Krebsen 1732. erfolgtem Absterben einen vollständigen Auszug aus denen beeden vorhandenen ältern Protocollis Pleni von 1656. bis 1670. und von 1671. bis 1688. das Pfenningmeistersey-Amt betreffend, verfasset, welcher dem Protocollo Pleni 1732. einverleibet ist, und viele merkwürdige Nachrichten enthaltet: Ich bemerke daraus nur kürzlich folgendes: Im Jahr 1659 hat '''Gisbert de Maere''' ein so wohl von kaiersl. Majestät als auch von Chur=Maynz als Reichs Erz=Canzlern ertheiltes Expectanz-Decret bey damahligem grosen Alter des geweßten Pfenningmeisters Lindenmajers dem Collegio Camerali übergeben, das Collgeium faßt hierauf den Schluß, den Adjuctum '''Gisbert de Maere''' zur Verwaltung bis auf ferner der Ständen Verordnung zu zulassen. Nach Absterben des Lindenmajers erfolgte die förmliche Präsentation desselben von kaiserl. Majestät alleinig. Nun wurde er zwar testante Protocollo pleni 1663. als würklicher Pfenningmeister aufgenommen. Seine Verwaltung aber hat kein gutes Ende genommen, s.(siehe) v.(von) Ludolf Hist. Sust. Cameral. et Acta Deputat. 1672. An dessen Stelle ernannten und präsentierten Kaiserl. Majestät 1673. D. Franz Ludwig Huben von Gülcheg. Bey dessen Annahm mußte selbiger nebst generaler Verpfändung seines Vermögens, annoch gleich seiner Vorfahren eine special=Caution durch Bürgschaft von 10 000. fl. prästiren. +
D
gutlich und lieblich mit einander vergliechen und vereynigt +
Oben in diesem Thälchen ist die Quelle gefunden, welche auf der Maxburg einen mächtigen freispriegenden Wasserstrahl bilden kann, und höchst wahrscheinlich dahin geleitet wird. +, Im Jahre 1573 vertauschte der edle Stephan zum Jungen und seine Hausfrau, Ursula von Dalheim, gegen eine Wiese zu Ulfersheim in der Eisgasse und eine Wiese zu Walterthum, die Clause in der Witschbach mit allen Zugehörungen, Freiheiten und Gerechtigkeiten, Weidgange, Wässerung, Hauptrechte, Holz, Weinschenk, Freveln und Bußen, Aeckern, Wiesen, Kastanien, Wäldern, Wein- und Geldzinsen, sammt den Glocken, Kelchen und anderen Gezierden, welche sich in der Clause und in der Kirche befinden, - was Ursula von ihrem Vater ererbt und ihr von ihren Brüdern, Melchior und Hanns von Dalheim, im Loose zugefallen ist, - an seinen Schwager, Moritz von Morschheim, und an seine Schwägerin, Agnes von Wachenheim, genannt von Böhl. +, Von dieser Clause rührt noch heute die Alsterweiler Kirchweihe her. +, …
- unter zahlreicher Betheiligung von Leidtragenden fand Samstag Nachmittag 2 Uhr das Leichenbegängniß des Hrn. Geo. Straub, welchen der Tod am Donnerstag, den 14. Juli, Morgens 1 Uhr, von seinem langwierigen und schweren Krankenlager erlöst hatte, vom Sterbehause Nr. 1427, Gonghstraße, aus nach der "Western-Cemetery" statt. Unter der großen Menge von Trauernden befanden sich starke Delegationen der "Madison-Loge Nr. 98, J.O.O.F.," und der "Göthe-Loge Nr. 1, B.O.U.B.," welchen Körperschaften der Entschlafene seit vielen Jahren als treues Mitglied angehört hatte. Je vier Mann von ihnen erwiesen ihrem dahingeschiedenen Bruder als Bahrtuchträger die letzte Ehre. Pastor Dr. A. Schwartz von der evangelischen Zionskirhe in Canton hielt im Hause, wie am Grabe tief ergreifende Gedächtnißreden und sprach der betrübten Familie herzliche Worte des Trostes zu. H. Geo. Straub war am 31. August 1831 zu Alsterweiler in der bayerischen Rheinpfalz geboren, siedelte vor 37 Jahren nach Baltimore über, wo er die längste Zeit seines Lebens als öffentlicher Wieger und Stevedore beschäftigt war. Im Mai 1854 verehelichte er sich mit Frl. Friedricke Möhrmann, mit welcher er im glücklichsten Ehebunde lebte. Demselben enstprossen fünf Kinder, von welchen noch zwei am Leben sind. Außer diesen hinterläßt er einen Stiefsohn, fünf Enkel, zwei Brüder in Baltimore, drei Schwestern im Staate New York und eine in der alten Heimath." Der Deutsche Correspondent. (Baltimore, MD), Jul. 18 1887. https://www.loc.gov/item/sn83045081/1887-07-18/ed-1/. +
Errichtung eines Brunnenstocks zu Alsterweiler, nebst Versetzung eines alten Trogs. +
Mobilienversteigerung. Mittwoch den 8. November nächsthin, Morgens 8 Uhr anfangend zu Arzheim in der Behausung der Wittwe des verstorbenen Herrn Baukondukteurs Joseph Marggraff, lassen die Wittwe und Kinder desselben sämmtliche zu dessen Nachlaß gehörigen Mobilien öffentlich versteigern, als 1) verschiedenes Schreinwerk, Bettung, Weißzeug, Kleidungsstücke und Küchengeräte; 2) mehrere Fässer verschiedener Größe, ein Fuder 1835er Wein und verschiedene Früchte; 3) einige Acker- und Herbstgeräthschaften; 4) eine einspännige Chaise; 5) drei Pferde, eine Kuh und mehrere Schweine.
Landau, den 28. Oktober 1837. G. Keller, Notär. +
Schloßenwetter Sankt Martin, Alsterweiler, Diedesfeld. +
Hier war weniger Kauflust als in dem benachbarten Maikammer und besonders Alsterweiler, wo am letzten Montage in der geraden Straße 45 große Weinwägen hintereinander und in der Deckelgasse 13 gezählt wurden; welchen den "Neuen" zu durchschnittlich 150 fl. abfüllten. +
"Acker, worauf man in einem Jahr Getreide, im folgenden Gras wachsen läßt" Hübner,ErzstSalzb. III 961; unbebautes, brach bleibendes Feld". +
"erbetene oder freiwillig geleistete Abgabe" +
"was zu gelten ist oder gegolten wird - I Zahlung, Abgabe und Einnahme, II Gültbrief, III (gut verzinsbarer) Wert; Werttitel, IV Preistarif, V Rechtsgültigkeit. VI Privileg, VII gülttragendes Landgut,
VIII Verbrechen, Schuld, IX formelhaft, hauptsächlich zu Gülte (I 2) und Gülte (I 3) +
Arbeitsdienst für den Herrn oder ein Gemeinwesen / auch als fron: dem Herrn gehörig, herrschaftlich, öffentlich, allgemein, heilig +
"gemeinsames Nutzungsrecht" +
"Steuerbuch" +
Andreas Ignaz Stachel +
Leonhard Mayer. +
Andreas Stachel. +
Anschlußgewanne nach Nordosten ist die Gewanne: bei der Frankenmühle am Sparbenbrunnen (mdal. bei de Franggemihl am Schbarwebrunne)
Die Lage ist: westlich die Gewanne auf der Oberwiese östlich die Gewanne am Sparbenbrunnen südlich die Gewanne im Böbig nördlich die Gewanne im Lausböhl
1824 Acker Bei der Frank=Mühl am Sparbenbrunnen (LASp L56/772)(Anmerkung: Sehen Sie LA Sp L 56 Nr.772). Der Name weist sicherlich auf eine frühe fränkische Besiedlung hin. Er kann aber auch aus dem mhd. franc frei stammen. Eine Mühle auf ehemaligem Gemeindeland (Almende)1. Danach war diese im Besitz des Bischofs von Speyer. Diese Ölmühle, auch obere Ölmühle genannt, war 1688 Johann Tretter in sicherem Bestand überlassen worden. Durch den Krieg 1689 - 1700 wurde sie ruiniert und geriet in Abgang. Am 3. Dezember 1699 wurde sie wiederum im Namen des Fürstbischofs Joh. Hugo dem Joh. Tretter erbstandsweise überlassen. Der Erbständer mußte sie selbst aufbauen und dann Dach und Fach erhalten. Die ersten 6 Jahre war er darum vom Zinse frei, dann mußte er 4 Jahre lang jährlich 4 fl., darnach jährlich 5 fl. an Martini an die Schaffnerei Kirrweiler abliefern. Die Ölmühle war zu dieser Zeit die einzige in der Schaffnerei Kirrweiler.(2) Aus Raps, Mohn und Nüssen wurde Öl geschlagen.(3) Am 9. März 1745 bat Joh. Tretter, der Sohn des Vorigen, um die Erlaubnis unter das gleiche Dach seiner Ölmühle einen Mahlgang und Schälgang zu machen, damit er nicht müßig sitze, wenn die Ölmühle stille stehe. Er wolle 6 Malter Kom für das Jahr geben. Trotzdem das Oberamt sein Gesuch befürwortete, wurde es am 19. Juni 1745 abgelehnt, weil von Sankt Martin bis Kirrweiler 7 Mahlmühlen an dem kleinen Bächlein waren. Am 18. Juni 1745 wiederholte er sein Gesuch und bot 8 Malter Korn als Wasserzins an. Er wollte Frondefreiheit für das Pferd, das er zum Wegfahren des Mehles brauchte. Er wurde wieder abgewiesen. Unterm 24. Mai 1755 wollte Tretter eine Hirsen- und Gerstenroll, worauf auch Hafer und Gries gemahlen werden konnten, anbringen und 5 fl. bezahlen. Das Oberamt unterstützte das Gesuch. Am 9. Juni wurde es genehmigt, doch sollte Tretter 15 fl. p. Jahr zahlen. Tretter ging darauf ein. Vom Januar 1758 an mußte er 10 Reichstaler und 4 Malter als Wasserzins geben, solange die Mühle nicht durch ein Unglück völlig zu Grunde gehen würde. Die Mühle rentierte sich aber nicht auf die Dauer. Um das Jahr 1840 gehörte die Mühle dem Bäcker und Müller Christian Platz, von dem sie an seinen Sohn Georg Christian Platz überging. 1850 hatte die Mühle die Hausnummer 233. Seit 1900 steht sie still(1) und wird heute als Mehrfamilienhaus benützt. 1944 stürzte nach Luftkämpfen ein Jagdflieger der deutschen Luftwaffe vom Typ Me (Messerschmitt) 109 in das Mühlengebäude und löste einen Brand aus. Das Haus wurde daraufhin abgerissen und als Wohngebäude wieder errichtet.
am Eichelberg (mdal. am Äächelberch) 1669 Ein halber Morgweingart und Kestenberg im Eichelberg (LASpF2/221) Der '''Eichelberg''' oder oft nur Berg genannt, ist der gerodete Teil des Wetterkreuzberges1. Der Name kommt von der früheren Bepflanzung mit Eichen, deren Frucht die Eicheln zur Schweinemast verwendet wurden. Die Eicheln stellten ein nahrhaftes, wertvolles Schweinemastfutter dar, die Tiere wurden zur Futteraufnahme in die Eichenwälder getrieben.(2) Über Jahrhunderte holten die Bauern ihre Streu ('''Schdrääßel''') für den Stall aus dem Walde und entzogen ihm dadurch den Humus, so daß heute nur noch die anspruchslosen Kiefern hier wachsen, von den Kastanien am Waldrand einmal abgesehen. Mit einer Rechtsverordnung vom 28.1.1992 des Landkreises Südliche Weinstraße wurden große Teile der Gewanne „am Eichelberg" zum Naturschutzgebiet erklärt. Dies diente dem besonderen Schutze von Natur und Landschaft in ihrer Ganzheit. Im Besonderen für den Lebensraum der Zaunammer, eines vom Aussterben bedrohten Vogels und der vielfältigen und artenreichen, teilweise auch seltenen Flora und Fauna.(3) (1)Leonhardt - (2)Bingenheimer - (3)Schickel-Kühner Am Wetterkreuzberg unterscheidet man auf Maikammerer Gemarkung noch die Alsterweilerer Süd- und Nordseite, sowie die Diedesfelder Nordseite. Im Bereich Eichelberg zieht sich hinter dem Waldhaus „Wilhelm" von der Kalmitstraße bis zur „Schleif" der „Hexenweg". Urban Ziegler hat dazu eine nette Geschichte ausgegraben. Kurz vor dem 30jährigen Krieg hat dort eine 14jährige Halbweise aus Kirrweiler, ein rechtes Früchtchen offensichtlich, Anzeige wegen Hexerei erstattet. Am Anfang sollen es sechs bis acht Frauen gewesen sein, die in der Walpurgisnacht dort alles mögliche Unanständige mit dem Bösen getrieben haben sollen. Sie selbst, so die 14jährige namens Wagner weiter, sei von einer Frau auf einem schwarzen Bock mitgenommen und am alten Venninger Bildstock abgesetzt worden, weshalb sie allein in der Hexennacht habe heimlaufen müssen. Im Lauf des 2jährigen Prozesses belastete sie dann 200 Personen, darunter auch die meisten Schöffen des weltlichen Gerichtes. Aber auch dieser taktische Trick fruchtete nicht. Am Ende des Prozesses bezog die 14jährige Wagner ihre Hiebe und wurde „ausgestabt", durfte also kein bischöfliches Gelände mehr betreten. Dieser Vorfall hat Vorgeschichte. Hexen waren nicht unbedeutende Erscheinungen im Maikammer des frühen 17. Jahrhunderts. Nachdem sie verschlüsselt schon 1583 auf dem ersten Tauf-, Heirats- und Sterbebuch des Ortes erwähnt worden waren, machte man sie offen für den schweren Hagelschlag 1601 und zwei Erdbeben im Jahr danach verantwortlich. Zu dieser Zeit mixte ein Apotheker in der Krottenburg unterhalb der Alsterweiler Kapelle die „Hexensalbe", die aus einer Palette berüchtigter Giftpflanzen besteht, nämlich Schierling, Mohn, Tollkirsche und Bilsenkraut. Das empfängnisverhütende Mittel kann, so ergaben Untersuchen der Uni Göttingen, durchaus jene Halluzinationen auslösen, die zum Hexenkult gehören, so das Fliegen neben abgrundtiefen Stürzen und die Erscheinung seltsamer Wesen. Die Salbe kam reichlich zur Anwendung, vermutet Urban Ziegler. So ist im Pfarrbuch zu lesen, daß um 1634, als Maikammer von Kriegswirren verschont blieb, dennoch kaum mehr Kinder im Ort zur Welt gekommen seien. Der Hexenweg lag damals noch mitten im Wald. Der Bereich zwischen ihm und der Berggasse, dem heutigen Wanderweg Deutsche Weinstrasse, wurde erst am 29. April 1834 aus dem früheren Haingeraide-Besitz versteigert. Ein entsprechender Beschluß der Gemeinde fiel schon am 1.11.1827 nach gütlichem Vergleich mit der Regierung. Dennoch gab es in Maikammer erheblichen Widerstand gegen die Versteigerung, auch von Seiten des Pfarrers. Nun war aber Maikammer eine königliche Pfarrei und so konnte es geschehen, daß am 1. Juni 1832 dem Kaplan gekündigt wurde. Der versteigerte Wald brachte 10140 Gulden und wurde dann wohl umgehend gerodet.(1) Auch volkstümliche Sagen liefern oft den Stoff für Wegnamen.(2) In exponierter Lage wurde von Franz Lederle im Jahre 1835 dieses weithin sichtbare Häuschen errichtet. Im Urkataster der Steuergemeinde Maikammer ist für das Jahr 1839 eingetragen: Wingert und Gartenhäuschen am Eichelberg. Lederle war ein reich begüterter Winzer und von 1833-1835 Maikammerer Bürgermeister. Aus dem alten Gartenhäuschen wurde in den vergangenen 165 Jahren durch mehrfachen Umbau das heutige schöne Weinbergshäuschen. Es diente sicherlich nicht nur den Weinbergarbeitern zum Unterstellen bei Unwetter, sondern wurde auch als Wochenendhaus und zum Feiern kleiner Feste benutzt.LA Sp L56/772
Nördlich der Alster kurz vor dem Alsterweilerer Tälchen steht dieser aus Terrazzo hergestellte Bildstock. Seine V orderseite zeigt zu den Weinbergen. Der Standort vor der Flurbereinigung war an der Kaimitstraße. Das dachförmige Oberteil hat ein kleines, eingehauenes Kreuz von dem rechts und links je zwei Strahlen nach unten gehen. In einer ebenfalls dachförmigen Nische ist eine getriebene, kupferne Platte aufgesetzt. Diese stellt eine sitzende Maria dar, auf deren ünkem Bein ein Jesuskind mit langem Gewände und der Erdkugel in der Hand steht. Maria hat einen großen-, und das Jesuskind einen kleinen Heiligenschein um das Gesicht. Darunter die Inschrift MUTTER DER GÖTTLICHEN GNADE bitt für uns. Der Bildstock wurde 1952 von dem Winzer Martin Schädler errichtet aus Dankbarkeit, daß er einen schweren Arbeitsunfall schadlos überstanden hat. Er ist ein typisches Unglücksmal. Beim Keltern hatte man den mit Brettern abgedeckten Kellerschacht etwas geöffnet für die Weinschläuche zu den Fässern. Schädler wollte sein Pferd in den Stall führen, aber es trat weitere Bretter des Kellerschachtes los und stürzte mitsamt dem Winzer in den Keller. Versuche das Pferd über die Treppe wieder nach oben zu bekommen scheiterten an der zu schmalen Kellertüre. Mit einem Flaschenzug wurde dann das Pferd nach oben gezogen. Es lebte noch weitere zehn Jahre. Martin Schädler kam wie durch ein Wunder mit kleineren Blessuren davon. +
auf dem Held (mdal. uff de Held)
- auf dem oberen Held
westlich die Gewanne in der unteren Stotz östlich die Gewanne auf dem mittleren Held südlich die Gewanne im oberen Spielfeld nördlich die Gewanne auf den Heldwiesen
- auf dem mittleren Held
westlich die Gewanne auf dem oberen Held östlich die Gewanne auf dem vorderen Held südlich die Gewanne im mittleren Spielfeld nördlich die Gewanne auf den Heldwiesen
- auf dem vorderen Held
westlich die Gewanne auf dem mittleren Held östlich die Gewanne an der Wäschhütte südlich die Gewanne an der Lettengrube nördlich Alsterweiler
- auf den Heldwiesen
westlich die Gewanne in den Stotzwiesen östlich die Gewanne an der Wäschhütte südlich die Gewanne auf dem vorderen Held nördlich Alsterweiler *1624 Ein virtel Wingart in der Helden (LASp D2/635) *1624 Ein virtel Wingart in der Helden (LASp D2/635) *1669 en Vürtel uff der Holden, underseits das Allerheilige Stift Zu Speyer (LASp F2/221) *1669 Ein halber Morgen uff der Held, oberseits Allerheilige Stift Zu Speyer underseits German Stift Zu Speyer (LASp F2/221) *1669 Niederhelden Oberheld (LASp F2/221) *1719 Wingart auff der Helden (PfälzFln A) *1787 Wingart auf der Heldt oder Wäschhütt (Pfalz. FlnA) 1821 obere Held mittlere-vordere Hoelt (LASp W41/525) Zu ahd. halda Abhang, mhd. halde Abhang, ebenso mhd. heldex Held = Halde, meist frühester Anbau von Wein. Sanfte Hänge werden als Halde bezeichnet. Seit der mittelhochdeutschen Zeit gebrauchte man auch in der Pfalz die „umgelautete Form Heide". Daraus ergibt sich dann Held als Name für einen Hang in Südlage.3 Heldenpfad, der am Hang der Heide entlang führt. Der Heldepfad war in der Römerzeit gepflastert und führte über das Spielfeld zum Römerweg unterhalb des Gebirges. Auffallend ist das große Besitztum der Speyerer Klöster in dieser Gewanne nach dem 30 jährigen Kriege. In den Heldwiesen war um 1600 „die Weed" (d.i.ein Tümpel oder kleiner Weiher im Dorfe. Das Wort kommt von mhd. „wete" = Tümpel, in dem man das Vieh tränkte). Es war ein Brandweiher, beginnend auf dem Gelände der heutigen Alsterweilerer Kapelle und hatte die Länge von 11 Häusern. Damit er schnell zu leeren war, hat man im östlichen Teil des Staudammes ein Faßtürchen eingebaut, das bei Bedarf rasch geöffnet werden konnte. Gespeist wurde der Weiher vom heutigen Alsterbach, damals nur der „Bach" genannt. Der Überlauf der „Weed" floß in einen Wassergraben, der sich durch das ganze Dorf zog, sich immer wieder teilte und bei Brandgefahr mit geringem Aufwand gestaut werden konnte. Außerdem diente er der Bewässerung der zahlreichen Wiesen, die teils im Dorfe selbst oder in unmittelbarere Nähe lagen. Das Bewässerungsrecht dieser Wiesen besaß die Gemeinde. Es war so eingeteilt, daß ein Drittel für den Kirchbach und zwei Drittel für den „Bach" vorgesehen war. 1826 wurde die „Weed" eingeebnet.6
In den alten Besitzakten lesen wir: „Ein Baumstück bey der Alsterweiler weed" oder an anderer Stelle: „Ein Viertel im Baumgartten bey der Alsterweylerer wäden" (LASp F2/220)
Am Anfang von Alsterweiler liegt nördlich die Gewanne: im Grund (mdal. im Grund) Die Lage ist: '''im unteren Grund''' westlich die Gewanne im oberen Grund östlich die Gewanne in der oberen Sau südlich die obere Friedhofstraße nördlich die Gewanne auf der unteren Heide '''im oberen Grund''' westlich die Gewanne in der Langheck östlich die Gewanne im unteren Grund südlich die Hauptstraße nördlich die Gewanne auf der mittleren Heide
1589 ein Stück Baumgart = Acker im Grand (LASp Dl/68) 1624 Ein virtel Wingart im Grundt (LASp D2/635) 1669 Grandhohl (LASp F2/221) 1669 grundt (LASp F2/221) 1721 Grand (LASp F2/227) Zu mhd. grünt Eigentlich grobkörniger Sand. Später erhielt es die Bedeutung von Grund, Wurzel, Vertiefung, Tal, Mulde1 Von Höhen, Hügeln umgebene Tallage(2) Feuchte Senke(3) Hier ist es der Talgrand des Wetterkreuzberges.
In einem Bericht über die zum Schlößlein Credenburg in Alsterweiler gehörigen Güter vom 18. November 1712 wird ein Weinberg „im langen grund" und einer „im kurtz grand" beschrieben und erwähnt, daß letzterer „in ziemlich stocklosem Zustand" sei und man habe es versäumt, „Einlegner" zu machen.(4) Nach der Parzellenkarte von 1821 lag der „lange grand" im heutigen unteren Grund und der „kurtz grand" im oberen Grand.(5) (1)Schirmer - (2)Keinath - (3)Leonhardt - (4)Hener - (5)LASp W41/526 +
am Kalkofen (mdal. am Kalggowe), Erwähnungen:
- 1669 im Kalkofen oberseits Carl Berger St. Guidonn Stiftsdechant (Dekan) zu Speyer (LASp F 2 Nr.221)
- 1669 in der Kalkgrüb (LASp F 2 Nr.221)
- 1735 als mittlere Lage bezeichnet (LASp F 2 Nr.224)
"Zu mhd. kalcoven Kalkbrennerei. Hier wurde das besonders von den Römern sehr geschätzte Baumaterial geliefert. Man pflasterte damals auch die Heerstraßen mit Kalksteinen. Um Maikammer steht viel Kalkstein (Kalkboden), der vor Ort gebrannt wurde, in einem Kalkofen. Diese Öfen lagen wegen der Brandgefahr in einiger Entfernung zu den Siedlungen, meistens direkt an den Kalkkauten. Die gebrochenen Kalk- steine konnten an Ort und Stelle bequem verarbeitet werden, indem man sie von oben in den Ofen schüttete. Der Brennvorgang dauerte in der Regel ca. 40 Stunden. Befeuert wurde der Ofen mit Holz oder Holzkohle.
Der Kalkofen steht im Zusammenhang mit den Bauten im Dorf. Der hier entstandene Branntkalk wurde mit Wasser abgelöscht und mit Sand als Mörtel zum Mauern und V erputzen gebraucht. Mit W asser verdünnt diente er als Farbe, mit der die Wände geweißt wurden. Von dieser Lage haben die Alsterweilerer den Spottnamen „Kalkofenfüchse"". +
Der Flurname Wäschhütte erinnert an ein altes Handwerk, nämlich die Herstellung von Erdfarben. Stellenweise steht am Haardtrand ein blauer Ton an. Er wurde gestochen, ausgeschlämmt und in der Wäschhütte zu blauer Farbe verarbeitet. Es war eine wichtige Farbe, brauchte man sie doch für Mützen und Kutten der Küfer. Erst die Gründung der BASF im Jahre 1866 setzte der Erdfarbengewinnung ein Ende. Die Wäschhütte holte ihr Wasser vom nahen Petersbrünnel, das früher, so wie allen Quellen viel mehr Wasser brachte. Mit der gewonnen Farbe wurde in der Gewanne "im Färber" die von zahlreichen Leinenwebern (1823 waren es 22) angefertigten Leinenstoffe gefärbt. Diese färbten ihre gewebten Stoffe damals selbst, mit Hilfe des Wassers vom Mühlbach, der durch die dortige Gemarkung floß. Die Leinenweber galten früher als Hungerleider, sie mußten ihr Brot in Wasser backen und es als Milchsuppe essen. "Wenn bei den Leineweber die Mäuse in die Küche kommen, verhungern sie". Im Gegensatz zu den Wollwebern galten sie nicht als zunftfähig. In der Gewanne "[[Wäschhütte]]" wurde sogenannte Wasch- und Walkerde gegraben und mit Fuhrwerken nach Grevenhausen, einem Ortsteil von Lambrecht, zum Walken der Wollgewebe gefahren (Walken ist das unter Druck behandeln von wollenen Geweben mit Seifenwasser und Laugen), früher auch mit Walkerde (Gemenge von Kieselsäure und Tonerde). Walker waren die Arbeiter, die das Tuch mit der Verfilzmaschine kneteten. Dabei dienten sie auch beim abschließenden Waschvorgang als Fettlöser. Dieses Fettlösen machten sich auch die "Rotgerber" im Annweilerer Raum zu Nutze. So wurde die Walkerde dort benützt, um das Sohlleder geschmeidig zu machen und gleichzeitig das Leder zu färben, sowie die Fette der dazu verwendeten Häute wegzunehmen. Man sparte dabei nicht mit dem Auftragen der Walkerde auf das Leder. Diese trocknete dort an und bildete eine Schicht auf dem Leder. Da das Leder im Kilopreis verkauft wurde, brachte aufgetragene Walkerde den Gerbern einen zusätzlichen Gewinn. Die benachteiligten Schuhmacher wehrten sich gegen den offensichtlichen Betrug und zogen deswegen vor Gericht. Hier bekamen sie Recht und von da an wurde das Leder ohne die Schicht Walkerde verkauft. (Mündliche Mitteilung von Schuhmachermeister Brauer, Maikammer). Der Wäschhüttenpfad war zu römischer Zeit gepflastert und führte, wie auch der Heldenpfad, zum Römerweg am Waldesrand.
Im Wiesenbereich lag auch die Gewanne:
auf der Großwiese (mdal. uff de Groußwiß)
Die Lage ist:
westlich die Gewanne im Böbig, östlich die Gewanne auf der Hartwiese, südlich die Gewanne in der oberen Leber, nördlich die Gewanne auf der Ahlmühl
1669 großwieße (LASp F2/221)
Zu mhd. groz ist die Bezeichnung für den Umfang.
Der Flurname kann sich aber auch nach einem früheren Besitzer entwickelt haben, zumal schon 1580 ein '''Hans Groß''' hier vorkommt. Die Wiesenbewirtschaftung war durch die Dorfordnung geregelt:
Item welicher wisen uff die gemeine wege stossen hatt und zu wessern begert, derselbig soll wessern, doch der gemein on schaden. Un wa (sofern) von alter her brücken über die gemein wege geen, soll man dieselbigen ujfrichten bey pene (Strafe) Hb heller. Solicher punct der wesserunge halb sol allein den inheimischen und nit den frembden erlaupt sein.
Item so einer in der mark ein wissen hatt, die dreye groß dragen mage, derselbigk soll genante wiß zum zweyten mal mehen vor unser lieben frawen tagk würtzweyhe (Maria Himmelfahrt, 15. August) und dieselbige wysen sollen beheuwet seyn und pleiben biß zu sant Michels tagk (29. September). Aber weliche nach gemeltem unser lieben frawen tag das zweyt groß mehen tut, soll darnach nit mer gefreyt sein. LASp U103/36a +
Malenga, Drahtkammert +
"daß aber gerade die Not der Zeit mit all ihren drückenden Begleiterscheinungen den Plan, die Straße auszubauen, verwirklicht, ist das eigenartige." / "Wir haben dafür unzählige Ämter und Stellen; wir haben soviel, damit immer die eine den Unterstützungsbedürftigen auf die andere abschieben kann." / "Vor allem fällt aber der asoziale Zustand in der Gemeinde weg, daß auf der einen Seite sparsame Winzer schwer arbeiten und sagen können, sie müßten für 100 andere sorgen, die nicht arbeiten, und daß auf der anderen Seite Menschen feiern müssen, die arbeiten wollen. Und nicht zu vergessen, daß fast das [ganze] aufgewandte Geld nur innerhalb der Gemeinde weiter umgesetzt wird, an Geschäftsleute, Krämer, Bäcker, Metzger u. dergl." +
Unbekannt +
Orgelbau-Späth begann mit der Werkstattarbeit an der Orgel im Januar 1981, mit ihrem Aufbau in der Kapelle am 29.6.1981. +
Das '''Gehäuse''' (Eichenholz) ist im Jahr 1844 zum Preis von 180 Gulden von dem Speyerer Orgelbauer Johannes Eichenauer nach Zeichnungen des Bauschaffners Foltz, Speyer, (nur geringfügig durch Regierungsbaumeister Hagemann abgeändert) zur Aufnahme der für die 1840/41 erbauten Pfarrkirche in '''Berghausen''' von der Protestantischen Pfarrei '''Lambsheim''' abgekauften barocken Orgel von '''1740''' gefertigt worden. Es nahm später, nach dem Ausbau der Barockorgel, die von Orgelbauer Gustav Schlimbach aus Speyer erstellte neue Berghausener Orgel auf (1878/79) und blieb auch bei der Erweiterung dieser Orgel durch Orgelbauer Franz Kammerer, Speyer, im Jahr 1929/30 für die Orgel in Berghausen erhalten. Weil es für die 1980 geplante Berghausener Orgel nicht mehr genügend Raum bot, wurde es für die Orgel in der Mariä-Schmerzen-Kapelle übernommen, nach dem Urteil von Gero Kaleschke, Speyer, dem die Angaben über die Berghausener Orgel zu danken sind, "ein denkmalpflegerischer Akt", "den man Gehäusen aus dem 19. Jh. nur selten angedeihen lässt." (6.1.1981). Hilmar Brucker, Mutterstadt, führte die Restaurierungsmaßnahmen an dem Gehäuse für dessen Wiederverwendung in der Alsterweiler Kapelle aus. Der Entwurf für den Umbau des Berghausener Orgelunterbaues zur Windfanganlage der Mariaä-Schmerzen-Kapelle stammt von Architekt Werner Weißbrod, Maikammer. +
Beschreibung der Lage des Ortes Klingenmünster (gilt sicher auch für andere Ort an der Weinstraße). +, "Man mag sich dem Orte nähern von welcher Seite man mag - seine Lage in der lieblichsten Landschaft [...] von Weinbergen, Kastanienwäldern, trauten Wiesengründen und Ackerfeldern umgeben, ist immer gleich schön". +
Die Rechnungen der Stadt Neustadt an der Haardt von den Anfängen bis zur Zeit nach dem Bauernkrieg +
Item III ß d Claus Bender ist ußgeschickt zu erfarenn, ob myn gnedigster here am herab ziegen sey vonn Wirtzburg, hatt groß schedlich lügen zu Oppenheim gesagt. Testes juncker Vitt vom Stein und juncker Morytz. +
Die Rechnungen der Stadt Neustadt an der Haardt von den Anfängen bis zur Zeit nach dem Bauernkrieg +
Item X d vor zwo ortten geschenckt juncker Viax vom Obbersteyn sampt eynem reysingen knecht. +
Eine verwirrende Fülle von Möglichekiten also. Dabei bieten sich die Brodel von Altdorf als die Familie an, die den Beinamen durchgehend geführt hat. In diese Richtung könnte auch der Vorname der Nonne Beatrix von Kestenburg weisen, da dieser auch bei den Damen von Altdorf auftritt. So wir z.b. im Jahre 1468 eine Beatrix von Altdorf, verheiratet mit Hans von Dalheim, als Tochter des verstorbenen Heinrich von Altdorf gen. Brötel und seiner Witwe Katharina von Winheim erwähnt. Das erstgenannte Paar verschreibt der gemeinsamen Tochter Margarete und deren Gemahl Hermann von Zeutern (Zutern) d.Ä. anstelle einer "Heimsteuer" von 500 Gulden einen Hof zu Deidesheim und einen weiteren halben Hof zu Kirrweiler. - Diese Besitzungen lassen nicht nur die bereits bekannte Verbindung der Brodel zu Deidesheim sichtbar werden, sondern auch eine weitere, nämlich zur Burg in Kirrweiler, wo Heinrich Brodel - wohl der Sohn des Vorgenannten - vom Speyerer Bischof Ludwig von Helmstadt (1478-1504) ein Haus zu Lehen besaß, demnach wohl als Burgmann seinen Dienst versah. +
1505 erfahren wir, daß das Kestenburger Burglehen, das einst Hans Brodel innehatte, an die von Dahlheim übergegangen war. Es bestand aus einem Ackergut bei Dammheim und dem kleinen Zehnten in Venningen. Junker Hans Brodel von Altdorf wird bereits 1456 als Amtmann zu Haßloch erwähnt. +
Centenmeister: 1757-1758:... Sebastian Metzger, Alsterweiler. +
Beispielsweise waren bei dem Urteil des Jahrs 1414 über Peter Teufel in St. Martin als Zeugen anwesend: Kaplan Peter, Frühmeßpriester Johann, Kaplan Eberhard von der Kropsburg, Schultheiß Contz Egelmann aus Maikammer, zwei Herren aus Alsterweiler, ein Peter aus Annweiler... +
Zum Kanton Edenkoben gehörten die Gemeinden Altdorf...Alsterweiler...[1818] 1862 wurde das Landkommissariat Landau in ein Bezirksamt, 1939 in einen Landkreis umgewandelt. +
Davon interessiert uns das Landkapitel Hambach, zu dem 18 Pfarreien gehörten:... Maikammer mit Alsterweiler [(18. Jahrhundert)]. +
Willi Alter zählte im Amt Kirrweiler - mit Kirrweiler, Alsterweiler...1285 Erwachsene. +
Im Jahr 1339 wird Johann von Venningen in der Burgmanneordnung von Kirrweiler erwähnt. Er gehörte also im Ernstfall zu den Verteidigern der Burg. Danach wird Johann 1343/47 im Lehenbuch des Hochstifts aufgeführt. Er war - wie Kurt Andermann feststellte - der letzte Kämmerer der Bischöfe von Speyer, der aus dem Niederadel stammte; nach ihm übernahmen die Grafen von Leiningen das Kämmereramt. Jenem Johann gehörten Einnahmen aus der Mühle von St. Martin ... aus der Mühle in Maikammer bezog er 4 Malter Weizen und bekam Wein aus Alsterweiler und Maikammer geliefert. +
Zum Oberamt gehörten laut Remling zunächst die zwölf Dörfer der alten Ausfautei Kirrweiler: Alsterweiler... +
1753 waren es kurpfälzische Truppen, die ins Oberamt Kirrweiler einfielen und in Hambach, Diedesfeld, Maikammer, Alsterweiler und St. Martin plünderten, erpreßten und andere Gewalttaten verübten. +
Im Jahr 1478 wir beim Huldigungsritt von Bischof Ludwig I. von Helmstädt (reg. 1478-1504) zusätzlich Alsterweiler erwähnt, das bei keiner anderen Huldigung vorkommt. +
Schwefelblasebalg +
An der Projektierung und Bauausführung der Straße hat ein Sohn der Gemeinde, Geheimrat Allmaras in Berlin, in hervorragender Weise mitgewirkt... im Bezirks-Anzeiger vom 10. und 14. Oktober 1931, Nr. 235 und 238, ...veröffentlicht +
Gordiné, Philipp Ludwig. 1748 IV 23 Oberamtsrat und Ausfaut zu Kirrweiler (335, 244; 336, 252). +
Koch, Emanuel, Aufsichtträger zu Alsterweiler. 1747_XII_1 Besohldungsregelung (335, 222) +
Riebel, Georg. 1576 V 25 Ausfaut im Under Lauterburger Amt zu Kirweyler (320, 279 v). +
Oberstein, Christoph 1531 III I Diener vom Haus aus mit zwei reisigen Pferden (313, 17v). +
Cörver, Adolph Adam. 1666 VI 4 Keller zu Magdenburg und' zu Clingenmünster für die Gemeinschaft Landeck (327, 201). 1679 II 23 Schaffner zu Kirrweiler (328, 42) +
Dirolff, Joh. Sebastian. 1589 IV 23 Schaffner zu Kirrweiler (323, 186v). +
Spiel, Anastasius. 1555 III 4, Schaffner zu Kirrweiler (317, 72) +
Dirolff, Philipp. 1559 V 8 Keller zu Ödeßheim (317, 165v). 1563 II 28 desgl. (320, 104). 1570 III 8 Schaffner zu Kirrweiler (320, 193v). +
von Dalheim, Philipp Melchior. 1597 II 23 Kämmerer (323, 291). 1597 V 1 Stallmeister (323, 292 v.). 1599 XI 1 Faut am Brurain (323, 401). 1604 VII 9 Hofmeister mit 4 reisigen Pferden (323, 758 v.). 1620 XI 13 Hof- und Ritter-Richter, Rat von Haus aus (326, 130) +
Zipperlin, Johann Martin. 1701 VI 28 Waldfaut der unteren Wälder Lußhardt +
Becker, Anton, Syndikus und Sekretär des Domkapitels. 1743 X 1 wirklicher Hofrat (336, 10). +
Hacker, Johann. 1597 VI I Zollschreiber zu Vdenheim (323, 287). 1600 IV 23, Diener von Haus aus (323, 670). 1606 V 30 Visitator der
Keller und Speicher (323, 770). 1624 IV 23 Kammer- und Landschreiberei-Rat (326, 164 v) +
von Oberstein, Georg Christoph. [1656/57] Forstmeister (327, 68). +
Zipperlin, Augustin. 1743 X 9 Kammerkanzlist (336, Jagdsekretär (335, 87; 336, 157). 1758 VI 27 Zulage für Besoldung eines Kanzlisten (335, 485) +
Nachfolgende Ordnunge sind zu Nutz und Gut der Gemeinde zu Maycammer durch Schultheiß, Dorfmeister, Sechster und Beetleger daselbst beraten und mit Bewilligung derer von der Gemeinde, wie Nächstes zu halten, bewilligt und angenommen worden. Auch sich demnach ein jeder wisse vor Schaden zu hüten, soll solches jeden Jahres der Gemeind als Herkommen öffentlich verkündet und vorgelesen werden. +
Nachfolgende ordenunge sind zu nutz und gut der gemein zu Meinkeimer durch schultheiß, dorffmeyster, sechser und bedleger daselbst beratschlagt und mit bewilligunge deren von der gemeinen wie nachstet zu halten und haben bewilligt und angenomen worden, auch sich demnach eyn jeder wiß für schaden zu richten, sol solchs jars der gemein als herkommen öffentlich verkunth und fürgelesen werden etc. +
Item es soll ein metzler, so zu Meinkeimer wonnhaft ist, sein banck underm rathaus haben, sampt seinem bewerten gewicht, und das fleisch daselbst umb ungeferlich zwo uhrn außhawen uff den sambstag und den inwondern vor andern helfen sonder allen betruge und vorteil, bey straff eins lb hellers. +
Item so auch der metzler, so hie wonhaft ist, ein stuck oder mehr auß dem dorf verkaufen tett, soll derselbigk von 1 jeglichen stucke 1lb heller zu einunge zu geben verwurigkt und verprochen haben. +
Item welicher gemeinsmann wein und nemlich seins eygen gewechs ufftun und verschencken wolt, derselbig soll die maß weins 1 d neher dann der gemein wurt zu geben schuldigk sein, bey pene 1 lb heller. +
Item es soll der metzler, so hie wont, der hemmel oder schaff in der gemarcken weiden tutt, dasselbig viehe in kein ander ort verkaufen, sonder hie under der schranen außhawen, und so sich erfunde, der solchs hie nit feyl hett, soll er der obgedachten straffen verfallen sein. +
Item wa ein nachper ein rintfiehe abtun und das fleisch in der gemein verkaufen wolt, derselbig soll den inwonenden metzlern solchs vor acht tagen darvor anzuzeigen schuldig sein, und so er dasselbig nit tett, sol derselb der gemein 1/2 lb heller zu geben verprochen haben. +
Item so eyn gemeinßman oder wer daß were, die brunendröcke oder stein on bescheid bey tagk oder nacht ab oder außlaufen lassen wurd, der oder dieselbigen sollen der gmein, so oft und dick daß geschicht, für 1 lb d zu straff und eynunge verfallen sein. +
Item es soll keiner in der gemein ein frembden uffnemen an wissen und willen dr amptleut und der gantzen gemein, bey der eynunge ein pfundt pfenninge. +
XXIV. Item es sollen zween auß der gemein darzu verordent ungeferlich umb zwolf uhrn daß fleisch bey dem metzler besichtigen und schetzen jedes nach seiner gestalt es seye kue, hammel oder schoffleisch und feyßt gut mager oder boß und sol demnach geschetzt werden. +
Item so eyn wurt oder gemeinsamen woelt hering, stockfisch, blatheysen und bueckinge feilhaben, derselbig sol kaufmansgut haben bey der eynunge 1 lb heller; und wan jme solchs von den dorfmeistern verbotten wurd, sol derlebigk uberfarer nit mehe desselbigen unkaufs vertreyben bey genanter eynunge. +
Item so einer in der mark ein wissen hatt, die dreye graß dragen mage, derselbigk soll genante wiß zum zweyten mal mehen vor unser lieben frawen tagk würtzweyhe und dieselbige wißen sollen beheuwet seyn und pleiben biß zu sant Michels tagk. Aber welicher nach gemeltem unser lieben frawen tag das zweyt graß mehen tut, soll darnach nit mer gefreyt sein. +
Item es soll der muller, so dieselbig frucht uff eyn meyl wegs holt, vom malter 1/2 sommern für sein multer haben wie von alther. +
Item wa einer ein reyfe under dem jare abwerfen tett, derselbig soll die obgemelt eynunge unnachleßlich verfallen sein und sol dem nach in eim jare kein reyf ußstecken, bei auch I lb d zur eynunge. +
Item so gemeinsman ein eygert hat in der marck zwuschen den wingarten liegen und gipt die beth gleich den wingarten darvon, so da wingart maß ist, und begert dieselbig geheuet zu haben, sol derselbigk ein wüsch uff gemelt eygert stecken. Was dann daroben ergriffen würd, es wer pferdt, kuhe oder jemands grassen, solchs soll zu peen 9 d verfallen sein. Auch sol, wa eyn gemeinßman ein eckerlein mit der hawen gebaut hett, niemands daruff geen oder faren bey obgenanter eynunge. +
Item alle jare soll man ein newen weinsticher ziehen, und so die schwoben oder andere fuerleut omen in das dorf und begerten wein zuw kaufen, so sol man sie zu dem weinsticher weysen. Wa aber der weinsticher im dorf oder gemarcken nit were, sol man sie zu dem dorfmeyster weysen, damit die fuerleut nit gehindert werden. Und so ein furman weyn kauft, sol derselbig kaufer 4 d und der verkaufer 2 d von eim fuder weins zuw geen schuldig sein. +
In diesem buchlein sind des dorffs zuw Meinkeimer herbrachte und geüpte ordenunge, so man bei vermerckten peen und straffen zuw halten schuldig begriefen etc. Laus deo semper. Sub Dato 1549. +
Item wa ein gemeinßman wolt kaufleut umbfuren wein zu versuchen, on befehle deß schultheißen oder der dorfmeister, derselbigk soll der gemein fur ein halb pfund heller verfallen sein. +
Item so ein beracht mensch stirbt, so sollen neun die nechsten uff alle wege bey dem gestorben sein mit wachen und waß sich gepurt zu tun, auch zur begrebnus bestettigen, jeder bey peen 9 d und soll man kein zeichen leuten, es sterbe dann ein beracht mensch. +
Item welicher wirt wein kauft, derselb sol den dorfmeisern bey seinem eyt sagen, wie hoch er denselben wein kauft hat; sol der wurt uff yeder maß 1 d haben an alle geferdt, 1 ß d minder oder mehe uff der ome, bey der einunge wie obstett. +
Item wa ein gemeinßman ein baum uff den gemeinen wegen schedigt oder außgrube, derselbig soll der gemein für 1 lb d zu eynunge verfallen sein, und hat ein jeder macht, so ein gemeinßman ist, frembd und heimbsch derhalben zu rugen. +
Item welicher wisen uff die gemeine wege stossen hatt und zu wessern begert, derselbig soll wessern, doch der gemein on schaden: Und wa von alter her brücken uber die gemein wege geen, soll man dieselbigen uffrichten bey pene 1 lb heller. Solicher punct der wesserunge halb sol allein den inheimischen und nit den frembden erlaupt sein. +
Item so ein inwoner frucht oder mel hie uff der gassen on daß gewicht oder meß kauft, derselbig soll vorgemelte straff und peen auch zu geben verwurckt haben. +
Item es soll kein wurt ein frembden gast, als wandelpersonen und gemeine dirn uber ein nacht behalten, es were dann, daß der gast schulden hett inzupringen oder ander erlich gescheften, die jnen uffhallten tetten, bey der eynunge 1 lb heller. +
Item von alter her ist verbotten, das neyemand in gemeinen wegen und soenderlich auff dem uberfelt was soll hawen; deßgleiche sol man die rech nit außroden und insetzen bey pene 1 lb heller. Dann wa ein wege nott wurd sein in der marck zu machen, wuort die gemein selber tuon wie von alter her, und sol daruober eyn jglicher gemeinsman sampt den verordenten schutzen bey seinem eyd den ubertretter anpringen und ruogen. Deßgleichen sol niemand greben machen uber die gesatzten stein, auch bey der eynungen eyn pfundt heller. +
Item es soll ein jeder becker oder underkaufer an eynem sonntag und feyertagk für 2 ß d weck und brott vor der kirchen feyl haben, und so einer daran seumigk, derselb sol unnachleßlich 2 ß d fur eynunge verprochen haben, so oft und dick das beschicht. +
Item so ein metzler oder viehetreyber im dorf wonhaft were oder sunst frembde herkomen und hertfiechs hetten, so hat der gesessen und inwoner zween tagk mit seinem viehe dem hirten nachzufaren und der frembd ein tagk und wa einer weyter fure, derselb soll ein pfunddt heller verprochen haben. +
Item welicher metzler hie zur schrannen metzeln wil, der soll zuw ostern metzeln anfangen und biß zu faßnacht metzeln, bey der straff 5 lb d, nemlich eins unserm gnedigen heren von Speyer und eins der gemein. +
Item eß soll kein heimischer oder frembder frucht hie verkaufen, welicherley diesey, on daß gewicht oder meß; und welicher solchs ubertretten wurd, derselbig sol unnachleßlich 1 lb heller zu geben verprochen haben. +
Item wa ein underkaufer mit brott oder wecken gefunden wurd, so das gewicht nit haben, so sol derselbig underkaufer ungebetten und unnachleßlich 18 d zu eynunge zu geben schuldigk sein, so oft und dick sollichergleichen geschicht. +
Item es soll kein wurt wein ausserm dorf kaufen, es were dann ganz keyn wein im dorf zu verkaufen, bey straffe 1 lb d. +
Item ist von alter herkomen und der prauch zu Meinkeimer geweßen, daß die müller uff der bech sollen die frucht, so inen zu mallen geben wurd, zuvorderst in daß wighauß tun und wygen lassen, und nach dem es gemalen wider inß wighauß tun und wigen lassen, und demjhenigen solich mel zustendigk, in dreyen tagen antworten und zustellen und nit über nacht in der wogen steen lassen, bey straff eins pfundt hellers. +
Item so ein weinsticher oder gemeinsman fuerleut ausser dorf furen tett, derselbig ubertretter sol der gemein 1 lb d verfallen sein. +
Erstlichs so einer wolt wein schencken und geschickt mit stallunge auch anderm als leger, derselb sol ein reyfe ußstecken und ein ganz jare wein schenkken wie von alter her beschehen, bey derer eynunge 1 pfundt pfeninge oder sol dem weinschanck obersteen. +
Item wann ein frembd person herkompt auß einer andern herschaft oder reichstetten und begert bey der gemein hie zu wonen, derselbigk soll unserm gnedigen heren von Spyer 2 lb d und der gemein auch 2 ld d bezallen und geben. +
Item die Meinkeimer kirwey hat freyheit und mage jederman uff soliche zeit acht tag vor oder nach der kirwey ungeferlich wein schencken; doch welicher wein schencken will zur kirwey oder sunst, derselb soll von stunden an vor dem weinschanck sein geschir lassen eychen, bey der einunge 1 pfundt heller. +
Ordenunge, wie es mit den widern gehalten werden sol.
Item wann ein scheffer zu österlichen zeyten umbget und den lemern außschneid, auch jnen bedunckt der gemein wider nott sein, kumet [oder kumpt?] der dann in einen stall, da er gut geschickt lemmer find, sol er zu demselbigen nachpern sprechen:
Du solt das lamp zu einem wider laßen geen, und so dasselbig lamp oder wider über jare kompt, so soll es die erst pfrundt
ledig gehn für sich selbst und danach die ander pfrundt, so man nent die Michelspfrundt soll genanter wider selbdritt ledigk gehn, und soll derselbigk bawer oder nachper, der den wider hatt, inen in gantz keinen wege verkaufen on des schultheißen, der dorfmeister und deß scheffers wissen und willen.
Item es soll auch einjglicher gemeinsman kein frembd lamp oder schaff bey der nacht und besonder die wyder ußjagen, bey der eynunge 1 lb heller, und soll der nechst nachper als ein gemeinßman bey seinen pflichten und eyden solchs dem schultheißen und den dorfmeistern anzuzeigen schuldigk sein. +
Item welicher becker eyn eynunge mit wecken oder brott bricht, derselb sol ungebetten drey schilling pfening zu eynunge geben, so oft und dick daß brott oder der weck zu clein gefunden wurd und sein gewicht nit hatt. +
Item die wurt sollen keinen gast ußschlagen und dem andern heimweysen bey 1 lb d, es were dan, das der gast nit wolt bey dem ersten wurt benungicht sein mit seiner arm tagen, so mage derselb wurt jnen wol furter weysen; kunt man dan erkennen, das er seinen muglichen vleiß geton hett, solt derselbigk wurt der einunge embresten sein. +
Item gemelter metzler soll auch sein fleisch mit dem gewicht verkaufen und das selbig geben wie andere umbstosser, bey eynunge 1 lb hellers es were dan sach, daß einer ein ochsen oder ander rinder kaufen tett, das hohe am gelt wert were, so soll derselb metzler zu den dorfmeistern geen und jnen solchs an
zeigen; kunden dan die dorfmeister erkennen, das es besser seye dan der gemein kaufe ist, sol man jnen dasselbigk ein pfundt 1 d hellers hoher lassen verkaufen dann das ander fleisch. +
Item wann ein gemeinßman gutt gein Edenkoben verkafut derselbig soll drey gulden unnachleßlich geben. +
Item welicher wurt oder gemeinßman, auch die muller und weber, so moeßgeschire haben, als soemern, halbsomen und imel, das man zum marck braucht, desgleichen so gewicht haben, dieselgiben +, sollen soliche meßgeschire und gewicht alle jare zum wenigsten einmal lassen eychen und brennen, und alß dick man daruber clagt bey pene 1 lb heller. +
Item wann ein ganß oder enten uff der gassen durch die schutzen erfunden, sollen dieselbigen geruegt werden, jedes stuck fuer 9 d, und sol der gemein vom stueck 6 d und dem schuetzen 3 d zugehoerigk sein. +
Vom Kanzelfels wandert man nach Süden, der neuen vom Kgl. Forstmeister Aull angelegten Waldstraße nach und erreicht in ca. 3/4 Stunden die Stelle, wo von links her das gelbgrüne Kreuz aus der Tiefe des Argenbachtales heraufkommend an den Platz kommt, wo mehrere Waldwege sich kreuzen. +
Die gültige Referenz zum Ort Alsterweiler. +
Adolf Tschirner +
Am 4. Januar 2023 ging beim Club +
Triftwooge sind künstlich angelegte Stillgewässer. Deren aufgestaute Wasserkraft wurde nach dem Öffnen einer Schleuse zum Holztransport genutzt. +
Am Ostrand des Haardtrandes im Pfälzerwald stehen acht Wetterkreuze. Die Mehrzahl der Kreuze zeigt ihre Vorderseite zur Ebene hin. +
Feiner Pfälzer Sand, 200 Jahre alt, lag auf dem verschollenen Grenzstein 71 im Kleyental. +
Die Wolfsfalle bei Fafião (Fojo do Lobo) ist eine Einrichtung zum Fangen von Wölfen. Die Entstehungszeit ist unbekannt. Erste urkundliche Belege stammen aus der Zeit des 15. Jahrhunderts.. +
Adolf Tschirner +
Die Kirche Maria Schutz in Kaiserslautern wurde in den Jahren 1928/1929 errichtet. +
Liebe Freunde und Unterstützer des Club Sellemols (Historienfreunde Maikammer-Alsterweiler). +
Im Ort Lindoso haben sich im Zentrum unterhalb der Burg etwa 50 Maisspeicher erhalten. Sie sind zum Teil noch als Vorratsspeicher in Gebrauch. Die meisten werden aber aus kulturhistorischen Gründen unterhalten. +
Im Jahre 1904 +
Bürgermeisterrechnung aus dem Jahre 1739-1740 für den Ort Maikammer mit Alsterweiler. +
Maikammer ist eine Ortsgemeinde im rheinland-pfälzischen Landkreis Südliche Weinstraße und gehört zur gleichnamigen Verbandsgemeinde Maikammer. +
Département Mont Tonnerre divisé en 4 arrondissemens et en 38 cantons. +
E
Census Martini:...Joh. de Veningen 5 sol. de bonis suis, Eychelberg iuxta Aglasterwilr... +
Eichmeister m.: a. Pers., die Gefäße eicht b. Pers., die Gefäße amtl. eicht. +, Hauptberuf der Bewohner von (...) Alsterweiler war alles, was mit dem Weinbau zusammenhing, Winzer, Winzertagner, Weinsticher, Weinläder (Weinlader) und Küfer. +, Durch tägliche Übung war er imstande, die verschiedenen Eichzeichen zu kennen und auch zu erkennen, ob das Faß den Inhalt hatte, den die Eichzeichen angaben. Beim geringsten Zweifel mußte er die Fässer nacheichen. +
Seite 1: Mit der elektrischen Oberlandbahn fahren wir mitten ins Herz des uralten Weindorfes Maikammer=Alsterweiler. Unser Gang gilt dem oberhalb Maikammer liegenden Weindorfe Alsterweiler. Wir biegen von der Hartmannstraße in die nördliche Schlageter=Straße ein und erreichen nach einer Weile zu Alsterweiler das sogenannte „Schlössel“. Der neuere zweistöckige Wohnbau ruht auf dem alten Keller der ehemaligen Kredenburg. Der ganze Schloß= oder Burgbezirk ist heute noch mit einer Mauer umfaßt und reichte ehemals bis zur heutigen Hartmannstraße. Rechts und links des Toreinganges sind zwei Wappensteine vermauert. Diese Wappen stimmen mit den Wappen auf den Grabmälern bei der katholischen Kirche in Maikammer überein. Auf dem rechten Reliefstein mit dem Allianzwappen lesen wir auf dem Spruchband folgende Inschrift: ICH VIAX V. OBSTEIN MACHT DEN BAW ANNO D. 1584. Dieser Viax vom Oberstein überließ im Jahre 1518 unserem Pfalzgrafen Ludwig 800 Gulden, wofür sich Bürgermeister, Rat und ganze Gemeinde von Neustadt dem Viacus vom Oberstein verbürgt hatten. Für diese Bürgschaft stellte der Pfalzgraf zu Heidelberg am heiligen Abend 1518 den Neustadtern einen Schadlosbrief aus, worin der Fürst und seine Erben sich verbürgten, die Stadt aller Ding schadlos zu halten. Am Seitenbau im Hof links des Einganges sehen wir alte Renaissancefenster und Türpforte mit dem Doppelwappen nebst der Zahl 1568. An der ehemaligen Zehntscheuer treffen wir an dem Kellertorbogen ein schönes Wappen. Ein weiteres Wappenrelief befindet sich in derHartmannstraße an einem Hause des ehemals zur Gesindewohnung des Schlosses gehörte. Die Weihergasse erinnert noch an die alten Schloßweiher. Ein Teil des heutigen Schloßgutes gehört der Gemeinde und wird als Schulhof benützt. Das Geschlecht vom Oberstein stammt von der Nahe. Im 13. Jahrhundert erscheint zu Oberstein ein Werner vom Stein. Das Geschlecht vom Oberstein der alten Kredenburg erlosch mit Georg Anton Christoph im Jahre 1661. Die Burg ging dann an ein Geschlecht von Schmittsburg über. Später war die Burg in den Händen der Fürstbischöfe zu Speyer. In der französischen Revolution ging die Burg in Privatbesitz über. Der jetzige Bau erstand ums Jahr 1890. Der gegenwärtige Besitzer des Anwesens, Herr Jean Baumann, unterstützt uns in freundlicher Weise bei der Besichtigung der älteren Bauteile. Eine nette Dorfpartie bildet zu Alsterweiler das Schulhaus, erbaut 1829, und das katholische Kirchlein. schräg über befand sich früher ein Bäckerhaus, wie die Jahreszahl 1756 mit Bäckerbrezel anzeigt. Im Vorgarten finden wir einen alten Bittstein mit einem Heiligenbild auf Blech gemalt. Der Stein trägt die Zahl 1718, die Buchstaben C. T. und A. B. T., darunter ist ein Hackbeil ausgehauen; akso eine Stiftung eines Metzgers. Die lange Alsterweiler Hauptstraße nimmt uns jetzt auf. Hier zeigt die Dorfstraße durchweg Behausungen aus dem 16. Jahrhundert. Beachtung verdient der Haustorbogen Nr. 27 aus der Renaissancezeit mit der Zahl 1595, im Schild eine Schwurhand mit 3 Fingern erhoben, darunter ein geflügelter Engel. Der Torbogen bei Haus Nr. 34 trägt die Jahreszahl 1590 mit zwei gekreuzten Fischen im Wappenschild. Haus Nr. 41 zeigt die Zahl 1575, der Ueberbau besteht aus Holzfachwerk. Das Haus des Lorenz Müller ist ein ausgesprochener alter Renaissancebau aus dem Jahre 1597, der zweite Stock besitzt Holzfachwerk und ganz kleine Fenster, wie man sie selten sieht. Als Abschluß unserer Tagreise erschließt sich uns noch die Deckelgasse mit ihren eigentümlichen und baulichen Schönheiten. Schon Haus Nr. 1 am Anfang der Gasse mit dem Torbogen aus dem Jahre 1581 wirkt in seinem Verfall malerisch. Die Perle stiller Romantik steht uns noch bevor. Nichtsahnend öffnen wir das Hoftor zu Haus Nr. 11 und wandern einige Schritte zwischen grauem Gemäuer. Auf einmal lichtet sich die Enge und unsere Augen schauen überrascht in einen kleinen Hof, in dessen Verborgenheit im Glanz der Abendsonne alte Romantik erstrahlt. Wir sehen einen runden Treppenturm mit alten Fenstern und einem Portal mit der Jahreszahl 1592, dessen Steinmetzarbeit man lieb gewinnen muß. Besteigen wir die alte Schneckentreppe, welche die Zugänge zu den Wohnhausbauten vermittelt, so erkennen wir die vorzügliche Erhaltung der Treppe, selbst die Handleiste an der Turmmauer ist noch ganz geblieben. Oben an der äußersten Krone der Treppe hat der Steinmetz sein Zeichen hinterlassen. Wir verlassen den Hof mit seinen Bewohnern ungern, denn hier offenbarte sich unserem Auge eine Schönheit vergangener Jahrhunderte, einer großen Zeit. Noch bricht sich helles Sonnenlicht in den Doppelrenaissancefenstern der niedrigen Behausung, wie verträumt floß die Zeit. Haus Nr. 8 weist ein schönes Renaissancetor auf aus roten Sandsteinen. Im Hof können wir an der Pforte die Zahl 1597 feststellen. Das interessante Haus Nr. 17 veranlaßt uns ein wenig zu verweilen. Der Mann, der dieses Haus im Jahre 1820 erbaute, muß viele Neider besessen haben, denn er ließ an den drei Bankfenstergesimsen folgende Sprüche in großen Buchstaben einmeißeln:
Ich achte meine Hasser
gleich wie das Regenwasser,
2. Das von den Taeger (Dächer) fliesz.
Ob sie mich schon neiten,
So müssen sie doch leiten,
daß Gott mein Helfer ist.
Seite 2:
Am letzten Haus der Gasse angelangt, genießen wir einen herrlichen Blick auf die Ruine Maxburg, die auf vorgeschobenem Bergkegel sich erhebt. Hell leuchten die Winzerhäuschen herab von den Weinberghängen. Ein Blick haftet am Klausental, weiter schauen wir hinab zur Ebene, goldenes Abendsonnenlicht liegt über dem Land und umspielt die letzten Häuser von Alsterweiler. Vom Turm läutet es zum Abendgebet, hinter die Berge gleitet das Licht, heimkehrt der Winzer vom Arbeitsfeld, was auch uns zum Aufbruch mahnt. So scheiden wir von einem Weindorf von großer Vergangenheit, das einer fortschreitenden gedeihlichen Zukunft entgegengeht.
H. M. Sauer.
Einwohner von Maikammer und Alsterweiler im Liber secretorum des Bischofs Matthias Ramung von 1469/70 +
ein fruhemesser +
Einwohner von Maikammer und Alsterweiler im Liber secretorum des Bischofs Matthias Ramung von 1469/70/Auszug +
Frühmesser. +
17. Dezb 1849, im Revolutionsjahr wurde die Kapelle am Sonntagnachmittag in beklagenswerther Weise durch fünf Kinder unter Anführung eines 14jährigen Buben, Sohn des Adjunkten Georg Anton Platz von Alsterweiler, Namens Adam Platz (darüber: ging nach Amerika), wüste entheiligt. Es wäre interessant zu wissen, was aus diesem verworfenen Menschen geworden ist. Vom Zerschneiden des Meßbuches konnte er noch rechtzeitig abgehalten werden. Dieser Adjunkt war ein Parteimann des berüchtigten Lehrers Ziegler. +, Adam ist der Bruder des Oberlandesgerichtsrathes Platz in 2brücken, der das Conviktsbrod gegessen und dann eine Protestantin heirathete mit prot. Kindererziehung. +
F
Rechts zieht das mit Maikammer eine Gemeinde bildende Alsterweiler hinan gegen das rings mit Reben umpflanzte Gebirge, auf dessen erstem Vorhügel das frommbesuchte Wetterkreuz von Maikammer, wie einen Hügel näher, das von Diedesfeld, verkündend Gottes Liebe und Gnade, weit in die Ebene hinableuchtet. +
Die Usurpation eines Theils des Streitwinkels betreffend, angeblich sieben Centimeter breit... +
’s is e argi Welt.
Die Welt, die riecht noch Deiwelsdreck
Wo ich nor hiñ mag rieche;
Die Sunn, die schtinkt, die Erd, die schtinkt,
Die Ros, die Lilje, ‚s Veilche schtinkt;
Un Hölleschwade fliege, -
Doch die Kinner der Welt, die rieche’s nit!
Un wann der Deiwel Pille dreht,
Der höllisch Theriakskrämer, -
Do kummese in Schwärm erbei
Un schluckese for Arznei;
Un gibter’n ’s Gift aus Eemer,
Die Kinner der Welt, die schmecke’s nit!
Er geht erum, ball als e Bock,
Ball als a Löb mit Kralle;
Er trächth die Fedder uffem Hut,
Er brüllt in seiner Höllewut
Daß alle Berg erschalle, -
Doch sie höre un sehe und riechenen nit!
Un käm r’ in schwarzer Sammethaut
Un hätt sein Schwanz gekringelt,
Die Welt dhät sage: „Seht wie zart,
Des is e Mohre-Engelsart.“
Un speichder Feur und züngelt,
Die Kinner der Welt erkennenen nit!
Doch mir, mir auserwähldi Schar,
Mir höre schtets seiñ Brülle,
Mir sehenen wie er schäkt und hinkt;
Mir rieche’s üwweraal wie’s schtinkt; -
Dreh du der Welt deiñ Pille,
Die Kinner der Gnad, die nemme se nit!
Ach! wo die Gnad zum Durchbruch kummt,
Den heeßt die Welt en Mucker!
Wann’s süß und schaurig in uns zuckt,
Do sächt die Welt: „Er muckt, er muckt!“ -
„E Pietischt, e Mucker!“
Doch em höllische Feuer entgehe se nit! +
Meiň Trauweprob.
Dhut Sankt Michel Budde trage,
Werds em waarm im Sunnescheiň,
Kann kaaň Bauer sich beklage,
Dann do git's en gude Weiň.
Schpringe Raaf ab vun de Dauwe
An der Brenk im Wintgartspad,
Do sin zuckrig aa die Trauwe
Un der Moscht e wohrer Schtaat.
Un wann zuckrig sin die Beere,
Babbt aam in der Hand die Hoob,
Un doch git's, i kann druf schwöre,
Noch e bessri Trauweprob.
Wann se süß sin, dann is babbig
Aa des Mäulche wo ich maan,
Un e Kuß die Probe, - 's wär dabbig,
Nähm ich im Varbeigehň kaan.
Alle Kamerade küsse
Jo ihr Mahdle frank und frei,
Un die Alde dörfe's wisse,
Dofor isch's heut Herbscht, juchhei!
's isch jo nit erscht jetz erfunne,
's war schun so zu ihrer Zeit,
Un e mancher alder Kunne
Dhät recht geern noch küsse heut.
Alder Weiň duth jo noch treiwe,
Un kümmt nit ans Dageslicht;
Un e Borsch sollt ruhig bleiwe
Wann er liewe Mahdle sicht? +
G
mein Vater Heinrich von Oberstein +
Lehen von Hohenfels +
Schlichtungsspruch in vier Punkten Heiratsvertrag Georg und Agnes Mayer +
Konrad Keutmari seiner Mutter Adelheid seinen Anteil an Weinberg und Gefälle Aglisterwilre geschenkt. +
Heiratsvertrag von Katharina von Oberstein (1528) aus dem Jahre 1553 +
Ymeas von Oberstein bevolhen ein heuptman zu sin +
dan dieselbige durch die mansfeldische gantz undt gar verderbt undt abgebrochen +
1580 März 29 - Haus des Klosters Eußerthal in Maikammer als Erbbestand an Thomas Boos +
1580 Juli 30 - Spielfeld Streitigkeit zwischen Maikammer und St. Martin (Teilung der Flur) +
Edenkoben, 5. Okt. Das Schöffengericht verurtheilte zwei Burschen aus Maikammer, welche am verflossenen Pfingstmontag auf der Kalmit, Gemeindewald von Maikammer, einen von dem Verschönerungsverein daselbst zur Bequemlichkeit des Publikums aufgestellten eisernen Stuhl muthwilligerweise zerstörten, mit empfindlichen aber gerechten Strafen von je 1 Monat Gefängniß. +
Pfalz, Hessen und Umgebung.
St. Martin, 27. Juli. Auf dem Gipfel der Kalmit wurde vor kurzem eine interessante Arbeit beendet. Es war schon seit längerer Zeit geplant, auf der Kalmit, dem höchsten Berge des Haardtgebirges, eine mächtige Fahnenstange zu errichten, um bei besonderen Gelegenheiten, eine weithin sichtbare Flagge hissen zu können. Zunächst versucht man es mit einer hölzernen Fahnenstange, die mit eisernen Klammern in den 10 Meter hohen Aussichtsturm befestigt wurde, und diesen noch ein gut Stück überragte. Diese Stange mußte aber wieder entfernt werden, da sie die Sicherheit des Turmes erheblich gefährdete.
Bei jedem Windstoß erschütterte sie das Mauerwerk, auch riß sie den trigonometrischen Stein herab, der sich auf der Plattform des Turmes befand. Nun wurde ein eiserner Fahnenmast vor der Ludwigshafener Hütte errichtet und daran bereits die Kurpfälzische Fahne gehißt. Die Kosten trägt die Ortsgruppe
Ludwigshafen des Pfälzerwaldvereins. Hoffentlich dauert es nun auch nicht mehr lange, bis die dringend nötige Fernsprechleitung auf die Kalmit gelegt wird. +
Item welcher ein hauß, schewer, stall, keltterhauß oder anders von grund uff bawen will, dem soll mann geben, soviel stückh durch schultheiß und gericht erkent wirdt, in einem berg, so ihme benahmbst wirdt. +
Item ist nachdienig ein walts bey den Buchstöcken: Von solchen stöckhen an den weeg hienauff biß auff die Roth Sohl in dem rindtspfadt, den rindtspfadt außen biß auff den weeg, so in die alt stayg geht, solchen weeg außen bieß zu dem Finstern Born, von dem Finstern Born ahn den berg füraußen, wie eß alleß underfleckt ist, biß uffen auff den weeg, der uff die Finstern Aichelkeel gehet, solchen weeg hinaußen biß wieder auff den rindtspfad ist gleich dem Zwerenberg jahr und tag nachdienig. +
Item der Morschenberg, der Newbusch, Daubenberg undt Kallenth ist auch verbotten bey sechs lb hl. +
Item eß solle auch keinem außmärckhischen holtz gegeben werden. +
Item diß obgeschrieben holtz soll außgetheilt werden von denen, so durch daß oberambt jährlich darzue verordnet, der auch sein gelübt darumb thun soll, deme getrewlich nachzukommen. Soll demienigen, so bawen will, ein weißaxt angeschlagen werden, von denenienigen, so das holtz werdten anzeügen. Derselbig dem zu bawen noth ist, soll bey seiner trew beneben dem zimmermann anzeügen, wie weith undt wie lang er den baw machen will, darnach soll ihm nach erkantnuß holtz mitgetheilt werden, auch dasselbig holtz in einem monath holen und solches, alß oblauth, bey der trew verbawen. Dargegen ist der Hohenberg und der Alt Zwerenberg zugethan, und hinfürter wirdt mann keinem mehr bawholtz im Hohenberg und Zwerenberg geben.<br>Dargegen hat mann ein stückh walts uffgethan am Dörrenberg, hebt ahn in dem deich, hinauff biß uff den umbweeg, ahn ein buchbaum, hatt ein creütz, von solchem buchbaum den umbweeg hinauß biß wider ahn einen aichbaum, hatt ein creütz, geht den berg hinein biß wieder ahn ein aichbaum, hatt ein creütz, wie eß alleß underfleckt ist. Darin soll mann bawholtz geben. +
Item wenn die förster einen frembten auff der gereiden finden, da ist die halbe aynung ihr, die andere halb der gereiden. Und wovon die gereiden stehet, sollen die knecht auch davon stehen, doch den costen, so darauffgangen oder noch gehen wirdt, herabgezogen. +
Item eß sollen auch alle vier wochen zween centenmeister und zween knecht uff den walt gehen bieß uff die Speyerbach und den walt besehen, und ob sie etwas bedeücht, daß dem walt schaden bringen mögt, sollen sie eß den förstern ansagen, daruff achtnehmen und zum besten vorkommen. Und solle ein jeder centenmeister vor seinen umbgang wie dan auch, wan sie umbs nachdienig gehen, iedeßmahl 2 ß 8 d und ein knecht 1 ß 4 d haben. +
Item der Daubenberg, Eichelberg und der Bornberg biß ahn daß nachdienig und alß weith die geraid gehet bey einem lb hl. +
Item welcher holtz auß der gereiden entfrembt, der soll derselbigen, alßbald mann eß innenwirdt, gäntzlichen entraupt sein. +
Item ist nachdienig gemacht ein stückh walts, hebt an bey deß Hirtenn Wießel ahm Hohenberg, wie eß underfleckt ist, den Hohenberg für biß ahn die Vogelschleiff, den berg für biß ahn Diedenstall, den Diedenstall uffen biß an daß Geyers Nest, von dem Geyers Nest biß ans loch zwischen der gereiden und denen von Edenkoven, daß loch aussen biß auff die Heßelbach, die Heßelbach auffen biß auff den weeg, so in den Morschenberg ehet, darbey ein baum, darahn ein creütz gehawen, uber solchen weeg den theich auffen biß ahn den weeg, der zum Serckhen gehet, uber solchen weeg den berg für biß ahn den weeg, der zum Ginterscreütz gehet, wie eß underfleckt ist, den weeg außen biß auff den rindtspfadt und daß ander nachdienig. Und waß in solchem zirck liegt, ist jahr und tag gleich dem Zwerenberg nachdienig. +
Item eß sollen auch die förster bey ihren aydten verbundten sein, wann sie ein fewer uff der gereiden waldten sehen uffgehen, daß sie fleiß ankehren, damit kein schadt davon entstehe. Ob eß aber in ihrem vermögen nit weer, so sollen sie eß dem centenmeister anbringen, die sollen ihren fleiß auch ankehren. Were eß aber, daß daß fewer überhandtnehme, so sollen die von St. Martin die erste bey dem fewer sein. Sofern sie daß nit mögen bedawen, so sollen sie denen anderen schultheißen bottschafft thun, die sollen darnach von stundt ahn mit ihrer gemeind zuziehen bey der aynung, wie von alterß herokommen recht ist. +
Erstlichen sollen alle jahr uff den obgemelten tag zwehn centenmeister gezogen werden, doch alßo, daß ihrer vier seindt, ihe zween alter und zween junger, die da sollen geloben und schweren einem unsers vorgesetzten oberambtmanns zue Kirweyler abgeordnetem ambtßdiener von der gereiden wegen in beysein der vier schulthei9ßen oder in abweßenheit desßen ambtßdieners dem schultheißen zue Maycammer, auch dergleichen die förster, diese hernachgeschriebene ordnung getrewlich zu halten. +
''Item sollen eines ieden jahrs vier förster, nemblichen einer zue Kirweyler und einer zu St. Martin, uff st Jacobs tag und dann zween uff dem eschermittwoch, nemblich einer zue Maycammer und einer zu Diedeßfeld, gezogen werden.'' +
Item so seindt die zween Zwerenberg verbotten, ieglicher stumpf bey sechs lb hl unnachläßig, desselbengleichen der Wolffthal, der Dörrenberg und der Hohenberg, alß weith der underzeichent ist, und dingen die obbestimbte berg jahr und tag nach. +
Item welcher um bayholtz bittet, der soll eß in vier wochen holen und daß in einem halben jahr bey seiner trew verbawen oder aber daß holtz stehen lassen. Weer eß aber, daß einem die zeit zu kurtz würde, mögten ihme die centenmeister daß ziel erstreckhen, doch alßo, daß sie dasselbig mit einem förster besichtigen, und sofern eß nit verbawt ist, so solle ihme die aynung ohnnachläßig abgenommen werden. +
Ich Wolfgang Heinrich von Weingarten... +
Item ist nachdienig gemacht ein stückh walts von dem Studenbühel ahn biß uff die Leimengrub, von der Leimengruben den weeg für, der in Frommen Thal gehet, den weeg außen biß in die Windtlöcher, solcher berg für biß ahn den Studenborn, vom Studenborn ahn biß ahn einen großen künbaum, darahn ein creütz, fürter ahn einen anderen künbaum, darahn auch ein creütz gehawen, von solchem künbaum biß ahn die alt steyg, darahn die Küerbach herabfliest, darbey ein buchbaum mit einem creütz, von der alten steyg ahn den weeg hieauff, wie eß alleß underfleckt ist, biß ahn die Büchenstöckh ist dachdienig gleich dem Zwerenberg. +
Item ist nachdienig ein stückh walts im Dörenberg, hebt ahn ahm umbweeg, geht die kehl uffen biß uff den rindtspfad, den rindtspfad hinderen biß uff den Alten Zwerenberg, wie eß underfleckt ist, neben Zwerenberg hienab biß wieder uff den umbweeg. Und waß in solchem zürckh, ist nachdienig gleich dem Zwerenberg.<br>
Mehr ist nachdienig gemacht ein stückh walts, hebt unden ahn der Wolffsscheren an, wie eß underfleckt ist, bieß in die Teüffelskehl unnd die Deufelßkeel hinauff biß ahn den großen buchbaum, von solchem buchbaum biß uff daß Oberscheid, biß uff den mittelsten weeg ahn ein buchbaum, darahn ein creütz gehawaen, und den weeg außen biß ahn die Büchenstöckh, darbey auch ein junger eichbaum mit einem creütz, von solchem jungen aichbaum biß uff daß Studelbühl. Und waß in solchem zirckh liegt, dient jahr und tag nach gleich dem Zwerenberg. +
auf vier Säulen gebautes Häuschen, der sog. Geraidestuhl. +
Nachfolgende Ordnunge sind zu Nutz und Gut der Gemeinde zu Maycammer durch Schultheiß, Dorfmeister, Sechster und Beetleger daselbst beraten und mit Bewilligung derer von der Gemeinde, wie Nächstes zu halten, bewilligt und angenommen worden. Auch sich demnach ein jeder wisse vor Schaden zu hüten, soll solches jeden Jahres der Gemeind als Herkommen öffentlich verkündet und vorgelesen werden. +
Der offene Herrensitz derer von Kemmerer Hauptstraße Nr.7 +
Aufzeichnung eines '''Alsterweiler''' Bürgers über die Erbauung der Kapelle zu Alsterweiler. (Erben von Michael Groß). +
Das Haus von Oskar Hafner, '''Alsterweiler''' Hauptstraße wurde 1595 erbaut. Es zeigt über dem Torbogen außer den Anfangsbuchstaben des Namens eine schwörende Hand, welche auf den Beruf eines Gerichtsschöffen hinweist. +
6. Juni 1370. Das bischöfliche Gericht zu Speyer beurkundet, daß von dem Stellvertreter des Schultheißen Dyederich Scherer und den geschworenen Gerichtsleuten zu Meinkeimer Kathrin, die Witwe des Speyerer Bürger Burkel Hergesheimer und ihre Tochter Ennel dem Contzelin, Contz Huges, Sohn von Ageleisterwilre 2 Morgen Wingert mit Namen „einen morgen in der huben einsite an dem egen. Contzeln und andersite an Sygel Gerich stoßet einsite uf den Weg und andersite uf Deyderich Scherers wise. Item der ander morgen lit in dem Schenderich neben dem vorgen. Contzel stoßet oben an Betschel und unden uff den mulacker in Meinkeimer marke gelegen" zu „rechten Hanterbe" gegeben haben, wozu Hennl, Kathrins Sohn von Klyngen, der genannten Ennel Hauswirt, seine Zustimmung gab. (Org. Perg. ohne Siegel). +
Aus dem Alsterweiler Tälchen fließt das kleine Bächlein Alster mitten durch '''Alsterweiler''', wird beim „Schlössel" geteilt und fließt nach Osten zu, um teils in die Kanalisation aufgenommen zu werden, teils bei Kirrweiler in den Kropsbach zu fließen. +
Mitteilung der geschichtlichen Merkwürdigkeiten Maikammer-'''Alsterweilers''' an den geschichtlichen Verein des Rheinkreises 1831, von Pfarrer Weckesser. +
24. Februar 1345. Vor dem bischöflichen Gericht zu Speyer vermacht der Priester Petrus von Kirwilr, Alrads sel. Sohn, dem Cisterzienserkloster Eußerthal zu einem Seelengeräte einen jährlichen Zins von 4 Pfund Heller auf Gütern zu Menkemere . . . an dem Flosse, an der Huben, auF der Heiden und unter der Muren. +
1348 großes Erdbeben, grausame Pest, der „schwarze Tod" genannt, herrschte 2 Jahre, sodaß ein Viertel der Menschen sterben mußten. +
1602 sind auf den 1. Mai durch den Frost die Reben erfroren. Am 21. September war nachts ein Erdbeben, daß die Hühner von den Balken geflogen sind und an manchen Orten die Glocken von selbst geläutet haben. Auch am 17. Oktober morgens zwischen 4 und 5 Uhr war ein Erdbeben. +
Maikammer und '''Alsterweiler''' hatte um 1600 fast die gleichen Straßen wie heute, nur wird die Deckelgasse nichr erwähnt, die Hintergasse hieß Obergasse, die Spreiselgasse Hubengasse. +
Als Lehrer an der unteren Schule zu '''Alsterweiler''' sammelte ich vom Jahre 1905 alles, was in Büchern, Schriften und Hausbüchern zu finden war, um Stoff für den geschichtlichen Teil der Heimatkunde zu erhalten. +
Leichter zu erklären ist der Name '''Alsterweiler'''. Er kommt vor 1370 als Ageleisterwilre, 1464 als Aglasterweiler und 1495 als Allasterwyler. Es ist also ein Weiler (mhd. wilr — kleines Gehöft, ahd. wilari, mlat. villäre — Gehöft), der von dem Vogel Elster seinen Namen hat. +
Maikammer-'''Alsterweiler''' ist ein Doppeldorf, dessen beide Teile räumlich getrennt waren, doch stets politisch und kirchlich zusammengehörten und seit der Mitte des letzten Jahrhunderts zusammengebaut sind. +
'''Alsterweiler''' zieht sich von Westen nach Osten, dem Bächlein Alster entlang und ist von zwei Hügelrücken eingeschlossen, einem nördlichen vom Wetterkreuz kommend und einem südlichen vom Breitenberg auslaufend. +
1619 waren in Maikammer 163 und in '''Alsterweiler''' 87 Häuser. Sie waren nicht numeriert und wurden nach der Lage zu den Nachbarn bezeichnet. +
In einer Eußerthaler Urkunde von 1318 werden Reben am Schloß zu Maikam erwähnt. +
…ten durch Alsterweiler, wird beim „Schlössel" geteilt und fließt nach Os… +
Im ''Alsterweiler Tälchen'', im Klausental und östlich von beiden ist der Boden aus angeschwemmtem Sand, dem Verwitterungsprodukt des Buntsandsteins, gebildet. Das übrige Hügelland hat im Westen als Hauptbestandteil Kalk mit angeschwemmtem Sand, im Osten Lehm mit Sand. +
Von München kam ein Geometer mit Frau und 14jährigem Meßgehilfen nach Maikammer und nahm bei dem damaligen Gemeindeschreiber Hauck Wohnung. Dessen Sohn half auch beim Messen mit. Dieser erzählt von diesen Waldgängen in der Palatina. So fanden sie im Walde viele "balkenlange und pickelshelmsdicke" Schlangen. Einmal fanden sie bei der Kropsburg einen Storch, den eine Schlange umwickelt hatte. Sie befreiten den Storch. Der Geometer war ein eigentümlicher Mann, den die Leute Waldmesser nannten. Wenn sie ihm begegneten, grüßten sie ihn immer: „Guten Tag, Herr Waldmesser!" Darüber ärgerte er sich und erwiderte: „Ich bin kein Waldmesser nicht: ich bin Geom'ter!" Die damals nicht feinen Leute, die auch infolge des Krieges und der Nachkriegszeit roher geworden waren, trieben ihren Spott mit ihm und riefen ihm, wo sie ihn von weitem sahen „Land-mes-ser" nach. Einmal ging er auch von der Vermessung durch '''Alsterweiler''' nach Hause; im Walde hatte er sich einen dicken Stock zum Benutzen beim Gehen abgeschnitten. Als er an die '''Deckelgasse''' kam, standen einige böse Buben dort und belästigten ihn durch Zurufen. Dabei schlug er dem Frechsten seinen Stock über. Die Folge war, daß man ihm Steine nachwarf und ihn bis zu seiner Wohnung verfolgte. Als auch noch nachts Steine in die Wohnung fuhren mit den Zurufen: „Wir schneiden ihm den Hals ab! Wo ist der Waldmesser, er muß sterben; der will kein Waldmesser sein!", brach er nachts noch auf und verließ das ungastliche Maikammer. Ein Knecht des Bürgermeisters Reinig brachte ihn mit der Chaise fort.(1816) +
Nur das Spielfeld gehörte bis zum Jahre 1580 den Dörfern Maikammer und St. Martin gemeinsam. Es wurde bis zu diesem Jahre hauptsächlich als Weideplatz benutzt, woran die Namen Viehweg, Viehtrieb und Geißweide noch erinnern. Vielleicht fanden dort auch Feste statt, worauf der Teil „An der Schießmauer" hinweist. Die St. Martiner hatten angefangen, die ihnen am nächsten liegende Seite als Wingert und Äcker anzulegen, während die hiesigen Bewohner den ganzen Platz seinem bisherigen Zwecke erhalten haben wollten. Es entstand deswegen ein Streit, der erst beigelegt wurde, als am 3o. Juli 1580 das ganze Feld in der heute noch bestehenden Art und Weise geteilt wurde. Die Teilung fand auf dem Oberamt Kirrweiler statt. Der Speyerer Fürstbischof Marquard hatte dazu den Fauth von Marientraut, Jakob Hundt v. Salheim, den bischöflichen Rat Dr. Johann Konrad Breuning und den Domkostus zu Speyer und Domherrn zu Worms Christoph Nagel v. Dürmstein, beide letztere als Abgeordnete des Domkapitels, und den fürstbischöflichen Schaffner in Kirrweiler Philipp Dierolf abgeordnet. Im Beisein der Gemeindedeputierten wurde das Feld besichtigt und dann geteilt. +
1619 waren in Maikammer 160 Häuser, in '''Alsterweiler''' 90. +
Im Klausental stand im 16. Jahrhundert eine Kapelle mit Klause. Sie wurde von einem Waldbruder bedient. Zu ihr gehörten Acker, Wiesen und Wald, Wein- und Geldzinsen. Von dem alljährlich dort stattfindenden Klausenfeste gingen die Teilnehmer nach '''Alsterweiler''' und aßen und tranken. Daraus soll die '''Kirchweih''' entstanden sein. Im Jahre 1573 vertauschte der edle Stephan zum Jungen und seine Hausfrau Ursula v. Dalheim die Klause nebst Kirche und allem Zubehör, die sie von ihrem Vater ererbt hatte, an seinen Schwager Moriz von Morschheim. +
Der Bischof hatte das Recht, auf dem Spielfeld Kalksteine und Ziegelerde für seine am Eingang des Tälchens liegende Ziegelscheuer zu graben. Da nun der Teil, auf dem sich die Kalk- und Erdgruben befanden, an Maikammer fiel, so behielt sich der Bischof für St. Martin ein später zu bestimmendes Recht aus. Das Wingertsholz, das die St. Martiner zum Aufholzen der auf ihrem Teile neu
anzulegenden Wingerten benötigten, mußte außerhalb der Geraide gemacht werden. Nur für abgegangene Balken usw. konnten sie Holz hernehmen, woher sie wollten. +
Es änderte sich in '''Alsterweiler''' wenig an Straßen, Hausern und Bewohnern. Es zogen nur wenige zu. Man blieb also auch konservativ und hielt am alten fest. +
1825, 2218 Einwohner, 1509 in Maikammer, 709 in '''Alsterweiler'''. +
Die Gemarkung von Maikammer-'''Alsterweiler''' umfaßt mit der Dorffläche 605,67 Hektar, davon sind 521 Hektar Wingert, Äcker und Wiesen. Die letzte allgemeine Vermessung geschah im Jahre 1822, weshalb auch die '''Grenzsteine''' neben dem Zeichen des früheren Gerichtssiegels und den Buchstaben MK die Jahreszahl 1822 tragen. Es ergaben sich 7110 Parzellen. +
1602 waren in Maikammer 149 und in '''Alsterweiler''' 74 Familien. +
Eine ganze Reihe von katholischen Priestern, Lehrern, Professoren, Ärzten nud anderen wissenschaftlichen Berufen brachten Maikammer und '''Alsterweiler''' im 19. Jahrhundert und jetzt noch hervor. +
Costre, früher Coster, könnte mit Küster zusammenhängen, dann wäre es Kirchengut gewesen; +
Die O e l m ü h l e , auch obere Oelmühle, war 1688 Johann Tretter in sicherem Bestände überlassen worden. Durch den Krieg 1689-1700 wurde sie ruiniert und geriet in Abgang. Am 3. Dezember 1699 wurde sie wiederum im Namen des Fürstbischofs Joh. Hugo dem Joh. Tretter erbbestandsweise überlassen. Der Erbbeständer mußte sie selbst aufbauen und dann Dach und Fach unter halten. Die ersten 6 Jahre war er darum vom Zinse frei, dann mußte er 4 Jahre lang jährlich 4 fl., darnach jährlich 5 fl. an Martini an die Schaffnerei Kirrweiler abliefern. +
Oberhalb der Mühlgasse stand eine Hütte, bei welcher Wasch- oder '''Walkerde''' für die Tuchwebereien in Grevenhausen gegraben wurde. Die Gemeinderechnungen vor dem Dreißigjährigen Kriege weisen Einnahmen aus dieser Erde nach. +
bb) Nach der Bodenform:
Berg oder '''Eichelberg''' = Abhang des Wetterkreuzberges; Stotz = steiler Abfall eines Hügels;
'''Held''' = Halde = Abhang mhd helde = Abhang;
'''Grund''' = feuchte Senke;
'''Hohl''' = ausgehöhlter Weg, alte Hohl = jetzt ausgefüllt, im Loch und Lochhohl = Vertiefung;
'''Vogelsang''', sang von senken, Senkung des Bodens, wo sich gern Vögel aufhielten; +
1830 2349 Einwohner, 1664 in Maikammer. 685 in '''Alsterweiler'''. +
"Auf dem Weinsper lag bis ins 18. Jahrhundert der Weinsweiler Hof. Seine Lage wird in Urkunden als oberhalb des Schlangengäßchens angegeben. „Er stieß oben an den Maikammerer Weg, unten auf das „alte Wegell"." In der alten Beschreibung der Gemarkungsgrenze aus dem 17. Jahrhundert wird ein Bildstöckel erwähnt, „das obwendig der Weinsweiler Häuser steht" und zwar an dem Teil der Grenze, den der St. Martiner Forstweg durchschneidet. Aus vielen Angaben läßt sich schließen, daß der Hof auf der Fläche stand, wo heute das Häuschen von Herrn Ökonomierat A. Spies steht. Der Hof war der Rest des Dörfchens Weinsweiler. Bischof Godefried von Speyer überließ hier in den Jahren 957 und 960 an den Edlen Rudolph von Zeiskam tauschweise 20 Huben und 2000 Reben. 45) Am 14. Juni 1366 verschrieb Peter gen. Batschan, Bürger zu Speyer, eine Gult und stellte sein Haus und 4 Morgen Wingert zu Weinsweiler zum Unter pfand. 38) 1539 war Weinsweiler ein Hof, der zur v. Dalberg'schen Kropsburg als Lehen gehörte. Er bestand aus Haus, Hof, Garten und 11 Morgen Weinbergen, Äckern und Wiesen. In diesem Jahre gestattete Bischof Philipp II. seinem Vetter Wolf v. Dalberg, den Hof auf Erbpacht zu verleihen. 51) Der Hof soll nach Frey Ende der 18. Jahrhunderts verschwunden sein. Hier ist er in keiner Erinnerung. Doch tauchte schon öfters die Behauptung auf, Maikammer habe in früheren Zeiten auf dem Weinsper gelegen. In einer Pestzeit sei es ausgestorben. Der Rest der Bewohner habe dann das Dorf am heutigen Platze gegründet. Irreführend zu dieser Annahme ist die Bezeichnung
der Feldwege als Gassen, wie Heiligengasse, Schlangengasse, im andern Teile der Gemarkung Berggasse und Heidgasse." +
Nun ging das Schelten an. Da er einen Knebelbart trug, nannten sie ihn „Gäsebart". Nun schallte es den Berg hinauf und herab, das Tälchen hinein und heraus, wie früher „Landmesser" jetzt „Gä—se—ba—rt". Aber der Förster behielt seinen Gleichmut. Als er einen der ''Alsterweiler'' Buben mit einem Kreuzer belohnte, weil er am lautesten „Gäsebart" schreien konnte, taten's die anderen nicht mehr, weil sie nichts bekommen hatten, und das „Gäsebart"-Geschrei nahm ab. (siehe dazu auch: Palatina Jahrgang 1889 S. 403 f. unter: https://www.dilibri.de/rlb/periodical/pageview/1131207) +
Das Kloster St. Klara (Franziskanerinnen) hatte ein Haus am Hübel (Nr. 54) und 1 Doppelhaus in der Deckelgasse (Nr. 6 und 8) und 8 Morgen Wingert (Nonnenwingert (noch 1798) Quelle 54 / Remling Abteien und Klöster). +
am Petersbrunnen, im Frühjahr fließt dort ein Wässerlein heraus; +
Am 1. September 1918 feierte man droben das goldene Jubiläum der Einweihung des Kalmitturmes. Der Turm war mit Kränzen und Fahnen geschmückt. Herr Direktor Ketterer von Ludwigshafen a. Nh . hielt eine Ansprache an die zahlreich erschienenen Festgäste, in welcher er die Geschichte des Turmes darlegte und seine Verwendung früher und jetzt besprach. +
Die Bewohner von '''Alsterweiler''' sind infolge ihrer Abgelegenheit von Landstraße, Bahn, Post, Kirche und früher auch Schule, besonders aber durch die oft stiefmütterliche Behandlung durch die Muttergemeinde Maikammer etwas anders geartet wie in Maikammer. +
b) ein Eußerthaler Propstei-Erbbestands-Weingut Quelle 7); es wurde im Jahre 1580 an Thomas Boscher gegen 4 Ohm schönen Wein im Erbbestand verliehen. 1759 weigerten sich die Erbbeständer weiter Erbgült zu entrichten, es sollten wegen schlechten Ertrages 2 Ohm eingezogen werden; es wurden aber bei der Renovation 1759 die 4 Ohm belassen. +
Die erste bekannteste Zahl der Einwohner ist vom Jahre 1530. Damals wohnten in Maikammer 674, in ''Alsterweiler'' 451 Seelen, zusammen 1125. +
a) ein bischöfliches Weingartgut; am 1. Februar 1580 verkaufte Bischof Marquard von Speyer an seinen Hintersassen Christoph Groß zu Maikammer des Hochstifts Behausung und Hofraide, welche zum genannten Gute gehörte, für 400 fl. (Quelle 19 und 52). +
1767 3 1/2 Viertel Wingert in der Hohl 280 fl. - 1 Viertel Wingert in der Sau 60 fl. +
Dazu ist man mißtrauisch und war zeitweise erbittert auf die Bewohner von Maikammer, die ''Alsterweiler'' nicht geben konnten und auch wollten, was diese brauchten, Zufahrtswege und Pflaster, Gemeindegebäude, Schule und Selbstverwaltung. +
Am 16. Mai 1820 stellten die 4 Bürgermeister mit Bevollmächtigten vor dem Landkommissariate Landau den Antrag auf Teilung. Zugleich gaben sie an, daß von dem ganzen Teile die Gemeinde Maikammer wegen ihrer stärkeren Bevölkerung ein Zwanzigstel voraus erhalten und der Rest zu 4 gleichen Teilen geteilt werden solle. +
Maikammer und '''Alsterweiler''' haben, wie alle Dörfer der Vorderpfalz, keine Bewohner, die seit Urzeiten hier sitzen, den gleichen Hof wie ihre Stammvater bewohnen und die gleiche Scholle bebauen. +
Vom Jahre 1821—1832 war Daniel Reinig Bürgermeister, Joh. Ernst 1. Adjunkt, Sebastian Hauck Adjunkt in '''Alsterweiler'''. +
Im 17. und 18. Jahrhundert waren Ausgaben zu machen: 1. für Gemeindebauten, 2. für die Kirche, 3. für Brunnen, 4. für Gemeindewingert, 5. für Bede und Gülten 6. für zurückzuzahlendes Kapital und Zins 7. für die Armen, 8. für Zehrungen und 9. Allgemeines. IIn vielen Jahren kamen dazu Kriegskosten. +
Schon vorher und natürlich jetzt noch mehr übernahmen sog. Weinmakler die Vermittelung des Weingeschäftes. Als sog. Trinkgeld wurde 1/2 bis 2 Kronentaler (d. i. 2 Gulden 42 Kreuzer) je nach der Menge gezahlt. 1851 wurde die Stelle des Eichers alljährlich besetzt, einer für Maikammer und einer für '''Alsterweiler''', zwei Drittel der Gebühren fielen dem Eichmeister, ein Drittel der Gemeinde zu. +
Dies war die einzige Zeit, in der '''Alsterweiler''' eine eigene Verwaltung besaß. Sie dauerte aber nicht lange, noch im gleichen Jahre wurde Jakob Denier Maire der ganzen Gemeinde. (1798) +
Die Zehntfrucht des Domkapitels wurde in der Pfarrscheuer und seit 1685 auch in der Scheuer der Kredenburg aufbewahrt. Der Zehntwein kam in die Kellerei Edesheim. +
1864 2358 Einwohner, 1790 in Maikammer, 568 in '''Alsterweiler'''. +
Die Strafen waren zumeist Geldstrafen von einigen Gulden. Einsperren in die Beßenkammer oder körperliche Züchtigung mit dem Ochsenziemer (Farrenschwanz). So wurde am 5. Oktober 1782 Joh. Rittler von '''Alsterweiler''' mit „25 wohl angemessenen Ochsenzaunstreichen" bestraft, weil er des Nachts Trauben gestohlen hatte. +
Als Gemeindegebäude waren zu unterhalten das Gemeindehaus und Schulhaus am Lindeneck, das Hirtenhaus an der Niedergasse mit 3 Fasseln, die Gemeindeherberge an der Heergasse, das Armenhaus beim Kirchhof und ein Haus mit Wachtstube in '''Alsterweiler'''. +
Durch oberamtlichen Befehl vom 29. Januar 1765 wurde beanstandet, daß Leute im Oberamt ihre Felder und besonders die Weinberge schlecht und nachlässig, nicht zu rechter Zeit oder gar nicht baueten. Darum sollten vertraute und verständige Männer bei den Arbeiten Aufsicht führen und Bericht erstatten. Die Lässigen sollten mit Geldstrafen beleqt werden, wovon die Aufpasser die Hälfte bekamen. +
1366 und 1370 ist Dietrich Scherer stellvertretender Schultheiß. Das Gemeindegericht setzte sich zusammen 1366 aus Heinrich Dechan d. A., Heinrich Batschen, Peter Madin , Peter Eigelmar, Dietrich Bubenrez nnd Heinrich Silberberger. +
Das „Verzeichnis aller jetzigen und nachkünftig Gemeindsmanner, Weibern, Wittiben und Kindern samt ihrem Religionsbekenntnisse zu Maycammer und Alsterweiler. Angefangen 1602" enthalt folgende Namen: Anshelm (in Alsterweiler),Funk (in Alsterweiler),Hertzel (in Alsterweiler),Röder (in Alsterweiler),Hoffmann (in Alsterweiler), Jörg (in Alsterweiler), Kaufmann (in Alsterweiler), Kelblin (in Alsterweiler), Krug (in AIsterweiler), Kugel (in Alsterweiler), Müller (3 in Alsterweiler), Nachbaum (1 in Maikammer, 1 in Alsterweiler), Pfaff (in Alsterweiler), Röder (in Alsterweiler), Rudolf (in Alsterweiler), Schupfer (in Alsterweiler), Schwab (in Alsterweiler), Seiler (in Alsterweiler), Schultes (in Alsterweiler), Stachel (in Alsterweiler), Teutsch (in Alsterweiler), Wingerter (2 in Alsterweiler), Weiß (in Alsterweiler), Wirth (in Alsterweiler). +
Von 1833—1835 war Franz Lederle Bürgermeister, Joh. Ernst 1. Adjunkt, Mich. Hauck Adjunkt in '''Alsterweiler''' +
1850 2626 Einwohner, 724 in '''Alsterweiler'''. +
Am 22. Dezember 1838 fand noch einmal eine Regelung statt. Es wurden für Maikammer und Alsterweiler je 2 Weinsticher, die von nun an dem Gemeinderat angehören sollten, gewählt. Jedes Jahr schied einer aus. Durch das Los kam ein neuer dazu. Ein Weinhändler konnte kein Weinsticher werden. Der Käufer hatte von 1 Fuder Wein 1 Gulden 30 Kr. zu zahlen. Davon erhielt der Weinsticher 5 Kreuzer Stichgeld, 15 Kreuzer Eichgeld, der Läder bezog 15 Kreuzer, der Rest von 55 Kreuzern floß in die Gemeindekasse. Kaufte ein hiesiger Weinhändler hier Wein, der auch hier blieb, so erhielt der Läder 40 Kreuzer Trägerlohn, wovon 8 Kreuzer in die Gemeindekasse flössen. +
Hinter der Mühlgasse in Alsterweiler wurde sogen. Wascherde gegraben und nach Grevenhausen zum Walken des Tuches verkauft. +
Leibeigene gab es besonders vor dem 30jährigen Kriege. 1530 waren in Maikammer unter 674 Bewohnern 168 Leibeigene, davon 65 Männer und 80 Frauen der Speyerer Herrschaft, 14 Männer und 5 Frauen der Kurpfalz und 4 Männer einer fremden Herrschaft untertan. In '''Alsterweiler''' waren unter 451 Bewohnern 110 Leibeigene, davon 43 Männer und 48 Frauen dem Hochstift Speyer 11 Männer und 7 Frauen der Kurpfalz und 1 Mann einer fremden Herrschaft untertan. Die meisten Leibeigenen flohen im 30jährigen Kriege und kamen nach dem Friedensschluß nicht mehr zurück. +
Die Einnahmen setzten sich im 17. Jahrhundert zusammen aus Erlös an: 1. Bürgergeld, 2. Obst und Kesten, 3. aus den Lehmengruben, 4. rückgezahlte Kapitalien und Zins, 5. Gemeindeweiden und Wegkorn, 6. allerhand Einungen, 7. Gülten, 8. Gemeindeallmente, 9. Bedgeld, 10. Gemeindeumlagen und Kontribution, 11. Allgemeine Einnahmen. +
1560 kommt Hans Jungk vor; +
Bis 1826 wurde das Geschäft des Weinstichers und der Weinläder jährlich verpachtet. Letztere zahlten 75 fl. Pacht. Vom Jahre 1827 an wurden die 2 Adjunkten (Joh. Ernst und Sebastian Hauck) Weinsticher. Ihre Gehilfen und die Läder bestimmte der Gemeinderat. +
Nach den nun geltenden Bestimmungen erhielten Gemeinden unter 1500 Seelen einen Munizipalagenten und einen Adjunkten. Hier wurden Friedrich Schwarzwälder Agent und Emanuel Heilweck Adjunkt, in '''Alsterweiler''' Peter Ad. Koch Agent und Friedrich Eisenbiegler Adjunkt. +
Gemeindeschreiberei
Wie aus dem letzten Kapitel hervorgeht, gab es in der alten Gemeinde ein Gericht und eine Verwaltung. Es war ein Gerichtsbuch zu führen und die Gemeinderechnungen aufzustellen. Letztere Arbeiten hatten, wie schon erwähnt, die jedes Jahr neu gewählten 2 Bürgermeister. Das Gerichtsbuch führten besondere Gerichtsschreiber. Vor dem 30jährigen Kriege hatten die Lehrer dieses Amt inne, nach dem 30jährigen Kriege waren wohl eigene Schreiber
angestellt. Als letzter ist bekannt Lambert Flormann, der in der französischen Zeit Greffier blieb. Ihm folgte 1814 Johannes Hartmann und diesem Andreas Hauck, der 1833 starb. +
Am 1. Mai (am Feste des hl. Philippus und Jakobus) ging es nach dem Amte auf den Wetterkreuzberg, wo von altersher ein Wetterkreuz aufgestellt ist, das letzte ist vom Jahre 1867. Vom Jahre 1723 bis 1794 ging am Feste des Erzengels Michael (29. September) eine Prozession auf die Kestenburg, wo 1723 die dortige Michaelskapelle wiederhergestellt worden war und von Waldbrüdern bedient wurde. An den Ausgängen des Dorfes nach St. Martin, Diedesfeld und Kirrweiler standen früher Kruzifixe, die jetzt ins innere Dorf gerückt sind. Das erste wurde von Georg Stark und seiner Ehefrau 1737 errichtet, 1804 durch Joh. Hildenbrand renoviert, das zweite wurde von Heinrich Lang im Jahre 1732 errichtet. Das dritte wurde im Jahre 1705 von dem Schultheißen Johann Tretter und 1760 erneuert. Einige weitere Kruzifixe und Kreuze und eine ganze Reihe von Bildstöcken sind an den Wegen der Gemarkung aufgestellt. Sie zeugen von dem frommen Sinn der Stifter und laden den Wanderer und Feldarbeiter durch ihre Bilder, Statuen und sinnigen Sprüche ein, ein wenig still zu stehen, um des Schöpfers zu gedenken, der die Fluren gesegnet, oder die Heiligen um ihre Fürbitte anzurufen. +
1535 schließt er einen Vertrag mit den Gemeinden '''Alsterweiler''' und Maikammer wegen des Wasserlaufs von der Spring durch das Alsterweiler Tälchen. +
Die Gemeinderatswahl am 7. Dezember 1884 war für die Wähler '''Alsterweilers''' verhängnisvoll. Sie brachten ihre eigens aufgestellten Kandidaten nur zu Ersatzmännern. Sebastian Frantz blieb Bürgermeister, Seb. Bachtler Adjunkt; Nikolaus Reif, Karl Reinig, Andreas Heilweck +
1545 schloß Viax von Oberstein einen Vertrag mit den Gemeinden '''Alsterweiler''' und Nlaikammer weqen Teilung des Wassers aus dem Alsterweiler Tälchen durch seine Wiese, die Dieterswiese genannt. +
Da Pfarrer Herres in der Folge Altkatholiken das katholische Begräbnis und ihren Kindern die Taufe verweigerte, wurde er heftig angegriffen. Was Herres nicht tun wollte, besorgte der abgefallene Priester Peter Kühn, der von '''Alsterweiler''' stammte und in dieser Zeit eine traurige Rolle spielte. (Kühn war bis 1882 altkatholischer Seelsorger zu Landau (wohl Landau in der Pfalz), studierte dann zu Straßburg und München Geschichte und Philologie, wurde 1888 geistesgestört und starb am 21. Juli 1892 in der Anstalt zu Klingenmünster, nachdem er kurz vor seinem Tode in lichten Augenblicken dem Hausgeistlichen erklärte, daß er alles bereue, und die Lossprechung empfangen hatte). +
1844 reifte der Plan zum Kapellenbau. Nikolaus Groß und seine Kinder Lorenz und Katharina Barbara stellten Grund und Boden zur Verfügung, die ledigen Jungfrauen Anna Maria Platz und Eva Margareta Hauck gaben die ersten namhaften Beträge ('''Alsterweiler'''). +
1786 hatten die Felder durch Hagelschlag gelitten, darum wurde der Zins reduziert. +
Der Großteil der Katholiken von Maikammer und '''Alsterweiler''' hat sich immer glaubenstreu und -freudig erwiesen. +
Im Bauernkrieg (1525) revoltierten die Bauern von Maikammer gegen den Grafen von Oberstein auf der Kredenburg in '''Alsterweiler''', wie es in der Urkunde heißt, „ohne Fehde und Feindschaft" und nur die Zugehörigkeit zum bischöflichen Hochstift war schuld daran, daß nicht alle Bauern mit Sack und Pack zur lutherischen Neuerung übergingen. +
Im Jahre 1874 war am 10. November die Wahl für die neue Periode 1875—1880. Als Polizeiadjunkt für '''Alsterweiler''' wurde Georg Schlosser gewählt. +
Da Groß keine Genehmigung zum Bauen eingeholt hatte, erschien am 29. August ein Herr von Speyer und nahm verschiedene Messungen vor, machte aber keine Beanstandungen ('''Alsterweiler'''). +
Hans Philipp starb am 2. Juni 1611 zu Alsterweiler. +
Die Gemeinderatswahl am 3. Dezember 1884 war für die Wähler '''Alsterweilers''' verhängnisvoll. Sie brachten ihre eigens aufgestellten Kandidaten nur zu Ersatzmännern. Sebastian Frantz blieb Bürgermeister, Seb. Bachtler Adjunkt; Nikolaus Reif, Karl Reinig, Andreas Heilweck, Friedrich Schwarzwälder (trat gleich zurück), Karl Lederle und Christian Rech wurden wiedergewählt. Peter Schmitt, Balthasar Gerlach, Otto Ziegler, Peter Breiling, Franz Ziegler, Franz Ullrich, Karl Platz I., Adam Ullrich und Rochus Gerlach (+ 1888) wurden neu gewählt. Von '''Alsterweiler''' wurden dazu genommen, nachdem zwei Gemeinderäte zurückgetreten waren, Seb. Christmann als Polizeiadjunkt und Andreas Platz, denen 1888 noch Jak. Garth folgte. +
Man war aber in '''Alsterweiler''' immer frommgläubig und hielt streng am Althergebrachten. Darum war es schon lange ihr Streben, eine Schule und ein Gotteshaus zu bekommen. 1829 wurde die Schule eingerichtet. +
1772 stiftete die Registratorswitwe Vitterine von Mannheim, die in Alsterweiler Haus, Hof und Güter hatte, 50 Gulden für eine ewige Ampel, welche Samstag morgens beim Betglockläuten angezündet und abends beim Betglockläuten ausgelöscht werden sollte. +
Geistliche aus der Gemeinde Maikammer-'''Alsterweiler'''. +
Die Kirchweihe zu Alsterweiler wird von altersher am Sonntag nach dem Weißen Sonntag (Misericordia) gefeiert. Sie verdankt ihre Entstehung dem sog. Klausenfeste im Klausental. +
Ein zweites Gotteshaus besitzt unsere Gemeinde in der Kapelle zu '''Alsterweiler'''. Da die Bewohner von Alsterweiler von ihren Mitbürgern zu Maikammer nicht immer wohlwollend behandelt wurden, waren die Verbindungswege zwischen beiden Ortsteilen meist in schlechtem Zustand und darum der Schul- und Kirchenweg unangenehm. Man war aber in Alsterweiler immer frommgläubig und hielt +
Zwei Sammlungen brachten zusammen 2123 fl. 49 Kreuzer. Der erwähnte Nikolaus Groß, der als der eigentliche Bauherr genannt werden kann, teilte seinen Plan Pfarrer Weckesser mit und ließ dann die Kapelle durch Maurermeister Joh. Georg Schneider von Edenkoben aufbauen. Am 2. Mai 1845 wurde begonnen, am 25. Juli war die Maurerarbeit fertig ('''Alsterweiler'''). +
Der kleine Zehnt brachte 1723 für den Pfarrer ein: 1 Nagen Heu, 2 kleine Gruben Rüben. 7 Simmern Erbsen, i!4 Simmern Welschkorn, V, Bund Hanf und ein Achtel Bohnen. +
In dieser und in der folgenden Zeit, wohl auch schon früher hatte die Gemeinde das Recht, einen Schulmeister anzunehmen und dem Generalvikariat für die Approbation und Konfirmation zu präsentieren. +
Nun sollte auch der Wunsch der Bürger von '''Alsterweiler''' erfüllt werden. Zuerst war das Schlößchen als Schulhaus in Aussicht genommen, dann aber beschloß man zu bauen, kam aber erst 1829 dazu. Baumeister war die Firma Waldschmitt und Hornbach von Venningen. Das Haus kostete 3988 fl., die Nebengebäude 450 fl. +
Unterm 25. November 1766 richtete der '''Alsterweiler''' Bürger Peter Schmitt an das Generalvikariat die Bitte, es möge erlauben, daß den Kindern von Alsterweiler einige Nachtstunden in der christlichen Lehre durch ihn gegeben werde. Als Grund gab er weiten Weg und schlechte Kleidung der Kinder an. Pfarrer Gödecke war dagegen, weil er vermutete, daß es den Alsterweilerer Bürgern nicht um Nachtschule, sondern um eigene Tagesschule zu tun sei. Dem Lehrer von Maikammer wäre auch ein Teil des Schulgeldes entgangen. Das Generalvikariat entschied zugunsten des Schmitt, da das allgemeine Wohl dem privaten vorgehe; der Pfarrer sollte fleißig nachsehen. +
Da errichteten die Katholiken am 1. November 1848 eine Privatschule und holten dazu den geprüften Seminaristen Heinrich Werner von Ruppertsberg. Er erhielt 71 Schüler aus Zieglers Schule, 35 blieben bei Ziegler. Die Katholiken hatten einen Schulsaal verlangt, der vorhanden war und den auch die Mehrheit des Gemeinderats zugestand; da sich aber die Schüler schon jetzt „Heckerer" und „Mucker" schalten, so waren Reibereien zwischen den Schülern zu befürchten, und die Privatschule kam in den Schwanensaal, bis am 14. Januar 1849 der leerstehende Saal bezogen werden durfte. Regierungspräsident Alwens kam selbst nach Maikammer, visitierte diese Schule und erkundigte sich über alle sonstigen Verhältnisse. +
Als im Jahre 1830 wieder ein Gehilfe angestellt werden mußte, wollte die Gemeinde dessen Gehalt von dem der Lehrer abziehen, weil Maikammer für sich allein nur 1664 Einwohner zählte und '''Alsterweiler''' jetzt eine eigene Schule hatte. +
Als zweiter Gehilfe wurde 1822 Jakob Hildenbrand angestellt, dem im Frühjahr 1824 Georg Adam Müller, geb.1803 zu '''Alsterweiler''', folgte. Nach seiner Versetzung an die neue Stelle zu Alsterweiler folgten ihm als Gehilfen in Maikammer Joh. Adam Borell von Hainfeld von Herbst 1830 bis Herbst 1832. Joh. Adam Schlegel von Edesheim von Herbst 1832 bis Herbst 1834. +
Da kein Schulhaus zu '''Alsterweiler''' war, stellte Schmitt sein eigenes Haus zur Verfügung. Dazu erbat er sich, den armen Kindern umsonst Unterricht zu erteilen; nur bat er um die hohe Gnade, von Jagd-, Wacht- und Frondiensten befreit zu werden. Nach einiger Zeit bat nun Schmitt, auch Tagschule halten zu dürfen. Dekan Johann Bapt. Fischer aus Hambach hatte sich darüber gutachtlich zu äußern. Das Gutachten fiel schlimm aus. So wurde unter anderem festgestellt, daß Schmitt selbst sehr schlecht schreibe und darum die Schreibvorlagen von Kindern aus Maikammer entlehnte. Seine Nachtschule ging daher ein, und die Kinder von Alsterweiler, etwa 82, hatten wieder die Schule zu Maikammer zu besuchen. +
Vom 1. Oktober 1920 bis 31. Dezember 1920 führte Schulamtsbewerber Arthur Rutz von Hermersberg, Seminaraustritt 1920, die obere Schule zu ''Alsterweiler'', dann übernahm sie Lehrer Peter Bayer von St. Martin, seither Lehrer in Wiesbach. +
Vom Jahre 1588 an läßt sich dann ein Lehrer nachweisen, der sämtliche schulpflichtigen Kinder der Orte Maikammer und '''Alsterweiler''' zu unterrichten hatte. Das Schulhaus befand sich am Lindenplatz beim Gemeindehaus. +
Seit altersher wurden Maikammer und '''Alsterweiler''' durch laufende Brunnen, die von Brunnenkammern im Tälchen gespeist werden, mit Wasser versorgt. Die Verbindung mit dem Dorfe geschah durch hölzerne Deicheln. Solche Brunnen stehen heute noch an der Kirche, am Gemeindehaus, in der Heerstraße, an der Hintergasse, in der Hartmannstraße, an der Neugasse und am Frantzplatz. Letzterer wurde beim Bau des Ans linger'schen Hauses zurückgesetzt und bekam einen eisernen Wasserbehälter. In '''Alsterweiler''' stehen Brunnen vor dem Hause Hauptstraße 25 (Jean Ziegler), vor dem Hause Hauptstraße 59 (Fritz Damm) und neben dem Hause Hauptstraße 2 (Wwe. Frz. Rieth). +
Trotz der Abtrennung von '''Alsterweiler''' war die Schülerzahl in Maikammer noch so groß, daß das Landkommissariat Landau 1830 die Gemeinde mehrfach aufforderte, wieder einen Gehilfen anzustellen. +
Am 1. November 1829 wurde die Schule feierlich eröffnet. Die Kinder erhielten Wecke, arme Kinder Bücher. Die Auslagen der Gemeinde betrugen 25 fl.
Erster Lehrer wurde der Gehilfe von Maikammer. Georg Adam Müller. +
Müller erhielt 1829 200 fl. und freie Wohnung, die zu 25 fl. veranschlagt war; 1832 erhielt er 3oo fl. mit dem Vorbehalt 1. so fleißig wie seither weiter zu arbeiten, 2. sich nie von ''Alsterweiler'' fortzumelden und 3. nie einen Gehilfen zu verlangen. +
Im Januar 1923 wurden auf Grund der Bestimmungen des Gesetzes über Schulpflege, Schulleitung und Schulaufsicht an den Volksschulen vom 1. August 1922 Oberlehrer Maginot zum Schulleiter in Maikammer und Hauptlehrer Distler zum Schulleiter in '''Alsterweiler''' ernannt. +
Am 1. Juni 1866 wurde Lehrer Müller in '''Alsterweiler''' pensioniert. Er bezog am 27. Oktober 1868 sein Haus zu Maikammer, später zog er nach Ludwigshafen a. Rh., wo er im Alter von 87 Jahren starb. +
In '''Alsterweiler''' waren immer viele Schüler, daß lange Abteilungsunterricht abgehalten werden mußte. Endlich am 1. November 1883 wurde eine zweite Stelle errichtet und mit einem Schulverweser besetzt. Man hatte sich lange, aber vergeblich für eine Schwester gewehrt. +
Da das Landkommissariat mit diesem Standpunkt nicht zufrieden war, erneuerte der Gemeinderat am 19. Februar 1843 seinen früheren Beschluß. Als Gründe führte er an: Da die Lehrer seither zusammen 990 fl. bezogen, und jetzt 1350 (+ 200) fl. beziehen sollen, so wären, da in '''Alsterweiler''' die Anstellung eines Gehilfen sehr nötig war, 560 fl. mehr aufzubringen. +
Der Verweser in ''Alsterweiler'' bezog 428.60 M Grundgehalt, 98.40 M Teuerungszulage und 43 M für Wohnung, zusammen 570 M. +
Müller erhielt 330, fl. und Wohnung im Schulhause zu '''Alsterweiler''' +
Am 1. Mai 1919 übernahm Lehrer Leonhardt, der am 21. April aus dem Felde zurückgekehrt war, die obere Schule zu ''Alsterweiler''. +
Der Brunnen vor dem Hause Hauptstraße 25 war Eichbrunnen, solange zwei Eichmeister hier waren. +
Jetzt wollte ''Alsterweiler'' einen Präzeptor, weil der Weg nach Maikammer zu weit und zur Regen- und Winterszeit schlecht sei und die Kinder schlechte Kleider hätten. Pfarrer Weber war dagegen. +
1754 wurde das Pflaster zu '''Alsterweiler''' gemacht, es kostete 90 Gulden, der Plattenweg 70 Gulden. Die Gemeinde zahlte ihre Schuld an die Kirche zurück. +
1785 kostete eine Kuh 24 Gulden, ein Hund zu halten 5 Gulden, Metzger, Hirt und Müller waren von dieser Steuer frei. Viele Leute nahmen in dieser Zeit aus der Kellerei Kirrweiler im Februar Borgfrüchte
(Korn, Gerste und Spelz) zum Marktpreis vom April und Mai, zahlbar an Martini. Es gab wenig und schlechten Wein. +
In diesem Jahre der Vereinigung der Pfalz mit Frankreich wurden in vielen Orten wieder Freiheitsbäume gesetzt, so auch in '''Alsterweiler''', das durch die neue Verwaltung mehr Selbständigkeit erhalten hatte. (1798) (das Jahr 6 nach französicher Rechnung 22. September 1797 bis 22. September 1798) +
1737 war gute Witterung im Juni und Juli, jedoch schadete der Hagel. +
In '''Alsterweiler''' fiel auf einen Offizier der Verdacht demokratischer Gesinnung. Er wurde deshalb wegen einer früheren Entwendung von 11 Gulden angeklagt, verurteilt zum Tode und im Tälchen erschossen (1792). +
Vom Mai 1816 ab regnete es beständig; es gab große Überschwemmungen; am 12. Mai auch starke Fröste. Es gab kein Getreide und keine Kartoffeln. Am 23. September gab es schon Winterfröste, am 12. Oktober tiefen Schnee. Darum erfroren die Trauben größtenteils. Die Weinlese begann am 8. Oktober. Die Trauben wurden in Körben und Maltersäcken heimgebracht und mit Pflasterstempeln in hölzernen und steinernen Trögen zerstoßen. Der Wein (8 Morgen gaben 2 Fuder) war so sauer, daß ihn kein Wirt kaufen wollte. Er kostete 100-130 Gulden. Jetzt kam der 15er Wein in den Preis. Friedrich Eisenbiegler in Alsterweiler verkaufte 1 Fuder zu 415 Gulden und 1 Kronentaler. Am 1. Juli 1816 wurde der Kanton Edenkoben von dem Rentamt Neustadt a.d. Hdt. getrennt und ein Rentamt in Edenkoben errichtet. Die durch die schlechte Ernte hervorgerufene Hungersnot dauerte bis zur Ernte 1817. Als man hier durch die Gemeinde den Ärmsten Unterstützung (1816). +
Am 5. September nachts 1/2 1 Uhr fiel ein Wolkenbruch. Das Wasser riß den oberen Brunnenstock zu '''Alsterweiler''' ab und verursachte auch sonst großen Schaden (1792) +
1774 wurden im '''Alsterweiler Tälchen''' Sandsteine gebrochen zum Dombau in Speyer. Es gab nicht sehr viel aber guten Wein. +
Am 25. Juli 1787 war ein Schloßenwetter; die nicht großen aber dicht fallenden Schloßen machten großen Schaden. Desgleichen herrschte am 10. August nachmittags zwischen 3 und 4 Uhr ein fürchterliches Wetter, es fielen Schloßen wie Hühnereier, die die Frucht auf dem Felde ausschlugen und in den Weinbergen großen Schaden verursachten. Es gab wenig, doch ziemlich guten Wein. +
Am 28. Februar 1784 war es so kalt, wie es keinem Menschen gedachte. Auf Ostern, am 27. März, lag hoher Schnee. Der Wein kostete
im Herbst nur ZI Gulden. +
Der Krämer Franz Peter Schwarzwälder kaufte seine Ware bei einem Großhändler in Speyer. Er mußte in diesem Jahre zahlen für 1 Brief (15 Stück) Nähnadeln 3 1/2 Kreuzer, 1 Pack Haften 40 Kreuzer, V Pfund ganzen Schwefel 13 Kreuzer, 1 Schniete Faßschwefel 1 Kreuzer, 1 Pfund 21 Kreuzer, 1 Pfund Kreide 9 Kreuzer, 1 Pfund Kaffee 54 Kreuzer. 1 Pfund Reis 23 Kreuzer, 1 Pfund spanische Nudeln 20 Kreuzer, 2 Lot Zimt 16 Kreuzer, 1 Achtel Safran 1 Gulden, 1 Pfund Seife 21 Kreuzer 1 Pfund Stärke 16 Kreuzer, 1 Pfund Unschlittlichter 26 Kreuzer, 1 Pfund Schnupftabak 18 und 24 Kreuzer, 1 Pfund Rauchtabak 10, 12 und 13 Kreuzer, 1 Namenbuch 6 Kreuzer, 1 Katechismus 12 und 13 Kreuzer, 1 Biblische Geschichte 22 und 24 Kreuzer, 1 Dutzend Karten 12 Kreuzer. Außerdem hatte Schwarzwälder Schnur, Netz, Kordel, Band, Seide, Stricknadeln, Nestel und allerlei Nägel zu verkaufen. +
Noch stand der Freiheitsbaum, kein Bürger hatte gewagt ihn zu entfernen. Da kam am 2. April (1793) eine k. ungarische Husarenpatrouille geritten. Jetzt rissen die Bürger den Freiheitsbaum um und verbrannten die Mütze. +
1723 litten die Weinberge durch Frühlingsfröste, im Sommer gab es große Trockenheit, es gab wenig aber guten Wein. +
1753 kam es wegen kleinlichsten Ursachen zu einem erbitterten Streit zwischen der Kurpfalz und dem Bistum Speyer . . . 900 Mann kurpfälzische Truppen fielen in die Ämter Deidesheim und Kirrweiler ein und nahmen vor allem die Weine mit sich nach Neustadt. Die reichsten Winzer von Maikammer, St. Martin und Diedesfeld wurden eingezogen und in Neustadt ins Gefängnis geworfen; . . . vielfach wurden die Weinberge und Felder verwüstet. Die bischöflichen Gemeinden sollen zirka 9000 Gulden Kosten gehabt haben: die Gemeinden Hambach, Diedesfeld, Maikammer-'''Alsterweiler''' und St. Martin zusammen 5109 Gulden. +
Durch Gesetz vom 25. November 1802 wurde der Verkauf aller Nationalgüter angeordnet. In Mainz begann die Versteigerung aller früheren herrschaftlichen Güter. Die Credenburg zu '''Alsterweiler''' kam in den Besitz der Gebrüder Lederle in Hambach, 60 Morgen Äcker und 24 Morgen der Dieterwiese gingen in Privatbesitz über. Das sogenannte Nonnenhaus kaufte Franz Peter Schwarzwälder in '''Alsterweiler''' samt dem dazu gehörigen Gut um 465 Frs., zahlbar in 3 Terminen. +
Am 29. November verlangte der prov. Kommissär in Speyer alle '''Zehnten''' und '''Gülten''' des Domkapitels und der anderen hiesigen Stifter. Diese waren aus Vorsicht in Geld umgewandelt worden, welches gegen Quittung in Speyer abgeliefert worden war. Nur die Weine der Klosterfrauen von St. Klara aus ihrem Besitz in '''Alsterweiler''' waren nach Speyer gefahren worden. (1792) +
Am Eichbrunnen wurde ein Erlenbaum als Freiheitsbaum (1793) aufgestellt und eine rote Jakobinermütze darauf gehängt. Der Schmied Georg Hartmann mußte den Stamm befestigen. Die Gemeinde zahlte ihm dafür 2 Gulden 55 Kreuzer. +
Im Jahre 1783 war ein früher Frühling. Im Mai erfroren von ungefähr 200 Morgen Wingert unter dem Dorfe die Hälfte. Es folgte
ein überaus heißer und trockener Sommer. Der Wein wurde ausgezeichnet, es gab auch viel. +
1781 sehr viel und gut (Anmerkung: gemeint ist der Weinertrag), jedoch zerschlug der Hagel im August streckenweise alles. +
Am 11. Dezember wurde '''Alsterweiler''' noch einmal geplündert. Truppen des deutschen Korps Benjowsky waren am 9. Dezember aus Edenkoben zurückgedrängt worden und mußten am 10. Dezember bis hierher zurückweichen. Mit einigen Freischützen brachen die Soldaten zu St. Martin und '''Alsterweiler''' in die Keller ein, schleppten Schweine und Kühe fort und erpreßten von den Einwohnern Geld unter Androhung des Todes. Hier wurde Schultheiß Rieth überfallen und mißhandelt. (1793) +
Im Mai 1769 war ein Hagelschlag, es gab im Herbst wenig und sauren Wein. +
Da ein Mädchen von hier namens Apollonia Anstand als Laienschwester im Kloster der Franziskanerinnen in Speyer war, flohen die Schwestern dieses Klosters 1689 nach '''Alsterweiler''', wo sie ein Haus besaßen. +
Nach der weiteren Regelung der Gemeindeverwaltung wurde in Maikammer Friedrich Schwarzwälder Agent und Emanuel Heilweck Adjunkt, in '''Alsterweiler''' Peter Adam Koch Agent und Friedrich Eisenbiegler Adjunkt (1789). +
Jetzt kam der 15er Wein in den Preis. Friedrich Eisenbiegler in '''Alsterweiler''' verkaufte 1 Fuder zu 415 Gulden und 1 Kronentaler (1816) +
An die Stelle des Munizipalagenten trat der Maire. Sie hatten nach dem Gesetze vom 7. Februar 1800 dieselben Verrichtungen wie die Munizipalagenten. In jeder Gemeinde sollte ein Munizipalrat (Gemeinderat) sein. Dieser sollte sich jedes Jahr am l5. Pluviose versammeln und höchstens vierzehn Tage versammelt bleiben. Der Maire hatte auch die Grund-, Personal-, Luxus-, Tür- und Fenstersteuer zu erheben. Erster Maire war Jakob Denier, dem 1801 Jean Müller (bis 1813) folgte. +
Am meisten drückten die Kriegskosten, die für die Zeit von 1689—98 31 000 Gulden betrugen. Da versteht man die ängstliche Besorgnis, die der Bürgermeister in der Gemeinderechnung für das Jahr 1699 ausspricht, wenn er bei dem
Titel „Ausgaben für Kriegszwecke" schreibt: „Nichts mehr, Gott behüte ferner!" +
Am 30. März nahm Kommissar Wambsgans mit 6 Mann 50 Kühe aus den Stallungen in Maikammer, am 2. April 80 Kühe aus den Stallungen von '''Alsterweiler'''.Wut und Verzweiflung erfaßte die Bewohner. Man verrammelte die Tore, bewarf die Eindringlinge mit Holzscheiten und widerstand mit Gewalt, aber alles half nichts. Nur wer rechtzeitig in den Hinterwald gefahren und sich dort einige Tage aufgehalten hatte, rettete seine Kuh. (1793) +
Der Weinverkauf ging im Herbste sehr schlecht. Most kostete die Hotte Traminer 71/2 fl. Das Fuder Wein kostete 190 fl. Im Dezember gab es einige Verkäufe zu 230 fl., 1855 kostete er in Maikammer 125, in '''Alsterweiler''' 130 fl.(1854) +
Am '''2. Juni 1831''' richteten Bürger von '''Alsterweiler''' an das Landkommissariat Landau die Bitte, '''Alsterweiler''' von Maikammer zu trennen und zu einer selbständigen Gemeinde mit eigener Verwaltung zu erklären. Als Gründe führten sie an die Vernachlässigung des Ortsteils Alsterweiler in den letzten 15 Jahren und die mutwillige Verschleuderung des Gemeindeeigentums in Alsterweiler zum Nachteil der Gemeinde. Die Schrift enthält viele scharfe Ausdrücke, woraus man die tiefe Erbitterung der Alsterweilerer Bürger ersieht. Der Zufahrtsweg von Maikammer nach Alsterweiler, der Plattenweg, war meist in derartig schlechtem Zustand, daß Fuhrwerke bis an die Achse einbrachen, und Fuhrleute, die Flachs, Weiden, Kartoffeln u. a. von auswärts brachten, es vorzogen in Maikammer zu bleiben. +
Im Juli [1867] kostete 1 Schoppen 66er über die Straße 3 Kreuzer. Es gab viel Ohmet und viel Kartoffeln. +
'''1826''' war ein Betrag für Pflaster durch '''Alsterweiler''' im Gemeinde-Voranschlag eingesetzt, 1828 sollte eine Strecke gemacht werden, aber erst 1832 und 1833 wurde es ausgeführt. Es kostete 1873 fl. 34 Kr. +
Karl Theodor Rieth in '''Alsterweiler''' verkaufte sein Haus mit 2 Gärten um 4000, fl. und ging nach Amerika. (1850) +
In '''Alsterweiler''' hatte man den Schoppen zu 6 Kr. über die Straße verkauft. (1862) +
Am '''22. Oktober''' begann die Weinlese. Franken gab es viel, Gutedel und Traminer wenig. Der Ertrag war in Maikammer besser als in '''Alsterweiler'''. (1860) +
Am 10. Oktober begann die Weinlese. Es gab sehr wenig, aber vorzüglichen Wein; in '''Alsterweiler''' etwas mehr als in Maikammer. (1861) +
Als Pfarrer Weckesser im Pfarrhause belästigt wurde und er gar vom Altar weggeholt werden sollte, eilten die Bauern von '''Alsterweiler''' mit Sensen und Dreschflegeln zu Hilfe. Damals soll der Spruch entstanden sein: „Weg do newe, weg do newe, for unsern Parre lossen mer unser Lewe." (1848) +
Im August [1866] faulten die Trauben infolge Krankheit. Es war ein nasser, kalter Sommer. Trotzdem die Kartoffeln im August faulten, gab es doch bei der Ernte viel. Auch Ohmet gab es genug. +
Am 5. Oktober begann der Herbst; am 4. durfte das Faule geholt werden. In '''Alsterweiler''' gab es einen halben Herbst, in Maikammer etwas weniger. Der Most wog 75—90 Grad. Es gab einen vorzüglichen Wein. Portugieser kostete 6—8 fl., Traminer 6 fl. 12 Kr. die Hott. Der Weinverkauf ging schlecht. Im Dezember wurde in Alsterweiler ziemlich verkauft zu 125—130 fl. +
1811 war das beste Weinjahr des Jahrhunderts. Am 15. Mai blühten die Trauben, am 20. Juli gab es schwarze Trauben, am 30. September begann der Herbst. Es gab sehr viel und ausgezeichneten Wein. Ein poetisch veranlagter hiesiger Winzer besang das Lob des 11 er Weines in 7 Strophen. +
Das Jahr 1857 war für Maikammer und '''Alsterweiler''' ein sonderbares Jahr. Im Juni wollte man verhungern und schenkte wegen Futtermangels das Vieh halb weg; im Herbst gab es noch genug Rüben und Kraut. Im November und Dezember war es noch warm. Der Wein kostete im November 140—147 fl., im Dezember 150—160 fl. +
In diesem Jahre wurden zum erstenmal Leichenträger angestellt, 5 für Maikammer und 5 für '''Alsterweiler'''. Die Gemeinde kaufte 5 schwarze Mäntel und Hüte. Die Trägergebühr betrug 20 Kreuzer. Am 15. Mai wurden die bisher üblichen Leichenschmause verboten. ('''1824''') +
So erhielt am 7. Juni der Löwenwirt Michael Hauck in '''Alsterweiler''' vom Rentamt Edenkoben, wo derselbe Rentbeamte weiter wirkte, die Mahnung, binnen 3 Tagen beim Rentamt Edenkoben 200 fl. als Zwangsanlehen zu zahlen. Hauck wollte nicht. Am 13. Juni kam eine 2. Mahnung mit Androhung der Verhaftung. Am 14. Juni zahlte er 100 fl. auf Abschlag. Weil er nicht ganz zahlte, wurde er gefangen nach Kaiserslautern abgeführt. (1848) +
Die übrigen 16 Gemeindräte von Maikammer waren gegen die Trennung:1. weil zwei getrennte Haushaltungen kostspieliger zu führen wären als eine einzelne, 2. weil die Wasserleitung doch gemeinsam bleiben müsse und durch '''Alsterweiler''' geleitet werde; Reibereien und Prozesse würden entstehen, 3. weil die Trennung sehr bedeutende Kosten verursachen würde, 4. weil sich in zehn Jahren die beiden Dörfer durch Neubauten doch berühren würden und eine Wiedervereinigung notwendig machte. +
'''1840''' gab es in Maikammer 301, in '''Alsterweiler''' 104 Häuser. +
Bis November war in '''Alsterweiler''' der meiste Wein verkauft. (1868) +
Im Sommer [1835] war große Dürre, es gab Futtermangel, kein Ohmet, wenig Rüben; die Kartoffeln fielen schlecht aus. Weinlese war erst am 19. Oktober und dauerte bis nach Allerheiligen. Nach diesem Feste fing es an zu wintern. Die Trauben hingen zum Teil noch in der Kälte. Es gab viel Wein von mittlerer Güte, kostete aber nur 30 fl. im Herbste. Kartoffeln mußten auf dem Schlitten heimgebracht werden, Rüben mußten stehen bleiben. Am 15. November war es so kalt, daß der Rhein mit Grundeis ging. +
Da die Zeiten sehr unruhig waren und die innere und äußere Ordnung bedroht war, genehmigte die Pfälzer Regierung am 7. März die Einführung der Landwehr. Auch hier (in Maikammer) organisierte sich eine solche Wehr. Die Gemeinde bat am 4. April um 200 oder 300 Flinten und Bajonette, am 4. Juni nochmals, aber sie erhielt nichts. Inzwischen zog das gebildete Bürgermilitär in die Dörfer der Umgebung und ängstigte die Bewohner so am 9. April nach St. Martin. Hier war dazu am 22. März der Schulstreit ausgebrochen, der die hiesigen Bürger in große Aufregung und Erbitterung versetzte. Pfarrer Weckesser wurde wegen eines Ausdrucks in diesem Streit, „der die Delikatesse verletzte", wie die Regierung meinte, dem Gerichte angezeigt und zu einem Tage Haft verurteilt. Der Zondersche „Volksbote" in München brachte längere Artikel über diese Zustände und forderte die Bürger von hier auf, einen Verein für konstitionelle Monarchie und religiöse Freiheit zu gründen, was auch geschah. +
Müller schreibt: „In allen Gesichtern ist Zufriedenheit zu erblicken." „Soviel Geld ist noch nie nach '''Alsterweiler''' für Wein gekommen wie dieses Jahr, ein glückliches Jahr."(1857) +
…ntrag, in '''Alsterweiler''' eine Abstimmung durch einen Regierungsbeamten v… +
Am 22. Juli besuchte König Ludwig I. von der Villa aus die '''Alsterweiler''' Kapelle. (1854) +
Im Mai war schlechtes Wetter, am 10. Mai machten Schloßen großen Schaden (1856). +
Vom Jahre '''1851''' an wurde die Stelle des '''Eichers''' alljährlich besetzt, einer für Maikammer und einer für '''Alsterweiler'''. +
Am 26. April (Osterdienstag) zwischen 11 und 12 Uhr war ein Gewitter mit Schloßen bis zur Größe von Hühnereiern. Fenster wurden eingeschlagen, Augen an den Reben und am Obst verschlagen. Das Korn litt Schaden. Die Schloßen lagen bis 29. April. Desgleichen war am 30. April ein Gewitter mit Hagel und Wasser und am 9. Juni (1859). +
Lehrer Müller von '''Alsterweiler''' wetterte am Pfingstmontag beim Frühschoppen in der „Krone", daß er nach dem Amte das Königslied singen werde, auch wenn die Freischaren es hören würden. Er sang es, wurde aber am nächsten Tage von Willich verhaftet und nach Kaiserslautern abgeführt. ('''1848''') +
In einer weiteren Sitzung am '''3. Februar 1843''' stellte Michael Eisenbiegler den Antrag, in '''Alsterweiler''' eine Abstimmung durch einen Regierungsbeamten vornehmen zu lassen. Es blieb aber bei dem vorigen Beschluß. +
Am '''20. März 1843''' richteten mehrere Bürger von '''Alsterweiler''' ein Gesuch um '''Trennung''' von Maikammer an die Regierung der Pfalz. Die Mehrheit war aber gegen eine Trennung. In einer Kommissionssitzung der Höchstbesteuerten der ganzen Gemeinde am '''13. August 1843''' sprach man sich auch dagegen aus. Der neugewählte Gemeinderat verhandelte noch einmal am '''28. August 1843''' darüber, 20 Gemeinderäte, darunter 4 von Alsterweiler waren gegen eine Trennung nur Lorenz Groß und Pet. Ad. Frankmann beharrten auf ihrem seitherigen Standpunkt. So war diese Angelegenheit endgültig erledigt. +
Am '''28. August 1842''' wurde wieder im Gemeinderat über die '''Trennung''' des Ortsteiles '''Alsterweiler''' von Maikammer verhandelt. 5 Gemeinderäte waren ganz dafür, Gg. Frz. Straub wollte nur Trennung der Gemeindekasse. Andr. Platz war dafür, wenn die Straße nach Edenkoben nicht gerade, sondern in der Richtung des alten Weges gebaut wurde und das Pflaster der Deckelgasse gemacht werde. Die übrigen 16 Gemeinderäte von Maikammer waren gegen eine Trennung. +
In '''Alsterweiler''' konnte gut verkauft werden, in Maikammer weniger gut. (1886) +
Der Winter 1911/12 war mild; nur am 4. Februar gab es 12—13° Kälte. Der März war regnerisch, am 12. gab es Gewitter mit Schloßen (1912). +
Der Sommer war trocken. Am 22. September gab es noch ein Gewitter mit Schloßen, die südlich von Maikammer und Alsterweiler schadeten. (1893) +
Im Jahre 1917 war der Winter kalt. Am 18. Mai war ein großer Hagelschlag. Eiskörner bis zu Hühnereigröße schlugen die Handlangen Triebe der Reben total ab (1917). +
Im Juli gab es einige Schloßen, Ende August Regen mit starken Schloßen, die einigen Schaden anrichteten (1900). +
Der Winter 1887/88 war ziemlich kalt. Am 15. März war ein heftiges Gewitter mit Platzregen und Hagelschlag. +
Anfangs Juli gab es Schloßen (1901). +
Wein wurde in '''Alsterweiler''' viel zu 260 und 265 fl. verkauft. Im Januar 1874 kostete er 205 fl. +
Am 1.Oktober war Weinlese. In '''Alsterweiler''' gab es sehr viel Wein, in Maikammer weniger. Der Most wog 50—65 Grad. Der Wein war gering. Portugiesermost kostete 5. M, Franken 6,50—7 M, Weißwein 180 bis 200 M. Der Mostverkauf war in Alsterweiler lebhaft, in Maikammer weniger.(1896) +
Am 15. August [1871] war ein Gewitter mit Wolkenbruch. Das Wasser ging 2 Schuh hoch durchs Dorf. Alle Keller waren voll Wasser. Müller schreibt: „Felsen von 100 Zentner lagen an den Böllen." +
Es gab [1874] wenig Heu. In der Kornernte herrschte afrikanische Hitze; die Ernte fiel vollkommen aus. Infolge der Trockenheit gab es kein Ohmet. Kartoffeln gab es genug. +
Am 15. gegen Abend gab es ein Gewitter mit Schloßen, die oberen Lagen von St. Martin, '''Alsterweiler''', Diedesfeld und Hambach wurden ganz zerschlagen.(1912) +
Da gab es am 10. August, mittags gegen 1/4 12 Uhr, nach großer Hitze ein furchtbares Gewitter. Hagelkörner bis zur Hähnereiergröße prasselten hernieder und schlugen alles ab, Ruten, Zweige, Blätter und Trauben. Es war ein trauriger Anblick, als man nachher die Wingert sah, die Rebstocke zerschlagen und zerrissen und die ganze reiche Ernte wertlos auf dem Boden. Alle Fenster gegen die Wetterseite waren eingeschlagen; tagelang lagen die Schloßenhaufen in den Ecken. Auch in den Gemarkungen Hambach, Diedesfeld. Kirrweiler, Rhodt und Weyher hatte der Hagel alles zerschlagen. Abends um 10 Uhr war noch einmal ein Gewitter mit großen Wassermassen. Sofort setzte eine Notstandsaktion ein. Überall wurde für die Geschädigten gesammelt. Die hiesige Gemeinde bekam eine Unterstützungssumme von 23 490 M. Der Staat bewilligte 500 000 M. als Darlehen, wovon Maikammer 115948,40 M erhielt. Die Gelder sollten nach längstens 15 Jahren mit jährlichen Abtragssummen von mindestens 20 M zurückgezahlt werden (1905). +
In den unteren Lagen gab es viel '''Spring- und Heuwurm''', in '''Alsterweiler''' wenig. (1902) +
Am 1.Mai (am Feste des hl. Philippus und Jakobus) ging es nach dem Amte auf den Wetterkreuzberg, wo von altersher ein Wetterkreuz aufgestellt ist, das letzte ist vom Jahre 1867. +
Am 29. April 1869 wurde die neue Gemeindeordnung Gesetz. Diese brachte den pfälzischen Gemeinden das Recht der vollen Selbstverwaltung, wozu auch das Recht gehörte, sich ihre Vorstände frei zu wählen. Maikammer erhielt wegen seiner Einwohnerzahl (1871: 2272) 1 Bürgermeister, 1 Adjunkten und 16 Gemeinderäte. +
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erhielten die Froner eine kleine Bezahlung. Doch wurde vom Fürstbischof 1785 festgesetzt, daß Spannfröner höchstens 6 Kreuzer und Handfröner höchstens 3 Kreuzer von der Gemeinde erhalten dürften. +
Benefiziaten, Meßpriester oder Frühmesser sind nur wenige bekannt, so 1519 Jakob Knab, 1530—34 Georg Schwab und 1659 Christian Burscheid. +
In ''dicken Büchern'' (Bedbücher) waren die Namen sämtlicher Besitzer mit ihren bedpflichtigen Gütern verzeichnet. Sie wurden von Zeit zu Zeit vom Oberamtmann oder Fauth mit Schultheiß und Gericht, Bürgermeistern, Steinsetzern und Bedlegern neu angelegt; hier 1580, 1619, 1669 und 1730. +
Seb. Gerlach, seit 1856 Adjunkt. +
Die nächste Wahlperiode 1848—1853 umfaßte die Zeit der Revolutionen und der Freischarenkämpfe. Fr. Lederle wurde Bürgermeister, trat am 11. Juli 1849 zurück und schied 1850 aus dem Gemeinderate aus; G. Ant. Platz wurde 1. Adjunkt, trat am 18. Oktober 1849 als solcher zurück. Franz Wingerter wurde 2. Adjunkt und versah vom 11. Juli bis 18. Oktober 1849 die Bürgermeistergeschäfte und trat 1849 aus dem Gemeinderate aus. +
2. Die 5. Haingeraide.
Der Wald, den heute die Dörfer Maikammer, St. Martin. Diedesfeld und Kirrweiler als Gemeindeeigentum besitzen, war bis zum Jahre 1823 gemeinsames Eigentum der genannten Gemeinden und führte den Namen 5. Haingeraide. Haingeraide nannte man früher die Bergwälder von Wanzenau im Ober-Elsaß bis Dürkheim in der Pfalz. Es waren 16 Waldbezirke, die einzeln wieder mehreren Gemeinden als Eigentum gehörten. In der Pfalz waren 13 Haingeraiden, von welchen die nördlich des Speyerbachs gelegenen Hartgeraiden hießen.
Hain uud Hart bedeutet Wald. Geraide ist Genossenschaft oder Bezirk. Der Name Haingeraide bedeutet also dasselbe wie Hartgeraide, ein ungeteilter Waldbezirk. Wie diese Waldbezirke in den Besitz der Gemeinden kamen, ist nicht bekannt. +
Seite 3 Abschnitt 1 zitat 4 +
Sein Sohn Friedrich war vermählt mit Gertrud von Dilling. Als Lehensmann der Abtei Limburg hatte er das Dorf Oberweiler samt Waldungen und Wiesen zu Lehen. 54) Er empfing 1458 von Kurpfalz zu Lehen 26 Pfund Heller für die Wiese zu Jachsweiler, genannt Wohnholz, Heiersbusch und für den Wingert genannt Gyrstbühel, 1 Malter Korngeld für die Wiese unten am Gyrstbühel, 64 Pfund Heller für den Wald zu Börrstadt, genannt Heimbuch, da die Straße geht, genannt Steinbacher Weg, die Wiese hinter Birscheid, das man nennt die „Freiheit", 9 Pfund Heller für die Dorflei zu Wellstein. Freiherr von Oberstein soll ferner Burgmann geben zu Nuwenburg. Dieses Lehen hatte er vormals von dem Raugrafen Otto getragen, von dem sie Kurpfalz erworben hatte. 40) +
Begleitwort. Als Lehrer an der unteren Schule zu Alsterweiler sammelte ich vom Jahre 1905 alles, was in Büchern, Schriften und Hausbüchern zu finden war, um Stoff für den geschichtlichen Teil der Heimatkunde zu erhalten. Auf die in den oberen Räumen des Spritzenhauses lagernden Archivalen der Gemeinde Maikammer aufmerksam gemacht, ging ich bald daran sie mit immer mehr steigendem Interesse auszubeuten. Nun ging es weiter in die Archive zu Speyer und Bruchsal. Mit herzlichem Entgegenkommen wurde alles zur Verfügung gestellt und mit Rat und Tat geholfen, wo es nötig war. Das bayerische Hauptstaatsarchiv München stellte mit lobenswerter Zuvorkommenheit Abschriften der wenigen dort befindlichen Urkunden zur Verfügung. Herr Staatsoberarchivar Dr. Albert Pfeiffer-Speyer und Herr Konservator Theodor Zink-Kaiserslautern gaben in liebenswürdiger Weise Auskunft, wann und wie sie verlangt wurde, Ihnen und allen hiesigen Herren Geistlichen und Gemeindebeamten für ihre Mithilfe am Gelingen dieses kleinen Werkes sage ich meinen herzlichsten Dank. In Vorträgen und Zeitungsartikeln gab ich Abschnitte der Geschichte von Maikammer-Alsterweiler bekannt. Mit großem Interesse hörte und las man aus der Vergangenheit unseres Dorfes, sodaß ich wohl annehmen darf, daß anch diese Zusammenstellung, wenn sie auch nicht vollkommen ist und sein kann, Wohlgefallen und Anerkennung findet. Maikammer im Januar 1928. J. Leonhardt. +
Am 2. Juni 1831 richteten Bürger von Alsterweiler an das Landkommissariat Landau die Bitte, Alsterweiler von Maikammer zu trennen und zu einer selbständigen Gemeinde mit eigener Verwaltung zu erklären. Als Gründe führten sie an die Vernachlässigung des Ortsteils Alsterweiler in den letzten 15 Jahren und die mutwillige Verschleuderung des Gemeindeeigentums in Alsterweiler zum Nachteil der Gemeinde. Die Schrift enthält viele scharfe Ausdrücke, woraus man die tiefe Erbitterung der Alsterweilerer Bürger ersieht. Der Zufahrtsweg von Maikammer nach Alsterweiler, der Plattenweg, war meist in derartig schlechtem Zustand, daß Fuhrwerke bis an die Achse einbrachen, und Fuhrleute, die Flachs, Weiden, Kartoffeln u. a. von auswärts brachten, es vorzogen in Maikammer zu bleiben. +
In früheren Jahrhunderten war zu Kirrweiler gegenüber der Burg ein '''Fronhof''', in dem die '''Fröner''' von Kirrweiler, Maikammer und St. Martin zu den verschiedenen Zeiten des Jahres ihre Arbeiten zu verrichten hatten. +
Auf der Kalmit, dem höchsten Berge der Geraide und des ganzen Haardtgebirges, hatte Napoleon I. einen Beobachtungsposten, darum wurde ein hölzerner Signalturm errichtet. Im Jahre 1824 wurde das Denkmal zur Erinnerung an das 25jährige Regierungsjubiläum des ersten Bayernkönigs aufgestellt. Der dabei gegebene Name "Maxhöhe" kam nicht in Gebrauch. Im Jahre 1868 wurde der heute noch stehende Turm gebaut. Bei der am 30. August stattgefundenen Einweihung nahm die Bevölkerung aus der ganzen Umgebung teil. Seit der Gründung des Pfälzerwald-Vereins und seiner Ortsgruppen ist die Kalmit das Ziel vieler Ausflügler. Darum baute schon bald nach seiner Gründung in den ersten Jahren dieses Jahrhunderts die Ortsgruppe Ludwigshafen a. Rh. ein Blockhaus auf dem Gipfel der Kalmit. Am 1. September 1918 feierte man droben das goldene Jubiläum der Einweihung des Kalmitturmes. Der Turm war mit Kränzen und Fahnen geschmückt. Herr Direktor Ketterer von Ludwigshafen a. Rh. hielt eine Ansprache an die zahlreich erschienenen Festgäste, in welcher er die Geschichte des Turmes darlegte und seine Verwendung früher und jetzt besprach. +
Von Juni bis 11. Juli 1849 führte Leonhard Ullrich für den abwesenden Bürgermeister dessen Amt , am 15. Oktober 1849 wurde I. A. Straub Bürgermeister, G. F. Straub und J. Ph. Eisele wurden Adjunkten. +
Immer neue Anklagepunkte wurden gegen Ziegler gesucht. Besonders hatte er damit großes Mißfallen erregt, als er am Pfingstmontag den Republikaner Robert Blum, ohne Auftrag hierzu zu haben, im Namen der Gemeinde empfangen und dabei die Gemeinde als republikanisch hingestellt hatte. Auch sein Verkehr mit Republikanern und '''Heckerern''' mißfiel, +
1539 macht er (Viax von Obertein) einen Vergleich mit der Gemeinde Jaxweiler wegen der '''Frond'''. Er verlangte nämlich, daß sie ihm sein Heu nach Offstein fahren sollten. Die Gemeinde wendete dagegen ein, zwar zu einer Fahrt verpflichtet zu sein, aber nur nach Börrstadt, wo sein Vater und seine Voreltern wohnbaft gewesen. +
Außer dieser auf den Gütern ruhenden kleinen Abgabe gab es noch eine weitere, viel schlimmere, die Grundzinsen oder '''Gült'''. Sie entstand dadurch, daß Landesfürsten, Gemeinden oder freie Bauern Äcker, Wingert oder Wiesen an ihre Untergebenen gegen Entrichtung von Zins abgaben. Nach dem Tode des Grundherrn erhielten ihre Erben diese Zinsen, desgleichen hatten Käufer und Erben von Gütern die darauf ruhende Gült weiter zu entrichten. Die Zinsen oder '''Gülten''' waren teils ablösige, teils unablösige. Hier bestanden solche in Geld, Wein, Früchten, Öl, Kapaunen, Gänsen, Hühnern u. a. Manche der letzteren wurden später in Geld umgewandelt. Die vollständige Ablösung der Gült erfolgte erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. +
Aus freiwilligen, anfangs mehr privaten Leistungen wurde die '''Bede''' mit der Zeit eine regelmäßige, öffentliche, rechtliche Abgabe, deren Entrichtung von Amts wegen erzwungen wurde. In außerordentlichen Fällen (z.B. im Krieg) pflegten noch besondere Beden erhoben zu werden. +
Als im Jahre 1786 die Schulstelle erledigt war, bat der Schullehrer Lorenz Zöller zu Kirrweiler für seinen Tochtermann Friedrich Matt um den Glöcknerdienst in Maikammer, der bei Neubesetzung der Schule leicht vom Schuldienst zu trennen sei. Er gab sich viele Mühe, erreichte aber nur, daß das Domkapitel den Glöcknerdienst vom Schuldienst trennte und dafür Kaspar Henkel von Speyer empfahl, der den Dienst erhielt mit dem Glockenzehnt als Bezahlung. +
Einmal ging er (Geometer,Waldmesser) auch von der Vermessung durch Alsterweiler nach Hause; im Walde hatte er sich einen dicken Stock zum Benutzen beim Gehen abgeschnitten. Als er an die '''Deckelgasse''' kam, standen einige böse Buben dort und belästigten ihn durch Zurufen. Dabei schlug er dem Frechsten seinen Stock über. +
Die hiesige Gemeinde hatte im Mai 60 fl. Maibed-, im Herbst 76 fl. 54 Kreuzer 2 Pfennig Herbstbedgeld zu zahlen. Dazu kamen 11/2 fl. Atzgeld, 7 fl. Rindfleischgeld und 3 fl. Schenkgeld. +
Am 19. November 1889 war die nächste Gemeinderatswahl. Da die Einwohnerzahl auf über 3000 gestiegen war, erhielt Maikammer 1 Bürgermeister, 2 Adjunkten und 20 Gemeinderäte. Bürgermeister blieb Seb. Frantz, 1. Adjunkt Seb. Bachtler, 2. Adjunkt Seb. Christmann, der schon 1891 starb. +
Das Haus von Oskar Hafner, Alsterweiler Hauptstraße wurde 1595 erbaut. Es zeigt über dem Torbogen außer den Anfangsbuchstaben des Namens eine schwörende Hand, welche auf den Beruf eines Gerichtsschöffen hinweist. +
Ritter und Geistliche waren von Beden regelmäßig befreit. +
Viel Geld konnte früher in der Gemeinde gespart werden, weil die Ämter alle Ehrenämter und alle unfreien Bürger zum Wach- und '''Frondienst''' verpflichtet waren. +
Die oberamtliche Verordnung um das Jahr 1600 ordnet wegen des vielen Trinkens in den Wirtschaften an, daß zu Sommerszeiten abends um 8 Uhr und zur Winterszeit um 7 Uhr geläutet werde und daß dann alle Wirtshausbesucher heimzugehen hätten. „Es soll auch kein '''Wirt''' über gemelde Zeit ihnen Wein geben. Wo aber ein Wirt solches übertritt und nach der Zeit Wein oder anderes geben wird, der soll ein Pfund Pfennig und ein jeder, so in der Zech ist, 10 Schilling Pfennig, so oft es geschieht, zu der Tätung unnachläßlich geben. Doch sollen fremde Gäste, so bei der Nachtzeit sich züchtig und gebührlich halten, hierein nit gemeint sein. +
Nun wechselten wieder Bürgermeister und Adjunkten. +
A m 21. Juli 1770 wurde von der hochfürstlich speyerischen Rentkammer in Bruchsal der Vorschlag gemacht, die Fronden, wegen deren sich die Untertanen besonders wegen der dabei vorkommenden Ungleichheiten oft beschwerten, mit Ausnahme der Jagdfronden abzuschaffen und dafür monatlich oder jährlich Geld zu erheben. Es blieb aber bei den seitherigen Leistungen. +
Fronwingert — Herrenwingert, in Fron zu bearbeiten; +
Im Kriege 1689—1700 wurde die Mühle von den Franzosen zerstört und kam am 9. März 1699 an Johann Martin Wetzel. Er war von der herrschaftlichen '''Fron''' befreit. +
In der Wahlperiode 1880—1885 blieben Bürgermeister und Polizeiadjunkt. Seb. Bachtier wurde Adjunkt. +
Hans Georg Thirolf nahm ein aufgefundenes Kind mit Nainen Maria Susanna an. Am 25. April 1735, wurde er dafür bis zum 12. Lebensjahr des Kindes vom '''Frondienst''' der Gemeinde befreit. +
Die vom Dorf aus zu der am Gebirge hingehenden Römerstraße (an Stelle der heutigen Berggasse und des Stotzweges) führenden Viehtrieb- und Geißweidewege führen durchs „Spielfeld" auf welches die gepflasterten '''Waschhütt'''- und Heldenpfade (Iter heroum) münden. Man schreibt diesen eine besondere Bedeutung zu. 46) +
Das Überfeld war '''bedfrei''', weil es in der '''Gemeindegült''' lag. +
Der Fürstbischof von Speyer war als Landesfürst unumschränkter Herrscher. Er verwaltete mit dem Domkapitel und weltlichen Räten sein Hochstift, war höchster Richter und Gesetzgeber. Die Einwohner wurden in früheren Zeiten die „armen Leut" genannt. Sie mußten '''Fronarbeiten''' verrichten, den Zehnten und viele andere Abgaben zahlen, hatten aber nichts zu sagen. +
Nach der weiteren Regelung der Gemeindeverwaltung wurde in Maikammer Friedrich Schwarzwälder Agent und Emanuel Heilweck Adjunkt, in Alsterweiler Peter Adam Koch Agent und Friedrich Eisenbiegler Adjunkt. +
Doch scheint die Sammlung nicht viel eingetragen zu haben, denn im Jahre 1719 erbaute die Gemeinde, „des schlechten Aussehens der Kirche überdrußig", das Chor so ziemlich aus eigenen Mitteln. Die Bürger leisteten '''Fronarbeit''', aus dem Ueberschuß der Kirche wurden 75 fl. genommen, dazu kamen 200 fl. Opfergeld und die Gemeinde schoß zirka 1000 fl. zu. Dies Chor mit Spitzbogen steht heute noch. +
Oberhaupt der Gemeinde und Vorsitzender des Gemeindegerichts vor 1798 war der Schultheiß oder Stabhalter, der auch zugleich Vorstand der 5. Haingeraide war. Sie wurden auf Lebensdauer gewählt, traten aber oft aus verschiedenen Gründen zurück. Dem Schultheißen standen bei den Gerichtsverhandlungen 6 Schöffen, die sogen. Sechser oder Gerichts- verwandten zur Seite. Die Sitzungen wurden auf dem Gemeindehause abgehalten. Die Verhandlungen waren öffentlich und mündlich. Beim Urteilsspruch zog sich der Schultheiß mit seinen Schöffen in einen Nebenraum zurück. Gegenstand der Verhandlung waren Beleidigungen, Schuldforderungen, Kontraktbrüche, kleinere Diebstähle, Feldfrevel u. a. In der Zeit von 1735-1745 kamen besonders viele Streitigkeiten mit Juden vor, die Viehhandel trieben. +
An Martini 1745 übernahm sein Bruder, Johann Haffner, die Mühle in Pacht vom Bischof. Er erhielt Personalfreiheit in herrschaftlicher und Gemeinde-'''Fron'''. 1 Pferd durfte er für die Mühle halten, mit einem weiteren, das er zum Ackerbau hielt, war er zu '''fronden''' verpflichtet. +
Von November 1870 bis Januar 1871 starben viele jungen Männer, in der '''Deckelgasse''' allein 5 Männer und eine Frau. Die Blattern, die schon an vielen Orten gehaust hatten, kamen auch hierher. +
Die Wingert wurden (1619 und 1669) in 3 Klassen eingeteilt und pro Morgen Wingert 2 Batzen bzw. 1 Batzen 10 Pfg., bzw. 1 Batzen, vom Morgen Acker 1 Batzen, vom Morgen Wiese 2 Batzen 2 Pfg. und vom Morgen Kestenberg 6 Pfg. erhoben.
Später (1730) wurden die Güter in 3 Klassen mit 15-30 fl. abgeschätzt und daraus ein Prozentbetrag als '''Bede''' erhoben. +
Auflistung der Hausbücher und anderer Aufzeichnungen durch Bürger in Maikammer und Alsterweiler, die Johannes Leonhardt als quellen dienten. +
Leichter zu erklären ist der Name Alsterweiler. Er kommt vor 1370 als Ageleisterwilre, 1464 als Aglasterweiler und 1495 als Allasterwyler. Es ist also ein Weiler (mhd. wilr — kleines Gehöft, ahd. wilari, mlat. villäre — Gehöft), der von dem Vogel Elster seinen Namen hat. +
daß Kriege immer unserer Gegend Einquartierung, '''Fronden''' und Lieferungen gebracht hatten. +
In den Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz,, Band 16 vom Jahre 1892, findet sich folgendes Weistum: "Des Frone Hoffs Fryheyt und Recht zu Kirwir die Gemeyndten der tryer Dorffer nemlicher Kirwir, Meyckeymern und Sannt Marttin dry male im Jare off ihre Eyde sprechen, das Erst uff Dornstag nach der heyligen tryer Konnig tag, das ander uff den Dornstag nach dem Sonntag Quasimodogeniti und das drytte uff Dornstag nach Sannt Johanns Baptisten tag." +
In die folgende Zeit (7.—10. Jahrhundert) fällt nach Dr. Heeger und Dr. Christoph Beck (Pfalz. Museum 1911 Heft 3 und 4 Seite 31) die Entstehung der Weilerorte als weitere fränkische Siedlungen. So entstand Alsterweiler westlich von Maikammer am Rand des Gebirges und auf dem Weinsperhügel Weinsweiler (Weiler des Wino, eines fränkischen Edlen) als Tochtergemeinden von Maikammer. +
Am 16. Februar 1824 beschloß der Gemeinderat zur Erinnerung an das 25jährige Regierungsjubiläum des Königs Max I. der Kalmit den Namen „Maxhöhe" zu geben und daselbst ein Denkmal aufzustellen. Steinhauer Johann Martin Baumann schuf dasselbe um 1666 fl. +
1759 war ein Streit mit dem Allerheiligenstift zu Speyer, ob dessen hiesige Stiftsgüter bedpflichtig seien. Die Gemeinde hatte von 1709-1731 für die Güter des Stifts, für die in den '''Bedbüchern''' eine '''Bede''' berechnet ist, die '''Bede''' und das Landschreibereigeld ausgelegt. Das Stift weigerte die Zahlung. +
1863 war am 20. Februar Gemeinderatswahl. Wegen der in den 50er Jahren zurückgegangenen Bevölkerungsziffer wurden nur noch 16 Gemeinderäte gewählt. Seb. Frantz blieb Bürgermeister, Christ. Rech wurde 1., Peter Adam Koch 2. Adjunkt. +
Durch oberamtlichen Befehl vom 29. Januar 1765 wurde beanstandet, daß Leute im Oberamt ihre Felder und besonders die Weinberge schlecht und nachlässig, nicht zu rechter Zeit oder gar nicht baueten. Darum sollten vertraute und verständige Männer bei den Arbeiten Aufsicht führen und Bericht erstatten. Die Lässigen sollten mit Geldstrafen beleqt werden, wovon die Aufpasser die Hälfte bekamen. +
1853 wurde Franz Friedrich Schwarzwälder Bürgermeister, J. Ph. Eisele blieb 1. Adjunkt bis 1856, Franz Gg. Straub 2. Adjunkt. +
Die '''Bede'''. Man bezeichnet damit eine Abgabe, welche von den Landesherren ursprünglich dafür erhoben wurde, daß sie die Landesverteidigung mit ihren Mannschhaften übernahmen und das Aufgebot zum Reichsheer stellten. +
Die Wahl am 1. Dezember 1904 brachte eine größere Veränderung. Eduard Wolf wurde Bürgermeister, August Heilweck wurde 1. Adjunkt, Franz Garth 2. Adjunkt. +
Michael Groß (seit 1. Juni 1891 2. Adjunkt) +
Bürgermeister wurde J. F. Frantz, 1. Adjunkt J. Friedr. Schwarzwälder bis 1840, 2. Adjunkt A. Platz bis 1840. +
In allen Fällen mußte der Frevler Schadenersatz leisten und die Anzeigegebühr entrichten. Wer nicht zahlen konnte, mußte seine Geldstrafe durch '''Fronen''' abverdienen. +
1708 zogen kaiserliche und französische Truppen hier durch. Es mußten '''Fronden''' und Lieferungen geleistet werden. +
Das Haus von Adam Wilhelm, '''Deckelgasse''' 9-11, durch seinen Turm auffallend, wurde 1591 erbaut. +
Außer diesem Geldbezug hatte der Lehrer freie Wohnung mit Garten, war von sog. Ämtern, von Wach- und '''Frondienst''' frei und die Kinder brachten von Allerheiligen bis Georgitag (23. April - "Zu Georgi blinde Reben - volle Trauben später geben") Holz mit. +
d) Allerheiligen und St. Germans Stiftsgüter; 1759 war ein Streit zwischen der Gemeinde und dem Allerheiligenstift wegen Zahlung der '''Bede''' von diesen Gütern. +
ee) Nach der früheren Benützung: ... Wolfsloch an der Gemarkungsgrenze, Loch zum Fangen von Wölfen; +
Mitteilung der geschichtlichen Merkwürdigkeiten Maikammer-Alsterweilers an den geschichtlichen Verein des Rheinkreises 1831, von Pfarrer Weckesser. Quellenangabe Nr. 65 bei Leonhardt +
Am 22. Dezember 1838 fand noch einmal eine Regelung statt. Es wurden für Maikammer und Alsterweiler je 2 Weinsticher, die von nun an dem Gemeinderat angehören sollten, gewählt. Jedes Jahr schied einer aus. Durch das Los kam ein neuer dazu. Ein Weinhändler konnte kein Weinsticher werden. Der Käufer hatte von 1 Fuder Wein 1 Gulden 30 Kr. zu zahlen. Davon erhielt der Weinsticher 5 Kreuzer Stichgeld, 15 Kreuzer Eichgeld, der Läder bezog 15 Kreuzer, der Rest von 55 Kreuzern floß in die Gemeindekasse. Kaufte ein hiesiger Weinhändler hier Wein, der auch hier blieb, so erhielt der Läder 40 Kreuzer Trägerlohn, wovon 8 Kreuzer in die Gemeindekasse flössen. +
Die Wahl 1843 brachte wenig Änderung; Kögel blieb Bürgermeister bis 1846, Peter Pfoh blieb 1. Adjunkt, Andreas Platz wurde 2. Adjunkt. +
Nach den '''Bedbüchern''' aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Kriege waren in der Leu-, Zwerch- und Bösgewann, im Bernsel und zum Teil auf dem Mahlberg Ackerland. Wiesen waren im Kirschgarten und im Schild, es gab Hartwiesen, Bach-, Stoß-, Held- und Weinspergewannwiesen. Alles übrige war Weinland. +
1755-1787 Johann Philipp Gödecke; war auch Dekan, unter ihm wurde die
Kirche gebaut. +
Geraidestuhl +
Dann kam Johann Bien, der 1742 mit Sebastian Meining zu Maisch tauschte. Meining war zu Impfingen, Bistum Würzburg, geboren. Er meldete sich 1752 nach Hagenbach. In dieser und in der folgenden Zeit, wohl auch schon früher hatte die Gemeinde das Recht, einen Schulmeister anzunehmen und dem Generalvikariat für die Approbation und Konfirmation zu präsentieren. Auf die erledigte Schulstelle meldete sich 1752 Johann Adam Beschell, Glöckner an der Allerheiligen- und Dreifaltigkeitskirche zu Speyer. Er machte „seine Probe nicht ohne Applaus" und wurde darum als Schulmeister und Kirchendiener angestellt. Er nahm sich, nachdem ein neues Schulhaus erbaut war, Friedrich Rode als Präzeptor. (quelle Nr.63 entspriche Gemeindearchiv Maikammer). Beschell hatte viel Streit mit dem Pfarrer. So 1766 wegen des Kirchhofgrases, das beide beanspruchten. Alle möglichen Zeugenverhöre und Gutachten wurden abgegeben. Ein dicker Bündel Akten liegt im Staatsarchiv Speyer. Das Gemeindegericht war gegen Beschell; der Pfarrer bekam 1768 recht. 1769 starb Beschell, 76 Jahre alt. Sein Nachfolger wurde der seitherige Gehilfe Friedrich Rode. +
Da ein Mädchen von hier namens Apollonia Anstand als Laienschwester im Kloster der Franziskanerinnen in Speyer war, flohen die Schwestern dieses Klosters 1689 nach Alsterweiler, wo sie ein Haus besaßen. +
Alsterweiler zieht sich von Westen nach Osten, dem Bächlein Alster entlang und ist von zwei Hügelrücken eingeschlossen, einem nördlichen vom Wetterkreuz kommend und einem südlichen vom Breitenberg auslaufend. +
1857 war am 10. Februar Gemeinderatswahl. Seb. Frantz wurde 1. Adjunkt und 1860 Bürgermeister, Herm. Damm 2. Adjunkt, den 1860 Peter Ad. Koch ablöste.. +
Herr Adjunkt Franz Garth stiftete eine neue, die den Namen „Maria" trägt und mit den Glocken von Maikammer geliefert wurde. +
Im Jahre 1874 war am 10. November die Wahl für die neue Periode 1875—1880. Als Polizeiadjunkt für Alsterweiler wurde Georg Schlosser gewählt. +
Am 28. August 1842 wurde wieder im Gemeinderat über die '''Trennung''' des Ortsteiles Alsterweiler von Maikammer verhandelt. 5 Gemeinderäte waren ganz dafür, Gg. Frz. Straub wollte nur Trennung der Gemeindekasse. Andr. Platz war dafür, wenn die Straße nach Edenkoben nicht gerade, sondern in der Richtung des alten Weges gebaut wurde und das Pflaster der Deckelgasse gemacht werde. Die übrigen 16 Gemeinderäte von Maikammer waren gegen eine Trennung. +
Da errichteten die Katholiken am 1. November 1848 eine Privatschule und holten dazu den geprüften Seminaristen Heinrich Werner von Ruppertsberg. Er erhielt 71 Schüler aus Zieglers Schule, 35 blieben bei Ziegler. Die Katholiken hatten einen Schulsaal verlangt, der vorhanden war und den auch die Mehrheit des Gemeinderats zugestand; da sich aber die Schüler schon jetzt '''„Heckerer"''' und '''„Mucker"''' schalten, so waren Reibereien zwischen den Schülern zu befürchten, und die Privatschule kam in den Schwanensaal, bis am 14. Januar 1849 der leerstehende Sall bezogwen werden durfte. +
11. So ein Gemeinsmann ein Eigert (mhd. Egerd — Brachland) hätt in der Mark zwischen den Wingerten liegen und gibt die Bed (-Steuer) gleich den Wingerten dafür, so die Wingertmaß ist und begehrt dieselbig gehaupt zu haben, soll derselbig ein Raisch (Wisch) auf gemeld Eigert stecken, was dann daroben ergriffen wird, es wäre Pferd, Kühe oder jemand grase solche soll zu poen 2 Schilling Pfennig verfallen sein. Auch soll, wann ein Gemeinsmann ein Äckerle mit der Haue (Hacke) bebaut hat, niemand darauf gehen oder fahren bei obgenannter Einung. +
Nach Dr. Heger „die germanische Besiedlung der Vorderpfalz an der Hand der Ortsnamen" ist die Form Maikammer nichts anderes als das Adj. Maigheimer; sie verdankt ihre Erstehung der in alten Urkunden viel gebrauchten Formel in Maigheim(er) maroa. In der jetzigen Schriftform „kammer" steckt, wie ja aus den alten Formen (0. 1315 und im Weistum) hervorgeht die Endung heim(er). Die ursprüngliche Form muß Maing-heim — Magingheim, Magineheim gewesen sein, was auf Maingen, Magingen zurückgeht. Dem entspricht die Aussprache in der Umgebung, im Gäu, wie überhaupt in der Vorderpfalz, wo man nur Maikam oder M ä k ä m sagt. Letzteres entspricht dem Maigheim (wie Zeiskam dem Zäskäm). Mei-ing ist ein altdeutscher Name, der sich als M a i noch in Familiennamen findet." +
Schul- und Kirchenweg unangenehm. Man war aber in Alsterweiler immer frommgläubig und hielt streng am Althergebrachten. Darum war es schon lange ihr Streben, eine Schule und ein Gotteshaus zu bekommen. 1829 wurde die Schule eingerichtet. 1844 reifte der Plan zum Kapellenbau. Nikolaus Groß und seine Kinder Lorenz und Katharina Barbara stellten Grund und Boden zur Verfügung, die ledigen Jungfrauen Anna Maria Platz und Eva Margareta Hauck gaben die ersten namhaften Beträge.
Zwei sammlungen brachten zusammen 2123 fl. 49 Kreuzer. Der erwähnte Nikolaus Groß, der als der eigentliche Bauherr genannt werden kann, teilte seinen Plan Pfarrer Weckesser mit und ließ dann die Kapelle durch Maurermeister Joh. Georg Schneider von Edenkoben aufbauen. Am 2. Mai 1845 wurde begonnen, am 25. Juli war die Maurerarbeit fertig. Da Groß keine Genehmigung zum Bauen eingeholt hatte, erschien am 29. August ein Herr von Speyer und nahm verschiedene Messungen vor, machte aber keine Beanstandungen.
Am 1. Dezember weihte Bischof Nikolaus Weiß in Gegenwart zahlreicher Geistlicher aus der Umgebung die Kapelle ein. Im Hochaltar wurden Reliquien der beiden Trierer Heiligen Veragunda und Letanzia verwahrt. Die Kapelle ist der schmerzhaften Mutter geweiht, durch viele Schenkungen im Laufe der Jahre wurde sie trefflich ausgestattet. Da die Kapelle nur leicht gebaut war, fiel sie im Sommer 1859 zusammen; man ging gleich wieder an den Aufbau . Am 5. November konnte schon wieder das Gebälk aufgeschlagen werden. Seit die Kapelle eingeweiht ist, finden regelmäßig zweimal in der Woche hl. Messen statt. Am 19. April 1914 kam das Allerheiligste hinein, nachdem in Speyer und Rom die Genehmigung erteilt und der Tabernakel fester gemacht worden war. +
Eine Verpflichtung, die nicht gerne ausgeübt wurde, weil es dabei ungleich herging, war der '''Frondienst'''. Er war dem Bischof als Landesherrn und der Gemeinde zu leisten, und zwar bei der Jagd, bei Straßen-, Brücken- und Häuserbauten und als Wache. Einzelne Personen waren von der '''Fronarbeit''' befreit, besonders Geistliche, Lehrer und Gemeindevorsteher. 1781 gab es 6 freie Bürger, 6 Fuhr- oder Spannfröner und 233 Handfröner. +
An '''fronbarem''' Vieh waren in diesem Jahr vorhanden 9 Pferde und 3 Ochsen (1772). +
Seither war der 2. Adjunkt stets von Alsterweiler, jetzt erhielt es, weil räumlich von Maikammer getrennt, nach § 73 der Gemeindeordnung einen Polizeiadjunkten. Die Wahl war am 14. Dezember 1869. Sebastian Frantz blieb Bürgermeister, Lorenz Platz Adjunkt, Peter Adam Koch wurde Polizeiadjunkt; +
Maikammer und Alsterweiler hatte um 1600 fast die gleichen Straßen wie heute, nur wird die '''Deckelgasse''' nicht erwähnt, die Hintergasse hieß Obergasse, die Spreiselgasse Hubengasse. +
Die Gemeinderatswahl am 3. Dezember 1884 war für die Wähler Alsterweilers verhängnisvoll. Sie brachten ihre eigens aufgestellten Kandidaten nur zu Ersatzmännern. Sebastian Frantz blieb Bürgermeister, Seb. Bachtler Adjunkt... Von Alsterweiler wurden dazu genommen, nachdem zwei Gemeinderäte zurückgetreten waren, Seb. Christmann als Polizeiadjunkt und Andreas Platz, denen 1888 noch Jak. Garth folgte. +
Kapitel 6 d) Die Kapelle. Ein zweites Gotteshaus besitzt unsere Gemeinde in der Kapelle zu Alsterweiler. Da die Bewohner von Alsterweiler von ihren Mitbürgern zu Maikammr nicht immer wohlwollend behandelt wurden, waren die Verbindungswege zwischen beiden OrtSteilen meist in schlechtem Zustand und darum der. +